Nr. 112 Erstes Blatt. Douverstag den 17. Mai 1894 ®n -V>rtwt ,»glich, ■* lÄlueNrrt btl «entagl. Dir Girßrner MeeltltelMtUe •rt*m Bae Inzri,«, »GchmMch brtieel vckWtrHt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. •IfftrtiUn^n >lmrar«üfwt» 8 Wert 80 Vt|. *f Sun^rriobe. D«ch btr Po» b^e^e 2 Morl 50 WB. lUUrtun. fnibf ■ imb tradmi: >4-rtr«|< W».t frrafrc* M- Aints- und Anzeigeblutt för den Knb Gietzen. ff £ | Gratisbeilage: chießmer AamikienStättcr »■■■■■■BÄSBeM^^HeeesÄeee^eeeBBseHBHHBBHSBÄBSBeeMeHHSseeÄ™™ Rllr Innoittn-Burceur bei In- unb luilaiW r4m Inzrißev für bcn „®ügtntr Initigtr" mtgegm. Amtliche» Theil. Nr-19 des Reichs-Gesetzblatt«, ausgegeben den 9. l. M., enthält: (Nr. 2169.) Gesetz, betreffenb Abänderung des Gesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen. Vom 1. Mai 1894. (Nr. 2170.) Bekanntmachung, betreffend die Redaction des Gesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 23. Juni 1880 (Reichs - Gesetzblatt S. 153). Vom 1. Mai 1894. Nr. 20 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 10. l. M., enthält: (Nr. 2171.) Internationaler Vertrag zur Unterdrückung de« Branntweinhandels unter den Nordseefischern auf hoher See. Vom 16. November 1887. Gießen, den 16. Mai 1894. Großherzogliche» Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutsche» Reich. Berlin, 15. Mai. Der Kaiser wohnte am Vormittage des Pfingstmontags dem Stiftungsfeste des Lehr- Jnfanterie-BataillonS zu Potsdam bei; auch die Kaiserin nebst den vier älteren kaiserlichen Prinzen, ferner Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold und daS erbprinzliche Paar von Meiningen, dann der Reichskanzler, die gesammte Generalität usw. waren zugegen. Der Haupttheil der Feier spielte sich in dem kleinen Wäldchen neben dem Neuen PalaiS ab und verlief in den hergebrachten Formen. Vor Beginn der Festlichkeit hatte der Monarch u. A. die Abordnung der städtischen Collegien Münchens empfangen, welche beauftragt worden war, dem Kaiser den Dank der Stadt München für da» Belasten der Schack'schen Gallerie in München abzustatten. Montag Abend reifte der Kaiser gegen IO1/* Uhr von der Station Wildpark auS nach Pröckelwitz in Ostpreußen zur Abhaltung von Rehjagden ab. — Kurt von Schlözer, be* ehemalige Gesandte Preußens beim Vatican, ist am Pfingstsonntag in Berlin im Alter von 72 Jahren gestorben. Der Verstorbene begann seine diplomatische Laufbahn als preußischer Geschäftsträger in Rom, wurde dann Ministerresident des Norddeutschen Bundes in Mexiko, übernahm 1871 den deutschen Gesandtenposten in Washington und wurde schließlich preußischer Gesandter Feuilleton. Dir Schul-Conferens. Humoreske von Robert Rößler. (Fortsetzung.) Ein Vierteljahr darauf war der Pathe als Rector und Cantor in Neustadt angekommen und eines Morgen- traf beim Hartenauer Lehrer ein expresteS Schreiben ein: Sie haben morgen früh punkt neun Uhr einen Wagen nach Station A. zu senden, da ich die Schule zu Hartenau einer außerordentlichen Revision zu unterwerfen gedenke. Ziegert, RegierungSschulrath. Dem Heinrich zu Hartenau ward doch etwas bange, denn eine solche extraordinäre Revision, und noch dazu von einem so hohen Beamten, daS war ein großes Ereigniß unb in Hartenau noch nicht bagewesen. Er exercierte seine breißig Eleven nochmals grÜnblich ein unb befahl ber Frau, baS Hau« in Orbnung zu bringen. Jettchen ließ eine Guirlanbe am Schuleingange anbringen unb die Schulstube scheuern, denn sie fühlte die Wichtigkeit des Besuches. Bestand ihr Mann nicht gut, da warS Essig mit seinem Avancement, und wenn'S nicht glatt ging, da soll nachher die Frau daran schuld haben — da kennt man schon die Männer — da ist einer wie der andere. Der Heinrich hatte den HochzeitSfrack an und ein neues Oberhemd mit schwarzer Cravatte angelegt und die Jette studirte noch vor dem Spiegel einen freundlichen Knix ein, da stieg der Herr Schulrath vom Wagen unb grüßte ben Schulmeister recht steif von oben herab und kurz angebunden, so daß ber Heinrich sich tief verbeugte unb kaum aufzusehen wagte. Trotzdem schielte er zur Seite und dachte: „3a, wie ist mir denn, der Herr Regierungsrath ist zwar etwas älter, aber hat doch eine große Ähnlichkeit mit dem Herrn Pathen," aber der meinte kurz: belln päpstlichen Stuhle nach Wiederherstellung de» Friedens zwischen Preußen und Rom. In überaus taktvoller und geschickter Weise löste Kurt von Schlözer auf diesem schwierigen Posten die heikele Aufgabe, die Beziehungen der preußischen Regierung zum vatican wieder in freundschaftliche Geleise zu lenken und sie in denselben zu erhalten, sodaß man dem verewigten Diplomaten einen hervorragenden Antheil an der erfreulichen Neugestaltung des VerhältniffeS zwischen Preußen und dem Vatican zuerkennen muß. ■ ■ ■ — ■ -- —= Att-land. — In der kirchenpolitischen Krisis in Ungarn kann eine Wendung zu Gunsten deS CabinetS Wekerle verzeichnet werden. Ministerpräsident Dr. Wekerle hat dem Kaiser Franz Josef in längerer Audienz Vortrag über die