^ifchenp/atz 21 '9en Putze " "HrtStoewt » rJS^jWttothfc labil- Wftentann unb erbringe t efel ra? oon der ganj iu§?r, tanttl Die juftnbung . U86 mV jebingt etroa§ Geeigneter QQibbreite ober Mi wann kaust b:&M "**C ad druerhaster gendriiet halten. WchS. «NlAWiKUS» M 4663 Wener Sier. 11 Stint. W WM irle. «arten. Weine. ifq, im Abonnement 4800 ßiinincr__ läuser Ler Seite ilie, desgl- feln«l i Cog»af lwev^ nuh^ein, SS-- rüE Perozo . ' 23 - d HaU6. _^ irßt"- .• rtrf etvi(öienfl ,at im ßuf4.f0ra|( >i.K Kernlprech« 8L Zlints- und Anzeigeblutt für den Kreis Gieszeir. A«a«tz m « von Anzeigen zu der Nachmittag« für bew /A /d. f« ... Alle Annoncen.Burraur bei In. und Auslandes nrfrme fnlgenden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. w Uhr. HraNSVNlllgt. AttMlltCHPiCltt€Y. für den .Gießener Anzeiger- -ntgeg». Bekanntmachung. Der durchschnittliche Jahresarbeitsverdienst der land« und forstwirthschaftlichen Arbeiter in der Gemeinde Eberftadt mit Arnsburg ist in Abänderung unserer Bekanntmachung vom 30. März d. I. (Anzeiger Nr. 76) in folgender Weise fest« gesetzt worden: 1. für erwachsene (16 und über 16 Jahre alte) männliche Arbeiter auf 450 Mk.- 2. für erwachsene (16 und über 16 Jahre alte) weibliche Arbeiter auf 270 Mk.; 3. für jugendliche (unter 16 Jahre alte) männliche Arbeiter auf 240 Mk. ; 4. für jugendliche (unter 16 Jahre alte) weibliche Arbeiter auf 180 Mk. Gießen, den 15. Juni 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend Gesuch der Frankfurter Bersicherungsgesellschast gegen WafferleitungSschaden um Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum Hessen. Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 8. Juni 1886, (Anzeiger Nr. 136) bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß die obige Gesellschaft mittelst Nachtrags zu den Statuten vom 25. Mai 1891 die Firma: „Neptunz Wafferleitungsschäden- und Unfallversicherungsgesellschaft" angenommen hat. Gießen, den 16. Juni 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Brosche, 1 Geldbeutel mit Inhalt, Briefmarken, 2 Taschentücher, 1 Paar Handschuhe, 1 Kiffen, 1 Badehaube und 1 Maulkorb. Gießen, den 16. Juni 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Zweck und Ziele eines Rasenspielplatzes. Wir haben als Grundsatz in der vorliegenden Frage jüngst betont, daß unsere Zeil im höchsten Maße der Gelegenheit bedarf, alS Ausgleich für einseitige und auch sonst vielfach gesundheitSnachtheilige Berufsarbeit einer vielseitigen körperlichen Bewegung zu pflegen. Dabei sahen wir, daß der systematische Turnbetrieb sich bestrebt, dieser Forderung mit einem möglichst geringen Zeitauswande Genüge zu thun, andererseits indeß mit gewiffen Mängeln zu kämpfen hat, die unS durch eine entsprechende körperliche Bethätigung in freier Luft auszugleichcn sind. Dies bezweckt im weitesten Umfang daS sog. volksthümliche Turnen, und hierzu gehört vor Allem daS Turnspiel. Solcher Spiele sind: Fußball, Schlagball, Grenzball, Rundball, Barlauf, Criquet, Eroqnet, Reifenspiel, Lawn tenniß u. v. a. Sollen sie in ausreichendem Maße gepflegt werden, so bedarf eS nothwendigerweise eines wohlgepflegten kräftigen Rasens von genügendem Umfang. Wie im Winter der Eislauf, so im Sommer, Frühling und Herbst das Spiel in freier, frischer Natur! Dieser Vergleich darf nun aber nicht die Vorstellung erwecken, als sei die Organisation eines derartigen Rasenspielplatzes genau in den gleichen Bahnen möglich, wie die des hiesigen so ungemein ersprießlichen Eisvereins. Den Eislauf vermag der Einzelne für sich, zwei, drei miteinander, zur völligen Befriedigung des Bedürfnisses wie des Vergnügens zu pflegen. Nicht so daS Spiel! Hierzu gehören in der Regel 10 bis 40 Theilnehmer und zwar müssen sie sich möglichst genau kennen, vor Allem miteinander spielen mögen. Das Spiel gibt nur dann auf die Dauer Befriedigung, wenn die Theilnehmer miteinander eingespielt sind. Ueberdies verlangt selbst das genügsamste Spiel einen ungehinderten freien Platz von ziemlich großem Umfange. Ein Durcheinander würde jeden befriedigenden Erfolg verhindern. Indem wir uns nun die Ziele im Weiteren vor Augen stellen, werden wir die nöthigen Gesichtspunkte für die Organisation alsbald erkennen. ES ist in erster Linie als erftrebenSwerth zu bezeichnen, daß der Platz groß genug ist, um ein großes und ein mittelgroßes, oder ein großes und zwei kleinere Spiele zu gleicher Zeit zu ermöglichen. Als solche Zusammenstellungen mögen gelten: Fußball, oder Schlagball mit Lawn tenniß oder Eriquet; Fußball und Barlauf und Croquet usw. CS würden so freie Vereinigungen von 40 bis 80 Spielern gleichzeitig spielen können. Damit wäre aber auch der Platz besetzt! Als ausreichende Spielzeit sind für den Erwachsenen ca. 3 Stunden zu betrachten. Nun soll der Spielplatz natürlicherweise ein durchaus gemeinnütziges Unternehmen sein. Alle Kreise der hiesigen Bevölkerung müßten die Möglichkeit haben, aus dem Platze zu spielen. Dazu bedars es einer genauen Erwägung der Verhältnisse. In erster Reihe sind zu beachten die Schulen. Alle unsere Schulkinder, Mädchen wie Jungen der Mittel- und Oberklassen müssen der Wohlthat des Spieles theilhaftig werden. Die ganz kleinen Schulkinder vertragen den Zwang der Spielordnung noch nicht. Dabei ist zu beachten, daß die Mittelklassen an ausreichender Spielzeit ca. eine Stunde, die oberen etwa zwei Stunden nöthig haben. Dabei können jedoch die oberen, weil geringer besucht, zusammengelegt werden. Außerdem ist für die Schulen jeder Tag geeignet, nicht so für andere Kreise der Bevölkerung. Hier kämen nun in Betracht die Turnvereinigungen. Da als zu verwendende Tageszeiten im Allgemeinen täglich ca. 7 bis 8 Stunden zu« Spiel benutzbar sind (Sommers 6 oder 7 bis 10/11 Vormittags, 4 bis 8 oder 9 Nachmittags, Herbst und Frühling 8 bis 12, 2 bis 5 entsprechend), so müßten die BevölkerungS- klassen, welche während der Woche in diesen Stunden keine Zeit haben, wohl oder übel den Sonntag benutzen (im Uebrigen eine zweifellos nützlichere Verwendung als daS WirthShauSlaufen). Hierhin gehören im Wesentlichen aber die Mitglieder der genannten Vereine. Es kämen werter im großen Ganzen in Betracht noch die studirten Berufe und die Studtrenden mit ihren Angehörigen, soweit sie in der freien Verwendung ihrer Zeit durch ihre Berufsthätigkeit an feste Stunden gebunden sind, und endlich freie, in ihrer Zeit völlig unbeschränkte Spiel- Vereinigungen. Während letztere natürlich Rücksicht auf alle --- Ethische Erziehungsaufgaben. Von O. R. Stoltzc. Die Erziehung des Menschen hört bekanntlich erst mit dessen letztem Athemzug auf. Denn wenn Eltern und Schule das Ihrige an einem Heranwachsenden Menschenkind gethan haben, dann übernimmt ihn das Leben. Die Gesellschaft, der Staat, die Kirche, Ehe und Familie, Freundschaft und Feindschaft der Genossen, Alles arbeitet unausgesetzt an dem Individuum herum, sucht es in eine gewisse Form zu drängen und darin festzuhalten. Diese Lebensschule ist regelmäßig eine rauhe und harte. Das, was man gewöhnlich Erziehung nennt, hat vor Allem die Aufgabe, auf diese Lebensschule vorzubereiteck, diese erste Erziehung ist so unendlich wichtig, weil sie systematisch sein kann, weil sie geeignet ist, den Menschen auf die Bahn zu bringen, auf der er am ersten darauf rechnen kann, sein besseres Ich auszugestalten und durch alle „Pfeil' und Stöße" des Lebens sich durchzuretten. So ist die erste Erziehung vor Allem Einführung in die Lebenskunst. Der Lehrer und Erzieher muß noch mehr Lebens- künftler als Wißmeister sein. Ihm ist die höchste und schwerste Aufgabe gestellt, er soll sein Inneres zu einem reinen Spiegel der Welt gestalten- für seinen Erfolg ist sein Charakter unendlich viel wichtiger als das Maß seiner Kenntnisse. An Pädagogen, die nach diesem Ziel ringen, richtet sich ein soeben erschienenes Merkchen von Richard Wulckow: „Die ethischen Erziehungsaufgaben unserer Zeit" (Gießen, Emil Roth), Preis geb. 2 Mk., an Pädagogen in erster Linie, aber auch weiter an Alle, die sich mit dem Problem der Erziehung unserer heutigen Jugend zu beschäftigen haben. Sie Alle werden in Wulckows Schrift eine Quelle der Belehrung und eine Fülle von Anregungen finden. Das Buch von Wulckow, wenn eS sich gleich nach außen wendet, ist doch vor allem ein Selbstbekenntniß. In den acht Kapiteln mit ihren weittragenden Ueberschriften ergiebt sich schon der Umfang der Betrachtungen. Sie lauten: Die Weltlage und die heutige Erziehung. Die pessimistische Strömung und ihre Bekämpfung. Der Naturalismus in der Kunst. Er> ziehung und Gewöhnung zum Schönen. Die Weltübel und chre Linderung durch Erziehung, Patriotismus und Antisemitismus. Das Wirken im Dienste des Gemeinwohls. Volksbildung und Volksaufklärer. Die erreichten Ziele und der ethische Beruf der Frauen. Es tritt die Weltanschauung eines Mannes zu Tage, der sein Leben in ernster Arbeit zugebracht hat, und der als Direktor einer Schule in den praktischen Ergebnissen seiner Thätigkeit fortlaufend die Probe auf seine pädagogischen Theorien machen konnte, ähnlich wie ein Naturforscher, der mit dem Experiment arbeitet. Wir können unseren Schulen nur viele Leiter von solch