Mr 141 Mittwoch den 20. Juni 1894 Der ftitfttntr Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme dc- MontagS. Die Gießener Aamiltenb kälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelrgt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. vieneljähriger A-on»e»e«t»»retO t 2 Mark 90 Pjg. mit Lringerlotzn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Psg. Rtbflftion, Srvkditiaa und Druckerei: Kck»kstraße Ur.7. Fernsprecher 51. Amts- rind Anzeigeblatt für den Areis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de» ßrtt ACrtfG»r Alle Annoncen-Lureaux de» In- und Auslandes nehmen folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. IO Uhr. ^/rnrtSr^t. IIVIUUU. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Theil. Bekanntmachung, betreffend die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Herbst 1894. Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1894 stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meldung des Ausschluffes von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. August 1894 bei der unterzeichneten Commission einzureichen. Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Spe- ciellen das Folgende bemerkt: 1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Grotzherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. 3. Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckmäßig, wenn die nähere Adreffe angegeben wird. 4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeugniß; b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen und muß die Unterschrift des VaterS oder Vormundes beglaubigt sein- c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde aus- zustellcn ist- d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf. Feuilleton. Dss Morseblümchen. Novellette von Friedrich Bücker. (1- Fortsetzung.) Wie ein electrischer Schlag durchzuckte eS die Braut deS Attache bei Nennung des NamenS „von Taube". Ihre Augen flogen empor- einen einzigen Blick voll Angst und Entsetzen heftete sie auf das ernste Antlitz der Baronin, dann entrang sich ein Schrei ihrer Brust nnd ohnmächtig taumelte sie in die Arme des Attache. Einige Damen sprangen herbei, dem bestürzten und rath« losen Attache die leblose Bürde abzunehmen und auS dem Saale zu schaffen. Herr v. Wormstall war eben im Begriff, sich von der Baronin Aufklärung über den räthselhasten Fall zu erbitten, als eine der Damen, die Fraulein von Adlar Beistand geleistet, ihn benachrichtigte, die Kranke sei wieder zu sich gekommen und wünsche ihn zu sprechen. Der Attache eilte in das Gemach, wohin man die Ohnmächtige getragen, und fand seine Braut bleich und erschöpft in der Ecke des Sophas. Sie schaute ihm fragend und ängstlich ins Auge, und als sie darin nur Sorge und Zärt- lichkeit gewahrte, reichte sie ihm die Hand und bat, sie nach Hause zu geleiten. Auf der Fahrt nach der v. Adlar'schcn Wohnung erfuhr der Attache, daß seine Braut im Augenblick der Vorstellung einen heftigen Schmerz in der Gegend des Herzens empfunden und dann die Besinnung verloren habe. Sie schrieb den Anfall der Hitze im Saal, wie dem Tanzen zu, welches ihr vorn Arzt wiederholt untersagt worden sei. Herr v. Wormstall würde sich bei dieser Erklärung völlig beruhigt haben, wenn seine Braut nicht eine Gesprächigkeit an den Tag gelegt hätte, die ihrer angeblichen Schwäche widersprach und nur zu deutlich eine heimliche Unruhe verbergen sollte. Sie kam immer wieder auf die Baronin v. Taube zu sprechen, wollte wissen, seit wann und auf wie lange sie in der Residenz weile, ob ihr Bräuttgam ihr einen Besuch machen werde, und als dieser verneinte, mußte er ihr das Versprechen geben, heute Abend nicht mehr auf den Ball zurückzukehren. . Der Attache würde Wort gehalten haben, wenn feine 5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sein will. 6. Ist bereits früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugniß beizulegen. Ueber die Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüfungs-Ordnung (Anlage 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. Novbr. 1888 — Regierungs-Blatt Nr. 5 von 1889) Aufschluß. Bezüglich des Prüfungstermins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt entweder weitere Bekanntmachung oder schriftliche Mittheilung. Darmstadt, den 30. Mai 1894. Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Freiherr v. Gemmingen. Deutscher Reich. Berlin, 18. Juni. Obwohl der Sommer nun auch officiell seine Herrschaft angetreten hat, tagen bei uns in Deutschland doch noch zwei Versammlungen parlamentarischen CharacterS, der BundeSrath und der badische Landtag. Indessen wird wohl auch für diese beiden gesetzgebenden Körperschaften die Stunde der Erlösung von langer anstrengender Arbeit bald schlagen. Der badische Landtag hat keinen Anlaß mehr, noch längere Wochen zu tagen, nachdem daö Hauptwerk seiner Session, die geplante Reform deS Wahlrechtes, so gut wie gesckeitert gelten muß. Der BundeSrath seinerseits ist mit seinen Geschäften ebenfalls so ziemlich zu Ende, es giebt nur noch kleine Ueberbleibsel aus der letzten Reichstagssession aufzuarbeiten, sieht man von dem Beschlüsse des Parlamentes über die Aufhebung des Jesuitengesetzes ab. In letzterer Frage scheint der Bundesrath jedoch erst in nächster Session endgiltig Stellung nehmen zu wollen und zwar, wie zu vermuthen steht, dahin, daß er den betreffenden Reichstags- beschluß ablehnt. Braut ihn nicht noch einmal beim Abschied daran erinnert und sich das Versprechen hätte wiederholen laffen. Das fiel ihm auf und machte ihn mißtrauisch. Jetzt erinnerte er sich auch der Bitte der Baronin v. Taube, ihren Namen der Vorzustellenden nicht zu nennen und nun war eS ihm kaum noch zweifelhaft, daß zwischen dieser und seiner Braut ein geheimes Band bestehe und daß die Ohnmacht nur eine Folge des plötzlichen Wiedersehens gewesen sei. Der Attache bestieg eine Droschke und kehrte in daS HauS des Festgebers zurück. Baronin v. Taube saß noch auf ihrem alten Platze und sah dem Attache mit ernstem Antlitz bezeichnend entgegen, als er sich ihr näherte und auf ihre Einladung an ihrer Seite Platz nahm. „Ich wußte, daß Sie wiederkehren würden, Herr von Wormstall," leitete sie das