M« 271 Dn **»«*•<* ttfdjtini täglich, a* Ausnahme bei Montag». Du Sietzen er faBUItalUtlii wrttn dem Ln-eiger wöchentlich dreimal bti<«4«fL Drittes Blatt. Sonntag den 18. November 1894 Gießener Anzeig er Keneral-Mzeiger. BterttljibrV® 2 Wart 20 Pitz. Bringerlah». D«ch btt Post bcfafBI 8 «art 60 Pitz. Rtkrtvm. tTV«bW*l und Dru derer. Achulstratze K» ». Ktrnjprtcher 8L An,ts- und Anzeigeblatt ffir den Areis Gietzen. chraiisßeikage: Hießener Kamitienökätter iHttikwe von «n,eigen ,u der Nachmittag» für den fOlgenden Lag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. MU» Kunoncen-Vureaux de» In. und Ausland«» nehm« Anzeigen für den ^Gießener Anzeiger* entgegen. Anzeichen eines bald l bar, so ist daß eine Mahnung zur Eile. weilen dann auf der Rastftation nur so lange, als erforderlich ist, um in aller Eile ihre Nahrung zu suchen. Ist dies Geschäft erledigt, dann wird sofort der Weiterflug an- Deutsches Reich. Berlin. 16. November. Die Bildung der neuen Regierung im Reiche und in Preußen unter dem Fürsten Hohenlohe ist mit der Ernennung des Oberlandesgerichts- Prästdenren Schönstedt zum Justizminister abgeschlossen worden. Die „Nat.-Ztg." beurtheilt die politische Bedeutung der stattgefundenen Personalveränderungen in sehr nüchterner Weis. DaS national-liberale Blatt meint, wenn überhaupt der stattgefundene Personalwechscl in den höchsten ReichS- und Staarsäcktern eine politische Veränderung in sich schließe, so könne dieselbe höchstens in der Richtung einer geringen Verschiebung nach der liberalen Seite hin liegen. Zur Be kräftigung oieser seiner Ansicht weist das Blatt darauf hin, daß jetzt an Stelle des couservativen Grafen Eulenburg der liberale Fürst Hohenlohe an der Spitze des preußischen Staatsministeriums stehe, und daß auch der Wechsel im Just zministerium in ähnlichem Sinne beurtheilt werden könne. Im Uebrigen erblickt die „Nat.-Ztg." die Bedeutung der stattgehabten Veränderungen darin, daß einerseits der unheilvolle Dualismus zwischen Reichskanzler und Ministerpräsident beseitigt worden sei und daß anderseits an die Stelle der bisherigen Minister des Innern, der Landwirtschaft und der Justiz Männer getreten seien, von denen eine kräftige Initiative zu erwarten stehe. Andere Preßstimmen vertreten freilich die Ansicht, daß der stattgefundene Personalwechsel sich in seiner Gesammrheit vielmehr als eine Schwenkung nach rechts characterisire und betonen sie hierbei die politische Vergangenheit der neuen Minister des Inneren und der Landwirthschaft. , — Die außerordentliche preußische General- synode ist am Donnerstag geschlossen worden. Ihr Hauptwerk besteht in der Berathung und schließlich einstimmig erfolgten Annahme der neuen Agende. — Der Bundesrath genehmigte in seiner Wochen- Plenarsitzung die Ausschußberichte über die Etats der Marine- verwattung, der Post- und Telegraphenverwaltung und der Reichsdruckerei. Ueberwiesen wurden den berrcffenden Ausschüssen die Gesetzentwürfe wegen Aenderung des Zolltarifs, über Feststellung des ReichshaushaltSetats für die Schutzgebiete auf das Etatjahr 1895/96 und über die Jnvalidt- täts und Altersversicherung farbiger Seeleute im Verkehr mit westafrikanischen Seehäfen. Fenilleton. Der Vögel Winlrrreisr. Pon Dr. Friedrich Martin. (Schluß.) Daß die Witterung die Wanderzüge ungemein beeinflußt, kann allerorts beobachtet werden. Schlechtes Wetter mit Südwestwinden bringt dieselben sofort inS Stocken. Tagelang ist kein Wanderer mehr zu erblicken, aber sobald die Witterung zum Guten umschlägt, fallen sofort dichte Schwärme ein. ES ist von hohem Jnteresie, einen Zug von kleineren Vögeln bei gutem Wetter zu belauschen. Namentlich sind es die Drosielarten, die es vorzüglich verstehen, das Nützliche — die Winterreise — mit dem Angenehmen — die Nahrungsaufnahme — zu verbinden. Nachdem die Vorposten die Gegend untersucht und über den Befund Bericht erstattet haben, steht die Ankunft des Zuges baldigst bevor. Ist schlechtes Wetter, erscheint derselbe nicht, er bleibt so lange weg. als dasielbe andauert. Kaum aber lacht blauer Himmel mit Hellem Sonnenschein, dann ist sofort die ganze Gegend bedeckt von Vögeln. Langsam, aber stetig ziehen dieselben von Busch zu Busch, eifrigst ihre Nahrung suchend. Jedes kleine Gehölz, jede Hecke, jedes Gesträuch ist erfüllt mit Wandervögeln. Ueber die freien Felder fliegen sie ununterbrochen, jede Scholle, jeden einzelnen Strauch durchsuchend, alle dem Süden zustrebend. Wohin man immer blickt, überall dasielbe wunderbare Leben, dieselbe Eile im flüchtigen Auf- fuchen der Nahrung, dieselbe Unruhe, dasselbe rastlose Weiterwandern. Am nächsten Morgen schon ist sicher in der ganzen weiten Flur auch nicht einer de- Zugvögel mehr zu habt- es ist jetzt für Kinder unter 15 Jahren bei Strafe verboten, Vögel zu fangen. Die 15V< Jahre alten Jungen aber bis hinauf zum 70jährigen Jubelgreis dürfen nach wie vor unter den Thieren ausräumen, so viel sie nur immer können. Einen großen practischen Werth hat somit das Verbot nicht, es kann den Vögeln ganz gleich sein, ob ihnen von einem 14- oder einem 16jährigen Burschen der Hal« umgedreht wird. Innerhalb Deutschland haben die Vögel noch eine weitere gefährliche Klippe zu umsegeln, ehe sie die südlichen Gebirgspässe erreichen. Es