Nr. 13, Mittwoch den 17. Januar 1894 Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. chratisöeikage: Gießener Aamilienökatter. 2lmtiid?er Theil 4) P 5) 6) 7) Lern Zubehör ist v< Annahme von Anzeigen zu btt Nachmittags für bat folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Barm. 10 Uhr. Alle Armoncen-Vureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 1894. Reichshaushalt die Rechnungs- Die Gießener Al««ltte»ßtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Deutscher Reichstag. 27. Sitzung. Montag den 15. Januar Die allgemeinen Rechnungen über den für die EtatSjahre 1884/85 bis 1889/90 werden an commtssion verwiesen. Salz -itsalz üflufou WM tftfall tfalj ft'salt tUbabttUli larirndadersalz Ziesbadenersalz u. M. Streitig ist die Behandlung der Gnadenerlasse, bei denen der Oberrechnungshof das Fehlen der Unterschrift des Reichskanzlers bemängelt hat. Staatssecretär Graf v. PosadowSky weist darauf hin, daß im Verfolg der Verständigung eines Comptabilitätsgesetzes in Preußen auch für das Reich eine analoge gesetzliche Regelung in Aussicht sei. Hierauf wird die erste Berathung der Tabaksteuervorlage fortgesetzt. Abg. Molkenbuhr (Soc.) widerspricht der Annahme, daß die Arbetterentlassungen infolge der Tabaksteuererhöhung eine Compen- sation durch die Mehretnztehung von Leuten zum Militär erfahren habe, wendet sich gegen die dtrecten Steuern im Allgemeinen und bemängelt die Statistik, welche mit pro Kopf rechne und damit zu ganz falschen Schlüssen komme. Die Regierung weigere sich, den Boden der Retchseinkommensteuer zu betreten, weil sie sich sage, daß dann für Ausgabenerhöhung weniger Neigung vorhanden fein werde. Der Bebel'sche Retchseinkommensteuervorschlag fei maßvoll gewesen und habe keine Vernichtung des Prtvatbesitzes zum Ziele gehabt. Es gebe neben dem Tabak noch eine ganze Reihe von Artikeln, die auch nicht unbedingt nöthtg seien; warum besteuere man die nicht? Weil man sich sage, daß sonst die betreffenden Industrien ruinirt würden. Dieselbe Erwägung spreche aber gegen die vorgeschlagene Tabaksteuer. Die Löhne der Arbeiter in der Tabakindustrie seien so niedrig, daß sie unmöglich weiter gedrückt werden könnten. Die Steuer werde also auf die Preise fallen, das Fabrikat verlheuern und so einen Consumrückgang herbetführen, der die Brodlosigkeit Tausender von Arbeitern zur Folge haben müsse. Die Controll- bestimmungen würden namentlich den kleinen Fabrikanten in beständigen Confltct mit dem Gesetz bringen; ebenso würden den Tabak- Händlern große Erschwernisse erwachsen. Der Tabakbauer würde keinen Stutzen von dem Gesetze haben, da die Fabrikanten bemüht sein würden, einen großen Theil der Steuer auf sie abzuwälzen. Die Zahl der Cigarrenarbeiter werde durch das Gesetz um Vs vermindert werden. Ein Gesetz, das nur 10 Millionären ihre Existenz rauben würde, würde man gewiß nicht machen; aber hier, wo es sich um 60000 Arbeiter handle, genire man sich nicht. Den Brennern habe man bet Einsührung des jetzigen Branntweinsteuergesetzes die Liebesgabe gesichert; an eine Entschädigung der Eigarrenarbeiter, die durch dieses Gesetz brodlotz werden mürben, denkt man nicht. Man lehne die Vorlage, durch deren Annahme Zehntausende auf den Weg des Verbrechens gedrängt würden, so rasch als möglich ab. Finanzmintster Dr. Miquel: Es ist allgemein anerkannt, daß es nothwendtg ist, die Reichsetnnahmen in dem Matze zu vermehren, als sie sich vermindert haben und als Mehrausgaben eingetreten sind. Durch die Handelsverträge entsteht ein Einnahmeverlust von 35 Millionen. Diesem Einnahmeverlust steht aber eine Entlastung weiter Klassen der Bevölkerung da entgegen, wo diese Entlastung am nothigsten ist, bei den Nahrungsmitteln. Auch für Luxusartikel, wie Wein, ist eine solche Entlastung eingetretcn. Wir wünschen nun einen Ersatz für den Ausfall und dazu soll u. A. der Luxusartikel Tabak dienen. Wir haben keine regelmäßige Schuldentilgung, auch nicht für solche Schulden, die nicht für werbende Zwecke gemacht sind. Da wird man an eine Vermehrung der Einnahmen des Reichs doch wohl denken müssen Was die Art und Weise der Beschaffung von neuen Einnahmen anlangt, so mög- man einmal einen