Nr 114 Erstes Blatt. Samstag den 19. Mai 1894 Drr chtetzener Atqtlger erfdjcint täglich, mit Ausnahme des Montags. Tie Gießener Aiamtliensrälter werdm dem Anzeiger rvdchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Vierteljähriger Asonne», »trprels 7 2 Marl 20 Pf,, mit Lringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Äebortion, LrpeditwL und Druckerei: -itutstrahe "Hr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Zlnzeigeblatt für den Aveis Gietzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. chratisöeikage: chießener Aamilienbkätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger- entgegen. Amtliche» Theil. Gießen, den 17. Mai 1894. Betr. Die Vertilgung der Blutlaus. Das Großherzogliche KreiSamt Sietzeu an die (Srosth. Bürgermeistereien bezw. Orts polizeibeamten des Kreises. Nach dem in obiger Angelegenheit erlassenen Reglement vom 3. Februar 1888 — Kreisblatt Nr. 32 — hat im Laufe des Monats Mai durch die zu bestellende Commission eine Untersuchung der Aepfelbäume auf das Vorhandensein der Blutlaus stattzusinden. Wir beauftragen Sie, diese Untersuchung vornehmen zu lasten und über das Resultat zu Ende Mai zu berichten. In die Commission sind möglichst dieselben Männer zu wählen wie in früheren Jahren, da bei denselben eine bestere Erfahrung im Aufsinden der Blutlaus vorausgesetzt werden darf. Besondere Aufmerksamkeit muß bei der Besichtigung denjenigen Bäumen geschenkt werden, an welchen in den letzten Jahren die Blutlaus gesunden wurde. In den Berichten ist anzugeben, ob sie sich hier wieder gezeigt hat. Wird das Jnsect gefunden, so ist mit der Reinigung der Bäume nach den Vorschriften des Reglements alsbald vorzugehen. Wegen der besten Art der Vertilgung verweisen wir auf unser Ausschreiben vom 9. Juli 1887 — KreiS- blatt Nr. 160. v. Gagern. Nr. 21 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 12. d. Ms. enthält: (Nr. 2172). Gesetz, betreffend die Abänderung des § 41 der Concursordnung. Vom 9. Mai 1894. (Nr. 2173). Bekanntmachung, betreffend die Verein» barung erleichternder Vorschriften für den wechselseitigen Ver- kehr zwischen den Eisenbahnen Deutschlands und Luxemburgs. Vom 10. Mai 1894. Gießen, den 17. Mai 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. ------ 2- - ■ ' * *■ --- ■ — ' ' ---~ Zur larrdwirthschaftlicher, Conferenz in Preußen. Die Conserenz, welche aus Veranlassung der preußischen Regierung für den 28. Mai nach Berlin einberufen worden ist, um die Maßregeln zu berathen, welche zur Erhaltung und Kräftigung des ländlichen Grundbesitzes und der ein» heimischen Landwirthschaft geeignet sind, darf gegenwärtig alS daS wichtigste Ereigniß nicht nur der preußischen, sondern der gesammten inneren deutschen Politik angesehen werden, denn damit ist nun von der Regierung des größten deutschen Bundesstaates anerkannt worden, daß die Nothlage oder KrisiS, in welcher sich die Landwirthschaft befindet, zu entsprechenden Reformen drängt. Die weitere Folge der durch die Conserenz in eine neue Bahn zu lenkenden landwirth- schaftlichen Bewegung wird ferner höchst wahrscheinlich die» jemge sein, daß sich die Gesetzgebung in Preußen und wahrscheinlich auch in den übrigen Bundesstaaten mit der Bekämpfung landwirthschastlicher Calamitäten beschäftigen wird, denn einen anderen Zweck, als Untersuchungen über die KrisiS der Landwirthschaft anzustellen und gesetzgeberische Acte vorzubereiten, kann die Conferenz ja gar nicht haben, und gelangt man dabei in Preußen zu gewissen Beschlüßen, so muß dies im Hinblick auf die solidarischen Jnteresten der deutschen Landwirthschaft in ähnlicher Weise später auch in den übrigen Bundesstaaten geschehen. Der auS 33 Mit» gliedern bestehenden und wahrscheinlich unter dem Vorsitze Les preußischen LandwirthschaftSministerS von Heyden tagenden Conserenz ist im Großen und Ganzen aber and eine sehr schwierige Aufgabe gestellt, denn daS vom Minister von Heyden für die Conferenz aufgestellte Arb^stbprogramm umfaßt erstens alle Ursachen, welche ein Sinken der Landwirthschaft herbeigeführt haben, und schlägt zweitens Maßregeln zur Hebung der landwirthschaftlichen Erwerbszweige vor. In ersterer Hinsicht sind zunehmende Verschuldung deS Grundbesitzes, steigendes Angebot von verkäuflichen Gütern, Mangel an Zuwachs der ländlichen Bevölkerung, Rückgang der Preise der Rohproducte, Concurrenz des Auslandes, Mangel an Arbeitern zur Berathung erwähnt. Auch wird vom Minister v. Heyden die Frage aufgeworfen, ob in den letzten Jahren in Bezug auf Verkehrswesen, Steuern und Unterstützungswohnsitz die Gesetzgebung mehr zu Gunsten der Industrie und deS Handels gearbeitet und daS landwirthschaftliche Jnrereffe hintenan gesetzt habe. AlS Hauptmittel zur Bekämpfung der landwirthschaft- lichen KrisiS empfiehlt der Minister die Hebung der Reinerträge der Landwirthschaft und zur Errerchung dieses Zieles legt er daS Hauptgewicht auf die Maßregeln gegen daS Ueberhandnehmen der Verschuldung der Landgüter. Dabei find wieder als Ursachen angeführt: die übermäßige Belastung deS Besitzes durch Erbantheile und die meist für die Landwirthschaft nicht günstigen Ereditverhältnisse. Die Erbregu- lirung nach dem WirthschaftSwerthe der Güter zu beeinfiuffen und den Real- und Personal-Credit der Landwirthe zu heben, erscheint daher eine der zunächst liegenden Aufgaben zur Hebung der Landwirthschaft. In Bezug auf die Zusammensetzung der Conferenz erwähnen wir, daß dieselbe aus hervorragenden Vertretern der Landwirthschaft aus dem preußischen Landtage und dem deutschen Reichstage, sowie aus berühmten Nationalökonomen, Finanzministern und Juristen besteht, daß aber leider Vertreter des kleineren Grundbesitzes (Bauern) in der Conferenz ganz fehlen. Deutsche» Reich. Berlin. 