Lage, wie sie sich gegenwärtig infolge der Ablehnung deS Civilehe- gesetzes durch daS Oberhaus darstellt, gehalten. Das Er- gebniß der Audienz besteht, wie bestimmt verlautet, darin, daß in der zustimmenden Haltung der Krone zu der Kirchenpolitik des Ministeriums Wekerle keinerlei Aenderung eingetreten ist, so daß sich dasselbe in der ganzen Frage auch jetzt noch auf daS Vertrauen des Monarchen stützen kann. ES wird daher daS Civilehegesetz dem ungarischen Parlamente nochmals zugehen und steht es fast außer allem Zweifel, daß sich diesmal auch im Oberhguse eine'.Mehrheit für die Vorlage finden wird. — In Lyon fand am Montag ein Turnfest statt, bei welchem auch der Minister deS Innern Raynal zugegen war. Herr Raynal hielt hierbei eine Rede, die in der Hauptsache einer scharfen Abfertigung deS verbrecherischen Treiben- der Anarchisten galt, die aber auch die hohe Politik streifte und zwar in ber Schlußstelle, in welcher ber Minister bie Möglichkeit eine- allgemeinen bauernben FriebenS für blc Zukunft zugab, zugleich aber auch betonte, baß es bi- bahin gelte, bie Reihen zu schließen unb Frankreich zu wappnen. Mit letzterer Aeußerung hat sich Herr Raynal gewiß einen Stein auf betn Brete ber französischen Chauvinisten erworben! Im Uebrigen waren auch auf dem Lyoner Turnfeste, wie schon seinerzeit auf dem Nancyer Turnfeste, czechische Turner als „Ehrengäste" anwesend unb zwar unter Führung be5 Vicebürgermeisters von Prag, be- Dr. Poblipny. Natürlich ist eS wieberum zu einer französisch-czechischeu VerbrüberungS- bemonftratlon an festlicher Tafel gekommen. Reuefte Nachrichten Wolffs telegraphische- Korrespondent-Bureau. Stuttgart, 15. Mai. Die erste Hauptversammlung be» Deutschen LehrertageS, zu welchem 3500 Theilnehmer erschienen sinb, von benen 246 Delegiere 79,612 Lehrer vertreten, würbe heute Vormittag 10 Uhr nach einem gemeinsamen Choralgesang von bem ersten Borsitzenben Halben- Hamburg in betn Festsaale ber „Lieberhalle" eröffnet. Der CultuSminister Dr. v. Sarwey begrüßte bie Anwesenheit im Namen beS König- unb ber Staatsregierung unb wie« auf den Zusammenhang zwischen Unterricht unb Erziehung hin. Letztere müffe sich aus religiöser Grunblage aufbauen unb eine große nationale Aufgabe erfüllen. Der Vorsitzende Halben versicherte, die Verhandlungen in diesem Sinne leiten zu wollen. Oberbürgermeister Rümelin hieß die Bersamm lung im Namen der Stadt willkommen unb führte au-, die Volksschule müffe ein Hort Ibealer Bestrebungen sein, aber auch ben realen Anforberungen be- Leben- gerecht werden. Honold-Langenau, Vorstand des württembergischen evangelischen BolkSschullehrervereinS, hieß die Anwesenden im Namen de- Verein- willkommen. Hierauf sprach Schramm-München über die Staatsschule in Deutschland am Ende deS 19. Jahr- hundert- unb beleuchtete bie socialpolitische unb bie social- ethische Aufgabe bieser Schule. Rector Kopsch-Berlin sprack über bie Fortbilbung beS nachschulpflichtigen AlterS. Sämmt- liche hierzu gestellte Thesen würben unter Ablehnung aller AbänberungSanträge angenommen. Um 2 Uhr 10 Min. würbe bie Sitzung geschloffen. Wien, 15. Mai. DaS „Frembenblatt" erfahrt, baß der endgiltige Abschluß ber österreichisch-russischen HanbelSv er tragS - Verhanblungen zweifellos in nächster Zeit zu erwarten fei. Die Melbung von ber bereits erfolgten Unterzeichnung des Vertrages sei jeboch verfrüht gewesen. Edinburg, 15. Mai. DaS beutsche Geschwaber unter bem Befehle beS Prinzen Heinrich ist heute in See gegangen unb nach Bergen abgefahren. Die zweite Division wirb am 18. b. M. im Firth vf Forth erwartet. Depeschen bei Bureau .Herold'. Berlin, 15. Mai. Es verlautet, ber Kaiser habe vor seiner gestern erfolgten Abreise eine Entscheibung bezüglich ber an ihn vom Arbeitsausschuß ber Berliner ®ewerbe« auSstellung von 1896 gerichteten Jmmebiateingabe, worin um bie Einräumung beS HippobromplatzeS für bie Ausstellung „Habe wenig Zeit, muß balb zurück, zur Sitzung — wir wollen rasch anfangen, ber Wagen kann warten ober in zwei Stunben wteber ba fein. Herr'. . . Lehrer . . . haben wohl Schulvorftanb . . . bestellt ... wie . ." schnarrte ber Rath, na, daS war glücklicherweise ber Fall unb Schulze mit Gerneinbevorstanb unb GerichtSmann standen schon im Hofe, „na, guten Tag, meine Herren — Vorstellung unb Protokoll wollen wir unS sparen, wirb hoffentlich nicht nöthig sein . . . also bitte . . . fangen Sie an, Herr Lehrer . . . baS Gebet bei Herrn — wenn ich bitten barf." Der Heinrich wußte kaum, ob er nicht in ber Angst eine Bitte vergessen habe .... „unb nun ein geistliche- Lied . . unb hell unb frisch erklangen bie Kinberstimmen: „Lobe ben Herren, den mächtigen König ber Ehren". — „Nun wünsche ich baS Lesen ber Anfänger zu hören, von ber oberen Abteilung mögen inzwischen bie Mäbchen die Kuh, die Knaben da- Pferd beschreiben. Solche Aufsätze haben Sie doch geübt?" „Ganz wohl, Herr Schulrath!" Die kleine Gesellschaft im ersten unb zweiten Schuljahre la- beutsche unb lateinische