Antrag auf Einführung einer Reichs-Einkommensteuer elnbrtnpen und man werde sehen, wie wenig Stimmen sich im Reichstage dafür fanbcn. Eine Reichseinkommensteuer setzt einen Einheitsstaat voraus; ich kenne keinen Föderalivstaat, der eine Einkommensteuer besitze. Eine Wehr- fteuer — diese kann nur Kopf- ober Einkommensteuer sein. Erstere wäre ungerecht, die andere Form setze aber einen Apparat voraus, der außer Verhältniß mit der Sache stehe. Es kann eine Erbschaftssteuer in Frage kommen und zwar eine Erbschaftssteuer für Ascen- benten, Descendenten und Gatten, denn für die Uebrioen bestehe die Erbschaftssteuer fchon in den meisten Einzelstaaten. Eine solche Erb- Commissionen zur Beschaffung von Mobilmachungspferben. (Für den verstorbenen Taxator im Aushebungs- Bezirk Gießen, Stallmeister Balser, ist eine Ergänzungswahl vorzunehmen,' ebenso für den zum militärischen Aushebungs'Commissär designirten Gutsbesitzer Schlenke- Hardthof.) Vorlage der Kreiskafferechnung für 1892/93; hierzu: Bericht des Kreisausschusses über die Verwaltung und den Stand der Kreisverbands - Angelegenheiten, sowie Anträge auf Genehmigung der vorgekommenen Credit- Ueberschreitungen unter Rubrik 23, 23 a, 26, 27 und 33 zu Lasten der nachgewiesenen Deckungsmittel, sowie auf Declaration des vorjährigen Beschlusses wegen Uebernahme der Kosten der außerordentlichen Armenpflege. Antrag der Gemeinde Großen Linden auf Nachlaß von Kreis-Umlagen in Folge der Reduction ihres Commu- nal-Einkommen-Steuercapitals. Beschluß über die nach Art. 2 des Gesetzes vom 24. Mai 1893, die Kosten der Landarmenpflege betreffend, aus der Staatskasse an den Kreis Gießen für die nächste Finanzperiode zu zahlende Pauschsumme. Festsetzung des Kre'skasse-Voranschlags für 1894/95. Gießen, den 13. Januar 1894. Der Vorsitzende des Kreistags des Kreises Gießen. v. (Sagern. Dmnichmgen. Vierteljähriger JUaweernrnlsFretot 2 Mark 20 Psg. srit Bringer lohn. Durch die Post bezöge« 2 Mark 50 Pfg. Rebadion, (tpebitiee und Drucker«: Schntstraße Mr.7. Fernsprecher 5L Der tMtner Anzeiger erscheint täglich, ■rtt Ausnahme des Montags. Deutsches Reich. Berlin, 14. Januar. An den deutsch-russischen Handelsvertrag wird jetzt anscheinend die letzte Feile gelegt. Der Zollbeirath tritt nächster Tage wieder zusammen, um die Ergebnisse der deutsch russischen Zollconferenz in ihrer Gesammtheit zu begutachten, worauf eö dann bis zur Erledigung der äußerlichen Vertragsformalitäten wohl nicht mehr lange hin sein nurb. Indessen läßt sich der Zeitpunkt, zu welchem der russische Vertrag an den Reichstag gelangen wird, noch keineswegs mit Bestimmtheit voraussagen, nur dürfte so viel schon feststehen, daß der Vertrag dem Parlamente noch vor der Osterveriagung zugehen wird. — Aus Wien wird gemeldet, daß der langjährige Botschafter des Deutschen Reiches am dortigen Hofe, Prinz Reuß, sein Abschiedsgesuch eingereicht habe. Es heißt, der Botschafter habe daS Gesuch durch den Hinweis auf seine stark erschütterte Gesundheit begründet, während aufgetauchte Gerüchte wissen wollen, Prinz Reuß sei gleichsam als ein weiteres Opfer der Politik des „neuen Courses" zu betrachten. Jedenfalls hat er seinen Wiener Posten In ganz ausgezeichneter Weise ausgesüllt, und wenn heute das Verhältniß zwischen Deutschland und Oesterreich noch dasselbe unerschütterliche ist, wie es sich schon in den fünfzehn Jahren seines bis herigen Bestehens, der Existenz des deutsch österreichischen Bündnisses, erwiesen hat, so gebührt hierbei dem Prinzen Reuß ein wesentliches Derdienst. Der Prinz steht jetzt im 69. Lebensjahre; auf den Wiener Boischafterposten wurde er im Juni 1878 berufen, er hat denselben also über 15 Jahre bekleidet. Die Genehmigung der Demission des Prinzen Reuß durch den Kaiser wird nirgends bezweifelt; über seinen Nach- I folger ist offenbar noch nichts entschieden. — Auf schweizerischem Boden ist es wieder einmal zu einer häßlichen antideutschen De monstration gekommen. In der Nacht zum Sonntag fand vor dem Museumsgebäude zu St. Gallen ein großer Menschen- auflauf statt und zwar anläßlich des Umstandes, daß der OsfizierSverein zu einem Balle, den er im Museum abhielt, anstatt einer einheimischen