17. Mat. Die am Mittwoch vorgenommene Nachwahl im ReichStagSwahlkreise Jnowrazlaw» Strelno an Stelle des Herrn v. KoscielSkt hat die Wahl des polnischen Candidaten Dr. Krzyymicki gegenüber seinen deutschen Mitbewerbern, dem Conservativen Timm und dem Antisemiten Priebe, ergeben. Dr. Krzymicki nimmt zwischen der sogenannten polnischen Hospartei und der polnischen Volkspartei eine vermittelnde Stellung ein, so daß es ihm gelang, die Stimmen der polnischen Wähler beider Richtungen in dem genannten Wahlkreise auf sich zu vereinigen. — Zwischen Deutschland und Spanien ist seit dem 15. Mai der Zollkrieg trotz der bereits erfolgten Genehmigung deS neuen deutsch-spanischen Handelsvertrages durch den Reichstag im Gange. Die Verantwortung für diese immerhin bedauerliche Störung in den gegenseitigen handelspolitischen Beziehungen der beiden Länder tragen lediglich die Schutzzöllner im spanischen Parlament, welche es durch ihre Verschleppungstaktik gegenüber dem Handelsverträge mit Deutschland dahin zu bringen wußten, daß derselbe bis zum 15. Mai, dem Tage des Ablaufs des deutsch- spanischen Zollprovisoriums, in den Cortes noch nicht erledigt war. Vom genannten Tage ab unterliegen daher die aus Spanien kommenden Maaren dem autonomen deutschen Zolltarif, während andererseits Spanien auf die deutschen Erzeugnisse seinen Generaltarif anwendet. Wie lange dieser unerquickliche Zustand dauern wird und ob überhaupt Aussicht vorhanden ist, in Bälde wieder normale handelspolitische Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien herzustellen, daS muß noch abgewartet werden. Ausland. — In Ungarn steht das Civilehegesetz zur nochmaligen Entscheidung. Dasselbe ist dem Abgeordnetenhause am Donnerstag vom Ministerpräsidenten Dr. Wekerle wiederum vorgelegt worden und kann eS als zweifellos gelten, daß die ungarische Volksvertretung das Gesetz auch bei der zweiten Berathung mit großer Mehrheit gutheißen wird. Dermuth- lich wird sich diesmal auch im Oberhause eine Mehrheit für die Civilehe-Vorlage zusammentrommeln lasten, ein kleiner PairSschub im Sinne der letzteren und das Fehlen der civil» ehefeindlichen Hofwürdenträger, denen vermutlich ein entsprechender Wink von oben ertheilt werden wird, dürften genügen, um auch in der ungarischen PairSkammer bei der zweiten Abstimmung über daS Civilehegesetz besten Annahme herbeizuführen. Neueste Nachrichten, Depeschen deS Bureau .Herold'. Berlin. 17. Mai. Der Chef deS CivilcabinetS, Lucanus, erklärte den Mitgliedern des ArbeitSauSschusteS der Berliner GewerbeauSstellung, der Kaiser halte das Lietzenseegelände für daS geeignetste AuSstellungSterrain - der Hippodromplatz ist dafür zu klein. Berlin. 17. Mai. Auf der Tagesordnung des Berg- arbeiter-Cougresses stand heute Vormittag der Achtstundentag. Der Congreß hält am Principe des Achtstundentages, einschließlich Ein- und Ausfahrt, und zwar für alle Nationen fest. Die Engländer sind in der Frage, ob der Achtstundentag gesetzlich festzulegen fei, uneinig, dafür spräche« Harvey und Stanley, dagegen Young und Johnson. Heute Nachmittag spricht der Maire Calvignac über die achtstündige Arbeitszeit. In der BormittagSsitzung wurde aufgefordert, kein Bier auS den boykottirten Brauereien zu trinken. Berlin. 17. Mai. Der „Reichsanzeiger" publicirt die Verleihung des SternS zum Rothen Adlerorden zweiter Klaste mit Eichenlaub an den deutschen Botschafter am italienischen Hose, von Bülow. Berlin, 17. Mai. Die Freie Bereinigung de« Abgeordnetenhauses trat heute Vormittag 9 Uhr int Abgeordnetenhause zusammen, um die practischen Vorschläge für die zweite Lesung des LandwirthschaftSkammer-Gesetzes vorzubereiten. ES wurde eine allgemeine Besprechung über die Fragen, ob obligatorische oder facultative Einrichtung, wie der WahlmoduS zu regeln sei, geführt. Seiten« der Staatsregierung ergriff Geheimer RegierungSrath Dr. Thiel daS Wort zu eingehender Darlegung deS RegterungSstaud- Punktes. Auf alle Fälle wünsche die StaatSregierung, daß die Vorlage noch in dieser Tagung zu Stande käme. Um 12 Uhr wurde die erste Sitzung auf gehoben. Lemberg. 17. Mai. In dem Dorfe Bohorodczanix ist die Erregung der Bauern wegen der Absicht des Pfarrers, die Kirchenbilder zur Landesausstellung zu schicken, in eine Revolte auSgeanet. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Mährifch Ostrau, 17. Mai. Die Verhandlungen der strikenden Bergarbeiter mit den Grubendirectoren nehmen guten Fortgang- der Ausstand wird voraussichtlich noch in dieser Woche ein Ende nehmen. Neuerdings haben in Polnisch-Ostrau einige unbedeutende Exceste stattgefunden. London, 17. Mai. Strikend e Kutscher haben Nachts in der Nähe deS HydeparkeS mehrere Wagen um- gestürzt. Die Excedenten wurden von der Polizei auseinander- getrieben und zahlreiche davon verhaftet. Hundert Wager.- besitzer haben bereits die Forderungen der AuSständischen bewilligt. London. 17. Mai. Die „Times" bringt einen sensationellen Artikel deS Militärschriftstellers ForbeS, in welchem ein künftiger Krieg so grausam dargestellt wird, daß daS civilifirte Europa davor zurückschrecken und unter allen Umständen den Krieg abschaffen müßte. In dem Artikel werden hauptsächlich die entsetzlichen Qualen dargestellt, welche die mit den neuen Geschosten verwundeten Soldaten auS- zustehen haben; außerdem wird nachgewiesen, daß der Ambulanzdienst wegen der allzu großen Ausdehnung der Feuerlinie, welche durch die verbesserten Gewehre bedingt wird, vollständig unzulänglich sei. Lüttich, 17. Mai. Die Studenten Victor Leblanow und Arnolds wurden verhaftet unter der Anschuldigung, über beide Attentate vorher unterrichtet gewesen zu sein und den angeblichen russischen Baron in Maastricht besucht zu haben. Die Untersuchung ergab, daß die letzthin verteilten Manifeste von dem russischen Pseudobaron in Holland gedruckt worden. Antwerpen, 17. Mai. Während des Besuches de« Königs in der Ausstellung näherte sich thm die Tochter der wegen des dreifachen Mordes verhafteten Frau Joniaux und überreichte ihm eine Bittschrift, welche die provisorische Hastentlaffung der Mutter verlangt. Obwohl dem. König vor der Berurtheilung kein Begnadigungsrecht zusteht, nahm er doch die Bittschrift an. Sitzung der Stadtverordneten am 17. Mai 1894. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Emmelius, Faber, Flett, Grünewald, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Helfrich, Heß, Heyligenstaedt, Hornberger, Jughardt, Keller, 256er, Orbig, Petri, Dr. Ploch, Dr. Schäfer, Scheel, Schmall, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Den Hauptgegenstand der heutigen Berathung bildete der Antrag des Herrn Stadtverordneten Schmall auf Einsetzung einer Commission behufs Reform deS Octroi- wefenS in Gießen. Gelegentlich der Budgetberathung für 1894/95 hatte Herr Schmall empfohlen, der seit Jahren schwebenden Frage der Octroireform endlich einmal näher zu treten. Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte hieraus, unter besonderem Hinweis auf einen im Juni 1891 gefaßt«-. Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung, daß ohne gewin: Directive auS der Mitte der Versammlung er zur Ausarbeitung eines Octroi-ReglementS sich nicht entschließen könne, nachdem die damalige Commission beschlossen, nach der mit seinem Stimmentscheid beschlossenen Aufhebung des Octrois auf Mehl und Backwaaren und einer das Einverständniß ausdrückenden Erklärung des Herrn Oberbürgermeisters von weiterer Behandlung der Octroiangelegenheit bis auf Weiteres abzusehen. Danach wurde Seitens der Bürgermeisterei Herr Schmall aufgefordert, seine Grundgedanken zur Reform des Octroi- wesens schriftlich etnzuretchen. Diesem Ersuchen kam derselbe unterm 24. April nach. — Herr Dr. Gutfleisch war mit der Berichterstattung über die Verhandlungen der Commission betraut, welche sich mit dem Anträge des Herrn Schmall beschäftigt hatte. Der Antrag bewegte sich in folgenden Grundzügen: 1. Alle bestehenden Octroi-Einnahmen müssen in der Hauptsache erhalten bleiben, .da eine richtige städtische Finanzpolitik auf einen Ausfall an solchen fest garantirten Einnahmen nicht hinarbeiten darf, zudem die Aufhebung des Octrois auf Mehl und Backwaaren eine Ermäßigung der Brodpreise nach allgemeinen Erfahrungen und dem eigenen Urtheil der Bäcker nicht herbetführen würde — und endlich nach dem früheren Bescheid des Ministeriums der Finanzen wohl keine Aussicht auf Genehmigung eines gegentheiltgen Antrags vorhanden sein dürfte. 2. Um eine gegenüber den steigenden Bedürfnissen der Stadt nothwendige Vermehrung ihrer Einnahmen auch aus dem Octrot herbeizuführen, muß eine Abrundung der jetzigen im Vergleich zu den Octrot-Abgaben der anderen hessischen Städte im Allgemeinen zu niedrigen und insonderheit für Bier und Schlachtvieh ganz außerordentlich minimalen Tarifsätze nach oben erfolgen, wodurch der Stadt eine sehr erhebliche Mehreinnahme gesichert wäre, ohne sonderlich fühlbar werdende Belastung einzelner Erwerbszweige und ohne jegliche Bertheuerung der davon betroffenen Artikel. 3. Erscheint nothwendig bei der jetzt ganz unrichtigen und unzweckmäßigen Lage der Thorhäuser resp. Erhebestellen, daß solche entweder hinausgeschoben und bei der dermaligen Ausdehnung der Stadt und auch in Zukunft entsprechend vermehrt würden, was aber eine möglichst zu vermeidende Mehrausgabe für Verwaltungskosten und damit eine Verminderung des Octroi-Reinertrags zur Folge haben und deshalb nicht zu empfehlen sein würde — oder, was für die Stadt am Vortheilhaftesten wäre, eine Centralisirung der Octroi-Erhebung, vielleicht in Verbindung mit der Stadtkasse, einzurichten, gleichzeitig mit der Buchcontrole. Das Schlachthaus, an welches man früher als Centralerhebestelle gedacht haben soll, dürfte sich seiner exponirten Lage wegen hierzu nicht eignen- in Worms ist das mitten in der Stadt liegende Schlachthaus die alleinige Erhebestelle. Die bei Errichtung einer Centralerhebeftelle überflüssig werdenden einzelnen Erheber könnten anderweitig im städtischen Dienst Verwendung finden. 4. Was die neu einzuführende Controle und Buchcontrole anlangt, so möchte solche zu ermöglichen sein nach unserem jetzigen Octroi-Tarif: für Fleisch und Wildpret durch das Schlachthaus - für Früchte und Mehl durch von den Händlern und Bäckern zu führende und unter Vorlage der Rechnungen zu belegende Lieferungsbücher, bezüglich der mit der Bahn eingeführt werdenden Quantitäten ist die Controle ja ohnehin leicht - für Steinkohlen durch die Bahn und die nach dem Stadtverordnetenbeschluß getroffenen Maßregeln - für sonstige Brennmaterialien und noch übrigen Artikel durch das verpflichtete Octroi-Aufsichtspersonal- für durch die Bahn und sonst eingeführt werdenden Getränke und dahin gehörige hier verwendete Stoffe durch Controle der Frachtbriefe und Buch-Controle der Weinhändler, Wirthe, Brauer und Branntwein- Händler. Diesem Anträge ist in seiner Begründung u. A. hinzugefügt, daß eine Central Octroi-Erhebestelle einzurichten und die Buchcontrole einzusühren sei, unter gleichzeitiger schärferer Ueberwachung und besserer Ausübung der Octroiaufsicht, eventuell zur Erreichung dieses Ziels die Verpflichtung aller städtischen Beamten auf den Octroischutz - ferner die Controle über die zahlreich durch die Poft eingehenden octroipflichtigen Gegenstände und schließlich die Einführung von Mahnzetteln bezüglich rückständigen Octrois zur Vermeidung allzu drakonischer Strafbestimmungen. Ueber die Höhe der Tarifsätze verbreitete sich der Antrag nicht- Herr Schmall will dies den Commissionsberathungen überlassen. Herr Dr. Gutfleisch gab, bevor er auf den Antrag des Herrn Schmall näher einging, eine Uebersicht über die seit 1887 gepflogenen Verhandlungen der Commissionen wie des Plenums der Stadtverordneten-Versammlung bis zum 17. Juni 1891, seit welchem Tage die Sache infolge emes Commissionsbeschlusses ruhte. Aus den Verhandlungen der juristischen und Ftnanzcommissiou theilte Herr Dr. Gut- fleud) mit, daß man als das wünschenswertheste Ziel die gänzliche Aufhebung des Octrois betrachtet habe, aber in Anbetracht der finanziellen Verhältnisse der Stadt davon ab- ftehen müsse- über die Fragen, was an der Art der Erhebung und der Dinge geändert werden solle, enthalte der Antrag Schmall positive Vorschläge nicht, Herr Schmall habe auf das Wormser Octroi-Reglement hingewiesen- .der dortige Octroi- tartf enthalte aber nur wenige Gegenstände, deshalb sei die Controle geringer und die Erhebungskosten stellten sich günstiger. Herr Schmall wünsche aber eine Reduction der octroipflichtigen Gegenstände nicht. Herr Dr. Gutfleisch suchte hierauf in Ausführung die Stellung der Commission gegen den Schmall schen Antrag zu rechtfertigen und unter Hinweis auf seinen früheren, auf Aufhebung des Octrois für Brod, Mehl, Holz rc. gestellten Antrag darzulegen, daß nicht nur eine Erleichterung in der Erhebung herbeigeführt, sondern auch der Stadt eine Mehreinnahme von über 11 000 Mk. erwachsen wäre- die Besteuerung des Brennmaterials halte er für ungerecht, sie bestehe nur in wenigen Städten, weil man überall zur Erkenntniß gekommen, daß die Industrie eine weitere Belastung nicht vertrage. Nach der schließlich verlesenen Erklärung der Commission kann eine mäßige Abänderung der Octroisätze nach oben als wünschenswerthe Reform nicht angesehen werden, die Anträge des Herrn Schmall eigneten sich danach nicht zur Berathung- die Commission beantrage daher, eine solche abzulehnen. Herr Schmall legt hierauf in längerer, zu den Acten