SHr. 115 Erstes Blatt. Sonntag den 20. Mai 1894 Der tziehtner Anjcifltr erschein r täglich, mit Au-nahmr br8 Montag-. Dir Gießener Anmtkienvttller werden dem Anzeigrr wöchentlich dreimal drigrlegt. Meßmer Anzeiger Keneml-Mnzeiger. Viertrltähriger ASonnrmcntsprd«: 2 Mark 20 Pig. mit Bringnrlobn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Psg. «edaction. dprbiiioB und Druckerei: -chukftrahe 15r.7. Fernsprecher 51. Anrts- und 2lnzeigeblntt für den ÜreU Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. chratisbeikage: chießener Aamikienßlälter. Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Theil. Bekanntmachung, betreffend Handels* und Schifffahttsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und Rußland. Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 10. v. MtS. (Anzeiger Rr. 86) bringen wir nachstehenden Erlaß zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 18. Mai 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Darmstadt, am 7. Mai 1894. Zu Nr. F. M. St. 11550. Das Großh. Ministerium der Finanzen Abteilung für Stcuerwcscn au die Groftherzoglichen Hauptsteuerämter. Unter Bezugnahme auf unsere Circularverfügung vom 11. v. MtS. zu sJir. F. M. St. 8651 und unter Mittheilung der von dem Großherzoglichen Ministerium des Innern und der Justiz an die Gr. Kreisämter erlaßenen Verfügung in obigem Betreff setzen wir Sie zu Ihrem Bemeffen davon in Kenntniß, daß Großherzogliches Ministerium der Finanzen die Hauptsteuerämter und Steuerämter des GroßherzogthumS sowie das Großh. Salzsteueramt Wimpfen ebenfalls zur Ausstellung von Ursprung-zeugniffen über Waaren, welche zur Ausfuhr nach Rußland bestimmt sind, ermächtigt hat, info- fern bei Prüfung des deutschen Ursprungs der betr. Waare Bedenken nicht bestehen. Die Ihnen unterstellten Steuerämter wollen Sie mit entsprechender Weisung versehen. F. d. A.: (gez.) Müller. Bekanntmachung, betreffend die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des GroßherzogthumS. Der Mainzer Gartenbauverein beabsichtigt mit der vom 15. bis 23. September d. I. in Mainz ftattfiudenden allgemeinen deutschen Gartenbau-Ausstellung eine Verloosung von Ausstellungsgegenständen, als Pflanzen und Geräthe und dergl., zu verbinden. Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 10000 Loose zu 50 Pfennig das Stück ausgegeden werden dürfen und Feuilleton. Meister Valentins Leiblied. Von Christoph Wild. (Schluß.) „WaS?" rief fie, „hier soll aufgeräumt sein? Rein, Valentin, Du machst mir alle Tage mehr Schande. Wenn heut ein fremder Meister käme, man müßte sich schämen. Der Lehrjunge fort — die Gesellen fort — dtr Meister «och nicht angezogen und murxl an einem Bilderrahmen. Karline!" schrie fie nach der Küche, „Waffer und Besen - wir müßen hier den Herrschaften nachräumen - ich will doch mal sehen, ob das hier zu den Feiertagen so auS- sehen muß!" Und nun gingS lo8; das flog nur io. Die fertige Arbeit wurde bei Seite gesetzt, die andere in eine Ecke ge- schoben. Karline mußte die Fenster aufreißen und sprengen, die Frau fegte den Gang, der nickt einmal sauber war. Während Frau und Magd tüchtig arbeiteten, stand Balentin verlegen daneben und wußte nicht recht, waS er thun sollte. Am besten ist'S — so dachte er bei fick — er versckwände mit polnisckem Abschied und drückte fick, denn mit seiner Therese war in solcher Stimmung schwer zu verkehren. Als er aber sacht zur Thür hinausschleichen wollte, erwischte ihn seine Frau am Hosenträger. „Halt, Valentin. Wir sollen uns schinden und Du willst Dich auS dem Staube machen- nein, davon schreibt PauluS nichts! Vorwärts, Karline, Spiritus und Lederlappen, hier setz' Dich und putze Fenster!" mindestens 50% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der I Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Loose im Großherzogthum gestattet worden. Gießen, den 18. Mai 1894. Grobherzogliches Krei-amt Gießen. v. Gagern. Bekauntmachtma. Nachdem Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen sich in Folge erheblicher Steigerung des Wasserverbrauchs gcnöthigt gesehen hat, die Abgabe von Waßer aus der Waßerleitung einzuschränken, untersagen wir hiermit auf Grund der Polizeiordnung vom 25. Mai 1893, betr.: die Benutzung der öffentlichen Brunnen und der städtischen Quellwasserleitung, die Verwendung von Waßer aus der Waßerleitung seitens der Privaten zum Speisen von Springbrunnen, zum Besprengen von Gärten und Trottoirs, sowie zu gewerblichen Zwecken bis auf Weiteres unter Androhung von Bestrafung im Nichtbefolgungsfalle. Gießen, den 19. Mai 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Gesunde»: 1 Spazierstock, 1 Corallenkette, 2 Taschen- meßer, 1 Gummistempel, 1 Cylinderhut, 1 Thürdrücker, 1 Erdbohrer, 1 Schraubenschlüssel, 1 Pinsel, 1 Hundemaulkorb, Theile eines Pferdegeschirrs, 1 seid. Halstuch, 1 Umhängetuch, 1 Handschuh, 1 Strickzeug und 1 Badehose. Gießen, den 19. Mai 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. UcMefic Nachrichtett. DolffS telegraphisches Correspondenz-Bure««. Berlin, 18. Mai. Der „Reichsanzeiger" meldet: Die laufenden Drucksachen der Silbercommisston, einschließlich der Sitzungsprotocolle, sollen weiteren Kreisen durch Verkauf zugängig gemuckt werden. Der Berkaus erfolgt durch die Reichsdruckerei. Berlin, 18. Mai. Der Berg ar beit er-C ong r eß beschloß folgende Erklärung: Der Congreß ist der Meinung, daß der einzige Weg, um einen zu behaglichem Leben aus- reichenden Lohn zu erhalten, die Organisation ist und daß keine den Lebenslohn betreffende Frage entschieden werden kann, ohne daß die Interessenten Kenntniß nehmen können von den Gewinnen, Verlusten, Verkaufspreisen rc. Dafür stimmten die Mehrzahl der Engländer, Vertreter von 525,000 Arbeitern, dagegen die Deutschen, Franzosen und Belgier (462,300). Der Abstimmung enthielten sich die Vertreter von Northumberland und Durham (120,000). Berlin, 18. Mai. In der Angelegenheit de« Au«, stände« der Brauereiböttcher waren heute Abend in verschiedenen Stadttheilen neun von etwa 25,000 Personen besuchte Versammlungen einberufen, in denen die Maßnahmen der Berliner Brauereien und die Aussperrung der organi- sirten Brauereiarbeiter von socialdemokratischen Rednern besprochen wurden. In einer Versammlung, in der Bebel sprach, wurde eine Resolution angenommen, derzufolge der Boykott so lange ausrechterhalten werden soll, bi« die Brauereien die entlaßenen Arbeiter bedingungslos wieder ausgenommen haben werden. Gegenwärtig striken 708 Brauereiarbeiter. Berlin, 18. Mai. Eine von 2500 Personen besuchte Versammlung erklärte heute, nur dann auf der im Jahre 1896 zu veranstaltenden Gewerbe-Ausstellung auSzu- stellen, wenn Treptow gewählt würde. 