Wie Anzeiger miHunM HAe ®°Ne im HilUn. tl'§ fH ßlmmtni yi otr, ^elkäs. •;* «äh, Robe|et Haag lU8enedelM ** Mi«,, «Esüs* MM? 5. « lnbßafft 32. til. Stod, 6 Zimmer, Bab?« i., ist pr. 1. Äpril an en e jii omnütfitn. Stfntofßrtjt 71. h mN Zimmer ju »er, Grünber-erstrM H. tat rM- v^>- M«I mW;». PrMzaii! lUxtt Stimmet iu «tmieS e Pension. Wtrwe, t Sbl. Zimmer, tomt vemielben. chNÜLvser, ffliuSbut: ldwitztzstrahe 40, t& "grössTwihHir üung re., [0W( aux {eil, ab 20. nptil >. y frordanltgt 33, nes LogtS ju amnitfbd!. Marlkstnst 18, mittlereStod, laut5Str. ist pet 1. üpril m ic Lttchsttchr eit, Mttridir- sowie en v. W«O> md M” j uni Hij« ««**' den iim «im« “ tridten *■ , Schtort"- S«in fische N frS"^ ev en B- SSk^^ eßler^WW5- esucht .» 8»«*«' d"? ifferten unter vr !öl- _ , asbar^che “■««’S» ^[WorB Nr. 64 Samstag den 17. März 1894 Drr Giehevcr *«|tigrt erichnnl läglich, »Ü AuSnabme dk« Montags. Die Gießener Aamtstenötttler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal bergetegt. Gießener Anzeig er Keneraf-Wnzeiger. Bierteljftriger A6«nnemen(5pr eil r 2 Warf 20 Pjg. mit Bringer lohn. Durch die Poft bezogen 2 Mark 60 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: Zchulftraßc Mr.7. Fernsprecher 51. 2(mtsos und 2lnzeigeblutt für den Ureis (ßic^ctt. Hratisöeikage: Kießener Kamikienötatter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. «He Annoncen Bureoux de« In. und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- enigrge*. Amtliche»- Theil. Bekanntmachung, betreffend Schafräude zu Reiskirchen. Nachdem die Schafräude zu Reiskirchen durch Abschlachten der erkrankten Herde erloschen ist, werden die durch Verfügung vom 13. Januar l. I. verordneten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben. Gießen, 14. März 1894. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. G a g e r n. Deutsche» Reich. Darmstadt, 16. März. Seine Königliche Hoheit der Großherzog ist zum Besuche seiner hohen Braut gestern Abend in Coburg eingetroffen und wird von dort erst nach Ostern wieder nach Darmstadt zurückkehren. Neueren Nachrichten zufolge ist eS wahrscheinlich, daß der Einzug Seiner Königlichen Hoheit deS GroßherzogS mit seiner Gemahlin in die Residenzstadt Darmstadt schon am Tage nach der Der» mählung, also am Freitag den 20. April, stattfinden soll. Neueste riuchrichteiz. WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 15. März. Ein Congreß der im GastwirthS- gewerbe Angestellten sprach sich gegen Entlohnung durch Trinkgeld und durch procentuale Gewinnbetheiligung auS und erkannte als richtig nur feste Bezahlung durch Zeit- lohn an, verwarf die Naturalverpflegung (Kost und Logis im Hause) und forderte einen 36stündtgen freien Tag in der Woche als Ersatz für die undurchführbare Sonntagsruhe. Hamborg, 15. März. In dem heute eröffneten Testament setzte Hans von Bülow seine Gemahlin zur Uni- versalerbtn ein und ordnete an, daß seine Leiche in Gotha verbrannt werde. Zum Testamentsvollstrecker ist der Hamburger RechtSanwalt Dr. Donvenberg ernannt. Posen, 15. März. Dem „Posener Tageblatt" zufolge ist das Gesammtresultat der Reichstags-Ersatzwahl im Wahlkreise Bomst-Meseritz folgendes: Szymanski (Pole) erhielt 7250, DziembowSkt (Reichspartei) 4910, Mosch (Antisemit) 3260 Summen- zersplittert sind 240 Stimmen. ES ist Stichwahl zwischen DziembowSki und Szymanski erforderlich. Paris, 15. März. Heute früh wurden wieder vier Anarchisten verhaftet. Rom, 15. März. Während der Abwesenheit des auf Urlaub befindlichen italienischen Gesandten in Teheran nimmt der deutsche Gesandte die italienischen Interessen wahr. London, 15. März. Der Etat deS KrtegSministe- riumS für 1894—95 veranschlagt die Ausgaben auf 18,081,000 Pfund Sterling gegen 17,802,900 Pfd. Sterling im vorigen Jahre. Washington, 15. März. Der Senat genehmigte mit 44 gegen 31 Stimmen die Vorlage bezüglich der monatlichen Ausprägung von zwei Millionen Dollars aus dem im Staatsschätze befindlichen von der Prägegebühr herrührenden Silber. Depeschen deS Bureau .^eroli)*. Berlin, 15. März Der Kaiser wird am Freitag einer Einladung deS russischen Botschafters Schuwalow zum Diner entsprechen. Berlin, 15. März. Der Vorstand der Nationalliberalen Partei hat beschlossen, den Abgeordneten Dr. Hahn zu ersuchen, sein Verhältniß zur Partei sofort zu lösen. Berlin, 15. März. Von gut unterrichteter Seite wird gemeldet, die Reise des deutschen Botschafters in Petersburg, Generals Werder, nach Berlin, erfolge auf Grund einer Anregung Kaiser Wilhelms und im Zusammenhang mit bestimmten Vorgängen sehr erfreulicher Natur, die sich auf den russischen Handelsvertrag beziehen. General Werder beab- sichtigt, in Berlin eine Woche zu verweilen. Weimar, 15. März. Prinz Bernhard vonWeimar stürzte gestern beim Einspännigfahren vom Bock und zog sich eine Verletzung deS HinterkopfeS, sowie eine Quetschung der KreuzmuSkeln zu. Abbazia, 15. März. Die Kaiserin hat infolge deS schlechten Wetter- heute ihre Gemächer nicht verlassen- die Prinzen unternahmen jedoch eine längere Promenade durch den Park. Der Erzherzog von ToScana weilte gestern bei der Kaiserin zu Besuch- sie sprach sich ihrem Gast gegenüber ganz entzückt über den ersten Eindruck auS, den Abbazia aus sie gemacht habe. Erzherzog Josef und Erzherzogin Clotilde ließen sich