Nr. 271 Erstes Blatt. Sonntag den 18. November 1894 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener ItamirtenVtLller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt. Gießener Anzeiger Vierteljähriger Löonnemcntspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: General-Anzeiger. Kchnlstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Amts» und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen. chralisöeikage: Gießener Kamilienblätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für bat folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Ainttiche* Theil. Gefunden: 1 Brosche, 1 Brille mit Futteral, ein Portemonnaie mit Inhalt, 1 Rosenkranz, Geld. 1 Taschentuch, 1 Handschuh, 1 Pferdeteppich, 1 Korb mit Kraut, 1 Knopf einer Fahnenstange, 1 Deckchen und 1 Hundehalsband. Zugelaufen: 1 braun- und weißgefleckter Hund. Gießen, den 17. November 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Nerrefte Nachrichten» WolffS telegraphische» Lorrelpondenz-Bureau. Straßburg, 16. November. Heute Nachmittag empfing der Reichskanzler das Präsidium des Landesausschusses, der Consiftorten der Protestanten und Israeliten, den Gemeinderath, Deputationen der Gemeinderäthe aller Städte und vieler Landgemeinden der Reichslande, Handelskammern und Vertreter von Vereinen. Der Fürst hielt längere Ansprachen. Abends war Festvorftellung im Theater, wo beim Erscheinen deS Fürsten und seiner Familie Tusch erklang und die Jubelouverture von Weber vorgetragen wurde. Zum Schluffe erhob sich das Publikum- es wurde der „Sang an Aegir" vorgetragen und der Director sprach den Abschieds- grüß des Elsaffes, der mit einem Hoch auf den Fürsten endete. Rom, 16. November. Heute wurden starke Erdstöße In Catanzaro, Messina, Reggio und Calabrien constatirt. Messtua, 16. November. Das heutige Erdbeben dauerte zwölf Stunden. Ein Theil des oberen Leuchtthurmes ist eingestürzt, der Wächter wurde verletzt- viele Häuser sind beschädigt, die Gesimse vieler Kirchen herabgeschleudert, eine Person wurde getödtet. Die Panik dauert an. Die Erschütterung wurde in der ganzen Provinz und in Calabrien verspürt. Paris, 16. November. Casimir Peri er empfing heute Bormittag den Vorstand der Progesfiftengruppe der Kammer, der sich zum Präsidenten begeben hatte, um gegen die Angriffe zu protestiren, deren Gegenstand Casimir Perier sei. Der Präsident dankte den Delegtrten und versicherte, er habe stets der Republik angehört und werde ihr auch in Zukunft immer angehören. Nicht durch Rückwärtsblicken, noch durch Auf dem Flecke Stehenbleiben, sondern nur durch fortwährendes VorwärtSschreiten könne man die Schwierigkeiten lösen und die Pflichten einer demokratischen Regierung gegen die arbeitenden Klaffen erfüllen. Der erste Beamte der Republik sei kein Parteiwann und werde es niemals sein. Dieser hohe Posten könne und müsse eine moralische Macht sein, aber nur unter der Bedingung, daß ihm das Vertrauen der Republikaner zur Seite stehe. Brüffel, 16. November. Nach Schluß der heutigen Kammersitzung brachte die sozialistische Gruppe einen Antrag ein auf Amnestie aller politischen Verurtheilten. Petersburg, 16. November. Bet dem Empfange der Mitglieder des Reichsraths am Mittwoch hielt der Kaiser Nikolaus folgende Ansprache: „Durch den Willen des Allerhöchsten ist über uns alle ein schwerer Kummer herein- gebrochen. Mein theurer Vater, Kaiser Alexander III., ist vorzeitig gestorben. Der entschlafene Monarch vermochte mir vor seinem Tode nicht seinen Willen wegen des Ausdruckes des Dank-S an die Mitglieder des Reichsrathes für ihre treuen Dienste zu übermitteln- allein, da ich weiß, wie mein unvergeßlicher Vater stets mit den Arbeiten des Reichsraths zufrieden war, kann ich bestimmt das Recht übernehmen, Ihnen im Namen des Verewigten zu danken. Gott helfe mir, das schwere Amt des Staatsdienstes, welches mir vorzeitig auferlegt ward, zu tragen! Ich hoffe, meine Herren, auf Ihre volle Mitwirkung!" Petersburg, 16. November. Beim Empfange der Generaladjutanten, Generalmajore der Suite und Flügeladjutanten im AnitSschkow-Palais sagte der Kaiser: „Ich danke Ihnen, meine Herren, Namens meines heißgeliebten Vaters für den ihm geleisteten treuen und ehrlichen Dienst. Ich bitte Sie die Gefühle der Ergebenheit und Liebe, welche Sie für ihn hegten, auf mich zu übertragen." — Nach einer Meldung der Blätter trug der Kaiser gestern beim Empfange des Großherzogs von Heffen und der Herzöge von Coburg und York auf dem Bahnhofe die Uniform des Leibgarde- Preobraschenski-Regiments. Sämmtliche ausländischen Fürstlichkeiten wohnten gestern mit der kaiserlichen Familie den Trauermessen am Sarge Kaiser Alexanders bei. Petersburg, 16. November. Der Petersburger Stadt- hauptmann macht bekannt, daß am Montag, den 19. d. Mts., dem