gegebenen Erklärung Protest ein gegen die Behandlung, welche sein Antrag in der Commission erfahren habe. Namentlich verwahre er sich gegen den in der vorerwähnten Commission gemachten Vorwurf der in seinem Antrag angeblich enthaltenen Widersprüche. Wenn er heute vor die Frage gestellt würde, ob das Octroi neu einzuführen sei, so würde er dagegen stimmen, nunmehr aber könne die Stadt es nicht entbehren, ohne daß die Communalsteuer um ungefähr 84000 Mk. erhöht würde. Aus dieser Anschauung habe Herr Oberbürgermeister Gnauth einen Widerspruch construirt, wie auch aus einer seiner Aeußerungen in einer Tabakarbeiterversammlung. Den weiteren Vorwurf eines Widerspruchs habe man in seinem Hinweis auf das Wormser Octroi-Reglement gefunden, weil in Worms Mehl und Backwaaren frei seien - er müsse erklären, daß er das Wormser Reglement nur mit (nicht ganz) zur Grundlage empfohlen. Wenn man in Gießen auch die Steinkohlen (wie in Worms) höher belasten wolle, so belaste man nicht die tragfähigsten Schultern (Hüttenwerk und Eisenbahn), sondern treffe mittlere und kleine Leute, weil mit den Buderus'schen Eisenwerken und der Eisenbahn recht niedrige Pauschalsummen vereinbart seien. Diese müßten von Rechtswegen das volle Octroi bezahlen, da das Reglement doch sonst auch keine Rücksichten auf andere Geschäftsleute nehme. Den mit Octroi und Communalsteuern hoch be- lafteteten Bäckern und Metzgern solle man auch einigermaßen Rechnung tragen, indem man der auswärtigen Concurrenz nicht noch schrankenloser die Thore öffne. Herr Schmall wies hierbei auch auf die Fleischbeschau, die er als rigoros bezeichnete, hin, sie begünstige einerseits die Einbringung weniger sorgfältig untersuchten Fleisches von außen und schädige andererseits die großen Metzger schwer, während durch die massenhafte Verweisung auf die Freibank den kleinen Metzgern die Existenz geradezu abgeschnitten würde. — Am Schluffe seiner Ausführungen bezeichnete Herr Schmall den Antrag der juristischen und Finanzcommission als eine directe Aufhebung des Octrois auf Mehl rc., er bat, diesem entgegen zu treten und forderte die Herren, die vor drei Jahren mit ihm gestimmt, auf, dagegen zu stimmen oder sich der Abstimmung zu enthalten. Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte: Der von Herrn Schmall geäußerte Wunsch nach sachlicher Behandlung des Antrags sei ein allgemeiner. Herr Schmall mache der Commission und dem Protocollführer Vorwürfe über die Behandlung seines Antrages- es wisse aber in der Commission Niemand, was Herr Schmall gewollt und er glaube, es seien ihm Gedanken unterschoben worden, die er nicht gehabt. Herr Schmall sei vielmehr in Darlegung seiner Gedanken in der Commission unterstützt worden. Herr Schmall habe sich thatsächlicher Widersprüche in seinen Ausführungen über die Octroireform schuldig gemacht. Was seine (des Herrn Oberbürgermeisters) Meinung betreffe, so erkläre er, daß es ja bequem sei, bei * den steigenden Ausgaben der Stadt die Octroi-Einnahmen möglichst hoch gesteigert zu bekommen, seine Ueberzeugung aber sei, daß die indirecten Steuern nicht aufrecht erhalten werden sollten durch einzelne Gemeinden. Wenn Herr Schmall in seiner Erklärung sage, man scheine es für Aufgabe der Stadtverordneten zu halten, die hiesigen Bäcker und Metzger vor auswärtiger Concurrenz zu bewahren, so erkläre er, daß die Stadtverordneten auch die Aufgabe hätten, für die Leute zu sorgen, die Fleisch und Brod effen. Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte schließlich, daß er sich jedes Eingreifens in die Debatte habe enthalten wollen und deshalb Herrn Dr. Gutfleisch mit der Erstattung des Deputations- berichlS betraut habe. Herr Löb er stellt entschieden in Abrede, daß ein Ring der Bäcker bestehe- zu leugnen sei allerdings nicht, daß bei der Calculation der Brodpreise das Octroi mit in Betracht gezogen werde. Herr Schmall erklärt: Wenn er während der Commissionsberathungen in Widersprüche gerathen sei, so komme es daher, weil er allein gegenüber einer geschloffenen Mehrheit seine Ansichten habe vertheidigen müssen- wenn es aber so leicht sei, Directiven für eine Neugestaltung des Octroi- wesens zu geben, so habe dies ja der Herr Oberbürgermeister thun können. Herr Oberbürgermeister Gnauth: Mein Octroitarif ist fertig, wenn Herr Schmall ihn zu wissen wünscht, so kann er ihn erhalten. Herr JugHardt bemängelt, daß man durch das jetzige Octroi-Reglement die Bäcker und Metzger schütze, andere Geschäfte aber nicht, die ja auch durch die auswärtige Concurrenz zu leiden hätten. Herr Dr. Gutfleisch: Herr Schmall habe ihm Vorwürfe ob seiner Protocollführung gemacht, er erkläre aber hiermit, daß er alles niedergeschrieben, was Gegenstand der Verhandlungen gewesen und nur das weggelassen habe, was einiges von Herrn Schmall in der Commission geäußertes noch widerspruchsvoller hätte erscheinen lassen. Er wisse sich weder im Banne einer wirthschaftlichen noch politischen Voreingenommenheit- er habe einen Vergleich mit den gegenwärtigen Finanzverhältnissen der Stadt eingehen müssen, sonst würde er für gänzliche Aufhebung des Octrois sprechen. Er ver- theidigt seine früheren, auf Aufhebung des Octrois auf Mehl, Backwaaren, Hafer, Holz rc. gerichteten Anträge, durch deren Annahme der Stadt eine Mehreinnahme von 11 162,33 Mk. erwachsen wäre und zwar nicht durch Mehrbelastung der Bürger, sondern durch Vereinfachung der Controlle, die gerade durch Backwaaren auch hinsichtlich der Octroi - Rückvergütung erschwert werde. Herr Schmall beharrt dabei, einige in dem Protocoll befindliche Worte nicht gebraucht zu haben. Herr Homberg er erklärt sich mit dem von Herr« Dr. Gutfleisch Niedergeschriebenen einverstanden- die Beschlüsse seien auf der Grundlage des Antrags gefaßt worden, von einer Sonderauffassung der Commissionsmitglieder könne keine Rede sein. Herr Petri äußert den Wunsch, die Octroiangelegenheit einmal auf dem Städtetage zu erörtern, Gießen solle mit Abschaffung des Octrois nicht den Anfang machen. Herr Dr. Schäfer erklärt, daß auch er die allgemein als nothwendig bezeichneteOctroireform für nöthig halte- er verliest ein Amendement, nach welchem die Bürgermeisterei ersucht wird, demnächst Vorschläge zur Ausarbeitung eines, vorher noch in besonderer Commission zu berathenden Octroi- Reglements zu machen, nach dem der buchmäßige Nachweis über die Einführung octroipflichtiger Gegenstände nur den Gewerbtreibenden