für heute bet der Kaiserin anmelden. Florenz, 15. März. Heute begann vor dem hiesigen Kriegsgerichte der Proceß gegen den Soldaten Magri, welcher in der Humbert-Kaserne zu Pisa daS schreckliche Blutbad angerichtet hatte, dem drei Soldaten zum Opfer gefallen waren. Da Magri auch Seitens des Gerichts für irrsinnig gehalten wird, sind mehrere Professoren der Psychiatrie berufen worden, die als Sachverständige fungiren. Paris, 15. März. Aehnlich wie bei dem Fall in Greenwich hat heute Mittag hier ein Anarchist eine unfreiwillige Selb st Hinrichtung an sich vorgenommen. Der Attentäter beabsichtigte seine mit Nägeln gefüllte Bombe in der Madeleinekirche während deS Nachmittagsgottesdienstes, an dem vor Allem Frauen und Kinder theilnahmen, zur Explosion zu bringen. Als er ein geeignetes Versteck für seine Höllenmaschine suchte, explodirte diese und richtete den Verbrecher furchtbar zu. Die Eingeweide hingen auS der Bauchhöhle heraus. Der Kopf sah ganz unförmlich auS. Der Genosse des Gerichteten wurde auf seiner Flucht von der Menge eingeholt und nur theilweise gelyncht, da die Polizei ihm rechtzeitig daS Leben rettete. , Paris, 15. März. Gestern wurden neun Anarchisten verhaftet, darunter der frühere Redacteur des Anarchistenblattes „Revue Libertaire". «fcttilkton. D i e Dflerblumen. Erzählung von C. PleSky. (1. Fortsetzung.) Kurz rastend und daS schäumende Pferd verschnaufen lassend, hielt die Reiterin endlich auf einer kleinen Anhöhe, mitten in den gräflich Rothburg'schen Besitzungen, und erfreute sich an der herrlichen Aussicht auf das langgestteckte, vom Walde umsäumte Thal und auf einen in dem Thale zu ihren Füßen liegenden blauen See. „Hier in dieser reizenden Landschaft bin ich ja noch nie gewesen," dachte die Baronesse Gertrud, und sie war zum ersten Male in ihrem Leben unwillig darüber, daß ihre Familie mit derjenigen deS Grafen Rothburg in bitterer Feindschaft lebte, denn nur heimlich und niemals mit Papa und Mama durfte sie ja dieses paradiesische Fleckchen Erde, welches dem Grafen Rothburg gehörte, je wieder besuchen. „Gnädiges Fräulein, ich möchte unterthänigst bitten, doch hier nun rasch umkehren zu wollen, denn wir sind auf fremdem Gebiete," sagte der jetzt seiner Herrin nachgeeilte Diener und lüftete ehrerbietig den Hut. „Weiß schon," bemerkte die anmuthige Baronesse lächelnd und schüttelte schelmisch ihr dunkles Lockenhavpt, „wir befinden uns hier in Feindesland, aber nichts desto weniger ist eS so schön hier, daß ich noch ein Viertelstündchen hier verweilen und dem See entlang heimwärts retten möchte." „Es darf aber kein Mensch von diesem Ausflug auf das Kothburg'sche Gebiet etwas erfahren, gnädige- Fräulein," bat der Diener inständig, „ich habe vom gnädigen Herrn strengen Befehl, daß —" "Schon gut, schon gut, Friedrich," nickte die Baronesse, -ich werde verschwiegen sein." Im munteren Trabe ritt die kühne Amazone mit ihrem Begleiter die Anhöhe hinunter und wandte nun ihren Renner Lew Ufer des Sees entlang. Auf der anderen Seite des Sees traten jetzt, von der Baronesse und ihrem Diener unbemerkt, zwei Männer aus tem Walde. Der ältere von ihnen war Graf Rothburg und der jüngere dessen ältester Söhn, Graf Curt. Der junge Graf toar vor Kurzem zum Lieutenant bet einem Garderegiment befördert worden und befand sich während der Oftertage auf | Urlaub bei den Eltern. | Der schmucke Offizier hatte einen Strauß der ersten Frühlingsblumen im Walde gepflückt und wollte mit diesen Osterblumen zum Feste den Tisch der verehrten Mutter schmücken. Gemächlich schlenderte der junge Graf neben dem Vater her, dabei ihm Neuigkeiten auS der Residenz erzählend, für welche sich der Graf, der eine Anzahl seiner jungen Jahre ebenfalls in Offiziersdiensten in der Residenz verbracht hatte, sehr interessirte. Näher und näher kamen jetzt die Reiterin und der Reiter den beiden Herren. „Ah, dort kommt eine stolze Amazone dahergesprengt," rief jetzt Graf Curt, seine Augen fest auf die anmuthige Reiterin heftend. „Wer mag sie wohl sein?" Wie gebannt blieb Graf Rothburg stehen und blickte starr auf die nahende Reiterin und dann auf ihren jetzt hinter ihr sicheren Begleiter. „Es ist ein Scandal!" rief jetzt Graf Rothburg mit wahrer Stentorstimme, „nicht einmal auf meinem Grund und Boden in dieser Waldeinsamkeit bin ich mehr sicher, von dieser dreisten Gesellschaft unbelästigt zu werden. Die übermüthige Person will mich wahrscheinlich ärgern, daß sie mit ihrem halbwilden Pferde und dem ungeschlachten Reitknecht auf meinen Wiesen herumreitet. Zurück, meine Dame, zurück in Ihr Revier!" schrie jetzt der Graf Rothburg überlaut und schlug dabei mit seinem Stocke wüthend in die Luft. Erschrocken, bleich und zitternd vor Aerger riß die Baronesse, der die letzten Worte deS Grafen nur zu vernehmlich in die Ohren geklungen waren, jetzt ihr Pferd herum, aber sei es, daß das edle Thier an diese unsanfte Behandlung nicht gewöhnt oöer von dem hochgeschwungenen Stocke des Grafen scheu geworden war, der feurige Renner machte bei der jähen Wendung einen gefährlichen Seüensprung, strauchelte einen Moment und ging dann gerade in der Richtung auf den See mit der Baronesse durch. Wie mit Windeseile und ohne sich nur einen Augenblick ! zu besinnen, eilte der junge Offizier dem durchgehenden Pferde