eine württembergische Militärcapelle engagirt hatte. Diese „unpatriotische" That wurmte die biederen Chauvinisten von L-t. Gallen, sie rotteten sich zusammen und zogen vor das genannte Gebäude. Es wurden verschiedene aufreizende Reden gehalten und sämmtliche Fensterscheiben des Museums eingeschlagen. Der Spectakel dauerte bis 3 Uhr Morgens, erst dann ermannte sich die Polizei soweit, daß sie die ärgsten Krakehler einsteckte, den Haufen der übrigen Lärmmacher aber auSeinanbertrieb. In dem Vorfall liegt ein Wink für die deutschen Militärcapellen, mit der Annahme von Engagements nach der freien Schwe>z hübsch vorsichtig zu sein. Augsburg, 15. Januar. Die „Abendzeitung" enthält eine Privatmelbung, wonach bas Befinden des Fürsten Bismarck infolge der Witterung wieder ungünstig fei. Zu den heftigen neuralgischen Schmerzen habe sich ein starker Katarrh gesellt. Die Folgen der Kissinger Krankheit seien noch nicht überwunden. Bekanntmachung. Die ordeuttiche Sitzung des Kreistages findet Mittwoch de» 24. Januar d. I., Vormittags 10 Uhr, in dem RegierungSgebäude dahier mit folgender Tagesordnung statt: 1) Neuwahl der drei Körcommtssionen des Streifes Gießen für 3 Jahre. (Art. 6 des Gesetzes vom 26. October 1887.) In den letzten 3 Jahren gehörten an: a) Der Körcommission deS Bezirks Gießen: Heinrich Velten III., Großen - Linden (Mitglied); Beigeordneter Schadeck- Sollar (Mitglied); Joh. Weber V.-Lang-Göns (Stellvertreter); Rentner Fr. Georgi-Gießen (Stellvertreter), b) Der Störcommission des Bezirks Hungen-Lich: Bürgermeister Bopp-Bellersheim (Mitglied); Bürgermeister Köhler-Langsdorf (Mitglied); Bürgermeister Roth- Muschenheim (Stellvertreter); Bürgermeister Görlach- Eberstadt (Stellvertreter), c) Der Körcommission des Bezirks Grünberg: Bürgermeister Faulstich - Weiters- hain (Mitglied); Administrator Hermann - Winnerod (Mitglied); Oeconom I. Wols-Villingen (Stellvertreter); Bürgermeister Stein-Kesselbach (Stellvertreter). 2) Ergänzungswahl eines Mitglieds der verstärkten Ersatz- Eommission an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Pracht von Grünberg. 3) Ergänzungswahlen für die Mufterungs- und Aushebungs- >* v——-7—29 ■ nututv «rtnWbttv stsäT«; Sich wer Anzeiger Keneral-Wnzeiger. schaftssteuer würbe aber im höchsten Maße brückenb sein. Der Tabak ist kein nothwendiges Nahrungsmittel, sondern ein Genußmiltel und ebenso ist ber Wein für ben weitaus größten Theil Deutschlands eia Luxusgetränk. Da die Form der inbtrecten Steuern einmal gegeben war, was lag da näher, als auf diese beiden Genußmiltel zurückzukommen. Das bisherige System der Gewichtssteuer für den Tabak ist ungerecht, man konnte also eine Erhöhung der bestehenden Tabaksteuer nicht vorschlagen; man hätte damit den Tabakbau ruinirt. Eine Erhebung des Zolls nach Werthklaffen ist unausführbar. E4 blteb also nur das Monopol oder die Fabrikatsteuer. Eine solche ist nach dem Werthe zu erheben, weil cs ungerecht fein würde, eine billige Cigarre ebenso hoch zu besteuern, als eine theuere. Lehnt der Reichstag diese Fabrikatfteuer ab, so schließt er sich bat Interessenten an, welche verlangen, daß an eine höhere Heranziehung des Tabaks nun und nimmer herangetreten werden dürfe. Die Nothwendigkett der Einnahmevermehrung ist da. Der Vertreter von Bremen sagte, seine Mitbürger wollten lieber eine Erhöhung der Matricularbeiträge, als die Tabakfabrikatsteuer. Das ist gern z» glauben Die Matricularbeiträge wirken wie eine Kopfsteuer; ei giebt ba keinen Unterschied zwischen den wohlhabenden Bürger» Bremens und einem armen Gebirgsvolke. So einseitig darf ma» aber nicht urthetlen So lange ich Finanzminister Preußens bi», werde ich eS für meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit halte«, dafür zu sorgen, daß Ordnung in die Reichsfinanzen kommt. Wen« heute fchon der Fehlbetrag des Reichs durch Erhöhung der Matricularbeiträge gedeckt werden soll, wie soll es dann mit den etwa in Zukunft entstehenden Fehlbeträgen werden? Wie fall da Ordnung in die Finanzen der Einzelstaatcn kommen? Ich wende mich an alle Patrioten des Reichs; daß sich die Interessenten sträuben, soll ihnen nicht verdacht werden; es fragt sich aber, ob nicht