1894 Sonntag den 19. August Erstes Blatt Nr. 193 Amts- und Anzeigeblntt für den Tkreis Gieren. chratisöeikage: chießener Jamikienbtätter. Illllllllllllllk g Hum 16. Hrrbanösftst Kess. Meiw. Ueucrwehren Z- Uefl-Kruß. L. ^iHiiiiiiiiiii'iiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiHii|i||n||||H»||||H|||||||ii||||i|i||i||i||HiiHiiiiHii|i||||Hi|ii||in|»i||||||||||||H|,|j>!l!!!!!U!!l!!y!!HH!!!ÜÜUll»»M»ü!!üü»ü!^ ......niiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin_ ■■■ ..... .... ■ ..............-.. ... .... < 7....... Seib willkommen aus ber Ferne Deutsche Brüber, seib gegrüßt! Immer enger sich bas Bünbniß Um bie Feuerwehren schließt! Ja Kamerabeil, seib willkommen, (Eilt zum schönen Fest herbei; In ben Augen glänzt bie Freube, All' bie Herzen athmen frei! Stets bereit als treue Hüter, Wenn bie Sturmesglocke ruft, Unb bie Feuersäule flackert Unheilkünbenb burch bie Luft! Schützet muthig, rasch entschlossen, Hab unb Gut unb Weib unb Kinb, Wenn bie Flammen hochauf lobern, Jäh gepeitscht von Sturm unb Winb! — Drum sei bei dem schönen Feste Feuerwehr bein froh gebucht, Reichst bu boch zu jeber Stunbe, Deine Hanb bei Tag unb Nacht. — Deinem Streben, beinern Ringen Sei stets Lob unb preis gefanbt; — 2110$’ es reiche Früchte tragen Ueberall im Vaterlanb! — (Euer männlich-ebles Streben Sei gepriesen immerbar; Reicht ja stets bie Hanb zur Hülfe In ben Stunben ber Gefahr. Schonet nicht bas eigne Leben, Stürzt selbst in ben Flammentob, Wenn in Angst unb taufenb Schrecken Uns umzüngelt Feuersnoth! Die Siebener Aamitien vlätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. 1 Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montag». Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Möchten Euch bie kurzen Stunben Hier in Gießen hocherfreu'n, Unb am Schluß bei Eurem Scheiben Euch noch unvergeßlich fein!-- Dann lebt wohl, auf Wiebersehen, Bleib bie Freunbschaft uns Gewähr, Unb ber Wahlspruch mög' Euch leiten: „Gott zur Ehr', bes Nächsten Wehrl" Tbeodor £005 sen. f Vierteljähriger AvonnementrpreiA: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchulstrahe -Hr.7. Fernsprecher 51. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. (<)ießencr Anzeiger Keneral-Anzeiger. wv Ehr, -es Nächsten wehr! Akit diesem schönen Feuerwehrspruche rufen wir allen Feuer- mehren, die heute in unserem Gießen einziehen, ein herzliches willkommen entgegen. Alles, was seit Wochen die mit den Vorbereitungen zum 16. verbandsfeste betrauten Männer gethan, von Allem, was die gastliche Einwohnerschaft Gießens bisher in Erwartung des Erscheinens einer großen Anzahl lieber Gaste sremig bewegt, soll Luch bei Eurer Ankunft und während Eures Aufenthalts in unseren Mauern aufrichtigen Herzens gebo en werden. Die Feststadt Gießen weiß die seltene Ehre, die Ihr durch Euer so zahlreiches Erscheinen ihr zu The, werden laßt, hoch zu schätzen, sie hegt nur den einen Wunsch, daß es Luch bei uns recht gut gefallen möge. Möge 3br Alle, die Zhr aus allen Gauen unseres Vaterlandes erschienen seid, ben Eindruck gewinnen und behalten, daß Gießens Bürgerschaft durchdrungen ist von dem Gefühl der Dankbarkeit für die Feuerwehr, daß sie zu würdigen versteht das edle Werk der Nächstenliebe, die Gpferwilligkeit jedes einzelnen von Euch. Darum nochmals. Herzlich willkommen in Gietzcnr .........................................................................................................................................j........................................................................= 1 . Jlm Amtlicher Therl. Gießen, am 16. August 1894. Betreffend: Den Abverdienst uneinbringlicher Feldstrafen vom Jahre 1893/94. Das Großherzogliche Kreisamt Gieße« ** die Vrstzh. Bürgermeister eie» des Seeiies. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit der Vollstreckung des Abverdienstes aus der 1. bis VI. Feldrügegerichtsperiode 1893/94 im Rückstände sind, werden hiermit an die Erledigung binnen acht Tagen erinnert. v. Gagern. Gießen, am 16. August 1894. Betreffend: Ermittelungen über den Einfluß der neueren socialpolitischen Gesetzgebung auf die Armenpflege. 0fl8 Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Grosth. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 7. Juli d. Js. — Amtsblatt ohne Nummer — im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von 5 Tagen erinnert. v. Gagern. Gesunden: 1 gold. Armband, 1 Brille mit Futteral, 1 Regenschirm, 1 Markttasche, 1 Hammer, 1 Hundemaulkorb, 1 Strohhut, 1 Katechismus und 1 Wochenschrift. Zugeflogen: 1 Kanarienvogel. Gießen, den 18. August 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Neueste Nachrichten» Wolff« telegraphische« Corresporrdmz-Bureau. Potsdam, 17. August. Der Kaiser traf um 7% Uhr ouf dem Dampfer „Alexandria" auf der Matrosenstation bet Potsdam ein und wurde von der Kaiserin und den vier ältesten Prinzen empfangen. Die kaiserliche Familie begab sich dann zu Wagen nach dem neuen Palais. Amsterdam, 17. August. Hier kamen drei Erkrankungen an Cholera und ein Todesfall, in Rotterdam eine Erkrankung vor. In Maastricht starb eine Person, in anderen Städten erkrankte und starb eine Person an der Cholera. Loudon, 17. August. Den Abendblättern zufolge ist in der Londoner Vorstadt Battersea ein tödtlich verlaufener Cholerafall vorgekommen. Gegen die Ausbreitung der Seuche wurden Vorkehrungen getroffen. Depeschen de« Bure«« »Herold^. Berlin, 17. August. In der gestern bei der Disconto- Gesellschaft abgehaltenen Conferenz aller Berheiligten der Deutschaffatischen Bank, in der über die chinesische Anleihe verhandelt wurde, wurde eine Depesche aus Shanghai vor- | gelegt, worin die chinesische Regierung sich mit den Bedin- - gungen des Consortiums einverstanden erklärt. Daraufhin \ übernimmt das Consortium die kaiserlich-chinesische Goldanleihe ; im Betrage von einer Million Pfund; doch ist wahrscheinlich, | daß weitere Beträge folgen. Die Anleihe wird durch Ver- - Pfändung des Seezolls sichergestellt. Ueber den Zinssatz sind noch keine Bestimmungen getroffen, wahrscheinlich wird der fünfprocentige Typus gewählt. Wann die Anleihe an den > deutschen Börsen eingeführt wird, ist noch unbestimmt. Berlin, 17. August. Infolge der Cholerasälle in der Danziger Gegend ordnete der Kaiser sofort nach seiner Ankunft in Kiel telegraphisch einschneidende Modificationen der geplanten Kaisermanöver der Armee und Flotte an, soweit dieselben in der Danziger Gegend stattfinden sollten. Berlin, 17. August. Zu den Revolver-Attentaten des Anarchisten Scheven wird neuerdings gemeldet, man glaube, unter den verhafteten Anarchisten (von 40 Festgenommenen ffnb 5, nachdem sie Photographirt und anthropometrisch gemessen waren, wieder entlassen worden) befänden sich An- ' ^®n0er der Propaganda der That. Bei den Haussuchungen ! sind Werkzeuge gefunden worden, aus denen sich schließen läßt, daß eine öffentliche Demonstration beabsichtigt war. Berlin, 17. August. Zu den Verhaftungen der Anarchisten wird weiter gemeldet, im Osten Berlins seien gefüllte Bomben und bei einem Mechaniker Schriftstücke ge- i Kunden worden, aus denen zu ersehen sei, daß die Berliner ! Anarchisten mit den Genossen in Frankreich in engster Verbindung stehen. Die behördlichen Vorsichtsmaßregeln deuten darauf hin, daß die Polizei von einer beabsichtigten Verwendung von Sprengstoffen unterrichtet war. Berlin, 17. August. Der Kaiser, der heute früh wohlbehalten an Bord der „Hohenzollern" in Kiel eintraf, j ist von dort mittels Hof-Sonderzuges um 12 Uhr 10 Min. "ach Spandau abgereist. An der morgen Nachmittag stattfindenden Herbstparade des Gardecorps wird auch die Kaiserin theilnehmen. Breslau, 17. August. Die Nachricht, daß der Cultus- Minister Graf Zedlitz-Trützschler zum Nachfolger des tn den Ruhestand getretenen Oberpräsidenten von Seydewitz tn Aussicht genommen sei, wird vom „Bresl. Gen.