1500 bindende schriftliche Erklärungen gingen sofort ein. Braunschweig, 18. Mai. Zweite Versammlung de« Vereins deutscher Strafanstaltsbeamten. Zum Vereinsvorsitzenden wurde der Geh. Juftizrath Wirth, zu» Schriftführer Jnspector Denzner, beide Plötzensee, wieder- gewählt. Dann wurden eingehende Thesen für die Aende- rungen auf dem Gebiete der Gefängnißverwaltung feftgestellt, die dem Strafvollzug beßere Wirkung zu sichern bezwecken, al« eS unter dem gegenwärtigen Gefängnißregime der Fall sein kann. Ferner wurde zu dem folgenden Thema der Beschluß gefaßt: der Verein muß eine gesetzliche Regelung de« Strafvollzug« verlangen, weil die Thatsachen lehren, daß ohne fie ein einheitlicher gleichmäßiger Vollzug der im deutschen Reiche erkannten Freiheitsstrafen nicht möglich sei. Braunschweig, 18. Mai. Die Versammlung des Vereins deutscher Strafanstaltsbeamter wurde heute Mittag geschloßen, nachdem die ausgestellten Thesen größten- theils angenommen waren. Als Ort für die nächste Versammlung (1897) wurde Darmstadt bestimmt. Depeschen de« Bureau »Herold-. Berliu, 18. Mai. Die Conservativen, Freiconservativen und Rationalltberalen des Abgeordnetenhauses haben heute FractionSsitzungen abgehalten, um zu dem geplanten Compromiß bezüglich der LandwirthschastSkammern Stellung zu nehmen. Das Centrum hält heute Abend die entscheidende Sitzung ab. In ParlamentSkreiien wird versichert, da« Com- promiß werde zu Stande kommen. Berliu, 18. Mai. In der letzten Zeit wurde hier eine Anzahl Jndividuuen verhaftet, welche in anarchistischen Versammlungen sich bemerkbar gemacht und sich ihren Lebensunterhalt durch Einbrüche verschafft haben. Berliu, 18. Mai. In der heutigen VormittagSfitzung „Heute, am Sonntage?" fragte er verwundert. „Sollen wir etwa warten bis Pfingsten übers Jahr?" „ES ist Zeit zum Kirchgang." „Schadet nichts- — ich will auch noch zurecht kommen." „Die SonntagSarbeit bringt nie Segen —" „Warum kümmerst Du Dich in der Woche nicht darum?" „Der Pastor wird schimpfen und bringts in der Predigt vor." „Der hat heut andere Gedanken al« Dich und Deine Fenster." Na, schließlich ergab er sich in sein Schicksal. „Soll und muß es sein, so will ich mir wenigstens etwas dazu fingen", und nun legte er Io«: „Vorwärts mit frischem Muth, Lieb ist mein Panier" — und putzte, als wären die Scheiben von Blech und nicht von Glas. Gerade begann er mit dem zweiten Theil, wo die Clannette den hohen Ton und die Trommel große Arbeit hat — — knax! — da klirrte die Scheibe — die Scherben fielen auf die Diele. „Oh, quel malheur? — quel malheur!“ jammerte Valentin und schielte ängstlich nach seiner Therese. „Nun ja — wer macht denn da« Malheur, als Du altes Kameel! — Du stellst Dich ja, al« hattest Du niemals ein Fenster in der Hand gehabt. Da« einzige Gute dabei ist, daß Du mit dem Laftergesang aufgehört haft —** „Ach, waS soll denn daS Singen dabei schaden? — Was verstehst Du denn überhaupt vom Gesang? — Man soll aber einem Storch keine Frisur kämmen — —“ Die Therese schluckte den Aerger zwar hinab, aber schwieg, weil der Valentin gleich weiterputzte, ganz sacht und vorfichtig, aber seine Melodie lustig weiterpsetsend und richtig — noch einmal hat der Böse sein Spiel — klirr! klirr! ertönte es wieder — die zweite Scheibe war caput. Die Therese dachte: „WaS zu toll ist, ist zu toll! — Ist'« just so, alS ob ers mir zum Trotz thut." — Der Valentin jammerte zwar: „oh mon dien! oh mon dien!* — aber sie herrschte ihn an: „Laß die Pfeiferei und Dein französische« Geplapper" und setzte sich in Positur, um ihm eine Standrede zu halten. Aber ehe sie dazu kam, lachte der Valentin auf wie ein Verrückter und schrie: „Deinen Willen haft Du nun gehabt — Du hast'S gewollt — tu Fas voulu. Nun will ich aber auch mein Vergnügen haben" — und dabei warf er Putztopf jammt Spiritus und Lederlappen durchs Fenster auf die Straße, griff nach dem großen Hammer, der neben ihm lag, und schlug nun die übrigen vier Scheiben aus dem Rahmen heraus, indem er sagte: „So, Therese! Die braucht fein Mensch mehr zu putzen. Nun bin ich wohl fertig mit der Pfingstarbeit?" Ede sie sich erholte von dem Schrecken, war Valentin zur Thüre hinaus, über den Hof, und fie hörte ihn hinten tm Garten sein Leib lieb anftimmcn: „Vorwärts mit frischem Muth, Lieb ist mein Panier — —" das klang so fröhlich und vergnügt, als dächte er gar nicht daran, daß er soeben sich geärgert und in purem Uebermuth sechs Fensterscheiben kurz und klein geschlagen hatte. Die Frau Tiichlermeifterin war für lange curirt. Jedenfalls hat sie den Valentin nie mehr zur SonntagSarbeit auf- gefordert. Sie dankte Gott, daß er die Woche über da« Geschäft im Gange hielt. Pfingsten wird noch lange in ihrer Erinnerung bleiben. des Bergarbeiter-Kongresses brachten die belgischen Delegirten eine Resolution ein, betreffend die Haftpflicht der Unternehmer bei Unfällen in Bergwerken; die Resolution wurde angenommen. In der dann folgenden Debatte über den Minimallohn beantragt Brodam-Gelsenkirchen gesetzliche Festlegung eines Minimallohnes in allen Ländern. Die Engländer stimmen dagegen und der Antrag wird abgelehnt. Eine von den Engländern eingebrachte Resolution, daß die Unternehmer nicht berechtigt sein sollen, den Lohn selbstständig zu reduciren, während die Arbeiter das Recht haben sollen, die Gewinne des Unternehmers in deffen Büchern zu con- ttoliren, wurde nur mit den Stimmen der Engländer angenommen. Berlin, 18. Mai. In der Nachmittagssitzung des Bergarbeiter-Congresses wurde über Production und Ueberproduction debattirt. Bölger-Dortmund verlangte Herabsetzung der Arbeitszeit und höhere Löhne, Möller-Waldenburg staatliche Regelung der Production. Eine hierzu von den Deutschen eingebrachte Resolution wurde abgelehot, eine von den Engländern eingebrachte, daß die Bergarbeiter aller Nationalitäten jedes zulässige Mittel anwenden sollen, um die Ueberproduction zu verhindern und die Beschäftigung von ungelernten Arbeitern in den Bergwerken hintanzuhalten, angenommen. Hierauf fand ein heftiges Wortgefecht über den Schluß des Congreffes statt. Schließlich erklärten die englischen Delegirten, noch heute abzureisen. Der Congreß tagt morgen weiter. Stettin, 18. Mat. Die Hafenarbeiter haben die Arbeit wieder ausgenommen. Nunmehr wollen die G e t r e i d e - träger in den Ausstand eintreten. Mährisch-Ostrau, 18. Mai. Der Ausstand ist fast gänzlich beendet. In allen Gruben fuhr die gesammte Belegschaft an, außer in zwei, wo etwa ein Zehntel im Ausstand beharrt. Für den Fall der Nichtwiederanlegung ent- laffener Arbeiter drohen die Ausstandsführer mit Wiederbeginn des Strikes. Die Gewerke lehnten dies ab, erklärten sich aber bereit, neue Entlastungen auf das Aeußerste zu beschränken. Lüttich, 18. Mai. In der Wohnung des deutschen Anarchisten Weftkamp verhaftete die Polizei fünf weitere verdächtige Personen deutscher und österreichischer Herkunft. Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 18. Mai 1894. Die Sitzung wird um 3/410 Uhr eröffnet. Bor Eintritt in die Tagesordnung erfolgt zunächst die Bekanntgabe einer Reihe neuer Berichtsanzeigen und Einläufe, sowie mündliche Berichterstattung durch den Abg. Wolfs- kehl über den von den Abgg. Kramer und Müller gestellten Antrag auf Abänderung der Norm für die Tagegelder der Abgeordneten. Durch Artikel 54 der land- ständlschen Geschäftsordnung ist festgesetzt, daß die Abgeordneten, welche außerhalb Darmstadts wohnen, Tagegelder im Betrage von 9 Mk. beziehen. Schon auf dem vorigen Landtage war vom Abg. Frank ein Antrag eingebracht worden, diese Vergütung mit den Ortsverhältnissen der Abgeordneten in Einklang zu bringen und die bestehenden Verschiedenheiten auszugleichen. Demgemäß beantragt der Ausschuß, den Satz der Tagegelder von 9 Mk. bestehen zu lassen. Diejenigen Abgeordneten, welche während der Tagung übernachten muffen, sollen ferner eine Vergütung von 3 Mk., sowie Ersatz der Reisekosten erhalten. Ein weiterer mündlicher Bericht betrifft den Antrag der Abgg. Ripper und Köhler auf Abänderung des Einkommens-, Gewerbe- und Grundsteuer-Cosfficienten. Der Berichterstatter Abg. Wolf stehl erklärt Namens des Finanzausschusses, daß der Antrag im Entferntesten abzulehnen sei, weil es in der jetzigen Finanzperiode nicht möglich sei, eine Scala des Steuercoefffcienten, wie sie von den Antragstellern vorgeschlagen, einzusühren, ohne das ganze Finanzbudget zu zerstören. Nunmehr erfolgt die Berathung über das Gesuch der Rhein-Badeanstaltsbesitzer zu Mainz, um Schadloshaltung für durch Maßnahmen gegen die Choleragefahr verursachten Schaden. Die Großh. Staatsregierung sowie der Ausschuß stehen dem Gesuch nicht sympathisch gegenüber. Der letztere beantragt, dem Gesuch keine Folge zu geben. — Abg. Pennrich halt den Standpunkt der Regierung nicht für den richtigen, da den Anstaltsbesitzern wegen angeblicher Verseuchung des Rheins und in Folge der zweimonatlichen Schließung der Badeanstalten ein bedeutender Schaden erwachsen sei. Die Maßregel sei im öffentlichen Interesse geschehen, mithin sei auch die Regierung verpflichtet, den entstandenen Schaden zu decken. — Abg. Wasserburg spricht sich in ähnlichem Sinn aus. Es lei für ihn außer jedem Zweifel, daß hier ein Recht auf Schadloshaltung besteht und er würde es nicht verstehen können, wenn dies nicht geschehe. Dies solle in einem Rechtsstaat nicht möglich fein. — Staatsminister Finger erwidert, daß der Vorredner von einem Recht gesprochen habe, das den Badeanftaltsbesitzern gegeben sei. Er möge ihm doch den Paragraphen zeigen. Die Regierung habe ihre triftigen Gründe, das Gesuch zu verweigern. — Abg. Iöst bittet das Haus, aus Billlgkeitsgründen dem Gesuch zuzustimmen. — Trotz dielen warmen Worten lehnte die Kammer das Gesuch mit allen gegen 14 Stimmen ab. Nunmehr erfolgt die Berathung der Vorlage der Großh. Regierung auf Errichtung einer Obst- und Weinbauschule in Oppenheim, wofür der Betrag von 22 666 Mk. gefordert wird. Der Ausschuß schlägt der Kammer vor, die angeforderte Summe zu bewilligen und beschließt dieselbe einstimmig dementsprechend. — Abg. Schröder spricht der Großh. Regierung Dank aus, daß sie diese Vorlage dem Hause gemacht habe. Damit habe sie einem tatsächlich vorhandenen Bedürsniß in Rheinhessen in weitestem Sinne entsprochen. Nicht minderer Dank gebühre aber dem landwirtschaftlichen Verein in Rheinhessen und seinem Vorsitzenden, weil er die Frage in Fluß gebracht und ins richtige Licht gestellt habe. i Auch die Wahl von Oppenheim sei eine glückliche zu nennen, > indem sich nach den vor s/4 Jahren gemachten Erhebungen 84 rheinhessische Gemeinden dafür erklärt hatten, Oppenheim als den geeigneten Centralpunkt für Errichtung dieser Anstalt zu wählen. Eine weitere Vorlage der Großh. Regierung, den Ankauf eines Gehöftes für Unterbringung des Landes-Jmpfinftituts betreffend, wofür 25000 Mk. gefordert werden, hält der Ausschuß für durchaus zweckmäßig und im Jntereffe des Staates und beantragt deshalb Zustimmung. Die Kammer beschließt einstimmig demgemäß. Die Vorlage der Großh. Regierung auf Bestellung von zwei Beamten als Vollzugscommtsfion für die Feldbereinigung fordert für diese beiden Beamten je 2725—3770 Mk. jährlich. Der Ausschuß ist der Meinung, daß noch etwas weiter zu gehen sei und der DurchschnittSgehalt der Kreisamtmänner etnzuftellen sei. In diesem Falle würde es möglich fein, im Verwaltungsfache bereits längere Zeit thätige ältere Amtmänner zu Specialcommissaren zu ernennen, bezw. die betreffenden, sich gut qualisicirenden Functionäre möglichst lange in diesem wichtigen Amt zu belassen. Der Ausschuß beantragt daher die Anstellung von zwei Beamten mit Gehalten von 2725—4300 Mk. und schließt sich die Kammer diesem Antrag einstimmig an. Ebenso wird eine Vorlage der Regierung, die Abtretung von zum Landeseigenthum gehörigen Gelände an die Stadt Bingen, sowie eine solche wegen eines Abkommens mit der Königlich preußischen Regierung um Führung der Nebenbahn Homburg v. d. H.