1894 Nr. 244 Erstes Blatt. Donnerstag den 18. October Der chiehener Jtnjrigrr erscheint täglich, mu Ausnahme deS Montags. Die Gießener I»««itte»vtä1ter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Anzeiger. Bierteljätzng^r 2 Mark 20 mit Bringerlohn. Durch die Post dezogqS 2 Mark H0 Redaction Expedition ttn> Druckerei: K^ukstratze Vr.7. Fernsprecher 51. Anrts- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» (Amf ItrfMt ßlVHLn* Alle Annoncen-Surcaux deS In- und Auslandes nehmen folgenden Tag erscheinenden Nummer- bis Vorm. 10 Uhr. ^UUllUt UlHUlll l. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Zum 18. October. Wenn wir unseren Blick zurückschauend in die Vergangen heit schweifen lasten, finden wir für ibn gern gesuchte Ruhe- punkte an den Tagen, deren Wiederkehr unserem Volke zu erhebenden Gedenkfeiern Anlaß gibt. Gleichzeitig aber erwächst uns hieraus eine Forderung der Pietät, immer wieder auf das hinzuweisen, was unsere Voreltern durch die Mackt ihres Geistes für uns errungen oder mit ihrem Herzblut für uns erkauft haben und dankbar Derer zu gedenken, die daS, was wir heute besitzen, ein einiges deutsches Vaterland, geschaffen haben. In dieser doppelten Beziehpng ist der 18. October für uns ein Gedenktag. ES ist noch nicht lange her, da lohten noch die Freudenfeuer von den Höhen, um daS Volk zu «ahnen an die Völkerschlacht von Leipzig, um ihm in Erinnerung zu rufen, daß an diesem Tage anno 1813 daS Glück deS stolzen Corsen in Trümmer geschlagen wurde, daß mit dem Sinken von Napoleons Stern für unser Deutschland besonders die Sonne einer neuen besteren Zeit emporgestiegen war. Auf ganz Europa hatte der^Drvck deS Joches gelegen, das Napoleons Hand ihm auferlegt hitte, aber am härtesten hatte Preußen zu leiden und mit ffm daS übrige Deutschland. Daher dürfen wir ganz bestnderS uns der endlichen Erlösung aus Schmach und SchanLe freuen. Zwar war es nicht deutsche Kraft allein, die diesen Schlag so ruhmreich geführt hat- auf unserer Seite standen die Stammesbrüder aus Oesterreich, stand Rußland? U)rd Schweden. Aber ohne uns zu überheben, dürfen wir>stolz bekennen, daß ohne uns der Steg von Leipzig unmögjhfe gewesen wäre. Die Führer der verbündeten Armeen tot&n nicht immer unter sich einig, insonderheit waren sie «jv, Ausnahme eines einzigen zum Schlagen nicht entschlosten. Dieser Eine aber war der alte Blücher, der mit seinem genialen Feldherrnblick die Schwächen des Feindes erschaute und mit seiner altpreußischen Tapfer» kett das Meiste zum Erringen des Sieges beitrug. Un» vergessen sollen auch die deutschen Führer sein, die, gezwungen auf des Feindes Seite kämpfend, sich ihrer Pflicht erinnerten und jauchzend mit klingendem Spiel ihren Platz an der Seite ihrer deutschen Brüder einnahmen. Heute flammen nicht mehr die Feuer von den Bergen zur Erinnerung an jenen glorreichen Tag. Die Geschichte schreitet unaufhaltsam weiter und so hat sie auch uns eine andere Zeit gebracht, ein Reich aufgebaut auf andere Siege, die diejenigen der alten Zeit in den Hintergrund treten lassen. Ein Zufall hat es gewollt, daß an dem Jahrestage der Schlacht von Leipzig, am 18. October 1831 ein Mann geboren wurde, der die Schlachten schlug, die unser neues Reich begründeten. In unser aller Herzen lebt er als „unser Kronprinz", wenn ihn auch die Geschichte Kaiser Friedrich III. nennt. Ausgewachsen in den Traditionen deS preußischen Ruhmes von 1813, sahen wir ihn 1866 und 1870/71 unsere Fahnen von Sieg zu Sieg führen, sahen wir ihn mit unseren Brüdern im Felde das gleiche Loos theilen, sahen wir ihn mit unserem Volke sich freuen und leiden. DaS Schicksal hat ihm nicht vergönnt, die Früchte seiner Siege zu genießen. Durch den Tod seines ruhm- gekrönten Vaters auf den «Thron berufen, trug er selber schon den TodeSkeim in der Brust — und keine Kunst der Aerzte hat es vermocht, daS theure Leben zu retten. Schon noch kurzer Regierungszeit entschlief der Held zu seinen Vätern und trauernd stand das ganze deutsche Volk an der Bahre eines Fürsten, den es wie wenige geliebt hatte. Sein Leib ist dahin, aber fein Geist lebt noch unter uns und treu wollen wir sein kostbares Dermächtniß bewahren und fest und unerschütterlich stehen zu dem, was er hat schaffen helfen, zu unserem deutschen Vaterlande und feinem Kaiser. Das walte Gott I -b- Der Kaiser in Darmstadt. nn. Darmstadt. 16. October. Gestern Mittag um 12 Uhr begab sich der Kaiser mit seinem Flügeladjutanten Oberst von Schott nach dem Mausoleum auf der Rosenhöhe und legte an dem Sarkophage des verst. Großherzogs Ludwig IV., einem innigen Freund des Kaisers, einen prachtvollen Kranz aus Thee- und Tuberosen mit Schleifen nieder. Hieraus nahm der Kaiser mit der Großh. Familie im engsten Familienkreise das Luncheon im Großh. Palais ein, und begab sich um 4 Uhr zur Hoftafel in das Großh. Residenzschloß, überall auf seiner Fahrt von dem Jubel der Bevölkerung begrüßt. Seit seinem erstmaligen Hiersein vor fünf Jahren ist eine gewaltige Veränderung in seinem Wesen vor- pegangen. Damals ernst und finster dreinblickend und fast theilnahmlos gegen die ihm dargebrachten Ovationen, ist heute der Kaiser der liebenswürdigste Mensch, den man sich nur denken kann. Ein herzgewinnendes Lächeln umspielt seinen Mund und selbst für den Gruß eines Einzelnen versäumt er vicht zu danken. Im Sturm hat er sich heute die Herzen Aller erobert, welche das Glück hatten, mit ihm zu verkehren. Um 5 Uhr nahm die Galatafel ihren Anfang. In den in einen Blumenhain umgewandelten Assemblezimmern war die Tafel mit 72 Gedecken hergerichtet. In der Mitke der Tafel faß der Kaiser, rechts von ihm die Großherzogin und links der Großherzog. Neben drm Großherzog saß die Prinzessin Alix und neben der Großherzogin Prinz Wilhelm von Hessen. Dem Kaiser gegenüber saß der StaatHminister Finger. Nach dem dritten Gang brachte der Großherzog einen Toast auf seinen kaiserlichen Gast aus, den der Kaiser in verbindlicher Weise erwiederte. Gegen 7 Uhr war die Galatafel zu Ende und begaben sich die hohen Herrschaften mit ihrem Gefolge direct ins Großh. Hoftheater, wo auf Wunsch deS Kaisers das Lustspiel „Madame sans Gene“, mit Frl. Kramer in der Titelrolle, gegeben wurde. Schon kurz nach 6 Uhr füllten sich die weiten Räume deS Theaters mit einem distinguirten Publikum, Staatsbeamten in großer