ist dies Thüringen und der Thüringer Wald, wo der Vogelfang in schönster Blüthe steht. Die „Krammeisvögel", die dort zu Tausenden jeden Morgen gefangen werden, bestehen sicher zur Hälfte aus Drosseln. Ein Vogelschutz hat in Thüringen bis jetzt so gut wie gar nicht eriftin, war doch dort sogar die Lerche ein „jagdbares Thier . In neuester Zeit ist eine Besserung insofern angeregt worden, als die verschiedenen thüringischen Staaten in Unterhandlungen stehen, um ein für alle Theile des Landes giltlges Schutz- gesetz zu erlassen. Dasselbe verbietet da« Fangen und Schießen der Singvögel und gestattet den Fang der Kram- metsvögel auf dem Vogelherde erst vom 15. October ab. Werden andere Vögel unbeabsichtigt eingefangen, sind die- selben sofort wieder in Freiheit zu setzen. Hoffentlich erfüllt das Gesetz seinen Zweck. . Am schlimmsten wird den armen Thieren mttgespielt beim Passiren der Gebirgspässe in der Südschwetz und namentlich in Oberitalien. Dort beginnt unter ihnen em wahres Morden. Alle nur möglichen Fangvorrichtungen erwarten die Züge, geschont wird weder Groß noch Kiew, noch Jung und Alt. Was in den Netzen zappelt, wird erwürgt ohne Gnade und Barmherzigkeit, in Körben und Kiepen wird die Beute zu Thal getragen und in den nächsten Ortschaften um einen Spottpreis verschleudert an Fein- schmecker, denen das Verspeisen der kleinen Vögel ein „Genutzt ist. Nimmt man hierzu noch all die anderen Gefahren, welche die Züge bedrohen, so muß es wirklich Wunder nehmen, daß sich in jedem Frühjahre wieder Schwalbe, Staar und Lerche in ziemlicher Anzahl bei uns etnfinden. Unsere Pflicht ist eS aber dann auch, die Thierchen zu hegen und zu pflegen, ihnen Die Futteraufnahme auf der Reise geht überhaupt mit der größten Schnelligkeit von Statten. Die Raftstationen sind wirklich für die Züge nur da, um zu» rasten für ganz kurze Zeit- dauert der Aufenthalt länger, so tragen hieran widrige Umstände die Schuld. Die Vögel wandern mit großer Schnelligkeit, ihre Flugkraft ist, wie wir schon an . einem Beispiel gezeigt haben, ganz gewaltig. Wir wollen noch ein zweites Beispiel anführen als Beweis dafür, daß auch minderwerthige Exemplare noch sehr achtungSwerthe Flugleistungen liefern können. An einem schönen Julitage fand ein Postvorsteher in einer kleinen thüringischen Stadt einen jungen Storch, der zu früh das Nest verlassen hatte, im seichten Wasser der Werra, hart bedrängt von einem halben Dutzend Gänsen. Dieselben wurden verjagt und das Störchlein war gerettet. Dasselbe weigerte sich hartnackig, Nahrung zu nehmen, und so ließ es sein Retter wieder auf das Nest bringen, nachdem ihm ein Messingtäfelchen mit entsprechender Inschrift angehängt worden war. Am 20. August verließen die Störche die Gegend und am 24. wurde der gezeichnete Storch vom Kirchthurm der Ortschaft Fornells, Provinz Gerona in Eatalonien, herabgeschossen. Dem Post- vorsteher wurde das Messingtäfelchen eingesandr und die näheren Umstände des Todes des Vogels mitgetheilt, so daß sich es in diesem Falle um Jägerlatein nicht handeln kann. Der schwächliche Vogel hatte somit 165 geographische Meilen zurückgelegt, also täglich über 40 Meilen. Eine der beliebtesten Raststation:n bildet die Jn.el Helgoland. Es ist ganz erklärlich, daß dieser isolirte Fels, den Vögeln auS weiter Ferne sichtbar, für dieselben einen bedeutenden Anziehungspunkt bildet. Als die Insel noch englischer Besitz war, wurden bte erschöpften Thiere von den Insulanern zu Tausenden und Abertausenden gefangen und verspeist. So ist eS auch geblieben, als die Insel deutsch Vor Kurzem erst veröffentlichten die Badegäste einen erblick«!.^ Wanderungen sind die Züge natürlich aenöthigt, hin und wieder eine Raststation zu machen. Finden dieselbe» auf der Reise Plätze, die ihnen besonders zusagen, so verweilen sie dort je nach der Witterung und nach sonstigen nur ihren bekannten Umständen kürzere oder längere Zeit. War die Wanderung verspätet angetreten oder machten sich Dr. Oerrel m Sondershausen zu den Angeschuldigten gerufen. Gegen 5'/- Uhr Nachmittags traf Dr. Oertel in der Gcrlach- schen Wohnung ein. In der Wohnstube traf er den Ober- förster nebst Frau und Tochter an. Gerlach und Frau tlagten dem Dr. Oertel sofort über die Schlechtigkeit ihres Dienst- Mädchens Anna Köhler. Da« Mädchen habe ihnen wiederholt Zucker und Beeren gestohlen und in Folge des Genusses dieser Gegenstände leide dasselbe seit längerer Zeit an heftigen Durchfällen. Einen Arzt haben sie, da das Mädchen sich dagegen stets gesträubt habe, bisher nicht zu Rathe gezogen. Der Oberförster erzählte auch dem Arzt, daß er daS Mädchen wegen ihres diebischen Wesens wiederholt gezüchtigt habe. Dr. Oertel, dem das Gebahren der Gerlach schen Eheleute etwas verdächtig vorkam, verlangte die Patientin zu sehen. Bevor jedoch dem Verlangen des Arztes entsprochen wurde, erzählte ihm noch Gerlach, daß das erkrankte Mädchen am Hinterkopf eine Wunde habe, die ihr vor Antritt des Dienstes bei ihm von ihrem Bruder zugefügt worden sei. Auch aus dem Rücken habe daS Mädchen mehrere Wunden, diese habe sie sich aus Reue über ihr diebisches Wesen selbst zugesügt. Der Oberförster begab sich hierauf mit Dr. Oertel in eine zwei Treppen hoch belegene Kammer. Hier lag daS junge Mädchen