Nr. 192 Erstes Blatt. Samstag bett 18. August 1894 Der Gießener Aasiger erscheint täglich, tnit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamirienvrätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Vierteljähriger Zivonnemcatspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. , Durch die Post bezognr 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Sckiukilrahe Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- unö 2litjet$eWatt für beit Hveis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. Hralisöeikage: chießener Kamikienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Neueste Nachrichten. Wolff» telegraphisches Correspondenz-Bure«-. Berlin, 16. August. Die „Nat.-Ztg." bestätigt die Verhaftung von 40 Anarchisten, darunter einer Frau. Sie wurden auf dem Polizeipräsidium photographirt und anthropo- metrisch gemessen; fünf davon sind wieder entlasten worden. Der Anarchist Schewen, der die beiden Polizeibeamten verwundete, spielte in der anarchistischen Bewegung eine große Rolle. In einer Versammlung der revolutionären Metallarbeiter wurde er in ein Comite gewählt, um die Bildung ! eines Vereins vorzubereiten. Derselbe kam aber nicht zu Stande. Potsdam, 16. August. Die Kaiserin ist mit den kaiserlichen Kindern heute Nachmittag 5 Uhr hier eingetrosten. Sie wurde von dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich 'Leopold auf dem Bahnhofe empfangen. Köln, 16. August. Wie die „St Ztg." aus Belgrad meldet, erscheinen die Gerüchte vom Rücktritte des Ministeriums noch verfrüht. Der Bestand des Cabtnets hänge von dem Ausgange der Berathungen in Nisch ab. Königsberg i. Pr., 16. August. Heute Nachmittag ex- plodirte das Berscher eck'sche Feuerwerkslaboratorium in Vorderhufen. Die Frau und zwei Kinder wurden getödtet, Berschereck lebensgefährlich, sechs andere Personen mehr oder minder erheblich verletzt. Rom, 16. August. Der Aetna droht mit einem neuen Ausbruch. Amsterdam, 16. August. Heute sind hier fünf Personen, in Haarlem drei Personen und in Maastricht eine Person an Cholera erkrankt. In anderen Städten kamen zwei Cholera- rrkrankungen vor. Serajewo, 16. August. Zu Ehren deS Anthropologen- und Archäologen-Congresses veranstaltete der Landeschef General Freiherr v. Appel gestern ein Diner, bei dem er einen begeistert aufgenommenen Toast auf den Kaiser ausbrachte. Professor v. Ranke, der in Vertretung des Geheimraths Professor Dr. Virchow erschienen war, brachte einen Trinkspruch auf Frhrn. v. Appel aus, der in einem zweiten Toaste die Verdienste des Retchsfinanzministers Kallay feierte. Hofrath Benndorf-Wten brachte ein Hoch aus auf die Armee, die dem Lande die Wege zur Cultur geebnet habe. Martillet-Paris und Pegarini-Rom toasteten auf Bosnien. Heute begannen in Anwesenheit eines distinguirten Publikums die Vorlesungen. Depeschen deS Bure«: .Herold* Berlin, 16. August. Die Cholera-Commission tritt in den nächsten Tagen zur Berathung weiterer Vor- beugungSmaßregeln im Hinblick auf die Cholerafälle in Ost« Preußen zusammen. Berlin, 16. August. Wie die „Kreuzzeitung" meldet, ist als Tag der Einberufung für die außerordentliche General-Synode zur Berathung des AgendewEntwurfs dem Vernehmen nach der 27. October er. inS Auge gefaßt. Kassel, 16. August. Die Steif er in ift mit ihren Kindern nach Potsdam abgereist. Budapest, 16. August. Nachträglich wird hier bekannt, daß gestern auf den zwischen Orsova und Wien verkehrenden Scknellzug kurz vor Budapest aus nächster Nähe ein Re- dolverschnß abgefeuert worden ist. Die Kugel blieb in einer Wand des Restaurationswagens stecken; es wurde Niemand verletzt. Da sich die Attentate auf Eisenbahnen in letzter Zeit in bedrohlicher Weise gemehrt haben, hat der Minister des Innern die strengste Ueberwachung angeordnet. Lyon, 16. August. Die Hinrichtung Caserios vollzog sich folgendermaßen: Gegen 1 Uhr heute früh erschienen Truppen und 300 Polizisten zur Absperrung des Platzes vor dem Paulsgesängniß. Um 3 Uhr fuhr der Wagen mit der Guillotine an, um 4 Uhr kam der Director der öffentlichen Sicherheit, der Staatsanwalt und die Gerichtspersonen. Etwa 100 mit Einlaßkarten versehene Herren, Beamte, Offiziere uud Journalisten, umstanden die Guillotine. Um 4 Uhr 40 Minuten begaben sich der Gefängniß- director, Richter und der Vertheidiger Caserios in die Zelle des letzteren, der fest schlief. Der Gefängnißdirector weckte ihn mit den Worten: „Fassen Sie Muth, Caserio, Ihre Stunde hat geschlagen!" Caserio richtete sich auf,- er wurde todtenbleich, die Zähne klapperten und die Knie schlotterten. <5r verweigerte jegliche Speise und Trank und erklärte dem Geistlichen, er habe ihm nichts mehr mitzutheilen, keinen letzten Wunsch auszudrücken. Man möge nur seiner Mutter den Brief, den er hinterlaffen, geben. Während des An- ckleidens steigerte sich die Angst Caserios und als der Gefängnißdirector von feiner Mutter sprach, weinte er, ermannte । sich aber alsbald. Von diesem Augenblick an sprach er nicht mehr. Im Wagen, den er bestiegen, um die kurze Strecke vom Gefängniß bis zum Vorplatz zurückzulegen, stieg die Angst Caserios aufs Höchste. Um 4 Uhr 55 Min. kam der ; Zug bei der Guillotine an. Während ihn die Henker er- i griffen, aufs Brett schnallten und unter das Fallbeil brachten, rief Caserio laut: „Muth, Kameraden, es lebe die Anarchie!" Kaum war der Kopf in der Brille, da sauste das Messer hernieder. — Die Hinrichtung Caserios erregt im Publikum Staunen, weil sie schon 13 Tage nach der Ver- urtheilung erfolgt ist, während sonst gewöhnlich ein Monat zwischen Verurteilung und Hinrichtung liegt. — Caserio drückte gestern den Wunsch aus, man möge seine Leiche nicht feciren. Loudon, 16. August. Der Bergarb eit erstrike im Kohlenrevier Staffordshire gewinnt weitere Ausdehnung. Die Zahl der Strtkenden beträgt bereits 25,000. Petersburg, 16. August. Die bulgarischen Emigranten schlagen einen neuen Versöhnungsmodus zwischen Ruß. laod und Bulgarien vor. Danach soll Fürst Ferdinand zu Gunsten seines Sohnes Boris abdanken. Es heißt, mit dieser Lösung würde Rußland einverstanden sein. Rewyork, 16. August. Das neue Tarifgesetz wird heute Nachmittag Cleveland zur Unterschrift vorgelegt. Washington, 16. August. In Finanzkreisen hat die Nachricht von der definitiven Annahme deS Tarifgesetzes große Bestürzung hervorgerufen. DaS Parlamentsmitglied Carmine erklärte, daß die zollfreie Einfuhr von Zucker die Einnahmen des Staates um jLhrl'ch 28 M-'lNoncn Dollar vermindere. Johns fcklug im Senate vor, einen Zoll von 33 pCt. des Werthes auf Zucker zu legen. Der Senat vertagte sich. totale» und pro»lttiteüc». Sieben, den 17. August 1894. ** Rettungsmedaille. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 3. August dem Gerichtsasieffor Oskar B ö r k e l aus Mainz die Rettungsmedaille zu verleihen. ** Festzug des 16. Verbandsfestes Hessischer Freiwilliger Feuerwehren. Nach der eben erschienenen Zug-Ordnung werden sich an dem Festzuge am Sonntag Nachmittag circa 80 Feuerwehren und 20 Gießener Vereine betheiligen, so daß der Zug, die in ihm vertheilten Musikcorps und Einzelgruppen eingerechnet, ein recht stattlicher zu werden verspricht. Der Zug stellt sich am Ludwigsplatze und in den diesen umgebenden Straßen auf. Sobald der Zug sich in Bewegung fetzt, wird in der Ludwigstraße ein Gegenzug gemacht. Von hier aus bewegt sich der Zug durch die Gartenstraße, Ostanlage, Wallthorstraße, Schulstraße, Neuen Säue, Neuenweg, Kaplans- gaffe, Bahnhofstraße, Westanlage, Seltersweg bis Marktplatz, Marktstraße, Neustadt, Festplatz. Daselbst Begrüßungsrede des Ehrenpräsidenten, Herrn Oberbürgermeisters Gnauth. Der Zug wird, unter Vorantritt von Zugführern, eröffnet von den Gießener Radfahrern^ diesen folgt eine Abtheilung der Regimentsmufik, die Ehren- und Festpräsidenten, die Mitglieder des Hauptausschusses, des Ordnungsausschusses und des Empfangs- und Wohnungsausschuffes. Unter Führung des Herrn Dr. Pitz folgt fodann die 2. Abtheilung: zunächst die nichth essisch en Feuerwehren von Dillenburg, Herborn, Wetzlar und Bockenheim,- hierauf von rheinhessischen Feuerwehren diejenigen von Alzey, Bodenheim, Büdesheim, Finthen, Hechtsheim, Heimersheim, Gonsenheim, Gaubischofsheim — Gießener Zitherkranz — Kastel, Kostheim, Mainz, — Harmonie-Gießen, Veteranen-Verein-Gießen, Gemüthlich- keit-Gießen — Marienborn, Ober - Ingelheim, Ockenheim, Weisenau, Worms — Gießener Zitherclub. — In der 2. Abtheilung marschiren unter Führung des Herrn Mayer und unter Vortritt des Ausftellungs- und Bauausschusses die Feuerwehren aus Starkenburg: Offenbach mit der Musikkapelle — Bauer'scher Gesangverein - Gießen — Arheilgen, Bensheim, Bieber, Bürgel — Gesangverein Heiterkeit- Gießen — Darmstadt, Dudenhofen, Gernsheim, Erbach, Groß Umstadt, Hainstadt, Heppenheim, Heubach — Concordia- Gießen — Kelsterbach, Klein - Auheim, Klein - Krotzenburgs Langen, Mühlheim a. M., Neu-Isenburg — Gießener Ruder- Gesellschast — Pfungstadt, Rimbach, Rumpenheim, Seligenstadt, Klein- und Groß - Steinheim — Gießener Schützen- Gesellschaft. — In der 3. Abtheilung kommt unter Führung des Herrn Challier die Entwicklung des Feuerlöschwesens im 19. Jahrhundert zur Darstellung. Die Musik dieser Abtheilung wird ausgeführt mit Unterstützung eines Trommler- corps von der Kapelle Gröninger. Diese Abtheilung umfaßt folgende 6 Gruppen: 1. Fcuerlöschgerälhe und erste Hilfe beim Fcuerrus zu Anfang dieses Jahrhundert». 2. Feuerwehr in der ersten Hälfte des Jahrhunderts. 3. Freiwillige Feuerwehr in den ersten Jahren nach der Gründung. 4. Ausrücken der freiwilligen Feuerwehr nach einem auswärtigen Brande. 5. Moderne Feuerlösch- und Rettungsutensilien. 6. Die Unisormirung der freiwilligen Hess. Feuerwehren. — Die 4. Abtheilung wird geführt von Herrn Herbert. Unter Vorantritl der 2. Abteilung der Regimentsmusik folgen der Finanz--, Preß- und WirthschaftS- ausfchuß, darauf die Feuerwehren aus Ob er he ff en: Alsfeld, Annerod, Asienheim, Büdesheim, Büdingen, Butzbach, Friedberg — Turnverein Gießen — Gedern, Großen-Linden, Groß Felda, Heuchelheim, Hungen, — Gesangverein Lieder- kranz-Gießen — Grünberg (mit Musik), Ilbenstadt, Kirtorf, Lang Göns — Kriegerverein Gießen —Lich, Lollar, Münzenberg, Nieder-Eschbach, Nidda — Bürgergesellschaft Gießen — Ortcnberg, Rockenberg, Nodheirn v. d. H. Reichelsheim, Södel, Schotten — Mänergesangverein Gießen — Freiw. Gail'sche Feuerwehr, Gießener Freiw. Feuerwehr. ** Da8 neue GeräthehanS der Gießener Freiw. Feuer- wehr. Gestern Abend nahm das Corps von seinem alten Geräthehaus am Kirchenplatz Abschied. Die Mannschaften, welche in ihrer Gala Uniform erschienen waren, verbrachten die Geräthe auf einem kleinen Umweg und mit ihrem Tambourcorps an der Spitze nach dem neuen Geräthehaus am Brandplatz, woselbst sie für die Folge verbleiben. Die Einrichtung des neuen Geräthehaufts ist eine sehr practische und beim AuSbrechen eines Feuers zum Handhaben der Geräthe eine sehr bequeme. Der die Aufsicht führende Verwalter des Geräthehauses und zugleich der neuen Marktlauben hat Wohnung im ersten Stock des Anbaues und ist dieselbe mit der Polizeiwache und damit auch mit dem Stadthurm tele- phontsch verbunden Wird dem Verwalter Nachts ein Feuer gemeldet, so erweitert derselbe einen in seiner Wohnung befindlichen zur Gasbeleuchtung dienenden Hahn, wodurch das Geräthehaus mittelst einer Wenhamlampe sofort hell erleuchtet wird. Hierauf begibt sich der Verwalter in das Geräthehaus, zündet die auf den Geräthen befindlichen Lampen an und öffnet sämmtliche Thore. Die herbeieilende Feuerwehr findet dann Alles zum Ausrücken fertig. Der hinter dem Geräthehaus befindliche geräumige Hof dient zu Schulübungen der Feuerwehren, die Uebungen der Steiger finden an dem im Hofe neu errichteten hohen Steighause statt. ** Vom Fenerwehrftst. Nach den bis zur Stunde vorliegenden Anmeldungen werden auf dem 16. Hessischen Feuerwehrtag 83 fteiwillige Feuerwehren vertreten sein. Die Zahl der zum Feste augemelbeten auswärtigen Feuerwehrmänner beträgt etwa 1400. Nach den Erfahrungen bei früheren Festen dürfte diese Zahl jedoch voraussichtlich nicht unwesentlich überschritten werden, wenn nur der Himmel dem Feste gnädig iftt denn Mancher entschließt sich noch in letzter Stunde zum Besuche des Festes. ** Proviuzialcoufereuz der evaug. Geistlichen OberheffeuS. Am 7. August tagte hier in „Steins Garten" die diesjährige Provinzia lconf erenz der evang. G e i st l t ch e n Ob er Hessens. Wir entnehmen der „Darmst. Zeitung" hierüber folgenden Bericht: Nach dem Gesang zweier Verse des Liedes „Ein' feste Burg" und dem durch Decap Hof- Mkyer von Nidda gesprochenen Eingangsgebet begrüßte der Vorsitzende der Conferenz, Herr Prälat vr. Habicht, die Versammlung und warf einen Rückblick auf die hauptsächlichsten kirchlichen Ereignisse des vergangenen Jahres, soweit sie namentlich auf Oberhesftn Bezug haben. Hierauf erhielt Herr Proseffor Dr. Reischle hier das Wort zu seinem Referat über „Die Bedeutung der Sitte für das christliche Leben". Die lichtvollen, überaus gründlichen Ausführungen des Redners wiesen einleitend auf das Schwankende und Veränderliche