-Anz." ^"enürt. Auf directe Anfrage bei dem Grafen Zedlitz- Trützschler hat derselbe dem Blatt geantwortet, daß er über w Meldungen in der Presse nicht orientirt beruhen ” ** C/ °6 btc^cltien ouf tatsächlicher Grundlage 171 Nach der „Augsb. Post" nimmt Graf Prey sing am Katholikentag tn Köln Theil und wird o»«ntIa0en/L 4° nä$ftcn Katholikentag im Jahre 1895 in München abzuhalten. Wien, 17. August. 'Don den durch Schlesien marschlren- den Truppen der Krakauer Garnison erkrankten in Bielitz 8 Mann unter choleraartigen Erscheinungen. Bet drei derselben wurde bereits Cholera constatirt. Rom, 17. August. Ueber den drohenden Ausbruch des Aetna wird weiter gemeldet, daß sich am Nordabhange des Berges sechs riesige Feuerschlote geöffnet haben. Paris, 17. August. Das „Journal deö Döbats" bespricht den Besuch Kaiser Wilhelms bei der Exkaiserin Eugenie gelegentlich seines Aufenthalts in England und hält diesen Besuch für sehr bedeutungsvoll. Es habe sich dabei nicht um eine plötzliche, unvorbereitete Eingebung des deutschen Kaisers gehandelt, sondern um einen Schritt, welcher lange vorher vom deutschen Botschafter, Grafen Hatzfeld, eingeleitet worden fet. Besondere Erwähnung verdiene die Feinfühligkeit des jungen Monarchen, welcher zu dem Besuch nicht deutsche, sondern englische Uniform angelegt hatte. Der Gegenstand der Unterhaltung zwischen den beiden Majestäten werde natürlich geheim gehalten. Paris, 17. August. Der „Matin" meldet aus Genf, von Anarchisten in Lugano sei ein Complott gegen Casimir Perier geschmiedet worden. Die Namen der Verschwörer seien bekannt- mehrere seien plötzlich aus der Schweiz abgereist. — Der Ministerrath hat sich mit einer gründlichen Reorganisation der Polizei und des allgemeinen Sicherheitsdienstes beschäftigt. London, 17. August. In einer Besprechung der Hinrichtung Caserios sagt der „Standard" unter Hinweis auf die schwächliche Haltung des Delinquenten: „Das Verbrechen Caserios hatte die Anarchisten verhaßt gemacht, die Art und Weise, wie der Mörder in den Tod gegangen ist, hat sie verächtlich gemacht." Der „Daily Telegraph" drückt sich ähnlich aus: „Caserio ist gestorben, wie er gelebt hat, als Feigling- von solchem Stoffe werden keine Helden gemacht." London, 17. August. Meldungen aus Shanghai zufolge fetzt die japanische Regierung die Truppensendungen nach Korea fort. Dort sind jetzt bereits über 50,000 Mann stationirt. Die chinesische Flotte ist in ihrem Verhalten noch völlig passiv. Der Gouverneur hat Preise auf die Zerstörung japanischer Kriegsschiffe und auf die Köpfe feindlicher Soldaten ausgesetzt. Coco!« «nd ProvtnzicUc» Gießen, den 18. August 1894. ** Kirchliches. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aüergnädigst geruht: am 3. August den von Seiner Durchlaucht dem Herrn Fürsten zu Hohensolms-Lich auf die erledigte evangelische Pfarrstelle zu Ettingshausen im Decanat Grünberg präsentirten Pfarrverwalter Philipp Ritter daselbst für diese Stelle zu bestätigen- am 15.August den evangelischen Pfarrer Emil Münch zu Ulfa zum Decan des Decanats Schotten, an demselben Tag den evangelischen Pfarrer Georg Bayer zu Ulrichstein zum Stellvertreter des Decans des Decanats Schotten zu ernennen. ** Die Ausstellung von Löschgeräthen und Feuerwehr- Ausrüstungsgegenständen wurde heute Nachmittag in der Turnhalle der Knabenschule an der Nordanlage eröffnet. Mit kurzen, aber warm empfundenen Worten übergab der Vorsitzende des Ausstellungsausschusses, Herr Commerzienrath H ey l ig e nstae d t, die Ausstellung dem Ehrenvorsitzenden des Festes, Herrn Oberbürgermeister Gnauth, welcher mit herzlichen Dankesworten an die Aussteller die Ausstellung für eröffnet erklärte und zur Besichtigung einlud. Die Ausstellung ist sehr reich ausgestattet und bietet Alles, was zur Ausrüstung einer guten Feuerwehr gehört: Von der Dampfspritze und großen Stehleiter bis herunter zum winzigsten Uniformknopf ist Alles vorhanden. Wenn wir auch den Eindruck gewannen, daß alle Aussteller Vorzügliches bieten, ein ausführliches Eingehen auf Alles Ausgestellte aber den Raum unseres Blattes über Gebühr in Anspruch nehmen würde, so wollen wir nicht Unterlasten, doch auf einiges Nähere einzugehen. Die bekannte Firma C. A. Magirus in Ulm hat die Ausstellung beschickt mit einer großen Anzahl Feuerspritzen verschiedener Construction, darunter Prachtexemplare- Haus- und Gartenspritzen in handlicher, practischer Ausführung- mech. NettungSleitern in trefflicher Manöorir- fähigkeit- Ausrüstungsstücke, Helme, Gurten, Laternen, Signalinstrumente- Schlauchrequisiten aller Art- Gewinde- Spritzenschläuche in Rohhanf und gummirte tn bester Qualität - Beleuchtungsmittel, Rauchapparate, Sanitätsartikel rc. rc. Von den ausgestellten Spritzen sind bereits einige an hessische Gemeinden verkauft, wie die ausgezeichneten Ortsnamen beweisen. — In der reichhaltigen Ausstellung des Justus Christian Braun in Nürnberg interessiren uns in erster Linie die Dampfsprttze und Leiter. Don der ersteren sind die Kessel stehend angeordnet und die Construction so gewählt, daß innerhalb 10 bis 15 Minuten, vom Anheizen angerechnet, die Maschine in Betrieb gesetzt und in gleicher Dampfspannung erhalten werden kann. Die Ausrüstung des Kessels ist eine vorzügliche, das Dampfpumpwerk ist am Kessel befestigt. Das Wagengestell ruht auf kräftigen Rädern und hat Sitze für zwei Personen. Die Spritzen werden in drei Größen gebaut, Größe Nr. 1 empfiehlt sich besonders für kleine Gemeinden. (Die Spritze wird morgen im Festzuge m^tgefahren werden.) — Ein augenscheinlich recht practisches, weil besonders für kleine Gemeinden geeignetes Geräthe ist die von genannter Firma gebaute Balance-Leiter C. Die Leiter besitzt bei billigem Preise (sie kostet 650 Mark) alle Vortheile einer Stehletter, bei ihr ist die selbstthätige Stellung durch neue Verbesserungen in vollkommener Weise durchgesührt. Die Leiter kann schon von einem Mann bedient und zum Transport der Haken- und Dachleitern eingerichtet werden. Das Neigen der Letter bis zu 50 Grad geht mittelst einer doppelt wirkenden Spindel leicht, rasch und sicher vor sich, auch ist die Leiter mit neuen Einfallhaken, sowie mit selbstthätiger Verbindung der Leiterspannung versehen. Beim Ausrichten tritt ein Ausgleich der Stützen ein, die sich jeder Bodenbeschaffenheit anpassen, es kommen sonach für die Leiter Terrainschwierigkeiten nicht tn Betracht, ifjr können auch bei beschränktem Raume Hindernisse nicht bereitet werden. Vorzüge sind: leichter Transport, einfache Handhabung mitgeringsterMannschaftszahl, große Stabilität und weitgehende Verwendbarkeit. — Die in Fachkreisen wohlbekannte Fabrik von I. G. Lieb in Biberach a. d. Riß hat reichhaltig und interessant ausgestellt. -Das große Etablissement, das ausschließlich die Fabrikation von Feuerwehr-Requisiten und Geräthen aller Art seit mehr als 20 Jahren betreibt, leistet