Schrift, auch schon kleine Sätze unb wie ber junge Lehrer mit ben Allerkleinsten noch etwa« Rechnen vorgenommen, Zuzählen, Abziehen, das Einmaleins unb bergleichen, ba nickte ber Herr Rath mit seinem weißen Kopfe. Das kleinste Lob — unb wäre e- für ein paar Pfennige — gibt für 'nen Thaler Muth, baS merkte man auch am jungen Schulmeister. „Ihr könnt auch schon kleine Exempel lösen, nicht wahr?" fragte er bie Kleinen, bie natürlich nicht Nein sagten. „Also Eure Mutter kauft ein Schweinchen unb gibt bafür einen Thaler; wenn sie davon nun drei haben will, wa- muß sie bann zahlen?" Die Finger hoben sich unb bie Kinber schrieen alle auf einmal: „Da muß sie drei Thaler zahlen." Hier wollte sie ber Lehrer auf« Glatteis führen unb fragte mit pfiffiger Miene: „Ist bas auch richtig?" Alle blieben babei, nur be« Schulzen Jüngster, ber oft beim Schweinverkauf babei gewesen war, meinte: „Nein." „So?" fragte nun ber Rath selbst, „also da« ist nicht richtig? Was kosten sie benn ba ?" „Drei Thaler unb « Schwanzgelb!" schrie der kleine Knirp« dreist und gottesfürchtig, daß die ganze Schule laut auflachte. Damit war« Ei« gebrochen und der Revisor kam in bessere Stimmung. Wie e« nun bei ben Großen im Rechnen, Lesen, In Geographie, Geschichte unb in ber Natur- lehre hier auf dem fernen Dorfe schier bester ging wie in mancher Stadtschule, so lief bie Revision zu vollster Zufriedenheit ab, wenn auch in der Religion bei ber Prüfung über bie Allgegenwart Gotte« noch eine recht fatale Antwort zu Tage kam. „Wenn alle« schläft," fragte ber Lehrer, „wer ist - bann, ber un« alle, Große wie Kleine, in seiner Obhut hat, uns behütet unb bewacht?" Da hob be« GerichtSmanne- Gottlieb ben Finger. „Nun, Gottlieb, Du weißt e« ?" „Der Nachtwächter," meinte ber Kleine, unb schrie, baß die Fenster zitterten. Die Antwort war dem Lehrer ungelegen, aber ba der Nachbar, Schulze - Ignaz, bie Dummheit gleich berichtigte, nahm sie auch ber Herr Schulrath von ber luftigen Sette. Er lobte bie Kinber, denn bie Schule war gut im Stande, verwies sie auf Arbeit unb Gottvertrauen, ließ sie zum Schluß beten unb schickte sie nach Hause. Nun würbe ber Besuch ins Schulbuch eingetragen unb ber Herr Schulrath wanbte sich an ben Gemeindevorftand: „WaS ich gesehen unb gehört habe, meine Herren, bat mich befriebigt; haben Sie aber vielleicht noch eine Klage über Ihren neuen Lehrer?" „O, Gott bewahre, nein," erwiberte ber Schulze, „wir sinb froh, baß ber alte tobt ist. Beim neuen Lehrer lernen bie Kinber in vier Wochen mehr, al- beim früheren ba» ganze Jahr." gebeten wurde, gefällt. Die officielle Antwort dürfte dem Arbeitsausschuß allernächstens zugestellt werden. Berlin, 15. Mai. Das bereits seit längerer Zeit an- gekündigte große Avencement in der Armee ist nunmehr Thatsache geworden. Der Kaiser hat gestern die betr. Cabinetsordres unterschrieben und das Mtlitärwochenblatt wird morgen in einer Extraausgabe die umfangreichen Veränderungen mittheilen. Berlin, 15. Mai. In der heutigen Sitzung des Berg- arbeitercongresses wurden zunächst Glückwunsch-Telegramme aus Nürnberg, Chemnitz, Oberschlesien, Graz usw., sowie die Präsenzliste verlesen. Nach der letzteren sind 41 Delegirte aus Deutschland, 38 aus England, 4 aus Frankreich, 3 aus Belgien, 2 aus Oesterreich anwesend, welche zusammen 1 107 300 Bergarbeiter vertreten. Sodann wurden die Berichte der verschiedenen Nationen betr. die Lage der Arbeiter zur Kenntniß gebracht. Stettin, 15. Mai. Unter den Schiffsarbeitern des Hafens ist heute ein allgemeiner Strik e ausgebrochen. Die Forderungen des Hafenarbeitervereins lauten auf 20pCt. Lohnerhöhung und achtstündige Arbeitszeit. Danzig, 15. Mai. Im Baugewerbe gewinnt die Strikebewegung immer größeren Umfang, da zweifelsohne auch die Bautischler entlassen werden. Die Maurer beschlosien die Uebernahme der Arbeiten in eigener Regie. Der Zuzug von Zimmerleuten ist unbedeutend. Karlsruhe, 15. Mai. Der sechste Allgemeine Deutsche Philologentag wurde heute Vormittag von Prof. Müller- Karlsruhe hier eröffnet. Als Vertreter der Regierung begrüßte Oberschulrath Jos die Theilnehmer. Anwesend sind etwa zweihundert Philologen. Nach einem Vortrage des Profeffors Scheffler über „Bild und Lectüre" wurde eine Resolution angenommen, dahingehend, die städtischen und staat- lichen Behörden um Unterstützung der Schulen zu ersuchen und den Anschauungsunterricht zu ermöglichen und zu fördern. Stuttgart, 15. Mai. Der König von Württemberg sprach sich einer Delegation von Synodalversammlungen gegenüber dahin aus, daß der Bundesrath der Aufhebung des Jesuitengesetzes durch den Reichstag nicht beistimmen werde. Wien, 15. Mai. Die „Pol. Corr." meldet aus Petersburg, daß die Hochzeit des Großfürsten-Thron- folgers am 10. October stattfinden werde. Prag, 15. Mai. Die Statthalterei sistirte den Beschluß des Stadtrathes, wonach die czechischen Straßentafeln nicht ins Deutsche übersetzt werden dürfen. Paris, 15. Mai. Die Ausstellung des heiligen Rockes in Argenteuil