auferlegt, den Privaten die Entrichtung des Octrois möglichst erleichtert und das Octroi auf Mehl, Futterartikel und Holz aufgehoben wird, dabei aber die Reinerträge für die Stadt möglichst gleich bleiben. Herr Grünewald spricht die Hoffnung aus, daß die Asche, welche nach Verbrennung des Schmall'schen Antrags übrig bleibe, wenigstens befruchtend auf die Octroireform wirken werde- die besten Kräfte hätten sich an den Verhand» lungen beteiligt, immer und immer wieder müsse auf die Sache zurückgekommen werden, bis sie schließlich doch durch- dringe- er wolle Anregung geben, daß die Bürgermeisterei bald mit Reformvorschlägen hervortreten werde. Das jetzige Reglement bedürfe auch deswegen der Umarbeitung, weil es in mancher Beziehung im Widerspruche stehe mit der heutigen Rechtsauffassung. Er beantrage daher, daß der Herr Oberbürgermeister bald den Entwurf eines Octroi - Reglements auf Grund des Commissionsbeschlusses vom 17. Mai 1891 vorlege. (Nach diesem Beschlüsse sollen Getränke, besonders Bier, und Fleisch mehr belastet, Mehl und Backwaaren frei gegeben werden. Ref.) Herr Oberbürgermeister Gnauth: Er habe keinen An- Haltspunkt dafür, daß die Stadtverordneten - Versammlung anders denke, als vor drei Jahren, drängen die Ansichten des Herrn Grünewald durch, so würde er bald einen Entwurf vorlegen. Herr Vogt spricht sich gegen das Amendement Schäfer aus, weil das Brod durch das Octroi nicht vertheuert werde, und es ungerecht sei, nur die Metzger zu belasten,- wogegen Herr Dr. Ploch erst den Nachweis erbracht zu haben wünscht, daß nach Aufhebung des Mehl- rc. Octrois der Ausfall am Reinertrag gedeckt wird. Herr Oberbürgermeister Gnauth erläutert die Aufstellungen in der Rechnung des abgelaufenen Jahres, nach denen sich ein Mehrertrag von 11 162 Mark ergeben haben würde. Herr Scheel erklärt, die Octroireform habe keinen Zweck, wenn Mehl und Backwaaren nicht vom Octroi befreit würden. Herr Löb er stellt den Antrag auf demnächstige Vorlage eines Reformentwurfs. Herr Heyligenstaedt ist für Einsetzung einer Commission zur Ausarbeitung eines Entwurfs und spricht sich für Beibehaltung des Octrois auf Mehl und Backwaaren aus. Herr Beigeordneter Georgi tritt für Annahme des Amendements Schäfer ein- die Commission habe lediglich auf den Antrag des Herrn Schmall hin Vorschläge nicht machen können. Herr Scheel empfiehlt gleichfalls die Annahme des Schäfer'schen Amendements, der Ansicht Ausdruck gebend, daß das Brod nach Aushebung des Octrois doch billiger werde in Rücksicht auf die auswärtige Concurrenz. An der weiteren Debatte, die sich hauptsächlich um die Form der von den Herren Dr. Schäfer und Grünewald gestellten Anträge drehte, betheiligten sich fast sämmtliche oben bezeichneten Redner. Herr Dr. Thaer wünscht recht eingehende Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Fragen, auch bezüglich der Octroibefreiung der Backwaaren- er erachte es für Wünschenswerth, daß von der Beschlußfassung über ein neues Octroi-Reglement abgesehen werde, bis volle Klarheit herrsche, damit nicht nur die Macht der Majorität entscheide. Herr Schmal,! zieht, um nach seiner Erklärung die Sache zu vereinfachen, seinen Antrag zurück. Die Frage, ob nunmehr über die Anträge der Herren Dr. Schäfer und Grünewald abgesttmmt werden kann und welchem Anträge die Priorität zustehe, wurde durch formelle Beschlüsse dahin erledigt, daß alsbald abgestimmt wurde und zwar über den Grünewald'schen Antrag zuerst. Der Antrag wurde hiernach mit 15 Stimmen angenommen. Ueber den Rest der noch auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände soll in einer auf Freitag Nachmittag 5 Uhr anberaumten Sitzung berathen werden. (Das Referat über die Beschlüsse in Betreff der Punkte 1 bis 11 und 13 der Tagesordnung, mußte wegen Raummangels zurückgestellt werden. Red.) Cteoltt uttb provinzielle-. Sieben, den 18. Mai 1894. * * Behufs Besichtigung de8 Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm traf gestern Abend Se. Excellenz der commandirende General des 11. Armeecorps, v. Wittich, hier ein. * * Wasserleitung betr. Wir machen auf die Bekanntmachung des Gas- und Wasserwerks im heutigen Blatte, beschränkte Wasserabgabe betreffend, auch an dieser Stelle aufmerksam. * * Explosion. Gestern Nachmittag explodirte in einem Hause der Frankfurterstraße während des Kaffeekochens ein Petroleumherd und verursachte einen geringen Brandschaden. * * Diebstahl. Als sich gestern Abend die Wirthin einer in der Rodheimerstraße belegenen Wirthschaft in ihre im Herrq Flüsse l« moäjtn. “ * "'«■tS“* die ton 4 Wte; R abM’rt“'Ä «Md- b,t ®nhrlt4tuno -,, nunß aus, dav m. ta'fjea äntra,, Me Ottroitifem * «d-° VnhM, *'W gut btt WWWl bad) but4, D-« Mt raarbeitung, taeil ti ?'“il d-- h°Egm h”6 b“ h--r DiR. ^clr°i: Reglememr b°m 17. Mai 1891 Tettüoke, btfonbna no Moaartn frei habe Itlntn A» Uten - Deriammluv^ W& die Ansichtm bald einen Entwurf Amendement Schäfer icht vertheunt werbe, etzK« zu belasten, achweis erbracht ja s Mehl- rc. 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AIS solches aber doch geschah, hat der Dieb, noch ehe die Polizei eintraf, das Weite gesucht. ** Eine grohe Anzahl kleine Fische trieben gestern Morgen tobt aus der unteren Wieseck- eS wird Vergiftung ver- muthet, da auch (inten, welche die Fische verschluckt, verendet sind. Die Ursache der Vergiftung ist bis jetzt nicht klar- gestellt worden. • • Im April 1894 sind im OberpostdirectionSbezirk Darmstadt an Wechselstempelsteuer 13,937 Mk. 30 Pfg. <2105 Mk. 50 Pfg. mehr als im April des Vorjahres) eingegangen. • * Militärische Hebungen. Beim Großherzogl. Train- Bataillon Nr. 25 in Darmstadt findet vom 6. bis 15. Juni dsS. Js. eine Uebung der Krankenträger des ocltven Dienststande- statt, wozu Unteroffiziere und Mannschaften auswärtiger Garnisonen commandirt werden. — In der Zeit vom 13. bis 26. Juni und vom 9. bis 22. Juli b. I. finden bei dem Feld-Artillerie-Regiment Nr. 25 (Großh. Artillerie CorpS) zwei Uebungen von Angehörigen des Beurlaubtenstandes statt. • * Die zweite Kammer überwies gestern die Gesuche der HilsSgerichtSschreiber und GerichtSschreiber- aSpiranten wegen Aufbesserung ihrer Dienst« und Ge- haltSverhältnisse der Regierung zur geeigneten Berücksichtigung. * * Versammlung «ittelrheiuischer Aerzte. Unter der ausnahmsweise zahlreichen Betheiligung von ca. 140 Aerzten tagte am DienStag in den Räumen des Saalbaues zu Darmstadt die Versammlung mittelrheinischer Aerzte. Bei der beschränkten zur Disposition stehenden Zeit konnten von den angemeldeten 27 wissenschaftlichen Vorträgen nur ein kleiner Theil abgehalten werden. Nach der von Medicinalrath Dr. Draudt gehaltenen Eröffnungsrede der wissenschaftlichen Sitzung wurden folgende Vorträge gehalten: Dr. Gustav Heuck Mannheim : Ueber Gallenstein-Ileus, Prof. Dr. W. A. Freund-Straßburg i. E.: Ueber den heutigen Stand der Behandlung der malignen Tumoren der weiblichen Genitalien, Prof. Dr. KledSKarlSruhe: Ueber die Grundlagen und Methoden der Bacteriotherapie, Geh. Med.