die Jnterrffen des Reichs und der Einzelstaaten und die Interessen der Gesammtheit der Steuerzahler stärker sind. Werden bann die Tabaksinteressenten Ruhe haben, wenn die Vorlage abgelehnt wird und wenn in Preußen deshalb ein Zuschlag von 30 pCt. zur Etnkommenstener nöthig wird? Dann wird die Bewegung für eine höhere Tabaksteuer, ja für dai Monopol erst beginnen. Die Fabrikanten schieben nicht ihre eigenen Interessen, sondern die der Arbeiter vor, indem sie sich auf dm Consumrückgang berufen. Hier läßt sich zahlenmäßig nichts beweism; ich bin aber überzeugt, daß, abgesehen vom Uebergangsstadium kein dauernder Consumrückgang eintreten wird. Der vorübergehende Rückgang tritt aber auch ein, wenn die Vorlage fällt, da sich schon die Fabrikanten mit Vermehrung der Fabrikation und die Consumentm durch Anschaffung von Vorräthen auf das Zustandekommen bei Gesetzes eingerichtet haben. Unb diese Schwankungen werden sich wiederholen, ba sich bte oerBünbeten Regierungen mit ber Ablehnung der Vorlage nicht beruhigen werden. Das 1879er Gesetz traf dm Massenconsum und hat doch einen Rückgang des Consums nicht zur Folge gehabt; infolge der Ersetzung des Gewichts durch die Fabrikatsteuer wird der Consum eher steigen. Man sagt, man solle Luxussteuern einführen. Nehmen wir eine Wagensteuer. Werde« da nicht die Wagenbauer und deren Arbeiter kommen und sagen, daß man ihre Existenz tuinire ? Ist die Luxussteuer hoch, fo hat sie einen raschen Rückgang des Consums von Luxusgegenstände« zur Folge; ist sie niedrig, so bringt sie weniger, als ihre Erhebung kostet. Pon einer systematischen Belastung der unteren Verbrauchsklassen kann gar keine Rede fein, da in Deutschland das Verhältniß der direkten zu den inblrecten Steuern auch nach Annahme dieser Steuervorlagen günstig bleibt. Eine der wesentlichsten Vorzüge der Vorlage erblicke ich in dem Umstande, daß er den Tabakbau oo» den Beschränkungen des jetzigen Gesetzes befreit. Mit ber Vorlage entlasten Sie den Raucher geringerer Sorten, tragen zur Regelung und Ordnung der Reichs- unb Staatsfinanzen bei. lieber ein zustimmendes Votum werden Sie keine Reue empfinden. (Beifall rechts.) Abg. Baron o. Arnswaldt-Handerbostel erklärt sich mit feinen welfischen Freunden gegen die Vorlage. Adg. Weber (nl.) befürwortet die Fabrikatsteuer irn Jntereffe des deutschen Tabakbaues und beklagt die jammervolle unb maßlose Agitation gegen bte Vorlage. Man möge bie Vorlage prüfen und das Beste behalten. Abg. Rich ter (frs. Volksp): Nach ber Darstellung des Ministers Dr. Miquel müßte man dahin gelangen, das Tabaksabrikatsteuergesetz auch bann etnzusühren, wenn es durch finanzielle Rücksichten nicht nöthig ist. Die Handelsverträge seien ohne den behaupteten riachtheiligen Einfluß auf die Finanzen. Daß sie keinen Einfluß auf die preußischen Finanzen haben, habe der Finanzminister s. Z. selbst erklärt. Er habe sich dort die Vermögenssteuer als Deckung gesichert und nun suche er sich hier eine zweite Deckung für denselben Ausfall. Der Minister sagt, für Steuervorschläge der Linken sei keine Mehrheit vorhanden; aber für bie Steuervorlagen der Regierung doch auch nicht. Das Gewichtssteuersystem könne nicht mehr erhöht werden; aber warum nicht? Weil man durch die Zollpolitik einen Tabakbau in übermäßigem Umfange heroorgerufen habe. Der Minister komme mit agrarischer Maske; aber die Tabakbamr wollten -ja von bet Tabakfabrtkatsteuer gar nichts wissen. Der Minister sagt, die Tabak- inbuftrle werde mit Annahme dieser Vorlage Ruhe bekommen; ja wohl, die Ruhe des Kirchhofs. Die Erhöhung der Matrtcular- beiträge schreckt den Redner nicht, die Einzelftaalen hätten sich bisher die Einnabmeüberschüsse gefallen lassen, nun müßten sie auch eine Erhöhung der Matricularbeiträge hinnebmen. In Preußen könne vor» einem 30 %igen Steuerzuschlag keine Rede fein, da ja dort der Mehrertrag der neuen Einkommensteuer auf ihr Conto gestellt weiden könne. Der Finanzminister verlangt Ordnung für die Reichsfinanzen; er möge nur erst für bessere Erwerbsverhältnisse sorgen, bann werde von selbst die Ordnung in den Finanzen eintreten. Finanzminister Dr. Miquel widerspricht der Darstellung der Finanzoerhältnisse