Gespräch ein. „Sie wünschen Aufklärung von mir über jenen peinlichen Vorgang, den ich halb und halb vorausgesehen, auf den ich Sie aber nicht vorbereiten konnte, ohne den Effect abzuschwächen. Ich will Ihnen jetzt eine kleine Geschichte erzählen, vielleicht gelingt eS Ihrem Scharfsinn, daraus sowohl den Zusammenhang mit jenem peinlichen Vorfall, wie auch für sich practischen Nutzen zu ziehen." Der Attache gab durch stummes Nicken seine Zustimmung und Baronin v. Taube Hub an: „Im vorigen Jahre trat die Nothwendigkeit an mich heran, mir eine Gesellschafterin zuzulegen, die auch für daS Wirthschaftliche einen umsichtigen, fest aufmerkenden Blick besitzt. Bei meinen hochgespannten Ansprüchen wollte sich aber nichts Besonderes finden, b«S mir eine Dame empfohlen wurde, deren einziger Fehler die große Jugend war. Daß sie blendend schön war, rechnete ich ihr nicht zum Nachtheil an, denn reine Herzen und edle Seelen sollen in einer schönen Hülle wohnen. Dennoch würde ich mich besonnen haben, eine so junge Dame zu meiner Gesellschafterin zu machen, wenn ihr nicht die glänzendsten Zeugnisse zur Seite gestanden hätten. So trat denn die bewußte Dame in mein HauS. Ich hatte es nicht zu bereuen, denn sie war ein Wunder von Gelehrsamkeit und besaß trotz ihrer großen Jugend einen wirth- schaftlichen Blick, der wich in Erstaunen setzte. Da geschah es, daß auf unserem Nachbargute ein junger Professor, tech- nisches Mitglied der electrointernationalen Telegraphen-Ge- sellschaft, zu kurzem Besuche bei seinen Verwandten eintraf. — Der frühere UnionSgesandte in Berlin, Walter PhelpS, ist in New-York nach längerem Leiden verschieden. Mit dem verblichenen Diplomaten ist ein warmer Freund Deutschlands heimgegangen- während seiner vierjährigen Thätigkeit aus dem Berliner Gcsandtenposten bekundete Mr. PhelpS diese seine deutschfreundliche Gesinnung bei verschiedenen Anlässen in hervorragender Weise. ES geschah dieS namentlich auf der Samoaconferenz und dann auch bei den seiner Zeit schwebenden handelspolitischen Sonflicten zwischen Deutschland und der Union, in den maßgebenden Berliner Kreisen bewahrte man darum Mr. PhelpS auch nach seinem Scheiden von Berlin ein warmes Andenken. Neueste Nachrichten. WolffS telegruphischeS Correspondmi-Burnu- Berlin, 18. Juni. Der Verband der Gast- und Schankwtrthe nahm in heutiger Versammlung eine Resolution an, worin erklärt wird, sich in dem daS Gastwirth- schaftSgewerbe schwer schädigenden Kampfe der Brauereien und Arbeiter mit keinem der streitenden Theile solidarisch erklären zu können. Beschlossen wurde ferner, eine AuSgleich- commission zu ernennen, die mit allen Kräften die Beilegung deS Streites anstreben soll. Berlin, 18. Juni. Die gemischte Deputation zur Bor- berathung der städtischen Steuerreform lehnte die Umsatzsteuer, sowie einen Antrag auf Erhöhung der Betriebs- steuer und Einführung einer Lustbarkeitssteuer ab. Ebenso fand eine Anregung, außerhalb gebrautes, in Berlin ein- geführtes Bier zu besteuern und die Schlachthofsteuer zu erhöhen, keinen Anklang. Berlin, 18. Juni. Der Landtagsabgeordnete vom Heede ist heute Morgen in einem hiesigen Hotel plötzlich verstorben. Hamburg, 18. Juni. Gegenüber den in der Pariser Ausgabe des „Newyork Herald" enthaltenen salschen Gerüchten von angeblich in Hamburg vorgekommenen Cholerafällen kann nach amtlicher Auskunft conftatirt werden, daß diese Gerüchte in allen Einzelheiten vollständig erlogen sind. ES Er hatte seine Angehörigen lange nicht gesehen, denn er war immer unterwegs, um überall den Morse-Telegrapben einzurichten. Auch jetzt war er en route, um eine neu projectirte Telegraphenlinie zwischen dem Don und Kaukasus zu bereisen. Als ich nun mit meiner Gesellschafterin drüben einen Besuch machte, da gerieten zwei Herzen in Flammen und beim Abschied sagte mir der Professor: „Sie ist ein Engel! Danke Ihnen, Frau Baronin, daß Sie mir diesen Engel zugesührt haben." Als ich dann meine Gesellschafterin dieserhalb scherzend neckte, verneinte sie eifrig alle wärmeren Gefühle und gestand nur zu, von den geistigen Gaben des Professors mächtig angeregt zu fein. Einige Tage später theilte mir dann meine Gesellschafterin mit einer leichten Verlegenheit, die sie jedoch schnell zu beherrschen wußte, mit, daß sie den Professor auf seiner Tour zwischen Don und Kaukasus begleiten werde. Ich war starr vor Ueberraschung! Sie werden begreifen, sagte ich, daß ich Ihre plötzliche Abreise nicht gleichgiltig hinnehmen kann. Mich erfüllt daS mit der größten Besorgniß für Ihren Rus und wirft auch ein zweideutiges Licht auf den Professor. Zuvörderst richten Sie ein Briefchen, welches Sie so anmuthlg abzusassen verstehen, an Ihre Mutter - sie wird Ihrem Plane in der angebeuteten Weise ihre Unterstützung versagen. Meine Mutter ist bereits in Kenntniß gesetzt- sie hat nichts gegen meinen Plan einzuwenden, entgegnete sie. Die Reise dauert einen Monat und ich bitte im Verein mit meiner Mutter, mir so lange Urlaub zu bewilligen." Ich warf noch dieses und jenes ein, aber es half nichts. Sind Sie bereit, Fräulein? rief am anderen Tage der Professor aus seinem Wagen meiner Gesellschafterin zu, welche im Reisegewand, ein Köfferchen in der Hand, auS ihrem Fenster sah. Ich bin eS! rief sie hinab. So laffen Sie uns fahren! Noch einen Augenblick zögerte sie- langsam drehte sie sich im Kreise um, ließ den Dlick auf jedem Möbel, jedem Gegenstand ruhen, als wollte sie Abschied für immer von ihrem Zimmer nehmen, dann umarmte sie mich und folgte erhobenen Hauptes dem Rufe deS Professors, Binnen wenigen Minuten war der Wagen verschwunden. DaS ist meine Geschichte." (Fortsetzung folgt) sind weder Erkrankungen an Cholera, noch verdächtige Fälle -I vorgekommen. Pofen, 18. Juni. Der „Kuryer Poznanski" meldet aus Krakau, daß der Cardinal-Fürstbischof Dunajewski heute Vormittag gestorben ist. Rom, 18. Juni. Crispi gingen 18 000 Glückwunschdepeschen aus dem In-und Auslande zu. Sämmt- liche Mitglieder des italienischen Königshauses, die Konigin- Wittwe Maria Pia und der König von Portugal sandten Telegramme. Die Minister des Auswärtigen der Hauptstaaten Europas übermittelten die Glückwünsche ihrer Regierungen. Budapest, 18. Juni. Das