namentlich Vorzügliches im Bau von fahrbaren freistehenden Leitern. Fast alle Hauptstädte sind mit solchen Lieb'schen Leitern versehen. Das hier ausgestellte Exemplar ist 14 Meter hoch und wird erstaunlich leicht gefahren, von nur einem Mann vollständig bedient, seitlich rechts und links und nach vorn sogar bis zur Horizontale (als Brücke benutzbar) geneigt. Besonders interessant sind die neuen Fallhaken daran, die keine Bedienung mehr erfordern. Aus den vielen anderen Artikeln heben wir die Neuheiten hervor: elegante Aluminiumhelme und feine Beile, einen practischen Rauch, apparat, die kurz zusammenlegbare Tragbahre, vorzügliche Steiger-, Sicherheit^ und Spritzenlaternen, Petroleumfackeln, das Modell eines neuen Rettungsschlauches mit Uutergurtung, welche das Durchfallen verhütet, Schlauchverbände, practische kleine Spritzen für Fabriken und Privatbedarf. — In kleiner aber recht geschmackvoller Aufstellung führt uns die Jnstrumenten-Firma Ernst Challier-Gteßen ihre Erzeugnisse vor. Eine Trommel-Pyramide, eine Anzahl Signalhörner in verschiedenen Stimmungen und Ausstattungen, Huppen, Rufhörner und andere Stgnalinstrumente vervollständigen diese unentbehrlichen Helfer der Feuerwehren. Die Instrumente find sorgfältigst gearbeitet und wie uns der beiliegende Preiscourant belehrt, nicht theuer. Besonders leistungsfähig scheint uns Herr Challier in Signalhörnern zu sein, er hat seiner Zeit die Pflichtfeuerwehren des Kreises Gießen damit ausgerüstet und hat auch jetzt der Kreis Alsfeld ihm damit betraut. Eine sehr hübsche Collection von Abzeichen, die dieselbe Firma ausstellt, möchten wir nicht unerwähnt lassen. — Die altrenommirte Feuerspritzenfabrik von Carl Metz in Heidelberg ist mit ihren Fabrikaten ebenfalls vertreten. Die Firma ist in Oberhessen wohl bekannt, auch die ersten Abprotzspritzen unserer beiden Feuerwehren wurden von ihr geliefert- Beweis für ihre Güte ist der nunmehr 40jährige Gebrauch derselben. Die Fabrik ist in dieser langen Zeit mit Verbesserungen und Neuerungen rüstig vorgegangen, ihre schönen und practischen Geräthe und Ausrüstungsgegenstande erregen neben den verschiedenen Spritzensystemen lebhaftes Interesse aller Feuerwehrmänner. Die Fabrik baut Dampfspritzen , vierrädrige Fahrspritzen, Handfahrspritzen, Ab- protzsprstzen, Zubringer, Haus- und Gartenspritzen, Geräthe- wagen, Mannschaftswagen, Schlauchhaspel. Sie wurde in demselben Jahre, als sie die erste Spritze nach Gießen lieferte, (1855) in Paris mit der goldenen Ehrcnmedaille ausgezeichnet, die Zahl der Auszeichnungen hat sich seitdem auf einige 30 vermehrt. Die beiden ausgestellten Fahrspritzen Nr. 6 und 9 dürften besonders für Landgemeinden recht brauchbar sein. — Die Firma H. Müller & Co. in Offenbach, Fabrik für Feuerwehr-Requisiten und Militär-Effecten, scheint dem Ausgestellten nach zu uriheilen die Herstellung von Ausrüstungsstücken als Specialität zu betreiben. Wir finden Helme aller Art, Mützen, Garnituren und Abzeichen, Gurten, vollständige Uniformen, Signalinstrumente, Beile, Seinen, Laternen, Fackeln, Rauchapparate und Brillen, Extincteurs, Leitern in allen Bauarten, Rettungsschläuche, SelbstrettungS- Apparate. Die Fabrik übernimmt die vollständige Ausrüstung von Feuerwehren einschließlich Spritzen und sonstiger Fahrzeuge- sie unterhält in Offenbach eine permanente Ausstellung aller Requisiten- sie besitzt eigene Gerberei und hat sich durch umfangreiche Lieferungen ebenfalls in unserer Provinz einen Namen erworben. Solide, sachverständige Arbeit und gutes Material sind hervortretende Merkmale ihrer Erzeugnisse. — Die Fabrik von Andreas Hartmann in Groß-Biberau hat u. A. eine Feuerlöschmaschine ausgcstellr, deren