Tage der Beisetzung des Kaisers Alexander, an 42 Stellen I der Stadt etwa 45500 Arme gespeist werden. — ' Die Petersburger Presse legte gestern am Sarge des Kaisers [ einen großen Kranz aus Silber und Gold nieder. Depeschen des Bure« .Herold". Darmstadt, 16. November. Nach einer Meldung von hier ist die Beisetzung in Petersburg endgiltig auf Montag den 19. November festgesetzt worden. Berlin, 16. November. Der „Retchsanzeiger" publicirt die Ernennung des bisherigen Gesandten in Buenos-AyreS, Dr. Krausch, zum außerordentlichen Gesandten bei den Vereinigten Staaten von Brasilien. Berlin, 16. November. Der „Berliner Localanzeiger" läßt sich aus Petersburg melden, daß am Sa,rge des Czaren Offiziere der deutschen Militärdepu- tationen gemeinsam mit den russischen Offizieren die Ehrenwache halten. Die Katafalkstufen sind mit Silberkränzen gänzlich bedeckt, stündlich kommen neue hinzu. Der Zudrang des Publikums soll ganz enorm sein. Berlin, 16. November. Der „Vorwärts" bezeichnet die vorgestrige Rede Bebels über den Frankfurter Parteitag als berechtigte Kritik, die jedem Genoffen zuftehe. Von einer Rebellion Bebels zu reden sei Unsinn. Berlin, 16. November. Der bisherige Justizminister Dr. von Schelling hat sich gestern in besonderer Mintste- rtalsitzung von den Vortragenden Rälhen deS Ministeriums verabschiedet und denselben für die treue Mitarbeiterschaft herzlich gedankt. Dem scheidenden Minister widmete Unter- staatssecretär Nebe-Pflugstädt warme Worte. Berlin, 16. November. An der feierlichen Weihe des neuen RetchstagsgebäudeS wird'auch, wie eine Localcorrespondenz mittheilt, eine Deputation des österreichischen Reichsraths theilnehmen. Berlin, 16. November. Dem bisherigen Director im Reichspostamte, Wirkl. Geh. Rath Sachse, ist aus Anlaß seines am 1. October d. I. erfolgten Ausscheidens aus dem Reichsdienste das Btldniß deS Kaisers in Lebensgröße mit eigenhändiger Unterschrift verliehen worden. Varzin, 16. November. Das Befinden der Fürstin Bismarck hat sich gebeffert, so daß das Fürstenpaar gestern eine gemeinsame Spazierfahrt unternehmen konnte. Wien, 16. November. Der Präsident deS Herrenhauses, Fürst Trautmannsdorf, hielt in heutiger Sitzung eine Trauerrede für den Czaren Alexander III., worüber Protokoll ausgenommen wurde. Budapest, 16. November. Gestern Abend sand eine Straßendemonftration für Franz Cossuth statt. Die Polizei mußte einschreiten und verhaftete sechs Studenten. Bukarest, 16. November. Anläßlich der Silberhochzeit des Königspaares übersandte Kaiser Wilhelm prachtvolle Geschenke. Belgrad, 16. November. Die Bürgerschaft der Stadt hat beschloffen, am Begräbnißtag e des Czaren Alexander alle Geschäfte zu schließen und die Häuser schwarz zu beflaggen. Büffel, 16. November. Die Kammer beschäftigte sich heute Nachmittag mit der Wahl in Alost, die heftige Debatten hervorrief. Die Soctalisten beantragten gerichtliche Untersuchung, um Licht in dem Wahlbetrug zu schaffen. Die ganze Rechte lehnte jedoch diesen Antrag ab. Zwei klerikale Mandate wurden für gütig erklärt, bei den übrigen zwei, worunter Woeste und Abbö DaenS sich befinden, ist auf Mitte December Stichwahl angesetzt. London, 16. November. Wie die „Times" meldet, hat der chinesische General Lien mitgetheilt, er sei am 11. d. M. von den Japanern im Gebirge angegriffen worden, habe aber dieselben zurückgeworsen. Am 12. November hätten die Japaner, bedeutend verstärkt, einen erneuten Angriff gemacht, seien aber wiederum zurückgeschlagen und verfolgt worden. Petersburg, 16. November. Heute Vormittag trafen der König von Dänemark nebst Sohn und Gefolge hier ein. Dieselben wurden am Bahnhofe vom Kaiser und den anwesenden Fürstlichkeiten empfangen. Petersburg, 16. November. In der technischen Hochschule brach heute eine Revolte aus, weil die Schüler das mouar-chische Regiment nicht anerkennen wollen. Mehrere Verhaftungen sind vorgenommen worden. Warschau, 16. November. Die Deputation der Warschauer Bürger hat die Reise nach Petersburg zum Begräbniß des Czaren angetreten. Die Deputation will eine Audienz beim Czaren Nikolaus nachsuchen, um Beschwerde über den Gouverneur Gurko zu führen, welcher durch seine fortgesetzt feindselige Haltung in Polen Unruhe verbreite. tmb prot>ht$iea<». Gießen, den 17. November 1894. H. Neues Theater. Sudermanns „H e i m a t h". Man mag über Sudermann denken wie man will, man braucht mit den letzten Zielen seiner Kunst durchaus nicht einverstanden zu fein, aber man muß rückhaltlos zugeben, daß er gewaltig an das Menschenherz zu rühren versteht, weil er seine Charactere aus dem frischen Menschenleben herausgreift. Auch diesmal war es ein gewaltiges Schicksal, daß der Dichter vor unseren Augen entrollte. Dm Inhalt des Stückes haben wir letzthin kurz skizzirt, brauchen ihn also nicht zu