Magnatenhaus beschloß, das Renuntium des Abgeordnetenhauses betreffend die Ehe- vorlag e mit Umgehung der Ausschußberathung am 21. Juni zu verhandeln. Prag, 18. Juni. Privatnachrichten aus Reichenberg zufolge ist daselbst in einem Gasthause im Rosenthal von Kindern ein Sack mit 29 Kilogramm Dynamit gefunden worden. Krakau, 18. Juni. Die untere Weichsel hat sechs Dörfer überschwemmt- zwischen Krakau und Niepolomice sind fünf Dörfer theilweise überschwemmt, theils bedroht. Das Wasser steigt fortwährend. Die Straße von Zwierzymec nach Bielanh steht 70 bis 80 Zentimeter unter Wasser. Es ist eine energische, auch von Militär unterstützte Hilfsaction eingeleitet. Petersburg, 18. Juni. Der Plan, eine Getreidebörse in Petersburg zu schaffen, hat die Billigung des Finanzministeriums gefunden, jedoch spricht sich dasselbe gegen jede Besteuerung des ein- und ausgehenden Getreides aus, durch welche die Mittel zum Bau des Börsengebäudes beschafft werden sollten. Tanger, 18. Juni. Meldungen aus Fez zufolge wurde die Proclamirung von Abdul-Aziz günstig ausgenommen, letzterer formell auch von den Brüdern des verstorbenen Sultans und dem eigenen Bruder, welcher Vicekönig von Fez ist, anerkannt- es herrsche vollkommene Ruhe. Washington, 18. Juni. Die „Post" veröffentlicht Einzelheiten über eine jüngst entdeckte Verschwörung, deren Zweck gewesen sei, die Regierungsgebäude und das Weiße Haus in die Luft zu sprengen. Depeschen des Bureau „£ero£b*. Berlin, 18. Juni. Der Kaiser hat durch einen Erlaß an die Regierungspräsidenten bestimmt, daß bei Veranstaltungen anläßlich der kaiserlichen Reisen in den Provinzen die durch die verfügbaren Mittel gezogenen Grenzen innezuhalten sind, insbesondere soll vermieden werden, den allerhöchsten Dispositionsfonds in Anspruch zu nehmen. Berlin, 18. Juni. Das neue Reichstagsgebäude soll, falls die nächste Tagung im November eröffnet wird, gleich zum Beginn der Tagung vom Reichstag bezogen werden- es wird bis dahin vollständig fertiggestellt sein. Berlin, 18. Juni. Unter derUeberschrist „Sch le mm er und Prasser" bringt die „Correspondeuz des Bundes der Landwirthe" vom 16. Juni einen Artikel, worin zu beweisen versucht wird, daß die theueren Wirthschaften in Berlin nicht von den Gutsbesitzern, als vielmehr von den Großen der Börsen, den Börsenmännern, leben. In dem Artikel wird ferner auf die reichen Mahlzeiten des Inhabers des Bankhauses Hirschfeld u. Wolff hingewiesen, bei dessen Zusammenbruch auch Caprivi 400,000 Mk. verloren habe. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet nunmehr die letztere Behauptung als eine dreiste Erfindung, Caprivi habe weder je Vermögen besessen, noch mit dem Bankier Wolff in Verbindung gestanden. Caub, 18. Juni. Das Blücher denkrnal wurde heute Mittag 12 Uhr enthüllt. Das Standbild, das an die Stelle kam, wo 1813 der berühmte Rheinübergang stattsand, erhebt sich ungemein wirkungsvoll am Rhein. Die Festrede hielt der Regierungspräsident v. Tepper-Laski. Als Vertreter des Kaisers war Generaloberst v. Los anwesend. Viele hohe Persönlichkeiten, Generäle, Corpsstudenten, Kriegervereine und Deputationen der Blücherhusaren waren erschienen. Die Stadt ist herrlich geschmückt. Abends findet die Feier mit einem Feuerwerk und einem Volksfest ihren Abschluß. Troppau, 18. Juni. Es sind bisher als Opfer der Karwiner Katastrophe 231 Vermißte conftatirt worden. 19 derselben konnten erst geborgen werden- die Leichen wurden gestern auf dem Karwiner Friedhöfe bestatter, wobei es zu herzzerreißenden ©eenen kam. Die Zahl der Wittwen beträgt 139 mit etwa 400 Kindern. Nach dem Begräbniß versammelten sich die Angehörigen der Opfer und brachen in entsetzliches Jammergeschrei aus. — Graf Larisch, welcher inmitten der Menge stand, war auf das Tiefste erschüttert. — Es hat sich herausgestellt, daß der große Umfang der Katastrophe auf die schlechte Anlage der Gruben zurückzuführen ist- zahlreiche Mißstände im Innern der Schächte wurden aufgedeckt. Ob eine Bergung der Leichen aus den brennenden Gruben überhaupt möglich fein wird, steht sehr in Zweifel. Die Schachte sind vor 14 Tagen nicht zu öffnen. Prag, 18. Juni. Der akademische Senat der hiesigen Universität macht bekannt, daß den Studenten jede Theil- nahme an den Versammlungen der Arbeitervereine streng verboten ist. Brüssel, 18. Juni. Heute früh fand in einem in der Rue Royal gelegenen Hutgeschäft eine Explosion statt. Die Hausbewohner, sowie die Gäste des naheliegenden Hotels flüchteten halb angekleidet auf die Straße. Im Hause selbst find fast alle Möbel zerstört. Die Fensterscheiben der umliegenden Häuser wurden alle zertrümmert. Die Hausbewohner wurden aus den Betten geschleudert. Eine große Menschenmenge umsteht das Haus. Die Explosionsursache ist noch unbekannt- die Annahme einer Gasexplosion findet keinen Glauben, da die Art und Weise der Katastrophe eher auf Dynamit schließen läßt. Der Ladenbesitzer nebst Familie ist verreist. Die Verheerung, welche durch die Explosion angerichtet wurde, ist schrecklich. Der dritte Stock ist soeben in das Erdgeschoß gestürzt. Die eingeleitcte Untersuchung ergab, daß ein Dynamitattentat vorliegt und wenigstens 25 Kilo Dynamit erforderlich waren, um solche Verheerungen anzurichten. Die Explosion hat im ersten Stock stattgefunden. Rom, 18. Juni. Crispi erhält aus allen Ländern fortgesetzt Glückwunschtelegramme. Kaiser Wilhelm ließ seine Glückwünsche durch den deutschen Botschafter dem Ministerpräsidenten ausdrücken. Loudon, 18. Juni. Ein neuer Kutscher ft rike steht bevor, wenn die Wagenbesitzer den schiedsgerichtlichen Bescheid ablehnen sollten. Loudon, 18. Juni. Die Bergleute von Midlothian beschlossen, nächsten Montag in einen Strike einzutreten. Madrid, 18. Juni. Die Morgenblätter versichern, in politischen Kreisen herrsche die Ansicht, daß der Handelsvertrag mit Deutschland von den Cortes angenommen werde, weil die Kammer jedenfalls die von Sagasta angekündigte Auflösung der Cortes vermeiden wolle. Petersburg, 18. Juni. In dem Befinden des Herrn v. Giers ist wieder eine ernste Verschlechterung eingetreten, so daß das Schlimmste befürchtet wird. Wie gerüchtweise verlautet, soll der derzeitige Gesandte in Stockholm, Sinowjew, bereits