-Rath Prof. Dr. Fritsch- Bonn : Jndication, Berechtigung und Ausführung der operativen Heilung der Retroflexio uteri, Prof. Dr. Hoffa Würzburg : Ueber die conservative ambulante Behandlung der Coxilis, .Dr. Arnold Sock - Heidelberg: Ueber die Behandlung von seborrhoischen GcsichtShautaffectionen, Geh. Rath Prof. Dr. Leber - Heidelberg: Ueber den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse von der Tuberculose deS Auges und Prof. Dr. Boppert»Gießen: Ueber Thoraxresection bei veraltetem Empyem. ES folgten außerdem noch Demonstrationen von Dr. Eberhart-Köln, Dr. OScar Oppenheimer-Frankfurt und Dr. Hermann Wittsack-Frankfurt. Als Versammlungsort für daS nächste Jahr wurde Baden-Baden gewählt- außerdem logen noch Einladungen von EmS, Nauheim und Marburg vor. Nidda, 12. Mai. Einen schweren Unfall erlitt gestern ein Radfahrer. Derselbe, Wolf mit Namen, auS der Pfalz stammend, und in Stellung in dem Manufacrurgeschäst von Lorz hier, fuhr mit seinem Zweirade auf seiner GeschäftS- tour den steilen, vom Finkenloch nach Wallernhausen führenden Weg herunter und ist augenscheinlich, nachdem er die Herrschaft über sein Rad verloren, wider die Stirnmauer eines an der Seite befindlichen Hohlkellers gerannt. Er wurde bewußtlos n.ben seinem ganz zerbrochenen Rade gefunden und in einem Wogen hierhergefahren. Man befürchtet das Schlimmste, denn außer Verletzungen an Beinen und Händen scheint eine Verletzung des Schädels vorzuliegen. PermifdJtc». • München, 15. Mai. Eine furch tbare Volks- justiz ereignete sich vorgestern im oberbayertschen Städtchen Weilheim. Gelegentlich eines Ausfluges zweier Vereine nach Peißenberg wurde e.n Bäckergehilfe durch übermäßigen Ge- rränkeconfum rabiat und stieß dem abmahnenden Herbergsvater -ein Messer in die Brust. Der Mörder floh, wurde emgefangen und Abends nach Weilheim gebracht. Bei der AuSwaggonierung stürzten etwa 500 Männer auf den Mörder, der mit Steinen und Holzscheiten niedergeschlagen und so zuzerichtet wurde, daß fein Aufkommen zweifelhaft ist. Fünf Gendarmen wehrten die Angreifer mit blanker Waffe ab, sonst wäre der Mörder buchstäblich in Stücke zerrissen worden. Mehrere Gendarmen und zahlreiche Leute wurde verletzt. * Berlin, 17. Mai. Der verhaftete Maurer Thiede, der daö Nothzuchtverbrechen gegen die Bahnbedienstetenfrau Klebedzon eingestand, dagegen beharrlich leugnete, der Mörder dec Helene Schweichel zu sein, ist, wie die Criminalpolizei bekannt gibt, allem Anscheine nach wirklich nicht der Mörder. Es wird jetzt nach einem anderen Manne gefahndet, der ftch an dem betreffenden Tage ebenfalls bettelnd im Grünewald umhertrieb. * Wie«, 14. Mai. Am SamStag Abend haben sich zwei Kinder, ein Mädchen von 12 und ein Knabe von 9 Jahren, in der Donau ertrankt. Um halb 9 Uhr näm- lid) erschien die zehnjährige Emilie Lmdenthal im Wach- zimmer bei der Augartenbrücke mit der Meldung, daß sich die im gleichen Hause mit ihr wohnenden Geschwister Anna und Carl Jerabek, Kinder der Weißnäherin Johanna Jerabek, soeben in die Donau gestürzt hätten und in den Wellen verschwunden seien. Nach Angabe des MädchenS waren die drei Kinder längs deS Ufers spazieren gegangen- plötzlich habe ihr Anna Jerabek einen Zettel gegeben, sei dann mir dem Bruder die Böschung hinabgelausen und direct zum Wasser geeilt. Der Zettel, den das Mädchen vorwieS, । enthielt die Worte: .Liebe Emilie! Ich danke Dir für die Begleitung. Sage der Mutter, daß es wahr ist. Bitte meine Mutter, daß sie mir verzeihe. Anna." Anna und Carl Jerabek hatten sich die Hand gereicht und während deS Laufens ihre Kopfbedeckungen abgeworfen. DaS Mädchen hatte sich überdies seiner Schuhe entledigt. Im Hute deS Mädchens wurde ein Zettel folgenden Inhalt- gefunden: »Wir haben sich zusammen in die Donau gestürzt. Wohnung Langegasse 39, 1. Stock, Thür 8. Bitte meiner armen Mutter daS zu geben." ES steht außer allem Zweifel, daß sich die Geschwister ertränkt haben. Sie hatten schlechte AuS- weise in der Schule erhalten und waren seit drei Tagen der Schule ft-rngeblieben. Die Mutter agnoScirte die ihr vor- gewiesenen Effecten als ihren beiden Kindern gehörig und gab die Möglichkeit zu, daß die schlechten SchulauSweise und die Furcht vor einer deßhalb zu gewärtigenden Strafe ihre Kinder zum Selbstmorde veranlaßt haben. Von der Wachmannschaft der Wachtstube Augarten, woselbst die kleine Emilie Lindenthal zuerst die Anzeige erstattet hatte, wurden beide Ufer deS Donaucanals genau abgesucht, ohne daß man die Leichen der Kinder gesunden hätte. * Graz, 16. Mai. Wie daS „Grazer Tageblatt" meldet, wird daS Luelo ch in nächster Zeit mit einer eisernen Thüre abgesperrt werden. Vorher wird die Schlurföffnung durch eine Sprengung etwas erweitert werden. Die eiserne Thüre bleibt verschlossen und der Schlüssel wird, falls die Behörde nicht besondere Verfügungen treffen sollte, nur an zur Höhlenforschung berufene Personen ausgefolgt werden, die sich eines höhlenkundigen Führers bedienen. Don den Höhlenforschern ist Joseph Fasching an einem typhösen Fieber erkrankt. Auch der Realschüler Heydt befindet sich in einem sehr herabgckommenen Zustande und scheint geistig gelitten zu haben. * Eine glückliche Stadt. DaS Städtchen Warstein gehört zu den vereinzelten Ortschaften im Deutschen Reich, in denen bis zur Zeit keine Gemeinde-Abgaben erhoben werden. Die städtischen Ausgaben werden aus den Ueberschüssen der städtischen Sparkasse und den Erträgen des etwa 14 000 Morgen großen städtischen Waldes gedeckt. — In Klingenberg erhalten bekanntlich die Bürger alljährlich noch einen ansehnlichen Betrag auS dem Ertrage deS ThonbergwerkeS hinaus- i bezahlt. • AnS der Schweiz. Am Pfingstsonntag spielte sich in einem kleinen Gasthof in Zürich ein gräßlicher Auftritt ab. Der Portier deS Gasthofs, der seit längerer Zeit ein Zimmermädchen