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April 1894 9*mtprr^n ftL Zlints- und ZInzeigeblatt für den "Krti» (ßiefjett Hraiisbtikage: Gießener Kamittenblätter. Anrttichev TKeil zu 4.— Feuilleton noch ge* Gießen. Innern Wtk Wmoncm-Burroux br« In- und flu«Ianbr« ntbmai Injtig*»enr*rwt»jrr*i S Darf 20 Pi«, m» Bringerlohn. Ttwfc die Post bq»f* 1 Warf 50 Pt«. «ktactwn, ityrrbihee und Druckerei: § 1. Sämmtliches durch die Fleischbeschau als nicht ladenrein, aber noch genießbar erkanntes Fleisch muß längstens innerhalb 24 Stunden nach getroffener Entscheidung an die im öffentlichen Schlachthaus befindliche, oder eine sonstige von Grobherzoglichem Polizeiamt bestimmte Verkaufstelle (Freibank) verbracht und darf nur dort ausgehauen und verkauft werden. $ 2. Das Aushauen (Auspfunden) und Verkaufen des nicht ladenreinen Fleisches an der Freibank hat durch den von der Grobherzoglichen Bürgermeisterei Gießen hierfür bestellten, vereidigten und der besonderen Aufsicht des Fleischbeschauers unterstellten Aushauer gegen Bezug der festgesetzten Gebühren zu geschehen. Die Vereinnahmung des Geldes für das verkaufte Fleisch hat der Aushauer gleichfalls zu besorgen, falls der Eigenthümer des Schlachtihieres sich dieselbe nicht vorbehält. § 3. Der Verkauf des Fleisches findet in dem vom Eigenthümer bezw. vom Aushauer des Fleisches innerhalb der Tagesstunden von Morgens 8 bis Abends 8 Uhr durch Anschlag an der Verkaufstelle und durch öffentliche Anzeige bekannt zu machenden Termine statt, und es muß dasselbe bis aus 250 Gramm herab abgegeben werden. Die Abgabe von Portionen über 3 Kilogramm ist nur an solche Personen gestattet, welche sich über den beabsichtigten ordnungsmäßigen Verbrauch des Fleisches bei der Polizeibehörde glaubwürdig ausweisen können und eine desfallsige Bescheinigung des Polizeiamts vorzeigen. An Personen, welche als Wiederverkäufer bekannt sind, wie Metzger, Viehschlächter, Wirthe oder Garköche, dürfen Fleisch, Fett oder Eingeweide von nicht ladenreinem Vieh nicht abgegeben werden. Ebenso ist es den genannten Gewerbetreibenden untersagt, Fleisch, Fett oder Eingeweide von der Freibank kaufen oder kaufen zu laffen. Die Polizeibehörde kann bezüglich solcher Speise- oder sonstigen Wirlhschaften, die sich mit der Anfertigung und Verabfolgung von Fleischspeisen aus nicht ladcnreinem Fleisch befaffen wollen, Ausnahmen unter der Bedingung zulaffen, daß dieses sowohl am Aushängeschild, als auch im Wirths- local durch entsprechende in die Augen fallende Tafel mit deutlicher Schrift bekannt gegeben sein muß, sowie daß bei Ertheilung der Erlaubniß eine entsprechende Veröffentlichung im Kreisblatte ftattzufinden hat und daß die Fleischspeisen in den gedachten Wirthschaften nicht anders als in völlig gar gekochtem Zustande abgegeben werden dürfen. § 4. Die Bestimmung des Preises für das auf der Freibank seilzuhaltende Fleisch oder für sonstige Theile von nicht ladenreinen Schlachtthieren steht dem Eigenthümer zu, falls dieser nicht vorzieht, die Preisbestimmung dem Fleischbeschauer zu überlasten. Muß wegen Abwesenheit des Eigenthümers der Verkauf des Fleisches ohne denselben ftattfinden, so hat der Fleischbeschauer den Preis zu bestimmen, und dabei möglichst das Jntereste des Eigenthümers zu wahren. § 5. An der Freibankstelle muß sowohl der Preis des Fleisches, als auch die Gattung und das Geschlecht des Schlachtviehes sowie der Grund bezw. die Krankheit, wegen deren dasselbe als nicht ladenrein erkannt wurde, in geeigneter Weise in deutlicher Schrift und für Jedermann sichtbar angeschrieben sein. § 6. Für die Benutzung der Verkaufstelle (Freibank), die Auslagen und die Thätigkeit des bestellten Aushauers hat der Eigenthümer bestimmte Gebühren zu bezahlen, welche in einer von der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen zu erlassenden Bekanntmachung festgesetzt werden. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Beßimmungen offenen Armen wieder auf. Mag er doch die unfehlbare I Mama hierbehalten, sie selbst kann ja auch den nächsten Schnellzug benutzen. So weit ist Eva in .ihrem Gedankengange gekommen, als sie plötzlich emporschrickt. „WaS willst Du, Lina?" „Ach, ich wollte der gnädigen Frau nur sagen, daß die Frau Schwiegermutter vollkommen Recht hat." Eva starrt daS halb verschmitzt, halb verlegen lächelnde Mädchen wortlos an. „ES ist wahr," fährt die Jungfer fort, „der Kaffee der Frau Rittergutsbefitzerin hatte wirklich einen öligen Geschmack." Nun springt die junge Frau empor, kirschroth vor Zorn. „Es ist wahr!" so keucht sie. „Ich habe Dich verwohnt, verzogen! Aber daß eine so maßlose Frechheit Deinerseits die Folge meiner guten Behandlung sein würde, das ließ ich mir nicht träumen! Hinaus, fort aus meinen Augen! Auf der Stelle!" Statt diesem Befehle Folge zu geben, ergreift Lina eine der bebenden kleinen Hände ihrer Herrin, zieht sie an die Lippen und beginnt in demüthigem Tone um Gehör zu bitten, sodann aber den Umstand deutlich zu erklären, wie das Gebiß der Schwiegermutter ohne deren Wissen mit Brennöl in Be- rührung gekommen sei. EvoS Mienen Hellen sich immer mehr auf. Ja, zuletzt fällt sie ihrer Zofe sehr unvorsichtiger Weise, da sie sich doch gegen das Verwöhnen ausgesprochen, nm den Hals. „Daß ist ja ein köstlicher Spaß, Lina! Darüber werden wir alle noch oftmals lachen. Ach, mein armer Max! Wie mußte er heute zwischen zwei Feuern zucken! Wie elend mag ihm jetzt noch zu Muthe sein. Und die liebe, gute Mama! Ich will nun sofort auf ihr Zimmer eilen, ihr meine Unart und Heftigkeit abbitten, alles erklären--" Sie eilt leichtfüßig auf die Thür zu. Plötzlich besinnt sie sich und bleibt stehen. „Nein," sagt sie, „das geht ja nicht. Max bat mich ausdrücklich, die Eigenheit seiner Mutter zu schonen. Sie darf nicht ahnen und auch Max nicht erfahren, daß der Umstand mit ihren künstlichen Zähnen bekannt geworden ist. Höre, Lina," wendet sie sich an das Mädchen, „auf das Strengste verbiete ich Dir, die Geschichte von der Nachtlampe zu verrathen. Mit diesem Verbot ist es mein . 6.— . 2.50 Doritsche- Reich. DarPstadt, 16. .April. Seine Königliche Hoheit der Großhe»rzbg hat den Hauptmann a. D. Alexander von Frankenberg und LudwigSdorf zum Kammerherrn und zugleich zum dienstthuenden Kammerherrn bei der Großherzogin ernannt. — Der Gr oßherz og empfing am Samstag Nachmittag l3/< Uhr eine Deputation von Osfi- Dcr •*4nur Jüqd«« «scheint täglich, ■M Iu«ncchme de« Wontag« Die Eichener »eetficeiritttt »erben bnn Anzeiger wöchentlich dreimal b^iqt. Gießener Anzeig er Kenerat-Anzeiger. ' Genehmigung Großh. Ministeriums des Justiz vom 22. Februar 1892 zu Nr. M.