zum Nachfolger desselben ausersehen fein. Kopenhagen, 18. Juni. Ueber die Ausweifung der dänifchen Schauspieler aus Hadersleben herrscht hier immer noch hochgradige Erregung. Die Eigenthümer der dänischen Jachten, welche sich an der Regatta in Kiel betheiligen wollten, beschlossen gestern, sich in diesem Jahre den Regatten des kaiserlichen Aachtclubs nicht anzuschließen. Als Grund dieses Beschlusses bezeichnet man die Ausweisung der dänischen Untertanen. Von dem elften deutschen Bundesschietzen*). (Nachdruck verboten.) A Mainz, 17. Juni 1894. Obgleich der osficielle Anfang des Schützenfestes erst heute ist, hat dasselbe tatsächlich schon gestern seinen Anfang genommen, denn jeder hier und in Kastel ankommende Bahnzug brachte Schauren fremder Schützen, deren Empfang jedes Mal eine besondere Feier war, indem fortgesetzt Willkomm- und Begrüßungsreden gewechselt wurden und man bei heiteren Weisen verschiedener Musikcapellen und dem Klange der Becher herzliche Worte austauschte und alte Freund- schafton erneuerte und neue schloß. Selbstredend nahm die ganze Bevölkerung an diesem Empfang der fremden Schützen Theil und jede Abtheilung der Ankommenden wurde mit einem großen Zug nach der „Stadthalle" begleitet, wo die Begrüßung von Neuem begann. Ein geradezu jubelnder Empfang wurde den Oesterreichern zu Theil, bei deren unter den Klängen eines österreichischen Marsches am Nachmittag erfolgten Ankunft sozusagen halb Mainz an dem Bahnhof war. Da gab cs in Erinnerung an die Zeiten vor dem Jahre 1866, wo Oesterreicher noch hier in Garnison lagen, warme Händedrucke, Umarmungen, Küsse und sogar Thränen über die Freude des Wiedersehens. Diesen überaus herzlichen, ja rührenden Empfang wird Jeder begreiflich finden, der erfährt, daß unter den angekommenen ergrauten österreichischen Schützen gar Mancher war, der als Jüngling hier seiner Militärpflicht genügte, oder dessen Wiege vielleicht gar in Mainz gestanden hat! Nach dem Empfang ging es auf den Festplatz, wo den ganzen Tag über schon das regste Leben herrschte, und von da am Abend zu dem Fest- und Empsangscommers in die „Stadthalle", an welchem 3 bis 4000 Personen — darunter die Spitzen der Militär- und Civilbehörden — theilnahmen und bei welchem man es sich bei Reden, Musik und Gesang in begeisterter Stimmung bis zur späten Stunde wohl sein ließ. Den ersten Toast brachte der Präsident 'des Centralaus- schusses, Herr Büdingen aus, dessen Willkomm und Hoch den fremden Gästen galt. Den Dank hierauf stattete Bundespräsident D i er f ch von Berlin ab, der den Mainzern für die Theilnahme und die Art des Arrangements des Schützenfestes großes Lob spendete und auf das fernere Gedeihen von Mainz sein Glas leerte. Nach Präsident Diersch sprach zunächst noch Oberbürgermeister Dr. ©a feuer von hier, der mit zündenden Worten die deutschen Schützen hoch leben ließ und dem Feste den besten Verlauf wünschte. Der heutige Haupttag begann unter dem herrlichsten Wetter mit dem üblichen „Weckruf", worauf man sich allmählig zur Aufstellung des Zuges rüstete — eine Arbeit, die doppelt schwer zu bewältigen war, da einmal der Fremdenzudrang ein so großer, daß die Circulation in der Nähe des Centralbahnhofes kaum möglich und zum zweiten die Ausdehnung des Zuges selbst für die hiesigen Platzverhältniffe eine fast zu große war. Dank der großen Umsicht der Zugscommission und der musterhaften Haltung der Allgemeinheit wurde indeß auch diese Schwierigkeit überwunden, so daß sich der Zug mit ziemlicher Pünklichkeit in Bewegung setzen konnte, indeß wegen dem großen Andrang des Publikums und besonders der in den hiesigen Straßen weniger kundigen Fremden ab und zu ins Stocken gerathend. Der schier endlose Zug bestand aus zwei Abtheilungen, nämlich aus einem historischen Festzug und den verschiedenen Gruppen Schützen mit den Musikchören und war der Zug in der Art anangirt, daß in entsprechenden Abständen die historischen Gruppen zwischen Schützen und Musik vertheilt waren, wodurch der Zug sehr abwechselungsreich wurde. Dadurch, daß 17 Musikcorps in dem Zug waren, fehlte in demselben neben der Abwechselung auch nicht das nöthige heitere Leben. Den Anfang des Zuges machte ein Trommler- und ein Musikcorps, die Mainzer Feuerwehr und Turnerschaft, berittene Fanfarenbläser und Herolde. Mit der Unterbrechung *) Vorstehender, für die gestrige Nr. bestimmter Festbericht ging uns erst gestern Abend zu. Unter dem Durcheinander, welches an den Bahnhöfen in Mainz am Sonntag Abend herrschte, hat wahrscheinlich auch der Postverkehr gelitten, so daß unser Bericht wer weiß wohin, nur nicht rechtzeitig nach Gießen gelangte. durch die unten beschriebenen historischen Gruppen gingen die Schützen in nachstehender Reihenfolge: Zuerst die Ausländer: Oesterreich-Ungarn, Italien, Schweiz, Belgien, Luxemburg und Amerika. Dann folgte die Rheinprovinz mit Köln an der Spitze, Brandenburg (ohne Berlin), Pommern, Ost- und Westpreußen, Nordwestdeutscher Schützenbund, Lübeck und Provinz Sachsen, Bayerischer Schützenbund mit München und Fürth, Mitteldeutscher Schützenbund mit Leipzig an der Spitze, Württemberger Landesschützenverband, Elsaß-Lothringen, Badischer Landesschützenverein, Pfälzer Schützenbund, Mittel- rheinischer Schützenbund (Frankfurt, Bockenheim, Niederrad, Höchst), Wiesbadener Schützenverein, Homburg v. d. Höhe, Gießen, Darmstadt, Großgerau, Niederramstadt, Worms, Alzey, Bingen, Rüsselsheim und Offenbach mit den übrigen Vereinen des Mittelrhein. Den Schluß des Zuges bildeten die verschiedenen Ausschüsse, der Vorstand des deutschen Schützenbundes und des Gesarnrntausschuffes, ein Zugsmarschall mit Herolden, Wagen mit dem Bundesbanner und Fahnendeputationen der früheren Feststädte, die Jubilare des Schützenbundes, Berliner Schützengilde, Berliner Schützenverein und Mainzer Schützengesellschaft mit der Feuerwehr im Rücken. Der Wagen mit dem Bundesbanner war ein bekrönter prachtvoller Prunkwagen, auf welchem zehn junge Damen die zehn Städte darstellten, in denen bis jetzt Bundesschießen stattfanden. Der an Farben und Costümen überaus reiche historische Theil des Festzuges bot in 10 Gruppen einen kurzen Einblick in die zweitausendjährige Geschichte der