Preußens durch den Vorredner. Der Reform ber Einkommensteuer stehe die Ueberweisung der Grund unb Gebäude- fteuern an die Gemeinden gegenüber. Mit dem blosen Optimismus, die Zeit werde schon Besserung bringen, habe sich Herr Richter schon oft getäuscht. Ueberraschend sei die Behauptung Richters, die Zoll- unb Steuergesetzgebung bes Reiches habe einen übermäßigen Tabakbau künstlich heroorgerufen, während doch mit Recht über ben Rückgang dieses Tabakbaues unter dem bestehenden Gesetz geklagt wird. Innerhalb fünf Jahren hat sich das Plus der Ueberweisungen über die Matricularbeiträge in Preußen von 80 Millionen in ein MstmS Jualität, offerire in 5 jn p "iÄ”** SÄ M/ckNN, V'te 'M«« MWchM? v Ksthtmgm v. tzavdh *SSA000' 400,000 .400,000,60,000,80,00t Treffer frtj. 400 inflbtr ©twhint mit ö8°/,dan i$e Einzahlung aus et, les vriginaUo- Mk. 6.- A- Jwto, auch Nachnahme. T m Mwinnamcht Prospni VNd ftsmo. Bankgeschäft SjiiM in W1 feoERN 'm»« .-äs*“ -< Otto Schaaf !' und Hwttalim-M "»itte epeisekartosielv b SÄ«« 'ise-Kartoffeil orten, empfiehlt Eduard Rickert, , 17 Neuen Nur Nr-17. SB&-* kopt'" Bon 35 Mllione» umgewandelt. Kann da noch von einer geordneten FinanzverwaUunL die Rede fein? Bet der p, kubischen Steuerreform hat der Staat keine Centime erhalten, sondern nur notbdürftig wieder bekommen, was er den Gemeinden gegeben hat. Es sei ein taktisches Kunststück deS Herrn Richter, daS Centrum in die Opposition zu reißen; er hoffe-, daß dieses Kunststück dieses Mal scheitern werde. Abg. Frhr. Zorn von Bulach (cons. Els.) wünscht Ergänzungen der Vorlage im Interesse des Tabakbaues und deßhalb Äederweisung derselben an eine besondere Commisfion. Die Debatte wird geschlossen und die Vorlage an die (Stempel-) Steuercommtssion zur Vorberathung überwiesen. Mittwoch 1 Uhr: Anträge auf Abänderung der Gewerbeordnung. Neueste Nachrichten Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau. Berlin, 15. Januar. Beim Staatssecretär v. Bötticher fand heute Abend um 7 Uhr ein Parlamen torisches Diner statt, wozu die Spitzen der Reichsämter, die Bundes» rathsbevollmächtigien, die preußischen Minister, sowie zahlreiche Abgeordnete der verschiedenen Parteien eingeladen worden. Rom, 15. Januar. Meldung der „Agencia Stefani": In Massa wurde auf zwei Eisenbahnzüge geschaffen, aber Niemand verwundet. Es kamen Lruppenoerstärkungen an und es herrscht wieder Ruhe. In Carrara werden Unruhen befürchtet. Die Eisenbahnlinie zwischen Maffa und Spezia wird von Truppen bewacht. In Livorno stellten infolge der Unruhen die Pferdebahnen den Dienst ein; alle Läden find geschloffen. Vor dem Hause der Monarchischen Bereinigung ist eine Bombe gefunden worden, deren Zündschnur von einem Wachter ausgelöscht wurde. Palermo, 15. Januar. Es treffen noch Trupp en - verstärkun gen ein- die Abnahme der Waffen im Sinne des Waffenverbot-Erlaffes hat begonnen. Petersburg, 15. Januar. Es ist ein Gesetz veröffentlicht worden, wodurch die Giltigkeitsdauer des Gesetzes, betreffend die Zollbesteuerung russischer Creditbillets, bis zum 1. Januar 1897 verlängert wird, mit der Zusatzverfügung, daß die Zollbehörden eventuell berechtigt sein sollen, von den die Grenze passirenden Reisenden eine mündliche Angabe des Betrages der von ihnen mitgeführten Creditbillets zu verlangen, wenn auch der Betrag 3000 Rubel nicht übersteigt, mithin steuerfrei ist. Depeschen deS Bureau »Herold". Berlin, 15.Januar. Die Budgetcommission des Reichstags setzte die Berathung des Etats des Reichsamts des Innern fort, bewilligte den Rest der fortdauernden Ausgaben und trat sodann in die Berathung der Position der einmaligen Ausgaben zur Errichtung des Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. ein. Die erste Rate beträgt 100000 Mk. Referent Limburg-Stirum beantragte, die Posiiion abzulehnen und begründete den Antrag fehr ausführlich. In der sich hierauf entspinnenden lebhaften Debatte richteten sich die Hauptbedenken gegen die Säulenhalle, welche mit dem Denkmal in Verbindung gebracht ist. Die Debatte wurde sodann abgebrochen. — Das Staatsministerium hat heute Vormittag unter Vorsitz des Grafen Eulenburg eine Sitzung abgehalten, an der Caprivi und der Kriegsminister