im Begriff der Sitte im Laufe der Zeiten hin und gingen alsdann über auf die hohe Bedeutung, welche die Sitte, durch Christi Geist veredelt, für die äußeren Umgangsformen, Lebensgewohnheiten und als Wächterin der äußeren Ehrbarkeit hat und die ihr endlich auch als speciell christliche Sitte zukommt, namentlich im ganzen gottesdienstlichen Leben. Aber bei aller Werthschatzung einer durch christlichen Geist geheiligten Sitte müsse doch vor einer Überschätzung derselben gewarnt werden, denn sie könne unter Umständen der aus dem Glauben herausgeborenen Sittlichkeit eher hinderlich als fördernd sein. — Das Referat bildete eine treffliche Einleitung zu dem nun folgenden Vortrag über Feuerbestattung. Der Referent, Herr Pfarrer Wissig von Bad Nauheim, hatte das Thema formuliert „Die Feuerbestattung auf der Wage des christlichen Glaubens und die Kirche gegenüber dem Feuerbestattungsact". Die Feuerbestattung, so führte Referent in seinem tiefgehenden, mit einer Fülle dogmatischen Materials ausgestattelen Vortrag aus, steht im Widerspruch mit dem christlichen Glauben, nicht nur nach seiner formalen Seile, sondern auch mit der Substanz des Glaubens- sie ist vom Standpunkt der Kirche als unchristlich und unkirchlich zu verwerfen und zu bekämpfen. Der Correferent, Herr Pfarrer Wahl von Kirtorf, erklärte sich zwar mit den Resultaten, zu denen der Referent gekommen, einverstanden, aber nicht in allen Punkten mit der Art seiner Beweisführung- für ihn ist die Feuerbestattung besonders deshalb unannehmbar, weil sie ohne zwingende Roth sich gegen eine g heiligte christliche Sitte, wie sie die Erdbestattung darstellt, richtet. In der Discussion, woran sich besonders die Herren Decan Müller von Alsfeld, Professor Dr. Weiffenbach von Friedberg und die Referenten betheiligten, kam zum Vorschein, daß die Mehrheit der Versammlung sich der durch den Korreferenten gegebenen Begründung zuneigte, wonach durch die Einführung der Feuerbestattung in der Gegenwart eine gute christliche Sitte ohne Roth zerstört werde. Da in den practischen Zielen Einigkeit herrschte, so bat Herr Decan Kalbhenn, dem Antrag Ausdruck zu geben, daß die Versammlung der dritten der durch den Referenten aufgestellten Tyesen zustimme, wonach die christliche Kirche bei dem Feuerbestattungsact durch ihre Organe nichts mehr zu sagen und zu thun habe. -Dies geschah, doch wurde ausdrücklich bemerkt, daß mit dieser grundsätzlich ablehnenden Stellung der seelsorgerliche Beistand des Geistlichen bei den Hinterbliebenen (eventuell auch Trauerfeier im Hause) sehr wohl vereinbar sei. — Ein gemeinsames Mittagsmahl hielt die Theilnehmer der Conferenz noch einige Stunden zusammen. * * Omnibus Fahrt. An der Einhaltung seiner planmäßigen Fahrzeit wurde heute Mittag 1 Uhr einer der Wagen verhindert, indem in der Schulstraße ein Vorderrad abging. Nack viertelstündigem Aufenthalt konnte die Fahrt fortgesetzt werden. * * Zechprellerei. Ein Bürstenmacher aus Harbach sand sich gestern Nachmittag in einer jWirthschaft in der Bahnhofstraße ein und ließ sich Speisen und Getränke gut schmecken. Er trank nicht weniger als 7 Glas Bier und verschwand dann heimlich, ohne zu bezahlen und zwar auf dem ungewöhnlichen Wege durch das Abortfenster. Auf erstattete Anzeige hin wurde derselbe noch in hiesiger Stadt ermittelt und verhaftet. Derselbe war ohne Mittel und hatte mit der Absicht zu betrügen die Wirthschaft betreten. * * Touristen und Solchen, welchen es Vergnügen macht, schöne Fußtouren in nächster Umgebung unserer Stadt zu machen, diene zur Nachricht, daß die von mehreren Mitgliedern der Section Gießen des Deutschen und Oesterreich. Alpenvereins vorläufig ausgesührten Wegebezetchnungen folgende sehr schöne Touren bedeuten. Vom Neustädter Viaduct anfangend: Rothe Striche: Gleiberg, Krofdorf, Fellingshausen, Dünsberg, Rehmühle, Hof Bubenrod, Wetzlar. Weiße Striche: Heuchelheimer Mühle, Kinzenbach, Grube Morgenstern, Schwalbenbachthal, Dicke Eiche, Schwarzbachthal, Hof Bubenrod. Die Stadt hat sich in liebenswürdigster Weise bereit erklärt, die betreffenden Bezeichnungen im rechtsseitigen Neustädter-ThorhauS anbringen zu lassen. (Wiederholt, weil in voriger Nummer unvollständig wiedergegeben. Red.) * * Stiftungen und Vermächtnisse. Die tm Laufe des zweiten Quartals bestätigten Stiftungen und Vermächtnisse haben einen Gesammtbetrag von 123 019 Mk. Hiervon kommen 91360 Mark auf die katholische Kirche, die evang. Kirche erhält 3630 Mark und die israelitische Reltgionsgemeinde 1023 Mk., der Rest ist für wohlthäüge Zibecke bestimmt. * * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Der Geschäftsreisende Paul Danker aus Magdeburg von der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen Unterschlagung- Korbmacher Franz Geißler aus Ober-Seemen von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Körperverletzung - Schreinergeselle Johann Kuhmünch aus Frankfurt a. M. vom Amtsgericht Nieder-Olm wegen Diebstahls- Schiffstaglöhner Georg Siegl aus Neckar-Steinach vom Amtsgericht Hirschhorn wegen Strafvollzugs- Bäckergeselle Jakob Sohns aus Geisenheim, zuletzt in Kelsterbach, von der Staatsanwalt in Darmstadt wegen Diebstahls und Betrugs- Handarbeiter Philipp Staudt aus Groß-Umstadt von derselben wegen Betrugs- Taglöhner Karl Meisinger aus Mainz vom dortigen Amtsgericht wegen Strafvollzugs. * * Laudwirthschaftliche Bodeubeuutzung in Hessen. Die 1893er Erhebungen über die landwirthschaftliche Bodenbenutzung zeigen nach der amtlichen Zusammenstellung durch die Centralstelle für die Landesstatistik, daß 378 502,4 ha Acker- und Gartenländereien zur Hauptnutzung vorhanden find. Auf Nebennutzung entfallen 20 791,3 ha. An Wiesen sind 93146,7 ha, an Weiden und Hutungen 8375,5 ha, an Weinbergen 12 441,5 ha, an Forsten und Holzungen 240 706 ha vorhanden. Die Haus- und Hofräume umfassen 5300,5 ha, Oed- und Unland giebt es 6255,7 ha, Wegeland, Gewässer rc. 25065,1 ha. Die Gesammtfläche beträgt an Hauptnutzung 769 792,8 ha, an Nebennutzung 21288,1 ha. ** Reiche Gnrkenernte. Daß die Zeit der sauren Gurken wieder herangekommen, ist wohl allen Zeitungslesern bekannt- wie groß aber die Erträgnisse aus der Anpflanzung der Gurken in manchen Gegenden sind, davon macht sich nur Derjenige einen Begriff, der an den Eisenbahnen und an den Dampfbooten am Rhein die Unmassen dieser Frucht verladen sieht. Deshalb ist die so oft abfällig und spöttisch besprochene saure Gurkenzeit für unsere Landbewohner nicht zu verachten und wird von diesen jedenfalls beffer gewürdigt. * * Die Veteranen Vereine schmelzen nach den Kriegsjahren infolge Ablebens der Mitglieder von Jahr zu Jahr mehr zusammen, da die statutarischen Bestimmungen nur die Aufnahme von solchen ehemaligen Soldaten gestatten, die einen Feldzug mitgemacht haben. Eine originelle Bestimmung hat nun ein Verein in V. bezüglich seiner Fahne getroffen. Die zur Universalerbin des Vereins eingesetzte Gemeinde wird nämlich testamentarisch verpachtet, dem letzten mit Tod abgehenden Mitgliede die reich mit Gold gestickte Fahne als Todtenkleid mit ins Grab zu geben. * * Gewöhnliche Postkarten dürfen vom 1. ds. Mts. ab nicht mehr wie bisher nach Beklebung einer 10 Pfg.