reifem und sicherem Sinn, von einer so vornehmen und doch so praktischen Lebenserfahrung wünschen, wie dies von dem vorliegenden Buch wiedergespiegelt wird. Alle Probleme, die das Leben bewegen und die in unserer gährenden Zeit kaum irgend etwas fraglos lassen, finden in einer oder der andern Art ihren Weg in die Schule. Der Versuch ihnen auszuweichen, ist umsonst. Wulckow sieht ihnen kühn ins Auge. Er weiß, daß, um auf eine Zeit zu wirken, man in ihr stehen muß. Für sich wie für Diejenigen, die er zu leiten hat, muß der Pädagog vor Allem die Frage beantworten : Was haben wir vom Leden zu erwarten? In der systematischen Ermu- thigung und Kräftigung zu einem arbeits- und mühevollen, keineswegs aber freudlosen Dasein findet Wulckow das Grundprinzip einer gesunden, für die bessere Gestaltung der Zukunft wirkenden Erziehung. Zwischen dem apathischen trüben Pessimismus und einem trügerischen Optimismus hat er so den Mittelweg gesucht und gefunden. In seiner bedingungslosen Verurtheilung von Tolstoi, Ibsen und Zola hat Wulckow aber mehr der praktische Pädagog als der literarische Shritifer geleitet. Es würde hier zu weit führen, die Grenzen zu untersuchen, die die Volkspädagogik der freien literarischen, künstlerischen Ausgestaltung des Inhaltes der Ideenwelt einer Zeit zu ziehen hat. Natürlich ist es eine ganz andere Frage, wie weit die Lektüre dieser Bücher für noch nicht zu festen Lebensanschauungen gelangte Individuen räthlich ist. Nichtsdestoweniger versteht man den heiligen Zorn, der den praktischen Pädagogen erfaßt, wenn er so manche Verwüstung junger Ge- müther gerade auf derartige Einflüsse zurückführen muß. Das Bild, welches Wulckow von der gegenwärtigen Weltlage entwirft, ist indessen keineswegs ein rosiges. Eine dumpfe, trübe Stimmung, so spricht er sich aus, lagert über der Welt. Obwohl in äußerem Frieden lebend, sind wir in ernste innere Kämpse verflochten, unter denen das Vaterland schwer leider: das Volk ist durch polinsche Parteiungen und Jnteressenkämpfe gespalten, Niemand ist zufrieden. Das zähe und rücksichtslose Verfechten der materiellen Interessen hat den politischen Blick getrübt und das unparteiische politische Unheil irregeleitet- die Zeit trägt die Signatur des Kampfes um den eigenen Vortheil, und in diesem wird das selbstlose Wirken reinerer Geister und die aus rein sittlichen Ueberzeugungen geborenen Bestrebungen erstickt. Kau« jemals hat eine Zeit einer harmonischen Ausgestaltung de» inneren Menschen sich so feindlich erwiesen wie die jetzige- die tieferen inneren Bedürfnisse deü Menschen verflachen oder schwinden. Ernste und tiefere Naturen ziehen sich von der öffentlichen Schaubühne zurück und vereinsamen, weil so viele- Unlautere und Widrige draußen im Weltgetriebe sie abstößt und verbittert- die geistig und sittlich Geringeren mit „robustem Gewissen" beginnen im öffentlichen Leben mehr unb mehr eine Rolle zu spielen. Sittliche Straft und sittliche- Ge- wissen ist in verzagtes Schwanken gerathen ober „in steter Nothwehr gegen arge List", die das Leben uns aufnöthigte, gelähmt und behindert. Trotz Allem ist die Wulckow'sche Schrift eine Aufmunterung dazu, nicht zu verzagen, sondern gerade durch eine in besserem Geist aufgezogene Jugend eine bessere Zeit zu erobern. Unter den Erziehungsmitteln weist er nächst der Leitung zu wahrer Religiosität einer methodischen Gewöhnung zu« Schönen den obersten Rang an. Das Schöne im Schiller'schen Sinne baut uns die Brücke zum Guten. In der praktische« Pädagogik hat Wulckow vorwiegend als Mädchenlehrer gewirkt. Der Einfluß eines Mädchenlehrers ist gleichbedeutend mit seiner Beliebtheit, man nennt dies Berhältniß gewöhnlich „Schwärmen", und wohl selten ist ein Lehrer so beschwärmt worden wie Wulckow. Die Spezialität, die er pflegte, tritt in seinem Buche natürlich vielfach in den Vordergrund, und es ist interessant, zu vernehmen, welche große Rolle er in der anzustrebenden Reform unserer Zustände den Frauen zuweist. Mit besonderem Nachdruck wendet sich Wulckow schließlich einem Punkte zu, der ihm von seinem Standpunkt aus besonder- naheliege: der Auswahl der Leiter unb Leiterinnen von Mädchenschulen. Er verlange ein um Vieles sorgfältigeres Vorgehen. „Die Staatsprüfung ber Lehrer unb Lehrerinnen bekümmert sich heute eigentlich nur um bas Maß ber erworbenen Kenntnisse - auf eine Würbigung der Gemüths- und Charaktereigenschaften, die ja durch eingehende informatorische Gespräche erforscht werben könnten, legt bie Prüsungsconr- mission anscheinenb keinen Werth, unb so kommt eine große Zahl von Lehrern unb Lehrerinnen ins Amt, bie ihr recht- R “ «»schere Bnttergewinnung. Die Butterabscheibung aus der Milch geht, laut „Trop. Agricuik/', bedeutend schneller vor sich, wenn man in die Milch beim Buttern, sowie sich Butterkügelchen abzuscheiden beginnen, eine Hand voll oder mehr Salz etnwirst. Unterhaltungen in Bad-Nauheim von Sonntag den 17. Juni bis Freitag den 22. Juni. Sonntag den 17. Juni, Nachmittags von 4 bis 6'/- Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Tanz. Montag den 18. Juni, Nachmittags von 4 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr tm Saale: Theatervorstellung. Gastspiel des König!. Hofschauspielers Herrn Emil Richard vom Hoftheater in Stuttgart. Hanne Nüte. Dienstag den 19 Juni, Nachmittags von 4y2 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Doppel-Concert des süddeutschen Männer-DoppebQuartetts der Großh. Hofoper zu Karlsruhe und der Kurcapelle. Abends 8 Uhr tm Saale: Theatervorstellung. Letztes Gastspiel des Herrn Emil Richard. Der Herr Senator. Mittwoch den 20. Juni, Nachmittags von 4 bis 5 Uhr: Concert und von 6 bis 8 Uhr: Sinfonie-Concert der Kurcapelle t'auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Gastspiel der Herzog!. Metningen'schen Hosschauspielerin Fr!. Erhardt: Der Hüttenbesther (le maltre de forges). Donnerstag den 21. Juni, Nachmittags von 4 bis 6V, Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terraffe. Abends 8 Uhr im Saale: Wohl- thätigkeits-Concert zum Besten des hiesigen Kurhosvitals für Arme, veranstaltet von Kurgästen (Dilettanten); zwei Fr!. B. aus Darmstadt, Frl. van Oordt aus Haag, Herrn Premterlieutenant Selzam aus Butzbach und der Kurcapelle. Freitag den 22. Juni, Nachmittags von 4 bis 6y2 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurcapelle. Der Bettelstudent. Schrffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 14. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Lahn, Capt. H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 5. Juni von Bremen und am 6. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 14. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampser Dresden, Capt. A. v. Cöllen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 31. Mai von Bremen abgegangen war, ist gestern, 1 Uhr Nachm., wohlbehalten in Baltimore angekommen. Verimischter. * Das Wachsthum der Kinder. Eine Reihe von Beobachtungen, die man in England über das Wachsthum der Kinder angestellt, hat, wie die „N. Zür. Z." berichtet, eine Anzahl bemerkenswerther Resultate geliefert. Bis zum Alter von elf oder zwölf Jahren waren Knaben größer als Mädchen. Dann übertrafen für die nächsten paar Jahre die Mädchen die Knaben an Gewicht und Größe, bis schließlich das Gewicht dauernd umgekehrt wird. Die Söhne nicht arbeitender Eltern sind größer und schwerer, als die von Arbeitern. Knaben machen drei deutlich unterschiedene Perioden des Wachsthums durch: ein mäßiges Wachsthum im sechsten und siebenten Jahr, ein schwächeres vom neunten bis zum dreizehnten Jahr und ein starkes vom vierzehnten bis zum sechszehnten Jahr. Von Ende November bis Ende März wachsen Kinder nur wenig, stark dagegen von März bis August, ohne daß indeß das Körpergewicht zunimmt; und beträchtlich an Gewicht, wenig hingegen an Größe nehmen sie von August bis November zu. Frühreife Kinder sind schwerer und geistig zurückgebliebene leichter als ein Durch- schnittskind desselben Alters. Das geistige Wachsthum der Kinder hält also offenbar mit dem körperlichen gleichen Schritt. So behauptet Dr. Stanley Hall in London, daß die meisten Kinder, die geistig zurückgeblieben, einen körperlichen Defect haben, der eben die Ursache ihrer geringeren geistigen Regsamkeit ist- und zwar findet Hall diesen Defect am Gehör. Er hat beobachtet, daß die allermeisten Kinder einfach deshalb mit ihren befähigter erscheinenden Kameraden nicht mitkommen, weil sie ein wenig taub sind. Reichard hat gefunden, daß zum Beispiel in Riga 22 Procent der Kinder das Ticken einer Uhr nicht weiter als auf zwanzig Fuß Entfernung hören konnten, während die übrigen es auf sechszig Fuß « l tT M Gart-nbode«- vor großer Trockenheit. Sobald es längere Zett nicht regnet, so entsteht für die meisten Gärten eine schlimme Calamität dadurch, daß der Boden so stark S daß selbst öfteres Gießen nicht genug hilft. Eine wesent- .AdMe und Erleichterung beim Begießen besteht nun nach dem ^Rhein. Gartenfr. in dem Bedecken des Bodens mit kurz gerottetem Dünger, Torfmull, Sägespänen, Chappe (Seidenabfälle) Häcksel oder sonstigen geeigneten Stoffen. Die Feuchtigkeit wird dadurch zurück- gehalten und der allzuraschen Verdunstung des Wassers ist vorgebeugt. Gemüsebeete werden vor der Pflanzung gleichmäßig mit diesem Material überdeckt. Bei Obstbäumen empfiehlt es sich, die Baum- scheiben damit zu bedecken. Diese mit geringen Kosten verbundene Arbeit sollte niemals unterlaßen bleiben. — SchimmelvertUgu«g in Kellern und Vorrath-- kammern. Die Schtmmeldtldung an den Wänden der Kellerräume, Vorrathskammern u. s. w. ist im hohen Grade nachtheilig für die dort aufzubewahrenden Kartoffeln, Rüben, Gemüse und sonstigen Lebensmittel und sollte der Schimmel von Zeit zu Zeit beseitigt werden. Hierzu eignet sich am Besten ungelöschter Kalk. Derselbe wird in Form eines feinen Pulvers mittels eines Blasebalges an die Wandungen des Kellers und in die Fugen und Ritzen geblasen oder auch mit der Hand gestreut. Die Wände müssen vorher naß gemacht werden. Der Kalk löscht sich mit dem den Kellerwandungen anhaftenden Wasser und tödtet hierbei alle Organismen. Am folgenden Tage werden die Wände abgewaschen und der Keller, resp. die Speisekammer gelüftet. Die Räume bleiben dann gewöhnlich zwei Jahre hindurch schimmelfrei. 