-J. 31570/90 und nach Anhörung der Stadtverordneten-Ver- sammlung werden hiermit auf Grund des Art. 56 der Städte- Ordnung und in Ausführung des Art. 313—318 des Polizei- Strafgesetzbuches für den Verkauf des durch die Fleischbeschau als nicht ladenrein, aber noch genießbar erkannten Fleisches in der Stadt Gießen im Nachtrag zu dem Local- Reglement vom 28. Mai 1886 folgende Vorschriften erlassen: Der verhängnißvolle Mokka. Humoreske von M. Anderssen. (Schluß.) Frau Maihof-Mutter wundert sich über diese Erklärung. „Ist daß nun Aufrichtigkeit oder Trotz?" denkt sie. Der Amtsrichter wendet sich zu seiner Frau: „Nun siehst Du, dort hinein ist auf bisher unermittelte Weise der ölige Geschmack gekommen." Er wäre ihr so dankbar gewesen, wenn sie ihn beim Bau dieser goldenen Brücke unterstützt hätte. ES fiel der jungen Frau aber gar nicht ein, nachzugeben. „Der Kaffee war tadellos," sagt sie nur finster, den Kops aufwersend. „Ich weiß eS!" . „Und ich weiß es ebenfalls, daß Mama sich niemals täuscht!" erwidert nun der Amtsrichter ebenfalls gereizt. Darauf wendet er sich kurz von ihr ab und seine, Mutter zu: „Ich muß ausS Gericht, Mama, der eiserne Dienst ruft. Ich flehe Dich an, laß Dich noch wiederfinden, wenn ich zurückkehre. Habe Geduld!" Er küßt feiner Mutter die Hand und eilt hinaus, ohne feiner Frau Lebewohl zu sagen. Ein noch nie dagewesener Fall. • , AIS Eva sich allein sieht, sinkt sie schluchzend auf einen Stuhl. Erst kürzlich vernahm sie im „Trompeter von Säkkingen" die rührende Klage Marias: Nun ist er hinaus in die weite Welt Und hat keinen Abschied genommen! Ach, damals ahnte ihrs noch nicht, wie bald ihr Max sie auch abschiedSloS verlassen würde. Wo war ihr junges, strahlendes Glück? Verflogen wie Spreu vor dem Äthern der Schwiegermutter! Und diese hat er, ihr Max, noch ermahnt, Geduld mit ihr, seiner Frau, zu haben! ES ist himmelschreiend! Umgekehrt warS allein in der Ordnung. Geduld haben mit ihr! Also alS eine Geduldsprobe betrachtete er sie nur noch? — O, es giebt zum Glück noch andere Leute auf der Welt, deren Sonnenschein sie war. Ihre Eltern in der Hauptstadt nehmen sie jeden Augenblick mit entrichte^: , , „ M. An die Schlachthauskassc: a) für Grobviek(Ochsen, Faselochsen, Kühe sowie Pfe^e) rstürf .......6.— Mk. größter Erpst. Ich selber werde meinem Manne kein Wort davon sage». ES bleibt mir nur die Abbitte übrig. Ich muß durch? doppelte Freundlichkeit meine Heftigkeit gut zu machen suchen." Lina geht hinaus und Eva bleibt nachdenklich stehen. „ES wird schwel s,in, sich Mama wieder zu nähern," sagt sie noch zu' sich'selbst, „aber ich lasse mich nicht mehr ab- ^^^nbem fi/ noch sinnt, rauscht die Portiöre zum Neben- zimmer auseinander, und sie sieht die imponirende Gestalt ihrer Schwiegermutter auf sich zuschreiten. Ein warmeS Lächeln verklärt deren Gesicht, während sie die verlegen und erschrocken dastehende.^Eva in ihre Arme schließt. . ,Ich hörte jedes Wort, das zwischen Dir und Deinem Kammermädchen gewechselt wurde," erklärte sie. „Und ich danke Gott dafür. Du bist eine vornehme Natur, Eva. Eine andere hätte sich die Gelegenheit nicht entgehen laffen, ihre Gegnerin durch Bloßstellung eines für diese peinlichen Ge- beimniffes zu beschämen. Du verzichtest sogar meiner Schwäche zu Liebe auf Deine eigene Rechtfertigung. Du bist ein Engel, Goa’ Ich habe Dich in diesem einen Zuge vollständig kennen gelernt Mein Vertrauen und meine Hochachtung gehören Dir fürs ganze Leben. Damit ober auch Max erfährt, welcher unheilvolle Zufall heute hier gewaltet, will ich selbst ihm alles sagen, wenn er auch dabei" — hier dämpft sie, wie ein junges Mädchen erröthend, die Stimme — „zum ersten Male erfährt", daß nicht alle meine Zähne ächt sind." Als ziemlich spat am Nachmittag der junge Amtsrichter zögernden Schrittes und gesenkten Hauptes seiner Wohnung nahte, Räume er nicht wenig, als ihm schon im Vorzimmer seine kleine Frau mit glsckenhellem Lachen entgegen- und um den HalS Zog. Seine Mutter stand dicht neben ihr und streckte ihm mit freudigem Lächeln die Hand entgegen. Wer war froher als er bei den nun folgenden Enthüllungen! Es bleibt noch zu versichern, daß das Verhältniß zwischen den beiden Damen Maihos Mutter und Schwiegertochter daS denk- bar herzlichste blieb. Die Mokka-Schale aber, die an jenem Morgen den Trank barg, welcher so ganz unschuldiger Weise das Aergerniß veranlaßt hatte, prangt im Raritätenschränkchen der Frau Rittergutsbesitzer. werden nach Art. 313—318 des Polizeistrafgesetzbuche- und bez. § 26 des Lccal-Reglements vom 21. Mai 1886 bestraft. Dieses Local-Reglement tritt acht Tage nach feiner Verkündigung in Kraft. Gießen, den 31. März 1894. Großherzogliche» Polizeiamt Gießen. ,,, Fresenius. * Bekanntmachung, betreffend die Gebühren ftr den Verkauf des nicht ladenreinen, aber noch genießbaren Frisches auf der Freibank im städtischen Schlachthaus. § 1. Für dlt Benutzurg und Reinigung der Verkaufsstelle (Freibank), die Bekanttgabe der Verkaufszeit und die Thätig- feit des Aushauers Hit der Eigenthümer folgende Gebühren pro Stück ....... b) füLKleinvich..... • "■ b. An den Aushauer a) für- Großvieh pro Stück . . • b) für Kleinvieh pro Stück - c . ~ C. An denselben, falls ihm vom Eigenthümer auf dessen Gefahr auch die Vereinnahmung des Geldes übertragen wird, s f weiter: a) für Großvieh pro Slück.....2.— Mk. b) für Klenvieh pro Stück.....i.ou „ Gießjen, den 31. März 1894. GroßherMgliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. zieren des 1. Großh. Infanterie-(Leibgarde')Regiments Nr. 115, welche-Seiner Königlichen Hoheit ein Hochzeits- geichenk des Offiziercorps des Regiments überreichte. Darmstadt, 16. April. Der Einzug der Allerhöchsten Herrschaften am 20. dss. Mts. erfolgt Vormittags IP/g Uhr in folgender Ordnung: 1) Eine Ab« rheilung berittener Postillone. 2) Eine Abtheilung berittener Bürger. 3) Die Leib-Escadron des Garde-Dragoner-Regi- ments. 4) Der Obersthofmarschall und der Oberceremonien- meister in einem offenen zweispännige, Wagen. 5) Ein Stalloffiziant zu Pferd. 6) Ihre Könizlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin in einem offenen sechsspännigen Galawagen, vorauf zwei Spitzenreiter. Zur Seite rechts neben dem Wagen der Oberstallmeifter zu Pferd, in gleicher Weise links neben dem Wagen der erste Flügeladjutant Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs. Sodann folgen in offenen zweispännigen Wagen: 7) Die Ober« hofmeifterin und die Hofdamen Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin. 8) Der Oberkammerherr und der Kammerherr Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin. 9) Die General- und Flügel-Adjutanten Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs. Den Schluß bildet: 10) Die Leib Escadron des Leib-Dragoner-Regiments. Berlin, 16. April. Noch immer nete Vorlagen gehen dem Reichstage zu, obwohl doch letzterer sich schon in der Kehrausstimmung befindet. So sind dem Hause letzter Tage noch eine Novelle zum Zolltarif, ferner die Vorlage in Betreff des Sonntagsunterrichrs ia den Fortbildungsschulen und weiter ein Nachtragsetat zugegengen, der durch den Entwurf über den Schutz von Waarmbezeichnungen veranlaßt worden ist. Da eS auch sonst noch Verschichenes für das Parlament zu erledigen giebt, so dürfte der Schluß der Session wohl erst am Samstag zu ermöglichen sein. Deutscher Reichstag. 