wiederholen und können uns gleich zur Darstellung wenden. Wenn wir es vorgestern als ein gewagtes Experiment erklärten, das Herr Reiners mit der Aufführung der „Heimath" unternommen, so dürfen wir heute mit großer Befriedigung feststellen, daß das Experiment vollständig gelungen ist. Wir waren in der That überrascht, ein Ensemble, das sich bis jetzt nur in leichteren Stücken versucht hatte, einer derartigen die Anspannung aller Kräfte heischenden Aufgabe gerecht werden zu sehen. Die in freier Weltanschauung lebende Künstlerin Magda, die kein Gesetz außer ihrem Willen kennt und sich demgemäß nicht in die engen Begriffe des ihr fremdgewordenen Vaterhauses bannen lassen kann, wurde von Fräulein Ronneberg ganz vorzüglich dargestellt. Das Temperament der Dame verhalf der Feuerseele, die der Dichter in diese Figur gelegt hat, in allen Lagen zum glücklichsten Ausdruck. Wahr und überzeugend spielte sich der Kampf zwischen Kindespflicht und ihrem innersten so ganz anders gewordenen Empfinden vor uns ab, von den ersten Augenblicken' des Widerstrebens gegen das alte Joch bis zum gewaltigen Ausbruch höchster, von verletzter Mutterliebe entfesselter Leidenschaft. Wir wollen nicht Kleinigkeiten beanstanden, sondern dürfen die Darstellerin zu dem errungenen Erfolg aufrichtig beglückwünschen. Einen gleich vortrefflichen Partner fand Fräulein Ronneberg in Herrn Niemeier, in dem wir einen alten Bekannten vom vorigem Jahr begrüßen konnten. Sein Oberstlieutenant Schwartze war von Anfang bis zu Ende eine wohldurchdachte und fein abgetönte Leistung- besonders ergreifend wirkte der Ausdruck der bet allem Zorn und aller Entrüstung zum Durchbruch kommenden Liebe zu der nach der Ansicht des Vaters mißrathenen Tochter. Herr Otto präsentirte sich als Pfarrer Heffterdingk in ungewohntem Kleide, errang aber durch sein Spiel allseitige Anerkennung. Ebenso Frau Reiners, die in ihrer kindlichen Reinheit wahrhaft rührend wirkte, Herr Heyne in der Rolle des Strebers v. Keller, Herr Hacker als Max und Fräulein G e r l a ch als Frau Schwartze. Fräulein Patuschka als Tante Franziska gelang es, das Drückende der Situation einigermaßen durch derbe Komik zu mildern, auch die Nebenrollen genügten. Zum Schluffe bemerken wir noch, daß das Zusammenspiel im allgemeinen recht gut war- aber manchmal hätten wir doch gewünscht, eine allzu ausgedehnte Inanspruchnahme des Souffleurs wäre unnöthig gewesen. — Das Haus war nahezu ausverkauft, so daß auch in dieser Beziehung Herr Reiners mit seinem Erfolge zufrieden sein kann. ♦* Coucert. Der Hess. Fechtverein Waisenschutz veranstaltet morgen Sonntag Abend in Steins Saalbau ein großes Concert, das im Hinblick auf ein reichhaltiges und gut gewähltes Programm sehr prunkreich zu werden verspricht. Außer einer starken Mufikcapelle wirkt der Ba u er' sche Gesangverein mit. Mit Rücksicht auf den guten Zweck — der Reinertrag ist zum Besten der Erbauung eines Waisenhauses für hessische Waisen bestimmt — ist ein zahlreicher Besuch zu wünschen. ** Im Leoz'scheu Felfeukeller finden morgen Sonntag zwei große Vorstellungen des Universalkünstlers Capt. Grey- Go e tz e statt. Dem „Gemündener Tageblatt" entnehmen wir: „Die Vorstellung des Universalkünstlers Grey-Goetze, welche gestern im Stadtsaale stattfand, hatte einen glänzenden Verlauf zu verzeichnen. Keines der originellen und unerklärlichen Zauberexpertmente, welche Herr Grey-Goetze mit bewunderns- werther Gewandtheit vorführte, mißlang, sodaß der Künstler einen vollen Erfolg erzielte und daS Publikum sich köstlich amüsirte. Das Programm enthielt durchweg intereffante Nummern, welche sämmtlich mit bewunderungswürdiger Fingerfertigkeit und Eleganz ausgeführt wurden. Ganz besonderen Beifall erntete Herr Grey - Goetze für seine großartigen Leistungen auf der Kinder-Mundharmonika, seiner Bauchrede- kunft und Hand-Schattenbilder, welche viel Heiterkeit hervorriesen." Wir verweisen aus das heutige Inserat. ** Adreßbuch. Der Theil des NamensverzeichniffeS für das neue Adreßbuch vom Buchstaben D(Leszinsky) bis einschließlich Verrnischtes Geiß-Nidda, 16. November. Bei dem kürzlich in unserer Gegend stattgehabten großen Treibjagen passirte das Mißgeschick, daß einem der Jäger zwei Schrote in den Oberschenkel fuhren und in dem dicken Specke sitzen blieben, ohne daß der Angeplätzte besonderen Schmerz fühlte. Die Sache ist darum von der gemüthlichen Seite aufgefaßt worden, hat Heiterkeit verursacht und hat das Jagdvergnügen nicht im Mindesten gestört. A. Daueruheim, 15. November. Die 17jährige Tochter des Straßenwärters Michel von hier stürzte heute beim Wafferholen in die ziemlich angeschwollene Nidda und ertrank: Sch (Scheld) liegt zur Einsichtnahme bis zum Montag den 19. d. Mts. Abends 6 Uhr, auf dem Bureau Gr. Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15, dem Meldebüreau Gr. Polizeiamts und der Verlagsbuchhandlung C. v. Münchow auf. ** Ein Zusammenstoß. Gestern Vormittag rannte der Hausbursche eines hiesigen Hotels in blindem Eifer ein mit einem Korbe aus einem Hause der Sonnenstraße heraus- tretendes Landmädchen über den Hausen, so daß der Inhalt des Korbes, Eier und Honig, in den Hausflur fiel. Der Hausbursche weigerte sich, den angerichteten Schaden zu ersetzen und wird nun eine Privatklage zu erwarten haben. ** Ueberfahreu. Gestern Nachmittag wurde ein Dragoner aus Butzbach ins hiesige Militärlazareth gebracht, welcher von einem Wagen gefallen, überfahren und ziemlich schwer verletzt worden ist. ** Zu Amerika verstorbene Hesteu. New-Aork City: David Kronberg, 54 Jahre alt, aus Darmstadt. Monroe, Oregon: Agnes Wilhelm, 72 Jahre alt, aus Gernsheim. St. Louis, Mo.: Wm. Stumpf, 79 Jahre alt, aus Darm- stadr. Woodside, L. I.: Elisabetha Heiser, geb. Baetger, 49 Jahre alt, aus Lindheim. Woolwich, Ont.: Johann Oppertshäuser, 80 Jahre alt, aus Ober-Gleen. ** Der Getreidemarkt. Berichtswoche 9. bis 15.Novbr Die Aufwärtsbewegung der Weizen- und Roggenpretse ist in Folge des stärkeren Angebotes auf den russischen und amerikanischen Märkten ziemlich wieder zum Stillstand gekommen, indefien hat auf allen Märkten in der Hauptsache sich die Preiserhöhung doch erhalten, zumal zeigt England eine große Kauflust. Weizen kostet in Berlin und Leipzig 120 bis 138 Mk. pro 20 Gentner, Roggen 110 bis 116 Mk., Gerste 92 bis 180 Mk., Hafer 108 bis 143 Mk. nach Qualiiät. * Frankfurt a. M., 11. November. Ein diebischer Bruder hatte seiner Schwester kurz vor deren Hochzeit das Brautkleid entwendet, dasselbe im Pfandhaus gegen 6 Mark versetzt und den Pfandschein um 2 Mark an einen Trödler verkauft. In Folge dessen mußte der Termin für die Eheschließung verschoben werden. Nach einiger Zeit erfuhr der Bräutigam das unreelle Gebühren seines zukünftigen Schwagers, er ermittelte den Trödler, löste dort den Schein und mit Hilfe des letzteren das Brautkleid aus. Der Hochzeitsfeier stand nun kein Hinderniß mehr im Wege,- sie erfolgte am vergangenen Freitag. Von dem Dieb, der s. Z. plötzlich verschwunden war, kam dieser Tage die Mittheilung hier an, daß er in Holland als Schlosser Beschäftigung gefunden habe. * Frankfurt a. M, 13. November. Ins städtische Krankenhaus wurde der 20jährige Schiffer Herbert ausgenommen, dem, als er auf einem Rheinschiff, „Anna Maria" die Kelsterbacher Schleusen passirte, von einem Drahtseil ein Fuß abgeschnitten wurde. * Wiesbaden, 13. November. Wie der „Gen.-Anz." erfährt, ist man den Urhebern des jüngsten großen Uhrendiebstahls im Geschäfte von Kemmer auf der Spur. Die Polizei verhaftete einen verdächtigen Tagelöhner, in dessen Besitz sich mehrere auf Uhren lautende Pfandscheine befanden; außerdem fand man bei ihm den Aufgabeschein einer Kiste nach Köln, in der vermuthlich die Maaren versandt wurden. Der Werth der gestohlenen Gegenstände betrug gegen 5000 Mk. * Fulda, 15. November. Im Dorfe Wickers ist die neugebaute Kirche eingestürzt. Drei Maurer wurden verschüttet. * Witte«, 15. November. Der Bote Bindewald von der Eisenhütte „Phönix" ist mit 17,000 Mk. flüchtig geworden. * ZuuSbruck, 16. November. Der seit zwei Monaten in Untersuchungshaft befindliche Josef Mair aus Ambras, Taglöhner im Schloß Ambras, Vater von sieben Kindern, gestand, den seinerzeit vielbesprochenen Mord zweier Frauen bei Ambras im September verübt zu haben. Die Commission fand an der von ihm bezeichneten Stelle die Effecten der Ermordeten vergraben. * DaS Ende. In die Berliner Charitee eingeliefert wurde kürzlich ein in den siebziger Jahren stehender Mann, den Kutscher in der Wuhlhaide hilflos aufgefunden hatten und der sich nach angesteüten Ermittelungen als ein Arbeits- Häusler entpuppte, welcher eben erst aus dem Arbeitshause zu Rummelsburg nach Verbüßung einer zweijährigen Correc- tionssirase entlaffen worden war. Der alte Mann, der inzwischen verstorben ist, hatte ein bewegtes Leben hinter sich. Ec gehörte einer alten adeligen Familie an, deren Namen aus Rücksicht auf andere sich in hohen Stellungen befindlichen Mitglieder derselben verschwiegen wird. Er war in seiner Jugend ein Lebemann, der auf Rennplätzen und in ben Spielsälen in einem Zeitraum von einem Jahre sein ganzes Vermögen im Betrage von 200 000 Mark durchgebracht hatte. Nachdem er von seiner Familie verstoßen war, brachte et nicht weniger als — vierzig Jahre seines Lebens wegen Bettelns und Vagabondirens hinter Schloß und Riegel zu. * Seine „Ordnung". Der bereits mehrfach mit Gesängniß und Zuchthaus vorbestrafte Taglöhner Johann Köppel machte am 28. Januar d. I. beim Schulzenamt zu Eischleben in Thüringen die Anzeige, daß er Nachmittags auf der nach Ichtershausen