in einem völlig verwahrlosten Zustande, nur mit einem Kleide bedeckt, den Kopf mit einem alten, nassen Lappen umwickelt, besinnungslos auf einem Bett. Auf Aufforderung des Arztes, den Lappen vom Kopse zu entfernen, ritz der Oberförster denselben mit solcher Gewalt dem Mädchen ab, daß der Arzt sich veranlaßt sah, dem Oberförster über dteS Verhalten Vorhaltungen zu machen. Eine flüchtige Untersuchung ergab auf dem Hinterkopf eine Fünfmarkstück große, von Haaren entblößte, die Knochen bloslegende, völlig vereiterte Wunde. In der linken Nierengegend befand sich em handbreiter Hautdesect mit brandigem, geschwürigen Grunde. Der linke Oberschenkel wies die Spuren zahlreicher Schlage auf, die linke Wade war in Folge von Schlagen vollständig blutunterlaufen. Dr. Oertel erkannte schon auS dieser nur oberflächlichen und flüchtigen Untersuchung den völlig hoffnungS- losen Zustand des Mädchens. Er ordnete deshalb die sofortige Uebersührung desselben in das Krankenhaus an. Aus Vorhalten des Dr. Oertel gestand Gerlach zu, das Mädchen ein oder zwei Tage vorher mit einem Stock gezüchtigt zu haben. Auf die Bemerkung des Dr. Oertel, daß man einen schwer kranken Menschen doch nicht noch schlagen dürfe, er- — Die Vorlage über die Bekämpfung der Umsturzbestrebungen sieht nach neueren Meldungen vor: Bestrafung der Verherrlichung von Verbrechen, der Anstiftung von Militärpersonen zum Ungehorsam, und der Bedrohungen. Außerdem bringt sie eine Ausgestaltung der bekannten „Kautschuk-Paragraphen" des Strafgesetzbuches, §§ 130 und 131. Preßerzeugniffe können, wenn sie unter dieses Gesetz fallende Artikel enthalten, vorläufig beschlagnahmt werden. Endlich heißt es noch, die Vorlage werde auch das Uebergreifen der social-revolutionäre» Propaganda auf die Heeresorganisation berücksichtigen. . — Für neue Marineforderungen plaidirt die „Nordd. Allg. Ztg." in einem Artikel, der Folgendes ausführt : Die deutsche Marine sei im AuSlande noch nie so in Anspruch genommen gewesen, wie jetzt. In Ostasien befänden sich drei Kreuzer und zwei Kanonenboote. Von den dahin bestimmten weiteren Kreuzern werde „Comoran" und „Condor" zunächst in die Delagoa Bai, und „Irene" nach Marokko gehen, da der dort ftationirte „Sperber" vor Kamerun erforderlich sei. In der Südsee sei kein Kreuzer entbehrlich. Im Westen Südamerikas befinde sich nach Abgang der Kreuzerdivision kein deutsches Kriegsschiff, obgleich der Aufstand in Peru immer dringender einen Schutz der Landsleute erwünscht sein lasse. Der Mangel an Kreuzern sei drängend. Es verlaute, die Marine-Verwaltung wolle im nächsten Etat vier neue Kreuzer beantragen und sich dafür aller weiteren SchiffSneubau-Forderungen enthalten. Wer werde fragt das Regierungsblatt — Muth finden, gegenüber den Zeichen der Zeit abzulehnen? Eine Dienstboten - Mißhandlung vor Gericht. Ein Verbrechen, das die kühnsten Phantasien aller Romanschriftsteller weit in den Schatten stellen dürfte, gelangte am 14. d. Mts. vor dem Schwurgericht des Königlichen Landgerichts in Erfurt zur Verhandlung. Auf der Anklagebank erscheinen, au« der Untersuchungshaft vorgeführt: 1) der Fürstlich-Schwarzburg-Sondershäusische Oberförster Gerlach, 2) dessen Ehefrau, aus Sondershausen. Bei dm Angeklagten stand seit Anfang März d. I. ein junges Mädchen, Namens Anna Köhler aus Gotha in Diensten. Am Nachmittage des 11. Juli d. I. wurde der practische Arzt widerte Gerlach: „Ja, wenn einen die Wuth dazu treibt." Das Mädchen wurde ohne Verzug in das Krankenhaus ge- bracht. .Als der leitende AnstaltSarzt, Kreisphysicus Medicinal« rath Dr. Beyer, gegen 8 Uhr Abend- die Kranke sah, gewann er sofort die Ueberzeugung, daß er eine im Sterben liegende Person vor sich habe. In Folge sofort angestellter Wieder« belebungsversuche beantwortete das Mädchen wohl einige an sie gerichtete Fragen, doch zeigten die Antworten, daß sich die Kranke in deinem eliriumähnlichen Zustande befand. Mit großer Gier schlürfte sie ein ihr dargereichteS Gläschen Cognac mit Et hinunter. „Sie haben wohl schon lange nichts zu essen bekommen?" fragte Dr. Beyer. „O, schon lange nicht", seufzte das Mädchen. Da Dr. Oertel inzwischen der Behörde Anzeige gewacht hatte, so erschienen kurz nach 8 Uhr Abends der Erste Bürgermeister Kühne und der Oberamtsrichter Klang im Krankenhause, um, wenn angänglich, daS Mädchen zu vernehmen. Allein diese Bemühungen waren erfolglos. Das Mädchen gab ganz verwirrte Antworten und wußte nicht einmal ihr Alter und die Dauec ihres Dienstverhältnisses bei den Gerlach schen Eheleuten anzugeben. Das Mädchen verfiel sehr bald in Schlaf und verstarb bereits gegen 11 Uhr Abends, in Gegenwart des Medicinalraths Dr. Beyer, ohne wieder zum Bewußtsein gekommen zu sein. Der Medicinalrath gewann auf Grund der Verletzungen des Mädchens die Ueberzeugung, daß dasselbe längere Zeit hindurch gemißhandelt worden und daß die Gesammtheit der Verletzungen, der Schmerz, die Vernachlässigung der Wunde und der zurückgekommene Ernährungszustand daS untrügliche Zeichen einer fortgesetzten unmenschlichen Behandlung sei. Bereits am 12. Juli wurde die gerichtsärztliche Obducttou der Leiche vorgenommen. Hierbei wurde feftgestellt, daß der ganze Körper Spuren von fortgesetzter, schwerer Mißhandlung zeigte. Die Unterschenkel