nach. Tollkühn sprang er über einen breiten Graben, um auf diese Weise dem rasenden Thiere den Weg nach dem See abzuschneiden. Beherzt trat er in den Sumpf, der sich vor dem See an dieser Stelle auSdehnte, und fiel schließlich dicht vor dem Ufer dem rasenden Thiere in die Zügel, eS mit einem gewaltigen Rucke, wobei der junge Graf allerdings auch einen Augenblick zu Boden fiel, zum Stehen bringend. Todtenbleich und in höchster Erregung faß die Baronesse auf dem zitternden Thiere, welches Graf Curt zu besänftigen suchte und langsam umwandte. „Fassen Sie sich, gnädige- Fräulein," bat dann der junge schöne Offizier, der jetzt wie ein zweiter Siegfried vor Gertrud von Bruneck stand. „Ich hoffe und wünsche, daß Sie bis auf den großen Schreck ohne Schaden davongekommen sind. Entschuldigen Sie nur gütigst die unpassenden Worte und Bewegungen meines Vaters, der unbeabsichtigt Sie bet* i nahe in ein großes Unglück gestürzt hätte!" Mit wogender Brust saß die Baronesse aus ihrem nun wieder besänftigten Pferde. Eine ungeheuere Bewegung hatte Ihr Herz ergriffen. Der Sohn des Mannes, der mit ihrem Vater tödtlich verfeindet war, hatte sie vom Tode in den Wellen des blauen SeeS gerettet, dessen Anblick sie noch vor wenigen Minuten so entzückt hatte. Gertrud wollte ihrem Retter mit feurigen Worten danken, aber die Erregung erstickte förmlich ihre Stimme und nur mit dem Ausdruck einer grenzenlosen Verlegenheit heftete die Baronesse ihre großen braunen Augensterne auf ihren Retter. „Darf ich Ihnen noch zu irgend etwa- behilflich fein, Baroneß?" ftug dann Graf Curt theilnehmend, und als er statt der Antwort wieder nur seltsamen Blicken auS den braunen Augen der Baronesse begegnete, sagte er freundlich: „So erlauben Sie doch wenigstens, gnädige- Fräulein, daß ich da- Pferd biß hinüber auf festeren Grund und Boden führe?" Willenlos ließ es die Baronesse geschehen, daß der junge Graf ihr Pferd zurückführte. Aus diesem Rückwege fand Graf Curt den Strauß Osterblumen wieder, den er vorhin in der Erregung weit von sich geschleudert hatte. Behend hob er den Strauß, der noch ganz unversehrt war, empor und bot ihn der Baroneß mit den Worten dar: „Gnädige- Fräulein! Wir werden wohl kaum jemals wieder Gelegenheit haben, uns zu sehen und über daS seltsame Ereigniß dieses TageS auszusprechen. Deßhalb möchte ich 1 Sie bitten, diesen Strauß schlichter Frühlingsblumen als ein ! Zeichen dafür anzunehmen, daß der Groll unserer Väter nicht auf ihre Kinder vererbt werden soll und daß Sie meinem jähzornigen Vater sein heuttges unritterliche- Be- nehmen verzeihen." Mit der leise zitternden Rechten nahm die Baroneß den einfachen Waldblumenftrauß und ein tiefer, inniger Dankes- blick aus ihren herrlichen dunklen Augen senkte sich in die blauen Augensterne '.des jungen Offiziers. Dann nickte fie leise wie zum Abschied und ritt langsam an der Seite de- inzwischen herangekommenen und nun vorsorglich neben seiner Herrin reitenden Diener- davon. (Fortsetzung folgt.) Petersburg. 15. März. Nachdem die Annahme des deutsch-russischen Handelsvertrages gesichert ist, erwärmen sich die russischen Blätter immer mehr für den neuen Curs. Die „Nowosti" betonen, Kaiser Wilhelm habe sich In Handelsfragen als Politiker ersten Ranges gezeigt, indem er diese aufs genauste verfolgte, sich über alle Einzelfragen unterrichtete und sich mit Bismarck versöhnte, wodurch sich desien Gegnerschaft abschwächte. Keine Unternehmung des jungen Kaisers sei so glänzend durchgedacht und ausge- führt, wie diese, so daß der bisher stets angegriffene und verspottete neue Curs als Mittel zur Sicherung des europäischen Friedens eine sympathische Gestalt anzunehmen beginnt. Deutschland stehe nunmehr thatsächlich an der Spitze der neuen wirthschaftlichen Richtung, in der sich die Völker einander nähern sollen. Andere Blätter versteigen sich zu der Hoffnung, Deutschland werde eine Abrüstung anregen. Sitzung der Stadtverordneten am 15. März 1894. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Guauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Brück, EmmeliuS, Faber, Flett, Dr. Gutfleisch, Habeuicht, Helfrich, Hehligenstaedt, Homberger, Keller, Löber, Orbtg, Dr. Ploch, Schwall, Dr. Schäfer, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels. Nach Eröffnung der Sitzung richtete Herr Oberbürgermeister Gnauth an die Versammlung folgende Ansprache: Meine Herren! Hundert Jahre sind am heutigen Tage verflossen, seit ein berühmter, vielleicht der berühmteste Sohn unserer Stadt das Licht der Welt erblickte: am 15. März 1794 ist Friedrich Diez als Sohn eines HosgertchtSfecretarS in bem nunmehr Faß'schen Hause in den NeuenbSuen geboren. In dem Pädagog unserer Stadt geschult, an unserer Hochschule zum größten Theil gebildet, hat Diez vom Jahre 1822 ab an der Universität Bonn 54 Jahre lang gewirkt; was Jacob Grimm für die Germanistik, das ist er — ein Deutscher — für das ganze romanische Sprachgebiet geworden, feine Romanische Grammatik und sein Etymologisches Wörterbuch der romanischen -sprachen sind die Grundlagen und Ecksteine einer ganz neuen Wissenschaft, er selbst der anerkannte Schöpfer und Begründer der romanischen Philologie geworden. Und heute noch steht sein Werk hoch und stattlich da; DtezenS Methode, seine Wege und seine Ziele beherrschen heute noch fein ganzes Fach. Der schlichte Forscher aber, den alle Akademien und gelehrten Institute zu ihrem Ehrenmitglied ernannt, dem die Monarchen Europas ihre höchsten Orden verliehen, der hat — als vor 22 Jahren, bet seinem 50jährtgen Docentenjubtläum, feine Vaterstadt ihn zum Ehrenbürger ernannte — meinem damaligen Amtsvorgänger geschrieben, „daß in seinem Bewußtsein diese ihm zu Theil gewordene Auszeichnung das Maß seiner wtffenschastltchen Leistungen oder Bestrebungen weit übersteige." Ich glaube, mehr Recht hatte ein französischer Zett- und Fachgenosse von Diez, welcher schrieb: „M. Diez appartient ä cette claaae de aavanta allemande, dont le aavoir n’eat aurpasse que par leur extreme modeatie.