hat begonnen. Es trafen bereits über 40000 Pilger ein. Paris 15. Mai. „Matin" erörtert heute die Aussichten der verschiedenen Candidaten für den Präsidentenposten der Republik und spricht sich dahin aus, daß Carnot mit Rücksicht auf die demokratischen Traditionen nicht candidiren werde. Der dann zwischen Casimir Pörier und Cavaignac entstehende Kampf werde zu Gunsten Dupuys entschieden werden, der aller Wahrscheinlichkeit nach im zweiten Wahlgange zum Präsidenten gewählt werden würde. Brussel, 15. Mai. Infolge des Dynamitattentates in Lüttich ist der Anarchist Steinberg, der nach dem Attentat zu flüchten suchte, verhaftet worden. In Lüttich halten sich viele anarchistische Personen auf, deren Ausweisung die Presse verlangt. Bisher sind vier Deutsche verhaftet worden. London, 15. Mat. Nach einer Meldung aus Rio Grande herrscht dorr unbeschreibliche Panik unter der Bevölkerung wegen der Rüstung derJnsurgenten zu neuen Kämpfen. Zahlreiche Einwohner flüchteten. Petersburg, 15. Mai. Die entdeckte nihilistische Verschwörung giebt fortdauernd zu Verhaftungen Anlaß. Unter Anderen wurden der Schriftsteller Paul Struve, der Oberingenieur der Wittebsker Eisenbahn Kosolew, sowie der bekannte, kürzlich erst aus Sibirien zurückgekehrte Nihilist Nathanson in Haft genommen. „Nun schön," sagte der Rath, „ich habe diese Antwort erwartet. Und Sie, mein lieber Lehrer, ertheilen Sie der Gemeinde daffelbe Lob, oder haben Sie etwa Beschwerden oder Wünsche?" Hier ward der junge Lehrer ordentlich verlegen, aber der Rath sah ihn fest an und da platzte er heraus: „Ich würde ganz zufrieden sein mit meinem Posten, wenn mir die Gemeinde einen neuen Koben bauen wollte, damit ich mir doch ein oder zwei der herbstlichen Thiere haltcn könnte,- der alte Stall ist unbrauchbar, und alles Fleisch zu kaufen, dazu reichtS nicht." Hier machte der Rath ein sehr ernstes Gesicht. „Nun, wie steht es damit, meine Herren?" „Nu, Jeses," meinte der Gerichtsmann, Kapuste hieß er, „wahr ist's ja, der alte baufällige Stall ist für einen Hund zu schlecht." „Gut," sprach der gestrenge Herr Rath, „der Lehrer thut seine Pflicht und Schuldigkeit der Gemeinde gegenüber, deßhalb hat die Gemeinde auch ihm gegenüber die ihre zu thun, und so befehle ich denn" — hier rückte er die Brille auf die Stirne — „daß binnen vierzehn Tagen ein neuer Schweinestall oder Koben — wie's hier zu Lande heißt, dasteht — bei Vermeidung der Execution. Verstanden?" Die Vorstände sahen einander verlegen an und zogen lange Gesichter, da ergriff endlich der Schulze das Wort? „Was einmal sein muß, muß sein. Lange genug ist das Geschreibe hin und her gegangen und hat nichts genutzt. Kapuste, wenn Du denkst, wie ich, da sprich: bauen wir ihm den Stall, damit die Bitterei mal aufhört." „Das scheint mir auch das Gescheiteste," meinte der Rath, drückte allen freundlich die Hand und fuhr ab. (Schluß folgt.) Ce«tUs tttib prsvinztcller. > Gießen, den 16. Mai 1894. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 17. Mai 1894, Nachmittags 4 Uhr und nölhigenfalls Freitag den 18. Mai 1894, Nachmittags 5 Uhr: 1. Gesuch des Johannes Hormann um Concession zum Wirthschaftsbetrieb im „Wiener Hof". 2. Gesuch des H. Hahn um Concession zum Wirthschaftsbetrieb im Hause Bismarckstraße 5. 3. Gesuch des Kaufmanns Wilhelm Haas um Ertheilung der Erlaubniß zum Verkauf von Branntwein über die Straße im Hause Bleichstraße. 4. Gesuch des Chr. Haubach um Erlaubniß zur Errichtung eines Gartenhäuschens am Wtesmarer Weg. 5. Desgleichen des Friedrich Berg am Nahrungsberg. 6. Desgleichen des Jacob Hildebrand zur Errichtung eines Backsteinhäuschens im Neustädter Feld. 7. Desgleichen des Heinrich Volkmann U. 8. Rechnung der Gemeindekrankenversicherung pro 1893. 9. Decretur von Kostenrechnungen. 10. Holzabgabe aus der Hand, Rechnungsjahr 1893/94. 11. Der deutsche Htlfsveretn in Paris. 12. Das Octrot der Stadt Gießen- hier: Antrag des Herrn Stadtverordneten Schwall auf Einsetzung einer Commission behufs Reform des Octroiwesens. 13. Gesuch des Peter Leppla um Erlaubniß zur Anbringuug eines Stegs über den Schoorgraben der Südanlage. 14. Anbringung von Schutzgeländern längs des Schoorgrabens in der Ostanlage. 15. Ausbau der Altcestraße - hier: Anbringung eines Geländers nach der Wieseck. 16. Gesuch des L. Seuling und L. Preisag wegen Anbringung von Fenstern in der Brandmauer ihres Neubaues, Schulstraße. 