7-,„^benSverficherungS-Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte Leipziger). Es sind vom 1. Januar bis Ende Mat 1894 2446 Versicherungen über 18432200 Mk. bean- tragt worden, 1 319 600 Mk. mehr als im gleichen Zeiträume des ,^is gestorben wurden in derselben Zeit angemeldet 312 Mitglieder, die mit 2 004 400 Mk. versichert waren. Der Versicherungsbestand stellte sich Ende Mai 1894 auf 60000 Personen «Ä Millionen Mark Versicherungssumme. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Ueber- schufse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt bie länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42 pCt. der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Versicherungen außerdem li/2p6t. der Summe der gezahlten Zusatz- pr atmen, was mit Rücksicht auf anderweite Auslastungen über diesen Punkt hier ausdrücklich heroorgehoben werden mag. Würde eine Dividende auf die Zusatzprämie nicht gezahlt, so wäre der Divi- dendensatz auf die ordentliche Jahresprämie noch wesentlich höher alS 42 pCt. Uebrigen nehmen müffen, glauben wir für erstere den Mittwoch und Samstag Nachmittag in Anspruch nehmen zu sollen. Alle Theilnehmer als solche würden sein Mitglieder des „Allgemeinen Spielvereins" und der einzelnen Sptelver- einigung, der sie im Besonderen angehören. Jede derartige Spielvereinigung müßte sich für die nöthigen Spielutensilien selbst sorgen- dem Allgemeinen Spielverein liegt die Sorge für Einhaltung der allgemeinen Organisation ob, insbesondere für die Pflege des Platzes, auf welchem eine feste, regensichere Hütte zur Unterbringung der Spielgegenstände zu errichten wäre, in der Weise, daß jede Vereinigung die ihr gehörigen Sachen wohl verschlossen aufbewahren könnte, und die Spieler ihre Kleidung, soweit nöthig, ablegen könnten. Zu Alledem würde es sich empfehlen, wie dies z. B. auch in Leipzig der Fall ist, einem oder zweien der städtischen Turnlehrer die Oberaufsicht, Schlüssel rc. zu übertragen. Dieselben müßten in der geeigneten Weise sich in die Mühen thetlen und würden sicherlich vom Vorstande des Ganzen stets befriedigende Unterstützung finden, wie auch Seitens der Spielleiter. Zum Schluffe sei noch eines betont. Die ganze Sache soll sein ein Werk zur Gesundheit- also muß auch den physischen Bedürfnissen Genüge geleistet werden. Aber um Gotteswillen errichte man nicht eine Erfrischungsstation, wie am Eisverein, wo wir es leider oft genug erlebt haben, daß kleinste und kleine, halbwüchsige Burschen einen Schnaps u. dgl. verabreicht erhielten- was wir brauchen ist ein Be- dürfnißort und Sorge für einen Trunk erfrischenden Wassers! Andere Erfrischungen, wie Brod, Obst u. dgl. bringt sich Jeder selbst mit, soweit er dessen sich bedürftig hält. Sp. Entfernung noch vernahmen. 30 Procent aller Schulkinder in Europa haben ein normales Nervensystem. In London wurden die Schulkinder unlängst auf ihre Zähne hin untersucht, und nur 26 Procent wurden ohne ernstlichen Defect gefunden. Ferner stellte eine englische Commission fest, daß die Kinder in Pensionaten weniger gesund find als die im Elternhaus verbleibenden. In Boston wurden die Elementarschüler von tactvollen und erfahrenen Schulmännern über ihr Anschauungswissen ausgefragt. Es ergab sich, daß 14 Procent dieser sechsjährigen Knaben niemals die Sterne gesehen und überhaupt keine Ahnung von ihnen hatten- 35 Procent waren niemals auf dem Lande gewesen- 20 Procent wußten nicht, daß die Milch von Kühen käme, 55 Procent gar wußten nicht, daß hölzerne Gegenstände von Bäumen herrührten. 13 bis 15 Procent kannten nicht die Namen der Farben Grün, Blau und Gelb- 47 Procent hatten niemals ein Schwein gesehen, 60 Procent nie ein Rothkehlchen- 13 bis 18 Procent wußten nicht, welches ihre Backe, ihre Stirn, ihr Hals sei, und noch weniger wußten etwas von Ellbogen, Handgelenk, Rippen u. s. w. Ueber ihre religiösen Vorstellungen wurden sie auch gefragt. Es gab Antworten wie: „Gott ist ein großer blauer Mann, der aus großen Eimern den Regen schüttet, die Wolken zusammenklopft, um Donner zu machen, die Sonne und den Mond zu Bette bringt, die tobten Menschen, Vögel und selbst die zerbrochenen Puppen zu sich nimmt, die kleinen Kinder austheilt und mit dem heiligen Klaus nahe verwandt ist." Vom siebenten bis zehnten Jahre beginnen die Zweifel an den bisherigen Vorstellungen und erreichen im dreizehnten und vierzehnten Lebensjahr ihren Höhepunkt, um später uachzulassen. * Der Verein Berliner Zahnärzte hat sich dem Magistrat gegenüber bereit erklärt, regelmäßige Zahnuntersuchungen der Schulkinder auszuführen, wie derartige Untersuchungen u. A. schon in den preußischen Kadettenhäusern, in Pariser und auch in englischen Schulen veranstaltet werden. Der Verein hofft dadurch etwas zur Hebung der Volksgesundheit bcizutragen. * Die 6000. freiwillige Feuerwehr hat im vergangenen Monat bei dem Landes < Feuerwehrbureau des bayerischen Landes-Feuerwehrverbandes ihre Gründung angezeigt. Gegen 300,000 Mann stark stehen nun die bayerischen Löschcorps bereit, „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr". DaS Königreich Bayern überragt bezüglich des Feuerlöschwesens alle anderen Staaten der Welt. Technische Fortschritte. ~ Firnißanstriche auf Holz zu erneuern. Um alten firniß von Holzgetäseln u. s. w. zu entfernen, welcher sich fest in das Holz eingesogen hat und so hart geworden ist, daß man ihn mit Terpentin nicht mehr erweichen kann, und der doch auch mit einem Stein nicht abzuschleifen ist, thut man am besten, leicht mit Ammoniakspiritus darüber hinzufahren. Man darf hierbei aber das Ammoniak nicht zu lange auf dem Firniß stehen lassen, ehe man das Schabeisen in Anwendung bringt, da sich dasselbe sonst leicht durchfrist und den unteren Anstrich angreift. Der Zweck der Anwendung von Ammoniak ist lediglich der, den eingezogenen Firniß- anstrich zu entfernen. Nachdem dies geschehen ist, wäscht man ben Gegenstand mit Kasttlseife und Wasser ab, worauf man ihn einige Stunden lang stehen läßt, damit sich der untere Anstrich wieder erhärte. Später ist er wieder mit Bimstein und einem Lappen leicht abzureiben, und kann bann von Neuem gefirnißt werben. Um einer möglichen Wiederholung des Einsressens vorzubeugen, ist es zweckmäßig — falls die Zeit es gestattet, — den Gegenstand mit einer nur leichten Brühe von Reibfirniß zu überfahren. — Ersatz der Steinkobrenheizung auf Locomotiven dnrch Naphtaheizung. Da in Rußland das Naphta ober russische Petroleum sehr billig ist, so hat man dort schon vielfach Versuche gemacht, Dampfmaschinen mit Naphta zu Heizen und nach einem neueren Berichte beginnt die Naphtaheizung der Locomotiven in Rußland Eingang zu gewinnen. Nachdem sie auf der 781 Werft langen Koslow-Woronefch-Rostowbahn eingeführt worden ist, sollen auch die Südwestbahnen (etwa 2100 Werst) diese Heizung erhalten. Dies läßt darauf schließen, daß die Naphtaheizung sich bewährt. Ein Hauptvortheil der Naphtaheizung der Locomotiven besteht darin, baß die Locomotiven nicht bie schwere Steinkohlenlast mit sich zu schleppen brauchen, also die Locomotiven, resp. Tender leichter werden. schaffen Theil gelernt haben mögen, aber die nöthigen Eigenschaften entbehren, die einen segensreichen Einfluß auf die Bildung des inneren Menschen verbürgen. Ganz besonders müßte man bei den anzustellenden Leitern öffentlicher Mädchenschulen nicht nur auf das wissenschaftliche Prüfungszeugniß, sondern sehr viel mehr auf die Gemüths- und Charakteranlage, auf die Eigenart des Bildungsganges und die Lebensformen der Persönlichkeit sehen. Es wäre ja eine herrliche Sache, wenn die wissenschaftliche Bildung allein dem Direktor alle jene Eigenschaften geben könnte, die ihm in seinem verantwortungsvollen Berufe eigen sein müssen- aber so liegt die Sache ganz und gar nicht. Die Universität kann ihm nur das wissenschaftliche Rüstzeug für den Unterricht bieten - für bic taktvolle und feinfühlige Behandlung und Leitung der Mädchen, für die milde und feste Sicherheit seines Wesens, für seine Frische und