83. Sitzung. Montag den 16. April 1894. Das Haus ist ziemlich stark besucht. Am Bundesrathstische: Staatssecrelär v. Bötticher. Auf der Tagesordnung steht zunächst bh dritte Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Aufhebung des Jisnttengesetzes vom 4. Juli 1872. Bet der General-Discussion spricht Abg. Graf v. Hompesch (Ctr.) sein Bedauern darüber aus, daß die Gegner des Antrages immer die Behauptung aufstellten, die Aufhebmg des Jesuitengcsetzes würde geeignet sein, den confessionellen Frieden zu gefährden. Die bisher geführten Verhandlungen hätten doch woU das Unzulängliche dieser Behauptung erwiesen. Die katholische Kt:che habe ein Recht für ihre Institutionen in Deutschland und Redrer hoffe, daß der Reichstag seinen Beschluß zweiter Lesung aufrecht erhalten werde. Abg. Lenz mann (frs. Vp.) stellt seine persönliche Haltung zu dem Gesetzentwurf dar. Er stimme für den Antrag, weil er den Orden nicht für gefährlich halte. Die Forderung dieses Antrages sei eine Forderung der Gerechtigkeit, namentlich da die Jesuiten keinerlei Privilegien im Reiche genießen. Abg. Dr. Friedberg (natl.) erklärt, daß seine Fraction gegen das Gesetz stimmen werde. • Abg. Liebknecht (Soc.): Die Jesuiten seien nicht so gefährlich, wie man annehme; daß „der Zweck" bis zu einem gewissen Grade „das Mittel heiligt", lasse sich nicht in Abrede stellen. Die Fraction des Redners stimme also für den Antrag, wenn auch nicht aus Liebe zur katholischen Kirche. Abg. v. Stumm (Rp.) theilt Namens seiner politischen Freunde mit, daß sie ihrer ablehnenden Erklärung in der zweiten Lesung nichts hinzuzufügen hätten. Abg. Schröder (frs. Vg.) sieht im Inkrafttreten deS Gesetzes den confessionellen Frieden gefährdet und stimmt deshalb gegen den Antrag. Abg. v. Manteuffel (cons.) erklärt, daß seine Partei auf dem in zweiter Lesung eingenommenen Standpunkte beharren werde. Abg. Hilpert (Bauernbd.) glaubt als protestantischer Christ nicht, daß man Angst vor den Jesuiten zu haben braucht. Unter wiederholter Heiterkeit des Hauses fuhrt Redner aus, daß sich die Protestanten erst selber bessern müßten, dann werde Alles besser werden, auch wenn die Jesuiten wieder ins Laod kämen. Nachdem noch die Abgg. Dr. Haas (Els.) und Dr. v. Jagd- zewski (Pole) für den Antrag gesprochen habm, wird die Debatte geschlossen. Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen werben bte einzelnen Paragraphen deS Gesetze» angenommen, worauf in uament- licher Abstimmung der Gesetzentwurf mit 168 gegen 145 Stimmen angenommen wird. Es stimmten für das Gesetz: Geschlossen das Eentrum, Polen, Bauernbundler und Socialdemokraten; ferner von den Antisemiten der Abg. Hirsche!; die süddeutsche Volkspartei mit Ausnahme von Schmidt und Kercher; ein Theil der freisinnigen Volkspartei und von der freisinnigen Vereinigung der Abg. Barth. Gegen das Gesetz stimmten die beiden conservattven Parteien und die Nattonalltberalen geschlossen, die süddeutsche Volkspartei, die freisinnige Vereinigung und von der freisinnigen Volkspartei die Abgg. Richter, Ritter, Langerhans, Ancker, Herzog, Bohm. Von den Antisemiten stimmte Zimmermann mit Nein, während Böckel und Werner sich der Abstimmung enthielten. Es folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfs »um Schutze der Waarenbezetchnungen. Die 88 1 bis 14 werden ohne wesentliche Debatte in der Fassung der Commission angenommen. Zwei Anträge zum $ 15 werden abgrlebnt. Als 8 15b will ein Antrag des Abg. Roeren (Ctr.) die Bestimmung einfügen, daß, wer zum Zwecke der Täuschung im Handel und Verkehr über Ursprung und Erwerb, Eigenschasien von Waaren u. s. w. falsche Angaben madbt, vorbehaltlich des Hntschädtgungs- anspruchs deS Verletzten mit Geldstrafe bis zu 3000 Mark oder Ge- fängnißstrafe bis zu drei Monaten bestraft wird. Ein zweiter Absatz des 8 15b will das Gericht ermächtigen, vorbeugende Anordnungen gegen solche Täuschungsversuche zu treffen. Mit der Discussion über den 8 15b wird die Berathung über eine von der Commission beantragte R es olutto ».verknüpft. Letztere fordert die Regierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch dessen Bestimmungen dem unlauteren Wettbewerb im Handel und Verkehr in weiterem Umfange entgegengetreten werde. Referent Abg. Schmidt (frs. Vp.) führt aus, der Antrag Roeren habe bereits der Commission Vorgelegen und sei von dieser adgelebnt worben. Abg. Roeren (Ctr.) empfiehlt seinen Antrag, ba berfelbe einem nolhwenbigen Bedürsnttz Rechnung trage. Abg. Jacobskötter (cons.) äußert sich im Namen seiner politischen Freunbe für den Antrag Roeren. Geh. Rath Haus: Die Regierung habe das Bestreben, dem Unfug des unlauteren Wettbewerbs entgegenzuwirkev. Den vorliegenden Gesetzentwurf in der Weise des Antrages Roeren zu erweitern, halte man aber noch nicht für angezeigt, da die Sacke noch nicht genügend geklärt sei. Es empfehle sich, dieselbe nicht hier, sondern in einem anderen Gesetze zu regeln. Der Rahmen des vorliegenden Gesetzes sei dazu nicht geeignet. Abg. Gescher (cons.) tritt für den Antrag ein. Geh. Rath v. Seckendorfs: Absatz 2 des Antrages sei gan- unklar gefaßt. Welches Gericht solle denn Anordnungen treffen können? Staatssekretär v. Bötticher widerspricht ebenfalls dem Anträge. Die Regierungen verfolgten dasselbe Bestreben und würben auch Mittel und Wege finden. Aber der Antrag Roeren gefährde die Zustimmung der Regierungen zu diesem ganzen Gesetze. Redner verspricht, sofort in Erwägungen darüber eintreten zu wollen, welcher Weg der geeignete sei. Abg. Hammacher (ntl.) emfiehlt Annahme bet Resolution, ebenso Abg. Kaufmann (frs. Vp.) Nach weiteren Bemerkungen des Staatssecretärs v. Bötticher unb bes Abg. Bachem (Ctr.) schließt bie Debatte. Die Abstimmung bleibt zunächst zweifelhaft. Zählung ergiebt, baß bet Antrag Roeren, also bet 8 15 b, mit 131 gegen 112 Stimmen angenommen wirb. Der Rest bes Gesetzes wirb bebattelos erlebigt. Es folgt die dritte Berathung des Gesetzentwurfs (Antrag Schröder) bett, die Kündigungsfrist 2C. für Handlungs- gehilfen. Ein Antrag Spahn will den Beschlüssen zweiter Lesung eine etwas veränderte Fassung geben. Sachlich bemerkt er nur die eine Aenderung, daß die Bestimmungen über die „für beide Theile gleiche und mindestens vierwöchige" Kündigungsfrist auch bann Anwendung finden sollen, „wenn das Dienstverhältniß für bestimmte Zeit eingegangen unb hierbei vereinbart ist, baß dasselbe in Ermangelung einer vor Ablauf der Vertragszeit erfolgten Kündigung als verlängert gelten soll." Nach längerer Debatte wirb der Antrag Spahn angenommen. Das Haus erlebigt hierauf noch einige Rechnungssachen. Hierauf vertagt sich bas Haus. Nächste Sitzung morgen 2 Uyr: Wahlgesetz; Heimstattengesetz, Novelle zum Viehseuchen-Gesetz; kleine Vorlagen. Schluß: 6V« Uhr. Heuefte Nachrichten» Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 16. April. Die amtliche Ausgabe der ersten drei Bücher des Entwurfs für ein bürgerliches Gesetzbuch ist in der Redaction der zweiten Lesung dem „Reichsanzeiger" zufolge bei Gutteutag in Berlin soeben erschienen. Sie enthält den allgemeinen Theil, Schuldverhältnisse und Sachenrecht. Berlin, 16. April. Wie das „Deutsche Colonialblatt" mittheilt, hat