17. Desgleichen der Firma W. Reiber um Erlaubniß zur Errichtung einer Halle. ** Das Präsidium der Kriegerkameradschaft „Hasfia" erläßt folgende Bekanntmachung: Zu unserem lebhaften Bedauern sind wir heute veranlaßt, den Kameraden des Landesverbandes die Mittheilung zu machen, daß Seine Großh. Hoheit Prinz Heinrich von Hessen durch Schreiben von München aus das Ehrenpräsidium der Krtegerkamerad- schaft „Hasfia" niedergelegt hat. Hochderselbe hat dieser Benachrichtigung die Worte angesügt: „Er hege die Hoffnung und wünsche von Herzen, daß die „Hasfia" immer weiter blühe und wacdse und daß in ihr die patriotischen Gesinnungen auch in Zukunft gehegt und gepflegt würden in alter Weise." ** Der jugendliche Pianist Raoul von KoSzalSki, der auch in Gießen ein Concert gab, hat durch seinen Vater einen Contract abgeschloffen, der ihn für die nächste Saison zu einer Tournee in Nordamerika verpflichtet, wofür eine Million Mark garantirt wurde. Das läßt sich hören! •* Parlamentarisches. In dem Bericht des Ersten Ausschusses der Zweiten Kammer über die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, den Entwurf des Finanzgesetzes für die Jahre 1894/95, 1895/96 und 1896/97 betreffend, wird beantragt: I. Unter Capitel 8 der Ordentlichen Einnahmen des Hauptvoranschlags aus „directen Steuern" die Summe von 10000000 Mk. einzustellen. II. Zum Entwürfe des Finanzgesetzes: 1) den Artikel 1 wie folgt zu fassen: „Es soll an Grundsteuer der Betrag von 14 Pfg., an Gewerbesteuer der Betrag von 16 Pfg. und an Capital- rentensteuer der Betrag von 17 Pfg. auf die Mark Steuer- Capital ausgeschlagen und nach den gesetzlichen Bestimmungen erhoben werden. Aus die Mark Einkommensteuercapital soll der Ausschlag für das Etatsfthr 1894/95 16 Pfg., für die Etatsjahre 1895/96 und 1896/97 je 17^ Pfg. betragen. Falls jedoch eine Vereinbarung über den den Ständen vorgelegten Gesetzentwurf, die Reform der Weinsteuer betreffend, erfolgt und demgemäß eine Tranksteuer von Wein erhoben wird, so sollen auch in den beiden letztgenannten Jahren nur je 16 Pfg. auf die Mark Einkommensteuercapital ausgeschlagen und erhoben werden",- 2) dem Artikel 2 hinzuzufügen : „Eine Tranksteuer von Wein soll nur auf Grund einer Vereinbarung über die im vorigen Artikel erwähnte Gesetzesvorlage, die Reform der Weinsteuer betreffend, erhoben werden",- 3) zum Artikel 3, die durch Anlehensaufnahme zu deckende Summe auf höchstens zwei Drrttheile derjenigen Außerordentlichen Ausgaben zu beschränken, welche bei Abschluß des Hauptvoranschlags die landständische Zustimmung gefunden haben werden und die Großh. Regierung zu ermächtigen, bei der Redaction des vorliegenden Gesetzentwurfs die sich hieraus ergebende Summe an Stelle der Ziffer von 4 000000 Mk. einzusctzen. — Der Erste Ausschuß der Ersten Kammer, dessen Mehrheit es bei der in den Hauptvoranschlag als Tranksteuer eingestellten Summe von 300 000 Mk. belassen will, empfiehlt im Gegensätze zu obigen Anträgen unter I, sowie unter II. 1 und 2: 1) in Capitel 8 der Ordentlichen Einnahme aus „directen Steuern" nur 9 700000 Mk. einzustellen- 2) den Artikel 1 des Finanz- gesetzentwurss in der Fassung der Regierungsvorlage und dessen Artikel 2 ohne den diesseits beantragten Zusatz zu genehmigen. ** Zur Weiusteuer. Der Erste Ausschuß der Zweiten Kammer steht der Vorlage über die Reform der Weinsteuer getheilt gegenüber. Eine Minderheit (Abg. Haas-Offenbach und Möllinger) ist grundsätzlich gegen Annahme des neuen Gesetzentwurfs. Die Mehrheit des Ausschusses ist nun nach wie vor der Meinung, daß es nicht richtig gehandelt sein würde, wollte man im Großherzogthum endgiltig auf eine Steuereinnahme aus dem Wein verzichten und daß man deshalb den Weg einschlagen müsse, auf welchen ein übereinstimmender Beschluß beider Kammern auf dem XXV. Landtage die Großh. Regierung hingewiesen hat, nämlich die nach dem Gesetze von 1876 den Wirthen und Kleinverkäufern obliegende Steuerpflicht auch auf die Privatverbraucher auszu- dehnen. ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Metzger Philipp Amborn wegen Sachbeschädigung rc. vom Amtsanwalt I. Darmstadt, Dienstmagd Margaretha Engel von Offenheim wegen Betrugs vom Amtsanwalt Friedber^ Schriftsteller Heinrich Förster aus Kassel wegen Diebstahls vom Amtsanwalt Lauterbach, Viehhändler Adolf Kaufmanrr aus Ettingshausen wegen Betrugs von der Staatsanwalt, schäft Gießen, Taglöhner Wilhelm Meyer von Rembrücken wegen Unterschlagung vom Amtsanwalt Offenbach. Salzhausen, 13. Mai. Gestern sind hier die ersten Kurgäste eingetroffen. Am Pfingst-Montag fand zur offiziellen Eröffnung der Kur hier ein großer Ball statt. Der vortreffliche Gesundheitszustand hier und in der Umgegend wird hoffentlich dazu beitragen, daß entgegen dem Vorjahre, wo die in der Umgegend herrschende Diphtherie Manchen vom Besuch unseres Bades abhielt, unser Bad eines stärkeren Besuches sich erfreuen wird.U ■£ Friedberg, 13. Mai. Auf Beschluß des Kreistages des hiesigen Kreises wird in der Nähe der Stadt eine Anstalt zur chemischen Vernichtung der Thterlei chen aus dem ganzen Kreise Friedberg errichtet. Die Cadaver werden durch Dämpfung, Desinfection, Fettextraction, Trocknung und Pulverisirung nicht nur unschädlich beseitigt, sondern auch für die Landwirthschaft nutzbar gemacht. Durch Dampfbetrieb wird das Fett ausgeschieden und werden alle übrigen Thetle zu Dungpulver verarbeitet. Die Anstalt soll bis Herbst in Be- trieb genommen werden. D. Ztg. Darmstadt, 14. Mai. Ein gräßlicher Unglücksfall ereignete sich gestern Mittag im hiesigen Ludwigs- bahnho f. Der 42 