“ Diese seine Bescheidenheit — bet allen Erfolgen seiner Lebensarbeit — nicht minder wie seine ungewöhnliche Leutseligkeit und innige Herzensgute sind eS gewesen, welche in Diez neben dem großen Gelehrten auch den liebenswürdigen Menschen verehren hießen: ganz besonderen Dank aber schuldet ihm unsere Stadt für die Anhänglichkeit, mit der er häufig und gerne in ihr einkehrte, „an sie gefesselt" — wie er sagte — „durch Jugenderinnerungen, wie DerwandtschaftS- und Freundschaftsbande der schönsten Art." Und wenn heute der Name von Friedrich Diez im gemeinsamen Gedächtntß gefeiert wird von Romanen und Germanen, wenn in der versöhnenden Einigung seiner Wiffen- schaft die Schranken weichen, welche das politische Leben zwischen den einzelnen Völkern beider Sprachgebiete heute noch festhält, dann darf auch unsere Stadt mit besonderem Stolze thetlnehmen an der gemeinsamen Feier. Lassen Sie uns heute die höchste und doch wieder so schlichte Auszeichnung, welche in der Ernennung zum Ehrenbürger unsere Vorgänger dem damals noch Lebenden erwiesen, erneuern und bekräftigen, indem Sie zu Ehren des Dabin- gegangenen und zum äußeren Ausdruck auch des dankbaren Gedächtnisses der Nachwelt von Ihren Sitzen sich erheben. Die Bekanntgabe des Ergebnisses ter Rechnungsprüfung der Stadt Gießen für 1891/92 hat nach Maßgabe der einschlägigen Bestimmungen in Abwesenheit des Bürgermeisters zu erfolgen. Herr Homberger übernahm den Vorsitz. Derselbe theilte mit, daß die Rechnung geprüft sei und keinerlei Anstände ergeben habe, ebenso der Verwaltungsbericht der Bürgermeisterei. Die Finanzcommission hat darnach beantragt, die Crediie auf Grund der angeführten Beläge in Höhe von 67 167,05 Mk. und 83 639,60 Mk. zu Lasten der nachge- toicicnen Mittel zu erteilen, sowie ferner das Ausstände- Berzeichniß mit 3682,02 Mk. und das Vorlagen-Verzeichniß mit 688,08 Mk. zu genehmigen. Die Versammlung beschließt antragsgemäß. Es folgte die Berathung des Voranschlags der Stadt Gießen für 189 4/95. Hierzu bemerkte Herr Oberbürgermeister Gnauth: Der Voranschlag habe mit Erhöhung des Communalsteuer-Coesfizienten von 28,2 auf 26,8 gerechnet, weil die Feststellung der Steuercapitalien bei Aufstellung des Voranschlags noch nicht Vorgelegen, was in' zwischen geschehen sei. ES sei erfreulich, daß sich darnach die Communalsteuercapitalien um rd. 30 000 Mk. erhöht hätten. Trotzdem hätte von einer Erhöhung des Coeffizienten nicht Abstand genommen werden können, weil sich Mindererträge auS den Waldungen ergeben hätten. Der größte Theil der Holzversteigerungen sei beendet und so könne man jetzt schon ersehen, daß der Tartspreis nicht in dem gewohnten Maße überschritten wurde,- es würden statt der veranschlagten 99 640 Mk. rd. höchstens 90 000 Mk. aus den Waldungen gelöst werden, so daß die Einnahmen um 15 000Mk. hinter bem Vorjahr zurückblieben. Diese Mindereinnahmen aus Waldungen würden also das PluS an Communalsteuern aufheben. Auch andere Rubriken des Voranschlags stellten höhere Erträge nicht in sichere Aussicht- das Gaswerk werde wegen der beschlossenen Herabsetzung deS GaSpreiseS einen höheren Ertrag nicht abgeben und die Erträge des Wasserwerkes würden vorerst noch durch die Verzinsung deS AnlagecapitalS und dessen Amortisation ausge- : braucht. Es sei zu hoffen, daß sich der nächste Voranschlag günstiger gestalte, weil die Stadt voraussichtlich in erhöhten Genuß des Gas- und Wafferwerks trete. Die Schulden berechnen sich für 1894/95 auf 5 219 568 Mk., sie haben sich gegen das Vorjahr vermehrt um 875 262,82 Mk., das Vermögen der Stadt berechnet sich auf 6 678 814,94 Mk., es hat sich vermehrt um 845 843,92 Mk., so daß eine Verschiebung des Abstandes zwischen Schulden und Vermögen um rd. 30 000 Mk. stattgefunden. Diese Schuldenvermehrung sei in der Hauptsache auf rentable Anlagen zurückzuführen. In der Generaldiscussion bemerkte Herr Löber, daß auch er den veranschlagten Mehrerlös von 20 000 Mk. aus Waldungen für zu hoch gehalten habe und damit einverstanden sei, daß die Finanzcommission denselben auf 12000 Mk. herabgesetzt habe. Es frage sich, ob es nicht rathfam fei, für die nächsten Jahre weniger Holz zu schlagen, um höhere Preise zu erzielen. Herr Vogt glaubt den Mindererlös auf die durch die oberhefsifchen Nebenbahnen erleichterte Con- currenz des Vogelsberger Holzes zurückführen zu können. Herr Dr. Thaer weift auf den Windbruch in den norddeutschen Forsten hin, der ein Fallen der Holzpreise nicht nur in den betr. Gegenden, sondern auch bei uns zur Folge haben werde. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß der milde Winter und die durch die ungünstigen landwirthschaftlichen Ver- hältnssse des letzten Sommers verursachte Verminderung der Kaufkraft der ländlichen Brennholzconsumenten die Erzielung höherer Holzpreise verhindert hätten- auch seien die früher erzielten Preise verhältnißmäßig hohe gewesen- ob ein Mindereinschlag wirthschaftlich sich empfehle, werde der Erwägung der Forstdehörde anheimzugeben fein. Herr Wallenfels möchte für die Zukunft eine Communalsteuer-Erhöhung vermieden und möglichst Sparsamkeit geübt wissen- auch die Kirchensteuer, auf welche die Stadtverordneten-Versammlung leider keinen Einfluß habe, fei erhöht worden. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkte, daß wohl Alle das Gefühl hätten, daß eine Erhöhung der Communalsteuer nicht willkommen sei, aber sie fei nicht zu umgehen gewesen- was die Kirchensteuer betreffe, so halte er es im Gegensätze zu Herrn Wallenfels gerade für gut, daß die Stadtverordneten - Versammlung hierüber nicht zu entscheiden habe, die Festsetzung der Kirchensteuer gehöre in die Evangelische Gemeinde-Vertretung. Herr Beigeordneter Grüneberg ersuchte Herrn Wallenfels, geeignete Vorschläge über diejenigen Rubriken zu machen, an denen gespart werden könne. Hierauf wurde in die Einzelberathung des Voranschlags, den wir mit den von der Finanzcommission nachträglich be- antragten und angenommenen Aenderungen hier folgen lassen, eingetreten: Einnahme A. Betriebs Rechnung. Ausgabe JL e Neubauftrecke Queckborn-Gießen begonnen worden sei und eine Besichtigung der Arbeiten demnächst stattfinden könne. — Herr Hehligenstaedt bezeichnet den Termin, bis zu welchem die Maschinen und Keffel geliefert werden müßten, als etwas zu kurz bemessen, dies hätte vielleicht manchen Lieferanten veranlaßt, vom Mitbewerb abzusehen. Herr Sch mall tritt bei pos. 13, Fried h ö f e, für Errichtung von Bedürfnißhäuschen in dec Nähe des Friedhofs ein. Bei pos. 16, Realgymnasium und Realschule, wünscht Herr Löb er, daß das Schulgeld nicht weiter erhöht werden möchte, wozu Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß diese Erhöhung gleichzeitig mit Ausgleichung der Unterschiede zwischen den einzelnen Städten Hessens und zwar auf Anordnung des Großherzoglichen Ministeriums eingetreten sei- es würden jedenfalls noch Formen zu finden fein, wonach es weniger Bemittelten ermöglicht fei, ihre Kinder in die Realschule zu schicken, etwa durch Vermehrung der Frei stellen. Bei pos. 32, Tonnenabfuhr , bemängelt Herr Schmal die Mißstände, welche durch die Tonnenabfuhr am Tage hervortreten, er fragt an, ob es nicht möglich fei, die Abfuhr Nachts oder Morgens vorzunehmen. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß dies wohl angängig fei, aber große Kosten verursache. Herr Löber ist im Interesse der Erholungsbedürftigen gegen die Abfuhr am Abend- Herr Habenicht weist ebenfalls auf die Verkehrsstörungen hin, welche Tonnen- und Kehrichtabfuhr am Tage verursachtet:. Zu pos. 52, Octr oi, verlangt Herr Schmal! baldige Regelung des Octroiwesens, über welches schon seit 3 Jahren verhandelt werde, man möge eoent. eine Commission Sachverständiger zusammensetzen, welche die nötigen Schritte vorbereiten könne, damit endlich einmal Ordnung in das vielumstrittene Octroiwesen komme. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß er diesen Gegenstand auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung setzen wolle, lieb wäre es thm aber, wenn Seitens der Mitglieder des Collegiums einige Directiven gegeben würden. Die öffentlichen Bauten betreffend, bemerkte Herr Löber, daß einzelne derselben, so die Schuldienerwohnung in der Schillerstraße, der Uebergang beim Hotel Lenz, der Anbau am Bourgeois'schen Hause hinter der Kirche wenig geschmackvoll ausgeführt feien, wogegen das Feuei löschgeräthe-Magazin der Stadt zur Zierde gereiche. — Herr Sch mall betont, daß bei manchen Bauten hätte gefpait werden können, man solle nicht so maisig bauen. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt, daß alle diese Sauten nach von der Stadtverordneten - Versammlung genehmigten Plänen gefertigt feien- wenn die Bauten sich den Laien anders repräfentirten, als nach den Plänen, so müsse man es sich, wie bei allen öffentlichen Bauten gefallen laffen, daß darüber geredet werde, der Geschmack sei eben verschieden. Was die Schuldienerwohnung in der Schillerstraße betreffe, so konnte diese nicht so monumental gebaut werden, wenn sie als Schuldienerwohnung erkannt werden sollte- der Anbau am Bourgeois'schen Hause mußte so angelegt werden, damit er sich in die Bauart des Ganzen einfüge; von Sandsteinbauten, die Herr Schwall als theuer bezeichnete, hätten Laien andere Ansichten als Techniker, die Mehrkosten feien nur gering und ihre Verwendung im Vergleich zu dem übrigen Material sehr minimal. Es handle sich um öffentliche Bauten und diese rechtfertigtrn wohl die Pflege der Kunst in dem hier recht bescheidenen Maße. — Herr Keller bezeichnet die Summe von 50 Mk., über welche der Bürgermeister verfügen kann, wenn Arbeiten aus der Hand vergeben werden, als zu gering, er b'ttet diesen Betrag zu erhöhen- Herr Löber ist gegen Erhöhung, da viele kleine Posten doch in die Hunderte gingen. Die Herren Emmelius und Hehligenstaedt sprachen sich