-Marke für den Weltpostverkehr, also für Versendung ins Ausland, benutzt werden, was den Postämtern durch eine erneute Verfügung in Erinnerung gebracht zu sein scheint, denn aus verschiedenen Orten wird gemeldet, daß in den letzten Tagen solche Karten mit dem Vermerk: „Unzulässig, zurück" den Absendern wiedergegeben worden sind. * * Zur Warnung! lieber einen neuen Schwindel ckird berichtet: In einem Berliner Blatt war annoncirt: „Ein seidenes Kleid für 3 Mark zu erhalten bei N. N." Eine Frau dachte mit 3 Mark billig zu einem seidenen Kleide zu kommen und sandte die 3 Mark per Posteinzahlung ein. Was erhielt sie? — Einen Roman, deffen Titel „Ein seidenes Kleid" war. Derartige Annoncen sollten vom Publikum immer mit der nöthigen Vorsicht ausgenommen werden, da auch die einfachste Berechnung ergibt, daß für den angegebenen Preis kein seidenes Kleid erhältlich ist. * * Das Wesen mancher Stellenvermittelungsinstitute ist schon oft genug in unserer Zeit gebrandmarkt worden. Das Wunderbarste ist, wie die „Deutsche Warte" schreibt, daß derartige Institute sogar über AnerkennungS- und Dankschreiben für ihre Thätigkeit verfügen. Wie diese aber erworben werden, lehrt folgender Vorfall: Ein Brennerciverwalter wandte sich an ein derartiges Institut, das sich gleichzeitig mit der Ausbildung von Leuten für landwirthschaftliche Fabrik betriebe befaßt. Er mußte eine vorläufige Vermittelungsgebühr von 150 Mk. erlegen. Es vergingen 7—8 Monate, ohne daß der Mann etwas zu hören bekam. Als er dann persönlich vorfprach, empfing er zwar Vertröstungen, aber keine Stelle. Dagegen wurde dem armen Teufel eröffnet, er könne sein Geld wieder haben, wenn er dem Institute ein Anerkennungsschreiben ausstelle. Da er sein Geld sehr nöthig brauchte, so verstand er sich dazu und das Institut hatte seine — Anerkennung. ** Wanderlager und Schleuderbazare. Dem Vorgänge der Gewerbevereine in Weimar und Jena folgend, hat sich nunmehr auch der Gothaer Gewerbeverein, und zwar nicht, wie die beiden ersteren, an den Stadtmagistrat, sondern an den Landtag mit einer Eingabe gewandt, die um ergiebigen Schutz gegen die überhandnehmende Concurrenz der Wanderlager, Schleuderbazare und Wanderauctionen ersucht. In Weimar ist dem auf Ansinnen des dortigen Gewerbevereins gefaßten Beschluffe des Stadtmagistrats, Wanderlager wöchentlich mit 100 Mk., und Wanderauctionen täglich mit 30 Mk. oder den Umständen entsprechend mit 40 Mk. zu besteuern, die Genehmigung der Großh. Regierung ertheilt worden. Jena hatte wöchentlich 300 Mk. und 70 Mk. täglich beantragt. Bad Nauheim, 15. August. Beim gestrigen Nachmittags- concerte auf der Curhausterrasse wurde dem verdienstvollen Mitgliede der Curcapelle, Herrn Weitz, zur Feier seines 25jährigen Jubiläums ein Loorbeerkranz feierlich überreicht. Von der Großh. Badedirection war dem Jubilar eine Gratification von 50 M., von den Mitgliedern der Capelle ein prachtvoller Regulator überreicht worden. § Vom höheren Vogelsberg, 15. August. Durch einen unreellen Viehhandel wurden in hiesiger Gegend drei Metzger geschädigt. Ein Landwirth verkaufte nämlich an einen Händler einen in thierärztlicher Behandlung gewesenen Stier zum Preise von 56 Mk. Statt nun, wie versprochen, den Stier an den Zoologischen Garten in Frankfurt zum Schlachten für die Raubthiere abzuliefern, bot der betreffende Händler denselben drei Steinauer Metzgern zum Kaufe an und der Stier ging zum Preise von 211 Mk. an diese über. Das Fleisch des Stieres wurde zum größten Theil confiscirt und verscharrt, auch Strafantrag gegen die Schuldigen gestellt. Die Metzger beabsichtigen eine Privatklage gegen den Schuldigen anzustrengen, weil sie durch den Verkauf des (angeblich vom Fleischbeschauer für gesund erklärten) Fleisches von ihrer Kundschaft eingebüßt haben. Darmstadt, 16. August. Der Verein für Vogel- und Geflügelzucht zu Darmstadt hält in den Tagen vom 25. bis 28. August I. I. wiederum eine große Geflügel- und Vogelausstellung ab und ist demselben als Ausstellungslocal von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog das Orangeriehaus im Bessunger Herrngarten in huldvollster Weise zur Verfügung gestellt worden. Der Umstand, daß der rührige Verein mehrere hervorragende Züchter, die in weiten Kreisen als solche bekannt sind, zu seinen Mitgliedern zählt, mag mit dazu beigetragen haben, daß die bevorstehende Ausstellung sich zu einem Wettbewerb unter den ersten und besten Züchtern Deutschlands zu gestalten verspricht. Programme und An- meldebogen sind in großer Zahl von den bekanntesten und bewährtesten Züchtern aus allen Theilen Deutschlands bezogen und liegen die Anmeldungen schon jetzt so zahlreich vor, daß das Unternehmen völlig gesichert erscheint und die äußerst großen Räume des Großh. Orangeriehauses wohl gänzlich gefüllt werden. Ein Besuch ter Ausstellung wird sonach äußerst lohnend sein und ist dem Liebhaber und Interessenten Gelegenheit geboten, das Hervorragendste und Beste in Augenschein zu nehmen, was auf dem Gebiete der Geflügelzucht zur Zeit geleistet wird. Der Ausstellung selbst steht eine stattliche Reihe von Ehrenpreisen zur Verfügung, die theils von Vereinsmitgliedern, theils von den landwirthschaft- lichen Bezirksvereinen und den benachbarten Geflügelvereinen gestiftet sind. Eine weitere Reihe von Ehrenpreisen steht noch in sicherer Aussicht. Mit der Ausstellung ist eine große Verloosung — 10000 Loose ä 50 Pfg. — verbunden, zu welcher die Gewinne im Gesammtwerthe von 3000 Mark, worunter ein Hauptgewinn int Werthe von 200 Mark, ein solcher von 100 Mark rc., soweit möglich auf der Ausstellung angekauft werden. Durch die getroffene Einrichtung einer Derkaufs-Abtheilung ist dem Liebhaber sowohl Gelegenheit geboten, preiswürdig anzukaufen, wie dem Züchter entbehrliches Zuchtmaterial auf bequeme Weife und ohne großen Kostenaufwand abzufetzen. A Mainz, 16. August. Die am 25. ds. Mts. ins Leben tretende Neuerung, daß die Fahrscheine der