Jahre alte Wagenwärter Jacob Schäfer aus Arheilgen war beim Ueberschrciten der Geleise mit einem Stiefelabsatz an einer Schiene hängen geblieben und stürzte. Ehe er sich wieder erheben konnte, wurde er von einer Locomotive überfahren- er starb auf dem Transport nach dem Hospital. A Mainz, 15. Mai. Der Selbstmord zweier Brüder, der Theilhaber an dem renommirten Möbel- und Decorationsgeschäft I. Hoffmann Söhne hier, erregt bered)» tigteg Aufsehen. Vor 14 Tagen hat sich der eine der Brüder ertränkt- derselbe sollte sich angeblich wegen Geistesstörung entleibt haben. Inzwischen ist vor einigen Tagen über das ehedem sehr angesehene und ausgedehnte Geschäft ConcurS verhängt worden, was Manchem sehr überraschend kam. Da den beiden noch lebenden Geschäststheilhabern von dem Gerichte aus der Concursmasse kein Zehrungsgeld zubewilligt worden war, mußten dieselben in anderen Geschäften als Lohnarbeiter eintreten. Heute Morgen erschien nun der älteste der Brüder bei seinem Prinzipal, um indeß nach wenigen Stunden spurlos zu verschwinden. Gegen Abend wurde etwas aus einem Speichermagazin benöthigt, wo man die Leiche des Vermißten fand, der seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht hatte. Der letzte der drei Brüder wurde vor einigen Tagen in Folge der Aufregung wegen des Falliments von einem Schlaganfall betroffen, der wahrscheinlich den Tod des Betreffenden herbeiführen wird. verrnischter. * Gladenbach, 13. Mai. Am gestrigen Tage ist endlich die Bahnstrecke Marburg-Gladenbach-Wetdenhausen dem Verkehre übergeben worden. Der erste Zug fuhr um 615 Uhr früh aus Marburg ab nach Nieder-Walgern. Diese Station ist vorläufig für den Verkehr noch gesperrt, weil das Stationsgebäude noch ohne Zufuhrweg ist und die Gemeinde Nieder-Walgern sich zum Bau eines Weges nicht entschließen kann. Die Uebergangsstation von der neuen Strecke auf die Main - Weser - Bahn für Reisende, die in der Richtung nach Frankfurt fahren wollen oder von daher kommen, ist vorläufig Nieder-Weimar. — Als der erste Zug die Main-Weser-Strecke verlassen hatte und in den festlich geschmückten Bahnhof Nieder-Walgern unter den fröhlichen Klängen eines Marsches, den die Marburger Stadtcapelle onstimmte, die im Zuge untergebracht war, einfuhr, harrte seiner eine ganz geringe Zahl von Leuten. Die B-völkerung Nteder-Walgerns verhielt sich vollkommen passiv. Reich mit Guirlanden, Kränzen und Fahnen geschmückt, befuhr der Zug nunmehr die neue Strecke, die mit einer bedeutenden Steigung (1 : 70) beginnt. Die auf der Höhe liegende Haltestelle Damm war dicht von einer schaulustigen Menge besetzt, die den Zug mit kräftigem Hurrah empfing. Von da ging es dann in etwas rascherem Tempo nach Lohra. Hier stand dichtgedrängt Kopf an Kopf auf dem reichgeschmückten Bahnsteige, den Zug mit Hüteschwenken und begeisterten Hurrahrufen empfangend. Nach der Einfahrt nahm Herr Baumeister Hentzen das Wort und hielt eine kurze Ansprache an die Versammelten, in der er mit warmen Worten den Erschienenen für ihre Theilnahme dankte und mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Lohra schloß mit dem Wunsche, daß die neue Bahn für die ganze Gegend nur von Nutzen sein möge. Darauf brachte Herr Lehrer Naumann (Nanzhausen) dem ersten Zuge ein dreimaliges Hurrah. Die Schuljugend von Lohra, die unter der Führung ihres Lehrers mit ihren Fahnen Aufstellung gefunden batte, stimmte lobann ein Liedlein an: „Die Eisenbahn ist kommen, habt ihr eS nicht vernommen rc.", unter dessen Klängen der Zug sich in Bewegung setzte. Unter den fröhlichen Weisen der Stadtcapelle erreichten wir nunmehr, nachdem das Dorf Mornshausen a. S. in langsamem Tempo passirt war, die Station Gladenbach. Der festlich geschmückte Bahnhof war ungeachtet des heftigen Regens, der seit der Abfahrt von Damm ununterbrochen niederströmte, von einer großen Menge besetzt. Die Schulkinder im Festgewand mit ihren bunten Fahnen und Fähnchen hatten ebenfalls auf dem Bahnsteig Aufstellung gefunden. Die Einfahrt des Zuges wurde mit lautem Hurrah begrüßt. Auch hier nahm Herr Baumeister Hentzen das Wort zu einer kurzen Ansprache und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Eröffnung der neuen Strecke zum Segen und Aufblühen Gladenbachs, wie auch der ganzen Gegend gereichen möge. Wir verließen den Zug, der nach kurzem Aufenthalt nach Weidenhausen weiter- tttyn Tazt ist tnblidj ach-Wrideohausri :r eiste Zug fuhr ui NiederWalgern. Diese noch gespenl, weil W ; ist und die Gemeick LegeS nicht entschließk- ■ neuen Strecke aus die . in der Richtung no-ti : kommen, ist vorläastg die Main-Mr-Aerecke ^schmüLen 8W jhlichen Rlängtn Jin« ptdt onfW d'e m seiner eine ganzgermgr eder-Walgerni vrrM iil«M W™‘ 1 :10) beginnt. W »»w°- ; Ontif an Kops «*j?S i* “Ei w* ®S ।- den ilv“ Bl"khr/ na passto aesch"^ en ei- jben- " . ter n- !“Sthl |e «*?»“ b!“ V»Ä«‘' ShSj *** ltt a’oii sind hi,. Honta, ‘u «d-° tart stärkeren 1 „7* * N«u Vltl^nau4 de« bld-' -«b« W .1 ,Ir.o6™«8 M 5» blrn a“t lür ^Mtarieb < ??"