führenden Chauffee gesehen habe, wie ein Rad- j fahret einen Chausseewärter erschoß. Köppel wiederholte ! Tags darauf dieselbe Aussage vor dem Amtsrichter Dr. Langbein in Arnstadt und beschwor sie sogar. Es stellte sich aber bald der ganze Vorfall als erdichtet heraus und zwar lediglich aus dem Grunde, weil Köppel mit dem ihm nur selten zu Theil gewordenen Gute der Freiheit nichts anzufangen wußte! Wegen wissentlich falschen Zeugeneides verurtheilte ihn nun am 9. November das Erfurter Schwurgericht zu sechs Jahren Zuchthaus und elf Iahten Ehrverlust. Als der Verurtheilte nach der Verhandlung abgeführt wurde, rief er aus: „So, nun habe ich doch wieder meine Ordnung!" * Anarchistenfurcht in Monte Carlo. Unter der Ungunst der Zeiten hatte im vorigen Jahre auch — die Spielbank zu Monte Carlo zu leiden. Nach dem Jahresbericht mußte das Casino mit einem lumpigen Spielgewinn von 23 Millionen Francs fürlieb nehmen, während es in früheren Jahren immer 28 bis 30 Millionen gewesen waren. An dieser Mindereinnahme soll Niemand anders die Schuld tragen, als die — Anarchisten- die ewigen Bombenexplosionen in Frankreich und Italien haben angeblich den reichen Nichts- thuern Angst eingejagt, die Spielsäle könnten in die Luft gesprengt werden. Darum hat das Casino einige Dutzend neuer Polizisten angeworben und läßt von ihnen die Grenze des Fürstenthums Schritt für Schritt bewachen. Das Casino ist an allen Orten und Ecken, welche den Anarchisten event. zur Niederlegung einer Bombe passend erscheinen könnten, mit einem hohen Drahtgitter umgeben worden. Eine besondere Angst hat man im Casino vor allen Leuten im Cylinder. Wer einen Cylinder trägt, ist verdächtig, denn nichts eignet sich besser zum Versteck einer kleinen Handbombe, als diese verruchte Kopfbedeckung, die nach Ansicht der Casinopolizei sicherlich eigens zum Gebrauche der Anarchisten erfunden worden ist. Naht sich ein Mann im Cylinder dem Casino, so ist er stets von einer kleinen Corona Geheimpolizisten umgeben. An der Pforte des Palastes bittet ihn einer der majestätischen Portiers mit ausgesuchter Höflichkeit, den Hut abzunehmen, und erst nachdem sich bte Cerberusse der Spielhölle überzeugt haben, daß der Cylinder leer ist, darf der erstaunte Besitzer der verdächtigen Kopfbedeckung die Schwelle des Casinos überschreiten. Manche Spieler sind boshaft genug, die Anarchistenfurcht der Spielpächter auch noch künstlich zu nähren. Kommt da jüngsthin ein österreichischer Baron, den man als häufigen Besuchet des Casinos ohne Arg passiren läßt, mit feinem Uebetziehet auf dem Arme in die Garderobe. Und was hat er unter dem Uebetziehet verborgen? Ein Pulverhorn! Man stelle sich das Entsetzen vor. Das ganze Casino geräth in Aufruhr. Die electrischen Glocken läuten wie wahnsinnig. Zwei . . . sechs . . . vierundzwanzig Feuerwehrleute stürzen in die Garderobe, ergreifen das fürchterliche Horn und tragen es ins Freie. Zum Glück war das Horn leer. Welch ein Unglück hätte sonst entstehen können. Womöglich noch ärger trieb es ein französischer Herr, der, als er eben ein paar Züge an der Roulette verloren hatte, einen leibhaftigen Revolver aus der Tasche zog. Vor Schrecken wären die Jnspectoren und Croupiers bei einem Haar von den Stühlen gefallen. Man konnte ja nicht wissen . . . Wollte der fürchterliche Mensch sich selber erschießen oder ein paar Croupiers? Ein ruinirter Spieler ist zu Allem fähig. Aber der Revolverheld hatte kaum seine Waffe gezogen, so waren ihm auch schon ein paar Geheimpolizisten in den Arm gefallen. „Was wolltest Du mit dem Revolver? Sprich!" entgegnete finster der Wütherich: „Ein Stück abbeißen. Er ist ja aus Chocolade." * Der Waldbestayd und die Holzarten in Deutschland. Ganz genau läßt sich der jetzige Waldbestand in Deutschland nicht feststcllcn, da in einigen Staaten in letzter Zeit keine statistischen Ausnahmen darüber stattgesunden haben. Die gesammte Waldfläche beträgt in Deutschland aber jetzt ungefähr 13 956 827 Hectar gegen 13 900 612 Hectar im Jahre 1893. ES sind von der Waldfläche ungefähr besetzt mit Laubholz 4 667 210 Hectar und mit Nadelholz 9 283 120 Hectar. Das Laubholz ist also um 132 845 Hectar oder 2,82 pCt. geringer, das Nadelholz um 182 563 Hectar ober 2,03 pCt. größer geworden. An der Verringerung des Laubholzes ist allein Preußen mit 100000 Hectaren bethei- ligt; die Abnahme erstreckt sich auf alle Provinzen, außer Brandenburg, wo die Fläche von 96 866 auf 103 123 Hectar gestiegen ist. Von den übrigen deutschen Staaten hatten nur Oldenburg, Lübeck und Reuß ä. L. eine Zunahme des Laubholzwaldes. Von dem Laubholzwalde werden bestockt 445 156 Hectar mit Eichenschälwald, 42 444 Hectar mit Weidenhegen, 357 045 Hectar mit sonstigem Stockausschlag ohne Oberbäume, 762 293 Hectar mit Stockausschlag mit Oberbäumen, 