wiesen breite, blaurothe Striemen auf, die nur durch starkes Schlagen mit festen Gegenständen, als Stöcke x. entstehen. Dieselben Striemen bedeckten auch beide Oberschenkel. Die Schläge, durch welche die Striemen verursacht worden, müssen derartig stark gewesen sein, daß sich die ganze Haut nebst dem gesammten Unterhautfettgewebe von dem darunter liegenden Muskelfleisch abgehoben hatte, sodaß sich große Oeffnungen an beiden Beinen und zwar an den Unter« und Oberschenkeln gebildet hatten, die mit wäsiriger gelber Flüssigkeit gefüllt waren. Dieselben blaurothen Striemen befanden sich an der rechten Brust, an der Vorderseite des rechten Oberarms und am linken Unterarm. Außerdem gewahrte man auch blaurothe Flecken, Spuren früherer Mißhandlungen. Die Rückseite der Leiche bot einen noch grauenvolleren und zugleich mitleiderregenden Anblick. Zunächst erblickte man am Hinterkopf eine tiefe und runde Wundfläche von 7x/2 Zentimeter Breite und 8 Zentimeter Höhe. Die Haare fehlten hier vollständig. In dieser Wunde befand sich eine große Menge kleiner Maden, ein Beweis, daß die Wunde schon sehr lange aller Pflege entbehrt hatte. Wie tief die Kopfwunde gewesen, ergibt sich aus dem Umstande, daß sogar der blosliegende Knochen des Hinterhauptbeines sich in kleinen Plättchen abgehoben hatte, lieber dem rechten Schulterblatt fand sich eine weitere schwere Wunde- hier fehlte ein ganzes Stück Haut, etwa 12 Zentimeter lang und 3 bis 4 Zentimeter breit, so daß das nackte Fleisch offen zu Tage trat. Zwei ähnliche Wundstellen wies die linke Schulter auf, desgleichen waren auf der linken und rechten Rückenseite derartig offene, der Haut entbehrende Stellen. Stellenweise war die Haut ganz abgehoben und entbehrte jeden Zusammenhanges mit der übrigen Haut des Körpers. DaS Fleisch, welches an den offenen Stellen zutage trat, hatte eine schmutzig-graue Farbe. Ein weiterer großer Hautverlust zeigte sich an der linken Hüftengegend- ihre Wohnungen in Stand zu setzen und namentlich für paffende Nistgelegenheit Sorge zu tragen, damit die gelichteten Reihen bis zum Herbst wieder ausgefüllt werden. Die Dankbarkeit der Segler der Lüfte ist eine unbegrenzte. Wenn erst die Anschauung eine allgemeine geworden ist, daß die Vöglein nicht nur zur Freude und zum Ergötzen der Menschen da find, sondern daß diese auch Pflichten gegen den gefiederten Hausfreund zu erfüllen haben, dann wird wohl Niemand mehr über die Abnahme der Singvögel in Deutschland zu klagen haben. Wochenbriefe ans der Residenz (Originalbericht des „Gießener Anzeiger".) Z. Darmstadt, 16. November. Coneertbericht. — Aus dem Kuustvereiu. — Vom Hofe. — Allerlei. Ein wegen seines Zwecke-, sowie wegen seines Verlaufes interessantes Zoncert hat hier am vergangenen Montag startgesunden und den schönsten Erfolg errungen. Zum Besten der Barmherzigen Schwestern, die allen Kranken, ohne Unterschied der Confession, bereitwillig ihre Hülfe leihen, veranstaltet ein Zomite alljährlich ein Zoncert, daß sich stets großen Zuspruches erfreut. Diesmal ist die Veranstaltung jedoch ganz besonders gelungen, so daß sie mit zu den schönsten Zoncertabenben gerechnet werden kann, die die lausende Saison uns schon gebracht hat. Ein Quintett von Beethoven für Zlavier, Oboe, Zlarinettc, Fagott und Horn eröffnete das Programm. Fünf Künstler unserer Hof- musik sührten es vortrefflich aus. Dann folgten instrumentale und vocale Vorträge in bunter Reihe. Die Hofsängerinnen Fräulein Neumeyer, Jungk und Egli hatten ihre Kunst in den Dienst des wohlthätigcn Zweckes gestellt und fanden selbstredend großen Beifall. Ganz besonders interessirte eine Composition unseres Hofcapellmeisters de Haan „Die Grazien", ein Terzett noch Wielands gleichnamigem Gedicht. Es ist ein Wechselgespräch zwischen den drei Grazien, die den schlafenden Amor unter Blumen entdecke haben. Den duftigen Gehalt der Wieland'schen Verse hat auch die Compo- hier fehlte ein Stück Haut von 15 Zentimeter Lange und 9j/2 Zentimeter Breite. Innerhalb dieses Hautverlustes befand sich ein lederartig-geschwärzter Hauttheil, welcher gleichfalls von dem darunter liegenden Muskelfleisch abgehoben war. Dieser Hautverlust war aber nicht blos oberflächlich, sondern über 1 Zentimeter tief. Eine ähnliche Verletzung wie die linke zeigte auch die rechte Hüftengegend. Die Stellen unter den Hautdefecten waren mit wässerigem Eiter gefüllt. Zu alledem kam noch eine solche Abmagerung des Körpers, daß aus dieser auf eine überaus dürftige und mangelhafte Ernährung der Gemißhandelten geschloffen werden mußte. Die Mißhandlungen, im Verein mit der schlechten, unzureichenden Ernährung bewirkten gleichzeitig einen starken Körperverfall. Das gemißhandelte Mädchen vermochte die inneren Erkrankungen, die die Obduction ergeben hat, umsoweniger zu ertragen, als die Mißhandlungen bis zuletzt fortgesetzt und außerdem stetig schwere Arbeitsleistungen von der Verstorbenen verlangt wurden. Die Obduction hat nun ergeben, daß infolge der Verletzungen eine Nierenentzündung, verbunden mit allgemeiner Wassersucht, eingetreten war, die den Tod des Mädchens zur Folge hatten. D eser Obductionsbefund führte zur Verhaftung der Oberförster Gerlach'schen Eheleute. Diese gestehen wohl zu, das Mädchen bisweilen wegen seiner