Gala, sowie ein Kranz herrlicher Frauen in den kostbarsten Toiletten, den Moment erwartend, wo der Kaiser in seine Loge treten werde. Punkt 7 Uhr erschien dcr Kaiser mit dem Großherzog, der Großherzogin, Prinzessin Alix u. s. w. iu der Fürstenloge. Das Publikum erhob sich von seinen Sitzen, Oberbürgermeister Morneweg brachte ein dreifaches Hock auf den Kaiser aus, während die Musik die Königshymne intovirte, die vom Publikum stehend gehört wurde. Das Stück wurde sehr gut gespielt, insbesondere leisteten die Damen Kramer, Ethel und Wiedmann, sowie die Herren Edward, Hacker, Wagner ihr Bestes, wofür sie mit reichem Beifall des Kaisers und des Publikums ausgezeichnet wurden. Um 1/211 Uhr wär die Vorstellung zu Ende und begab sich der Kaiser in seine Gemächer im Restdenzschloß. Deutscher Reich. Berlin, 16. October. Je weniger authentische Nachrichten über die am vergangen?» Freitag abgehaltene wichtige Sitzung des preußischen Staatsmini st e- riumö vorliegen, desto toller schwirren die Gerüchte über den Vorgang durcheinander. So cheißt es u. A., die Verhandlungen der Minifterconferenz hätten sich sehr kritisch gestaltet, da sich in Betreff der geplanten Maßnahmen gegen die Umsturzbestrebungen zwei verschiedene Strömungen bekämpft hätten, eine energischere und eine mildere, letztere sei vom Reichskanzler Grafen Caprjvi vertreten worden. Jeden- falls scheint daß Eine zutreffend zu sein, daß bet dem erwähnten Ministerrath noch keineswegs eine Entscheidung in der augenblicklich wichtigsten Tagesfrage der inneren Politik getroffen worden ist, sondern daß vielmehr hierüber noch immer gewisse Meinungsverschiedenheiten in den maßgebenden Berliner Kreisen zu herrschen scheinen. Es bleibt demnach die ganze wettere Entwickelung der Angelegenheit, bei welcher überraschende Zwischenfälle vielleicht nicht ausgeschlossen sind, noch abzuwarten. — In der Angelegenheit der verhafteten Zöglinge der Berliner Oberfeuerwerkerschule ist die erft- malige Vernehmung jetzt abgeschlossen worden. Auf Grund derselben wurden sieben der verhafteten Oberfeuerwerkerschüler, wie verlautet, zu ihren Truppenthcilen zurückgeschickt, da sich ihre gänzliche Schuldlosigkeit bei den Vorgängen in dem genannten militärischen Institut herausgestellt bat. Gegen die in Haft bleibenden Zöglinge wird nunmehr die Special- unter suchung eröffnet, deren Ergebnisse amtlich mitgetheilt werden sollen. — Aus Deutsch-Südwestafrika ist die wichtige und erfreuliche Kunde von der bedingungslos erfolgten Unterwerfung deö Hottentotten-Häuptlings Hendrick Wttboi unter die deutsche Schutzherrschaft, eingetroffen. In der kurzen Depesche deS Majors Leut wein, welche dieses Er- eigniß meldet, ist allerdings nicht ausdrücklich gesagt, ob nun auch Hendrick Witboi wirklich selbst sich in den Händen der Deutichen befindet. Es müssen daher erst nähere Nachrichten über diesen Vorgang abgewartet werden, ehe sich die eigentliche Bedeutung desselben beurteilen läßt. Ausland. Wien, 15. October. Die „Pol. Corr." erfährt auS Petersburg, daß die Abreise des Czaren nach Corsu am 24. Oclober erfolge. Das Befinden des Kaisers sei zwar befriedigend, doch dauere seine Schwäche noch fort. Wien, 15. October. In Leoben kam cS anläßlich der Wahl eines Reichsrathsabgeordneten im Wahlbezirk Bruck- Leoben, wo der liberale Candidat, Professor Korber, gewählt wurde, zwischen den liberalen und antisemitischen Wählern zu blutigen Excessen, wobei eine Person getödtet und mehrere der Tumultuanten schwer verletzt wurden. Belgrad, 15. October. Der Ministerpräsident Nicvlajevic erklärte dem Redacteur einer ungarischen Zeitung gegenüber, daß mit der Reise des Königs Alexander nach Budapest und Berlin kein actueöer politischer Zweck verfolgt werde. Die Reise habe aber dennoch insofern politische Bedeutung, als sie )ic natürliche Folge jener warmen Sympathien darstelle, welche der König und daS ganze serbische Volk für den österreichischen Kaiser empfinde. An die Ber- heirathung deS Königs werde vorläufig nicht gedacht. Lüttich, ?5. October. Dem Socialistenführer Demblon wurden Seitens der Volksmenge begeisterte Ovationen dargebracht- er wurde im Triumph durch die Stadt getragen. In einer längeren Rede erklärte Demblon, daß die Socialisten in das Parlament einzögen, um der Reactio.i den Kopf zu spalten. Plarfeille, 15. October. Der Marinepräsect von Toulon hat Befehl erhalten, den Kreuzer „Laperouse" sofort auszurüsten. Letzterer soll sich mit dem Kreuzer „Petit TbounS" dem Geschwader in Ostafien anschließen. Neueste Nachrichten. SolffS telegraphisches Lorrespondev,« Bureau. Kiel, 16. October. Der Kreuzer „Condor", Comman- dant Corvetten-Kapitän Broeker, ist heute Nachmittag nach Ost-Asrika abgefahren, nachdem er Vormittags von Admiral Knorr inspictrt war. Paris, 16. October. Casimir Perter empfing heute Nachmittag den Großfürsten Wladimir. ES wurden dem hohen Gaste, der in offenem Wagen im Elysee eintraf, militärische Ehren erwiesen. Der Präsident, der während deS Besuchs, der eine halbe Stunde dauerte, vom Civil- und Militärstaat umgeben war, wird den Besuch morgen erwidern. Pari», 16. October. Die medicinische Academie nahm einstimmig den Vorschlag ihrer Specialcommission an, ein günstiges Gutachten über die Anwendung des Diphtherie-Heilserums abzugeben. Petersburg, 16. October. Ein Extrablatt deS „Regierungsbote" bringt folgendes Bulletin, unterzeichnet vom Berliner Professor Leyden, Professor Sacharin, Dr. Popow und Ehrenleibchirurgen Beljaminow, die heute ein Consilium abhielten, über den Gesundheitszustand deö Czaren: Die Nierenkrankheit hat fich nicht gebessert, die Kräfte haben sich verringert, die Aerzte hoffen, daß das Klima an der Südküste der Krim wohlthätig auf den Gesundheitszustand des Kranken einwirken wird. Shaughai, 16. Oclober. Hier ist daS völlig unbestätigte Gerücht verbreitet, Port Arthur sei von den Japanern eingenommen, und Hauptmann Hanneken liege im Sterben in Folge von Blutzersetzung nach Verwundungen. Depesche:» oc6 tourten .Herold". Berlin, 16. October. Wie von zuverlässiger Seite gemeldet tsird, erfolgt bte Uebergabe des neuen Reichstags - gebäudes an den ReichsfiskuS in der Zett vom 10. bis zum 20. November- an die Reichstagsmitglieder und an die im Gebäude beschäftigten Beamten sollen Gedächtnißthaler verabreicht werden. Wie