der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika eine Verordnung erlassen, wonach der Ausschank geistiger Getränke nur auf Grund eines Erlaubmßscheines zulässig ist. Paris, 16. April. Der Landwirthschaftsministcr hat an- geordnet, daß alle ausländischen Hämmel, welche zu einem Transport gehören, bei welchem ein oder mehrere Fälle von Maulseuche festgestellt werden, unverzüglich im Sanatorium von La Billette getödtet werden. Gleichzeitig empfiehlt der Minister, ausländische Hämmel nach einem Aufenthalte von längstens 24 Stunden im Sanatorium zu schlachten. Venedig, 16. April. Die Kaiserin Auguste Victoria ist um 3 Uhr Nachmittags im Hasen von San Marco eingetroffen. London, 16. April. Der verhaftete Anarchist Francesco Polti wurde heute dem Gericht in Bowstreet vorgesührt. Der Gerichtssaal war überfüllt. Der Angeklagte gibt an, 19 Jahre alt zu sein. Die Polizei bekundete, daß Polti bei seiner Verhaftung eine große ungeladene Bombe bei sich hatte. Auf dem Tische lagen als Beweisstücke die erwähnte Bombe, sowie mehrere bei Polti gefundene Gegenstände, darunter eine Flasche mit Schwefelsäure, ein Packet Pulver und ein Bericht über das Nobeldynamit. Die Angelegenheit wurde auf acht Tage vertagt. Depeschen deS Bureau .Herold". ®etlin,°16. April. Die Steuercommission des Reichstags ist heute in die Berathung der Tabaksteuervorlage eingetreten. Reichsschatzsecretär Graf Posadowsky leitete die Debatte mit einem Ueberblick über die Reichsfinanzen ein und erklärte, daß aus der Stempelsteuer etwa 15 Millionen Mark zu erwarten seien. In diesem Jahre würden die Bundesstaaten etwa 25 Millionen Mark aufzubringen haben. Für 1894/95 würden sich die Bundesstaaten um rund 58 Millionen Mark verschlechtern. In Zukunft müsse man an neue Einnahmen für das Reich denken und dabei könne man die Tabakfabrtkatsteuer nicht außer Acht lasten. Nachdem sich ein großer Theil der Commissionsmitglieder für sofortiges Eintreten in die Generaldebatte ausgesprochen und die Abgeordneten Richter (frs. Volksp.), Gröber (Centr.) und Frese (frs. Vereinigg.) gegen, die Abgeordneten Bennigsen (nat.lib.), Gescher (cons.) und Gamp (Reichsp.) für die Vorlage sich erklärt, wurde die Sitzung auf morgen vertagt. Berlin, 16. April. Nach der „Nordd. Allgem. Ztg." bestätigt es sich, daß eine neue deutsche Reichsanleihe im Betrage von 160 Millionen Mark in den nächsten Tagen zur Subscription eingelegt wird. Ueber den Emissionscours ist noch nichts bekannt. Berlin, 16. April. Abgeordneter Dr. Lieber erschien heute wieder im Parlament. Wien, 16. April. Der „Neuen Freien Presse" wird von zuverlässiger Seite aus Petersburg gemeldet, daß alle Gerüchte über eine Kaiser-Entrevue gänzlich unbegründet seien. Ebenso entbehre die Meldung, daß der deutsche und der österreichische Kaiser den Manöver» in Smolensk beiwohnen würden, jeder Wahrscheinlichkeit. Hin- sichtlick etwaiger Reisen des russischen Hofes fei bis jetzt noch keinerlei Beschluß gefaßt worden. Da der Thronfolger von Coburg direct nach Petersburg zurückkehre, werde auch die Nachricht von seiner Reise nach Darmstadt und die daran geknüpften Combinationen hinfällig. Abbazia, 16. April. In der Villa Amalia fand gestern Vormittag Gottesdienst statt, dem die Kaiserin mit den Prinzen beiwohnte. Zahlreiches Gefolge war ebenfalls anwesend. Nachmittags statteten die Kaiserin und die Prinzen dem Herzog Günther von Schleswig-Holstein, welcher in der prachtvollen Villa „Szemere" wohnt, einen längeren Besuch ab. Der Eigenthümer der Villa, Dr. Szemere, empfing die Kaiserin auf das Ehrerbietigste,- letztere sprach sich sehr befriedigt über ihren Aufenthalt aus. Abends 8 Uhr begaben sich die Kaiserin, Herzog Günther, Freiherr v. Mirbach und die Hofdamen Gräfin Keller und Fräulein v. Gersdorff an Bord des „Moltke", der gegen halb 12 Uhr die Anker lichtete und nach Venedig abdampfte. Die „Christabel" folgte Morgens 4 Uhr nach. Paris, 16. April. Die gestrigen Pariser Gemeinde- wählen sind resultatlos verlaufen. Die Stichwahlen finden am nächsten Sonntag statt. Petersburg, 16. April. Das Communicationsministerium hat das Project einer Eisenbahn von Tiflis nach Ukadikawkas über den Gipfel des Kaukasus bereits vollständig ausgearbeitet. Der Bau der Bahn, welcher mit großen Schwierigkeiten verknüpft ist und neun Tunnels erfordert, wird demnächst in Angriff genommen werden. Cocalt* und ^provinzielles. Gieße«, den 17. April 1894. Von der Universität. Unserem hochverdienten Mitbürger, Herrn Geh. Hofrath Professor Dr. R. Heß, ist es vergönnt, am 22. April d. I. auf eine 25jäh rige academische Lehrthätigkeit an der Landesuniversität zurücklicken zu dürfen. Aus diesem Anlaß wird dem Jubilar ein künstlerisch ausgestattetes Album mit den Photographien seiner früheren und jetzigen Schüler überreicht werden. Abends 8 Uhr findet Festcommers im Hotel Einhorn statt. — Der Rector der Landesuniversität, Herr Professor Dr. Pasch, ist anläßlich der Vermählung des Großherzogs mit einer Einladung zur Hoftafel am 20. April in Darmstadt beehrt worden. * * Die „Nationalliberale Vereinigung Nordwest" in Frankfurt a. M. ernannte Herrn Professor Dr. Oncken dahier zum Ehrenmitglied. ♦ * Unfall. Gestern Abend gerieth der Sohn eines Sägewerkbesitzers, welcher an der Maschine beschäftigt war, in das Triebwerk und wurde nicht unerheblich verletzt. Ein Wunder ist es, daß der junge Mann mit dem Leben davongekommen, denn er wurde aus dem Bau weit fortgeschleudert in den Garten. Sämmtliche Kleider wurden ihm vom Leibe geriffen und buchstäblich zerfetzt. * * Prügelei. Gestern Abend prügelten sich in der Plock- straße zwei Arbeiter und verursachten einen Auflauf. Anzeige wurde erhoben. * * Diebstahl. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde aus einem Neubau in der Ludwigftraße mittelst Erbrechens von Behältnissen eine Partie Montirungs-Werkzeug entwendet. * * Ueberfahren. Gestern Abend wurde bei der Haltestelle Kinzenbach von dem zwischen 9 und 10 Uhr kommenden Zug ein älterer Mann aus Krofdorf überfahren. Da. derselbe Uhr mit Jacke weggelegt hat, darf wohl Selbstmord« angenommen werden. * * Falsche Füufzigmarkfcheine sollen gegenwärtig im Verkehr sein. Die Scheine sind 2 Millimeter breiter als die echten und haben auch sonst noch allerlei Merkmale, an denen sie erkannt werden können. Die rothen Buchstaben sollen sich durch Befeuchten leicht abwischen lassen. x Ober-Ohme«, 16. April. Wie gefährlich das von Kindern auf dem Lande getriebene Spielen auf Zimm er- und Bauplätzen ist, lehrt folgender Vorfall. In der gestrigen Mittagsstunde spielten mehrere Kinder auf einem Zimmerplatz. Hierbei rutschte ein Balken aus und traf einen zwölfjährigen Knaben dergestalt, daß der Schädel schwer verletzt wurde. r. Herbstein, 16. April. Herr Fabrikant Leonhard Jos. Koch und Gemahlin feierten heute im Kreise ihrer Kinder und Enkel das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Das greise Ehepaar ist noch recht rüstig. H. Aus dem Horloffthale, 15. April. Die Vermes- sungs- und Nivellirungsarbeiten der Nebenbahnstrecke (Variante) Ober-Widdersheim—Unter-Widdersheim— Römerbrunnen