—Usingen über hessisches Gebiet ohne Debatte genehmigt. Em Gesuch des Steuerraths i. P. Fröhlich um Regu- lirung seiner Pension nach dem Pensionsgesetz wird einstimmig für erledigt erklärt. Nunmehr tritt die Kammer in die General - Debatte über den Gesetz - Entwurf, die Reform der Weinsteuer betreffend. Die Tribünen sind dicht gefüllt mit Wirthen, welche aus allen Theilen des Landes gekommen sind, um den für sie pecuniär so wichtigen Verhandlungen zu folgen und bet den betreffenden Abgeordneten ein letztes Wort einzulegen. Finanzminister Weber entwickelt tu eingehender Weise die historische Entstehung der Besteuerung des Weines, insbesondere durch Declaration. In dem neuen Gesetz seien alle früheren Mängel in dieser Richtung beseitigt. Die Finanzlage des Landes erheische es, daß der Ertrag für die Weinsteuer ins Budget eingestellt werde. Wenn man auch den Kunstwein zur Besteuerung herangezogen wissen wolle, so würde sich die Regierung diesem nicht widersetzen. Im Interesse des Landes und der Finanzlage desselben sei es von Bedeutung, daß die Regierungs-Vorlage zum Gesetz erhoben werde. — Abg. Pennrich betont, daß es ungerecht sei, in dieser Weise zu einer Besteuerung des Weines greifen zu wollen. Diese Steuer treffe nach dem vorliegenden Gesetz-Entwurf nicht den, den sie treffen solle - dieselbe bleibe immer wieder auf dem Producenten, dem Weinbauer sitzen. Derselbe habe aber durch die Grund- und andere Steuern schon so schwer zu leiden, daß er keine neue Steuern mehr tragen könne. Er appellirt zum Schluß an das Gerechtigkeitsgefühl der in der Kammer sitzenden Landwirthe und bittet diese, die Vorlage abzulehnen. Rheinhessen habe immer ein offenes Herz, wenn es gelte und die Landwirtschaft in Noth sei. Jetzt gelte es, da die Provinz Rheinhessen mit dieser Steuer am schwersten getroffen werde, ihr beizuspringen. Er bedauert, daß die s. Z. vorgeschlagene hessische Landeslotterie abgelehnt worden sei. Diese hätte sicherlich 400000 JL Stempelsteuer abgeworfen, welche jetzt aus dem Wein herausgepreßt werden sollen. Für die Besteuerung des Kunstweins tritt der Redner besonders warm ein. Finanzrath Krug erläutert nochmals die Gründe, welche die Regierung bewog, diese neue Vorlage einzubringen und empsiehlt deren Annahme, da die Vorlage doch nur auf Wunsch der Kammer wieder eingebracht worden sei. — Abg. Osann geht mit der Regierungs-Vorlage ebenfalls scharf ins Gericht. Es lasse sich ja nicht leugnen, daß der Inhalt der neuen Vorlage eine Reihe von Verbesserungen aufweise, aber trotzdem könne er sich nicht veranlaßt fühlen, denselben für richtig anzuerkennen aus einer ganzen Reihe von Gründen. Die Kammer sei auf dem vorigen Landtag in ihrer Mehrheit einverstanden gewesen, daß das Gesetz von 1876 nicht mehr fortbestehen könne und auch die Regierung sei schließlich damit einverstanden gewesen, daß dasselbe fallen könne. Nun komme man wieder mit einem neuen Gesetz. Trotzdem die Regierung nun wisse, daß man im Reich ebenfalls eine Reichsweinsteuer Plane, die in ihrer ersten Form ebenfalls selig entschlafen sei, habe man in Hessen nicht Ruhe gehabt, bis eine neue Weinsteuer zur Vorlage gebracht war. Die Kammer habe keine diesbezügliche Vorlage gewünscht. Man hätte doch abwarten sollen, wie die Reform der Weinsteuer im Reich behandelt werde. Er glaube, die Regierung sei auf die Weinsteuer wieder verfallen aus Furcht vor einer Steuer-Erhöhung. Für ihn sei diese Vorlage aus dem Grund unannehmbar, weil dieselbe eine neue Belastung der Landwirthschaft bedeute und insbesondere Rheinhessen, das schon schwere Steuerlasten trage, werde am härtesten getroffen und geschädigt. Alle diese Gesichtspunkte veranlaßten ihn, gegen das Gesetz zu stimmen. Finanzminister Weber sieht aus Allem schon voraus, daß die Vorlage in den Boden gestimmt wird- deßhalb will er sich auch nicht mehr übermäßig engagtren. Jedes Mitglied des Hauses habe schon seine Stellung zur Vorlage genommen und die Stimmen gezählt. Er will nur einiges aus der Rede des Herrn Osann richtig stellen und warnt nochmals, die Vorlage so kurzer Hand abzulehnen. Im Jahre 1891 seien noch 20 Millionen Reserve vorhanden gewesen, jetzt seien es kaum noch 9 Millionen, für die noch eine ganze Reihe Bedürfnisse da seien. Die Weinsteuer, wenn sie abgelehnt werde, komme nicht den Winzern, sondern nur den Wirthen zu gut. Die vielen Herren auf der Gallerie seien sicher keine Winzer, sondern lauter Wirthe, die aus eigenem Jntereffe gekommen seien, ihr Schicksal zu hören. Er bittet nochmals um Annahme der Vorlage. Hiermit ist die Sitzung um j/22 Uhr beendigt. Morgen früh Fortsetzung. Bom Evangelisch - socialen Congretz in Frankfurt a. M. (Originalbericht des „Gießener Anzeigers"). E. M. Eine sittliche That von weittragenden Conse» quenzen muß man diesen Congreß evangelischer Geistlichen nennen, welcher am 15., 16. und 17. Mai in Frankfurt a. M. unter lebhafter Betheiligung seine Sitzungen hielt. Am Mittwoch war der Haupttag. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wurde, fangen die Anwesenden die zwei ersten Verse des Liedes „Allein Gott in der Höh' sei Ehr'", worauf Herr General-Superintendent Lohr (Kassel) ein kurzes, warmes Gebet sprach. Herr Landesöconomierath Robbe (Berlin) ergriff sodann das Wort zu einigen ein« leitenden Bemerkungen, von allgemeiner Behütung, in welchen er zunächst den örtlichen Wechsel — die vier ersten Jahre hat der Congreß in Berlin getagt — und die damit verbundene Aeuderung im Theilnehrnerkreise berührt hatte, kam er auf die Berechtigung der Bezeichnung „evangelisch-social" zu sprechen, auf die weite Perspective, welche diese Worte eröffneten. Das Jahrhundert, in welchem eine Fülle sittlicher und wirtschaftlicher Probleme zum Ausdruck drängen, will sein Facit ziehen. Jede große geschichtliche Epoche ist bestrebt gewesen, Einrichtungen zum Schutz der bürgerlichen Gesellschaft zu treffen und die Existenzberechtigung des Einzelnen innerhalb dieses Rahmens zu garanttren. Unsere Zeit, die sich auf neue Factoren des wirtschaftlichen Lebens stützt, hat lange genug gezögert, an eine solche Organisation zu denken. Jetzt, wo die socialen Fragen vernehmlich an das Thor der Zeit pochen, wo alle Ärbeitsverhältniffe in Umwandlung begriffen sind, hat sich allgemach das sociale Pflichtbewußtsein geregt und die Ueberzeugung in weiten Kreisen Bahn gebrochen, daß es unmöglich das Ziel unserer wirth« schaftlichen Entwicklung sein könne, einer verschwindenden Minderheit das wirthschaftliche Uebergewicht zu garanttren. Das Wohl der Gesammtheit ist der tragende und leitende Gedanke. Wo sindet dieser sociale Gedanke seine Waffen und Bundesgenossen? In dem festen Glauben an eine sitt-- liche Weltordnung. In der durch Christo verbürgten Ewigkeitsbestimmung des Menschen findet das Pflichtbewußtsein die Möglichkeit, den Egoismus zu überwinden. In dem Glauben an die dem Evangelium entsprungene Gesinnung sehen wir Grundlage und Ziel unserer Reformarbeit. Zum Schluß sprach Redner die Hoffnung aus, daß es der Hohenzollern- Monarchie gelingen müsse, die Versöhnung