verlautet, will der Kaiser daS neue Reichstagsgebäude noch vor der Eröffnung besichtigen. Berlin, 16. Oclober. Die „Kreuzztg." sagt, daß die zuletzt verbreiteten Meldungen über den Fortgang der Untersuchung in der Angelegenheit der Oberfeuerwerkerschüler auf gleich unsicherem Grunde beruhen, wie die unzutreffende Nachricht, daß der Director der Oberfeuerwerker- schule sich aus Urlaub befinde. Berlin, 16. Oktober. Die „Post" bezeichnet die Mittheilung eines hiesigen Berichterstatters über Sitzungen deS preußischen Staatsministeriums nur als auf Combinationen beruhend. Auch soll die Meldung über die letzte Sitzung, worin angeblich zwei Strömungen — die eine für , schärfere, die andere für mildere Fassung der Vorlagen zur Bekämpfung der Umsturzbestrebungen — mit einander gekämpft haben sollen, völlig unzutreffend sein. Den Ministern ist bekanntlich das strengste Stillschweigen über den Verlauf der Sitzungen anempfohlen. Berlin, 16. Oclober. Zu der am 18. d. Mls. stattfindenden feierlichen Fahnen-Weihe werden die Groß- Herzöge von Baden, Mecklenburg-Schwerin und Oldenburg, ferner die Fürsten zu Lippe, Reuß ä. L., von Waldeck, Pyrmont und SchaumburA-Llppe, sowie der Erbprinz Reuß j. L. io Berlin eintreffen. Di«- genannten Fürstlichkeiten werden wit Ausnahme des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin, -der erst atn Mittwoch Nachmittag in Wildpark eintrifft, auch der borgen stattfindenden Nagelung der Fahnen beiwohnen. Berlin, 16. October. In Sachen des Brauerei- Boycotts finden heute eine Reihe von Versammlungen statt, 27 von socialdemokratischer Seite gegen die Aufhebung des Boyeotts und nur eine Versammlung, in welcher unab> 9ältlig von den Brauereien durch die Saslcommisston der Berliner Gastwirthe der Versuch gemacht werden soll, eine Einigung »uf anderer Basis zu erzielen. Berlin, 16. October. Heute Morgen wurde das Charits-Krankenhaus von vier Ministern, dem Eultus-, Finanz- und Kljegsminister, sowie dem Minister der öffent- lichen Arbeiten einer eingehenden Besichtigung unterworfen. Wie verlautet, sollen die Herren sich von der Nothwendigkeit eines durchgreifenden Neu- und Umbaues vollständig überzeugt haben. Berlin, 16. October. Vor einer ad hoc gebildeten Disciplinarkammer in Pots dam stand heute der ehemalige Kanzler Leist- ihm wurde zur Last gelegt, den am 15. December 1893 zu Kamerun- ausgebrochenen Ausstand verschuldet zu haben. DaS Unheil lautete auf Strafversetzung, Gehaltsreduction um ein Fünftel und Tragung der Prozeßkosten. Der Staatsanwalt hatte die Amtsentsetzung ^Eisleben, 16. October. Infolge Erdsenkungen droht ein Theil der hiesigen Armenkirche einzustürzen. Seitens der Gemeinde wurden die nöthigen Maßregeln angeordnet. Wiesbaden, 16. October. Die Stadt prangt im Festschmuck, besonders zeichnet sich die Wilhelmstraße mit ihren drei Triumphbogen aus. Die Garnisontruppen, die Unteroffizierschule aus Biebrich, gegen 2000 Angehörige der Kriegervereine von Wiesbaden und Umgegend und 4000 Schüler unb Schülerinnen werden an der Einzugrftraße Spalier bilden. Neben Anderen sind bereits HausministerWedell und Professor Güßfeld eingetroffen, ebenso viele auswärtige Theaterinten- danten und Vertreter der Preffe. Wiesbaden, 16. October. Der Kaiser traf pünktlich um 4 Uhr 20 Min. mittelst SanderzugeS aus dem Taunus- bahnhofe ein, wo er von dem Oberpräsidenden Magdeburg, dem Regierungspräsidenten von Tepper-Laskt, dem Polizeipräsidenten Schütte und den Spitzen der Behörden empfangen wurde. AIS der Sonderzug einfuhr und der Kaiser den Waggon verlaffen hatte, wurde er vom Oberpräsidenten Magdeburg begrüßt. Dieser stellte dem Monarchen die anwesenden Würdenträger vor, welche von Seiner Majestät mit Handdruck freundlichst begrüßt wurden. Der Kaiser trug die Uniform seines Husarenregimenls, darüber den grauen Militärmantel. Sodann fuhr Seine Majestät im offenen Zwei- fpänncr — neben ihm hatte der Flügeladjutant Graf Hülsen- Häseler Platz genommen — durch die in eine via triumphalis umgewandelte Wilhelmstraße, in der das Militär, Krieger- vcreine und die Schulen Spalier bildeten, zu dem Denkmals- Platze. Nach einer Begrüßungsansprache des Oberbürger- weifiers von Uebel wurde die Enthüllungsfeier durch einen Männerchor eingeleitet. Auf Befehl des Kaisers fiel die Hülle um das Denkmal, welches den hochseligen Kaiser Wilhelm in kleiner Generalsuniform ohne Kopfbedeckung darstellt. Hierauf nahm der Kaiser den Parademarsch der Ehrencompagnie ab und fuhr sodann zum Königlichen Schlöffe. Don 6 bis 8 Uhr fand die Eröffnungsvorstellung im neuen Hoftheater statt. Eingeleitet wurde die Feierlichkeit durch Beethovens „Weihe des Hanfes", worauf ein von den Intendanten von Hülsen und I. Lauff gedichtetes Festspiel mit Musik von dem Wiesbadener Hoftheater-Orchester-Dirigenten Rebicek in Scene ging. Den Weiheact beschloß der zweite Act aus „Tannhäuser". Nach der Festvorstellung begab sich der Kaiser in die Wohnung des Intendanten v. Hülsen, bei dem er sich Aum Abendessen, wie er selbst sagte, „nur zu einem Butter- brode und einem Glas Bier" eingeladen hatte. Um 11 Uhr fuhr der Kaifer nach Berlin zurück. Wien, 16. October. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß die Regierung die Einführung des allgemeinen Wahlrechts vorläufig noch nicht beabsichtigt. Um den Arbeitern entgegenzukommen, soll versucht werden, ein den Ansprüchen der Arbeiterschaft Genüge leistendes Detailproject zu Stande zu bringen. Diesbezügliche Besprechungen mit parlamentarischen Persönlichkeiten sollen in ben nächsten Tagen stattfinden. Am nächsten Donnerstag soll abermals ein Massenmeeting der Socialdemokraten mit ber Tagesordnung „Heraus mit dem allgemeinen Wahlrecht!" abgehalten werden. Paris, 16. October. Die belgischen Wahlen und deren Resultate bilden in der hiesigen Preffe fortgesetzt ben Gegenstand lebhaftester Erörterungen. „Liberte" meint, die Rolle, welche die Socialtsten auf dem Schachbrett der europäischen Staaten spielen würden, sei nur eine vorübergehende ; die Freiheit werde in einigen Jahren wieder zu ihrem Rechte kommen. Die „Rspublique frantz." äußert sich dahin, daß alle europäischen Staaten nach einander die Wahl zwischen der reacdvnären und der revolutionären Partei zu treffen haben würden. Die „Debats" sehen die Resultate der belgischen Wahlen für eine Zermalmung der