sind beendet. Die Herren Techniker haben sich in westlicher Richtung über Echzell nach Reichelsheim begeben. — In unserem Thale ist die Obstbaumblüthe nun vollständig eingetreten, auch die Apfelbäume sind aufgebrochen. Es ist eine seltene Pracht und Schönheit. Besonders reich behangen sind auch Johannis- und Stachelbeeren. Die Aprikosen haben bereits Früchte von der Größe eines Klickers. — Die Kartoffelpreise ziehen bei uns an, weil das Setzen der Spätsorten begonnen hat und sich heraus- stellt, daß ziemlich viele Knollen während des Winters angekränkelt wurden. Dazu kommmt, daß das anhaltende dörre Wetter die Futteraussichten reducirt hat, weshalb die Landleute mit den Kartoffeln zurückhalten. — Die Aussichten aiuf einen guten ersten Kleeschnitt find gesunken. Der juhge Klee stand schon im vergangenen Herbste wenig befriedigend ; in den letzten Wochen sind die Mitte März noch erkennbaren Kleepflänzchen vollends verschwunden. Man kann bereits mit ziemlicher Sicherheit behaupten, daß der erste Futterschnitt hochpreisig wird. Heute ist die Witterung nm- geschlagen, wir haben Regen erhalten, der besonders deshalb günstig wirkt, weil er ruhig niedergeht und dadurch schön eindringen kann. Der rechtzeitig erschienene Regen kann noch Vieles bessern. — Die Rindviehpreise geben nach, die Schweinepreise halten sich dis jetzt ziemlich fest. — Die in unserem Thale kürzlich verpachteten Fischereien in der Horloff haben zum Theile bedeutende Erträge, mitunter ba» Dreifache gegen die frühere Periode, eingebracht, obgleich der Fischbestand durch die heißen Jahre 1892 und 1893 gelitten hat. — Die jetzige trockene Witterung wird benutzt, um die Waldstreu aufzuarbeiten, welche sehr gesucht ist. — Eine vorzügliche Weide hatten seither die Bienen- es ist geradezu erstaunlich, was die fleißigen Thierchen in der letzten Woche geleistet haben. — Von unseren Wetterauer Gänsezüchtern werden seit einigen Tagen die ersten Schlacht- und Bratgänse der 1894er Zucht nach Frankfurt verkauft. Da wir uns dabet verdienen. 4r--- de bei der hatte- O UHr kommenden überfahren. Da wohl Selbstmord- enwärtig im Ler« brtittt als bie tEmale, an denen hstabrn svllea Stag auf Sonntag traße mittelst Er- ntirungs-Werlzeug sitz ln der KvL. Luslaus. Anzrlzr bitt Leonhard Jol. reife ihrer Kinder nen Hochzeit. rfilhrllch das von in aus Zimmer- Sorsall. Inder ere Kinder auf ein Balken aus ergestalt, daß der Bom Odenwald, 9. April. Auf eine eigenlhümliche Weise verhinderte die Frau eines prozeßsüchtigen Bauern ihren Mann an einer voraussichtlich erfolglosen Klage, indem sie Nachts die betreffenden Papiere und Beweisstücke verbrannte. Als der Hofbauer des Morgens seine Papiere suchte und die Wahrheit erfuhr, schlug er seine Frau durch und warf sie zum HauS hinaus. Das Gericht verurtheilt^den Gewalt» thäligen zu 14 Tagen Haft. "och in der ersten Aprilhälfre befinden, so ist jenes eine schöne Leistung. Die jungen Gänse find vollständig auSge» wachsen und mit MaiSschror gut gemästet, ohne daß sie gestopft wurden. Hierdurch wird ein äußerst saftiger Braten erzielt, der in Frankfurt entsprechend bezahlt wird, denn die trefflichen Dögel werden mit 5 bis 6 Mk. pro Stück willig genommen. L. Langenhain, 17. April.' Vor einiger Zeit hat die Ehefrau des Andreas Jäckel IV. dahier, Marie geb. Greb eine sehr muthige und entschlofjene Thar auSgesührt, indem sie die Ehefrau des Karl Jöckel I. mit eigener Lebensgefahr von dem Tode des Ertrinkens rettete. Wir erfahren soeben, daß der Retterin Marie Jöckel geb. Greb, für diese muthige That eine Geldprämie von 30 Mark zuerkannt worden ist, welcher Betrag in aller Nähe ausgezahlt werden wird. 8 Flenfungen, 16. April. In brutalster Weise mißhandelt wurde em hiesiger Einwohner auf dem Heimwege von Weickartshain. Er hatte sich dort in einer Gastwirthschaft etwas vorlaut benommen. Als er in der Nacht den Heimweg antrat und den Wald passirte, erhielt er plötzlich von einem vor ihm auftauchenden Manne einen solch heftigen Schlag über den Kopf, daß er zu Boden stürzte. Dem Angreifer gesellte sich alSbäld noch ein anderer zu und beide bearbeiteten nun in rohester Weise den Uebersallenen, so daß ihm das fleisch vom Gesichte lose herabhing und der eine Arm entzwei oeschlagen wurde. 5ol)n tinü Sagt- tätigt war, in I verfehl. Sin m Lrbrn davon- l sortgeschlkudttt ihm vom Leibe Der Schwerverletzte vermochte nicht mehr den Heimweg anzutreten- er schleppte sich zurück und verblieb die Nacht über beim Nachtwächter. Als er am andern Tag sich auf den Heimweg machte, brach er unterwegs zusammen und blieb ohnmächtig auf einer Wiese liegen. Er mußte in die Klinik nach Gießen verbracht werden. Die Untersuchung ist im Gange und den Thätern ist man auf der Spur. les» April 1894. Mitbürger V eß DirgBnm' akademische 1 zurücklicken iU x tia künstlerisch 1 W* früheren «tafo 8 Uhr 1 Rector l'di/i ist anWch er Einladung hrt worden. 8 A-rdwest" m or Dr. Dmftn . Land- und VoLkswivthschaft. E. Echzell, 16. April. Der heutige Markt wurde durch einige leichte FrühlingSregenfchauer seht-' antrnirt, denn diese mildfeuchte, gewSchsige Wtiterung ist für die gegenwärtige Lage vortrefflich. Wenn keine Rückschläge eintreten, können wir ein ausgezeichnetes Jahr bekommen. Die Preise für fette Schweine haben etwas nachgegeben, dagegen sind diejenigen für Ferkel höher als je. Das Paar acht bis zehn Wochen alter Thiere kostete 50 Mk. und mehr, fo daß das Pfund (wenn man darnach rechnen wollte) über eine Mark zu stehen käme. Läufer und Springer kosten, je nach Qualität und Alter, 90 bis 130 Mk. per Paar. Man steht: die Zucht von jungen Thieren ist noch empfehlenswerth und der Bauer kann ein schönes Stück Geld Vermischte». • Die Nennungen zu den Rennen, welche am 3. und 6. Mai vom Verein für Hindernißrennen in Frankfurt a. M. abgehalten werden, sind ausgezeichnet ausgefallen. Alle wohl- bekannten Reiter haben genannt, so Major v. Heyden Linden, Rittmeister v. Reitzenstein, M. Suermondt, Premier Lieutenant v. Eynard und wie sie alle heißen. Im Ganzen sind 171 Meldungen eingelaufen, die sich auf die einzelnen Rennen folgendermaßen Vertheilen: Eröffnungs Flachrennen, 1000 Mk., Ciftance 1400 Meier, 15 Pferde, Verkaufs - Hürdenrennen, 1200 Mk., Distance 2200 Meter, 15 Pferde- JonaS-SteePle- Ehase, Ehrenpreis und 1400 Mk., Distance 3000 Meter, 22 Pferde- Caramel - Hürdenrennen, 2500 Mk., Distance 2400 Meter, 20 Pferde - Else-Steeple-Chase, Ehrenpreis und 3300 Mark, Distance 4000 Meter, 18 Pferde- Roma- Flachrennen, 1000 Mark, Distance 1400 Meter, 11 Pferde- Blumenlese-Flachrennen, 1400 Mk., Distance 2000 Meter, 9 Pferde- Tamberlik - Hürdenrennen, 1400 Mk., Distance 2400 Meter, 16 Pferde- Muthi Hürdenrennen, 3000 Mk.