mit Liebesanträgen verfolgt hatte und es eifersüchtig bewachte, glaubte zu bemerken, daß ein über die Feiertage im Gasthofe weilender Reisender, Herr Bick, Inhaber eines PapeteriegeschästeS in Stuttgart, sich des Wohlwollens deS Mädchens erfreue. Der Portier stellte den Gast auf der Treppe zur Rede und versetzte ihm mit der Schuhbürste einen heftigen Schlag ins Gesicht. Der Gast eilte auf sein Zimmer, wo ihm das Mädchen die Wunde waschen half. AlS der Portier dies sah, gerieth er in solche Wuth, daß er mit einem Revolver auf das Mädchen schoß und eS tödtlich verwundete. Darauf gab er auf Herrn Bick zwei Schüsse ab. Bick starb nach einer halben Stunde. Nachdem der rasende Portier auch auf den herbeietlenden Gasthofbesitzer gefeuert hatte, ohne zu treffen, begab er sich auf sein Zimmer und gab sich selber den Tod mit einem Schuß in den Mund. Die Berichte über den Vorfall stellen in Abrede, daß irgendwelche ungebührliche Beziehung zwischen Herrn Bick und dem andern Opfer der eifersüchtigen Wuth de- Portiers bestanden habe. * Pari-, 16. Mai. Ein furchtbares Verbrechen ist wieder auf offener Straße in der Rue des V'naigrierS begangen worden. Zwei Marine Infanteristen belästigten eine vor ihrem Laden sitzende junge Frau; dieselbe rief ihren Gatten zur Hülfe, der die Soldaten zur Rede stellte. Wüthend zog der eine sein Bajonnett und stach eS dem Manne in die Brust. Der Unglückliche blieb auf der Stelle tobt. Die Soldaten wurden verhaftet. * Avignon, 16. Mai. Während des Stiergefechts wurde der 23jährige spanische Toreador Antonio, als er sich vor einem Stiere über die Barriere flüchten wollte, von dem Thiere so schwer am Unterleib verletz?, daß er nach wenigen Stunden starb. * Die Droschke als Lebensretter. Einer Münchener Bäckermeistersfrau passirte jüngst daS Malheur, daß ihr, als sie mit einer Nachbarin ein lebhaftes Gespräch pflog, das sie zum Lachen veranlaßte, drei ihrer falschen Zähne in den Schlund geriethen. Alle möglichen Versuche, die Zähne durch Nachguß von Flüssigkeiten auS dem Schlunde zu entfernen, blieben erfolglos und man entschloß sich, die einer Ohnmacht nahen Frau, die vergebens nach Athem rang, und sich dem ErstickungSiod bereits nahe glaubte, schleunigst zu einem in der Nähe wohnenden Specialisten zu verbringen. Man bestieg eiligst eine herbe,geeilte Droschke und trug dem Kutscher auf, so schnell als möglich seines Amtes zu walten. Beim Einbiegen in eine Nebenstraße nahm der Kutscher in seinem Eifer die Curve zu klein und die Droschke prallte heftig an den Randstein. Durch den Stoß aber flog baß Gebiß der halberst ckten Bäckerin auß dem Halse und unmittelbar vor die Füße. Die glückselige, vom Tode gerettete Bäckerin aber bezahlte dem Droschkenkutscher für diesen „Stoß" ein ansehnliches Honorar, waS derselbe schmunzelnd zu sich steckte. * Ein merkwürdiger Predigtt^t. In Oberleinach (Unterfranken) Hub Herr Pfarrer Hoffmann, wie dem „Würzb. Journal" berichtet wird, an einem der letzten Sonnlage in der OrtSklrche zum Erstaunen seiner zahlreich versammelten Pfarrkinder folgendermaßen zu sprechen an: „Meine lieben Brüder in Christo! Ich alß ernannter Testamentar lasse im „Gasthaus zum Lamm" am Mittwoch durch den k. Notar Alzheimer den Jmmobilienbesitz der verlebten Pfarrersköchin Margaretha Nügamer unter den am Termin bekannt zu gebenden Bedingungen öffentlich versteigern,- ich selbst versteigere dann am folgenden Donnerstag den weiteren Nachlaß derselben, soweit solcher in Wäsche und Mobilien besteht. Steigerung-lustige und eingeladen." Diese Art der Be-- kanntmachung eine- Bersteigerung-terminS dürste neu fern. • Frische Früchte vom Eap und auS Reu-Seeland sind seit einiger Zeit in den Pariser Schauscnstern zu sehen, Aprikosen, Pfirsiche vom prächtigsten Aussehen und in großer Zahl. Zunächst sind sie nach England gebracht worden auf Schiffen, die ursprünglich für den Transport frischen Fl«i- scheS aus Argentinien bestimmt waren - sie werden in den Kälteräumen dieser Schiffe untergebracht und überstehen die große Reise ohne Schaden. Es sind daS die ersten Versuche, beim weiten Transport von Früchten niedere Temperaturen zur Anwendung zu dringen, die ersten Versuche wenigsten-, die geglückt find. Man beabsichtigt nunmehr, einen bleibenden regelmäßigen Transportdienst zu entwickeln, und der wird gerade Europa zu einer Zeit reichlich mit Früchten versorgen können, da diese bei uns bisher am allerspärlichsten waren. Das Cap der guten Hoffnung hat für das Aufziehen der Früchte etwa ein ebenso günstiges Klima wie die Mittelmeerländer Europas, aber mit dem Unterschiede, daß die Ernte am Cap bis gegen Ende deS Jahres für Aprikosen ftatt» findet- eS kämen also die Sendungen von dort in Europa noch lange vor der Zeit an, da die ersten srischin Früchte wieder bei uns zu haben sind. Im Januar folgt dann am Cap die Ernte für Erdbeeren, Trauben, Birnen und Aepfel, im Februar die der Pfirsiche, endlich die der Orangen im Hochsommer, wenn es bei und längst keine mehr gibt. Zum Transport dieser Früchte sind in England bereits zwei Schnelldampfer, der „Scot" und der „Dunottar-Castle" erbaut worden, die in 13 Tagen den Weg vom Cap nach Plymouth zurücklegen. Aber auch die Castle-Linie und die Union-Linie haben ihre Schiffe mit Gesrierräumen ausgestattet, die bis 50 Tonnen Früchte zu fassen vermögen, und in Capetown selbst hat man zur Aufbewahrung Gefrierräume eingerichtet. Freilich ist die Schiffsfracht noch ziemlich hoch, sie beträgt zwischen 100 und 125 Franc- die Tonne im Gefrierraum, während die Waare am Platze die Tonne nur zwischen 50 bis 62 Francs beträgt. Verkehr, £anO» tmfc Volk-wirthschaft, O vodenhausen (Sogelßberg), 17. Mai. Den heute bafrUt abgehallenen Pftngstmarkt begünstigte herrlich:- Wetter, an dem nur auSzusetzen, bah eß zu warm war. Der Nindviehrnarkt zeigte mäßige Befahrung, da eß an abzusetzendem Rindvieh mangelt. Der Handel ging gut bei Haltung der seitherigen Preise. Einjährige Rinder galten 110 bis 130 Mk., zweijährige 140 bi- 160 Mk., Kühe 220 bi- 250 und 250 biß 280 Mk. Der Schweinemarkt war sehr stark befahren. Die Preise für die Ferkel erreichten eine gang auffallende Höhe. Bezahlte man doch schon für sechswöcheniliche Ferkel durchschnittltch 50 biß 55 Mk. per Paar, ältere und bessere aber kosteten 75 biß 85 Mk. Daß sind in der That Ferkelpreise, die die Frage entstehen lassen, wie bei solchen Preisen noch etwaß daran verdient ober wie man zu sagen pflegt „erzogen" werden kann. Läufer waren weniger vorhanden alß Ferkel und kosteten per Paar 110 bis 120 Mk. T(irchliche Anzeige« der Stafct Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst Sonntag den 20 Mai. Trinitatisfest. An der Ltadtttrche. Vormittags 7«/< Ubr. Pfarrer Schlosser- Gottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten der Matthäußgemeinde. Vormittags 9*/, Uhr: Pfarroerwalter Dr. Grein. Vormittags 11 Ubr: MilitärgotteSdienst. Pfarrer Dingeldey. — Beichte und Feier deS hl. Abendmahls Nachmittag- 21/» Uhr: Kinderkirche- Pfarrverwalter Dr. Grein. ___________ An der AohanneSkirche. Vormittags ?