theilnahmen. Dem Vernehmen nach hat es sich um die Schluß- berathung der Landtagsangelegenheiten gehandelt. Köln, 15. Januar. Die „Köln. Ztg." sagt in einem Petersburger Telegramm, die für vorgestern angesetzte Ueber- fiedelung des Kaiserpaares nach Petersburg mußte wegen heftiger Erkrankung der Kaiserin verschoben werden. Auch der gestrige Neujahrsempsang im Winterpalais war abbestellt worden. Die Krankheit der Kaiserin soll in heftiger «rippe bestehen; auch der Großfürst Michael Alexandrowitsch ist angeblich ziemlich schwer erkrankt. Fulda, 15. Januar. Bis zur Wiederbesetzung des bischöflichen Stuhles wurde Prälat Dr. Komp zum Bisthums- verweser gewählt. Wien, 15. Januar. Die für die im Februar beginnenden Verhandlungen des Socialiften-Prozesses bestimmten Geschworenen haben den. Landesgerichtspräsidenten ersucht, ihre Namen nicht bekannt zu machen. Die Preffe ist bereits mit diesbezüglichen Weisungen versehen worden. Prag, 15. Januar. Vor dem hiesigen Ausnahmegericht begann heute Vormittag der Proceß gegen 77 Mitglieder des Geheimbundes „Omladina". Die Anklage lautet auf Hochverrath und Majestätsbeleidigung, weshalb die Verhandlung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt- sindet. Seitens der Staatsanwaltschaft sind 100, Seitens der Vertheidigung 60 Zeugen geladen. Schon lange vor Beginn der Verhandlung sammelten sich vor dem Gerichtsgebäude zahlreiche junge Leute an, welche jedoch von der in großer Menge anwesenden Polizeimacht bald vertrieben wurden. Während der Ausnahme der Personalien der Angeklagten wird von denselben ein großer Scandal inscenirt. Der Eine ruft: „Ich habe Hunger!" ein Anderer „Türkenwirthschaft!" Schließlich schreien alle Angeklagten miteinander: „Uns wird unwohl! Wir können es im Saale nicht mehr aushalten!" Der Tumult nahm solche Dimensionen an, daß die Verhandlung auf den Nachmittag vertagt werden mußte. Prag, 15. Januar. Im Omladina-Prozeß wurde die Verhandlung Nachmittags 3 Uhr fortgesetzt. Die Ver- theidiger protestirten entschieden gegen den Ausschluß der Oeffentlichkeit seitens des Staatsanwalts mit der Motivirung, daß der Prozeß politischer Natur sei und gerade deßhalb vor der Oeffentlichkeit verhandelt werden müsse. Sollte dem Ver- langen der Vertheidiger nicht entsprochen werden, so beanspruchen dieselben die Nominirung von 231 Vertrauensmännern. Die Verhandlung wurde vom Publikum wieder mit stürmischen Zurufen begleitet- der Präsident drohte zu wiederholten Malen, mit strengen Strafen einschreiten zu wollen. 0 Rom, 15. Januar. Auf allerhöchste Anordnung sind wegen der Vorgänge in Sizilien alle hier und in Turin für den Carneval geplanten Hoffestlichkeiten abgesagt worden. Paris, 15. Januar. Die heute von Dupuy in der Kammer gehaltene Rede enthält einen Passus, worin er den Abgeordneten riith, ihre Thätigkeit in den Wandelgängen ein- zuschränken, dieselbe aber auf der Rednertribüne der Kammer zu vergrößern. Paris, 15. Januar. Achtzig socialistische Abgeordnete haben dem Präsidenten Carnot ein Begnadigungsgesuch für Vaillant überreicht. Der Präsident hat dasselbe indeß sofort dem Justizministerium zur weiteren Verfügung zuftellen laffen. Paris, 15. Januar. Bail lants Einspruch gegen das Urtheil des Geschworenengerichts ist heute der Berufungsinstanz zugegangen. Da die erforderlichen Formalitäten einen Zeitraum von circa 3 Wochen beanspruchen, kann die Hinrichtung Vaillants nicht vor 4 Wochen stattfinden. Paris, 15. Januar. In den anarchistischen Buchhandlungen wurde neben anderen Broschüren auch die ganze Aus- läge des unter dem Titel „Die menschliche Gesellschaft im Todeskampfe und die Anarchie" erschienenen Werkes mit Beschlag belegt. totales und provinzielles. Hießen, den 16. Januar 1894. ** Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 14. Januar dem Hof- und Verlagsbuchhändler Arnold Berg st räßer dahier das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, dem Mitgliede des Vorstandes des Ortsgewerbevereins zu Büdingen Schreinermeister Jakob Wittekind daselbst das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. * Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 18. Januar 1894, Nachmittags 4 Uhr. 1. Anbringung eines Briefkastens am Asterweg. 