Stadt Mainz, und stellt dar, wie Mainz als römisches Feldlager, als Versammlungsort wichtiger Reichstage, als Sitz eines arbeitsfrohen Bürgerthums, als Heimstätte von Wissen und Kunst unter hervorragenden Kirchenfürsten in früheren Jahrhunderten an dem Werdegang unseres Volksthums steten Antheil hatte. Die erste Gruppe: „Aus römischer Zeit" stellte in prachtvoll coftümirten, schönen und kraftvollen Gestalten die Heimkehr des Feldherrn Drusus aus dem Chattenland dar, umgeben von römischen und germanischen Kriegern, zu Fuß und zu Pferd mit Frauen und Kindern rc. rc. Die zweite Gruppe: „Karl der Große am Rhein" verbildlichte das Wirken Karls des Großen am Rhein. Der Kaiser mit Hermelin, Scepter und Krone ritt unter einem Thronhimmel, umgeben von glänzenden Frauenstalten, darunter Herodond, Bertha und Gisela. Als männliches Gefolge erscheint Pipin, der König von Italien, mit vielen Würdenträgern, Winzerinnen mit Rebengehängen und Handwerker, das Modell zu einer Rheinbrücke tragend, schlossen sich dem Zuge des Kaisers an. „Arnold Walpod und der rheinischeStädtebund" bildete die dritte Gruppe, in welcher neben Walpod, Graf Waldeck, Pfalzgraf Ludwig, Marquard von Oppenheim, Eberhard von Worms und Schenk von Erbach die Wehrkraft der rheinischen Städte darstellen. Die vierte Gruppe: „Blüt he von Kunst undHandwerk immittelalterlichenMainz" veranschaulichte die Blüthezeit von Kunst und Handwerk in Mainz, characlerisirt durch Frauenlob, Barthel, Regenbogen, Gutenberg, Fust und Schöffer, umgeben von den Zünften mit prachtvoll ausgeführten Emblemen und Werkstücken. Hieran reihte sich als fünfte Gruppe: „Erzbischof Berthold von Henneberg als Schützer des Landfriedens", durch welche die friedfchützende Thätigkeit genannten Erzbischofs durch einen Kaufmannszug versinnbildlicht wurde, welcher von Raubrittern aus dem Taunus am Rhein abgefangen, aber von dem Erzbischof und feinen Leuten befreit worden ist und summt dem Raubgesindel in Mainz eingebracht wurde. Ein farbenheiteres Bild war die sechste Gruppe: „Schütz en fest vor 300 Jahren", welche einen Mainzer Schützenzug vom Jahre 1590, mit Dietrich Gretffenklau zu Vollrath nebst Gemahlin an der Spitze darstellte. Die siebente Gruppe: „Abzug der Schweden au& Mainz", zeigte neben dem vorhergegangenen heiteren Bild ein kriegerisches Drama, indem er nach den erbitterten Zerstörungskämpfen der damaligen Zeit den Abmarsch einer schwedischen Colonne vor das Auge geführt hatte. Den lebhaftesten, farbenreichsten und mit seinen stolzen Reitergruppen auch den elegantesten Theil des Zuges bot die folgende Gruppe „Ein Jagdzug aus der Zeit Emmrich Josephs", welche ein treues, lebenswarmes Bild der damaligen Jagdsitte bei den kurfürstlichen Höfen vor dem Zuschauer entrollte. An diese Bilder längst vergangener Zeiten schloß sich mit der nächsten, zehnten Gruppe ein Geschichtsbild unserer Tage an, nämlich: „Im neuen Reich — der Dreibund". Letzteres ist durch einen hochaufgebauten, bekrönten Prunkwagen dargestellt, auf welchem die Germania, Austria und Italia durch drei reizende Frauenerscheinungen Wiedergabe fanden. Die letzte zehnte Gruppe endlich: „Winzerzug — Volksleben am Rhein" zeigte in einem reben- urnkränzten Winzerwagen Main, Rhein, Neckar, Mosel, Lahn und Nahe, vor welchen die Loreley sitzt und ihr goldenes Haar kämmt. Winzer und Winzerinnen bildeten in bunten Trachten eine anmuthige Staffage zu dem Wagen. Der Gesammteindruck des Zuges war ein gradezu überwältigender und bot derselbe in der That ein treues Bild der Idee, die dem Ganzen zu Grunde lag. In den langen Reihen der Straßen, die der Zug passirte, herrschte ein fortgesetzter Jubel, der lauten Widerhall in den begeisterten Reihen der Schützen fand. Vor dem Gutenbergsmonumente, dem gegenüber eine große Tribüne für die osficielle Vertretung von Mainz aufgeschlagen war, machte der Zug Halt und übergab Bundespräsident Diersch von Berlin das Bundesbanner an die Stadt Mainz, von welchem Oberbürgermeister Dr. Gaßner mit folgender Ansprache Besitz ergriff: „Mit Freude und Stolz übernehme ich Namens der Stadt Mainz das Bundesbanner — ein Erinnerungszeichen und zugleich ein Wahrzeichen. Ein Erinnerungszeichen an jene Zeiten, in denen die deutschen Schützen, gemeinsam mit den Sängern und Turnern der deutschen Länder zusammentraten und geheim und öffentlich, hier verfolgt und dort nur geduldet, die Einheit und Einigkeit des deutschen Vaterlandes durch Wort und Thal erstrebten, den nationalen Gedanken erweckten und wach hielten, — ein Wahrzeichen der Verwirklichung ihres vaterländischen Sehnens und mühsamen Schaffens, ein Wahrzeichen des geeinigten deutschen Vaterlandes, der Gleichheit Mittwoch den 1 August, Nachmittags 4 Uhr, bei Nr. 1 am Trieb. Utphe, 18. Juni 1894. 5128] Schneider. 5131] 5146 Gnauth. 5142 tut Rabenau'schen Wiesen und Garten —— -----——. . — in der Gemarkung Altenbuseck soll, Montag den 2a.• 3«“’ Donnerstag de« 21. Juni, Bormittags von 10 Uhr an, Mittags 12 Uhr, »soll das Heugras von den htesigen Gerichtsvollzieher. 5107 Der Rentmeister Schmitt. Stock in Gießen gehörige Hofraithe. Flur 1 Nr. 932 — 128 qm in der Wallthorstraße in Abtheilungen bei Wirth Wilhelm Rabenau versteigert werden. Rabenau, den 18. Juni 1894. Bekanntmachung. In dem ehemaligen Hause Bourgeois an der Kirchstraße sind die Räume des Erdgeschosses mit Laden nebst zwei Zimmern über letzterem sofort zu vermiethen. Näheres über Bedingungen und Preis ist bei der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15, zu erfahren. Gießen, den 14. Juni 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Großh. Oberförfterei Treis a. L. 5093 Amendt. gehörige Hofraithe: Flur 1 Nr. 233*/io — 74 qm in der «aplanSgafse Das Heugras von der cameralfiSc. Sorauwiese bei Daubringen wird Donnerstag den 21. d. Mts., von Nachmittags 1 Uhr an in der Wirth» schäft des Herrn Heinrich Schäfer zu Daubringen versteigert. Treis a. L., den 16. Juni 1894. Skugriis - Dersteigklung. Das diesjährige Heugras von 15 Morgen in Freiherrlich von Nordeck Großh. Ortsgericht Gießen- 3 A-: Bogt. becker um Erlaubuiß zum Bauen in der Ludwigstraße. 5. Die Ausführung eines Erweiterungsbaues im Hofe der ZeughauSkalerne. 