^ Distance 2400 Meter, 20 Pferde - Club- Steeple. Chase, Ehrenpreis und 1600 Mk., Distance 3300 Meter, 8 Pferde- Große Orcadian Steeple-Chase, Ehrenpreis und 5500 Mk., Distance 5000 Meter, 17 Pferde. * Mannheim, 16. April. Bankier Schloß, Mitinhaber der Bankfirma Scheuer, Hirsch u. Schloß, hier und in Heidel- berg, beging heute früh einen Selbstmordversuch, indem er fich die Pulsadern öffnete. Sein Zustand ist bedenklich. Die Mittheilungen über den Stand der Firma, gehen dahin, daß im Augenblick noch kaum von einer Unterbilanz gesprochen werden kann, wenn man die Activa sämmtlich als vollwerthig annimmt- inwieweit indessen in dieser Beziehung lieber» raschungen zu befürchten sind, läßt sich noch nicht übersehen. Schloß, welcher seit dem Falle Maas sehr nervös war, hat anscheinend infolge einer Erregung über das Ausbleiben von Zahlungen Seitens Schuldner der Firma die That begangen. Heute Mittag soll die Familie der Inhaber zusammentreten und man hofft die Zahlungseinstellung abwenden zu können. Die Bankfirma Scheuer, Hirsch u. Schloß cultivirte hauptsächlich das Effectencommisfionsgeschäft- große Wechselverbindlichkeiten liegen demnach nicht vor. * Berlin, 14. April. Das gestern in der Grunewald- । colonie ermordete Mädchen heißt Helene Schmeichel, : Tochter eines Gutsbesitzers au6 Ostpreußen. Nach der /.Germania" ist daS Ergebniß der Untersuchung über den l'iorb folgendes: Der Mörder war anscheinend mit seinem Opfer bekannt- das Paar hatte dem Befunde nach auf der Bordschwelle der Reinerzstraße, welche fich hinter dem Schützenhouse unweit der Grunewaldcolonie rechts an dem Wege noch ^undekehle befindet, geseffen, wie durch Abdrücke im Grase deutlich erkenntlich ist. Der Mörder muß sich so plötzlich auf Mädchen gestürzt haben, daß dieses keinen Widerstand leisten konnte, und hat ihr dann mit einem haarscharfen Messer, welches er bei seiner Flucht mitnahm, mit einem einzigen Schnitt Luftröhre und Speiseröhre durchschnitten, so ^oß der Tod auf der Stelle erfolgte. Die ursprüngliche Annahme eines Lustmordes erscheint hinfällig, da ein solches Verbrechen in einer ziemlich belebten Straße am Hellen Tage , nicht ausführbar erscheint. * Hamburg, 14. April. Heute Mittag wurden in einem I i'aben der Rathhausstraße 69 goldene und 97 silberne Uhren in Werthe von zusammen 8500 Mk. gestohlen. Ein großer Theil der Uhren trägt auf dem Zifferblatt die Firma '^tilke. Der Ladeninhaber wurde, ohne es zu merken, von ’ :£?■« **■"*;: ** finba fo* u 11 "atz u« ktfu 10ll, Nd|h eun SunntU tx. 1 werden, Literatur und Knnft — MeyerS Kleiner -and-Allas in 100 Äartenblättern und 9 Textbeilagen (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien) Endlich einmal ein „Hand'-Allas, von dem man mit Fug und Recht sagen kann: „das ist, was ich brauche!" der in Wirklichkeit das hält, was fein Titel verspricht. Meyers Kleiner Hand-Atlas ist ein mit großem Fleiß durchgearbeitetes geographisches Hilfsmittel im handlichsten Buchformat. Ein Seiten ,u“ »u .Meyer« Hand-Lexikon , umschließt dieser Ailas alle die- ,ur b>S geographische Interesse deS Airlzt1!?8 erregen. TaS neue Kartenwerk ist berechnet für den Geschäftsmann, den Beamten, den Gewerdtreibenden, den ?eitungs- r^fl“e diejenigen, die für jede in Betracht kommende geographische <"age ein übersichtliches, zuverlässiges, auf der Höhe oer heutigen Erdbeschreibung gehaltenes Kartenmaterial stets und Venbn6abtn wollen. Meyer« Kleiner Hand-StlaS berücksichtigt w erster Linie das engere Vaterland, b. h. das Deutsche Reich und Oesterreich-Ungarn, denen allein 40 Blätter gewidmet « io r Ar.rS.crcÄ?cut^c Bundesstaat, jede preußische Provinz, ledes Ssterretchlsche Kronland ist dabet durch eine Spectalkarte dar- gestellt, eine Reichhaltigkeit, die sich in keinem andern AtlaS findet. Bei den außereuropäischen Karten sind die deutschen Interessen- und Colonialgebiete besonders berücksichtigt, wovon die im großen Maß- 5*, ^One.D«°n Ostafrika entsprechende« Zeugniß ablegt. Die ostentlichen Verkehrsmittel Eisenbabnen, Dampfschiffe und Telegraphen (Kabel) sind mit größter Sorgfalt nach osficiellem Ma- .behandelt: das Folioblatt „Weltverkehr" gewährt eine vor- ^eflüHe Ueberstcht über die heutigen großen Verkehrswege und -Mittel. Alle Weltstädte sind durch Pläne (nebst Namen Registern) und Umgebungskarten dargestellt, während man dieser Specialitäl [n andern Atlanten nur vereinzelt und nur als Kartons in den Kartenecken begegnet. Die Karte „Hamburg" weist z. B. die interessante Verzweigung des untern ElblaufS deutlich auf und enthält eine besondere Darstelluna des Hamburg« r FreibasengebietS: ebenso ist die höchst originelle Darstellung von New-York her vorzubeben, bei welcher nicht nur die Stadt selbst, sondern auch die interessante Einfahrt vom Ozean her veranschaulicht wird. Auch neue Momente sind in dem Atlas zur Aufnahme gekommen, welche sich in den Sroßen Handatlanten nicht vorfinden: so auf der Karte von Elfatz- Lothringen die französische, auf der von Schleswig-Holstein die dänische Sprachgrenze, auf den Blättern „Posen" und „Schlesien" die Ausbreitung des polnischen Sprachidioms und auf dem Blatte „Schweiz" eine Darstellung der Verthellung der drei Rationalttälm. Jede einzelne Karte zeichnet sich durch wunderbare Klarheit und Deutlichkeit aus — eine Eigenthümlichkeit, welche sich manches anspruchsvollere Kartenwerk zum Muster nehmen könnte. Durch das saubere, wohlabgestimmte Eolorit der Karten gelangen auch die ^n.flcn politischen Einheiten, wie sie z. B. auf den Blättern „Thüringen" und „Provinz Sachsen" erscheinen, zur klaren Darstellung. Meyers Kleiner Hand-AtlaS, Der von den Herausgebern durch Nachtragungen auf den einzelnen Blättern stets auf der Höhe der Zeit gehalten wird^ sollte daher auf keinem Schreibtisch, keinem Contor und Büreau fehlen: der erstaunlich billige Preis (in Halbleder geb. 10 Mk,) ermöglicht eS Jedermann, sich seines Besitzes zu erfreuen; auch greift man zehnmal eher nach diesem handlichen Buch als nach einem schweren Foltaoten-HandattaS. Die 8ermt|' der WeMn- tt-Wderchm- ! TeäM haben iW*”1’1' dstbanmbliitbk [bäume sm» * d Schöns «e .,unb®ta*Ttn. fc(r * eines bei uns an, )(5 Winters ange anhaltendes bat, weSh^ die ^DieAnss'chlM ) gesunken. Dtt herbste wentg ve gjiltte meW" „1 iie il- itmli* («■ jn iich-'L-, ** iebra4t' „o Qjtrtiw ! «”»’T ’m dir >iii 8i”' «e«i IW I«» ' er®» .W* Hf t - aüi>- dem Diebe, welcher vorher daS elertrische Läutewerk zer- schnitten hatte, in dem hinter dem Laden beleaenen Zimmer eingefchloffen. ♦ Thorn, 16. April. Der Kaiser hat die Strafen, welche über zwei Arbeiter und einen Ersatzreservisten wegen Beranlaffung eines CrawallS nach einer Controlversammlung und wegen rhätlichen Angreifens eines Bezirksfeldwebels und eines Gendarmen verhängt worden waren, und welche auf fünf Jahre und fünf Jahre und ein Monat, ferner auf sechs Monate Zuchthaus lauteten, in Gefängnißstrafen umgc- wandelt. * Wie Dowe zuerst auf die Idee zu seinem „kugel- ficheren" Panzer kam, hat er neulich einem Interviewer in scherzhafter Weise erzählt. Dieser fragte ihn: „Wie kamen Sie eigentlich auf den Gedanken, einen kugelsicheren Panzer zu sabriciren, Herr Dowe?" — „Ja, wiffen Sie, daran arbeite ich eigentlich schon seit meinem zehnten Jahre." — „Nicht möglich'" — „Mein Vater war ein seelenguter Mann, nur sehr jähzornig, wenn ich eine schlechte Censur nach Hause brachte, prügelte er mich