der Berufsstände als schönstes Lorbeerblatt in ihren Ruhmeskranz zu flechten. Herr Pastor Göhre (Frankfurt) verlas alsdann beit Rechenschaftsbericht. Die Arbeit des Congreffes werde nach wie vor geleistet: 1. durch einen erweiterten Ausschuß (80 Herren), 2. durch ein Actionscomitv, das in Berlin seinen Sitz hat und 3. durch einen Generalsecretär, welcher die practischen Arbeiten besorgt. Als eine Hauptarbeit des letzten Jahres bezeichnet Pastor Göhre die Bearbeitung der Enquete über die Lage der ländlichen Arbeiter, an welcher ca. 15000 Pastoren Theil genommen haben, ferner die Abhaltung socialöconomischer (Surfe in Berlin, welche das Ziel verfolgten, Gesinnungsgenosien und andere Kreise in die nationalöconomischen Wissenschaften einzusühren. In zehn Tagen sind 40 Vorlesungen gehalten worden. Pastor Göhre führte die Vortragsgegenstände sowie die Namen der Dozenten (meist Universitätsprofessoren) der Reihe nach auf. 500 Zuhörer, darunter 350 Theologen, der Rest bestand aus Lehrern, Juristen, Technikern, Aerzten, Buchhändlern, haben an diesen Kursen, an welche sich eine Dlscussion von drei bis vier Stunden schloß, Theil genommen. Der Umstand, daß sich auch Damen etngefunben, ist der Anstofi zu einer neuen Arbeit geworden. Der Antrag ist gestellt und mit entscheidender Majorität angenommen worden, den Frauen innerhalb des evangelisch-socialen Congreffes das gleiche Recht wie den männlichen Mitgliedern zu gewähren, sie zur achten Betheiligung zuzulafftn und drei Frauen in den erweiterten Ausschuß zu befigniren. Prof. Dr. v. Nathusius (Greifswald) glaubte, nachdem Pastor Göhre geendet, an letzteren Punkt, einige Bemerkungen von entgegengesetztem Standpunkt knüpfen zu müssen. Mit der hohen Stellung, die der Deutsche von jeher, der Frau eingeräumt, verhage sich deren öffentliche Wirksamkeit nichts und er hoffe wenigstens, daß die Damen keinen Gebrauch von dem ihnen zugestandenen Recht machen würden. Lebhaft und unter allgemeinem Beifall proteftirte Pfarrer Naumann (Frankfurt). Er hoffe das Gegenteil, die Hochachtung für die Frau zeige sich seines Erachtens darin, daß man in ihr ein gleichberechtigtes Wesen sehe, außerdem könne er nicht finden, daß unsere Zeit so zartfühlend mit den Frauen umginge. Die Frau, welche seit Langem in die Arbeit hineingezogen worden :ft, müßte auch in die Rede hinein« gezogen werden können. Die weiteren Vormittagsstunden beanspruchte der Vortrag des Herrn Consistorialrath Prof. D. Cremer (Greifswald) über das wichtige Thema „Die sociale Frage und die Predigt". Redner betonte im Eingänge, daß der Geistliche am letzten der socialen Frage aus dem Wege gehen dürfe, denn diese Frage habe ja nicht nur eine volkswirtschaftliche, sondern eine eminent sittliche Seite, sie kann nicht richtig behandelt werden, wenn man sie vom Christentum ablöft. Aber cs fei eben höchst schwierig, ihr in der Predigt gerecht zu werben, denn die Mühe und Last des Werktaglebens wolle man doch nicht in die sonntägliche Feierstimmung hineintragen. Bei Behandlung socialer Dinge auf der Kanzel liege die Gefahr nahe, daß Prediger wie Gemeinde sich dem Endzweck des Evangeliums entfremdeten. Und dennoch dürfe die Predigt nicht schweigen von dem, was die Gemeinde erst zur Gemeinde mache. Eine Gesellschaft, die nur von Rechten und Gesetzen lebt, bricht zusammen, wie die des antiken Rom. Bon dem Gedanken: Alle für Einen und Tiner für Alle, her doch eist durch Las Ehriftentht m io die Seit gekommen ist, müsse die Predigt fort und feit handeln, fie bade mit einem Dorr die sinl'chen Borbedingungeo für eire Wirth- schaflliche Reform zu schaffen. An den Bortrog dcS Herrn Eonsistorialrath schloß sich eine längere Debatte, die keine priocipieUen Gegensätze, aber noch viele inrereffante Gesichtspunkte zu Tage forderte. Hojprediger a. D. Stöcker redete dem volkSthümlichen Lharacter der Predigt, die sich nicht in, den Collegien ent» nowmeaen Gedaokengäogen beioegen solle, eifrig daS Wort. Die Predigt ioll eine That fein, ein Kampf um die Seele des BolkS, sie muffe die Dinge deS Glaubens nicht nur predigen, sondern zu realen Lebensmächten in der Seele des Hörers werden laffen. Die Predigt dürfe an die socialen Rothstände rübrcn, sie sei nicht nur Schriftauslegung, c8 sei ihre Pflicht, die heiligen Gedanken unter dem Lichte der Zeit zu befragen. Zum Schlug wies Redner noch nachdrücklichst dm auf die Fülle socialer Texte in der Bibel. Pfarrer Naumann sprach sich gegen die sociale Specialpredigt auö. Jede Predigt müffe in der Hauptsache Glaubenspredigt sein, die Kanzel sei doch eben ein besonderer Ort, keine Tribüne. Ferner hat er, in Erwägung zu ziehen, daß der besondere Eharacter der Predigt auch durch die Individualität des Predigers bestimmt werde. Einem sei eS eben mehr gegeben, sich an daö Eoncrete zu halien, wogegen sich ein Anderer mehr auf die Entwicklung deS Abstracten verstünde. Lizentiat Weber (M-Gladbach) spricht sich auch noch in dem Sinne aus, daß Alles, was die technische Seite der socialen Frage angehe, nicht auf die Kanzel gehöre. Auch warnt er davor, das Bild des Heilands in weltlichen Farben zu malen und beanstandet die von Hosprediger Stöcker gewählte Bezeichnung „Proletarterkönig". Gegen 2 Uhr erreichte die DormittagS- sitzung, welcher auch Darmstadts gesammte Geistlichkeit beiwohnte, thr Ende. CocaUs ttttö provinzielle» Gießen, den 19. Mai 1894. •• Wasserleitung 6etr. Mit Rücksicht auf die entfernter wohnenden Empfänger des „Anzeigers" hatte sich die Derwaltung deS Wasserwerks auf unsere Anregung bestimmen laffen, den gestrigen Abschluß der Wafferleitung noch eine volle Stnnde gegen die festgesetzte Zeit hinauSzuschitben, soweit, als eS andere wichtige Rücksichten nur noch gestatteten. — Heute (SamStag) ist nach Mittheilung des Wa > rwerks zu erhoffen, daß der Abschluß bis gegen 8 Uhr Abends hinauSgeschoben werden kann. — Wegen der großen Unregelmäßigkeit im Wasserverbrauch an den verschiedenen Wochentagen ist eS nicht möglich, die Stunde der Abstellung bezw. die Dauer deS verfügbaren Dorraths, schon TagS zuvor genauer bestimmen zu können, jedoch wird die Wafferabgabe aus soviel Tagesstunden ausgedehnt werden, als dies der jeweilige Borrath nur immer zuläßt und haben es die Wasserverbrauchenden durch den empfohlenen sparsamen Gebrauch in der Hand, hierin die Verwaltung zu unterstützen. ♦♦ Der 16. Hessische Feuerwehrtag findet in den Tagen vom 18. bis 20. August d. I. in Gießen