6. Berbesierung des Einganges zum Der« waltungSgebäude des SchlachthauIeS. 7. Anlage eine» Pissoir» an der Gabelung der Licher« und Grünbergerftraße vor dem Friedhof. 8. Erbauung eines FeuerlöschgeräthernagazinS; hier: Benennung des Gebäudes. 9. Gesuch des Oberhefsifchen Bienenzuchtvereins um Bewilligung eines einmaligen Bei« träges. 10. Gesuch des Johann Betz zu Gießen um Conceffionserlheilung zum WirtlsichaftSbetrieb fürs HauS Licher- straße 21. •• Epielrafen. Wir werden um Ausnahme der Be- merkung gebeten, daß der in unserer SonntagSnurnrner abgedruckte Artikel über BolkSspiele und Spielrasen von der Com , Mission deS Vereins zur Förderung der Jugend« und Volks i spiele nicht ausgeht und sein Inhalt sich mit der von der genannten Commission ins Auge gesaßtcn Organisation deö Spielrasens in keiner Weise deckt. ** Radfahrsport. Am Sonntag gewann Karl Duill auS Gießen in Bonn am Rhein im Jugendfahren den ersten Preis. Da Karl Duill als erstklassiger Jugendfahrer bekannt ist, mußte er trotz der starken Concurrenz aus Bonn, Köln, Neuwied u. s. w. vorgeben, holte aber die Vorgaben schon in der ersten Runde ein und siegte glänzend. Er fuhr die 1000 Meter in 1 Min. 41 Vs Scc. *♦ Erinnerung an den Einzug des Großherzoglichen PaareS in Darmstadt. Sämmtliche Vereine, welche mit ihrer Fahne am EinzugStage des Großherzoglichen PaareS im Spalier gestanden Haden, erhalten von dem Fest • Ausschuß zur Erinnerung an diesen Tag ein schönes Fahnenband mit Widmung. ** Automaten an den Bahnhosen. Der preußische Eisen« bahnminister hat angeordnet, daß die von der Actien«Gesellschaft für automatischen Verkauf auf den Bahnhöfen ausgestellten und noch aufzustellenden Automaten durch Farbenunterscheidung leichter kenntlich gemacht werden sollen und zwar ist: a) für den Fahrkarten - Automaten die grüne Farbe, b) für den Bahnsteigkarten - Automaten die orangegelbe und c) für denWaaren Automaten die rot h e Farbe vorgeschrieben worden. ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Viehtreibcr Urban Deaury aus Kastel von der Polizeiverwaltung Kastel wegen Diebstahls; Maurer Julius Denzer und Frdrch. Adolf H einz aus Büdesheim vom Untersuchungsrichter I in Mainz wegen Diebstahls - Schreiner Jacob Friedrich Dertinger aus Weil vom Amtsgericht Wald- Michelbach wegen Betrugs,- Dienstknecht Jobs. Heinz auS Burkhards von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Betrugs ; Taglöhner Hch. Stork aus Herchenhain vom Amtsgericht Ortenberg wegen Strafvollzugs; Metzger Josef Zwingenberg aus JacobSbayern vom AmtSanwalt in Worms wegen Betrugs. •* Der 26. Verbandstag der Erwerbs- und WirthschastS- genosienschaflen der Provinzen Starkenburg und Oberhesieu sand am Sonntag im Saalbau zu Darmstadt statt. Mit demselben war gleichzeitig die Feier des 25 jährigen Bestehens des Verbandes verbunden. Derselbe wurde am 18. Juli 1869 gegründet. Am 29. August 1869 wurde der erste Verbandötag abgehalten. Aus dem Berichte des VerbandS- directorS Bernhardt ist zu entnehmen, daß der Verband gegenwärtig 28 Vereine umfaßt: 24 Creditgenossenfchaften, 1 Magazingenossenschast, 2 Rohstoffgenossenschaften und 1 Consumverein, zusammen 28 Genossenschaften mit 6068 Mitgliedern. Die Geschäftsgebahrung des Verbandes im Jahre 1893 weist einen Gesammtumschlag der Creditgenossen- schaften von 34 565185 Mk. auf. Im Jahre 1893 zahlten diese Vereine an Vorschüflen auS: 1) gegen Vorschußwechsel 1358167 Mark, 2) gegen Discontowechsel 4 134 290 Mk., 3) gegen Bürgschaften und Depots 1988 746 Mk., 4) auf Hypotheken und für Kaufschillige 465 385 Mk., zusammen 7 946 588 gegen 7 525 610 Mk. im Vorjahre. — In laufender Rechnung mit und ohne Credügewährung wurde ein Umschlag von 5 748 912 Mk. erzielt. Die Geschäftsantheile aller Vereine belaufen sich Ende 1893 auf 1 505 949 Mk., die Reserven auf 477006 Mark. Die Activen balanciren mit den Passiven im Betrage von 8 802186 Mark. — Der nächstjährige Verbandötag findet in Reichelsheim i. O. statt. -y. Lollar, 18. Juni. 50jähriges Jubiläum des Veteranen- und Kriegervereins „Ludwig zur Treu e." Die gestern stattgehabte Nachfeier der Festlichkeiten hatte sich auch diesmal einer reckt regen Betheiligung zu erfreuen. Inzwischen erhielt der Jubilar-Verein von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog von Auerbach aus aber- malS ein Telegramm, worin der hohe Herr den Festtheil- nehmern für die erwiesene Aufmerksamkeit herzlich dankte. Localer «nd provin;l-llc» Gießen, den 19. Juni 1894. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Ver- famwluug Donnerstag den 21. Juni 1894, Nachmittags 4 Uhr: 1. Gesuch deS Johannes Fink um Er- laubniß zur Errichtung einer Gartenhütte am Leihgesterner Weg. 2. Desgl. des Jacob Stein zur Errichtung einer Bretterhütte zur Aufbewahrung von Gartengeräthen. 3. Desgl. deS Hermann Heß zur Erbauung eines Lagerschuppens für Lumpen am Krofdorfer Weg. 4. Gesuch des Karl Schleen« rung bekannt gemacht werdenden rvebtng- 1 ungen versteigert werden. Großh. Bürgermeisterei Utphe. [ Das Grundstück kommt zuerst in zwei --i Schneider. Theilen, sodann im Ganzen zum Ausgebot. und Gleichartigkeit deutscher Jnteresien, ein Wahrzeichen dessen, daß bte deutschen Stämme, früher qetr.nnl und mannigfach gefchieden, jetzt eins finb, eins durch ein starkes Band, durch die gemeinsame Liebe zum Vaterland! Schützer! Maivl wird die Helligen Erinnerungen, die das Banner umschlingen, hochhalten, den unvergeßlichen Werth seiner jetzigen Bedeutung ane» kennen und ihm bin besten, sichersten und würdigsten Platz in seinen Mauern bereiten. Ich schließe mit dem aufrichtigen Wunsche, daß das XI. deutsche BundeS- schietzen verlausen möge als ein glänzende- Friedensscst der deutschen Ration' Nach dieser Unterbrechung bewegte sich der Zug direct nach dem Festplatz, in dessen schmuckreicher Halle gegen 3 Uhr das erste allgemeine Bankett stattfand, bei welchem gegen 3500 Personen in gehobenster Stimmung tafelten. Den ersten Trinkspruch brachte hierbei Festpräsident Büdingen auf den Kaiser uno den Großherzog aus, dem der Präsident deS österreichischen SchützenbundeS, Obersckützenmeisier Starzengrube r- Wien einen solchen auf das große geeinigte Deutsch« land hat folgen lasten. Sodann toastirte