liberalen Partei an. Brüffel, 16. October. Nach offictellen Telegrammen find 51 Clerikale unb 24 Liberale in ben Senat gewählt - eine Stichwahl ist erforberlich. In bie Kammer sind 74 Clerikale, 5 Liberale unb 13 Socialtsten gewählt worben. Am nächsten Sonntag finden die erforderlichen 60 Stichwahlen statt. London, 16. October. Die „Times" meldet, daß'Japan folgende Friedensbedingungen gestellt hat: Kriegsentschädigung, Unabhängigkeit von Corea, Annectirung von Formosa, bedeutende Reformen in der Verwaltung von Korea, Ausschluß chinesischer Einmischung in derselben, Eröffnung mehrerer chinesischer Zentren für den europäischen Handel. — Die „Times" erörtert in abfälliger Weise bie von der englischen Regierung ben europäischen Mächten gemachten Vorschläge betreffend bie Intervention in Ostasien. Ein vollständiges Scheitern bieser Vorschläge würbe das Ansehen Englands vermindern und der Regierung die Möglich- 'feit nehmen, im geeigneten Augenblick bie eigenen Interessen zu wahren. London, 16. October. Wie aus Peking gemeldet wird, 4at. der Kaiser von China ein Edict erlassen, worin er strengstens bie Unverletzlichkeit aller fremben Ansiebler, Reisenden unb Missionare befiehlt unb Zuwiderhandlungen mit den schwersten Strafen bedroht. Der Vicekönig von Hukwang, Chan-Chi Lung, wurde nach Peking berufen, um dem Kaiser über den im Innern Chinas ausgebrochenen Aufstand Bericht zu erstatten. — Den „Times" wird aus Tientsin gemeldet, daß das Pingyang-Geschwader die Docks verlassen habe. Da die Reparaturen beendet seien, zeige sich die Flotte wieder seefähig. Petersburg, 16. October. Der Hofpope Janisch ess kehrte aus Darmstadt nach hier zurück. Es verlautet, der Großfürst Sergius und seine Gemahlin werden in nächster Woche nach Darmstadt reisen. Cocafe* rrrr- provLrrzzettes Gießen, bett 17. October 1894. * * Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 13. October den Ersicn Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen Ludwig Jöckel zum Landgerichtsdirrctor bei diesem Gericht und den LandgerichtSiath bet diesem Gericht Dr. Gustav G ünger ich zum Ersten Staatsanwalt bei demselben, beide mit Wirkung vom 16. October 1894, zu ernennen. * * Ernannt wurde am 10. October Johannes Reeh in Gießen zum Canzleidiener an der Landes-Universität. * * 3000 Mark Belohnung. Die Reichsschuldenverwaltung erläßt folgende Bekanntmachung: „Es werden fortgesetzt falsche Reichskassenscheine zu 50 Mk. angehalten. Wir sichern Demjenigen, welcher einen Verfertiger oder wissentlichen Verbreiter solcher Falschstücke zuerst ermittelt und der Polizei- oder Gerichtsbehörde dergestalt nachweist, daß der Verbrecher zür Untersuchung und Strafe gezogen werden kann, eine nach den Umständen von uns zu bemessende Belohnung bis auf die Höhe von 3000 Mk. zu." * * DaS Corpshaus der Starkenburgia wird am 27. und 28. Oct ob er d. I. eingeweiht. Für die Festlichkeiten aus diesem Anlaß ist folgendes Programm festgesetzt: 1. Samstag den 27. October: a) Nachmittags 3 Uhr: Zug der Festtheilnehmer mit Musik von der Pulvermühle nach bem neuen Corpshaus in der Wilhelmstraße; daselbst angekommen: Uebergabe des Hauses Seitens des Alten-Herren-Vereins an daS active Corps; b) Abends 8*/z Uhr: Festcommers (in Bier) im Ccrpshaus. — 2. Sonntag den 28. October: a) Vormittags 11 Uhr: Frühschoppen im Corpshaus, b) Nachmittags 1 Uhr: Mittagessen unter Theilnahme der Damen im Saale des Gesellschaftsvereins, c) Abends 6 Uhr: Eon- cert mit anschließendem Tanz in den Räumen des Gesellschaftsvereins. * * Der Oberhesfische Verein für innere Mission hält seine Jahresversammlung am 30. und 31.|October in Gießen ab. Herr Pfarrer Simon aus Bielefeld ist für die Festpredigt gewonnen. Die Herren Professor Stamm und Pfarrer Schuster werden über „Die Gefahren des modernen Lebens für bie Kindererziehung" referiren. Der Jahresversammlung geht eine Sitzung des Vorstandes und der Synodalveitreter voraus; am 30. October findet eine freie Versammlung in Steins Garten statt. * * Sedan • Collecte. Von ben am Sebantage bei den Festgottesdiensten unb bei sonstigen Vereinigungen für bie Invaliden und Hinterbliebenen des Krieges 1870/71 erhobenen Collecten gingen bei dem Vorstand des HtlfsvereinS im Großherzogthum Hessen insgesammt ein: 963,09 Mk., davon aus Gießen 21,22 Mk., Sich 20 Mk., Nidda 10 Mk. * * Neues Theater. Die nächste Vorstellung findet Freitag ben 19. d. M. statt. Zur Aufführung kommt ein für Gießen kaum bekannter älterer urkomischer Schwank von Rub. Kneisel, „Chemie fürs Heirathen", in welchem Herrn Alexa über Otto glänzenbe Gelegenheit geboten wirb, i sein schönes Talent als Lustspiel-Bonvivant zu zeigen. * * Neues Theater. Wenn wir durch den verhältniß- mäßig guten Besuch des Theaters am letzten Sonntag die Hoffnung gehegt hatten, eß würde in Bezug auf die Betheiligung des Publikums eine Besserung eintreten, so müssen wir heute mit Beschämung eingestehen, daß wir uns schmählich getäuscht haben. Das Ensemble des Herrn Reiners ist so gut, wie es für eine Provinzialbühne, die von keiner Seite — noch nicht einmal vom Publikum — unterstützt wird, überhaupt sein kann. Wir Gießener sollten froh fein, für den Winter eine so annehmbare Bühne zu besitzen. Statt dessen ist man über alle Begriffe gleichgültig. Der Zustand, der eben herrscht, ist einfach jammervoll unb wahrhaftig kein gutes Zeugniß für die Einwohnerschaft. Es gibt hier eine große Anzahl Leute, die die Zeit hätten, ein ober zwei Abende in der Woche das Theater zu besuchen und ein Abonnement ganz gut nehmen könnten. Aber Niemand denkt daran, oder meint, das mögen Andere besorgen. Was ist die Folge davon? Herr Reiners kann die wirklich guten Kräfte, die er glücklich gewonnen hat, auf bie Dauer nicht halten unb wirb die Abgänge fortgefetzt burch minberwerthige ersetzen müssen. Dann sind wir um unser gutes Theater und das Publikum schimpft, ohne zu bedenken, daß es ganz allein an dem Uebel schuld ist. Wenn dieser Appell an Alle, die allenfalls noch ein Interesse daran haben, unserer Stadt bauernd ein gutes Schauspiel-Ensemble zu erhallen, erfolglos sein sollte, bann müssen wir eß einfach aufgeben, tauben Ohren zu predigen, unb können nur bebauern, baß Herr Reiners fo viel Zeit, Mühe unb Gelb an eine Sache ge- ; wendet hat, die es nicht werth ist. — Daß Stück „Die Rosa-Dominos" ist