501415 Hectar mit Eichen, 413 333 Hectar mit Birken, Erlen und Espen, 2 032 620 (1883 2 043 132) Hectar mit Buchen und sonstigem Laubholz und 112 904 Hectar mit gemischtem Gehölz. Das Nadelholz hat überall zugenommen, außer in den Provinzen Ostpreußen und Posen, im Königreich Sachsen und in Sachsen-Altenburg und Lippe. Das Nadelholz bestand auf 5 841 494 Hect r aus Kiefern, auf 42 726 Hectar aus Lärchen und auf 3 135 622 Hectar aus Fichten und Tannen- 263 278 Hectar hatten gemischten Bestand. * Anläßlich der Haus Sachs-Feier brachte der Figaro einen längeren sympathischen Artikel Über den Nürnberger Poeten und übersetzte das bekannte Hans Sachs war Schuhmacher und Poet dazu fast wörtlich und in gelungener Weise wie folgt: Hans Sachs etait cor- donnier et poete encor. * Kindliche Frage. Lehrerin (in der Naturgeschichtsstunde): „. . . Der Maulwurf frißt täglich so viel, als er wiegt . . ." — Dorchen: „Fräulein, woher weiß denn aber der Maulwurf, wie viel er wiegt?" Literatur unb Arrrrst. 3 — In einem neuen farbigen Gewände prafentirt sich bs§ unL ' soeben ^gegangene erste Heft der Großsolto-Ausgabe des Jahrgangs < 1895 von »lieber Land «nd Meer" (Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt). An Ruchdaltigkeii und Mannigfaltigkeit des Inhalts dürfte zur Zeit diese allbeliebte illuftrtrte Familienzeitschrift von keinem der befteoenben ähnlichen Unternehmen übertroffen werden. Neben der Novelle „Adeliger Tod" von Prinz Emil von Schönaich-Carolath und dem Roman „Geschieden" von Sophie Junghans finden wir die allerliebste Humoreske „Liebes-Intriganten" von Alb. Roderich, ferner die Artikel „Der Fätschdach im Canton Glarus" von Adolf Keßler, die Reiseskizzen „Aus Bosnien und der Herzegowina" von A. O. Klaußmann, „Johann Strauß, zu seinem 50jährigen Künstler- jubiläum" von V. Ehiavacci, „Die drei Zinnen" von Emil Terschak^ „Sonnige Tage in Tirol" von Emil Domsch, „Kriegserinnerungen"' von A. von Engelnstedt u. A. Ganz besonders aber möchten wir die originellen, zum Fortlaufen durch den ganzen Jahrgang bestimmten „Geschichten aus dem Alltagsleben" hervorheben, deren bildlicher Schmuck von dem beliebten Münchener Maler Emanuel Spitzer und deren Text von B. Rauchenegger herrührt. Das erste Bild in mehrfarbigem Druck „Stadter auf dem Lande" aus diesem Eyklus, nebst Begieittext, läßt uns das Beste hoffen. Wir fügen noch hinzu, daß die dem Hefte beigegebene farbige Kunstbeilage „Der Abschied" nach Prof. Haugs Gemälde ein Kunstblatt darstellt und die sonstigen zahlreichen Illustrationen in jeder Beziehung auf der Höhe der Zeit stehen und empfehlen allen unseren verehrlichen Lesern, sich dieses . erste Heft von der nächsten Sortiments- ober Colportage-Buchhand- lung kommen zu lassen, um sich durch Einsichtnahme von dem, was „Ueber Land und Meer" für den billigen Abonnementspreis von 50 Pfg in einem 14lägtgen Heft bietet, selbst zu überzeugen. — Planetographie» Beschreibung der im Bereiche der Sonne zu beobachtenden Körper, von O. Lohse. Mit 16 in den Text gedruckten Abbildungen. In Original-Leinenband 3.50 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. DaS soeben erschienene Buch schildert die physikalischen Zustände der planetarischen Körper, soweit deren Kenntniß durch die astronomische Forschung bislang gefördert worden ist. Der Verfasser, ein in Fachkreisen bekannter Astronom, hat dem interessanten Stoffe eine Form gegeben, welche das Buch für einen größeren Leserkreis geeignet macht. — O. Hübners geographisch statistische Tabelle« aller Länder der Erde. 43. Ausgabe für das Jahr 1894. Herausgegeben von Universitäts-Professor Dr. v. Juraschek, k. k. Regier.- Rath in der statlst. Central-Commission in Wien. Das feit langen Jahren mit Recht beliebte Werk bringt auch diesen neuen Jahrgang eine Fülle neuen Stoffs, dessen Kenntniß jedem Zeitungsleser für eine augenblickliche Information unentbehrlich ist. Das Wetkchen erscheint in zwei Ausgaben: Buch-Ausgabe, cartonnirt, Preis 1.20 Mk., Wandtafel-Ausgabe 60 Pfg. Verlag von Heinrich Keller, Buchhandlung, Frankfurt a. M. — Die bekannte Verlagsbuchsbandlung von Trowitzfch & Sohn in Berlin bat zur Feier der 25. Wiederkehr des Jahres der Wiederaufrichiung des Reichs einen Kalender herausgegeben, der sich unter dem Titel .Trowitzschs Reich«,Kalender 1895* in sehr eleganter Ausstattung, in geschmackvollem und vornehm wirkenden rothen Leineneinbanb einführt. Ein Blick in das Innere des Kalanders, das ein künstlerisches Gepräge hat, zeigt uns, daß der Reichs-Kalender ein Hausbuch von bisher ungekannter Reichhaltigkeit und Gediegenheit darstillt, besonders das bessere, gebildete Publikum wird in ibm einen seinem feineren Geschmack entsprechenden Kalender finden. Der Text enthält neben den bekannten Kalenderangaben, die in diesem Kalender allerdings den weitgehendsten Ansprüchen genügen, eine Reihe intereffanter Beiträge gutklingender Namen. Der Preis des Kalenders beträgt trotz dieser reichen Ausstattung nur 1 Mk.; wir wünschen ihm wegen seiner vielen Vorzüge innerhalb des Reichs und noch weit darüber hinaus zahlreiche Käufer, die unserer Empfehlung dankbar sein werden. Noch sei erwähnt, daß er gleichzeitig die Fortsetzung von Schorers Kalender für die deutsche Familie bildet, dessen Verlagsrecht an die Verlagshandlung Trowitzsch L Sohn in Berlin überging. Brodpreise vom 18. November bis 2. Dezember 1894. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod bei Carl Wallenfels II 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod bet Carl Wallenfels II 1 Kg. (2 Pfd.) Weißdrod 2 Kg. (4 Vfd.) Weißbrod 1 Kg. (2 Pjd.) Schwarzdrod 2 Kg. (4 Pfd.) „ 3 Kg. (6 Pfd.) „ 24 Pfg> 25 48 50 22 44 20 40 60 „ Der auswärtigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod bei Aug. 2)eibel von Wieseck 22 Pfg». 2 Kg. (4 Pfd ) Weißbrod bei Gg. Ant. Heuser u. Dern und Schmitt von Gr.-Linden 36 „ Aug. Deibel von Wieseck 44 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot» b. Gg. A. Heuser und Dem u. Schmitt v. Gr.-Linden 34 „ Joh. Kd. Veite v.Kirch-Göns, 36 „ F. Schön v. Ruttershausen u. W. Weitzel v. Lang-Göns 38 „ Aug. Deibel von Wieseck, G. Jacoby v. Alten-Buseck u. W. Steinmüller v. L.-Göns, 40 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzdrod b. Balth. Christ Ww. o. Wieseck 60 „ Der Brodvertäuser. 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod 22 Pfg 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod 44 „ 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzdrod 20 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzdrod 40 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzdrod 60 „ Gießen, den 17. November 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Verkehr, Land- «nd Volkswirthschaft. Girfierr, 17. Novdr. Marktbericht. Auf dem heutigen Wtchmmartt kostete: Butter pr. Pfd. X —.95—1,00, Hühnereier pr. Stück 7-8 A, 2 Stück — H,? Käse pr. Et. 4-8 4, Küsematte pr. St- 3 Ai Erbsen vr. Liter 16 H, Linsen pr. Liter 28 A, Tauben pr. Paar X 0,70—0,90, Hühner pr. Stück X 1,00—1,20, Hahnen pr. St-0,70—1,30,Enten pr.St. X 1,80—2,(0, Gänsepr-Psd.46—56, Ochsrvfl. pr. Pfd- 76 - 80 H, Kuh- u. Rindfl - pr.Pfd. —70 A. Schweinefleisch pr. Pfd. 66-76 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 68-70 A, £>amrod» fleisch pr. Pfd. 60-70 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 3,50-6,00 X, Weißkraut pr. Stück--A, Zwiebeln pr. Lentner 3,00—3,50 X, Mllch pr. Liter 16-20 A, Enteneier 2 — A, Gänseeier — A- Der Kartoffel', Kraut« und Obfimarkt befindet stch von, Dienstag den 20. d. MtS. an wieder auf dem Brand. O Grünberg, 16. November. Ein ganz auffallend mildes und schönes Wetter für diese späte Zeit des Jahres begünstigte den gestrigen „letzten Gallusmarkt." Wirklich sommerlich wehte di« Lust einem entgegen. Der Matkt nahm unter diesem günstigen Umstand einen sehr guten Verlauf. Der Viehmarkt war mit Rindvieh wie Schweinen befonders stark befahren. Der Handel bewegte sich bei oirh jjnitint riv Aots wur SchweiE Für SWj 45 55 bis y 1O0 M ~ ^Älntnc - £i SegrnsMl' bi» Ende i beantragt u im gieren derselben Derfldjerl D 1894 auf 1 fuüime, da! S-'elficheltiN nid Dioidei Tioidendetr Pettheilung fdjaft, die t den DttM länger tlM 42M fiWien 8 piämitn, Wirft hier c D ülbenbe au dendenfah aus 42 pßt. . Novemb mit Anna tzchMehn in Franüm Backet, la daselbst. Nover 3Rirpardi)e mit Sinne 1 und Wittb i Jericho, Mei henkel hteis Elisabeth I felbmebel bi August he hirrselbst. sich bei beiden Diehgattungm gleich lebhaft; wurden für das Rind- * vieh recht hohe Preise bezahlt, so zeigten auch diejenigen sür Jungschweine eine bemerken-werthe Steigerung. Trotz der groben An- Sebots wurde hier, da ebenso groß die Nachfrage, alles abzesetzt. luf dem Schweinemarkt zeigte es sich augenscheinlich, daß unsere Laadwirthe bestrebt find, der im Preise tief gesunkenen Frucht durch Schweinematt eine bessere Verwerlhung zu geben, was sehr i tchtig ist. Für Jungschweine zweiter Qualität bezahlte man 40 bis 45 und 45 bis 50 Mk.