Bundespräsident Di er sch« Berlin auf Mainz, welche Ovation Oberbürgermeister Dr. Gaßner mit folgenden Ausführungen erwiderte: Meine Herren! Gestatten Sie, daß ick Namens der Stadt Mainz das Wort ergreife. Ich thue es stolz erhobenen Hauptes. Galten doch die Worte meines VoiredaerS nicht allein der Stadt, die ich die Ehre habe in dieser Versammlung zu vertreten, — sie galten auch meiner Vaterstadt, die ich heiß liebe und mit deren Geschick, Schicksalen und Unternehmungen ich auch in meinem Innern untrennbar verbunden bin. Und es war ein Unternehmen, da? damals in Berlin Schützenmetstrr Heerdt mit einem Wort ins Leden lief. Mainz, das kleine Mainz, im Kranze der großen deutschen Städte, die das Buudesschießen in ihren Mauern hatten, sollte das XI. Schießen ausnlhmcn. W r babm eS ausgenommen und der Mainzer erregte sich für daS Fett und sonn und arbeitete und rüstete: der Mainzer im reichen Saal, der Mainzer in der schlichten Dachstube! — Jetzt ist daS Fest gekommen. Möge eS gut verlausen, der Ersolg dem besten Willen entsprechen. — Erlauben Sie, daß ich meinem Dank für den Trinkspruch aut Mainz einige Worte hinzufüge. — Das heutige Fest ist ein vaterländisches Fest. Daß eS ein tolches ist, liegt in dem eigentlichen Veranstalter, im deutschen Schützenbund. Mit seinem Namen, seinen Zielen war und ist das Nationale untrennbar verknüpft. Das Auge sckarf, die Hand stark, das Herz deutsch — das war in schweren Zeiten und «ft heute die stolze Inschrift der Fahne, die sich über die deutschen Stämme entrollt. Siege über Siege bat diese- Banner m«t seiner gewaltigen, das deutsche Herz erregenden Signatur erfochten. , Ihre Tendenz bat milgeholsen uns auszurichten, uns zur Wertdschätzung unseres "Namens und unserer Person, uns zum Selbstbewußlsein zu erziehen. — Dem deutschen Schützcnbund gilt darum mein Hoch, jener Vereinigung selbstständig denkender, deutscher Männer, die Kops, Hand und Herz aus dem richtigen Fleck haben. Der deutsche Schützenbund lebe doch, hoch, hoch! Kaum waren diese officiellen Tisckreden erklungen, so machte sich in der Festhalle eine lebhafte Bewegung bemerkbar, die durch die Ankunft des Großherzogs-Paares hervorgerufen, welches mit Gefolge einen Rundgang über den Schützenplatz und den Festplatz und durch die Festhalle vorgenommen und dabei allenthalben mit lebhaftem Jubel begrüßt worden. Se. König!. Hoheit, der hohe Protector des Festes, gab sodann in der Schießhalle auf der Standscheibe den Eröffnungsschuß ab, der als ein vorzüglicher bezeichnet werden muß. Dann fuhr daS Großherzogliche Paar nach dem Bahnhof und von da mit Extrazug nach Darmstadt. Auf dem Festplatz aber entwickelte sich ein großartiges Leben und Treiben. Viele Tausende belebten den weiten Plan in allen Theilen, Mitwirkende des Festzuges im Costürn mischten sich in die Menge und gaben dem ohnehin schon anziehenden Bild noch einen besonderen Reiz. Auf den Schießständen knallten unablässig die Büchsen und um halb 8 Uhr wurden bereits die ersten „erschossenen" 20ZBecher feierlich vertheilt. Auf Feldscheibe, mit Zeiten von 13 bis 32 Minuten wurden folgende Schützen der Reihe nach Sieger: Ingenieur Ritzel-Zell in Tirol, Otto Dcttwiller-Listhal in der Schweiz, Oscar Oering-Eisleben, A. Härtelt-Liegnitz, Max v. Dall'Arrni- München, B. Hinsch-Hamburg, Gustav Kirchner-Schweinfurt, Mich. Gebhard-LudwigShafen, A. Trübenbach-Chemnitz und Chr.-Hinkel-Offenbach. Auf Standscheiben, mit Zeiten von 171/. bis 20i/4 Minuten: Franz Ritzel-Fügen in Tirol, Adolf Dorner-Mrnberg, W. Renzel-Hamburg, Ferd. Gleichauf- Dockenheim, Karl Voitzick Liegnitz, Gust. Zimmermann - New- York, Gust. Blume-Erfurt, Fch. Harbach-Offenbach, Karl Grünig-WieSbaden und C. W. Brauns Offenbach. ti‘unb bunb Ä W mit Lkipü?^^ der ^burg D. d. cV' »km $ mlt i-, ältigeg ’ Wtbtnen yug3 ft* unb be6 ’6' berliner 1« mit dem Bundes. L^ufmelchrm 1 cötcn' 'n denen bis rQu8 reiche historisch, e*nen kurzen Einblick Stallt Mainz, und Klager, als Ber« 1 S'tz eines otbeits« Wissen und Kunst ^hmn Jahrhunderten steten Antheil hatte, cher Zeit' stellte in ftboflen Gestalten die °>em Chattenland dar, n Kriegern, zu Fux u 2C. rc. Die zweite Wein" verbildlichte in. Der Kaiser mit einem Thronhimmel, darunter herodoud, W erscheint Pjpjn, iträgern, Winzeri« das Modell zu tintr Zuge des SaiinS an. ischeStädtebund" Walpod, Gras Mdeck, enheim, Eberhard von ihrkrast der rheinischen ,,BlüthevonSunft chen Mainz" veran« Handwerk in Mainz, ^cginbogen, &uttn> ä mV WerlMen. hieran zbischos Berthold es Landfriedens", igkeit genannten Erz- versinnbildlicht wurde, s am Rhein abgesangen, , m besreit worden ist und ngebracht wurde. Ein uppe: „Schiihinfest Mainzer WtnR nklau zu Bollrath nebst Schweden auS mngenen heiteren Bild ch den erbitterten Zer- ■ den Abmarsch einer Mrt hatte. Den leb' n stolzen Reitergruppe" 0 die schende Gr? °wmrich W j d der damaligen I S bem3*er^ eiten \M W ’ an ,e6,n’ =- iw»«* wat ein «A Wt ti6t "L »in wf )e tag' tin fort* BH* M*“” offeuA des n-le- »t AöbrÄdiGff^ Weißburg. Trohe, am 18. Juni 1894. Großh. Bürgermeisterei Trohe. 5135] Schmidt.__________ DivNStaa den 26. ^uni, 5ncntIid> meistbietend versteigert werden «.idimiiUd* 8 Ubt Gießen, 19. Juni 1894. soll auf dem hiesigen Ortsgericht bp Großh. Ortsgericht Gießen. Grundstück: *> 3 21 ®OflL 5148 Gemeindewiesen an Ort und Stelle! Aur 20, Nr. 97 - 4906 qm am versteigert werben. 1 J^roe6?'b™ . u,„ Der Anfang bet Berst-igerung ist fcftÄ IL??'d-m dl-stg-n Or,-g-ncht dl-d-n öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 19. Juni 1894. Großh OrtSgericht Gießen. _________J A-: vo»t. 5149 Mittwoch 20. Juni l. Js.- Nachmittags 2 Uhr werden im Bieker'scheu Saale gegen Baarzahlung versteigett: Möbel aller Atten, 1 Schreibtisch, 1 Hobelbank, 1 Schleudermaschine, WinhschaftStische und Stühle, Por- icllan, als: mehrere Dutzend Teller, Platten, Sauci-reu rc. Geißler, I «teßen. Hypothek..Geld billigst darch I | SenfglWtcke.-t.Bockend.