geschickt componirt und hält das Interesse an der tollen und etwas uriwahrscheinlichcn Handlung stets rege. Aber es verlangt eine gute Darstellung, um wirken ju können. Wir müssen offen gestehen, daß dies zu unserer Verwunderung trotz der leeren Sitzreihen geschehen ist. . Jnscenirung unb Darstellung waren gleich gut und dürfen uneingeschränkt gelobt werden. Auf kleine Unebenheiten ein» zugehen, lohnt nicht. Wenn der Theaterbesuch ein besserer geworben ist, dann erst vermag auch die Kritik ihr Theil zur Hebung der Leistungen im Einzelnen beizutragen. * * Das vergangenen Samstag Neue Bäue 1 eröffnete Panorama des Herrn Schmidt hatte sich gleich eineß guten Besuches zu erfreuen. Wenn schon vor zwei Jahren die vorgeführten Bilder-Serien allgemeine Bewunderung erregten, fo müssen wir gestehen, daß wir etwas Vollendeteres auf diestm Gebiete der Plastik, als wie der Eröffnungs - Cyclns, Hamburg, Helgoland, Norderney, Schloß Friedrichsruh, noch nicht gesehen haben. Wir machen einen Rundgang durch Hamburg, sehen verschiedene Ansichten des Hafens, das See- mannshous, den Verkehr auf St. Pauli mit den vielen Ver- gnügungSetabliffements, die Kaiser Wilhelm Brücke rc. Sodann kommen wir nach Friedrichsruh, wo wir das Schloß mit ber berühmten Terrasse, wo Fürst Bismarck im vorigen Jahre die verschiedenen Deputationen tmpsangen hat, sehen- eine Ansicht stellt Bismarck am Arbeitstisch bar, auch bas Forst* haus am Sahsenwa'b ist vertreten. Jetzt beginnt die Reise nach Helgoland, wo wir als erste Ansicht die Insel vom Schiff aus sehen, ferner die Nordspitze mit der Nonne rc., der Lcuchtthurm, bas Denkmal Hofmanns von Fallersleben. Von Norderney sind interessant: Rettungöhaus, Herrenbad, Napoleonsschanze, Wellenschlag rc. Eine natürlichere Wiedergabe wie diese ist kaum denkbar, und muß man über bie herrliche Plastik staunen. Ein Besuch des Panoramas zn dieser wirklich einzigen Prachtserie ist ein sehr lohnender und wir können denselben auf das Wärmste empfehlen. * * Karioffeldieb. Vorgestern hatte eine Frau auf ihrem am Nahrungsberg ihre Kartoffeln geerntet unb dieselben in ein verschließbares Gartenhaus untergebracht. Am ankern Morgen sand sie das Häuschen erbrochen und die Kartoffeln verschwunden. Der Dieb wurde ermittelt unb u er* haftet. Die Kartoffeln fanben sich in ber Wohnung eines Frauenzimmers auf dem Nahrungsberg, wohin sie der Dieb gebracht, vor. * * Streit. Zwischen einem Arbeiter von hier und einem Ehepaar aus Oppenr-d entstand gestern Mittag in der Neu* k ftadt ein Streit, wobei das Ehepaar blutige Köpfe davontrug. * * Wechfelstempelsieuer. Im Oberpostdirectionsbczirt Darmstadt wurden im Monat September d. I. an Wechiel- stempelsteuer 12 819 Mk. 50 Pf. vereinnahmt, einschließlich der Vormonate (ab 1. Ayril d. I.) 76 318 Mk. 30 Pf. (oder 3215 Mk. 30 Pf. mehr als im entsprechenden Zeit* raume des Vorjahres). * ** Lich, 17. October. Anläßlich des morgen statt- findenden EmzngS unseres neuvermählten Erbprinzen- Paares tn unsere Stadt prangt Lich bereits heute im schönsten Festschmuck. Für die Festlichkeiten ist die Capelle des Gießener Kaiser Wilhelm-Regiments engagirt. Im Schlöffe findet nach dem Einzüge ein Diner statt. Nachstehend theilen wir das Menn zu demselben mit: Consomme ä, la Monaco. — Petits pätes de jambon ä la bourgeoise. — Filets de Soles ä la Normande. — Cuissot de veau, tomates farcies. — Pate de foie gras. — Faisans rötis, Salate et Compote. — Asperges en branches. — Mousse d’avelines. — Dessert. N. Nieder Mockstadt, 16. October. Die Zwiebeln, welche in unserer Gegend von besonderer Güte gezogen werden, gelten gegenwärtig 2 Mk. pro Gentner. Infolge ber Nässe im Nachsommer zeigen sie Neigung zum Faulen. Die Erträge sind auch dieses Jahr wieder recht befriedigend, denn es wurden 150 bis 250 Gentner, und sogar noch mehr, pro Morgen geerntet, womit die Erträge ber Zuckerrüben, für welche dieses Jahr nur 85 Psge. unb weniger gezahlt werden, bedeutend überboten werden. Die Zwiebelcultur wird daher in unserer Gegend nicht so leicht von einer anderen Gultur verdrängt werden. § Vom höheren Vogelsberg, 15. October. Heute Morgen zeigten die Spitzen unseres Gebirgs ben ersten Schnee. Ein früher Winter wird erwartet, die landwirthschaftlichen Arbeiten sind aber noch sehr zurück. Das Kornsäen ist beendet. Das letzte Grummet konnte biß jetzt nicht, trotz aller Mühe, heimgebracht werden. Die Kartoffel-Ernte hat bereits begonnen und ist dieselbe als eine ziemlich geringe zu bezeichnen. Die meisten Kartoffeln sind schon im Felde verfault. Eine gute Ernte dagegen hofft man an Dickwurz und Kohlraben. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen. 41. Woche. Vom 7. October bis 13. October 1894. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (incl. 1600 Mann Mllitürl, SterdlichkeitSziffer: 16,47°/« bezw. 7,05 nach AuSschl. der Ortsfremden. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Diphtheritis 2 (1) 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr 2 (1) Unterleibstyphus 1 (1) 1 (1) Lungentuberculose Tuberkulose anderer 1 (1) 1 (1) — Organe Sonstige benannte 1 1 — Krankheiten 1 (1) 1 (1) - — Unbek. Todesursache 1 — 1 — x Summa: 7 (4) 4 (3) 1 2 (1) Anm. Die tn Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle tn der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Lsngesandt. Gießen, 16. October 1894. Eine ständige Klage der Gastwirthe kehrt immer wieder, die der sogen. „Privatkostgebereien". Vielfach sind schon die Verbände der Gastwirthevereine thätig gewesen, um diesem Krebsschaden deS Gastwkthegewerbes entgwn iu arbeiten; allein es dürfte auch das I «[öftere Publikum Jnte^esie daran haben, daß von der zuständigen ! Behörde diese Prtoatkostgebereien unter strenge Kontrolle gestellt werden. Unter vielem Anderen hebt Einsender dieses nur einen Punkt bervor. Bekanntlich ist sämmtltchen Wirthen verboten, Fleisch von per Aretbank au entnehmen behufs Verabreichung an die Gäste und ,ioar mit vollem Recht, denn wenn die Gäste, welche ftd) durch Speisen erquicken wollen, reelle Preise zahlen, so können ste auch verlangen, daß zur Zubereitung der Speisen nur gutes, absolut ladenreines Fleisch verwendet wird. Jeder kann der Behörde uneingeschränktes Lob zollen, daß diese Bestimmungen getroffen sind. Anders steht es aber mit den „‘Bnoalfoftgeberrten" aus. Den Privatkostgebern verbietet kein Gebet die Verwendung von nicht labenreinem Fleisch, und wenn auch die Bestimmung getroffen, daß nicht über ein bestimmtes Quantum Fleisch von der Freibank abgegeben wird, so läßt ft(6 diese Bestimmung leicht umgeben tamit, daß verschiedene zu einer Familie gehörige Personen das bett. F sich von der F.eibank kaufen. Damit ist den Privatkostgebern die Möglichkeit gegeben, nach Belieben Fleisch von der Freibank zu entnehme?. Wenn man nun die so billigen Pieise dieser ttostgeb^reien in Bettacht zieht, so drängt sich der Gedanke auf, daß diese Prelle nur durch den so billigeren Einkauf des Fleisches erzielt werden können; und dies ist em großer Schaden für da« Gastwirthgewerbe; aber nicht nur den | Wirthen erwächst Nachtbeil davon, sondern es werden noch weitere Gewerbe, wie Metzger ?c., welche eine recht stattliche Gewerbesteuer zablen müssen, in Mitleidenschaft gezogen. Don fast allen Privat- kostgebereien wird aber keine Steuer erhoben, weil ja, wie gesagt wird, diese Privatkostoeber keinen Verdienst (?) erzielen, sondern die Verabreichung der Speisen nur aus niner Menschenliebe geschieht: trotzdem möchte Einsender bestimmt behaupten, daß viele dieser Privat- kostgeber nur von dem Verdienst der Kostgeberei leben. Ob nun dt.se Kostgeber zur Steuer herangezogen werden können ober nicht, tft nicht der Zweck dieses Artikels, sondern der Einsender möchte nur daraus Hinweisen, ob nicht die zuständige Behörde auch bei diesen privaten Sp-iseanstalten die Bestimmung erlassen dürste, daß den Personen, die hier speisen, nur gutes, ladenreines und nicht von der Freibank entnommenes Fleisch verabreicht wird. kirchlicheAnzeigen der evang. Gemeinde. AohanneSkirche. Donnerstag den 18. October, Vormittags 9 Uhr: Gottesdienst zur Eröffnung der DecanatSsynode. Pfarrer Do lp auS Allendorf a. b. Lumda. Donnerstag den 18. October: Nachmittags 4*/, Uhr: Vorbereitung zur Kinberkirche im Conferen,zimmer der Stadtknabenschule. Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Turnsaal der Stadtkvaben- schule. (Fortsetzung der Bilder aus dem Leben Jesu: Jesu« al« Lehrer.) Pfarrer Schlosser. Z}* _ Z erzielt man nur, wenn die Annoncen zweck- IT T | I mäßig abgefaßt und typographisch ange- V V W GH mesien auvgestattet sind, serner die richtig. - l * cv Wahl der geeigneten Zeitungen ge- niirni AHtlllttfPtl troffcn roitb- Um dies zu erreichen, wende V imj ^MUIUlUl 11 mQn sich mi bie Annoncen-Expedition KndolfMosse, Frankfurt a. TI., und Mannheim; von dieser ,;irma werden die zur Erzielung eines Erfolges erforderlichen Auskünfte kosten» frei erlheilt, sowie Jnseraten-Entwürfe zur Ansicht geliefert. Berechnet werden lediglich die Original-Zeilenpreise der Zeitungen unter Bewilli» gung höchster Rabatte bei größeren Aufträgen, so daß durch Benutzung dieses Institutes neben den sonstigen großen Vo-theilen eine Ersparniß an Jnserationskosten erreicht wird. 6746 Sertreter am hiesigen Platz: Heinrich Wallach, Kaufmann Tavsendfaches Lob, notariell bestät., über den Holl. Tabak von B. Becker in Seesen a. H. Ein 10 P'd. -Beulcl tco. tt Mk. hak dte Exp. d. Bl. eingesehen. • 7830 8152* Fein möblirte Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. ________________GGnlffratze »» 8281* Gut möblirtes Zimmer mit Eabinet. W. -tzerber, Ktrchenpl. 11 H 8196* Hübsch möbl. Zimmer an einen Herrn, welcher einen Schüler deS Real- gymnasiums in seiner Arbeit beaufsichtigt, billig zu vermiethen- Näheres in der Exped. d Bl. verlegt. Der Vorstand 8548 8553] Bekanntmachung. Neustadt 15. Raupenleim empfiehlt 8346 Gnauth. 8568 Seltersweg 39 8163 kaufen 8558 kaufen. Schillerstraße 19. Aermietyungen. Möblirtes Zimmer zu vermiethen. 8510 I. Hirz, SelterSweg 22. geben. Achtungsvoll 8567 8536* Möblirte Zimmer zu oermietben- 80 Pfg QKKo ! 8149* Möbl Zimmer zu vermiethen. |K Klees, Sudanlage 18. «immer zu oer- iraße 38 III. den neuen Kliniken. Gießen, den 16. October 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 85t 3 j Drei iuetnandergehende schöne Zimmer mit Kücheneinrichtung sind an eine rüstige Kamille per fofort zu ver- miethen. -lläberes bet der Expcd. d Bl. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. (Büchsenfleisch, fft. Marke Libby), in 6, 2 und 1 Pst.- (engl.) Dosen, im Ausschnitt P.r Pfd. Gottl. Nauheimer Frankfurterstratze 3 I. 8554] Eine Kaute Mist zu der» M rniia«. 6«1 19. ©(Wer Kto Mwoch! Bekanntmachung. Adenö, ÖCtt 25. (©Ctobtr, ] Samstag den 20. October und 5iartoffeln l. Js. sollen zwei Triebviertel, verkauft [8447 Friedrich Cost, Neustadt. Nachhülfestunden ober Arbeitsstunden ertheitt gegen mäßiges Honorar ein allerer Student- Offerten unter O. P. 50 post- lagernd Gießen.c552 8570* KreundUch möbl. Zimmer zu vermiethen. Westanlage 45 in. Concordia. Die Abendunterhaltung in „Steins Saalbau" wird vom 28. October auf den 4. November I. J. Offene Stellen besetzt kostenfrei der Kaufmännische Verein zu Frankfurt (Main). — Jahresbeitrag für neu eintretende auswärtige Mitglieder Mk. 5.— Einschreibegeld für stellesuchende Nicht- mitglieder Mk. 2,50 für 3 Monate. [587 v Bekanntmachung, betreffend das Einhalten der Tauben zur Saatzeit. Die Besitzer von Tauben werden aufgefordert, während der Saatzeit — vom 17. October bis 15. November — ihre Tauben in den Echla '.en einzuhalten. Uebertretungen dieser Art müssen nach Art. 79 des Feldstrafgesetzes zur Anzeige und Bestrafung gebracht werden. Gießen, den 15. Oclober 1894. Vermischte Anzeigen. Erklärung. Ich nehme hierdurch die Beleidigung gegen Georg Strack dahier, er hätte falsch geschworen, alsUnwahrheit zurück. Albach, 12. October 1894. 