statt. Um das nur alle drei Jahre wiederkehrende Fest in einer der Stadt Gießen würdigen Weise zu feiern, haben die Vorstände der hiesigen Feuerwehren einen geschäftssührenden Fest-AuSschuß berufen. Dieser Fest-AuSschuß hielt gestern Abend in Steins Garten seine conftituirenbc Versammlung ab. Nachdem Herr Stadtbaumeister S ch m a n d t die ca. 80 Eingeladenen begrüßt hatte, legte er denselben die Grundzüge dar, nach denen das Fest abgehalten werden soll. Dasselbe soll den Eharacier eines Volksfestes erhalten. Von Erbauung einer Fest- Halle soll abgesehen, dagegen die Errichtung einer Ehrenpforte in Erwägung gezogen werden. Mit dem Feste ist verbunden eine Ausstellung von Feuerlöschgeräthen und AuSrüstungS- gegenständen. Als Festplatz ist Oswalds Garten in Aussicht genommen. Für SamStag den 18. August sind vorgesehen: Empfang der Delegirten, Feuerwehrtag, Abends Concert und Zapfenstreich- für Sonntag den 19. August : Weckruf, Empfang der auswärtigen Feuerwehren, Uebung der hiesigen Feuerwehren, Festesten, Festzug und Volksfest- für Montag den 20. August: Weckruf, Besichtigung der Ausstellung, Frühschoppen, AuSflÜge in die Umgebung. Die Bersummlung erklärte sich mit diesem provisorischen Programm einverstanden, ebenso damit, daß die Herren Provinzialdirector Freiherr v. Gag ern, Oberbürgermeister Gnaut h und Oberst v. Rosenberg um Uebernahme deS Ehrenpräsidiums ersucht werden sollen. Der Haupt-AuSschuß wird bestehen aus den Herren Oberbürgermeister Gnauth als Festpräsident, Stadtbaumstr.Sch m a n d t als geschaftSführendem Vorsitzenden, Beigeordneten Georgi, jLreisamtmann Dr. W allau, Dr. Heuser als Schriftführer, Polizeirath Fresenius, E. L. Gail, Hauptmann der Gießener Freiw. Feuerwehr, Martin L ooS, Hauptmann der Freiw. Gail'schen Feuerwehr, Eommerzienrath Gail, sowie auS den Vorsitzenden und deren ; Stellvertretern der unten bezeichneten Unter» Ausschüsse und I den Schriftführern der beiden Feuerwehren: Traxel und J Th. LooS. SS wurden folgende Ausschüffe gebildet: ; Finanz-Ausschuß (Bors. Bankier S. Heichelheim, Stell- Vertreter Sparkafferechner Doering), WirthschaftS-AuS- fchuß (Bors. I. Kirch), Bau- und DecorationS-Ausschuß (Dorf. Stadtv. Keller), AuSstellungS-Ausschuß (Bors- Eommerzienrath Hehligenstaedt, Stellvertr. Techniker Kuckuck), Preß-AuSschuß (Bors. Pfarrer Dr. Naumann, Stellvertr. E. v. Münchow), OrdnungS- und Der- gnügungs -Ausschuß (Bors. Oberlehrer Fuhr, Stellvertr. M. LooS), Empfangs- und WohnungS-AuS schuß (Vorsitzender Fr. Helm, Stellvertreter Stadtverordneter Löber). Zu Mitgliedern oben bezeichneter Ausschüffe (denen die ; Heranziehung weiterer geeignet erscheinender Herren frei- ! gestellt wurde) wurden ernannt die Herren: Gg. Atzbach, 4£. Berg, C. Berger, Director Bergen, Stadtv. Brück, E. Bender, Ad. Bourgeois, E. Bommert, E. Challier, M. Dörr, I. Dickore, A. Dickore, W. Dechert, Herm. Elle, Dr. Felsing, Emil Fischdach, Aug. Faber, L. Friedrich, Jac. Gerhardt, Rechtsanwalt Grünewald, E. Häuser, Oberlehrer Hahn, W>lh. Herbert, Architect Huhn, Herm. Höpfner, H. Hochreuther, I. Hirtz, B. JaScowSky, Realgvmnasiallehrer Jann, Eberl. Käs, L. Kaiser, O. Kölle, P. König, Herm. Koch, E. Kalbfleisch, I. Körber, Ph. Lang, PH. Mootz, Jul. Möhl, Postsecreiär Mayer, Gottl. Nauheimer, Fr. Nebel, Ed. Nagel, Rathsdiener OchS, Stadtv. Petri, L. Petri III., L. Pfeil, Dr. Piy, L. Pirr, Ehr. Reiber, Fr. Rückert, C. Neuling, W. Räuber, I. Sann, Stadtv. Schwall, Rob. Sattler, Fr. Schmitz, L. Seuling, Architect Sickert, Georg Schubecker, Redacteur Scheyda, Hch. Schäfer, L. Seidewand, Gg. Schneider, Hch. Schwan, Aug. Voigt, Rechtsanwalt Weidiq, I. Seinen, W. Walter, P. Walter, Fr. Wiegandt. * • Theater. Dem theaterinteressirenden Publikum steht in nächster Zelt wiederum ein großer Kunstgenuß bevor. Mehrere Mitglieder des königl. Theaters in Kassel und zwar:} Die königlichen Schauspielerinnen BartelldeS, (erste Lustspielsoubrette), Berella (erste muntere und Salonliebhaberin), Harke (erste Mutter), Himmighofen (Heroine), die königl. Schauspieler: Hartmann (erster jugendliche Held), Häuschler (Bonvivant), Jaritz (erster Humorist. Liebhaber), Jürgensen (erster Eharacterdarsteller), Oppmar (erster Humorist. Vater), veranstalten unter Leitung deS königl. Oberregiffcur Prof. Karl Skraup in Steins Theater ein dreimaliges Gastspiel. Das Repertoire, daS die Künstler- schaar, die zum Theil unserem Publikum bereits bestens bekannt ist (wir verweisen z. B. nur auf die vorzügliche Leistung des Herrn Jürgensen als Dorsrichter Adam) gewählt, fordert in hohem Maße das allgemeine Interesse heraus. Zur Aufführung kommt die sensationelle Novität dieser Saison „Der Herr Senator" von Kadelbnrg und Schönthan, MoliöreS unübertresfiicherj„Tanüffe" und hiezu Wilbrandts reizvoller Ein» acter „Jugendliebe", und ferner der Schwank „Der ungläubige Thomas" von Hauss und Jacobi, der sowie „Der Herr Senator" daS Repertoir aller ersten Bühnen Deutschlands im letzten Winter beherrscht hat. Für diese drei Vorstellungen wird in der Musikalienhandlung von Challier ein Abonnement eröffnet. Möge der Zuspruch ein recht lebhafter fein, damit der voraussichtlich hervorragende künstlerische Erfolg von einem gebührenden materiellen begleitet werde. * * Vorsicht Bei den Arbeiten in Feld und Wiesen kommt es sehr häufig vor, daß Mäuse und dergleichen Thiere getödtet werden- man soll in solchen Fällen tobte Thiere nicht offen liegen lassen, so daß die Fliegen daran kommen können, sondern die Eadaver in eine kleine Grube legen und gut mit Erde bedecken. Hat eine Fliege an einem solchen Aas gefressen und sticht hiernach einen Menschen, so tritt fast regelmäßig eine gefährliche Blutvergiftung ein. * * Patente und Gebrauchsmuster. Füllklappe für Preß- kohlen-Füllöfen (Zusatz zum Patente Nr. 72076): Eisenwerk Hirzenhain, H. R. Buderus, in Hirzenhain. Feststellbares Vorschub-Zahnrädchen an Häcksel« Schneidmaschincn: Eisenwerk Hirzenhain, H. R. BuderuS in Hirzenhain. Fahrrad mit um einen festen Punkt an der Hinterradgabel schwingenden, zweiarmigen Hebeln, welche Stirnräderpaare antreiben: Ludwig Stork in Nidda. * Schlitz, 18. Mai. Seine Majestät der Kaiser, der kürzlich hier weilte, hat der Gräfin Elisabeth zur Confir- mation ein Gesangbuch mit dem eigenhändig angefügten Wahlspruch „Harre im Gebet" überreichen laffen. * Mainz, 18. Mai. lieber Rheinhessen und über einen Theil der Provinz Starkenburg zogen heute Nachmitag mehrere schwere Gewitter, die außer ergiebigen Regen- güsseu auch strichweise von starkem Hagelschlag begleitet waren. Besonders dicht fielen die Schloffen bei Dornberg-Großgerau, wo sie noch längere Zeit nach dem Gewitter stellenweise mehrere Centimeter hoch den Boden bedeckten. Hier ging ein heftiger Regen mit nur leichtem Hagelschlag nieder. Die Temperatur hat sich merklich abgekühlt. »NOM- NNO den StNNdeOsNMOUO-ßpeen Xt Stadt •IdK*. 