geistige Beweglichkeit, für seine innere Wärme, seinen guten Geschmack und seine gesellschaftlichen Formen kann sie keine Bürgschaft übernehmen. Man kann aber recht wohl ein wissenschaftlich durchgebildeter Lehrer, ein Pflichttreuer und thatkräftiger Mann, ein geschulter und erfahrener Pädagog und dennoch ein völlig ungeeigneter Leiter emer Mädchenschule oder einer Lehrerinnen-Bildungsanstalt sem. Nicht nur die preußischen, sondern auch die außerpreu- ßtschen oberen Schulbehörden und Stadtvorstände find in der Wahl ihrer Mädchenschuldirektoren oft recht wenig glücklich gewesen- es kam ihnen anscheinend nur auf das amtlich beglaubigte Wissen, nicht auf die oben genannten Eigenschaften an. Ohne dieselben kann aber an eine gedeihliche Entwickelung der tn der Mädchenseele ruhenden Anlagen und Keime gar nicht gedacht werden. Es ist keine bloße Phrase, wenn man von dem Direktor etwas „Weibliches" verlangt, nämlich in dem Smne Weibliches, daß er Mädchensinn und Mädchenart verstehe und mit den empfänglichen jungen Seelen empfinden kann- und dazu gehört eben eine reichere Empfindungsart ohne Sentimentalität, eine gewisse Anpassungsfähigkeit der Seele, die keineswegs Entschiedenheit und Energie ausschließt, sodann eine unbedingte Lauterkeit des Herzens. Ein hohes Ideal, das Wulckow hier aufgestellt hat. Und Niemand wird es ihm bestreiten, wie ernst und eifrig er ihm nachgestrebt. Aus dem „Zeitgeist". Hnroerfitäts - Nachrichten. — In Jena beträgt bie Zahl ber ©tubenten unb Hörer 728 gegen 706 im Wintersemester; davon gehören ber theologischen Facultät an 73, ber juristischen 150, ber medicinischen 106, ber philosophischen 245. — Die Universität Kiel zählt in biefem Semester 610 Stubirenbe, 70 in ber theologischen, 94 in ber juristischen, 331 in ber mebicinischen, 115 in ber philosophischen Facultät. — Sonn wirb von 1391 Stubirenben besucht; bavon gehören an ber kath. - theologischen Facultät 206, ber evang. - theologischen 83, ber lurtstischen 336, ber mebicinischen 248, ber philosophischen 518. — Basel. Die Gesammtzah! ber Stubirenben beträgt 442. 83 Theologen, 55 Juristen, 158 Mebiciner, 146 Philosophen. Aus ber Schweiz stammen 346, aus bem deutschen Reich 66, aus Oesterreich- Ungarn 12, Frankreich 3, Rußland 8, Bulgarien 3. Unter ben Mebicinern befinden sich 3, unter den 92 nicht immatricultrten Zuhörern in ber philosophischen Facultät 10 weibliche Stubirenbe. — Lausanne: Seitdem im Sommer 1891 unsere Academie sich zu einer vollen Universität gestaltet hat, scheint sie einen sehr kräftigen Aufschwung nehmen zu wollen. Sie zählt gegenwärtig 462 tmma- triculirte Studenten, nachdem sie in ben letzten 6 Semestern von Ostern 1891 ab 277, 288, 336, 349, 379 unb 416 gezählt hatte; aus ber Zeit vor 1891 ist uns nur bie Frequenz von 1886 bekannt, damals waren es nur 177. Von ber Gesammtzah! ftnb 50 in ber theologischen, 165 in ber juristischen, 100 in ber mebicinischen, 43 in ber philosophischen unb 104 in der naturwissenschaftlichen Facultät eingeschrieben. Der Nationalität nach überwiegen die Ausländer: 237 gegen 225 Schweizer. Lausanne wirb eben vielfach von Ausländern, namentlich von Deutschland aus — dieses iff allein mit 124 vertreten — besonders auch zur Uebung im Französischen, ausgesucht. , Verkehr, Ca«0< nrr- Volkswirthschaft» ,, — 3«r Erzielung einer reiche« Kartoffelernte. Eine reiche Kanoffelernte ist bekanntlich nicht nur an sich ein Segen für die Lanbwirthe, sondern eine solche hat auch den Vorzug, daß man durch sie manche Ausfälle in ber Futter- unb Getreideernte ausgleichen kann, alle Lanbwirthe sollten beshalb bemüht sein, diejenigen Bedingungen zu erfüllen, welche einen solchen Ertrag der Kartoffelernte begünstigen. Es gehört dazu tn erster Linie bie Aussaat vorzüglicher nicht entarteter Kartoffelsorten, von benen zumal Magnum bonum, Imperator, Phöbus unb Morphy zu empfehlen sinb. Ferner ist von größter Wichtigkeit, baß bas Kartoffellanb gut gedüngt wirb, ba dadurch ber Ertrag nahezu verboppelt wirb, wie ein Versuch in Englanb bewies. Gerabezu frappant klingen biefe Resultate, welche hierüber in Englanb im Almoick-District, erzielt worben sinb. Bei einem Stücke Versuchslanb ergab sich bort, wie ein Bericht im „Hbg. Corresp." besagt, baß ber Morgen bei gänzlichem Mangel an Dünger 6 t 3 Ctr. Kartoffeln geliefert hatte, was bei 50 Mk. Preis per Tonne 307 Mk. Gelbwerth barstellt. Eine Düngung van 12 Ctr. Kainit, Salpeter, Phosphat (tm Gemisch) mit 60 Mk. Aufwand steigerte aber ben Ertrag auf 11 t pro Morgen unb brachte ben Brutto-Ertrag um 250 Mk. höher, so baß nach Abzug ber 60 Mk. Düngerkosten 190 Mk. Gewinn pro Morgen von ber chemischen Düngung verblieben. Aus bie Gesammtheit ber Fläche, welche in Englanb mit Kartoffeln bestellt wirb, übertragen, rechnet ber Verfasser tm „Hbg. Corresp." 180 Millionen Mark Mehr-Erträgniß heraus. — Schafzucht und Wollproduction in de« Bereinigten Staaten Amerika-. Die Statistiker des Ackerbauministeriums in Washington berechnen die Zahl ber Schafe, die im Jahre 1892 in Norbamerika gemeibet haben, auf 44 938 365 Stück im Gesammt- werth von 116121290 Dollar unb bie Schur besfelben Jahres auf 294 Millionen Pfund Wolle. Für das Jahr 1893 hat Major Brock, der frühere Vorstand des statistischen Büreaus, ben Bestaub ber Schafe aus 47 273 553 Stück im Werthe von i 125 999 264 Dollar geschätzt unb eine Schur von 310 Millionen Pfunb Wolle herausgerechnet. Um an biefe Zahlen einen Maßstab anlegen zu können, bat der Agriculturbericht zugleich eine Schätzung ber Gesammtfchur der ganzen Welt aufgestellt und diese zu 2250 Millionen Pfund Wolle angegeben. Aber trotz der großen eigenen Wollprobuction Norb- amerikas wird doch auch noch viele Wolle, zumal billige amerikanische, und ganz feine englische, französische unb beutsche nach ben Vereinigten Sraaten eingeführt. bei kost Das uungen / 1, Cctobi Nach herigen Zei eingetragen dein Kaiser rolle angeir Eintragung anzusehen i eingetragen -weröen. D ber ihm na eine Samm lichen Frch Wir welche eine Renten aus zum Eintra- jbe§ Gesetzes Vermerk, ok hader anges unterzeichne Gie MEY, ä cbm Ms beladen. K« Gail’scli * I Von Baue 17 Conrad. Zui Rollladen* An L«°dnett, Landkarten UndMdan,| W erh w. Herr empfiehlt zi A. Q6 btttt,mrtften u0 üllft, g,fo ftort WJyhii ns mit fif** bem M5De S5da8 'aöy« Waffnsm« iirück- NZR Äft ; K “4 ;ä«; Lr-?.r S>™*£ä % w 8tihig, auf ooml.^anutt .ßleidjtn 3eihaumt bei 2« Zeit angandbd Wt waren. Tn auf 60000 ißalontn ,Bei btt allen »tnbebnWtren betragt gerungen Im laofaibm c und bei atigrfürilm e der gejaulten Zusatz- eslasiungtn über bitten m mag. Mtbt eine lt. io matt btt Divi- oä) wtienllid) höhn all ritte. erneuern. Um alten ttn, weither ftd) Ich ta btn ist, daß man ihn und btt doch aud) mit n am dchtn, leid)! mit n darl htnbti aber bal leben lassen, ehe man sich baSfelbe sonst leicht Str 3®t(t der An- t eingejwntn 5W • ist, wäscht man den im\ tNxn Mine DMH toitbet unb einem Kapptn leicht nlfet wetben. Um einer nubtugtn, ist es zwtck- i Gegenstand mit einer ihren. 4 auf Loeomottv« । das Ülapbta oder ris bart schon vielfach a zu Heizen unb nach Heizung der Socomottom n sie auf der <81 M führt niorben ist. 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Nach § 4 Absatz 1 des neuen Gesetzes wird die Eintragung versagt, wenn das angemeldete Zeichen als ein Freizeichen anzusehen ist; nach § 24 c. e. findet diese Vorschrift auch auf die bereits eingetragenen Waarenzeichen Anwendung, falls dieselben neu angemcldet werden. Das Kaiserliche Patentamt in Berlin beabsichtigt, für die Zweckes der ihm nach § 2 ff. 24 c. e. obliegenden Vorprüfung der Anmeldungen ‘ eine Sammlung der im diesseitigen Interessengebiete im Verkehr befind-' Uchen Freizeichen durch unterzeichnete Behörde zu veranstalten. Wir fordern daher unter Hinweis auf die bedeutenden Nachthcile, welche eine Versäumung der Anmeldungspflicht im Gefolge hat, alle Inter-1 essenten auf, ihre sämmtlichen Marken, sowohl die überhaupt noch nicht! zum Eintrag gekommenen, als auch diejenigen, welche bereits in Gemäßheit Les Gesetzes vom 30. November 1874 angemeldet worden sind, mit einem Vermerk, ob dieselben als Freizeichen oder als Eigenthum der betr. Inhaber angesehen werden sollen, spätestens bis zum 15. Juli l. I. an die unterzeichnete Behörde gelangen zu lassen. Gießen, den 12. Juni 1894. 4928 Grostherzogliche Handelskammer. ________________________I. V.: R. Scheel. Herren- und Knaben Strohhüte empfiehlt zu billigsten Preisen 4031 * A Fangmann Wtwe., Baimliosllr. 29.! Ang. Kilbinger |i Geschirr- und Wagenfabrik Giessen, Deltersweg 19 empfiehlt Luxus - Wagen und Geschirre aller Art zu den billigsten Preise«. Verputz- Mauersand A cbm Mk. 1.— Jeder Wagen durch neueste Vorrichtung in 2 Minuten beladen, Keine Pfcrdequälerci, Chaussee vom Verladeplatze ab. 3350 Gail’sclie Danipfziegelei und Tiionwaarenfahrik. MEY’s Stoffwäsche o Fabrik LEIPZIG-PLAGWITZ aus der MEY& EDLICH, Königl. Sächs. Hoflieferanten. Eleganteste, praktischste Wäsche, von Leinenwäsche nicht zu unterscheiden. Billiger als das Waschlohn leinener Wäsche. A/irV . Jedes Stück trairt den Namen * IVI L Y * und die Handelsmarke vb— Vorrathig in Giessen bei: Ernst Balser. 