8550__Konrad Balser VI. 8549] Wohne nunmehr Schützen- straße 17 und Halle mich hierbei zur Anfertigung von schriftticheu Arbeiten jeder Art im Verkehr mit Privaten u. Behörden, sowie zur Einrichtung t». Führung der Geschäftsbücher weiterhin empfohlen Poppelsdorf, Schützenstratze 17. Das Garniren von Damen- und stinderhüten in und außer dem Hause wird rasch und billig be'orgt. [82571 Löweugaste 16. Mehrere 1000 Meter in Kleiderstoffen, Buckskins, Hem dcnstanellen, Barchenten, Bett zeugen, Cattunen, Piques, Da- Der Voranschlag der Gemeinde Großen - Linden pro 1895/96 liegt vom 19. d. Mts. einschl. ab während acht Tagen zur Einsicht und Entgegennahme etwaiger Einwendungen auf dem Geschäftszimmer, masten , Chiffons, Leinen u. s. w. W bet Bürgermeisterei offen. ♦ sind ein getroffen und empfiehlt solche zu auffallend billigen Preisen. ♦ Großen-Linden, am 16. October 1894. i x J £ o X Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden. JMn JE8, X — - —— -------^eun-_______________ 8547'X 8561 Wäsche- und Ausstattungs-Geschäft. Wegen anderen Unternehmungen gebe ich mein R ise-Geschäft auf und um mit dem großen Vorrath meines Waaren-Lagers zu räumen, verkaufe ich nachstehend verzeichnete Maaren unter Preis und bietet sich somit für Jedermann eine günstige Gelegenbeit, seinen Bedarf für längere Zeit zu enorm billigen Preisen zu decken. Es ist noch ganz besonders zu empfehlen, sich mit dem Einkauf zu beeilen, da die Maaren der sehr guten Qualitäten und Billigkeit Halder bald vergriffen sein dürsten. Preis-Verzeichniß einiger Artikel: Normal-Hemden für Kinder 60—70 Pfg., für Herren 90 Pfg., 1—, 1.25 Mk., extra schwere starke Maare 1 50 und 1.75 Mk , in Wolle 2.— und 3 — Mk. Unterhosen für Kinder mit Leib 40, 50, 60, 80 Pfg. bis 1.25 Mk, für Damen und Herren große dauerhafte Waare 80 Pfg, 1.—, 1.50 Mk Unte.jacken für Damen und Herren, große schwere Waare (Schweißjacken) 60—80 Pfg., 1 — Mk., extra schwer und groß 1 25, 1 50 Mk. in Wolle 150 bis 2.- Mk. Gestrickte wollene Westen (Wammse) 2, 3 und 3.50 Mk., in nur guter, haltbarer Waare, für Kinder 1 25—1.50 Mk., Strümpfe für Damm sitzt pur 50 und 60 Pfg., in prima Qualität schwarz patent gestrickt 1— und 1.25 Mk, Socken 30, 40 und 50 Pfg, starke Winterwaare in Kinder,Strümpfen von 20 Pfg an, sowie ein Posten Winter-Handschuhe für Damen, Herren und Kinder zum halben Preis. Ein Pollen Winter-Paletots (Ueberzieher» jetzt nur 12 und 15 Mk. Starke Buxkin-Hosen 5 und 6 Mk. Herren-Anzüge 15 bis 20 Mk. Reste Stoffe Buxkin sür Hosen 2.25, 3.00, 4 und 5 Mk. Reste für Herren-Anzüge In verschiedenen Qualitäten unter Preis. Herren-Saccos in nur starker Waare zu 5.50 Mk Ich mache darauf aufmerksam, daß diese aufgesührten A tikel mit ’/< und Vs The l billiger gegeben werden, als zum früheren Verkaufspreis und kann sich ein Jeder bei Besuch des Lagers sofort von der Wahrheit Überreugen. — Große ««-Wahl in «orsetS für Damen A 70, 90 Pfg, 1-, 1.25, 150 bis 3.— Mk., früher das Doppelte. Ach mache besonders aufmerksam ans einen Posten Hemden-Stoffe, ShirtingS, DowlaS EhtffonS, Antterstoffe, Schür-enzeuge, Stoffe zu UnterrScken, Hauskleider, Hosen und Jacken. Handtuch- und Tischtuch- zeug, welches unter -fabrilpretS abgegeben wird. Taschentücher für Kinder Vs Dtzd. 45 P'g , für Damen oder Herren Vs Dhd. 80 Pfg., 1.— und 1.20 Mk., Handtücher '/, Dtzd 120, 1.50 und 2.50 Mk. Glaser, tücher - lau oder roth carrtrt Vs Dtzd- 60 Pfg. und 1 Mk., Tischtücher, Servietten und Tischdecken in großer Auswahl sehr billig. Tricot-Tttllen in verschiedenen OualttSien in nur dauerhafter Waare A 90 Pfg, 1.20, 1.50, 2.— und 3 — Mk., früher das Doppelte. Radfahrer-Hemden mit Kragen und Quaste 1.25 bis 1.75 Mk H rren-Kragen Vs Dtzd. 1 Mk., p ima 4fach Leinen 150 und 2.10 Mk Manschetten 3" und 50 Pfg. Einen Posten Shlipse und Eravatten in großer Auswahl, rüher 30, 50, 75 Pfg und 1.50 Mk., jetzt 13, 30, 4u und 75 Pfg. Hosenträger von den billigsten bis allerfeinsten jetzt 30, 50, 80 Pfg., 1 Mk. Echte Doering Seife kostet Überall 40 Pfg. bei mir nur 25 Pfg. per Stück. Ein Posten Scheuertücher, sonstiger Preis 30 Pfg. jetzt 18 Pfg. per Stück. Haus- und Küchen-Schürzen 65, 75, 85 Pfg. per Stück, Hemden, Beinkleider, Nachizacken, sowie sämmtliche NegligS-WSsche in g ober Auswahl unter Preis. ’ Settaeug, Halb- und Ganzleinen. Spitzen, Stickereien, seidene Bänder, Tisch-, Sopha« und Kommode-Decken Cin-n Posten Vorhang-Stoffe Mtr- ä 13, 18, 20 und 25 ißfa. Brittania-Löffel und Gabeln 2 Stück 25 Pfg., früher per Stück 25 Pfg. Wegen gänzlicher Ausgabe dieser Artikel: -fea Borharig.Stoffe früher 20, 30, 50,80,1C0 Pfg-, jetzt 13,16, 20,25, 35 Pfg. per Meter- 3 Dtzd. Hosenknöpfe 5 Pfg., 3 Dtzd Schuhknöpfe 5 Pfg, Fingerhüte Stück 2 Pfg , 25 Nähnadeln 3 Pfg., 100 Stück Stecknadeln 5 P'g., 1 Dtzd Ver- ficherungsnadeln 3 Pfa, 1 Packet Haken und Oesen 3 Pfg, 1 Packet Haarnadeln 2 Pfg, 1 Rolle Nähseide 5 Pfg., Knopflochseide 5 Pfg, Staub-, Frisier- und Taschenkämme Stück 10, 15, 20 und 25 Pfg., früher das dreifache, 1 Dtzd. Kragen- knöpfe 20 Pfg, Brachen, früher 75 Pfg, sitzt 20 Pfg , Manschettenknöpfe von 10 Pfg an, Einfaß-Litze Stück von 8 Pfg. an, 1 Stück Taillenband 13 Pfg., Leinen- und 1 Baumwollenschnur, S:ück 5 und 8 Pfg, Schubriemen Dtzd. 8, 12 und 15 Pfg., 12 Dtzd. Hemd en knöpfe 12 Pfg, Perlmutter knöpfe Dtzd. von 8 Pfg. an, sowie noch verschiedene Artikel in der «urz', Weitz- und Wollwaaren-Branche, welche hier aufzuführen nicht möglich ist, zu Spott Preisen. 8425 J. L. Halbreich uns Heldtnbkrgen zur Zeit Gietzen, Bahnhofstraße 1, im Hause des Herrn Hofmetzger Gg. Möhl. Rot». Meuser. WohuNNgkN fit StMttNdk. Pakmflfl ö Artf 8110* Fein möblirtes Zi unrnBO"nBBi UUI IIUU MUUI 8536* Möblirte Zimmer 8566j Zwei flut mbbl. ineinander flehende Zimmer per sofort zu vermiethen. Ludwigstratze 52 I. 8551] Möblirtes Zimmer zu oer- miethen.Bahnhofstraße 49, H. Abend, den 25. October, in Gießen, Bahnhofstraße 1, nämlich Gewann 4 Nr. l 2 und 15, । dn Herrn Hosmetzger Georg Wahl. Ausverkauf ______Otto Schaaf« Die von Herrn Direetor Wilson bewohnte Villa ist wegzugshalber zu vermiethen, eventuell zu ver- Emil Fischbach. Brumataleim empfiehlt die Adler - Drogerie Versteigerung. Gamttag bett 20. d. MtS , Nach- mittaflS 8 Uhr, versteigere ich die Ernte von zwei Triebvierteln gegen Baar« zahlung. Zusammenkunft bei Wirth Hengst. Versteigerung bestimmt. Gießcn, den 15. Oktober 1894. 8520 Mulch, Vollziehungsbeamter. Unterröckc sür Damen in großer Auswahl, von den billigsten bis zu den hochfeinsten, empfiehlt Robert Haas 8557 Seltersweg 18. Restauration Fostkeller empfiehlt gute Speisen und Getränke verbunden mit Frühstücksstube; guten Mittagstisch von 60 Pfg. an. Jeden Dienstag Abend: Sauerkraut mit Leberklöfeu oder Rippchen; Freitag Abend: Kar- toffelpsannkuchen. Daselbst ist in der Woche auf 4 Abende noch ein schönes Vereinszimmer zu ver- emvneblt 8553 I buy Mobl Z mmer zu oermietben. emppey^ 000(5 j K Klees, Südanlage 18. E1XU1 ür Olge I 8392* Ein schön mövl. Zimmer --jzu vermiethen. srordanlage 1V H. 7441* Schön möblirtes Ztmmer zu im Ausschnitt -mvfi-hli 8562 . j Gust. Walter, Mäusburg 13. 