2. Uebernahme des Wetterhäuschens in der Südanlage Seitens der Stadt. 3. Anschaffung gedeckter Kehrichtwagen. 4. Herstellung von Straßenpflaster in 1894/95. 5. Erhöhung städtischer Trottoirs. 6. Verbefferung des Eingangs zum Verwaltungsgebäude des Schlachthauses. 7. Herstellungen in dem Gebäude der Stadtmädchenschule. 8. Den Voranschlag des Realgymnasiums und der Realschule pro 1894/95. 9. Revision der Rechnung des Gas- und Wafferwerks für 1892/93. 10. Den Voranschlag des Gas- und Wafferwerks für 1894/95. ** Verhaftet wurden : Ein junger Mensch von außerhalb wegen Diebstahl und ein Arbeiter wegen Trunkenheit und Ruhestörung. ** Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Metzgerbursche Heinrich Bentz aus Bellheim (Palz), zuletzt in Worms, von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen Hehlerei- Taglöhner Conrad Heinrich Jung aus Villingen vom Amtsanwalt in Gießen wegen Zechbetrugs- Hausbursche Friedrich Kolb aus Ungstein, zuletzt in Worms, von der Poilzeiverwaltung der letztgenannten Stadt wegen Gelddieb, stahls unter erschwerenden Umständen - Colporteur Wilhelm Kreuter aus Zell bei Erbach i. O., zuletzt in Partenheim, von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen Sittlichkeitsverbrechens- Dienstknecht Philipp Marquardt aus Jugenheim vom Amtsgericht Zwingenberg wegen Diebstahls- Schuhmacher Carl Meyer aus Schönberg von der Staats- anwaltschaft'in Darmstadt wegen Urkundenfälschung - Schreiner- geselle Adam Schieferstein aus Ober-Befsingen von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Unterschlagung- Erdarbeiter Josef Saccani aus Italien, zuletzt in Groß- Breitenbach, von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Gelddiebstahls- ein unbekannter israelitischer Stromer, der am 3. d. M. dem Commis Hermann Vogel in Bensheim Hose, Weste und Ueberzieher entwendete, von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt- Taglöhner Jacob Vogel aus Bindsachsen von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Betrugs und wissentlichen Gebrauchs einer falschen Urkunde. ** Zn Amerika verstorbene Hessen. New-York: Martin Haupt, 51 Jahre alt, aus Flonheim- Barbara Eimer, geb. Schlegel, aus Großen-Linden- Michael Petry, 46 Jahre alt, aus Mainz. — Harper, Iowa: Christian Glanz, 73Jahre alt, aus Lorbach. — Milwaukee, Wis.: Anna Maria, Wittwe von Friedrich Becker, aus Dahlheim - Andreas Born- gässer, 78 Jahre alt, aus Schwabsburg- Werner Waldeck, 90 Jahre alt, aus Alsfeld. — Philadelphia, Pa.: Elisabeths Will, geb. Schmidt, 75 Jahre alt, aus Fauerbach v. d. H. — Pittsburgh, Pa.: Louis Zirkel, 62 Jahre alt, aus Darmstadt. — Brooklyn, N. Y.: Margaretha Weitzel, verw. Schröder, geb. Geck, 57 Jahre alt, aus Friedberg. - Detroit, Mich.: John, P. Fleitz, 58 Jahre alt, aus Bingen a. Rh. — Mt. Vernon, N. Y.: John Lang, 77 Jahre alt, aus Alzey. — St. Louis, Mo.: Ph. H. Brutcher, 51 Jahre alt, aus Rheindürkheim. — Waseca, Mtnn.: Wilh. Keil, 74 Jahre alt, auö Weissenborn. — Alleghany-Pittsburg, Pa.: Adam Andres, 54 Jahre alt, aus Mettenheim. E. Echzell, 10. Januar. Die Bewegung, welche sich in unserer Gegend zur Gründung einer Zuckerfabrik geltend gemacht, setzte sich auch bis zu uns fort. Vergangene Woche fand eine Versammlung von Landwirthen statt, woran sich etwa hundert Personen betheiligten. Unter den Anwesenden bildeten sich zwei verschiedene Ansichten heraus. Die eine betont: Wenn eine Rübenzuckerfabrik für die mittlere und nordöstliche Wetterau gegründet werden soll, dann gehört sie in erster Linie nach Echzell. Dies war die Ansicht verschiedener Herren schon seit zehn Jahren, als die Stockheimer Fabrik gegründet wurde. Echzell ist, abgesehen von den Landstädtchen Büdingen, Nidda, Hungen und Lich der bedeutendste Ort in der mittleren und östlichen Wetterau. Da der Ort dicht an der Horloff liegt, besitzt er unerschöpfliche Mengen Wassers, was bei einer Rübenzuckerfabrik von unbezahlbarem Werthe ist. Ein Kranz von fruchtbaren Gemarkungen umgiebt diejenige von Echzell in nächster Nähe, als da sind: Gettenau, Heuchel- heim, Weckesheim, Reichelsheim, Bingenheim, Bisses und bir Schwalheimer Höfe. Für