windelweich. Eines Tages, zu Michaeli, erhielt ich wieder eine sehr schlechte Censur. Zuerst kam mir der Gedanke, nach — Amerika auSzurücken, denn ich wußte, was mir zu Hause bevorstand. Schließlich fand ich aber einen anderen Ausweg. Ich polsterte mir den Würfen und andere Körperteile aus und zwar mit solchem Geschicke, daß ich von den Hieben meines Vaters rein gar nichts spürte- ich amüsirte mich sogar darüber, wie sehr er sich dabei anstrengte. Als ich bann später einmal von einem Pistolenduell hörte, wobei der eine gefallen war, dachte ich mir: „Wenn der eS gemacht hätte, wie du, wäre ihm das gewiß nicht passiertUnd so kam ich denn allmählich dazu, mich mit der Erfindung eine- kugelsicheren Panzers zu beschäftigen! * Arme reiche Leute. Wer da glaubt, daß die reichste Frau der Welt, Mrs. Hetty Green - Brooklyn, in einem stolzen Palaste wohnt, Equipagen und Dienerschaft hat, der irrt. Hetty Green, die Besitzerin eines Vermögens von 60 Millionen Dollars, wohnt in einem „Boarding House", einem ganz gewöhnlichen Logir- und Kosthause in der Stadt ■ Brooklyn, der Schwesterstadt von New-Dort, und zwar in ' der Pierrepontstreet Nr. 89 und zahlt sieben Dollars wöchentlich für Kost und Wohnung. Sie ist geizig über alle ! Maßen und dies ist auch der Grund, warum sie sich von ihrem Gatten trennte, der ein tonangebender Clubmann in | New Jork ist. Sie kleidet sich derart bescheiden, daß man glaubt, eine ärmliche Frau vor sich zu haben und flickt so I lange an ihren Kleidern herum, als es eben geht, nur um die Anschaffung neuer Toilettegegenstände zu ersparen. WaS sie an beweglichem Gut hat, bas trägt sie in dem schwarzen Sack herum, der sie nie verläßt. Das ist ein Gebetbuch, ein Battistsacktuch und ein Lorgnon. Sie ißt in der Küche und will nur die einfachsten Mahlzeiten. Sie ist überaus fromm und von den hundert Kirchen Brooklyns besucht sie jeden Tag eine andere". Sie ist derart mißtrauisch, daß sie mit keinem Menschen verkehrt, denn sie glaubt, alle Menschen, die sich ihr nähern, thun dies nur um ihres Geldes willen. Sie hat einen Sohn, der mit der Tochter eines Millionärs verheirathet ist, und ihre Schwiegertochter macht den größten I Aufwand, den man sich nur denken kann. „Die Zeiten sind I zu hart", sagt Hetty Green, wenn man sie über ihre Lebens- I weise zur Rede stellt, „und ich muß für meine Verwandten I sparen!" In Brooklyn kennt jedes Kind die Frau mit dem | schwarzen Sack- aber kein Mensch hat eine Ahnung, baß bte I bescheidene Mietherin in einem der einfachsten Boarbinghäuier, I bie Besitzerin von 60 Millionen ist. Erst ber „World", die I bedeutendste Zeitung New • Yorks, enthüllte das Geheimniß, | und eines Tages wurde New-Kork von der Nachricht über» j rascht, wer eigentlich die schlichte Hetty Green aus Brooklyn | sei. Frau Green ist gegenwärtig 58 Jahre alt und ihr | Vermögen stammt von ihrem Vater Robinson, der sich in | Neu-England angesiedelt hat und dessen Ländereien colossalm | Werth erhielten. Ihre ganze Verwandschaft ist so reich und I in jeder Familie befindet sich ein so geiziges, moroses Subject [ wie es Frau Hetty Green ist. Auch eine Tochter besitzt die I Frau, Sylvia mit Namen, bie von einem einzigen Verwanbten I fünf Millionen geerbt hat! Nur mit vieler Mühe veranlaßte | man bas Mädchen, bas gleich fromm ist wie bie Mutter, in I die Gesellschaft zu gehen, doch nur ein einziges Mal 'erschien I sie dort, um sich sofort voll Abscheu von der Frivolität der I Großen abzuwenden. Frau Green führt ein Buch, in dem I jeder Cent verzeichnet ist- als sie noch mit ihren Verwandten I lebte, verlangte sie, daß jedes einzelne Familienmitglied I gleichfalls Buch führen müsse. Als einst bas Ausgabenbuch I ihres Sohnes um 10 Cents nicht stimmte, brohte sie, ihn zu I enterben. In Verwahrung ber Bank, in ber sich ihr Per I mögen befinbet, liegt auch ber Schmuck Hetty Greens, ein I nach unzähligen Millionen zu bewerthenber Schatz — alter I Schmuck aller Art, welcher ber Frau burch Erbschaft zufiel. I Das Zimmer, das sie in dem Boarbing House, einem der I schmutzigsten ber Gegend, bewohnt, ist ein Loch von ber Aus- | behnung von neun englischen Quabratfuß, so eng, baß sie I dort nicht essen kann und in bie Küche gehen muß, um ihre I Mahlzeit einzunehmen. In ber Küche wäscht sie auch ihre I Wäsche unb hängt sie zum Trocknen über dem Waschtische auf, | zu welchem Zwecke sie sich mehrere Stricke barüber anbringen I liefe. Der Geiz ber Frau grenzt an Wahnsinn unb ist viel- I leicht Wahnsinn, ber sich vererbt zu haben scheint, benn ihre I Tochter Sylvia faselt gleichfalls stets bavon, bafe sie einst arm I im Asyl werbe sterben müssen und daher zur gröfeten Spar- I amkeit gezwungen sei. — Medicinifcher «ongtest in Rom. Die mit demselben 1 verbundene hygienische Ausstellung zeigte fo recht deutlich, welchen großen L-ieg die deutsche Industrie zu verzeichnen hat. Während das deutsche Reichs-Gesundheitsamt als staatliches Institut durch ein sinnreiches Airangementauffiel, errsteie unter den Industriellen dasHaus Kathreiner in München ungetheilten Beifall. Für unseren Leserkreis dürste es interefiant sein, zu erfahren, daß das italienische KönigS- paar, welches dem zu Ehren der Congreßmitglieder veranstalteten Gartenfeste anwohnle, sich durch den deutschen Gesandten den anwesenden Theilhaber der Firma Kathreiners Malzkaffee - Fabriken Herrn Dr. Paul Schmidt vorstellen ließ und sich eingehend mit demselben über die Herstellung und Zuberettungsweile des Malzkaffees unterhielt. Außerdem wurde aber auch Herrn Dr. Paul Schmidt bie Ehre zu Theil, von dem Papste in Privataudienz empfangen zu werden, bet welcher Gelegenheit ©£ Heiligkeit die Mittheilung machte, daß er selbst täglich Malzkaffee trinke und dessen stete Verwendung im Vatican angeordnet habe. Don den italienischen Blättern La Voce della Verita —, La Tribnna, II Diritto und Folohetto wird über diese, die Firma Kathreiners Malzkaffee-Fabrtken hochehrenden Ereignisse eingehend berichtet. — Praettfche und Nützliche Steuerungen brechen sich stets bald Bahn und erwerben sich die ^Sympathien der großen Rlenge. Den schlagendsten Beweis für obige Thatsache lieferten jüngst Apotheker Hupertz'sche Blutreinigungspillen — Dinner Pills — Verdauungspillen, (Pilulae purgativae) die laut medicinal- amtlicher Beglaubigung das weitäus beste Mittel rkpräsentiren. Störungen in der Verdauung zu beseitigen, gegen Appetitlosigkeit und Sluhloerstopfung, Blutandrang nach dem Kopse, Athemnoth, Hämorrhoidal- und Leberleiden zu wirken und die Verdauung in vorzüglichster Weise zu fördern. Sie bewirken, ohne Leibschneidm zu erregen, erwünschte Butreiniguna, eine Eigenschaft, die b n Pillen so überraschend rasch die Gunst oes Publikums sicherte. — Die Dinner Pills — Dinner Pills — Verdauungspillen (Pilulae purgativae), durch den „Löwen von Luzern" als Schutzmarke vor Nachahmung geschützt, ebmfo durch den Namenszug Apotheker E.Hupertz LCo., Köln a. Rhein find durch Apotheken zu beziehm oder werden durch die Fabiik von Apotheker HupertzL Eo., Köln a. Rh. beschafft. [3187 — Wir warnen vor der Anwendung aller Toilette-Seiten, die nicht vollkommen neutral und mild find, denn bte'c Seife attaquiren und ruiniren die Haut. Hingegen empfehlen wir jeder Dame dringmdst sich mit der allbewährten und amtlich und ärztlich begutachtete» und empfohlenen DoeringS Seife mit der Eule zu waschen. Mil dieser Seife erzielt man.tn Bezug auf Arische, Schönheit und Zartheit der-aut die günstigsten Erfolge. DoeringS Seife mit der Eule ist ä 40 Pffi. käuflich. Engros-Verkauf: Benner L Krumm, Giessen. [667 passenden Gnauth. 