23‘Zr” ; «HDÜnze« tt. Mevaillen an Sammler 8282* 2 ineinanüergchende mödline . billig abzugeben 8556 Zimmer find zu vermiethen. I Offerten unter Nr. 8556 an die Exped. Ludwigstratze 59, 1 Tr. an der Grünbergerstraße gelegen, so- wie 6 Abtheilungen Gelände auf der! CT Warthe neben den neuen Kliniken. empfiehlt 8458 verpachtet werden. Zusammenkunft! Wilh. Kohlenmann I um 3 Uhr Nachmittags am Schützen^ Hof und Fortsetzung um 4 Uhr an Veralteten tuagk«- nah Kehikopfhuken heilt brieflich unter Garantie. Billigst Bisher auch nicht annähernd erreicht 8150 Apotheker Fr. Jekel, Breslau, Neudorfstr. 3. 6 M Belohnung Demjenigen, der mir mit- . theilt, wer ein Pserd käuflich au mich abgibt, zum Schlachten. 8408 Kessler, Pferdemetzger. 8569| Mädchen erhallen sofort u später guteStell.Fr Weitzeubach,Bismarck,:r.8. Kautionsfähige Wirthsleute, welche eine gute Küche zu führen ver- stehen, gesucht. 8485 Offerten oud H. Nr. 33 an die Exped. 8539) Für einen älteren Herrn wird nnmSbltrteSZimmer zu miethen gesucht. Näheres Wesetstraße 6 Itl.___________ Cigarrenfabrik. Gesucht zu sofort oder später ein in Gießen gelegenes, gröst. zur Cigarreusabrikation sich eignendes Anwesen. Vorerst Miethe, spät. Kans nicht ausgeschlossen. Offerten unter „Bremen 77" an die Exped. des Gieß. Auz. erbeten. >837 t I Ankauf alter Böeher und Bilderwerke. Angebote ganzer Bibliotheken, sowie einzelner Bücher erbittet die J. Ricker’sche Buchhandlung Giessen. __________Bleichstraße 11, mittl. Stock. 8518* Möbl Rimmer zu vermiethen. _ ________________Grül bergerstraße 8. 8484* MSdl. Zimmer «tt Eabinet zn ver«. Sonnenffratze 28 1. 8226 Stall besonderer Anzeige Heute verschied nach schwerem Leiden unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater und Grossvater Dr. Joh. Bapt. Jett. Um stille Theilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: 8565 InnatmtDOB folgenden Tag n Grösstes Lager in Damenmänteln Grösste Auswahl in Kleiderstoffen und Seidenwaaren. HEUTE ErOM te neuen Wwiim und CoiiMloiiSÄliälte “ss"‘ Carl Nowaok bttg'legt. Katharina Jett, geb. Zörb. Wilhelm Jett. ? Charlotte Fiesser, geb. Jett. Valentin Fiesser. Hans Karl Fiesser. Giessen, den 16. October 1894. 8659 OE.-.. 8451 Aends 9 Uhr, in der „Restauration Schnell". Wer im Hanse einen ««benutzten Raum hat, und denselben sehr gut rentabel machen will, lasse sich gratis und franco Prospecte und Auskunft kommen von der Ehemnitzer Wasch Manaelfabrik, Otto Puppert, Chemnitz i.G. [4139 (Fr. Lhr. Pietsch) fca Meße«. Die heutige Kummer umfaßt 6 Seiten. j Turnnerein. UHauptvcrsammluiig § Mittwoch, den 17. Oktober cr.^ Mr.: Den! $a8M an die ®tt la. 'Md. i 6226 »He ^hdn.1 Mob S’ Seite, «b», •HW«««» Geselligkeits -Verein Gießen. Samstag den 27. Oetober: Jeier des 8. Stiftungsfestes verbünde» mit Concert, Theater und Tanz. Karten ä 75 sind zu haben bei Herrn Friseur Wahl, Neu» stadt, Balser, Grünbergerstraße, Gastwirth Böhm, Neustadt, sowie Abends an der Kaffe. 8564 Anfang 8 Uhr. Der Vorstand. N.B. Damen ohne Emladurnskarten haben keinen Zutritt. Nach Art. Monat 6er Wies, ziehung der Reib; Wir beauftt w^ujorbtm und tyototottt diö 16 In Wn ’ Sie denselben n folgende Punkte 1) ob bhShi gang gett nicht- 2) welche Ano ieitigung I gesundenen iber borge vorftünden auch aus b sträoch, M losen, M E graben, auf dergleichen t Mnungig bchehenden 3) Sßetbe^trur Suren, na Bildung v vom 30. { Meßenden fordttlich i Zu Nr. 2 k hin besonderer Wiesenbefitzer sp Mesenvorstand tu Jer vom Wiesenv Wtytn wären, * Sami SJ*b» * '»»tel?sGn ■b£^ tte anh DÄ “«Wit«. Tagesordnung: 1) Bericht, 2) Nechnungsablage, 3) Vorstandswahl. Der Borstand. Beerdigung vom Trauerhause (Grünbergerstrasse 23) Donnerstag Nachmittag 3 Uhr. Rehecttoa: Ä. Scheyd». — Druck und Verl«- der Brühl'schen Druckerei = Festsaal Cafe Leib, s Donnerstag, den 18. Oetober, Abends 8 Uhr Außerordentl. Separat-Demonstrationen mittelst des elektrischen Riesen - Projeetions - Mikroscops (Ver- größerung bis 5 millionenfach auf einer Fläche von 500 Quadratfuß) durch Physiker Albus. Dieses wundervolle Riesen > Projeetions • Mikroskop, das größte seiner Art, ist ein Apparat, welcher, vom electrischen Strome gespeist, die in ihm gesteckten Gegenstände in bis kmillionenfacher Vergröberung auf eine weiße Fläche von 500 Orradratsuß projictrt. Tiefe beispiellose Vergrößerung läßt die Gegenstände der Bau- und Bildhauerkunst in ungeahnter Plastik herrlich heroortreten und gewährt bei den der Schatzkammer der Natur entnommenen Präparaten dem unbewaffneten Auge des Zuschauers die überraschendsten Einblicke in die gehetmnißvolle Wunderwelt der Natur. Prnnrültim ■ L Theil: a) Die unsichtbare Welt, b) Nordenskjölds Nordpol- 1 1 Uyi dlU 111 , Expedition 1878—1880 lI.THeil: Wanderung durch die Schwei; und Italien. III. Theil: Reise um die Erde mittelst Blitzzuges in dreißig Minuten rc. rc- rc. „ m Preise bet Plätzer Nummerirter Sperrsitz JL 2—, I. Parquet X 1.50, II. Parquet «N. 1.—, Parterresitz JL —.60, Stehparterre —.40, Gallerte —.30. _ „ Borverkauf der Karten am Vottragstage Mittags 11—2 Uhr nur an der Kasse des Festsaales CafL Leid. 8560 «asteuöffnung u«t> Einlaß 7 Uhr. - Anfang 8 Uhr. Es findet nur diese Separatdemonstration statt. anständige/ Hausbursche gesucht. Schnlstratze 2. 80^71 Pferdeknecht und Schweizer gesucht.Ehr. Hanbach I. Lehrling* m. g. Zeugn aus achtb. Familie f. e. Herren-Lonseetion- «. Matzgeschäft los. ges. Off. u. A. 10 a. d. Ep. 8366 8488] Geübte Maschinenstrickerinnen für dauernde Beschäftigung gesucht. Wilhelm Seuling, Mechanische Strickerei- 8437] Ein braves, jüngeres Mädchen vom Lande sofort gesucht.Marburgerstr. 29. 8555 Sektion Gießen. Deutsch-Oesterreich. Alpen-Verein Sonntag den 21.Grtbr. Tour Queckborn— Grünberg. Abmarsch Val Uhr vom LudwigSplatz. NeüesTTheater, Giessen 8040 Steins Saalöau. (Direction: Adam Reiners.) Freitag den 19. Oktober 1894 Chemie fürs Heiratheu. Ortainal'Schwank in 3 Acten v. Kneisel. Anfang 8 Uhr. Kutscherverern Hießen feiert SamStag de« 20. Oetober sein n. Stiftungsfest bei Eoneert, Vorträgen, Gesang und Ball im Saale des Cafe Leib. Eintrittskarten an der Kaffe L 70 Pfg. Damen ohne Karten haben keinen Zutritt. Bier im Glas. Der Vorstand.