> für solche erster Qualität per Paar 50 bis 55 und 55 bis 60 Mk. Die Etnlegeschwetne waren im Verhültnitz etwas billiger, das Paar galt im Durchschnitt 80 bis 90 und 90 bis 100 Mk. — Der Krämermarkt war stark besucht und die Nachfrage nach Wtnterarttkeln trotz ded „FrühjahrSwetiers" hervortretend. — LebanSversicherungS-Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). Es sind vom 1. Januar diS Ende October 1894 5242 Versicherungen über 36623500 Mk. beantragt worden, 463 Versicherungen über 3 266 560 Mk. mehr als im gleichen Zeiträume des Vorjahres. Als gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 638 Mitglieder, die mit 4 131 400 Mk. versichert waren. Der Verflcherungsbestand stellte sich Ende October 1894 auf 61 200 Personen mit 425 Millionen Mark Versicherungssumme, daS Vermögen auf 121 Millionen Mark. Für fällig gewordene S^-rficherunftSsummen sind bis jetzt auSgezahlt 83 Millionen Mark, a d Dividenden an die Versicherten gewährt 41 Millionen Mark; Dividendenreserven in Höbe von 20 Millionen Mark liegen zur weiteren Vertheilung an die Versicherten bereit. Bei der allen Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueberschüsse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42pCl. der ordentlichen Jabresprämte und bei abgekürzten Versicherungen außerdem l>/,pCt. der Summe der gezahlten Zusatz- p'ämien, waS mit Rücksicht auf anderweite Auslastungen über diesen Punkt hier ausdrücklich hervorgehoben werden mag. Würde eine D vidende auf die Zusatzprämie nicht gezahlt, so wäre der Divt- dendensatz auf die ordentliche Jahresprämie noch wefenllich höher als 42 pEt.____________________________________________________________ Arrszrrg 0r- Mozins französisch-deutsches und deutsch-französisches klassisches Wörter- mittags, solche größeren Umfanges, wenn möglich, TagS vorher aufgeben huch, neu bearbeitet von Professor Peschier, leistet sowohl für den Privatgebrauch JU wollen als für die Benutzung zu Schulzwecken die besten Dienste und zeichnet sich durch Die Expedition des „Gießener Anzeiger." , grösste Vollständigkeit bei billigstem Preis vortheilhaft aus. 92411 Einfach rnöblirteS Zimmer, sowie ein Stübchen mit Bett zu vermiethen ____________MLn-dnrg S. 9460] Einfach möbl. Zimmer zu ver- miethen._____________CaplanSgaffe 13 9454] Möbl. Zimm. i. ruh. 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Nachverzeichnetes im Winter 94/95 zur Fällung und Aufarbeitung bestimmtes Bau- und Nutzholz soll auf dem Submissionswege verkauft werden: 1) Stämme Eiche ca. 200 fm, 25 em m. D. aufwärts, 6—18 m lang, Bau- und Schnittholz. 2) Stämme Buche ca. 150 fm, 25 cm m. D. aufwärts, Minimallänge 5 rn, Schnitt- und Schwellenholz. Reledion; 8L Scheydn. — Druck und «erleg der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) te Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 1% Seite«. 9362] Lunger, gewandter Schreiber „Gegenseitigkeit“. Verfich erungs-Gesellschaft von 1855 zu Leipzig Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir a. f. f. 9438 Montag den 19. Rov», Ad. «V- Uhr bei Gierman« (Röhrles Brauerei) Haupt - Versammlung. __________DaS Tommando. Vermischte Anzeigen. ZUM Biergrund Kaplausgafse 19. Montag den 19. November r HilmriMchks Frei-Coucert. 9447 Anfang 8 Uhr Abends. F, G, F. 9449 Montag Abend: FeldhauS. Deutsche Gasglühlicht-Actiengesellschaft, Berlin C.? 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Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, dass unsere treue, gute Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin, Frau Wittwe Julius Feder, Johanna, geb. Troost, gestern um Mitternacht an einem Herzleiden, im Alter von 41 Jahren, sanft und Gottergeben verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten Namens der tieftrauernden Hinterbliebenen Louis Emmelius u. Frau Antonie, geb. Troost» Thüringisches Technikum Ilmenau. 1. Höhere Fachschule für: Maschlnen-Ingenioure und Elektrotechniker. 2. Mittlere Fachschule für: Maschinen- und Mühlen-Teehnlker, Werkmeister und Müller, Weitere Auskunft erteilt D irektorJentzen. J. H. Fuhr * Grosse Weihnachtsausstellung in Kinderspielwaaren • 25 Sonnenstrasse 25. ~~ • , Marburg „ Lodenmäntel und Lodenjoppen in allen Faxens empfehlen 8582 L. Treff & Cie. G-a,s^liihlicht Patent^ Auer erspart durchschnittlich die Hälfte der Gasrechnung, “ verglichen mit Gas-Rundbrennern oder Schnittbrennern (offene Flammen). t^ie am 3. d. Mts. ausgesprochene Beleidigung gegen Heinrich Schreiner Ehefrau zu Alten- Buseck nehme ich hiermit zurück. 9435 Alten-Buseck, am 7. Nov. 1894. Johannette Wagenbach. In besserer Familie für einen älteren Herrn Wohnung mit voller Pension gesucht. Offerten mit Preisangabe unter K. 100 an die Exped. d. Bl. erbeten. 9461] «ebrauchteS Ptaninv fen gesucht. Näheres ConeerthauS Lahnstein. 3) Stämme Kiefer ca. 100 fm, 20 cm m. D. aufwärts, Bauholz. 4) Grubenholz Kiefer ca. 150 fm, Meinen Mitmenschen, welche an Magenbeschwerden, Verdauung?, schwäche, Appetttmangel rc. leiden, thetle ich herzlich gern und ««entgeltlich mit- wte sehr ich selbst daran gelitten und wie ich hiervon befreit wurde. z JPaftor a. D. ffypke in Schreiberhau, (Riesengebirge).[1832 Kunstfärberei und chemische Waschanstalt Etablissement 1. Ranges. Anerkannt vorzügl. Ausführung. Hochmoderne Farben. Ermäßigte Preise. 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