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Begünstigt vom prächtigsten Wetter feierte der Hassia-Verband gestern sein Bezirksfest und gleichzeitig mit dem Lollarer Veteranen- und Kriegerverein „Ludwig zur Treue" das schöne Fest des 50jährigen Bestehens genannten Vereins. Bereits am Samstag, (Vorabend,) begann man mit der Einleitung zum Feste, indem um 7210 Uhr Zapfenstreich und Zug der einheimischen Vereine durch den Ort stattfand. Die Kameraden versammelten sich alsdann im „Schwanen" zum gemüthlichen Beisammensein. Sonntag Morgens 6 Uhr wurde Reveille geschlagen. Zwischen 11 und 1 Uhr fand der Empfang der verschiedenen Vereine und Gäste statt. Während dieser Zeit concertirte die Capelle des Marburger Jägerbataillons auf dem Festplatze. Hierauf ordneten sich etwa 40 Vereine, zwei Musikcapellen und zwei Tambourcorps zum Festzuge, welcher um 2i/2 Uhr seinen Anfang nahm und sich durch den ganzen festlich geschmückten Ort nach dem Festplatz an der Gießener Straße bewegte. Die Theilnehmer an dem Festzug wurden aus den Fenstern von den Dorfschönen mit zahlreichen Blumenspenden bedacht. Auf dem Festplatz begrüßte Herr Bürgermeister Geißler Sie Gäste mit herzlicher Ansprache, der Bitte Ausdruck gebend, daß dieselben mit dem Wenigen, was Lollarer Verhältntsie bieten können, fürlteb nehmen möchten. Dem gegenüber kann man nur sagen, daß die Lollarer im Verhältniß zu größeren Orten Großartiges geleistet haben, ihre Gäste würdig zu empfangen und denselben eine angenehme und abwechselnde Unterhaltung zu der schaffen. — Hierauf ergriff der Vorsitzende des LollarerVeteranen- und Kriegerveretns, Herr Lieutenant der Reserve Baumann, das Wort. Derselbe erläuterte in einer längeren Rede die Ursache der Gründung des vor 50 Jahren ins Leben gerufenen Lollarer Veteranen- und ®riegerberein5, sowie den Zweck der Kriegervereine überhaupt. Redner gedachte namentlich des Gründers und langjährigen Vorsitzenden des Lollarer Vereins, Herrn Steuereinnehmer Leo, welcher schon längst nicht mehr unter den Lebenden weilt, mit warmen Worten. Hierauf verlas Herr Baumann folgendes Telegramm: „Dem Lollarer Veteranen- und Kriegerverein „Ludwig zur Treue" lassen Seine Kgl. Hoheit der Großherzog zu seinem 50jährigen Stiftungsfest bestens gratuliren. Washington, 17. Juni. Der Senat nahm den Artikel der Tarifbill über Wollstoffe mit einigen von den Republikanern beantragten Abänderungen an. Ueber Rohwolle ist noch nicht abgestimmt worden,- da aber der Senat am Freitag es abgelehnt hat, einen Zoll auf Rohwolle zu legen, so dürfte dieselbe zollfrei bleiben. Rom, 16. Juni. Einem der Geschworenen aus dem Banca-Romana-Processe wurde ein Brief folgenden Inhalts zugesandt: „An die Herren Geschworenen! Nach Verurtheilung unseres Defelice versichert man uns, daß Ihr die Frechheit besitzen werdet, Taulango und Lazzaroni freizusprechen. Seht Euch vor! Wir wissen Eure Namen und Wohnungen und werden Euch vernichten, wenn Ihr Euch solcher Infamie schuldig macht. Die Anarchisten Roms." Madrid, 16. Juni. Der Senat berieth gestern über die Haltung der zur Prüfung des deutsch-spanischen Handelsvertrags eingesetzten Commission, welche durch die eingeleitete Enquete ihre Arbeiten hinauszieht und keinen Bericht erstattet. Mehrere Senatoren beschlossen, nach der Sitzung einen Antrag einzubringen, wonach der Regierung das Vertrauen des Senats ausgedrückt wird. — Nach glaubhafter Annahme wird die Regierung demnächst das Parlament schließen. Petersburg, 16.Juni. Eine ungeheure Waffen- und Munitions-Niederlage wurde im Kaukasus entdeckt, welche für den Ausbruch einer Revolution in Rußland vorbereitet war. Zahllose Verhaftungen fanden statt. Petersburg, 16.Juni. Der Großfürst-Thronfolger voni Rußland hat am vergangenen Freitag seine angekündigte Reise nach England von Petersburg aus angetreten. Der hohe Gast wird nach seiner Ankunft dem Prinzen und der Prinzessin von Wales einen Besuch auf Sandringham abstatten und sich dann nach Walton begeben, wo der Großsürst- Thronfolger Aufenthalt nimmt; später wird er bei Hofe mit seiner Braut, der Prinzessin Alix von Hessen, zusammentreffen. Der Besuch des russischen Thronfolgers auf englischem Boden ist also zunächst rein privater Natur, immerhin wirft der Vorgang auf den gegenwärtigen Stand der politischen Be- ! ziehungen zwischen England und dem Czarenreiche ein recht freundliches Licht. * -•*-« - Petersburg, 16. Juni. Cholera°Bulletin'"vom 3. bis 9. Juni: In Warschau 15 Erkrankungen und 9 Todesfälle, in Gouvernement Warschau 45 bezw. 21, in Podolien 2 bezw. 1, in Radom 5 bezw. 4, in Tula 8 Erkrankungen, in Petrikau 1 Todesfall. In Kowno sind keine neuen Erkrankungen und auch keine Todesfälle vorgekommen. In Plotzk kamen vom 27. Mai bis 2. Juni 30 Erkrankungen und 17 Todesfälle vor. Sofia, 16. Juni. Prinz Ferdinand und seine Gemahlin wurden, wie „Agence Balcanique" meldet, auf ihrer Reise durch Ostrumelien überall auf das Herzlichste empfangen. Auf der ganzen Strecke von Vakarel bis Seimen hatten sich zahlreiche Bewohner der umliegenden Ortschaften eingefunden, um dem Prinzen als Dank für den Ministerwechsel ihre Huldigungen darzubringen. In Eskizagra und Kazanlik, wo ein längerer Aufenthalt genommen wurde, war die Begeisterung besonders groß. Die Fahrt durch das Rosenthal war von herrlichem Wetter begünstigt. Belgrad, 16. Juni- Der amtliche Saaten stand- Bertcht lautet günstig. Tanger, 16. Juni. Der junge Sultan Abdul Aziz soll in kurzer Zeit an der Spitze einer Truppenabtheilung durch das Land reisen, um sich von allen Stämmen und deren Häuptlingen persönlich huldigen zu lassen. Berlin, 16. Juni. Heute Vormittag fand im Lustgarten zu Potsdam die Feier des 150jährigen Jubiläums des Garde-Jägerbataillons statt, welcher der Kaiser und die Kaiserin beiwohnten. Der Monarch hielt j eine Ansprache, in der er die Verdienste des Bataillons hervorhob. Nach einer Dankrede des Obersten Graf v. d. Goltz fand ein Parademarsch statt, sodann ein Frühstück im „Langen Stall", wobei der Kaiser einen Toast auf das Wohl der deutschen Jäger ausbrachte. Karlsruhe, 16. Juni. Die anläßlich der jJahresver- sammlung des Vereins deutscher Gas- und Wasserfachmänner stattfindende Ausstellung von Gas-und Wasserapparaten wurde heute eröffnet. Ausgestellt haben etwa 70 hervorragende deutsche Firmen. iff Ausland. Wien, 16. Juni. In dem kirchenpolitischen Kampfe in Ungarn ist also das Ministerium Wekerle dem Oberhause gegenüber vorläufig Sieger geblieben. Indessen muß sich das Cabinet mit der clericalen Opposition des Oberhauses in Sachen des Civilehegesetzes doch noch einmal messen, und wie die zweite entsprechende Abstimmung des Magnatenhauses ausfallen wird, das läßt sich noch keineswegs mit Sicherheit beurtheilen. Die Verhandlungen zwischen der Regierung und der Opposition des Oberhauses zur Herbeiführung von Com- promißvorschlägen dürften als gescheitert zu betrachten sein, da sich das Ministerium Wekerle zu keinen wesentlichen Zugeständnissen verstehen wollte. — Im Abgeordnetenhause wurde am Donnerstag und die nächstfolgenden Tage über die Valutavorlagen berathen, über das Resultat ist noch nichts bekannt. Mährisch-Ostrau, 16. Juni. Die Arbeiten zur Bergung der Leichen in den Kohlengruben „Franziska" und „Johann" mußten eingestellt werden, da noch fortwährend Explosionen stattfinden. Die Zahl der Verunglückten beträgt über 200. Als Ursache der Explosion nimmt man an, daß bei Sprengungen von Seiten der Arbeiter nicht die nöthige Vorsicht beobachtet wurde. Karwiu, 16. Juni. Gelegentlich der heutigen Lohnzahlung konnte die Zahl der bisher Vermißten constatirt werden. Auf dem östlichen Betrieb sind 49, auf dem westlichen 176 Mann abgängig, im Ganzen 225, davon sind 137 verheirathet. Bei der Rettungsaction verunglückten 20 Personen. Die Versorgung der Hinterbliebenen erfolgt aus den Bruderladen, die mit jährlich 15,000 Gulden in Anspruch genommen werden, es wird aber ein staatlicher Zuschuß erfolgen müssen. Ueberdies erklärte Graf Larisch, daß er für die Hinterbliebenen ausgiebigst sorgen werde. Die Theilnahme anläßlich der Katastrophe ist ungeheuer. Der Kaiser gab in einer Depesche an den Grafen Larisch seinem Schmerze über das Unglück Ausdrucks Troppau, 16. Juni. Infolge des Grubenunglücks im Mährisch-Ostrauer Revier sind mehr als 4000 Bergarbeiter für längere Zeit brodlos geworden. Ehe der Brand gelöscht ist, die Gruben ventilirt und in brauchbarem Zustande sind, werden voraussichtlich drei Monate vergehen. Paris, 16. Juni. Auf dem Boulevard Montmartre entstand gestern Abend eine große Panik infolge einer Explosion. Es stellte sich heraus, daß ein Pferdebahnwagen eine auf die Schienen gelegte Petarde zum Platzen gebracht hatte. Verletzt wurde Niemand. Paris, 16. Juni. Infolge der durch die Publicationen des „Figaro" bezüglich eines Jnterwiews seines Correspondenten in der Kammer heroorgerufenen Zwischenfälle veröffentlichte dasselbe Blatt gestern einen sensationellen Artikel, in dem klargelegt wird, daß zwischen den Republikanern und der Armee eine inftinctive Unverträglichkeit bestehe; der Name „Republikaner" sei das Gegentheil von „Soldat". Als ein guter Soldat zu gelten, wäre für die Demokratie dasselbe, wie „ein schlechter Bürger" zu sein. — Die republikanische Presse richtet heute scharfe Angriffe gegen den „Figaro", sucht bcffen Behauptungen jede Berechtigung abzusprechen und I meint, die republikanische Armee habe in der Geschichte die I glänzendsten Beweise der Tapferkeit geliefert und werde eventuell heute noch bereit fein, ihre Leistungsfähigkeit zu zeigen. Paris, 16. Juni. Als gestern in Amiens zwei zum Tode verurtheilte Verbrecher, die vom Präsidenten begnadigt worden waren, zum Justizpalast Überführt wurden, um dort die Verlesung der Begnadigungsdecrete anzuhören, rotteten fich etwa 1000 Personen zusammen, die die Verbrecher mit Messern und Steinen bewarfen. Ein GenSdarm wurde dabei verletzt. Militär mußte die Menge auseinandertreiben. Zum -um den r Mitglieder mit Sitz Herr Pro eine kurze nnt> Ueich, der Reier Zeit von mitmachte geblieben Präsidium derselbe i; vom Präs Sogt Wido den zweite den drittel Veteranen betrat He^ die Trtbiü große Mü gestalten ui aus. — T capellen I Abend wu Tanzboder prachtvolle ein Fackeli Vereins ES war lustigungs! spät Nacht von 3 Uhl H. 2l Ihrer Mit Vogelsberg und Inger Nebenbahn berichten, md die Li Fragen Q heim? o nunmehr z beruhigen Bahn ech der dieses besonders steigerunge hohe Preis bPhlt, j! Futters. Falle 17- Apr/l den Gentner 181 früheren I bei den La immer nock F. Ä Versteigere der Futter die meisten preisen tntf Betzenrod gesunden, etwas über Petershaine Man kann Kohden Schöten Wa zum Bürgei H. Lied Prit Darm urtheilte die ihren ungetj "nd darauf ^gen versu mildernder l Paris, 16. Juni. Der belgische Capitän Jaques traf in Port Said, aus dem oberen Congogebiete kommend, ein und berichtete, daß fich die Deutschen vorbereiten, ihre Gebiete am Tanganhka-See zu besetzen. Sie haben bereits ein Kanonenboot auf dem See stationirt. Toulou, 16. Juni. Im hiesigen Theater brachen gestern Abend Stud ent en-Unr uh en aus. Nachdem die Polizei eine größere Anzahl Studenten verhaftet hatte, drangen mehrere der Tumultuanten plötzlich auf die Polizisten ein und mißhandelten dieselben, befreiten die Verhafteten und zertrümmerten das Theaterinventar. London, 16. Juni. Das englische Oberhaus lehnte in seiner Freitagssitzung die Vorlage, welche die Ehe mit der Schwester der verstorbenen Frau für gtltlg erklärt, zum zehnten Male ab. Rom, 16. Juni. Heute Nachmittag 4 Uhr gab ein unbekanntes Individuum an der Ecke der Via Tritore und Capo le Oase einen Revolverschuß auf den Ministerpräsidenten Crispi ab, welcher in seinem Wagen zur Kammer fuhr. Die Fensterscheiben wurden zertrümmert. Crispi blieb unverletzt. Der Attentäter, welcher den Schuß aus nächster Nähe abgegeben hatte, wurde sofort verhaftet. — Als Crispi nach dem Attentat die Kammer betrat, erhoben sich alle Anwesenden, auch die Soclallsten, von ihren Plätzen und be- . Danzig, 17.Juni. Der 12. öffentliche Congreß für erziehlich e Knaben-Hand arbeit wurde heute Mittag 12 Uhr unter zahlreicher Betheiligung von Danzig und Westpreußen durch den Vorsitzenden Abgeordneten v. Schenckendorf mit Hinweis auf die Entwickelung und Bedeutung des Arbeits- Unterrichts eröffnet. Es begrüßten den Congreß Ober- prasident und Staatsminister v. Goßler, Oberbürgermeister Dr. Baumbach, Geheimrath Brandt Namens des preußischen Kultusministeriums und Geheimrath Rumelin als Vertreter des anhaitischen StaatsministeriumS. Abgeordneter.Gothein- Breslau und Landesrath Schmedding sprachen über den deutschen Arbeits-Unterricht in seiner volkserziehlichen jBe- beutung unb Lehrer Kall-Gera über ben Handfertigkeits- Unterricht in seiner Anpassung an bie länbllchen Verhältnisse. Nach einem Schlußwort von Dr. Götze-Leipzig würbe ber Congreß um 3 Uhr geschlossen. Antwerpen, 17. Juni. Der Präsibent ber beutschen Abteilung ber Ausstellung be Barry gab gestern Abenb ein Diner, an welchem ber Minister Graf von Merobe, der deutsche Gesandte Graf von Alvensleben und der Gouverneur der Provinz Antwerpen Baron Osy theilnahmen. De Barry toastete auf den König der Belgier. Der Minister Graf von Merode dankte den Deutschen in deutscher Sprache für die glänzende Betheiligung an der Ausstellung und brachte ein Hoch auf Se. Majestät den deutschen Kaiser aus. Paris, 17. Juni. Nach hier vorliegenden Nachrichten wird in Lima der Ausbruch einer Revolution befürchtet. Cöcak« ««- provinzielle«. Gießen, den 18. Juni 1894. ** Gießener Omnibus Gesellschaft. Am Freitag reiften: zwei Herren vom Vorstand behufs Einkaufs von Omnibussen nach Bernburg. Dieselben haben von der dorttgen Omnibus-Gesellschaft drei noch fast neue Wagen angekauft unb bürsten btefelben in ben nächsten Tagen hier eintreffen. Die Omnibusse enthalten zwölf Sitz- unb acht Stehplätze, letztere Vertheilen sich auf ben üorberen unb hinteren Tbeil bes Wagens. Angefahren. Eine Bauersfrau, bie sich am vorigen Samstag zum Wochenmarkt begeben wollte unb ihre Maaren in einem Korbe auf bem Kopf trug, würbe in ber Bahnhofstraße von einem Rabfahrer angefahren unb fiel mit bem Korbe hin. Der Inhalt des Korbes, Schmierkäse rc., flog auf der Straße umher und mußte der unvorsichtige Fahrer 4 Mark Schadenersatz leisten. Die Frau kam mit dem Schrecken davon. ** Landwirthe, gedenket der Hagelverficherung! Heute stehen Eure Felder noch in voller Ueppigkeit da — Ihr seid reich, morgen kann Alles durch das tückische Element zu Grunde gerichtet sein — viele von Euch werden arm! Darum gedenket Eurer Pflicht, sichert Eure und Eurer Lieben Existenz, soweit es in Euren Kräften steht! ** Bon im Großherzoglhnm Heffen lebenden Erfindern wurden in letzter Zeit u. A. Patente, wie folgt, angemeldet : Regelungsvorrichtung für Gasöfen: Eisenwerk Hirzen- Hain, H. R. Buderus in Hirzenhain, 31. Januar 1894. — In Gebrauchsmustern wurden u. A. lan Eintragungen vollzogen: An Sparren zu befestigende Scheere für Dachdecker', gekennzeichnet durch ein hebelartiges oberes und ein zurückspringendes unteres Messer: Aug. Montanus iun. in Gießen, 19. April 1894. ** Der Getreidemarkt. Das anhaltende Regenwetter der jüngsten Zeit, welches im Hinblick auf die völlige Reife der Saaten sehr unerwünscht kommt, hat auf den deutschen Roggenmarkt eine recht belebende Wirkung ausgeübt. Fast an allen Plätzen zeigte sich starke Kauflust für Roggen, so daß die Preise trotz umfangreicher Realisationen meist erheblich im Vergleiche zu denen der Vorwoche anzogen. Weniger profitirte Weizen von der neuen Haussebewegung, der fast allenthalben auf dem niedrigen Niveau der vorigen Woche verblieb, Hafer aber zeigte sogar eine entschiedene Verschlechterung. Bemerkenswerth ist, daß sich steigende Nachfrage nach Roggenmehl geltend machte. Preisnotirungen an der Berliner Productenbörse: Weizen per 1000 Kilogramm 128—142 Mk., Roggen 111—125 Mk., Gerste 90—165 Mk., Hafer 130—163 Mk. R«> ««f » werben. e„,Gebote sj 6e^6t«b d-, 51230fo Bü- Cabinetsrath Römheld." Darauf wurden von der Festversammlung folgende Telegramme abgesandt: 1. An Seine Kgl. Hoheit den Großherzog: „Zum fünfzigjährigen Stiftungsfest des Veteranen- und Kriegervereins „Ludwig zur Treue" versammelte Festgäste, Mitglieder des Hassiabezirks Gießen, der Gemeinde Lollar und Umgegend, entbieten ihrem hohen Protector in unwandelbarer Hessentreue untertänigsten Gruß, sich eins fühlend mit dem angestammten hohen Herrscherhause wie vor 50 Jahren bei Gründung des Vereins. Baumann, Vorsitzender." 2. An das Kaiserliche Civilcabinet in Berlin: „Die zur Feier des fünfzigjährigen Stiftungsfestes des Kriegervereins Ludwig zur Treue in Lollar versammelten Personen, Mitglieder der Hassia, Lollarer und preußische Vereine, sowie Gäste, entbieten Sr. Majestät ehrfurchts- vollen Gruß, unter dem Gelübde unwandelbarer Treue und Ergebenheit. Baumann, Vorsitzender." ' J*"»1 1894. Sjä ^9tn hin A°ust ' unb 2* **fa. ""* *ÖJi S’üJjft -Vh. erfäfc rc. ÄS.«“ SltTOÄ ®u«t Subeu (Srlftenj, h *fc ’ »■«Kentert,61w öl* Januar 1894. - ' ^'Jan Einttaaungw lbe.S-Heere für Dach: artiges oberes unb ch W Moritanus jun. ft haltende Regenwetter f ««f die völlige Reife .hat auf ben deutschen '"Ung ausgeübt. Aast Hust für Roggen, f° ifatlonm meist nheblich e anzogen. Weniger sfebewrgung, der fast Ln der vorigen Woche eine entschiedene &r sich steigende S* Preisnotiroogen :n per 1000 Mogramm Gerste S0-16vM, ssest des Haffta« chtigsten Wetter feierte Sfest und gleichzeitig mit bettln -Ludwig zur n Wtfttljtitf genannten •nb,) begann man mit a XV^ W ^\w nem durch den Ort leiten sich alsdann ii lsammeusetn. Sonntag ngen. Zwischen 11 rat fchiedeuen Vereine un) certirte die Capelle dein Festplatze. Hiera' Musikcapellen und zwo :r um 21/, Uhr sein» zen festlich geschmiilkten eßener Tttatze bewegte, irden aus den Fenstern Flumenspenden bedacht, trmtfftereelile: fl‘ tte Ausdruck gebend, datz atet Vrrhaitnisie beeten qeaenüber kann man nur ;g*renDrienM' 3}U empfangen unbto- de Unterhaltung zu6(1 .edesLollarerAeme» et Resn«°B-»-"^ rinn W» *( „ 50 Ick"."' “u '“Pfriem “’S * ämeilt,«'1®11”® len« S'°!