«'" Hille m 111116 W in 8t, !j<(, Mto. 16 ?» WM«. Wien SnbÄi.j, ®8«B3n«bSWtI bet Seleift mit tint» geblieben und stürzte. er von einer öcm Transport nach ^bstmord zweier 'mmirtrn ÜRübeb uni e hin, erregt berrch. der eine der Brüdn wegen GeifteSstörunz igen Tagen über boi )ntt Geschäft Concurl iiberraschend kam. De । Habern von dem Ge- hrungsgeld zubewillig! oberen Geschäften all erschien nun der älteste n indetz nach wenig» en Abend wurde ttnti wo man die Leiche del rd) Erhängen ein Ende ider wurde vor eimgea n deS Falliments von scheinlich ben Tod M Provinzial-SchulcollegiumS. Die Eröffnungsrede hielt Prof, ajuicuucgiuaw. 4. ic roiynungerccc qicu piuj. . -Erlangen über die Borbereitung zum physikali- und deffen Eonsequenzen. Die nächste Sitzung 1 Wiedmann schen Lehramt und deffen Eonsequenzen. abgelegenen Gegend beitragen möge! M. T. 68 starbm en: Zusammen 1 (1) 2 (1) mtethen. Neustadt 1». 4214 4202 Großh Direktion. 1 Acker am 1 Acker da- 3 Acker da» Flur 3 3 7 7 7 7 am Steinkauter Weg, 24 25 Flur 45 4) Preis Mk. 1.— [1471 46 am 3< ächten Rhein-Salm Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur 1 (1) 1 Flur Flur Flur 2 (1) 1 öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen. 16 Mai 1894. Diphtheritts Lungenschwindsucht Lebensschwäche illeubilbuiigen Selbstmord ». D. Gebauer Bachs Franz E yserbeck ____Selter-weg 67. Großh. OrtSgericht Gießen. I. A Bogt. dampfte, um uns dem festlichen Einzuge in Gladenbach an« zuschließen. Boran die Schuljugend, dann die Eapelle, dann Vermischte Anzeigen. Reparaturen u. Stimmungen an Flügeln und Ptantua- werden unter Garantie aufS Sorgfältigste ouSgeführt. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 16. Mat, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 147t, Luft 20°. Rübsamen'sche Badeanstalt. und Reparaturen an solchen werden unter Garantie sorgfältigster Arbeit zu den billigsten Preisen aus* geführt. Hob. Schaffstaedt, Gss» vlld Wgfferlritllllgsgeschöst, Tchauzenftraste 12, Telephon 35. [3435] Telephon 35. zu bezahlen. Zahltage: Dienstag, Donnerstag und Samstag. Gießen, den 16. Mai 1894. Der Stadtrechner: Doepfer. • Bayreuth, 11. Mai. Schmerzliches Aufsehen erregt d.r Selbstmord der von ihrem Manne verloffenen Ehe- fiau Steininger. Man fand sie mit ihrem 14 Wochen alten Qtnbe im Main als Leiche, lieber das Motiv der That wird amtlich angegeben: Die Frau Steininger mit ihrem Manne war früher in Nürnberg, wo sie eine Wirtschaft betrieben ; a!4 die letzten Baarmittel der Frau, die beffere Zeiten gekannt hat, aufgezehrt waren, verschwand Steininger und ließ die Frau mittellos zurück. Sie fand Unterkunft bet Verwandten und sollte im Lause deS gestrigen TageS nach Frankfurt a. M. reisen, wo sie als Amme Stellung genommen hatte. AuS Schmerz darüber, daß sie sich aus lange Zeit von ihrem einzigen Kinde trennen sollte, Hai sie mit dem Kinde den Tod gesucht und gesunden. * Berlin, 15. Mai. Die Pfingsttage mit ihrem wahrhaft idealen FrllhlingSwettec haben eine Dö!kerwanderung der vergnügungszügler gesehen, die nach allen Beobachtungen und Berichten die schon erstaunlichen Stiftungen frühere Jahre noch übertrifft. Jedenfalls wird ein Gewerbe, das der Besitzer der BergnügungSlocale der Hauptstadt und der Gastwirthe der näheren und weiteren Umgebung sich von der allgemeinen Klage über den schlechten Geschäftsgang ab- schließen können. Stadt- und Ringbahn haben wieder unge- heuere Leistungen aufzuweisen und trotz aller Klagen über zu späte Beförderung in den Abendstunden steht man doch bewundernd vor der Abwicklung dieses RiesenverkehrS, der sich bis auf einen ziemlich harmlosen Zusammenstoß in Friedrich-Hagen glücklicherweise ohne jeden Unfall abgewickelt hat. • Wiesbaden, 15. Mai. Der heute erfolgten Eröffnung des Mathematikertages wohnten circa 50 Delegirte bei; als Vertreter der Unterrichtsverwaltung erschien Geh. Rath Dr. Lahmey er «Kassel, als Vertreter der Stadt Stadtrath Flur 26 Nr 254 a — If 8 qm Acker am untersten Riegelpfad, Flur 28 Nr. 151 — 1150 qm Acker auf dem Sandkauter Weg und Heeg» strauch. Flur 28 Nr 68 — 1600 qm Wiese am Hesgttrauch vor der Schwal- bachffchen Wiese auf das Bruch, Nr. 40 und 41'/«, - 1353 qm Acker auf dem Fluthgraben, Nr. 98 — 1725 qm Acker an der Marburger Straße, Nr- 99 — 1737 qm Acker daselbst, Nr- 100 — 1731 qm Acker daselbst Nr. 62 - 2200 qm Acker links am Badenburger Fußpfad, am Fluthgraben DermieMngen. 