ebenfalls für Erhöhung der Summe aus. Herr Obcr< bürgermeister Gnauth bezeichnet es auf diesbezügliche Anfrage des Herrn Beigeordneten Grüneberg für erwünscht, daß die thm für aus der Hand zu vergebenden Arbeiten zur Verfügung gestellte Summe erhöht werde, er wünsche inbeB, daß er seine Verantwortung darüber mit der Baudeputation theilen könne, bezw. daß diese Vergebungen durch die Bau- beputation erfolgen. Der Antrag des Herrn Keller wird auf Vorschlag des Herrn Wal len fei« auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gestellt. — Der Vorschlag des Herrn Hehligenstaedt, entlang dem nördlichen Trottoir der Alicestraße ein Geländer, ähnlich wie in den Anlagen zu errichten, wird an die Baudeputation verwiesen. — Herr Oberbürgermetfter Gnauth theilt noch mit, daß die Stadt demnächst einen Versicherungsvertrag gegen die ihr aus dem Hast Pflichtgesetze etwa erwachsenden Ansprüche eingehen werde. Der an die Versicherungsgesellschaft zu entrichtende jährliche Betrag belaufe sich auf 750 Mk. (Schluß folgt.) _32300.- liedhosz 51 lungtn ^nung " ÄU W2p2 >4 9717.04 11000.O 567350- Mito öiinb für dir lür die 1010^243 ^MW.78 ^ZZMö *Jhr Oferthn, für j, time. - e.n Trwin, bis - S? *** M6t(r l > »«* °bzusehen. 13/ FrirdhSse Ar be( Nähe des '°«d Realschule ■l0 m\t M, V\Ä xoixt ti:. drS Collegiums r; betteffend, bemerke , die Sdjulbitnmuoi: ang beim Hotel : iouft hinter der 8- i, wogegen SaS F Zierde gereiche. - i Bauten hätte ze- > malstg bauen, t t, daß alle diese nsMAlllNg fl*. Uten Oben Laien so müsse mn es nch, r M dah daMn ; .n versch'-denE W » ■ straste bt* 1° 1 . werden «»M .fr... s(r Sobau u. »,«iw« : WM° »*! ■Äi* j s '.Ä-r, •ff*! ALH CocaRs «nd prot>in$ic(lo. Gieße«, den 16. Mürz 1814. Aulzeichauog. Seine KänigliLe Hoheit der Großherzog haben am 10. Februar dem Felbschützen Johanne- Muhl zu Großen • Linden daS allgemeine Ehrenz'ichen mit der Inschrift: „Für Verdienste" verliehen. • * ernannt wurde am 7. März der Fußgendarm Johanne» Ruht zum zweiten UnroerfitStSdiener an der LandeS'Un'versträt. • * Bientmant v. Z«ge« f. Heute Vormittag 11 Uhr verstarb m der alten Klinik Herr Lieutenant Ottov. Zangen nach sechSmonailichem schweren Leiden an seinen Verletzungen, welche er sich im letzten Herbstmanöver durch einen Sturz mit dem Pferde zugezogen hatte. Die Uebersührung der Leiche noch Darmstadt erfolgt nächsten Montag. • • Der angebliche Techniker, welcher vor einigen Tagen hier verschiedene Betrügereien verübte, ist in Folge deS AuSschreibenS in Wiesbaden festpenommen worden und wrrd in den nächsten Tagen in'S hiesige UntersuchungSgesängniß übergeführt werden. • • Da» Kohlenlager der Aclienbranerei fand in der letzten Zeil unberufene Abnehmer. Gestern wurde der Dieb in der Person eines kürzlich hier zugezogenen und bereits bestraften Arbeiters ermittelt und zur Anzeige gebracht. • • Die ViSmarlk Adresse der Damen Heften«, Badens und der Pfalz zählt dtS jetzt an 100000 Unterschriften. Die Adresse wird dem Altreichskanzler inFriedrichSruh durch 12 Damen, je 4 aus Heften, Baden und der Pfalz, überreicht werden. - ■ * ■ --------- । Mainz. 15. März. Die Wahl deS Herrn Or. G a ß n e r j zum Bürgermeister unserer Stadt ist vom Broßherzog bestätigt rooiben. Kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen. evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag Palmarum, den 18. März: Lande»,Buß» und Bettag. I« der Ltadtttrche. Vormittag» 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser. vormittag» 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dingeldey. Beichte und heilige« Abendmahl für die Militär gtmeinde. Abends 6 Ubr: Pfarroerwalter Dr. Grein. Kindetkirche Nachmittags 2«/, Uhr: Pfarrer Schlosser. In sämmtlichen Gottesdiensten Collecte für hilfsbedürftige Gemeinden unseres Lande». Am Gründonnerstag und Charfreitag wird Beichte und heilige» Abendmahl, für Matthäus- und Marku»gemeinde gemeinsam, beide Male im vormiNagSgotteSdienst gehalten. Sonntag den 18. März, Palmarum: Buß» und Bettag. A« der A-hanneSktrche. vormittags SV, Ubr: Pfarrer Dr. Raumann vormittag« 11 Uhr: Kindergottesdienst der Johanne», gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann Abend» 6 Ubr: Pfarrer Dingeldey Collecte für hilfsbedürftige Gemeinden unsere« Lande«. Am Gründonnerstag und Charfreitag (vormittag») Beichte und heiliges Abendmahl jedeSmal für Luka», und Johannes gemeinde zusammen Am 2 Osterfetertage, Nachmittag» 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Confirmanden au« der Johanntsgemeinde. Am 1. Osterfeiertag: Collecte für die Armen der mdnbe, am 2. Feiertage für die Kirchenkasse zur Vermehrung de» Capitaloermögen» der Gemeinde. Der Gesammt - Kirchenvorstand richtet in Ueberein- stimmung mit der Gesammt - Gemeind Vertretung an die Gemeinde die Bitte, eS möchten, wenn Sleibesälle tn den Familien eintreten und die Begräbnisse al» ki chliche, mit Begleitung deS Pfarrers stattfinden, die Hmlerbliederen, wenn sie überhaupt Sla bträger wollen mitgkhen lassen, als solche die K rchendiener unserer Gemeinde bestimmen. Durch diese Bitte sollen die besonderen Wünsche einzelner Familien betreff« anderer Persönlichkeiten nicht beschränkt weiden; allein eS erscheint doch sehr wünschenSwerth und richtig, daß bei kirchlichen Beerdigungen, bei denen also