^d- St°th si“fotgenbe .cetfaflil«"! I"9 ,”6' Sor^enier.' et i" * « EL-"® «Äff 8U« Schluß verkündete Herr Baumann, daß die sich um den Lollarer Kriegerverein besonders verdient gemachten Mitglieder Schmidt, Espich, Forbach und Weinrich mrt Ntz und Stimme zu Ehrenmitgliedern ernannt feien. — Herr Provinzialdirector Frhr. von Gagern hielt ebenfalls eme kurze kernige Ansprache, welche mit einem Hoch auf Kaiser und Reich, sowie auf die alten Krieger endete. — Herr Lieutenant ott Reserve Delp gedachte der alten Lollarer, welche in der 'jClt b°n 1800—1815 die Feldzüge in Spanien und Rußland mumachten und von welchen so mancher in weiter Ferne zurück- geblieben ist. - Herr vr.Dogt, Vorstandsmitglied im Landes- Präsidium, ergriff im Auftrage des letzteren das Wort, indem derselbe dem Jubilar die herzlichsten Glückwünsche und einen vom Präsidium gestifteten Fahnenangel überbrachte. Herr Vogt widmete den ersten Nagel Sr. Majestät dem Kaiser, den zweiten Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog Ernst Ludwig, den dritten dem deutschen Vaterland und den vierten Nagel dem Veteranen- und Kriegerverein Lollar selbst. — Als letzter Redner betrat Herr Mayer, Vorsitzender des Hassia-Bezirks Gießen, $err ^Qt)Cr dankte Herrn Baumann für die grotze Mühe, die er sich gegeben, um das Fest so schön zu gestalten und brachte schließlich ein kräftiges Hoch auf denselben aus. — Die vereinigten Gießener und Marburger Militair- capellen begannen hierauf mit der Concertmusik. Gegen Abend wurde zum Tanz aufgespielt und waren hierzu zwei Tanzboden gelegt. Mit Eintritt der Dunkelheit wurde ein prachtvolles Feuerwerk abgebrannt. i/2ll Uhr Abends begann ein Fackelreigen, von 60 Mitgliedern deS Lollarer Turnvereins ausgeführt und erntete dieser Verein viel Beifall. Es war auf dem Festplatze, der obendrein noch mit Belustigungsbuden rc. versehen war, recht gcmüthlich und erst spat NachtS dachte man an den Aufbruch. Heute, Montag, von 3 Uhr ab findet eine Nachfeier des Festes statt. H. Ans dem Horloffthale, 14. Juni. Als Ergänzung zu Ihrer Mittheilung im vorgestrigen Blatte 134, Nr. 1: der Vogelsberg sei von dem Herrn Finanzminister, einigen Räthen und Ingenieuren wegen LocsletnsichtSnahme der verschiedenen Nebenbahnlinien und -Varianten bereist worden, können wir berichten, daß die Herren auch unser Thal bereisten und die Linie einsahen. Wir hoffen, daß die vieloentilirten Fragen: Gibt es einen Anschluß an Ober-Widders- heim? oder führt die Linie über Salzhausen nach Nidda? nunmehr zur Lösung gelangen und daß sich unsere Gemüther beruhigen werden. Hauptsache ist, daß wir recht bald eine Bahn erhalten. Der Obst-. Getreide- und Kartoffelsegen, der dieses Jahr bei uns eintreten wird, ließe unS eine Bahn besonders wünschenSwerth erscheinen. — Die Heugras-Ver- stetgerungen werden in unserer Gegend abgehalten und bringen hohe Preise zu Tage. Der Morgen wird mit 50—60 Mk. bezahlt, je nach Maffe und Güte deS auf der Fläche stehenden Futters. Erwägt man, daß auf dem Morgen im günstigen Falle 17—20 Gentner Heu geerntet werden, weil der trockene April den GraSwuchS sehr wenig förderte, so kommt der Centner 1894 er Heu immer noch auf 3 Mk., ohne Erntekosten, zu stehen, was ein hoher Preis im Verhältniß zu früheren Jahren ist. Man sieht hieraus, daß das Futter bei den Laudwirthen, trotz der Einfuhr aus anderen Ländern, immer noch ein sehr gesuchter Artikel ist. F. Von der Feldkrücker Höhe, 14. Juni. Die Heugras' Versteigerungen stehen vor der Thüre und jeder Landwirth, der Futter zukaufen muß — deren sind es aber bet weitem die meisten — sieht mit Spannung den diesjährigen Futterpreisen entgegen. Bei uns haben nun in den Gemarkungen Betzenrod und Petershainerhof Gras-Versteigerungen stattgefunden. Die Wiesen in der Gemarkung Betzenrod erzielten etwas über den Tarifpreis,- diejenigen in der Gemarkung Petershainerhof erzielten ca. 25 pCt. über den Tarifprets. Man kann mit diesen Preisen zufrieden sein. Kohden, 14. Juni. Bei der gestern hier stattgehabten Wahl eines Beigeordneten wurde an Stelle des zum Bürgermeister gewählten Herrn Ockel Herr Gastwirth H. Lied mit Stimmenmehrheit gewählt. Darmstadt, 16. Juni. DaS Schwurgericht ver- urtheilte die Dtenstmagd Katharina Amrhein, die am 4. März ihren ungetreuen Geliebten in Offenbach zu tobten versuchte und darauf ihrem 6 Monate alten Kinde den Hals abschnitt, wegen versuchten und vollendeten Todtschlags unter Annahme mildernder Umstände zu 4 Jahren Gefängniß. * Krefeld, 16. Juni. Zwischen Krefeld und St. Tönis ist gestern Morgen an einem elfjährigen Schulmädchen ein Lustmord verübt worden. Man ist de« Mörder auf der Spur. * Nürnberg, 16. Juni. Ein Goldschläger, Vater von 8 Shnbcrn, ließ sich wegen RahrungSsorgeu heute Vormittag von einem Zug der LudwigSbahn überfahren. Der Kopf wurde vom Rumpf getrennt. * MieSbach, 12. Juni. Ein origineller Handel wurde dieser Tage von zwei hiesigen Persönlichkeiten abge- Ichlopen. Ein ausgesprochener Kirschenliebhaber wollte auf raffinirt schlaue Weise sich einen länger andauernden und dabei billigen Genuß verschaffen und machte auS diesem Grunde dem Anderen daS Angebot, gegen 30 Mk. Vergütung ibm den ganzen Monat Juni täglich die von ihm allein und ohne Mithilfe sofort zu verzehrenden Kirschen zu liefern und zwar am 1. Juni ein Stück, am 2. Juni deren zwei und so je am folgenden Tage daS doppelte Quantum des vorauS- gegangenen. Die in diesem Sinne abgemachte Sache hatte nun aber für jede der beiden Seiten einen recht bedenklichen Haken. Dem Lieferanten wurde eß nämlich bald klar, daß er die nach und nach/ rapid steigende, der Vereinbarung entsprechende Kirschenmenge unter keinem Umstande aufzutteibeu im Stande sei. Glücklicher Weise hatte sich inzwischen auch der empfangende Thetl hinlänglich davon überzeugt, daß er schon vom achtzehnten Tage an, wenn er auch durch Tag und Nacht unausgesetzt jede Secunde eine Kirsche consumiren würde, daS an diesem letzteren Tage fällige Quantum nicht zu bewältigen vermöchte. So waren wohl oder übel beide Venragstheile gezwungen, zu ihrem eigenen Besten den ein* gegangenen Handel zu widerrufen. * Metz, 14. Juni. Die Stelle, von der König Wilhelm I. am 18. August den Entscheidungskampf von Grave- lotte beobachtete und dabei in das feindliche ©ranalfeuer geriet!}, ist jetzt vollständig genau ermittel worden. Dieselbe liegt etwa 120 Schritte westlich von dem allen Schlachtfeldbesuchern bekannten Pachthof Mogador, in der Richtung der nach MarS.la-Tour führenden Römerstraße, auf einem mit Getreide bestandenen Hügelzuge, von dem aus man die gesummte Aufstellung deS französischen linken Flügels beobachten konnte. Der für diese Oertlichkeit bestimmte Gedenkstein, ein gewaltiger Granitblock aus dem Schwarzwald, wird voraussichtlich am 15. August, der hier als kirchlicher und bürgerlicher Feiertag qilt, eingeweiht werden. An diesem Tage hält auch die hiesige „Bereinigung zur Schmückung und dauernden Unterhaltung bet Kriegergräber" ihre jährliche patriotische Gedenkfeier ab, die, aus kleinen Anfängen heraus- gewachsen, sich nach und nach zu einem allgemeinen Volksfeste herausgebildet hat. Es ist zu wünschen, daß der genannten Vereinigung recht zahlreiche Beiträge aus Altdeutschlaud zu- fließen, um die Ansammlung eines Capitals zu ermöglichen, aus deffen Zinsen die Unterhaltung der Kriegergräber auch dann gesichert werden soll, wenn das Jntereffe für dieselben nicht mehr so rege ist wie bei dem heutigen Geschlechte, das jene Kämpfe noch miterlebt hat. * Die Wiener Hagelcalustrophe chat auf dem GlaSmarkt in Wien eine noch nicht dagewesene Situation geschaffen. Man dachte Anfangs, die vorhandenen Vorräthe an Tafelglas würden für den Bedarf genügen. Diese Vermuthung',erwies sich jedoch als irrig — alle Vorräthe zusammengenommen, im Werthe von etwa 300000 Gulden, decken den Bedarf kaum zur Hälfte. Die 8 Minuten Hagelschauer in Wien haben 600000 Gulden in die Taschen der Tafelglas- Fabrikanten gezaubert. Eine einzige FabrikS-Niederlage hat 3000 Gentner Tafelglas verkauft. Der Preis des Tafel- glases stieg infolge der riesigen Nachfrage schon am ersten Tage um 30pCt. des Marktpreises. Eine ganze Anzahl der Fabriken in der Provinz erzeugt zur Stunde ausschließlich Tafelglas für den Wiener Platz. Alle gewerblichen Bestimmungen bezüglich der Sonntagsruhe und Nachtarbeit waren anläßlich der Katastrophe aufgehoben worden, da die Krankenhäuser und sonstige öffentliche Anstalten mit dem Einglasen der zertrümmerten Fenster nicht warten konnten. Der Preis deS Fensterkitts stieg von 7,50 auf 15 Gulden. Man veranschlagt den Kittbedarf auf 4000 Ctr., die Gesammt- erzeugung pro Tag erreicht ungefähr den achten Theil und konnte nicht forcirt werden, da die Kreidevorräthe zu Ende gingen. „ tzG • Den Traualtar plötzlich verlassen hat ein Brautpaar in Halle. Daselbst sollte ein Arbeiterpaar getraut werden. Die Traurebe des Geistlichen war etwas socialpolitisch angehaucht und befaßte sich insbesondere mit der Haltung der Arbeiter gegenüber der Kirche. Plötzlich erhob sich der Bräutigam von seinem Matze, erklärte, daß er auf die Fortsetzung verzichte und verließ mit seiner Braut die Kirche. Citeratar und Itanft — Bon Brotfbaa* t>onversotiond.2crikon, 14. Äuflagr, diesem nach übereinstimmendem Uttheile der Rnttt