Brauchbarkeit und Zweckmäßigkeit hervorzuheben ist. — W. Martin in Marten tn Westfalen zeigt durch Zeichnungen eiserner Steigerthürme und Geräthschaften, daß auf dem Gebiete des Feuerlösch- bezw. Bauwesens Eisen und Wellblech eine hervorragende Rolle spielen. — Die Zeichnungen und Beschreibungen von Hochdruck-Gassprttzen unseres Landsmannes Dr. H. P. Weidig in Newark (Nordamerika) dürften das Interesse der Techniker wie Feuerwehrmänner in gleichem Maße in Anspruch nehmen. Gewaltige Brände sind nach uns vorliegenden Nachrichten bereits jenseits des Oceans mit den Hochdruck-Gassprttzen bewältigt worden. — Wenn wir schließlich noch eine Ausstellungsgruppe erwähnen, so thun wir dies im Hinblick auf deren Wichtigkeit für unsere Stadt und unser Feuerlöschwesen, wir meinen nämlich die Pläne der Wasserwerkserweiterung der Stadt Gießen. An der Hand dieser Pläne bekommt der Besucher einen belehrenden Einblick in die eben ihrer. Vollendung entgegengehende erhöhte Wasserversorgung. ** Vom Feuerwehrfest. „Die gestern vom „Gießener Tageblatt" gebrachte Nachricht, daß den Angehörigen des hiesigen Regiments verboten sei, an dem am 18., 19. und 20. August d. I. hier stattfindenden Feuerwehrfest Theil zu nehmen, entbehrt jeder Begründung! Gerade im Gegentheil hat Herr Oberst von Rosenberg es den Angehörigen des Regiments Kaiser Wilhelm gestattet, daß Jeder nach seinem freien Ermessen das Feuerwehrfest besuchen darf, wie er auch selbst seine Thetlnahme an demselben als Ehrenpräsident, soweit ihm dies der Dienst gestattet, zugesagt hat." ** Festzug. Unserer gestrigen Notiz über die Ordnung des Festzuges tragen wir berichtigend nach, daß der Männer- turnverein — dessen zu erwähnen unliebsamer Weise vergessen wurde — in der Abtheilung I (Rheinhessen) nach den von Nachmittags 8 bis Baromcterstand am Sonntag und Montag sehen sein, nämlich ein z B. schreibt über das morgigen Sonntag für die Zeit Abends 9 Uhr außer Kraft gesetzt. ** Ein Circus im Kleinen wird auf dem Festplatz an der Lahn zu FlohcircuS. Die „Zitt. Ztg." Temperatur der Lahn zwischen 11 u. 12 Uhr Norm.: 12*/, Grad Reaumur. Anmerkung: Die punktirte Linie bei der Äaromctcrscala gibt den Stand des vorhergehenden TagcS an. JohanneSgemeinde. Den 11. August. Dem Kaufmann Carl Klemmrath ein Sohn, Wilhelm Carl Melcbtor August, geboren den 28. Juni Den 12. August. Dem städtischen Bautechniker Hermann Kohler eine Tochter, Luise, geboren den 7. Juli. Denselben. Ein außerehelicher Sohn, Johann Heinrich Max, geboren den 26. Juli. eutbitfu JohanneSgemeinde. Den 15. August. Balthasar Oswald, Speisewftth, alt 58 Jahre, starb den 14. August. „Weltwunder" der Flohdressur: Die Dressur der flinken, flüchtigen Thierchen ist staunenerregend. Mehrere derselben, ziehen kleine silberne Geschütze, andere eine Miniaturnachbildung vom SiegeSwagen Napoleon III., wieder andere einen kleinen Omnibus rc. Eine Morgenpromenade wird nach dem Tacte der Musik von maskirten Flöhen ausgesührt. Ein Carouffel \ft von vier Thierchen besetzt und wird von einem einzigen Floh in Betrieb gebracht. Von besonderem Jnteresie ist ferner ein Ballet, welches mehrere Flöhe unter den Klängen eines Walzers aufführen, auch die als Schmetterlinge maskirten Flöhe machen viel Spaß. Auszug aus -en Rirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getränte. Mattbmusgemetnde. Den 15. August. Fabrikarbeiter Ludwig Seth, ein Wittwer, und Elisabeth Schäfer, verwlttwete GanS. Denselben. Friseur Philipp Lehrmund und Margarethe Antonie Schütz, Tochter des Locomottvsührers i. P. Albert Schütz zu Dillenburg. macher Johann Dietrich Syben, eine Tochter. 10. Dem Banquier Simon Klein eine Tochter, Meta Gisela. 