Naschhaftigkeit und seines diebischen Wesens gezüchtigt zu haben, sie bestreiten jedoch beide avfs Entschiedenste, die vorgefundenen Verletzungen dem Mädchen beigebracht zu haben. Gerlach behauptet: er habe der Verstorbenen nur em einziges Mal und zwar am Ta^e vor ihrem Tove mit einem etwa fingerdicken Stöckchen 5 bis 6 Hiebe über den Oberschenkel versetzt und zwar habe er dies im Auftrage seiner Frau ge- than. Letztere bestreitet dies jedoch mit dem Bemerken, sie habe ihren Mann niemals beauftragt, das Mädchen zu züchtigen, sie selbst habe bie Verstorbene nur hin und wieder auf die Hände geschlagen. Allein eine große Anzahl von Zeugen hat beobachtet, daß die Verstorbene von den Gerlach'schen Eheleuten fortgesetzt und ohne nennenswerthe oder auch ohne jede Veranlassung fortgesetzt in furchtbarer Weise mißhandelt worven sei. Die Verstorbene soll außerdem wie eine Gefangene behandelt worden sein- sie war dem Verkehr mit der Außenwelt, ja selbst dem brieflichen Verkehr mit ihren Angehörigen fast vollständig entrückt. Aehnliche Behandlungen wie die Anna Köhler sollen im Uebrigen auch die früheren Dienstmädchen der Gerlach'schen Eheleute, wenn auch nicht in so krasser Weise, erduldet haben. Dies hat die Staatsanwaltschaft veranlaßt, gegen beide Eheleute die Anklage zu erheben. Es sind für diese Verhandlung, zu der eine große Anzahl von Zeugen und Sachverständigen geladen ist, zwei Sitzungstage anberaumt. Zu den Verteidigern gehört unter Anderen der Abgeordnete Rechtsanwalt Albert Träger (Berlin). Die Verhandlung erregt in hiesiger Gegend ein sehr großes Aufsehen. (Frkf. Gen.-Anz.) Nach der am 15. d. M. beendigten Verhandlung wurde Oberförster Gerlach (der, wie aus der Angabe seiner Personalien hervorgeht, s. Z. zwei Semester in Gießen ftubirte. Red.) unter Zubilligung mildernder Umstände, zu 4 Jahren Gefängniß, Frau Gerlach zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurt heilt. Vermischtes. * Elberfeld, 14. November. Heber das entsetz liche Brand Unglück in der vergangenen Nacht meldet die „Barmer Ztg." folgende Einzelheiten: In dem Uvterhause des Hauses Kipdorf 84 befinden sich drei Läden, die Zigarren- Handlung von Bender, das Ledergeschäft von Schulten und sition glücklich festgehalten, so daß der Erfolg ein großer war und daS Stück da capo verlangt wurde. Der Besuch des Zon- certes übertraf erfreulicherweise alle Erwartungen, die stattliche Summe von 1534 Mk. konnte daher als Reinertrag abgeliefert werden. Aehnlichen Erfolg hatte auch das vom Mozartoerein am Sonntag in der Johanneskirche veranstaltete geistliche Zoncert gehabt, das zum Besten des Kirchenbaufonds veranstaltet wurde. Eine große Zuhörerschar füllte die schöne Kirche und folgte jeder Programmnummer mit der gespanntesten Aufmerksamkeit. Auch hier dürfte ein schöner Gewinn für den guten Zweck erzielt worden sein. So ist die Zoncert» Saison bereits in vollem Gange und bis jetzt hat sie sich sehr gut angelassen. Dem ersten Hofmusikerconcert folgt schon in den nächsten Tagen das zweite, über dessen Verlauf ich das nächste Mal berichte. Das Hoftheater brachte in dieser Woche Wiederholungen des neuinfeenirten „Lohengrin" und der „Heimath". Am Mittwoch folgte „Eugen Quegin" von dem russischen Eomponisten Tschaikowski, Donnerstag „Hänsel und Grethel" und für heute ist die Posse „Robert und Bertram" mit dem für die nächste Saison engagirten jugendlichen Komiker, Herrn Mayer von Stuttgart als Gast angesetzt. In der nächsten Zeit wird wohl die Fest- Vorstellung an Großherzogs Geburtstag, Rubinsteins „Dämon" das Hauptinteresse des kunstsinnigen Publikums in Anspruch nehmen. Wie verlautet, hat Otto Roq uette zu diesem Tage ein besonderes Festspiel gedichtet, dessen Aufführung den Abend eröffnen soll. Lebhaften Zuspruch fand in dieser Woche auch die Ausstellung des Kunst Vereins. Hier hatte außer auswärtigen Künstlern auch ein Darmstädter, R. Hölscher, eine schöne Collection eigener Werke ausgestellt, zudem war da ein prachtvolles Landschaftsbild aus der Hochgebirgswelt von dem in Berlin lebenden Darmstädter Eugen Bracht zu sehen, und schließlich lockte ein treffliches Porträt der Prinzessin Alix, der zukünftigen Beherrscherin aller ftcufjen, daS Publikum an. Der Maler des Bildes, Wilhelm Horst, hat offenbar mit dem größten Fleiß an feinem Werke gearbeitet, und er kann mit der Anerkennung, die er gefunden, zufrieden sein. Großes Interesse und lebhaften Beifall finden übrigens auch ein paar kleine, sehr fein ausgeführte die Schönfärberei von Balke. Das Feuer brach kurz tior 11 Uhr in dem Zigarrengeschäft aus. Ein Oberwächter kam- 8 Minuten vor 11 Uhr durch das Kipdorf und sah die Flamme auS dem Cigarrenladen schlagen- er drang in den Laden ein, warf in der Bestürzung einige brennende Maaren hinaus- als er aber sah, daß seine Thätigkeit dem Brande keinen Abbruch that, lief er aus dem Laden hinaus und durch den Haupteingang von der Seitengasse in das Haus, um die Leute zu wecken. Er jrettete zu ebener Erde eine Frau und zwei Kinder, worauf er sich in das zweite Stockwerk begab, um das Rettungswerk fortzuführen. Ihm schloß sich der Polizei-Sergeant Gantzen an, .der hinter ihm her die Treppe hinan lief. Es wurden von beiden die Leute in dem ersten Stockwerk geweckt und sie