•/< Uhr: Pfarrer Dingeldey Frühgottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten auS der LukaSgemetnde Vormittags 9'/, Ubr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergot'esdienst der JohanneS- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann- Die Neuconfirmirten der Johannesgemetnbe werden gebeten, gleich nach dem Gottesdienste, um 11 Uhr, zu einer kurzen Besprechung im Cor.firmandensaal sich zu versammeln. Katholische Gemeinde. Sonntag den 20. Mai. Fest der allerheiltgsten Dreifaltigkeit- SamStag: Nachmittags um 4> t Uhr unb Abend- um 8 Uhi Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6>j, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte: , um 6‘/i Uhr erste hl. Messe; „ um 7Vi Ubr AuSthelluna der hl. Communion; „ um 8‘/i Uhr zweite bt- Messe; . um y/t Uhr Hochamt mir Predigt. Nachmittags um 2 Uhr sakramentalische Bruderschaftsandacht. Gottesdienst in der Lynagoge SamStag, den 19. Mai Vorabend 7” Uhr, Morgens 8M Uhr, Nachmittag- 4* Uhr, Sabbathausgang 918 Uhr- Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Frettag Abend 7“ Uhr, SamStag Vormittag 8" Ubr, SamStaa Nachmittag 4°° Uhr, SamStag Abend 9°° Uhr- Witterungsaussichten Wetterhäuschen, Südanlage. — 17. Mai, Mittags 12 tts, 18. Mat, Morg. 8 Uhr Baromerer: Zbermomeler: Hygrometerstand: Mittlern min. 750 mm, max. 752 mm , + 15° EL. „ 4- 24°B Gewitter bilduvg Barometerstand bei 0° 1 nun. 748 mm., max. 750 mm , 4-90R. „ + 14°R. Gewttterbildung. L = 744,7 mm. Temperatur der Lahn und der Lust nach Reaumur gemesirn am 18. Mai, zwischen 11 unb 12 Uhr: Wasser 16. Lust 21° Rübsamen'sche Badeanstalt. G Santfagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Theilnahme bei dem für uns unersetzlichen Verluste, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dr. Naumann am Grabe der Verewigten, sowie der Schwester, als auch für die zahlreichen schönen Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unfern herzlichen Dank. 4276 Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Sand. 134.70 139.50 99.36 104.00 287 87 76.70 4247 Entree 30 Pfg. des 4277 Zuges zur Empfangnahme der Fahrkarten einfinden. 4274] Der Vorstand. Kirchenplstz Nr. 10. Vermischte Anzeigen. 4258 mit Familie. 4254 Gerichtsvollzieher- 4282 Im Frifireu mhk M „„k ’fi t a r bildung, gesucht, «oft u. LogiS im empfiehlt sich in und außer dem Hause Hause- Angebote unter A. V. be- I Anna Baum, fördert die Expedition d. Bl. 4081 4258» ’tatt, wozu freundlichst einladet Kugelblau, Borax, Bieber bei Rodheim. 4263 4255 empfehlen billigst 4221] Gin Pferdeknecht sofort gesucht. Kennel, Rtegelpfad 12. do. 3Wo 125.73 145.201 8er. KSnia<-L«r«b>A^ Gießen. G « auth. 97LÜ 77.30 22.30 3620 85.40 391.06 217.37 164.90 110.90 11323 82 50 Dirconro-Gosunand^Anth. Darmstldter 8«rfxÄcL Dresdener Bank-Stet. Nordd. Aoyd-VLt. Wiener Bankver^ltt DcfL Lredit-Slct. 3ttL ffltüdweerleN* Äd (Selkx. Lomb. E^-B^Act. Buschtherader Elb thal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordoft.-B.-Ntt. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger Hochfeine« Gebirgg - Himdekrsast Ein Mädchen tagsüber gesucht. 4228 Lahnstrabe Nr. 11. innegehabte Laden nebst Wohn- räumen, Keller re. soll anderweit vermiethet werde«. Nähere Auskunft ertheilt -aS Armenamt. Gietzen, den 17. Mai 1894. Die Armen - Deputation der Stadt Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. 4240] Gin besseres Mädchen, welch, kochen kann, sucht Stelle. Zu erfragen Krem »r. 11. 4086] «in evang. Lehrmädchen in ein Colonialwaarengeschäst sucht 4086]G. May, Diez. fachen rc. rc. Versteig, vorauss. theilw. bestimmt. Engel, Wermietfiungen. 4271] Eine Wohnung, Parterre, mit Wafferleitung, zu vermiethen I. Unverzagt, Schottstraße 11. Wegen Räumung des Stadtbaches wird dessen Wasserzufluß von nächsten Montag den 21. d. Mts. an bis auf Weiterer abgesperrt. Gießen, den 18. Mai 1894. 4273 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. G n a uth. Johannes Bogel. Gießen, Mainzlar, den 18. Mai 1894. [4269 3o/o ReichLrnlethr 3Ve% do. 3% Prcuß. Eonsol» Wafferabgabe betreffend. Infolge außergewöhnlich hohen Verbrauchs am gestrigen Tage sind wir genölhigt, die Wasserabgabe von heute Abend 6 Uhr bis morgen früh 6 Uhr zu unterbrechen. Gießen, 18. Mai 1894. Aeisgeöotenes. Waschstoffe für Herren- und Knaben-Anziige offeriren in schöner Auswahl. 4284 Uebernehmen auch die Anfertigung nach Maaß zu billigem Preise. Aug. Montanus Nchf. Gießen, Markt 10. Schlußes Lrs« 1 Uhr 15 Mtn. 88.10 4o/e Ung. Gold-Rente 101.60 50/0 Itol. Rente 88.15 30/0 Portugiesen 101.70 40/0 Grtech. Monopol-Aal. GROSSER Israeliten-Ball Der Vorstand: Wilh. Otto II., Director. Hch. Ad. Lindenftruth III., Rechner. 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Caternberg bei Effen (Ruhr), Ktrch- straße 64/1/6, 15. Jan. 1894. [2318 In schöner, klarer und haltbarer Waare liefert zu jeder Zeit prompt Otto Luft, NTg Röhrles Bierhalle. Freitag den 18. Mai, Abends 8 Uhr Großes Militär - Concert ausgeführt von der Capelle des Jus.-Regts. Kaiser Wilhelm. ist ganz vorzüglich, um augenblicklich jede schwache Suppe höchst schmackhaft und kräftig zu machen. In Ortginal-Fläsch-' chen von 65 Pfennig an bei Emil Fischbach, Seltersweg. Die leeren Original-Fläschchen von 65 Pfennig werden zu 45 Pfennig und diejenigen ä Mk. 1.10 zu 70 Pfennig mit Maggi's Suppenwürze nachgefüllt. 3872 Sämmtliche zur Wäscherei gebrauch, lichen Artikel, als: la. trockene Kcrnseife, la. weihe Swmierseife, la. RetS- und Weizen-Stärke, . geführt werden. i 1249 Der Vorstand. BK Staufenberg. • l\e Abfahrt: 2« Uhr. (Fahr- !___________Preisermäßigung )_______4261 I Philosophenwald. ! Liegen geblieben, ein neues Damen- Jaquett und eine Brille. 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