0ttf0«ti. Mai: 15. Josevh Heinrich Maus, Bäckermeister dahier, mit Luitgard Heitz zu Cronberg. 15. Heinrich Babel, Schloffer dahier, mit Luise Christina Julie Henriette Göll Hierselbst. 17. August Siebet i, Fuhrmann dahier, mit Luise Katharine Schleenbäcker hin selbst. OheichlietzvvHoa. Mai: 12. Johann, s Heinrich Wilhelm B:odt, Juwelier zu Hanau, mit Johennette Luise Eugenie Haggenmüller dahi.r. 12. Dr. Otto Heinrich Fuhr, pract. Arzt dahier, mit Auguste Karoline Elise Emma Ida Liebrich hierselbst. 12. Dr. Ludwig Wilhelm Karl Herzog, pract. Arzt zu Berlin, mit Sophie Betty Auguste Äempff hierselbst. 15. Georg Karl Philipp Wagner, PsarrverwaUrr zu Gelnhaar, nut Theresea Dorothea Luise Ferber hierselbst. 15. Georg Emil Baum, Schuhmacher dahier, mit Anna Katharina Herrmann hierselbst. 16. Karl August Ludwig Georg Noll, Goldaibetter dahier, mit Bertha Karoline Auguste Wilhelmine Julie Luise Keil hierselbst. 16. Karl Philipp Heinrich Marlin Becker, Schmied zu Bockenheim, mit Marie Margarethe Juliane Andernach hierselbst. •ebotetx«. Mai: 7. Dem Bierbrauer Johann Weller eine Tochter Margarethe Justine. 9. Dem Lackirer Georg Bellos ein Sohn. 9. Dem Schreiner Heinrich Sauer ein Sohn. 10. Dem Wirth Jacob Horn ein Sohn. 11. Dem Prokuristen Earl Heil II. ein Sohn 11. Dem Former Ludwig Ost eine Tochter. 11. Dem Lohnkutscher Justus Pitzer ein Sohn. 11. Dem Maurer Ludwig Schneider eine T och In Emilie Luise. 11. Dem Zahnarzt Dr. Joseph Hoddes ein Sohn, Karl Theodor. 13. Dem Telegrapbeuarveiter Karl Schneider ein Sohn, Friedrich August 15. Dem Zahlmeister Karl Albert Schramm ein Sohn, Ernst Wilhelm. 16. Dem l_'ccomoUohetzer Karl Ohr eine Tochter. 17. Dem Dachdecker meister Karl Korndorser eine Tochter. Mtotfrtiu. Mai: 12. Ludwig Barth, 25 Jahre alt, Candidat der P:ar- macie dahier. 12. Wilhelmine Burkhardt, geb. Hofmann, 56 Jahre alt, Ehefrau von Schuhmacher Wllhelm Burkhardt zu Wetzlar. 12. Earl Schütz, 6 Jahre alt, Sohn von Gastwirih Carl Joses Schütz dahier. 12. August Ludwig Ratzel, 20 Jahre alt, Schneider von Ltnkenbeim. 13. Ludwig Bechthold, 3>/i Jahre alt, Sohn von Ludwig Bechtold zu Wißmar. 13. Lina Franz, 41 Jahre alt, dahier. 14. Karl Holzhäußer, 7ti Jahre all, Landwtrlh dahier. 14. Wilhelm Grote, 55 Jahre alt, Landbriefträger zu Dalbert. 14. Heinrich MauS, । 25. Jahre alt, Schneider von Flensungen 15. Wilhelm Earl Schultz, 49 Jahre alt, Schlosser dahier. 16. Katharina Sand, 60 Jahre alt, Wäscherin dahier 16. Wilhelm Schmidt, 1 Jahr alt, Sohn von Bergmann Wilhelm Schmidt »u Pdilippstein. Wllhelm CaSpari, 1 Jabr alt, Sohn von Bäcker Peter Ca»pari zu Wellheim. 17. Philipp Pöhlmann, 43 Jahre alt, Maschinenputzer von Klein Karden Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen, «»augelischk «emeivtze. •ctttttU. Matlhäusgcmetnde. Ten 12. Mai. Dr. Ludwig Wilhelm Karl Herzog, vractischer Arzt in Berlln, und Sophie Bel'v Auguste Kempff Tochter bei ver stör denen Fabrikanten Otto Kempn in Gießen. Den 15. Mai. Georg Emii Baum, Schuhmacher in Gießen, und Anna Katharine Herrmann, Tochter des Schäfers Konrad Herrmann In Oueck. Den 16. Mai. Georg Karl Philipp Wagner, Psarrverwalter in Gelnhaar, und Thekla Dorothea Luise Ferber, Tochter deS Rentners Wilhelm Ferber in Gießen. MarkuSgemeinde. Den 16. Mai. Goidarbeiter Kail Noll zu Gießen, und Karoline Reil, Tochter deS Bäckermeisters Ludwig Keil zu Gießen. LukaSgemeinde. Den 12. Mai. Johannes Brodt, Juwelier zu Hanau, und Johannette Haggenmüller, Tochter deS Rentners Josef^Haggenmüller zu Gießen. «M&m Denselben. Dr. Otto Fuhr, practilcher Arzt, und Ida Liebrich, Tochter deS verstorbenen Mechaniker- Christian Liebrich» zu Gießen. Den 14. Mai. Heinrich Krämer, Bäckermeister zu Gießen, und Johanna Luise Mathllde Ruff, Tochter des Maschinenmeisters Gustav Ruff zu Gießen. Johannesgemeinde. Den 16. Mai. Carl Philipp Heinrich Martin^Becker, Schmied zu Bockenheim, und Marie Margarethe Juliane Andernach, Tochter deS SchuhmachermetsterS Carl Andernach zu Gießen. •eüafu. M atthäuSzemetnde. Den 13 Mai. Dem Kaufmann Adolf Welz -etne.Tochler, Lilli Luise Marte Auguste Elfe, geboren den 7. April. T Denselben. Dem Schneider Heinrich Heinze ein Sohn, Karl Friedrich, geboren den 13 März. Denselben. Dem Schloffer Karl Alt ein Sohn, Fritz Ludwig Heinrich Friedrich Karl Robert, geboren den 30. April. Denselben. Dem Kupferschmied Karl Ludwig Petri ein Sohn, Christian August, geboren den 7. Februar. Denselben. Dem Metzger H.inrich Simon eine Tochter, Margarethe Marie Friederike, geboren den 23. April. Denselben. Dem SteuercommissariatS Gehilfen Karl MöbuS ein Sohn, geboren den 16. April Den 14. Mai Ein unehelicher Sohn, Friedrich Wilhelm, geboren den 22. Aprll. Denfelben. Dem Schneider Heinrich Klee eine Tochter, Marte, geboren den 2. April. Denselben. Dem Taglöhner Heinrich Deines eine Tochter, Eleonore Anna Kathartne, geboren den 28. Mä'j. Denselben. Dem Stattonsasststenten Johann Georg^Giegltng eine Tochter, Karoline Auguste, geboren den 25. Februar. MarkuSgemeinde. Den 13. Mai. Dem Installateur Karl Schonard eine Tochter, Elsa Pauline, geboren deu 29. November 1893. Denselben. Dem Schneider Friedrich Dührkop ein Sohn, Karl, geboren den 4. Februar. Den 14. Mai. Dem Bäcker Johannes Peter Pfeiffer ein Sohn, Karl Hermann Paul, geboren den 9. Aprll. Denselben. Dem Taglöhner Wilhelm Gelzenleuchter eine Tochter , Katharine, geboren ben 25. April. Denselben. Dem Schu diener Friedrich Becker eine Tochter, Elisabeth Gertrude Emma, geboren den 16 Aprll. LukaSgemeinde. Den 13. Mai. Dem Oderbibliothekar Dr. Hermann Haupt ein Sohn, Cito August Hermann Helmuth, geboren den 26 März. Denselben. Dem Schneider Robert Gärtner eine Tochter, Ottilie Anna Jofeffne, geboren den 9. April. Den 14. Mai. Dem Restaurateur Heinrich ElgeS ein Sohn, Heinrich Karl Friedrich Hermann, geboren den 31. März. Denselben. Dem Gärtner Heinrich Hellmann ein Sohn, Heinrich Rudolf Walther, geboren den 2. März. Denselben. Dem PosthilfSbolen Karl Beck eine