sahen auch, daß einige derselben an ihnen vorüberliefen, um den Ausgang zu gewinnen. Beide begaben sich darnach in das zweite Stockwerk. Die Flammen schlugen inzwischen bereits in die Treppen hinau s, der Qualm wurde stärker und undurchdringlicher. Der Oberwächter erkannte die Gefahr, in der er und fein College schwebte, und versuchte die Rückkehr zu gewinnen. Eine Flurlampe, die er in der Hand trug, fiel zu Boden, vom Qualme fast betäubt, gelangte der Oberwächter in das erste Stockwerk hinab, hier versperrten ihm die Flammen das weitere Vordringen, er gewann ein Fenster und rettete sich durch einen Sprung auf die Straße. Der Polizeisergeant Gantzen ist nicht mehr lebend herausgekommen, vermuthllch ist er erstickt, die Leiche wurde Morgens aufgefunden. Zunächst wurde die Leiche einer unkenntlichen Person weiblichen Geschlechts, bann diejenige des Schreiners Stumpf, der Ehefrau Jansen, des Polizeisergeanten Gantzen, der Wittwe P. Jansen und ferner drei bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen gefunden, worin man zwei Kinder und eine erwachsene Person vermuthet. Ferner fand ein im Nachbarhause wohnender Mann, der Marmorschleifer Schmahl, feinen Tod durch einen Herzschlag, verursacht durch den bei dem Brande erlittenen Schrecken. Mehrere Personen, die vermißt wurden, haben sich wieder eingestellt. Die Feuerwehr war bald zur Stelle, ein Eindringen in das Haus war aber bereits unmöglich. Mehrere Feuerwehrleute erlitten mehr oder minder erhebliche Verletzungen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sind 4 Personen unter dem Verdachte der fahrlässigen Brandstiftung verhaftet worden. Schiffsiraehrichten. — Der Postdampfer „Fliesland" der „Red Star Linie" in Antwerp en ist laut Telegramm am 13. November wohlbehalten in Newyork angenommen. — Köstritz (Thüringen). Dr. (Seltner in Erfurt mir ft im „Reichs Medicinal-Anzeiger" die Frage auf: „Wie muß ein Bier beschaffen sein, wenn es nicht allein als Genußmittel, sondern auch als Nahrungsmittel dienen soll?" Er sagt: „Es muß leicht verdaulich sein und blutbildende Eigenschaften besitzen und bei einem möglichst hohen Malzgehalt möglichst wenig Alkohol enthalten. Denn die Malzproducte bilden ja eine ganz concentrirtc, leicht verdauliche Nahrung: Zucker, Dextrin und Eiweiß sind Nährstoffe, welche dem Biere seine nährende Kraft verleihen müssen. Je höher der Gehalt an solchen Stoffen, desto größer der diätische Werth eines Bieres." Unter den modernen Bierarten dürfte keins ihre Ansprüche so erfüllen, wie das Köstritzer Schwarzbier, das mit zu den ältesten Gesundheitsbieren Deutschlands gehört und welches in der Fürstlichen ^Brauerei seit 1696 hergestellt wird. Tausendfältige Anerkennungen, zahlreiche erste Preise, silberne uud goldene Medaillen beweisen, daß dieses Bier alle die Eigenschaften besitzt, welche von einem Gesundheitsbier nur verlangt werden können. Wer das Köstritzer Schwarzbier noch nicht erprobt hat, wird einen Versuch nicht zu bereuen haben. — Wegen des Bezuges verweisen wir auf den Jnseratentheil dieses Blattes. 2642 Bildchen des Gießener Malers Fritz, der hoffentlich bald wieder tm Kunstverein erscheint, dann aber mit einer größeren Anzahl von Studien, denn das, was er bis jetzt geboten, macht begierig, noch mehr von ihm zu sehen. Uedrigens tritt der Kunstverein gerade jetzt wieder mit einer Einladung zum Beitritt und zur regen Unterstützung seiner Bestrebungen an die Oeffentlichkelt. Diese sei auch den Lesern Ihres Blattes hiermit empfohlen. Am Dienstag ist der Großherzog zur Th eil - nahme an den Bestattungsfeierlichkeiten nach Petersburg abgereift; wann die Rückkehr erfolgen wird, ist noch unbekannt, doch glaubt man allgemein, daß unser Landesherr zum Geburtstagsfeste Seiner jungen Gemahlin, das ja auch gleichzeitig das ©einige ist, wieder hier sein wird. Die Meldungen über die Vermählung der Prinzessin Alix, die nun nach den neuesten Nachrichten am 22. d. Mts. stattfinden soll, werden hier übrigens noch skeptisch ausgenommen, man hat sich jetzt daran gewöhnt, daß jeder Nachricht aus Rußland auch bald das Dementi folgt. Die Großherzogin weilt nun in größter Zurückgezogenheit allein hier. — Ist die Hoftrauer jedoch vorbei, so hofft man die höchsten Herrschaften wieder öfters zu sehen. Schon für die verschiedenen für Anfang Dezember festgesetzten Veranstaltungen hofft man aus eine Betheiligung des Hofes. Eine sehr intereffante Ausstellung ist in den letzten Tagen im Turnsaale der Victorlaschule eröffnet worden. Sie zeigt die zahlreichen Entwürfe für den projec« tirten Neubau der Bictoriaschule. Die Unzulänglichkeit des alten Gebäudes in der Grafenstraße ist schon lange anerkannt, und so dürfte auch der Beginn des Neubaues nicht mehr lange auf sich warten lasten. Erst muß freilich die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung über die Wahl des auszuführenden Entwurfes fallen. Auch das dürfte bald erledigt sein, und so können wir uns eine nähere Beschrei- bung der ausgestellten Entwürfe ersparen, um den Ausfall der Berathungen abzuwarten. Darmstadt wird mit der neuen Bictoriaschule den dritten in ganz kurzer Zeit errich- teten neuen Schulbau bekommen. Kaufmännischer Herein. Montag, 19. November l. I., Abends 81/, Uhr (pünktlich), in den Vereinslocalitäten, Restauration Postkeller. V o r trag' des Herrn Dr. Eduard Engel, Berlin 1K Thema: Eiseubahureform und Zonentarif. Mitglieder haben freien Zutritt. Für Nichtmitglieder beträgt der Eintrittspreis SO Pfg. _____________________________________9456 Lenz'scher Feisenkeller, Bahnhofstr. Heute Tountag, Nachmittags 4 und Abends 8 Uhr, 2 grosse Vorstellungen 2 des berühmten Universal-Künstlers_____ IHM*' Capt. 