Köln- Düsseldorfer Schiffe zur Rückfahrt auch aus der Eisenbahn benutzt werden können, wird von dem Publikum ziemlich allgemein dahin aufgefaßt, als ob jedes Retourbillet der Schiffe zur Rückfahrt auf derselben Strecke auf der Eisenbahn Gültigkeit habe. Dem ist aber nicht so: Zunächst ist die Ludwigsbahn dieser Vereinbarung gar nicht beigetreten imd kann man also mit einem Retourbillet von hier nach Köln auf dem linken Rheinufer höchsten« von Köln bis Bingerbrück fahren. Weiter müssen aber diese zur Eisenbahnrückfahrt gültigen Billette fpectell verlangt werden und kosten dieselben wesentlich mehr als die gewöhnlichen Retourbillette. Es wird bezweifelt, daß die Neuerung für das Reifepublikum einen großen practischen Werth hat. — Der Selb st mord eines Schülers des hiesigen Gymnasiums — der dritte innerhalb neun Monaten — erregt hier in Elternkreisen wieder große Aufregung. Der junge Mann, Unterprimaner Ganber aus kleinem Orte unfern von hier, hat sich ertränkt und wurde gestern dessen Leiche in dem hiesigen Floßhafen geländet. Der Grund zu dem Selbstmord war wiederum ein ungenügendes Schulzeugniß. * Frankfurt a. M, 16. August. Ein schweres Eisenbahn-Unglück hat sich gestern Abend gegen 10 Uhr auf der der Hessischen Ludwigseisenbahn-Gesellschaft gehörenden Bahnstrecke Frankfurt—Limburg ereignet. Der Locomotiv- führer Zuckwil aus Niederrad sollte eine leere Maschine nach Niedernhausen bringen und in der Station Lorsbach mit dem von Niedernhausen kommenden Personenzuge kreuzen. Zuck- wil fuhr aber aus bisher noch unbekannten Gründen mit vollem Dampfe durch Lorsbach durch und stieß auf den Personenzug, der eben die Station Eppstein verlassen hatte, mit voller Wucht auf. Beide Maschinen wurden sofort total demolirt, ebenso der erste Personenwagen des Personenzuges, während der direct hinter der Maschine folgende Packwagen unversehrt blieb. Der zweite Personenwagen mit Coupes 1. und 2. Klasse ist ebenfalls beinahe unversehrt geblieben, trotzdem er aus den Schienen gehoben und in den vorhergehenden (zertrümmerten) Wagen, der nur CoupeS 3. Klasse hatte, hineingerannt wurde. Schwer verletzt wurden 4 Personen: der Führer der leeren Maschine, sowie der Heizer derselben (beide innere Verletzungen und der Letztere einen Armbruch) und aus dem Wagen 3. Klasse eine Frau Kramer und der Kunstschüler Schneider aus Frankfurt. Leicht verletzt sind 5 Mann vom Personal des Personenzuges. Aerztliche Hilfe war alsbald zur Stelle. Um 12 b-°» z-i cbj die folgenden Signale wechselte: „Haben Sie einen Arzt an Bord?" — Dampfer: „Herrscht ansteckende Krank- bett auf Ihrem Schiff?" — Segler: „Nein, ein Mann ist von oben gefallen." — Dampser: „Boot kommt \“ — Darauf kam ein Offizier mit einem Arzt an Bord, der dem armen Verwundeten das Bein in Schienen legte, worauf sie utt6 beide glückliche Reise wünschten und sich empfahlen. Ich glaube, kein englischer Dampfer würde je eine Stunde oder noch länger, wie im vorliegenden Falle, angehalten haben, um einem Segelschiffe unter solchen Umständen Hilfe zu leisten. Zwei oder drei Dampfer passirten wir zu Anfang der Reise, -sie schenkten unseren aufgehifften Flaggen nicht die geringste B-achtung, bis unser guter Freund, der Deutsche, kam. * Fachkundigen Einbrechern sind in Berlin in der Nacht z'im Samstag Briefmarken im Werthe von 24,700 Mk. in ine Hände gefallen. Die Verbrecher haben unter dem vorgefundenen Bestände mit Kennerblick eine sorgfältige Auslese chatten und besonders alte Marken deutscher Einzelstaaten, bolumbusmarken, nach Wasserzeichen geordnete britische Colonien, insbesondere afrikanische und australische, entwendet. E nzelne der gestohlenen Stücke haben einen Werth von hundert Mark. Geschädigt ist die Briesmarkenhändlerin Margarethe Siebert, Potsdamerstraße 18. Die Beute besteht aus einem blauen Universalalbum für 6000 Mk., einem zweiten für 4000 Mk., zwei Lagerbüchern über 2500 Mk., eurem solchen mit Einsteckalbum für 6000 Mk., zehn Tauschund Auswahlbüchern für 2000 Mk., drei blauen Tauschheften für 3000 Mk. und aus verschiedenen Musterbüchern. Alle Bücher trugen den Stempel „Siebert". Die Geschädigte hat auf die Ermittelung des Thäters 200 Mark Belohnung ausgesetzt. * Der große 14000 Kilogramm schwere Granitblock, welcher zum Andenken an die Leitung der Schlacht vom 18. August durch Kaiser Wilhelm I. auf dem Schlachtfelde bei Metz gesetzt worden ist, wird am Samstag, den 18. August d. I., feierlichst eingeweiht. In goldener, weithin sichtbarer Schrift zeigt der Stein die Worte: „Bon dieser Stelle aus leitete König Wilhelm am 18. August die Schlacht." Der Granitblock hält 6 Cubikmeter. Sehr schwierig war die Verbringung des Felsens auf einem besonders dazu gebauten Wagen, der von 12, bezw. 16 Pferden gezogen wurde. * bin Damen Distanzmarsch hat in vergangener Woche einen tragikomischen ÄuSgang genommen. Fünfzehn Damen, deren älteste 25 Jahre, die jüngste 18 Jahre zählte, waren von Wien aufgebrochen, um den 400 Kilometer langen Weg Wien-Dresden zu Fuß zurückzulegen. 5000 Mark der Ersten! Man sieht, daß es nicht um die bloße Ehre ging, sondern mit dem Siege recht practifche Erfolge verknüpft sein sollten. Vier Preußinnen, zwei Engländerinnen, drei Amerikanerinnen, drei Damen auS der Schweiz und ebenso- viele aus Südtyrol — das war die internationale Zusammensetzung der unternehmungslustigen weiblichen Schaar, in der die Schwerste 46 Kilo wog, wohl wegen des Eheringes, den sie trug, denn ihre noch unvermählten Concurrentinnen sollen um vieles leichter gewesen sein. An dem genannten Tage verließen die Damen Wien in einer eigens für diesen Zweck zusammengestellten Toilette und Ausrüstung, deren Tragen mit zu den Bedingniffen des Wettkampfes gehörte: Graue Satinkleider, breite Strohhüte, Staubbrillen, Stockschirme, Feldstecher, Revolver, Tornister und Gummimantel. In jedem Tornister waren fünf Kilogramm Eßwaaren als eiserner Vorrath untergebracht. Nach mancherlei Fährniffen erreichte die unternehmende Gesellschaft Gmünd, von wo aus die Fortsetzung der Reise — durch Eisenbahnfahrt nach Dresden und weiter nach Berlin erfolgte, da neun der Theil- nehmerinnen bereits marschunfähig waren. * Millionäre und ihr Lebensalter. Im Laufe der ersten sieben Monate des gegenwärtigen Jahres sind in England vier Pfund-Millionäre verstorben, Leute, die .testamentarisch mehr als zwanzig Millionen Mark hinterlassen haben, eine au® für England ziemlich hohe Zahl. Dazu kommen neun Personen, die bei ihrem Tode ein jeder ein Vermögen von zehn .bis zwanzig Millionen Mark aufwiesen. ES mag in zustehenden