ein Geldlicher mltrohttr die im Dienst her Gemeinde stehenden Kirchendiener der Regel nach als Stab träger gewählt werden. Diese Kirchendiener sind: an der Stadtkirche für die Matthäus- und Markus gemeinde: Wagenbach (Wehsteingosse 48) und Bickel (Glünbergerstraße 20); an der Jobanmskiiche für die Luka»- und Johannesgemeinde: Hasse (Neuenweg 62, Wiener Hof) und Schwan (Löwengasse 16.) Katholische Gemeinde. Sonntag den 18. März, Palmsonntag: SamStag: Nachmittag» um 4V, Uhr und Abend« um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte von 4—5 Uhr wird ein fremder Priester Beizte hören. Sonntag: vormittag« von 6*|i Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6V< Ubr erste hl. Messe; um 71/, Uhr AuStheilung der hl. Communion; um 8 Uhr zweite hl. Messe; um 9V, Uhr Hochamt, vor dem Hochamt findet die Palmweihe statt; Nachmittags um 5V« Uhr Christenlehre; darauf sacramentalische Bruderschaftsandacht. . Gründonnerstag, den 22. März: Mittwoch. Nachmittag« um 4Vt Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl- Beichte: Gründonnerstag: vormittags von 6‘/t Uhr an Gelegenheit zur hl Beichte; um 7 und 8 Uhr AuStheilung der hl- Communion, um 97, Uhr Hochamt; nach dem Hochamt wird das Allerheiligste nach dem sog hl. Grab übertragen und dort di« zur Abendandacht ausbewahrt; von 10«, Uhr Vormittags bi« 6 Uhr Nachmittags sind stille Anbetungsstunden; Abends um 6 Uhr Andacht- Charfreitag: den 21 März: vormittag» um 7«, Ubr wird da» Allerbeiliaste nach dem sog. bl Grade üdenragen und dort bi« zur Abendandacht auidewobrt; um LV, Ubr beginnt die sog. .verstörte Meise*; nach derselben find stille Anbetungsstunden; Abend» um 5'/, Uhr Predigt; daraus Passion»« andacht CharsamStag den 24 März: vormittag» um 7 Ubr beginnen die beiliaen Weiden: nm 8Vi Uhr Hochamt; Nachmittag« um 4 Uhr und Abend« um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte Gottesdienst in der Synagoge. SamStag den 17. März: Vorabend 6* Ubr, Morgen» 9« Uhr, Nachmittag» 3» Uhr SabdatbauSgang 7U Ubr Schiffs nachrichten. Hamburg, 10. März (Hamburg - Amerikanische Packetsahrt' Actieo-Gesellichast.) DaS Hamburg > Stewyoiker Poft vamptschtfi „©utola", Capiiän Reuter, ist am 9. März, 10 Uhr Ad.nd», wohlbehalten in Newyoik angekommen. Verkehr, Land- und Votkswirthschaft. o Gründers, 15. März. Den heute babter abgebaltenen „Öfter marfl" begünstigte gutes Wetter und der Markt konnte hier durch einen guten Verlaus nehmen. Der Rindviehmarkt zeigte ziemlich starken Austrieb; der Handel ging recht flott bei «Uten Hielten. Bezahlt wurde für Jungvieh Rinder, im Durchschnitt 150 — 200 Mk., für flute Milchküche 250—350 Mk. Die B.ftetung in den Rindvieb preisen hat den bei den Minimalpreisen darniederliegevden Handel neu belebt. Der Schweinemarkt mar gut befahren. Auch hier zeigte sich ein lebhafter Handel bei sehr hohen Preisen. Das Paar Ferkel II. Qualität wurde durchschnittlich mit 45—55 Mk., da» 1. Qualität mit 55—70 Mk. bezahlt. Läufer aalten per Paar erster Sorte 110-120 Mk., zweiter Sorte 100-110 Mk. Auch der Schafmarkt war ziemlich gut befahren. - lieber 1000 tterjte haben dem ;'lpoibefer A. Flügge« Myrrhen - Cn'me *) daS Zuflniß au»gest,llt. daß er eine äußerst wirksame Salbe bet Hauileiden, offenen Wunden, Geschwüren, über havp' Hautverletzunaen ist und sind bBberhMchkr GütervkrKkhr. Im vorbezeichneten Verkebr finden AuS- nahmttartfe für Düngekalk, rohe Kalisalze zc. Anwendung, worüber die Güler- abferttgr.ngen Auskunft ertheilen. Gießen, den 14. März lb94. Großb. Dirertton 2328 der Oberhessischen Eisenbahnen Moittag den 19. März, Nachmittag? 2 Uhr, werden im Bieker'scheu Saale v r steigert: Möbel aller Arien, Regulateure, 7 Spiegel. 1 gr. Spielwerk, 1 Schleu» derwaschine, 1 Nähmaschine, 1 Hobel» bank, 1 Plerd, 3 Wagen, 1 So nmen roafltn, 1 Ptanino u. a m. , WeifcUt, 2340_________________Gerichlsoollz'ehcr. Versteigerung. Lamttag den 17. d. Ätl., Nachm. 2 Uhr, versteigere ich Mar kipl' tz 20 dahier: a 3 Pferde, 1 vollst Ladeneinrichtung, 1 Clavier (Flügel), 4 Bettvorlagen, 1 goldene und 1 silberne Taschenuhr und andere Doch n; b. 6 Flaschen verschiedener Essenzen Versteigerung ad b bestimmt, ad a theil- weise- 2292 vorn, Gerichtsvollzieher. Montag den 19. Mär? Mittags 1 Uhr [2339 werden zu Launspach, Haus Rr.96, öffentlich meistbietend versteigert: 2 junge Fahrkühc, 1 Riud und 1 Zicgc mit 2 Lämmern. Seilgeöotenes. StäM. Zchlachthaiis. Freibank. [2330 Bon morgen Tamstag Nachmittag 2 Uhr ab: Ochsensieisch, nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg. MAGGIs Vorzüge der Haltbarkeit, Ausgiebigkeit und Billigkeit und ist tn Original-Fläschchen von 65 Pfennig an zu toben bei Emil Fischbach Selttrsweg. 