10. Dem Jnstitutsdtener Friedrich Weggel eine Tochter, Olga Anna Auguste. 10. Dem Viehhändler Heinrich Klein ein Sohn, Conrad Fritz. 11. Dem Kaufmann Siegmund Schmidt eine Tochter, Alma Sarah. 12. Dem Schreiner Georg Pfaff eine Tochter. 12. Dem Stetnhauer Wilhelm Stillger eine Tochter. 13 Dem Dachdeckermeister Philipp Kröck ein Sohn, Louis Wilhelm Philipp. 13. Dem Privatier Josef Güngerich ein Sohn. 15. Dem Bremser bet der Matn-Weser-Bahn Ludwig Etnheuser eine Tochter, Karoltne Mathilde Clara.- Besiordene. August: 2. Heinrich Lehrmund, 54 Jahre alt, Bremser bei der Oberhessischen Dahn dahier. 10. Georg Maas, 55 Jahre alt, Rechtsanwalt von Rostock. 10. Carl Louis Wilhelm Holland, 6 Monate all, Sohn von Schriftsetzer August Holland dahier. 12. Anna Pfaff, 33 Jahre alt, Ehefrau von Wilhelm Pfaff I. von Idstein. 12. Emma Minna H-ßlei, 3 Taae alt, Tochter von Metzgermetster Christian Heßler dahier. 14. Balthaser Oswald, 58 Jahre alt, Spetsewirth dahier. 14. Wilhelm Conrad Graulich, 4 Monate alt, Sohn von Eisendreüer Conrad Graulich dahier. 14 Christian Söhngen, 2 Jahre alt, Sohn von Bergmann Wilhelm Söhngen von Niederquembach. 14. Maria Sein, 1 Jahr 3 Monate alt, Tochter von Bergmann Philipp Lein zu Lützellinden. 16. Wilhelm Gräf, 16 Jahre alt, von Hölzenhausen. 17. Clise Reinhard, geb. Förster, 32 Jahre alt, Ehefrau von Bergmann Philipp Reinhard VII. zu Blasbach. Für die schwer heimgesuchte Familie ist bet uns eingegangen: Von M. P. 3 Mk., N. N. 1 Mk., Frau E. Hensel 3 Mk., zusammen 7 Mk. Weitere Gaben nimmt gerne entgegen Die Expedition des „Gießener Anzeiger". nichthessischen Feuerwehren marschirt. Der Zug stellt sich 1 kurz nach 2 Uhr auf. ♦♦ Auszeichnung. Wiederum wie bei der Ausstellung in Chicago, wurde auch diesmal bei der internationalen Ausstellung für wissenschaftliche Instrumente in Kiel, dem stets rührigen hiesigen Atelier „Wilh. Spörhase", in Firma (5. Staudinger & Cie., die goldene Medaille mit Ehrendiplom zugesprochen. *♦ Die Bestimmungen über die Sonntagsruhe im Handels- oewerbe sind, wie wir mit Bezug auf das bereits vor einigen Tagen erlassene amtliche Ausschreiben hier wiederholen, am ,’Wfar ist von nur ■0P— __Lä__— Thermometer: mm. 8», max. 130 R. Hygrometer. Feucht/ trocken. Die Rentabilität jeder maschinellen Anlage wird bedeutend erhöht durch Aufstellung eines ökonomisch arbeitenden Betriedsmolors. Als sparsamste Betriebsmaschinen sind die Locomobilen mitausziehbarenRöhrenkesseln von R. Wol in Magdeburg-Buckau bekannt u. zu Tausenden in allen Zweigen der JndustrieundLandwirthschast verbreitet. Gering er Brennmaterialoerbrauch, große Leistungsfähigkeit u. Dauerhaftigkeit sind dieHaupt- vorzüqe dieser Maschinen, vermöge deren sie nicht nur auf allen deutschen Locomobil-Concurrenzen stets den Sieg davongetragen haben, sondern auch auf zahlreichen Ausstellungen (u. a. in Chicago) mit den höchsten Preisen ausgezeichnet sind. [4472 MarkuSgemeinde. Den 15. August. Heinrich Sack II., Postillon, ein Wittwer, und Anna Maria Bindewald, Tochter des verstorbenen Leinwebers Kaspar Bindewald zu Windhausen. ««lauste. Matthausgemeinde. Den 12. August. Dem Dachdecker Heinrich Ruckstuhl ein Sohn, Heinrich Joseph Georg Wilhelm, geboren den 16. Juli. Denselben. Dem Schuhmacher Friedrich Wilhelm Strack eine Tochter, Sophie, geboren den 13. Juli. Denselben. Dem Hausburschen Johann Kaspar Hahn eine Tochter, Theodora, geboren den 27. Marz. Den 16. August. Dem Zahntechniker Hermann Frech ein Sohn, Hans Robert Ehrenfried, geboren den 1. Mai. Markusgemeinde. Den 12. August. Dem Metzgermeister Christian Heßler eine Tochter, Emma Minna, geboren den 9. August. Denselben. Dem Brauereibesitzer Eugen Asprion eine Tochter, Anna