Kreisen einige Genugthuung bereiten, daß die großen Sorgen, die solche Besitzthümer mit sich zu bringen pflegen, doch nicht immer so gar aufreibender Natur find, wie man wohl annimmt. Die 25 Pfund-Millionäre, die im Laufe der letzten sechs Jahre und ersten .sieben Monate de« gegenwärtigen Jahres in England verstorben, erreichten ein Durchschnittsalter von 75 Jahren. Einen derselben ließen seine Sorgen sogar auf neunzig Jahre kommen. ES scheint demnach em gar zu empsehlenswertheS Mittel, um ein solches Alter zu erreichen: — Millionär zu werden. * Amerikanisches. An amerikanischen Universitäten sollen sich jetzt einige Professoren der Phonographen insofern bedienen, als die letzteren während der Vorlesung durch ein Uhrwerk im Gang gehalten werden, so daß jedes Wort des ProfefforS auf der Folie verzeichnet wird. Diese Einrichtung soll den Zweck haben, daß die Studirenden bei Stellen des Vortrages, die ihnen unklar geblieben sind, nachträglich den automatischen Herrn Proseffor nur „aufzuziehen" haben, um die betreffende Stelle zu reprobuciren und somit der wirkliche Professor vor persönlichen Interpellationen über dergleichen dunkle Punkte verschont bleibt. Die Sache ist jedenfalls ebenso practisch wie amerikanisch. * Pflichtschuldige Bestätigung. Unteroffizier (nach langer vergeblicher Erklärung nach feiner Stirn deutend): „Füsilier Müller, wiffen Sie, wo'« fehlt? Da, da fehlt- — nicht wahr?" — Füsilier Müller: „Sehr wohl, Herr Unteroffizier !" Schiffsnachi^chten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos uni) I. M. Schulhof. Bremen, 16. August. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Havel, Capitän Th. Jüngst, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 7. August von Bremen und am 8. August von Southampton abgegangen war, ist gestern, 6 Uhr Abends, wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 16.August. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampjer Wittekind, Capttüu O. Cüppers, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 2. August von Bremen abgegangen war, ist gestern, 4 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. Der Postdampfer „W-sternland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 14. August wohlbehalten in Newyork angekommen. Der Postoampfer „Nederland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegiamm am 16. August wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Citeratur und TLrrnst. — 1) Georg Dieffenbach, D. theol. in Schlitz, Oberhessen: Evangelische Hausagende. 5. Auflage. Wiesbaden. Kunze. 1894. 12 Lieferungen, k 60 Pf. — 2) Georg Vogel (Beuern bei Gießen): Licht für Israel, ein fiebenaimiflcr Leuchter für Israel und seine Freunde angezundrt. Leipzig. W. Faber. 1894. 60 Psg.'^ — 3) Dr. Wtlbelm Rathmann, AmtStagebvch'sür evangelische Geistliche für da« Jahr 1895. Leipzig. Sirüotg. isebunden. 200 «Leiten. 2 Mk. 1) Dieffenbachs Agende für das Haus, die bereits in 20 000 Exemplaren verbreitet ist, bietet für jeden Tag Lection aus dec Bibel, Auslegung und Gebet, eingesügt in liturgischem Rahmen. Dieffenbachs Meisterschaft in klarer verständlicher Auslegung und in liturgischen Formen ist anerkannt. Auf die 5. Auflage des vortrefflichen Buches feien die Lehrer der Bibel mit Nachdruck htngewtesen. 2) Vogel, ein Freund Israels, bietet in feiner sinnigen ansprechenden Weise 7 Lieder; sie haben ernst-christlichen Gehalt und wollen Israel dem Herrn Christus naher bringen. Möchten die Gedichte ihren Zweck erreichen! , 3) Für Theologen wird ein vortreffliches Tagebuch pro 1895 geboten; in sehr übersichtlicher Anordnung mit eingehenden Winken für die Seelsorger an Krankenbetten und mit vielen sehr brauchbaren Notizen. Der Preis ist sehr billig angesetzt. A. L. Im Verlag Pontt & v. Döhren in Hamburg erschien: Der Rervenkreislauf anatomisch und experimentell nachgewiesen von Dr. med. Kreidui ann. I. Thl., 2. Abthlg., enthaltend: Die Antiologie der chronischen Krankheiten. — Der Verfasser bietet in einem an Stelle der üblichen Vorrede gesetzten Briefe, als einer Stimme aus dem ärztlichen Publikum, gleichsam die Tendenz des ganzen Werkes. Die mit großer Sorgfalt streng wissenschaftlich ausgeführten Capitel beantworten die Frage: ob man durch den „Nervenkreislauf" auf die richtige Therapie der chronischen Krankheiten geleitet werden kann. Das inhaltreiche Werk dürste ha5 Interesse aller berufenen Mediciner, welche hierzu Stellung zu nehmen gedenken, wachrufim -g- — In bet Abschiedsstunde. Mahnworte an deutsche Jünglinge in 25 EntlassungSleden dargeboten von Dr. K. L. Leim back, Gymnasialdirector. Zweite Auflage. Verlag von L. Koch. Goslar. — Der Verfasser bient in 25 Erulassungsreden in schlichter, baium ah r desto verständlicherer Sprache, dem Ernste einer Entlassungs- stunde angemessene, für den ferneren Lebensweg als Leitstern dienende vortreffliche Ausführungen über ethische Themata. Den 25 Buchslaben des Alphabets entsprechen die Themata-Stichworte dieser 25 Reben, in welchen kaum ein irgendwie bedeutender, für die Jugend wichtiger sittlicher Begriff unbesprochen gelaffen wurde. Einfachheit, Volks- thümlichkeit, Kraft und Eindringlichkeit ist darin erstrebt, darum verdienen diese Betrachtungen des berufenen Redners allgemeine Beherzigung. So sei das Buch mit seiner Fülle von Lebensweisheit, seiner scharfen Beobachtung und abgeklärten Auffassung von Menschen und menschlichem Leben bestens empfohlen. -g- 2ürd?lid?c Anzeigen der? Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst Sonntag den 19 August. 13. Sonntag nach Trinitatis. In der Etadttirche. Vormittags 9 Uhr, SabbathauSgang 8»° Uhr. Verein für jüb. Grsch. u. Literatur: Wetzsteingasse 8, Nachrn. 3 Uhr. Temperatur der tiatpi und der Lust nach Reaunmr gemessen am 17. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 13, Luft 14". Rübsemen'sche Badeanstalt. Tuch und Buxinstoffe ä Mk. 1.75 Pfg. per Meter. EheviotS und MeiionS ä „ 1.95 „ „ „ nadrlfellig co. 140 cm. breit, vr. sendet Direct und fiaiKO Oettinger & Co., Fankfurt a. M., Fabrik-D6p*>t. Mod-rnlle Muster oerrnwill gst franco. 