Tochter, Anna, geboren den 14. März. JohanneSgemeinde. Den 13. Mai. Dem Tapezier Daniel Linker ein Sohn, Friedrich Theodor Ludwig Earl, geboren den 4. April. Denselben. Dem Spenglermeister Georg Appel ein Sohn, Georg Ludwig Frirdrich Richard Wilhelm, geboren .den 20. April. Denfelben Dem Eisenformer Peter Setzer ein Sohn, Carl Heinrich Friedrich Johann, geboren den 2. Aprll. Denselben. Dem BeztrkSdauauffeher Peter Senßfelder ein Sohn, Georg Ludwig, geboren den 4. April. Denselben. Dem Kaufmann August Struck ein Sohn, Ludwig Gustav Justu» Friedrich, geboren den 2. März. Denselben. Dem Handelsgärtner Friedrich Christian Pfeiffer eine Tochter, Maria Katharine Eiifabethe Frieda, geboren den 11. Marz. Den 14. Mai. Dem Dachdeckermeister Johannes Prang eine Tochter, Maria Elisabethe Katharine, geboren oen 20. April. Beerdigt. Matthäusgemeinde. Den 16. Mai. Karl Holzhäuser, Privatmann, all 75 Jahre, gestorben den 14. Mai. MarkuSgemeinde. Den 14. Mai. Dr. med. Heinrich Schellhaas, vractischer Arzt, all 37 Jahre, starb den 11. Mai zu Steinbach im TaunuS. Den 15. Mai. August Ludwig Ratzel, Schneider dahier, Sohn des verstorbenen Landwirth» Leopold Ratzel in Linkenhettn, alt 20 Jahre, gestorben bcn 12. Mai. Lukasgemeind e. Den 16. Mai. Karl Schulz, Schloff x, 49 Jahre alt, starb ben 15. Mai. Johannesgemeinbe. Den 17. Mai. Katharine Sanb, Wäscherin, alt 60 Jahre, starb ben 16. Mai. — „Die Plüschwederei und Färberei von «. Weegman» in Bielefeld, deren Erzeugnifsi sich ihrer Vorzüglichkeit und PreiS- würdigkeil halber großer Beliebtheit erfreuen, versendet ihre neue Preisliste zur Frühjahrssaifon auch an Private und verweisen wir aus da? heutige Inserat."s 1868 Witterungsanssichten Wetterhäuschen, Südanlaae. _______________s78.Mai, Mittags i 2 Uhr Barometer: min. 750 mm,max.751 mm Thermometer: , + 15°R. w + 23'R Hygromet erstand: Gewitterbildung 19. Mai, Mo eg. 8 Uhr' mm. 748 mm, mm. 750 nun , +50R. , + ll’R. Klar und trocken Mittlerer Barometerstand bei 0» R. = 744,7 mm. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gewesten am 19. Mat, zwischen 11 und 12 Uhr: Master 15, Luft 13°. Rübsamen'sche Sabeanftajt- -St Gegründet 1858. Gnauth. 4315 // H Personenbillets . . «sterweg 16. miethen. Steins Garten Große schattige Gartenaulage« An-eaehiaßer Aufenthalt. 4334 4317 Gnauth. 4331 limssrs CirMiterL n Phil. Kleitz, Restaurateur. wozu freundlichst einladet 11 Große Lonccrte A.-6-, Ludwigshafen a. Rh. 4286 1894. 4173] E bestrenom. Hamburger Ci = Avorrrrernent» =. Poflanstallcn. L in allen Buchhandlungen und Stein» Garten. 4314 Zum Chausseehaus Franz Mäder. [4291] wozu höfl. einladet Oelgemälde-Renovationen 4311] Aamilienwohnung per 15. Juni zu vermiethen- Tiesenweg Sir. 10. Friedrich Krüh, Gemide-Wiluralor, ausgeführt von Darmstadt, Georgenstr. 13. Behandlung 4241 // n btt R btt A Fuhr ernte zur R Rose Lech a Inna folgen! // ii // Preis vierteljährlich (13 Nummern) 3 Mark. D 3*«» lichen Bedingungen, welche von den Submittenten als rechtsverbindlich an« zuerkennen Arbeitsvergebung. Samstag den 26. lfd. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Gemeinde Daubringeu nachstehende Arbeiten öffentlich in den Accord gegeben werden: Maurerarbeiten . . . Zimmerarbeiten . . . Dachdeckerarbeiten . . Spenglerarbeiten . . Schlofferarbeiten . . Schreinerarbeiten . . Weißbinderarbeiten Pflasterarbeiten . . . Chaussirungsarbeiten . Steinlieferung . . . Beffuhr von Röhren . Gießen, am 19. Mai 4325] Ein Zweirad billig r« ver- »ante«. Renenbäne 11. kannt gegeben. Die Abonnements-Liste circulirt- desgleichen nimmt die Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier Abonnements entgegen. 4335 Kransse, Großherzoglicher Musikdirector. Zur Puivermühle Heute Sonntag den 20. Mai w T Schlof Mnz und ft seren ( und K, jähre" dürfte, daraus Ieisgeöotenes. 4332] Ein Sterbethaler von König Fr. W. IV. zu verkaufen.H. Weinberg. Grassamen, i Aus den Commuualmaldungen von Gießen, Alten - Buseck, Rödgen, Ruttershaufin und Wieseck wird die diesjährige Grassamenernte im Submissionswege vergeben, gegen Vorauszahlung unter den seither üb- 4310] Etn Wagnerlehrling gesucht. E. Sternberger Racks., Neuenweg 34. Verschwendung desselben vorzubeugeu. Gießen, den 18. Mai 1894. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Preis für die allvier- zehntägig erschein. Hefte 60 Pfennig. Linladung;um Monument a nuf dir Itcherhettsrad wegen Abreise z. jed. annehmk. Preise zu verlausen. Bahnhofstraße 64, 2. 4333 Abonnements-Concerte. Steins Garten (Daalban). Die Capelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches Nr. 116) erlaubt sich hierdurch zu einem Cyclus von Abonnements-Coneerten einzuladen. Die Concerte finden in den Stein'fchen Localitäten statt. Dieselben werden mit Militärmusik ausgeführt, wozu ein musik« und kunstveranschlagt zu JL 216.67 Redactiov: A. SÄ end«. - fcnid unft Vertag drr Bruyi la.-n Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) t» Viehes. Ä .. Di- heutige «nwmer umfatzt 12 «eiten» Wrima Münchener Augustiner-Mräu per Glas 15 Pfg. Fst. Exportbier der Srauerei Friedel 4 Asprio« Abbruchsversteigerung. Dienstag den 22. d. M., Vormittags 10 Uhr, wird Wallthorstratze 38 eine Parthie altes Bauholz, theils zu Psostenholz geeignet, eine Anzahl Fenster und Thüren gegen Baarzahlung'versteigert. 4306 4322 Falle^citüng durch Dr. BorcherdiS Kuren in «uerbach a. b. Hess. Bergstraße. 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Mai 1893" bringen wir deshalb X zur öffentlichen Kenntniß, dast bis aus Weiteres aus Bezug von d Wasser aus der Quellwafferleitnng voraussichtlich nur in den V ,/ // b Gisler, Hamburg. | Nervöse finden oft noch in Hausbursche, ........ b-en ^rtn5-di0?- Unmöblirtes Zimmer Südanlage oder Ostanlage gesucht. — Offerten mit Preisangabe unter H. R. an die Expedition d. Bl-____________4326 4327] Zwei freundl. möbl. ineinandergehende große Parterrezimmer zu ver- Mo-ntarro und Usrtollon fess^ndster und erlesenster Art. — Dundcrt» oon geistvollen Artikeln aus allen Gebieten des Wissens. — Lebendige Darstellungen der bedeutendsten Zeitereignisse. - Geistige Spiele aller Art. - prachtvolle Illustrationen in unerschöpflicher Fülle und Gediegenheit. „Weber Lcrnd unö Meer" ist ein Uamilien-Aournal in des worte-r schönster Bedeutung. u. Mansardenstock o. je 4 Zimmern u. all Zubehör, o. 1. Juli ab anderweit zu ver, mtethen. 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