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Kaufmann Dreyfu ß. Löb Isenberg. Tagesordnung: 1. Anschaffung von Wiesendünger, 2. Ausschluß von Mitgliedern, 3. Verschiedenes. Der Vorstand: Johannes Schmidt, Kaufmann. A. Jung, Gastwirth. Theodor Hahn, Kaufmann. Konrad Petri, Gastwirth. Theodor Hofmann, Bürgermeister. Kaufmann Karl KMietling I. Philipp Rinn Wittwe, Krämer. Wer Sprachenkennt, ist reich zu nennen. Wieseck, den 15. November 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. Großherzogliches Kreisbauamt Groß-Gerau. Jaeger. Gießen, den 16. November 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Aus der Friedrich Bücking'scheu Stiftung sind für das Jahr 1894 an zehn bedürftige und würdige Bewohner Gießens, Familienhäupter oder einzeln stehende Personen, Unterstützungen zu vergeben und zwar zwei mit je 150 Mark und acht mit j: 100 Mark. Bewerbungen haben bis längstens 30. November d. I. bei der unterzeichneten Behörde, Zimmer Nr. 3, zu geschehen. Für die Wäsche Groths Ifc'aSirpiiaM der auf Station Gießen vom 1. Oct. 1894 ab verkehrenden Eisenbahnzüge Steinbach (Hessen) Albach Herrn Jakob Becker I. „ Bürgermeister Bücher. „ Heinrich Schmidt. „ Wilhelm Wagner II. „ Wilhelm Schepp. „ Ludwig Menz. „ Heinrich Seipp VII. „ Kaufmann Liebmann Bär. „ Gottlieb Jung, Gastwirth. „ Jacob Waldschmidt V. „ Philipp Weber, Gastwirth. „ Theodor Geller, Gastwirth. „ Bürgermeister Scherer. „ Kaufmann Isaak Michel. „ Julius Karl Keßler, Specereihändler. „ Daniel Schmidt, Gastwirth. Bekanntmaehrurg. Der Voranschlag der Gemeinde Wieseck für 1895/96 liegt vom 19. d. Mts. an acht Tage lang auf hiefiger Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten offen. Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig (alte Leipziger) auf Gegenseitigkeit gegründet 1830. Berstcherungsbestand: 60900 Personen und 422 Millionen Mark Versicherungssumme. Vermögen: 180 Millionen Mark. Gezahlte Versicherungssummen: 83 Millionen Mark. Dividende an die Versicherten für 1894: 43% der ordentlichen Jahresbeiträge. Die Lebensverfichernugs-Gesellschaft zu Leipzig ist bei günstigsten Ver- sicberungsbedingungen (Unanfechtbarkeit fünfjähriger Policen) eine der größten unb billigsten Lebensverficherungs- Gesellschaften. — Alle Ueber- schufse fallen bei ihr den Versicherten zu. Nähere Auskunft ertheilen gern die Gesellschaft, sowie deren Vertreter: 401 Müller & Schwarz in Gießen, Wallthorstraße 25. Au- und Verkauf von «Ntra-Stte« Kleider«, Weißzeug, MSbeln, Betten, Gold- und Silber, fachen, Büchern, Zeitvngea, «tcterr, Papier, Kupfer, Messing, Ai««, Blei unb Eisen Ebenso nnrbtr, Lumpen und Knochen auf Verlangen jederzeit abgeholt durch 4541 Louis Rothenberger Wwe. Cognac Franzos, und Deutsch. — Aerztlich empfohlen. — F. Schott 1009 Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengaffe. Zagd Verpachtung. Die am 12. d. Mts. stattgehabte Verpachtung der Jagd im 5. Jagdbezirk der Stadt Giefien ist von der Stadtverordneten- Verfammlung nicht genehmigt worden; es soll vielmehr die gedachte Jagd (umfassend die 1. Abtheilung des großen Stadtwaldes, zwischen derGrün- berger- und Licherstraße gelegen und auf der nordöstlichen Seite durch die Gemarkungen Annerod und Hausen und den Fernewald begrenzt) wiederholt und zwar am Dienstag den 20. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, im Saale des alten Rathhaufes im Wege öffentlicher Versteigerung auf die Zeit bis zum 6. Februar 1908 verpachtet werden. Gießen, den 16. November 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Alten-Buseck Annerod Garbenteich Grüningen Hausen Klein-Linden Lützellinden Rödgen Steinberg Trohe Watzenborn Beuern (Hessen) Großen-Linden Leihgestern Hörnsheim Hochelheim Grohen-Buseck Oppenrod Burkhardsfelden Heuchelheim Krofdorf Gleiberg Launsbach Wißmar Langgöns Langsdorf Birklar Muschenheim Bettenhausen Reiskirchen Bersrod Winnerod Bollenbach Saasen Lindensttuth Hattenrod Robheima.Bieber Bieber Crumbach Fellingshausen Frankenbach Königsberg Vetzberg Bekanntmachung. Betr.: Die Unfallversicherung der in land- und forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen; hier: Fortführung der Umlagekataster pro 1894. Beide Abtheilungen des Umlagekatasters der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft, fortgeführt für 1894, liegen zwei Wochen lang, nämlich vom 19. November bis zum 2. December dieses Jahres, auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Betheiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieser Kataster sind innerhalb einer Frist von 4 Wochen nach Offenlegung bei dem Vorstand der land- und forstwirthschaftlichen Verufsgenossenschaft in Darmstadt bei Meldung späterer Nichtberücksichtigung vorzubringen. Gießen, den 15. November 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Bekarmnuachnng. Die Mitglieder des Consumvereius E. G. zu Grotzen- Bufeck werden zu einer Generalversammlung auf nächsten Sonntag den 25. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr in die Wirthschaft des Christoph Siegfried dahier höflichst eingeladen. Atelier f. Wortraitsmalerei — Auch Unterricht dafelbft. — Keine Fabrikarbeit. — Abbruch. Meine an der Plockstraße stehende Scheune, aus kräftigem Eichenholz gebaut und theilweise mit neuem tannenen Gebälk versehen, beabsichtige ich am 20. ds. Mts., Mittags 2 Uhr, an Ort und Stelle auf den Abbruch zu versteigern. Reflectanten können bis dahin die näheren Bedingungen bei mir einsehen. 9325 E Bloedner, Plockstraße 2. Bekanntmachung. Amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen bestehen: Frau Johannes Feller I. Wittwe. Herrn Jacob Bender. Cognac in div. Sorten, ff. Xiiqueure, PühsgIuiikI Ärrac-Essenz, sowie div. Essenzen zu Bowlen Tüchtige Knechte vom Laude, Kleinknechte, Stallschwetzer, Dienstjangen rc. (deutsch coeade Leute) vermittelt in JaüreSlohn per sofort und später überallhin und billiger als andere Agenten Riebeustahl, V-rmitthungscomptoir «*«rli«, Gr. Hamdurgerstraße 16. (Besteht seit 17 Jahren und erhält laufend viele Anerkennungsschreiben). Näheres auf gefl. -infrage.6813 Berdiug vor» Hochbauarbeiten Für den zweiten Theil der Erweiterungsbauten des Großh. Landeshospitals Hof heim (Station Goddelau der Eisenbahnlinie Frankfurt-Mannheim) sollen die Erd-, Maurer-, BetoniernngS-, Asphalt-, Gteinha«erarbeite«(rother und grüner Sandstein, Granit und Basaltlava oder Lungstetn), die Zimmer- und Dachdeckerarbeite« (Schiefer- und Holzcementdächer), ferner die Grobschroffer-, Spengler- und BlitzableitungSarbeite« und zwar vorerst für die Gebäude III, IV, V, VII, IX und X verdungen werden Die Pläne, Bedingungen und Verdingungs-Formulare liegen während der Wochentage auf dem Baubüreau zu Landetzhospital Hoshetm zur Einsicht auf und werden letztere dort zum Selbstkostenpreis abgegeben. Bezüglich der Bedingungen für die Bewerbung um diese Arbeiten und die Ausführung derselben im Allgemeinen wird auf den Mtnistertalerlaß vom 10. Juni 1893 verwiesen. Die Angebote sind verschlossen, postfrei und mit entprechender Aufschrift biS 12. Deeember, Bormittags 10 Uhr, bei unterzeichneter Dienststelle einzureichen. Die Eröffnung der Angebote findet um diese Zett auf dem Rathbaus zu Groß-Gerau statt. Zuschlagfrtst 4 Wochen. Groß-Gerau, 12. November 1894. von Pb. Bob empfiehlt Prima Flaschenbier aus der Brauerei Textor (Bichler) zellfarbig, per Flasche 18 Pfg-, dunkel Exportbier, per Flasche 20 Pfg. ' [866 Jedes Quantum frei ins Haus. Ph. Bob 11 Bahnhofstr. 11. Unser ilsener ist ^beliebt wegen seines vorzüglichen Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt. ES kostet 597 per ^z-Ltr.-Flasche 15 Pfg. Gebr. Röhrle, Exportbierbrouerü. Die amtlichen Verkäufer sind vertragsmäßig verpflichtet, stets einen angemessenen Vorrath an Postwerthzeichen zu führen und die einzelnen Marken zu keinem höheren, als dem Betrage ihres Werthes an das Publikum abzulassen. Im Allgemeinen hat der Verkauf während der ganzen Zeit, in welcher das Geschäftslocal des Berkau,ers geöffnet ist, stattzufinden, ledenfalls aber innerhalb der für den Verkehr mit dem Publikum festgesetzten Dienststunden der Postanstalt. Gießen, 1. October 1894. Kaiserliches Postamt. __________________________ Ritsert. Die Nachtzeiten von 6 Uhr Abend« bi« &*• Uhr früh sind durch Unterstreichen der Minutenzahlen antqezetchnel. Di« selten Ziffern »ezetchnm die Schnellzüge. Die mit • bezeichneten Züge führen nur 1 unb 2. Äaffe. •) Nur Sonntag« bi« Gießen, an Wochentagen nur bl« Nidda, Montag« unb Donnerstag 1 St. 25 Min. später, tt Nur an Sonn» und Montagen bt« Bübingen, sonst bi« Stockheim. An Werktagen wird Morgens 5?3 tn Grogen-Buseck ein Zug 3. Kl. abgelassen, H welcher 5.47 in Gießen emtr'ffk.__ Das Meisterschafts-System zur praktischen unb natrrrgemLßen Grtern«ng der französischen, englischen, italienischen, spanischen, portugiesischen, Holland!, scheu, dänischen, schwedischen,polnischen, russischen und böhmischen G-eachäfta- und TT mgangasprache« Eine neue Methode, in 3 Monaten eine Sprache sprechen, schreiben und lesen zu lernen- Zum Selbstunterricht von Dr. Richard 8. 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Klasse). ^rouhaufe« (Localz.) 2io (führt 2.-4. Klaffe) 1220 ßoO 763 943 1148 1200 106 412 467 718 706 ß36 1211. Wetzlar 524 662 8" IO« 1026 igTu 1238 24b 500500 61082' 9571025 1211 943 12°° 106 412 718 836. GrnS—Coblenz 524 81410121210 24b 506 622822 957. 1220 1148 407 706. Deutz—ESI« 662 1026 1238 612. 7'38 1164 463 1010. «mtda 816 1210520 (bis Alsfeld) 822. 960 32b 721. «elnhause« 736 1225 146 (bis Hungen) 506 812tt. 960 32b 721. «chotten dezw. Nidda 736 506 812tf. 728 (Montags und Dienstags aus Stockheim, sonst aus Nidda) 9bo 320 721. Gedern, Saubach bezw. Stockheim 736 1225 5O6 816-j-j-. erM sn'Au- $0 Mden d midjtnth' bei Anna' folgend $ctr.: 2) Di ni lp MC voü bk N Di Di btu, bt mit bet Migi 1) Dc Ci M Pf jäh spä zu < olle fleji am Sc D Do seil (ni At O$)et a) b), Grohh a Der Herzogin bei M bt^alb 22. Aus 30. Au, tags 2 gemessen Jr Königin wähnte hrrgehen zuhalten Li sorberlii Codo Bu po8 Unter oJN- W pog der I Äeich,