6395 üb Seidenstoffe® direkt aus der Fabrik von VON Elten & KeUSSen, Crefßld, • in jedem Maaß zu beziehen. Schwarze, farbige it. weine Seidenstoffe, Sammte, Plüsche und Belvets Man verlange Muster mit Angabe des lÄewünschlen. Steckbrief. Gegen den unten beschriebenen Mühlenarbeiter Wilhelm Rathschlag von Löhnberg, Oberlahnkreis, Regie» rungsbezirk Wiesbaden, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen TodtfchlagS verhängt. • Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Landgerichts» gefäugniß zu Limburg a. Lahn ad- zuliesern. Limburg a. L., 16. August 1894. Der Untersuchungsrichter bei dem Königlichen Landgerichte. Steubing. Beschreibung: Alter: 29 Jahre, Größe: 1,62 m, Statur: untersetzt, Haare: hellblond, etwas gekräuselt, Stirn: gewöhnlich, Bart: hellblonder Schnurrbart, Augenbrauen: hellblond, Augen: hellblau, Nase: ziemlich stark GrrrmmetgrasveLsteiHerung i der Stadt Gietzen. Montag, den 27. und Dienstag, den 28. August, jedes- (mal von Vormittags 9 Uhr an, soll das Grummetgras von den städtischen > Wiesen versteigert werden und zwar: Montag, den 27. August, von den Wiesen vor der Neustadt, am Neuenwegerthor, am Fürsten- (brunnen, Wieseckthal und im Heegstrauch, sowie am Friedhof, Dienstag, den 28. August, von den Ochsenwiesen, den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunnen und Altentisch; Nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen; Nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Alten-Buseck; Nachmittags J/24 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großen-Buseck. Die Zusammenkunft ist Montag, den 27. August, am Neustädter- Thor und Dienstag, den 28. August, in den Ochsenwiesen Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu laffen. Gießen, den 17. August 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. .6799] Gnauth. entwickelt, Mund: Kinn gewöhnlich, i Zähne: gesund, Gesicht: ziemlich ge<* rundet, Gesichtsfarbe: gesund Sprache: i deutsch, in der Mundart seiner Heimath, Kleidung: dunkelbrauner Sackrock mit Weste von gleicher Farbe, dunkele gestreifte Hose, blau karrirtes Hemd, schwarzer Filzhut und Schaftstiefel ohne Nägel. Besondere Kennzeichen: keine. Becontipulin, sicherstes Schutzmittel gegen Schnacke«, empfiehlt die Adler - Drogerie, Seltersweg 39, Otto Schaaf. [6803 la. ächten Rheiusalm, Zander, Hecht, Cablrau und Schellstsch. Welsche Hahnen, Gänse, Enten, Poularden, Hahnen, 68t2] Großes W°dnd°us an d°r Grün- j Tauben und Suppenhühner, bergerftraße mit Hinterhaus und großem empfiehlt C. G. Kleinhenn. Gartenraum ist zu verkaufen | ■ ..-r—.. 7 ; rz—-— Pitz, Ztmmermeifter. | 6809] Frlsche achte Frankfurter ———--------------------------- Würstel, die erste Sendung, ein- 67921 ®u,ei i getroffen bei C. G. Kleinhenn. Bekanntmachung. Der Termin zur Eröffnung der Angebote für den Abbruch des Gtmbel'schen Hauses in Gießen findet nicht am 3. September b Js wie in der Bekanntmachung am 10 d. Mts. veröffentlicht, sondern bereits am 20. d. Mts.. Boe- mittagS 11 Uhr in rem Geschäftszimmer des Regierungs-Baumeisters Horstmann zu Gicßen statt. Angebote sind bis zu diesem Termin spätestens abzugeben. Später eingehende Angebote werden nicht berücksichtigt. 67b7 Marburg, den 16. August 1894. KSnigl Sisenbahn-Ban-Jnspeetio« Submission. Weißbinderarbeit an dem Schulhaus zu Garbenteich, veranschlagt zu 560 Mark 88 Pfg., soll durch Submission vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen können auf der Bürgermeisterei eingesehen werden. Offerten können daselbst abgegeben werden und findet die Eröffnung derselben statt Dienstag den 21. d. M., des Mittags 1 Uhr. Garbenteich, am 16. August 1894. Gr. Bürgermeisterei Garbenteich. 6788] Schwarz. 68051 Bringe mein reichhaltiges Schuhlager in emp'ehlcnde Erinnerung. ____ H Ricklaus, Koplansgasse 14. Limburger Käs das Pfund 25 Pfg, bei 6625 Chr. Wallenfels, ___________Marktplatz.___________ Neue Essig Gurken Neues Sauerkraut Neue Häringe Neue marinirte Häringe Neue Kartoffeln Neue Zwiebeln Neues Grünkorn empfiehlt 6708 Heinrich Arnold ll., Marktstr. 28. 6b(>6 Pflaumen «iradellen und Kohlraben billig abzugeben ________________Gründers erft-aße 42. Frühbirnen-LLL'- 68u4] (6ine Obstkelter und Aepfel* Mühle pi-eiswürdig zu verkaufen. ____E. Nenzel, Lohmühtt^ 6785] Unterzeichnete beabsichtigt Sterbefalls halber ihr Haus mit Oecorromie« geväuden, worin fett Jahren ein frequentes Spezereigeschäft betrieben wird, nebst Acker und Wiese« zu verkaufen, ober auf längere Z-tt zu vervachien. PH. Schmitt 111., Wwe., Lollar. M 6724 Von der Reise zurückgekehrt. 6675 *UTo HT M . 6590) Zwei gut möblir ■^JU ■ AcllUUvi •* einen ruhigen Herrn, für * M vermiethen. möblirte Zimmer an 1- October, zu Kiremchr-WaM, Hrüchk 2c FrauObereinnehmer«ret«er,Alicestr,19. ***M*XXXX«%QXXXXXXXXXXXX,X ifranf ist der Manfardensto«?: rau Pfarrer zur Dekoration, von 70 Pfg. an. 6674 Zitherclub Verein). zum 10 und 5 Pf, Verkauf. Robert Berger, Pössneck i. Thür. 6794 Der Vorstand. Weinbranche, i Braves Mädchen Ertrmm 6801 LL»L«Äq r fest. NeichASmck-Direour S pSt. — Krvrkfurt« 3 ptL 6586] F Josephski. 2C Fran?en-St. 20 foo. te f/i 4/9 <0 t» H'thent ar|d)cn mit «« JSt «<» 9.75 20.32 16.63 Sttlii täl Eng iioih 6807]Das Commando. Freiwillige Gail'sche Feuerwehr. Samstag Abend: Standquartier in der Wirthschaftshalle des Kameraden Arnold (Uniform: grauer Rock). Sonntag Vormittag präcis 10 Uhr: Antreten am Spritzenhause (Uniform: Arbeitsrock). Sonntag Mittag 2 Uhr: Zusammenkunft zum Festzuge bei Kamerad Luft (Uniform: grauer Rock). Familienkarten und Einzelkarten sind nur bei PH. Mootz, Neustadt, zu haben. — Daselbst sind auch die Abzeichen für die passiven Mitglieder in Empfang zu nehmen. [6782] Der Vorstand. tagsüber zu einem älteren Kinde gesucht. 6774]Marttstratze 4, (Laden). Hedacttonr.L. Schevda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerri (Fr., Ehr. Pietsch) tu Gießen. Die heutige Kummer umfaßt 6 Seite«. Betr. Zusammenkunft zum Festzuae verwegen wir auf die erfolgte Zustellung. Der Vorstand. 6ln: Hast und kein nW M die U antfaheo, g Sogar blt Nt^tr de: Mit i »'•Mw alt M plauder \x Jetzt Blätterduk eine« Boj Kreuz N)tt trg krie- "i-», ä«6 n 8tu,i tt Router, be; N einer > el« hb 90 tytembet r Abends 4, 2rt kittet ö,r4e, bie Qudi des cv in ie ^eiin lieb ttnw ¥blf attljjj Sitzen Danksagung. Heber 6 Monate litt ich an einem bösen Magenübel (chronischer Katarrh). Nachdem ich mich von verschiedenen Aerzten behandeln ließ, aber leider ohne Erfolg, wandte ich mich an Herrn Dr. med. Vol- bedlng, homöopath. Arzt in Düeaeldorf, Konigsallee 6, der mich in kurzer Zeit heilte, wofür ich dem Herrn Dr. Volbe- ding hierdurch meinen öffentlichen Dank ausspreche. Danzig, den 8. Juli 1894. XVI. Verbandsfest Hess, freiw. Feuerwehren. Für das bevorstehende Fest empfehle: Da^j Grossh. Hess. Wappen, sowie die Giessener Stadt- WaPPe» 'n Farbendruck, Format 66x97 cm. zum Preise von 1 Hk. 20 Pfg. pro Stück, alle 3 zusammen nur 3 Mark. ________________Curt von Miinchow» Textors Terrasse. Die Wirtschaft bleibt Samstag, Sonntag und Montag wegen Ucbernahme einer Festwrrthschaft geschlossen. 