3434] Kreiling. 3433 l Gnauth. 3455 Georg Müller IV an die unterzeichnete Behörde einzusenden. 3431 min anberaumt. [3461 i von 1 1 3147 empfiehlt J. M. Schulhof 100 Eentner Dickwurz 3451 3453 ru verkaufen. Ehr. Haubach I. 3444] Eine junge Ziege mit Lämmern i verkaufen.Ederstraße 6. 3454 I- A .' Bogt 3426 Balser. 50/0 9ttikeet 3 p®.- Frankfurter B«mr-D»co»l 3 p6L MAGGI5 Die in der Gemarkung Erda an der Staatsstraße Gladenbach—Gießen Flur Flur Flur Jährlich 24 Hefte 2z>ÜLA Daudet * 6 Bogen in Umschlag. 189.30 136.60 143.70 105.50 104.00 289 62 78.30 90.00 381.56 218.26 160.20 111.10 115.10 86.00 1364)0 linl*«11 43 123 35 38 7 1120 Aus der Kam Stall auf dem Asterweg, Nr. 970 —19 gw Hofraum (Miststätte) daselbst, Nr. 974 — 75 qm Hofraithe daselbst >AHTtGAUÄ’ lROBERTO, Bekanntmachung. Alle noch rückständigenRech- nungen über die zur Unterhaltung der städtischen Gebäude und Straßen im Rechnungsjahr 1893/94 ausge« führten Arbeiten sind bei Vermeidung der Nichtberücksichtigung, bis längstens 1. Mai d. Js. auf dem Stadtbauamte in doppelter Ausfertigung einzureicken. Gießen, den 16. April 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 17. April 1894. Großh. Ortsgericht Gießen. Die Zusammenkunft ist bei der Seiswiese auf der Kreisstraße Oppenrod—Albach. Oppenrod, den 16. April 1894. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod. 148.701 Ber. «vntgs-L-urah.'Act. ttsbtoi: unbestimmt. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Mainz, den 16. April 1894. Großh. Wasserbauamt Mainz. I. E.: Schmitt. Bekanntmachung. Rückständige Gelder aus dem Jahre 1893 zur fürstlichen Renteikaffe dahier können noch bis zum 30. d. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Lich, am 16. April 1894. Suppenwürze ist frisch etngeiroffen bei ftatl Tchwaab, Host. 87.80 3o/o Portugiesen 101.66 40/<, Griech. Monopol-Anl. r>n tffdjnnt täfl1 guino^m fiontaftl Großhcr)-glich Kberhessische Lomb. E^-B.-Act. Buschtherader E^-B^Acü Elbthal-Bahn-Act. Gotthard-Bahn-Acl. Schweizer Nordost^B^Acl. Mainzer E^-B.-Act. Marienburger E^B^Act. Allen Personen, welche eine zur Concursmaffe gehörige Sache in Besitz haben oder zur Concursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verahfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Concursverwalter bis zum 11. jölai 1894 Anzeige zu machen. 7. Großh. Amtsgericht zu Gießen. Gebhardt. Donnerstag den 1v. April 1894, Nachmittags 2 Uhr zu Gießen im! Adler sollen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert werden: 1 Wagen, 4 Schweine. 1 Laden-Einrichtung und diverse Wirthsttsche und Stühle, 1 Cassaschrank, 1 Bett, 2 Sophas, 3 neue franz. Bettstellen, mehrere Sophas und sonst. Mobilien, 1 Nähmaschine, Gold- u. Silbersachm, Bilder, Goldleisten 2c. Versteigerung vorauss. theilw. bestimmt. Engel, Reißbretter, Reißschienen und -Winkel, 1 Uhr 15 Min. 87.8’’ 40/0 Ung. Gold-Rente Techn. Farben, Pinsel re., in besten Qualitäten, zu billigsten Preisen. Flur 33 Nr. 68,5—25 qm Aecker daselbst, I • Flur 33 Nr. 292^—25 qm Acker im iU alten Feld bei den Gärten Versteigerung. Mittwoch, 25. April, Zlachmittazs 3 Ahr, versteigere im Pfandlocal gegen Baarzahlung: 1 Landauer, 1 Pferd, 2 Kühe, 1 Oeconomiewagen, 1 Eis- schrank, Sophas, Commode, Kleiderschränke,2Regulateure, l Glasschrank rc. Versteigerung des Glasschrankes (ganz neu) bestimmt. 3439 Gießen, den 17. April 1894. Mulch, Pfandmeister. öffentlich meistbietend versteigert werden- Gießen, den 17. April 1894. Di« iKtbffl 6(81 8 »lcheats«- Holzversteigerung im Oppeuröder Gemeindewald. Donnerstag, 19. April 1894, von Vormittags 9 Uhr beginnend, läßt die Gemeinde Oppenrod in verschiedenen Districten nachverzeichnetes Holz versteigern: Deutiohe Verlags-Anstalt In Stuttgart. In unserem Verlage erscheint: „Mfernehand" bestehend aus massivem, neu erbautem Haus, Scheune, Stallungen und Backofen, 30 m lang, 9 m tief, mit Schiefer gedeckt, nebst 22 Morgen bester Acker, Wiesen, Gemüse- und Obstgarten, fast sämmtlich unmittelbar an die Hofraithe anschließend, soll aus freier Hand verkauft werden. Die Liegenschaft eignet sich ganz beson- ders zum Betriebe einer Wirtschaft, ebenso zur Cigarrenfabrik. Näheres bei 3* C. Theis in Gladenbach. I M 1 J SetterSweg. Die leeren Original-Fläschchen von 65 Pfennig werden zu 45 Pfennig und diejenigen ä X 1.10 zu 70 Pfennig mit Maggis Suppenwürze nachgefüllt. Senfsaat, garantirt keimfähig. Mittwoch den 30. Mai, Nachmittags 3 Uhr, Redaktion.- A. Schevda. - Druck und Verlag der Brühl'sck.n Druckerei (St. Ehr. Pl-tfch) »ießen . Die heutige Nummer umfaßt 8 Eeit-u. Vermischte Anzeigen. Ich nehme die Beleidigung gegen Jobs. Lang Natur-Rheinwein ist der Einkauf direct vom Producenten. 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Am kommenden Donnerstag findet zu Coburg — begleitet von den besten Segenswünschen — die Hochzeit Seiner Königlichen Hohert des Großherzogs statt und Tags danach werden bie Neuvermählten — begrüßt von Abgesandten des ganzen Landes — ihren Einzug in Darmstadt halten. Ueberzeugt, daß auch die, Einwohner Gießens wünschen, ihrer freudigen Theilna.hme an diesem, für Landesherrn und Land gleich bedeutsamen Ereignis Aüsdruck zu geben, laden wir hierdurch auf die gedachten Tage zu einer allgemeinen Beflaggung der Stadt ergebend ein. Gießen, den 17. April 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Concursverfahren. lieber das Vermögen des Goldarbeiters Heinrich Huhu in Gftßest wird heute um 17. April 1894- Vormittags 9 Uhr, das ConcursHerfahren eröffnet. Der Agent Jean Boeckzu Gießen wird zum Concursverwalter ernannt. Concursforderungen sind bis. zum 11. Mai 1894 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung ckber die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines lMu- bigerausschuffes und eintretenden Falls über die in § 120 der ConcurSord- nung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf । Dienstag den 22. Mai 18,94 Vormittags 11 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte Ter- SomSbericht so« E. Wasserschleben, Bankgeschäft. Frankfurter Börse vom 17. April 1894. Nach Amerika mit den vorzüglichen Schnelldampfern des Mrddeutschen Klnyd in Bremen 1606 befördert Passagiere der conceff. Agent Carl Loos in Gießen. 3152] Zu verpachte«! Garten an. der Klinikstraße, mit guten Obstbäumen, mit oder ohne Wiese und Grabland. e. Katzenflei« Wwe. Jeilgeöotenes. GmerbeWnn empfehle: Reißzeuge, fcdStorli 'Aoihe Stern Linie König. Belg. Postdampfer von Eisenbahnen. 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