Franziska Sophie, geboren den 15. Juli. Denselben. Dem Schuhmachermetster Friedrich Magnus eine Tochter, Johanna, geboren den 24. Juli. Denselben. Dem Bäckermeister Heinrich Krämer ein Sohn, Heinrich Carl Adolph, geboren den 11. Juli. Denselben. Dem Kaufmann Wilhelm Ockel eine Tochter, Luise Helene, geboren den 21. Juli. Denselben. D-m Fabrikarbeiter Johann Georg Schmidt ein Sohn, Carl Georg Christoph, geboren den 25. Juni. witterrnrgsaussiehteir am 18. August Morgens 8 Uhr. (Wetterhäuschen in der Südanlage). Att-Mg aus den Standesanrtsregistern der Stadt Gieße«. Aasgedor«. August: 13. Wilhelm Jobs. Kilbinger dahier mit Johannette «atbarine Pötz zu Bad Ems. 14. Friedrich Hermann Jlgver, Post- btlfSbote dahier, mit Anna Althaus von Bobenhausen II. 14. Hermann Gliot, Buchhändler zu Höchst a. M., mit Johanne Marie Elisabeth Schad Hierselbst. 15. August Karl Gustav Friedrich Krök, Kaufmann zu Worms, mit Emma Friederike Goll daselbst. 16. Paul Wilhelm Hagen, Reallebrer zu Bingen, mit Anna Henriette Johannette Wilhelmine Petri hterselbst. 17. Christian Friedrich Auerswald, Schneider dahier, mit Elisabeth Pilgeram hterselbst. 17. Dr. Carl Adolf Hansen, Professor dahier, mit Elfriede Bläser zu Berlin. W)tfd)liefi tragt«. August: 15. Heinrich Sack II., Postillon dahier, mit Anna Maria Bindewald von Windhausen. 15. Georg Kriegl, Ober-, mälzer dahier, mit Susanne Juliane Helene Lina Daob von Grünberg. 15. Ludwig Seth, Fabrikarbeiter dahier, mit Elisabethe Gans, geb. Schäfer, Wittwe von Fuhrmann Wilh'lm Gans dahier. 15. Philipp Lebrmund, Friseur dahier, mit Margarethe Antonie Schütz von Dillenburg. Geborene. August: 4. Dem Schlossermeifter Daniel Kleinke ein Sohn. 7. Dem Drechsler Christian Matthias eine Tochter, Emilie. 8. Dem Fuhrmann August Siebert ein Sohn. 9. Dem Weißbindermeister F iedrich Zutt ein Sohn, Theodor Heinrich. 9. Dem Arbeiter Gilbert Neun eine Tochter. 9. Dem Metzgermeister Christian Heßler -ine Tochter, Emma Minna. 9. Dem Taglöhner Johann Friedrich Htllgärtner ein Sohn, Wilhelm Karl Johann. 9. Dem Büchsen- 8 sthrt uns bh n ihre Erzeug. M SlM. Matten, nftrumente v«. ", Feuerwehren, wttt und wie b nicht thruer. n Challier in seiner Zeit die mit ausgerüstet bomit betraut, eichen, die Wtoötytt Wn. m Karl Metz msalls vertteten. auch die ersten rden von ihr ge- Mhr 40jä!)rige 1er taugen Hetz orgcganzrn, Ihre !ungStzegrnstaiii steinen lebhasiü Ttl baut Dampf ahrspritzen, Ab- pritzen, Geräthe- Sie wurde m ta Meta '"dar: elegant” Aschen Rauch! S/Wte ‘"luunfaita, SbÄ* Ä Verkehr, Land- und Volksrvirthschast^ Gietzra, 18. August. Marktbericht. Aut dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 1,10—1,20, Hübner», 1 Stück 0 4, 2 Stück 11-14 Käse pr. 6t. 5-8 X Käsenutt e pr. 6t 3 H, Erbsen pr. Liter 17 X Linsen pr. Liter 28 taute pr. Paar *. 0,70—1,00, Hühner pr. Stück .<• 0,90—1.10, Hahmn pr. Ct 0,50-1,10, Enten pr. St- X 1,50 bi« 2,00, CrtfenffrtU vr. Vst». 74—78 X Kuh, u. Rindfleisch pr. Pfd.--70 H, Schwettu fleisch pr. Pfd. 66—76 X Kalbfleisch pr. Pfd 68—70 X Hammer fletsch pr. Pfd. 58—68 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 7,00-9,00 ,> Weißkraut vr- Stück---Zwiebeln pr. Centner 9,00—10,00 X, Diilch pr. ßtier 16 - 20 X Enteneier 2 St. 11 X Gänseeier 10 4 Einmachfätzchen, I 6523 in allen Größen billigst. tifd) rc. 6698 in Bremen 1606 6823] Eine Familien Wohnung zu vermiethen Ulm. Schützenstraße 17. 6851] Kleine Famitienwohnung ; vermiethen.Brandgaffe 4 ftAntwerpe nach schnelle Fahrten, gute ' f Verpflegung, billigst? Breise. befördert Paffagiere der conceff. Agent Carl Loos in Gießen. ; Aothe Stern Lime z König. Delg. 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