-Frkft. I ---—----—----—---j Gießen, 19. Juni 1894. Das Heugras von hiesigen Gemeinde-Wiesen wird,-- SS ***** »‘",t ”"«"*• 1,1 * ■»" Sarl Lrock Ehefrau und Jodanna Nachträglich ist noch zu erwähnen, daß am Sonntag Morgen den Festlichkeiten eine kirchliche Feier vorauSgegangen war. — Der Zug am Sonntag sand in folgender Ordnung statt: Dorreiter. Freiwillige Feuerwehr Lollar. Ehrendarnrn. Musik (116er). Gemeinderath. Wagen mtt Hassia Präsidialmitgliedern. Kriegervereine von Alleodorf a. d. Lahn, Heuchelheim, Oppenrod, Steinbach, Gießen, Watzenborn-Steinberg, Klein-Linden, Großen-Linden, Tret- a. d. Lda. — Trommler von Gießen. — Kriegervereine von Hausen, Burkhardsfelden, Staufenberg, Leihgestern, Großen-Buseck, Garbenteich, Albach, Londorf, Mainzlar, Ruttershausen, Daubringen, Allen- dors a. d. Lumda, Annerod, BerSrod, Keffelback. — Musik (Iler Jäger). — Kriegervereine von Wismar, Weidendausen, Attenbuseck, die Lollarer Vereine: Turn« und Gesang Verein, Männer-Gksang-Verein, Germania, Liedertafel. Borretter. Wagen mit 4 Veteranen. Zweiter Wagen mit Ehrengästen. Trommler und Pfeiser von Lollar. Vorstand. Krieger- und Deteranen-Derein Lollar einschließlich alter Mitglieder und Gäste. Zukünftige Mitglieder (Soldaten). W.O. Vom Cberwalb, 16. Juni. DaS Tors werk, welche- Herr F. Etckelmann von Berstadt im vorigen Jahre bei uns tn Betrieb fetzte, ist jetzt soweit gefördert, daß Torfstreu, die sich im vorigen Jahre viele Freunde erwarb, am Torswerk im Oberwalde abgeholt werden kann. Der Gentner wird mit 1 Mk. bezahlt. Darmstadt, 18. Juni. DerOberlandcSgerichtSrath HaN- wachs ist gestern gestorben. A Mainz, 18.Juni. Einen solchen Fremdenandrang, wie er am" ersten Tage des SchützrnfesteS hier herrschte, hat Mainz wohl selten oder wahrscheinlich noch nie gesehen. Nach allgemeiner Sckätzung dürsten 160 biß 180 000 Fremde hier gewesen sein. Alle hier und in Kastel einlausenden Bahnzüge, die meistens die dreifache Wagenzahl wie sonst hatten, waren zum Erdrücken von Menschen vollgepfropft, ebenso die Local« und Trajectboote. Auf der Straßenbrücke zwischen Kastel und hier war zeitweise daS Gedränge ein solches, daß der ganze Verkehr stockte. Sämmtliche Stadtsuhrgelegenheiten erwiesen sich als unzureichend und bot besonders das Droschkenwesen Anlaß zu lebhaften Klagen. Trotz deS gewaltigen Fremdenandranges wurden bis auf vereinzelte AuS« nahmen über Verpflegung beziehungsweise Bewlrthung keine Klagen laut und stand in dieser Beziehung Mainz nicht htuter den Großstädten zurück. Tageskarten zu dem Festplatz wurden ca. 35 000 gelöst, die übrige Zahl der Besucher dürste doppelt so groß gewesen sein. Schützenwein wurden 11000 Flaschen getrunken, baß Löwenbräu verzapfte 290 Hectoliter Bier. - - > - ' " .....^2^-, veskHnischte» ♦ Crefeld, 18. Juni. Luftschiffer Cattemann verunglückte bei seinem gestern Abend mit dem Ballon „Fin de siede“ erfolgten Ausstieg auS 1500 Meter Höhe. DaS Experiment mit dem Drachensallschirm gelang nicht und Lattemann stürzte mit dem schlaff gewordenen Ballon, in der Lust sick mehrere Male überschlagend, zum Entsetzen der Zuschauer mit rasender Schnelligkeit zur Erde. Bei dem Versuche LattemannS, der sick bis dahin krampshaft fest- gehalten, abzuspringen, überschlug sick der zusammengeklappte Ballon nochmals und Lattemann stürzte aufs Pflaster und war sofort tobt. Gewaltige Aufregung herrscht in ber Stadt. Die mitaufgesahrene Frankfurter Luftschifferin Fräulein Paulus, die vorher den Absturz mit dem Fallschirm gemacht hatte, kam glücklich zur Erde. (Dem Programm zufolge wollte ßattemann heute Dienstag Nachmittag auf dem Festplatze in Mainz mit seinem Ballon aussteigen. Reb.) tim Einkäufe feiner Toiletteseise thut man nicht genug, wenn man Doering’* Seife mit der Kale verlangt, nein, man muß auch sich durch Augenscheinnahme überzeugen, daß man das erhält, waS man wünscht, daß man nicht statt der ächten Doering'S Seife unächte bekommt- Unäch: ist jede Doering'S Seife, wenn nicht auf der Seife, auf dem Etiouett. auf der Verfchlußmarke In augenfälligem Drucke zu lesen ist: „Mit der Kale“. Nur die Doering'« Seife mit der Eule ist amtlich auf ihre Qualität unb Reinheit geprüft und befunden worden, als die ber menschlichen Haut zuträglichste und beste Seife ber Welt. Käuflich t 40 Pfg. Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. 166« Wichtig für Hausfrauen! Bernhard Curt Pechstein, Wollwnarcn Fabrik Mühlhausen t. 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Die Beerdigung findet Mittwoch den 20., Nachmittags 6 Uhr, vom Trauerhause zu Heuchelheim aus statt. 5134 eingetroffen bei 5160 C. G. Kleinbenn. 5132] 3. A.: Heuser 5139] befindet fich nur bet 6133 werden stets angekauft. [28 L. Süß, Marktstraße 9. Suppenwürze ist frisch eingetroffen bei: 4765 per Pfund 40 Pfg. P h. Herrmann, Seltersweg 33. H. F. Nassauer. MAGGI5 CO lO Aus der Kirchenkasse Wohnbach, Post Hungen, sind sofort 1OOO Mk. gegen hypothekarische Sicherheit aus- Cs hat gewonnen: No. 557 t Eine Bettdecke, No. 518 t Eine Bettdecke, No. 530 t Zwei Sophaschoner- Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die tiefschmerzliche Nachricht, dass unser innigst geliebter Gatte, Vater, Schwiegervater und Bruder, Für den evangelischen Kirchenvorstand Wohnbach, Draudt, Pfarrer. Jeden Donnerstag Abend 9 Uhr Gesangprobe im Vereinslocal; weitere Betheiligung noch erwünscht» mit dem bekannten Hafermehl von C. H. Knorr in Heilbronn a. N. ernährt, ein schlagender Beweis für die unbestrittene Güte und den hohen Nährwerth dieses Fabrikats, das knochen- und blutbildend wirkt, wie kaum eine andere Nahrung. Jeder Mutter kann deshalb Knorr's Hafermehl nicht dringend genug empfohlen werden.— Es existieren Nachahmungen, man verlange ausdrücklich Knorr’s Hafern teil ly das in allen einschlägigen Geschäften in ^4 und V2 Kilo-Packets — niemals offen — zu haben ist.______ heute Abend Sy2 Uhr nach kurzem aber schweren Leiden in ein besseres Jenseits abberufen worden ist. Um stille Theilnahme bitten Bruchleidenden empfeble meine gesetzlich geschützten, elastischen 5126 GürtelbruchbänderohneFeder. Ehren-Diplom Breslau 1893. Bei größter Schonung des Körpers absolute Sicherheit. Leicht und bequem zu tragen. Leib- und Vorfallbinden. In Gießen am 22. Juni von 8 bis 12 Ubr im Hotel Weber zu sprechen. JL. Bogisch, Stuttgart, Reuchlinstr. 6. Der Director der Spar- und Leihkasse Nidda. Hofm eyer. 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