unübertreffliche» HauSschatze de« deMichen Bolte, erscheint foeden mit gewohnter Pünklichkeit der zehnte Band. Noch glänzender als seine Vorgänger auSgestattet, bietet er wiederum eine Fülle von Wissensstoff in angenehm lesbarer Form. Die großen Vorzüge des treten B"che besonders hervor. Am augenfälligsten ist die reiche Jllustrirung. Die Ehromotaseln sind Meisterwerke künstlerischer Darstellung In technlich vollendeter Wiedergabe, Namentlich die 4 Tafeln Evfiüme sind weitaus daS Beste, was in dieser Art geboten wurde. Es smd aus ihnen die hervorragendsten Kostüme von der alt» egyptischen _4dt bis zum 19. Jahrhundert da,gestellt. Eine schöne Tafel zeigt die berühmte Laokoon - Gruppe, die übrigen bieten sehr toterefiante Thier- und Pstanzengestalten. Im Ganzen enthält der 10. Band 77 Tafeln, darunter 12 Ehromotaseln, 19 Karten und Pläne, außerdem 292 Tertabbildungen. Die Vorzüge des Textes wollen erprobt^ feto. Aber man mag die kritische oonbe ansetzen, wo man will, überall erweisen sich Mitarbeiter und Redactton zuverlässig, das System wohl durchdacht und die Form präcis. Daß auch daS Neueste nicht vergesien ist, beweisen die Artikel Kossuth (lob). KoSciol-KoScielvki (Mandatsniederlegung) und Kamerun (Artikel und ausführliche.starte mit der neuesten Grenzlinie). Auf dem Gebiete der Technik feien herauSgegristen: Kanalisation, Kocheinrichtungen, stleinmotoren, Kraftübertragung u. f. w. In der Landwirthschast. Der Artikel Landwirthschast selbst mit den zugehörigen zahlreichen Stichwörtern wie landwirthschastttche Arbeiter, Geräthe, Kredit u. s. ö.; dann die Artikel Käse, Kartoffel, Klee u. f. w. Der Handel ist ebenfalls sehr oertreten durch Artikel wie Kaufmann, Eommandit- Gesellschast, Contocorrent mikRachbildungmwirklicher i' onlocorrente, ConcurS, (SarteH. Der volkSwirthschaftliche und juristische Theil ist ausgezeichnet in populärem Sinn bearbeitet; man vergleiche Artikel wie Kinberarbeit, Colonialrecht, Eommunalanleihen (mit toten(fanter Tabelle), boncorbat, Krankenhaus, Kriminalistik, Levenüversicherung. DaS Militärische prüfe man an Artikeln wie Kavallerie, Kaferne, Kofaken, Küstenbefestigung und Verwandtes. Es würde zu weit führen, aus allen Gebieten deS Wissens Proben der Vorzüglichkeit der Artikel anzugeben. 'Nachdem zehn Bände deS Werkes vorllegen, über deren Vorzüge 4503 Kritiken bei der VerlagShanblung einge- laufen sind, von denen 4498 durchaus günstige und nur 5 ungünstige sind, dürste eS allgemein bekannt sein, daS die 14. Austage von BrockhauS ConversationS- Lexikon auf allen Gebieten nur das Beste leisten will und thatfächlich das Beste leistet. Land- unb Volkrwirthschaft. Gründer-, 16. Juni. Fruchtpreife. Weizen X 13.82, Korn X 14,04, Gerste X 13,50, Hafer X 16,36, Erbsen X 20,00, Linsen 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 5.08, Samen X 21,66. S^iffsnacbric^ktu Hamburg, 13. Juni. Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg-Amerika Linie. Postdampfer „Russia", von Hamburg nach Newyork bestimmt, ist am 12. Juni, 8 Uhr Morgens, in Havre eingetroffen. Postdampfer „Francis-, von St. TdomaS via Havre nach Hamburg unterwegs, pafsirle am 12. Juni, 9 Uhr Morgens, Lizard. Postdampfer „Benetia“, von Newyork nach Stettin zurückkehrend, ist am 13. Juni, 5 Uhr Morgens, in Swinemünde eingetroffen. Postdampfer „Virginia' ist am 13. Juni, 5’/e Uhr Morgens, von Swinemünde via Scandi- navien nach Newyork abgegangen. Postdampfer „Kehrwieder", von Westinbien kommend, hat am 12. Juni, 6 Uhr Abends, von 'Havre die Reife nach Hamburg fortgesetzt. Dampfer „Italia", von Montreal nach Hamburg zurückkehrend, ist am 12. Juni, 7 Uhr Abend-, in Deptford angekommen. Temperatur der Lahn und der Lust nach Reaumur gemessen am 18. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr: Master 13, Lust 17°. Rübfamen'sche Badeanstalt. Lpielpllm der vereinigten frankfurter Ltadttheatrr vveruhau». DienStag den 19. Juni: Margarethe. Mittwoch den 20. Juni: Madame SanS-G-' ne. Donnerstag den 21. Juni: Der Troubadour. Cavalleria rusticana. Freitag den 22. Juni: Lohengrin. SamStag den 23.Juni: Teil. Sonntag den 24.Juni: Bajazzo. Hieraus: Regimentstochter. DienStag den 26. Juni: Der König Hais gesagt. Schauspielhaus. Dienstag den 19. Juni Heimath. Mittwoch den20.Juni: Lachende Erben. Donnerstag den 21.Juni: Madame Sans- @6ne. Freitag den 22. Juni: Haubenlerche. SamStag ben 23. Juni: Zum Schützenfest. Hierauf: Die Grille. Sonntag ben 24. Juni: Madame Sans-GSne. Montag ben 25. Juni: Mabame SanS-GSne. 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Scheyd». — Druck «n> Der!«, der Brühl'schm Druckerei (Fr. Lhr. Pietsch) in Gießen. Are heutige Kummer umfaßt 6 Seiten. Brief 16.22 August Noll, Bahnhofstr. 51. Annahme folgenden T Brief o.fO' empfiehlt 2793] <9eI6 16.18 I Ducaten I Fußbodenanstrich, sowie alle übrigen Lacke u. Farben Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag den 19. d. M. um 4 Uhr Nachmittags von der Sophienstrasse Nr. 24 aus statt. Statt besonderer Anzeige theilen wir Freunden und Bekannten tiefbetrübt mit, dass unsere liebe Frau, Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter 4812] Mansarde. 2 Zim., 2 Minette, Küche u. s- Zubehör alsbald zu vermieth. ! Germania-Neubau, zu erfrag. I Ronstadt. 5085] Ein LogiS zu vermiethen an ruhige Leute. W. LSver, Brandgasse. 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De °us dem We°l .in gefallenen M «eschw 'UNer und Ma Kehmen kan * w1 toQte die od $4? ^chrr SßnH ft kniffe W^ocht, »Oenüger Du bis jetzt den richtigen Heilweg noch nicht kennen gelernt und eingeschlagen hast. Es ist nicht ungewöhnlich, daß der große Meister Zufall heilbringende Agentien entdeckt, die in des sachverständigen Arztes Händen eine erfolgreiche Wirkung erzielen. War nicht Prießnitz, der empirische Begründer der Wasserhetlkunde, dessen Wohnsitz zum Wallfahrtsort für die Leidenden ward, ein einfacher Bauer? Hat nicht in der Frauenheilkunde ein schwedischer Major, Namens Thure Brandt, xeine Behandlungs-Methode ins Leben gerufen, die dem Messer des Chirurgen bereits ein weites Gebiet geraubt hat und die jetzt Gemeingut aller Aerzte zu werden beginnt? Auch auf dem Gebiete der Bekämpfung der Nervenkrankheiten beginnt es Licht zu werden und auch hier ist ein Weg in der Erschließung begriffen, der in einfachster, naturgemäßer Weise gegen die mannigfachen Formen nervöser Erkrankungen Erfolge zeitigt, die die seit 50 Jahren in unveränderter Weise in Anwendung gebliebenen medtkamentischen Hilfsmittel, wie Brom, Eisen, Arsenik rc. völlig zu verdrängen im Stande sind. Es gtebt eine Menge Menschen, die weder krank noch gesund sind, dabet aber über Unbehaglichkeit in Leib und Seele klagen, von jeder Fliege geärgert werden und sich selbst und anderen, ohne e§ zu wollen, zur Last leben. Andere wieder werden von Angst, Furcht oder Trübsinn gefoltert, sind schlaflos oder von wilden Träumen belästigt, während dritte mit Kopfschmerzen, Kongestionen, Gedächtnisschwäche, Ohrensausen und Ohnmachtsanfällen kämpfen. Die Aermsten der Armen endlich leiden an Lähmungen, Veitstanz, Epilepsie. Alle diese Belasteten, die jedem Alter, Geschlecht und Stand angehören, sind die Nervösen und mehr oder weniger die Opfer der Lebensform unserer Zeit. Wer zu einer dieser Kategorie Leidenden gehört und über das Wesen eines neuen, überraschende Erfolge einholenden Verfahrens unterrichtet sein will, adressire an: Schkeuditz in Sachsen, (A? Hoffmann). $ behufs kostenloser Erlangung einer belehrenden Schrift über Nervenkrankheiten und Schlagflutz (Vorbeugung u. Heilung). Die Beerdigung findet Dienstag, Nachmittags 3 Uhr, vom Hause Südanlage 7 aus statt. 5io5 20 Frankm-St. 20 do. in sh Dollars in Gold Neue Matjes-Häringe, „ Italiener Kartoffel, „ Egypt, Zwiebel bei A. & G. WaBBenfels, 4850 Marktplatz 21._________ Neue Vollhäringe soeben eingetroffen bei (5119 Wilh. Haab, Bleichstraße 21. Hrn. Buchhanb- AUVUl lers Krebs ist per 1. October anderweit zu vermiethen. 4354 I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25 4953] Ein schönes möblirtes Zimmer zu vermiethen. 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Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass mein innigst geliebtes, unvergessliches Kind Helene Weiss im Alter von vier Jahren nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. Um stille Theilnahme bittet Julie Weiss, geb. Goss nebst Kindern. Giessen, den 18. Juni 1894. Die Beerdigung findet Dienstag den 19. Juni von den Neuen Kliniken aus statt. 5122 16.21 16.17 Engl. Sovereigns 4.16 | Ruff. Imperiales Buchen- und Tannen- Scheithoft empfiehlt billigst 4336 H. Wagner II., 9lööflen. Mermietyungen. 5109] Zu vermiethen ist der mittlere Stock in der Kleinkinderschule, Mitte September oder Anfang October. Er bietet 5 Zimmer mit Küche, wozu noch eine Mansarde und dte nöthigen Räume in Speicher und Keller gehören. DerBorstandderKleinkinderbewahranstalt. Di-. Naumann, Pfarrer.______ 5120] Frankfurterstr. 30 ein Logis, 3 Zimmer, Küche mit Zubehör zu oer- miethen.PH. Größer. 5103] Freundliche Wohnung, 5 Zim. mit allem Zubehör, zu vermiethen. Näh. 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