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Bei unserem Scheiden von hier fühlen wir uns verpflichtet, unseren tiefgefühlten Dank den wohl- löblichen Behörden für ihr gütiges ! Entgegenkommen, ferner den verehrten Bewohnern Gießens und Umgegend für den so zahlreichen Besuch, sowie auch die schmeichelhafte Anerkennung, die unsere Vorstellungen von Abend zu Abend gefunden, aus- zusprechen. Es wird uns stets unvergeßlich sein, daß es die geehrten Bewohner Gießens und Umgegend waren, denen wir diesen in jeder Hinsicht großartigen Erfolg zu verdanken hatten, welcher uns in so ehrenvoller Weise zu Theil geworden ist. Wir können die nachsichtsvolle Anerkennung, die unser Streben in diesem Jahre und die Leistungen unserer Gesellschaft hier gefunden, nicht hoch genug schätzen und ent- nehmen aus derselben die Hoffnung, daß bei unserem Wiederkommen uns jenes Wohlwollen bleibe, welches uns während unseres diesmaligen nur kurzen Aufenthaltes hierorts so sehr beglückte. [2319 Indem wir uns nun am Freitag Abend verabschieden, rufen wir allen unseren Gönnern und den hochgeschätzten Bewohnern Gießens und Umgegend ein herzliches und inniges Lebewohl, auf glückliches Wieder- fehen zu und verbleiben in aller Hochachtung Gebrüder Lorch, Circusdirectoren. 2314] Die Beleidigung, welche ich gegen Salomon Rofenthal in Krofdorf ausgesprochen habe, Vermischte Anzeigen. Fechtmband GirßenMr. SamStag ben 17. b. M., Abends 8 Uhr Monatsversammlung bei Wirth Seltersweg. Tagesordnung: Wahl eines 1. Schriftführers, Vcrschtedenes 2332 Der Vorstand. Unserem Präses Karl P....r zu seinem heutigen Wiegenfeste ein breifad) donnerndes Hoch! 2321] Seine Neust. Sch .d. 2311] Die Beleidigung gegen L. Weller von N öd gen nehme ich hiermit zurück. [2311 W. Lückel. nehme ich hiermit als unwahr zurück. Frau Schubecker, Gleiberg. 2317] Verloren am Samstrg Abend eine schwarz und graue Reisedecke. Dem Wiederbringer eine Belohnung. Ostanlage 14. Danksagung. Mein Kind erkrankte vor ca. 4 Jahren an einem Bindehautcatarrh verbunden mit Hornhaut- und Regenbogenhaut-Ent- ründung, es hatten sich Geschwüre auf den Augen gebildet; die Augen eiterten, waren verklebt und das Kind konnte durchaus kein Licht vertragen, lag auf dem Gesicht und hatte große Schmerzen, sodaß es Tag und Nacht schrie. Herr Dr. Bolbeding, vomäopathischer Arzt in Düsseldorf, heilte das Kind in ca. 6 Wochen und da der Knabe bis beute gesund geblieben ist, so fühle ich mich veranlaßt, Herrn Dr. Volbeding hierdurch meinen öffentlichen Dank zu sagen. Johanne» Riemekasten, 2318] Mettmann, Mühlenstr. Feieraben- für Lehrlinge. Sonntag den 18. März: Atzte Versammlung für dieses Halbjahr. Um 8V2 Uhr: Schlutzfeier. 2345]__Der Vorstand. Institut von Dr. Kübel. Planmässige und gründliche Vorbildung für alle Klassen höherer Lehranstalten, für das Examen der Einjahrig-Freiwilligen, für Vorprüfungen des Finanz- und Geometerfachs und andere Schulexamina. Für junge Leute, welche Tags über verhindert sind, ist eine Abendschule eingerichtet, in welcher sie sich in verschiedenen Abteilungen für Examina oder den kaufmännischen Beruf ausbilden können. Beginn des Sommer-Semesters am 2. April. Prospecte durch den Vorsteher 2320 Dr. Kubel. Restauration Carl Rühl „zum Carnet", Oswaldsgarten. !!! Sehet und staunet!!! den kleinsten Kellner der Welt Leonardo, 18 Jahr alt, 35 Pfund schwer, welcher seine Gäste auf das Freundlichste bedienen wird. Derselbe ladet ein verehrliches Publikum zu zahlreichem Besuch ecgebenst ein. 2344 2334 Die tieftrauernde Familie H. Schomber. Danksagung. Für die überaus herzliche Theilnahme bei unserem so schweren Verlust sagen wir Allen, insbesondere Herrn Pfarrer Dr. Grein für die trostreichen Worte unfern tiefgefühltesten Dank. 2338] Ein armes Dienstmädchen verlor gestern Morgen von der Marburgerstr. bis Asterwea ein schwarzes Portemonnaie mit 30 Jt 90 H. Der ehrl. Find wird gebet., dass, geg. Belobn. abzug. Marburgerstr. 24 Geschäftsverlegung. Mein Geschäft befindet sich von heute ab Neuen Baue Är. 11, gegenüber der Weidengasse. [2335 E. Trenckmann Buchhandlung und Antiquariat. 2337] M«spänuer Ehaisengeschirr zu kaufen gebucht. K. Euler, Hammstr. 5. Zum Wohl meiner Mitmenschen bin ich gerne bereit, Allen unentgeltlich ein Getränk (keine Medicin od. Gehetmmittel) namhaft zu machen, welches mich 80jähr. Mann von 8jährigen Magenbeschwerden, Appetitlosigkeit und schwacher Verdauung befreit bat- ff. Koch, königl. Forster a D. in Bellersen, Kreis Höxter, Westfalen. [1832 Berg nebst Wiese, nächst der Kaserne am Brand gelegen, aus längere Zeit zu verpachten.^ l 1408 R. Oppenheimer Sohn. 2193] Starker bissiger Hofhund gesucht. Näheres Wallthorstratze 2. 1937| Es findet noch ein höh. Schüler gute Penfion. Südanlage 7, parterre. Pferde zum Schlachten werden stets angekauft. [23 _________Kehler, Roßschlächter. Gesucht gut möblirte« Zimmer, eve«t. mit Penfion. Offerten unter l>r. S. an die Exped d. Bl.__|2202 2224) Mehrere Herren können Logis erhalten, auf Wunsch auch mit Kost. ______________________Marktstraße 18- Geographie-Hehrer. 2322] Mit tüchtigem Geographie- Lehrer Gießens, allseitig anerkannt, auf dem Gebiete der Tchulgeographie Vorzügliches leistend, sucht man so» fort in Verbindung zu treten Off. u. X. J. 631 an G. L. Daube & Co., Arankfurt a. M., erbeten-__ Tüchtiger Bäcker gesucht für eine Bäckerei in einer Kreisstadt Oberhessens. Offerten unter A. A. an die Exped. d- Bl.______________[2201 Xauf dauernde Arbeit sucht Georg Euler, Küfer meister-____[2229 2259) Gesucht werden Mädchen vom Lande gegen hohen Lohn, sowie Mädchen für Küche und Hausarbeit durch das 1. Vermieth Bureau von Frau Müller, Teufelslustgärtchen 26. | Ein befähigter junger Mann mit schöner Handschrift wird in einem hiesigen Berlagsgeschäft als Lehrling ausgenommen. Schriftliche Meldungen unter L. 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