6808 «xxxxreKKxxxrroxrrxxrrKrexxxre« ■ Wermietyungen. 8 I 6796] Ein kl. LogiS vermiedet $8 j A. Hetz, Kaplansgasse 25. Ich habe meinen Laden per September anderweit vermiethet und bin daher gezwungen, I mein Lager vollständig bis dahin zu räumen. Meine schon früher. billigen Preise sind in »Folge dessen noch bedeutend heruntergesetzt. Mein Lager besteht aus: Herren- u. Knaben-Anzügen, einzelnen Röcken, Hosen und Westen, Arbeiterkleidern aller Art, Piquö-Westen und Lüster-Jaquets. Einer grossen Parthie Herb st- n. WinterUeberziehern und Havelocks. Buxkin-Reste WU deutsches und englisches Fudridut ZU Anzügen, Paletots n. Hosen passsend. Auch sind noch vorräthig: Kleiderstofte, Bettbarchende, Bett- dreile, Betttuchleinen, Tischtücher, Servietten, Taschentücher, Kragen und Manschetten. Aeiue Wohnungs-Einrichtung: Wöbet und Küchengeräthe verkaufe ebenfalls. Wohnung im I. Stock, 5 Zimmer und Küche, 4 Mansardenzimmer, 2 große geller, ^dasserleltung, Badeeinrichtung ist per September zu vermietheu. bh011___________________J\ Klipstein, Kahnhofstraße. X VI. Hessischer Feuerwehrtag in Gießen am 18., 19. und 20. August 1894. Der Vorverkauf von auf Namen lautenden Eintrittskarten, — fofl. Dauerkarten — für die Dauer des Festes gültig, ;um Preise von: 3 Mark für eine Familie bis zu 5 Personen (erwachsene Söhne ausgeschloffen), 1.50 Mark für eine einzelne Person, findet von Mittwoch, den 15. August, bis Samstag Abend, den 18. August, statt, bei den Herren: Kaufmann Ernst Balser, Mäusburg 11. Instrumenten- und Musikalienhändler Challier, Neuenweg 9. Kaufmann Daniel Heil, Lindenplatz 3. Schreibmaterialienhändler Fritz Kühn, Seltcrsweg 36. Buchbinder Sann, Bismarckstraße 10. Kaufmann August Voigt, Seltersweg 46. Druckereibesitzer Joseph Weinert, Neustadt 24. Frtseur Gustav Gerhardt, Lindenplatz 12. 6740] Aamilienwohnrrng zu ver-l!».., ,—v....... miethen. Beruh. Wolf, Bahnhofstr. 32. ^"gen bei der en-gros Kundschaft gut --1 eingeführten 6730 6768] Schönes AamtlierrlogiS zu vermiethen. Kaplansgasse 18. 6795] Ein fein möblirtes und ein ein» sach^möblirtes Zimmer zu vermiethen. L-tz «G-lterSweg 57, 111. 6^)4] Zwei unm. Zimmer sofort zu | vermiethen. Näh. Süd-Anlage 19, II. TsMSdericht »en E. Wassefschlelien, BankgeMN. Börs« vom 17. August 1394. r Uhr 15 Mi«. Der Finanz-Ausschuß. _________ I. V.: D oering. Zum Feuerwehr-Fest empfehle Brief fL 2036 16.67 6609] Der oberste Stock meines Hauses ist anderweitig, eo. per 1. August, zu ver- mielhen. Seltersweg 24.______________ 4846] In meinem Neubau, Frankfurter- straße, ist der dritte Stock mit 4 Zimmern und allem Zubehör, zu vermiethen. ______«arl Gaa« jun» 2166] Selterswea 87 Wohn- im oberen Stock von 5 Z. nebst Zub, alsb, zu verm 6492] Eine schöne Maus«rrdenwotz» von 4 bis 5 Zimmern mit abge- । chlosienem Corridor tft pr. 1. November zu vermiethen- Blrichstratze 24. Der Vorstand. Mermischte Anzeigen. 6727] Schülern der unteren u. mittl- Classe ertheilt billig Rachhilfestuuden- a_^d-_ s. e. Zu erfr. in der Exp. d. Bl - 6784] Aelteres Mädchen sucht unmöbl- Zimmer., Näheres^Löberftraße 12. Nachhilfestunden für die uferen,3 bis 4 Klassen werden, gründlich und billig ertheilt. Adreffen unter 8. 2« an die Erv d. Bl. [6669; Bitte. Ein evang. Geistlicher bittet -für eine schwer (eimgesuchte Familie um; Zuwendung von Liebesgaben. ®ie: Expedition d. Bl. ist bereit, solche zur Weiterbeförderung in Empfang zu nehmen. Quittung in d. Bl. Werde ?um Schlachten kaufe zu den höchsten Preisen. Angebote können durch Postkarte gemacht werden Philipp Moller, 6505]Friedberg. = Vertreter = »gegen Hohr Provision Offerten sub. I>.143^ an Rud»lf Moffe ESln. | 6728] Einen tüchtigen Srhmiedgesrllen Ifür dauernde Arbeit sucht Wilhelm »SchLfer, Schmiedmeister, Altenbuseck. I 6718] Ein Droschkenkntfcher sofort gesucht. Renen Bäne 7.___________ Kellnerlehrling gesucht. [6786] Stadt Mainz. 6780] Als Stütze der Hausfrau wird ein j. geb. Mädchen, das in allen häuA. Arbeiten gründlich erf sein muß, bei Familienanschl. per 1 September gesucht. Näher- u. Nr. 71, postlagernd, Gießen- Photographie erwünscht._________________ 6768] Ein Süchtiges Mädchen ge» sucht.____Bergstratze ll __ 6738] Junges, reinliches Dierrstmäd, che« alsbald gesucht. Bahnhofstraße 29, 1 Treppe hoch-___________________________ ktn Mädchen von 12 bis 14 Jahren für geringe Arbeit auf täglich einige Stunden von 6791 «. HSpfnrr, (Möftrs Mühle). zu vermiethen. Näh. Ederstraße 6. 4387] Ostanlage Rr. 40 Bel-Etagr zu vermiethen.____________A. «etter. 5528] Der mittlere Stock, 8 schöne Zimmer m. a. Zubehör, nebst Bleich, platz und Gartenantheil ist preiswerth -um 1. October zu vermiethen. Näheres , Ederstraße 5 part nächst der Nordanlage. 6515] Schönes MansardenlogSS (3 gerade und 2 schräge Zimmer) mit Wasserleitung, abgeschlossenem Corridor re. per 1. Sept, zu verm. Wallthorstr. 46. 6089] Die Parterrewohnung Grün bergerftr. 24 anderweit zu vermiethen. Wilhelm Hammel, Grünbergerstr. 27 6093] Empfehle mich im Weitzzeng» nähe«, Klicke« und Waschen. »v uo. , Näheres Neuenweg 42, Hinterhaus. ' Dotters in Golb Brause-Limonade-Bonbons 16.24 16.21 I Duc-len —Engl. Sovereigns 4.15 I Rust. Jmveri«le« 6793] Junger Mann, gelernter Barbier, welcher längere Zeit als Diener bei einem kranken Herrn war, sucht wieder ähnliche ®Ää Krankenwärter. Off, u. P. P- an die Exped. d. Blattes. Solider cautionsfähiger Mann, welcher durch mißliche Berhältniffe nutzer .Stellung gekommen, sucht irgend einen Posten als Bereinsdienev, Kassirer oder dergl. Näh. Aus- kunft bei der GxP. d. Bl. Empfehlung. 5275] Gestützt auf langjährige stets r«r Zufrirdeuheit auszeführte Be- sorgungen bei Beerdigunge« u.s.w. empfiehlt sich der Unterzeichnete im Ansagen oder als Marschall bei Beerdignnge« bestens. Friedlich Berg, Diener, ________«aplaneigafse 11._______ Im Clavier- empfiehlt sich Id378 Herman« Bauer stimmen Kirchstr. 2, UL 30/. Reich»«rkchs d». 3°/u Pr-mßr LrsfslS 31 />% bi. 91.30 102.55 91.80 102.70 40/0 Ung. Gold-Neste 50/0 3toL Rente Portugiesen 40/0 Grtech. Mvnspol-A»l. 99.70 82 20 25.40 36.20 DtLLSBtS-H^ÜAMb^ttz. 195.00 Lomb. G^B^Acr. 93.50 Dars-stMer ««ck-Strt. 144.20 Buschtherader Ä-B^LcL. 404 50 DrssdWsr 146.80 ElüthLl-Bahn-Act. 221.75 Nordd- Lliyd-ArL, 99.50 Gotthard-Bahn-Nct. 170.60 WiMrr Btvr'!v«^Set 113.00 Schweizer Norbost^B.-NeL. 125.00 CrÄiv RrL. 296.12 Mainzer E^Lcr. 117.20 MMÄ iserrSah« SU 84.70 Mmtenüarger 85.30 MM So giMacL 161891 «er. Rfo$iel«ß®3*&4kL 126X0