421f>] Frerrndl. Wohnung, 3 Zimmer und Zubehör, im HtnterbauS zu oer» I Dr. von Heyden. Nach der Begrüßungsrede durch den | I Director Dr. Kaiser wurde der Congreß eröffnet. Geb. ! das Eomitee und die Einwohnerschaft Gladenbachs, soweit sie Rath Dr. Lahmann begrüßte die Versammelten Namer.S des kann. ES schweben Untelhandlungen, um die soeben zum Patent angemeldete epochemachende Erfindung zu finanzirrn. der Neustadt. Nr. 30a - 625 qm Grabgarten in der Müblgaffe, Nr. 60 — 1450 qm Acker am Schwalbachifchen Acker und Ärofbo.fer Weg, Nr 168,3 — 1150 qm Acker am Fluthgraben an dem Fabrici» schen Acker, Nr. 169 3 — 906 qm Acker daselbst, Nr. 57 — 4475 qm Acker auf dem LeusertSröder Weg, Nr. 195s to — 562 qm Acker auf dem Fluthgraben jenseits deS GraSwecS, Nr. 195a'/te — 562 qm Acker das« löst. Nr. 196s/i. — 581 qm Acker ba» Flur 31 Nr. 132 - 4000 qm Erdrauter Weg, Flur 31 Nr. 133 - 4013 qm selbst, Flur 31 Nr. 134 — 2956 qm Dienstag den 19. Juni, Nachmittags 3 Uhr, fallen auf dem hiesigen OrtSgericht nachstehende d n «mil Balthasar »alka- mesluS Eheleuten in Gießen gehörige fcbiff>nacbricbtctu Norddeutscher Llood, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 15. Mai. sPer transatlantischen Telegrapdf Der Schnelldampfer Aller, Eapt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 6. Mat von Bremen und am 6. Mat von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Nacht- wohlbehalten in Newvork angekommen. Bremen, 14. Mat. (Bet transatlantischen rclegrapd.f Der Postdampfer Kronprinz Friedrich Wilhelm, Eapt. H. Äbrtue, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 25. April von Neapel abgegangen war, ist gestern, 4 Uhr Margen-, wohlbehalten tn Newvork angekommen. vertreten war — so legten wir den fast 2 Kilometer weiten Weg nach Gladenbach unter strömendem Regen zurück. Der Zug bewegte sich durch die Hauptstraßen und löste sich dann auf- die Schüler wurden zur Feier des Tages nach althergebrachter Sitte mit Bretzeln bedacht Bon 10 Uhr ab fand Frühschoppenconcert in dem FriebertSbäuser'i'chen geräumigen Taal statt, welches sich einer starken Betheiligung auS allen Kreisen der Bevölkerung erfreute und einen äußerst gemüth- lichen Verlauf nahm. Der commiffarifche Bürgermeister, H.rr Köhler, nahm Gelegenheit, eine auf die Bedeutung deS Tages bezügliche Ansprache zu halten, die in einem Hoch auf die Beamten und Arbeiter, die das Werk gefördert und vollendet, auSklang. Herr Baumerster Hentzen antwortete mit einem Hoch auf das Eomitee, welches trotz der kurzen Zett — die Verfügung der Bahneröffnung wsr erst feit einigen Togen bekannt — sich der Mühe unterzogen hatte, lür eine deS TageS würdige Festfeier zu sorgen. — Das N ichmrttag-concert erfreute sich ebenfalls eines starken Bein heS. Abends fand dann Tanzvergnügen statt im Saale des Herrn FriebertShäufer, sowie in demjenigen deS „Äer- liner Hof". Alles in allem genommen nahmen die Veran« Haltungen sämmtlrch einen gemüthlrchen und deS TageS würdigen Verlauf. Hoffen wir, daß die neu eröffnete Strecke recht bald auch ganz dem Verkehre angeschloffen wird, (vor- läirfig hat nur Wcibenhausen eine Güterstation-, hoffen wir, daß sie zum Blühen und Gedeihen unserer bislang noch sehr Fleisch-Extract ist frisch eingetroffen bei«. »och Rachs. A n m. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke tommen. Maifische, lebendfrische Hechte, Zander, Schellfische, Eabliau und See Lachs, Kinder : Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: 2 (1) Nr 21*710 — 1350 qm Acker Flur am Schlangen,ahl, zieht durch den SchützgeSbrunner Weg, Flur 25 Nr. 2os to — 613 qm Acker selbst. Flur 25 Nr. 24s/io — 612 qm Acker selbst. Flur 25 Nr. 39 — 1450 qm Acker Frankfurt a. M.- briw. tzannourr- Obrrhrsßschrr Eütrrurrkehr. Der tn den vorbezeichneten Verkehren auf Entfernungen von mehr als 200 km in Geltung befindliche (Staffel-) AuS- nabmelarii für Getreide- und Mühlen- fabrikate wird zum 1- August d. I aufgehoben. Gießen, den 12. Mai 1894. Großh. Direktion 4203 der Lberhessischen Eisenbahnen. ... - Chaussee, selbst, Flur 43 Nr. 95 - 1850 qm Acker lirkS Nr. 142 - 3994 qm Acker auf I ~ dem Aulweg hinter dem Weiher, mat 43 9h:. 495/t, - 1194 qm AckerI am BarreSgraben, links deS Flur 45 SchützgeSbrunner WegS, 4207, bei [4218] Aulweg. F'ur 25 Nr 233 - 1838 qm Acker zwischen dem Aulwez und dem Leihgkstrrner Weg, Immobilien: . Nr. 30 — 12o qm Hosrarthe in Ä/ f k WJ ** direkt auS der ffabrtk also aus erster Hand v kMnMIniltlM von Elten & Keussen, Crefeld, ■—VL I II ’ 11 II U 11 L io tedem Maaß zu beziehen. Man verlang« IJ * Mutter mit Angabe dcl «ewünfchten. . !Slur da-, . Flur da», !! Glück auf!! In Deutschland staatl. conceff. Ottoman. FrcS. 400 Prämien Loose Ziehung 1. Juni. 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Mai 1894. selbst, Flur 32 Nr. 47 — 1094 qm Wiese am Heegstrauck bei der Schwal- bachischen Wiese, am Pfad, Flur 32 Nr. 48 — 1100 qm Wiese daselbst, Flur 32 Nr. 111 — 2287 qm Wiese am Heegstrauch bei der Schwalbachi- schen Wiese, Flur 32 Nr. 102«/,» — 3169 qm Wiese daselbst, Flur 41 Nr. 91 — 1812 qm Acker vor der Wart auf die Marburger 4201] Gesucht zum 1. August eine Wohnung von 7 Zimmern, möglichst im j 041 414144 unteren Stock, mit Badeeinrichtung und ♦Vlllt- V Gartenbenutzung. Anerbieten mit Preis- auf gute erste Hypothek, per Juli oder mujvhiangabe nimmt die Grped. b. Bl. unter, später, zu leihen gesucht. Offerten unter 2 8" 10" 1025 1210 1238 2*0 50b«cü 610822 9j-102 Danksagung. Verwandt6D, Freunden und Bekannten sugen wir für die herzliche fheilnuhme