Berstadt ist das alles weit weniger günstig- vor Allem fehlt es an Wasser. Man will dorten den ehemaligen herrschaftlichen Fischteich wieder als Sammel- baffin für den von Obbornhofen kommenden Bach benutzen, allein das wird bei Weitem nicht ausreichen. Man hat in der Umgegend wohl auch fruchtbare Gemarkungen, aber bei Weitem nicht in dieser Weise, wie sie sich im Horloffthale finden. Man ist daher der Ansicht, daß Echzell und Umgegend allein im Stande ist, eine Zuckerfabrik zu errichten, (auch ohne Berstadt) nicht aber umgekehrt: Berstadt ohne Echzell und Umgegend. Die andere Ansicht, welche sich geltend machte, ist die: Man sollte mit Berstadt Hand in Hand gehen, besser sei stets ein halbes Ei, als eine leere Schale. Die Berftädter haben den Gedanken angeregt und werden sich die Angelegenheit jetzt nicht mehr so leicht aus der Hand winden lassen. Die Echzeller hätten früher Schritte thun müssen - vor zehn Jahren kamen sie zu spät, jetzt kann es ihnen wieder ähnlich ergehen. A Mainz, 15. Januar. Zwischen gestern und heute ereignete sich eine ganze Reihe tragischer Fälle: Zwei Selbstmordversuche, davon einer mit tödtlichem Ausgang, ein Mordversuch und ein Eisenbahnunfall, welcher ein Menschenleben erforderte. Die Selbstmörder waren ein ehemals begüterter, inzwischen verarmter Metzgermeister aus Oberstein und ein Holzhacker von hier. Letzterer hat sich den Hals abgeschnitten und war sofort eine Leiche, während der erstere nur eine gefährliche Verletzung davon trug. Der Mordversuch wurde von einem jugendlichen Thunichtgut, einem Schriftsetzer, auf feine Geliebte mittelst mehreren Revolverschüffen ausgesührr. Das Mädchen ist noch am Leben, doch lebensgefährlich verletzt. Bei dem Eisenbahnunglück wurde ein Heizer bei dem Überschreiten eines Geleises von einem Zug erfaßt und derart beschädigt, daß er schon auf dem Weg nach dem Spltal verschied. — Die infolge des eingetretenen Thauwetters nicht mefyr sichere Eisdecke des Rheines wurde ungeachtet polizeilichen Verbots gestern und auch noch heute hier ziemlich begangen. Zwar kam es zu verschiedenen verhängnißvollen Einbrüchen, doch gingen bei denselben keine Menschenleben verloren. Zu dem Leben und Treiben, wie es in früheren Jahren auf der Eisdecke herrschte, scheint es dieses Mal hier nicht kommen zu wollen. — Der Güterverkehr auf den rheinischen Linie« hat sich in Folge der Unterbrechung der Schifffahrt in der verflossenen Woche derart gesteigert, daß täglich eine Reihe Sonderzüge befördert werden rnüffen. Vermischtes. * Leipzig, 15. Januar. Das Reichsgericht verwarf die Revision des katholischen Pfarrers Stöck und der Wittwe Ludwig, die von der Strafkammer Coblenz am 4. October wegen Entführung eines evangelischen Mädchens zum Zweck katholischer Erziehung zu drei Monaten und einem Monat Gesängniß verurtheilt worden waren. Das erste freisprechende Urtheil des Landgerichts Trier in der Sache war vom Reichsgericht im April aufgehoben worden. * Berlin, 15. Januar. Der Militäreffectenhändler de la Croix aus Schöneberg erschoß heute im Duell den 38 Jahre alten Dr. Noever aus Neu-Strelitz, einen der Theilnehmer an der letzten Nyassa-Expedition Wißmanus. Die Ursache des Duells soll eine Dame sein. * Aachen, 15. Januar. In einem Hause der Promenadenstraße erschoß gestern Abend eine Metzgergeselle seine Braut und dann sich selbst. * Saarbrücken, 13. Januar. An einem Schießstande des 70. Infanterie-Regiments wurde gestern Nachmittag ein als Zeiger fungirender, im dritten Jahre dienender Soldat erschossen. Seinen Tod hat er nach dem Ergebniß der militärgerichtlichen Untersuchung selbst verschuldet, er trat, als die betreffende Scheibe bereits schußfertig stand, hinter der Deckung hervor, um noch etwas nachzusehen, und wurde alsbald von der Kugel eines Schießenden in den Kopf getroffen. * Herne, 14. Januar. Auf der Zeche Mont Cenis kamen gestern drei Bergleute zu Tode. Dieselben waren in einem Bremsberge mit dem Auflegen eines neuen Drahtseiles beschäftigt. Bei dem Aufwinden des Gegengewichts riß ein Verbindungsglied der Kette des Flaschenzuges, infolge das Fördergestell mit fammt den drei Leuten in die Tiefe gerissen wurde. Da der Bremsschacht etwa 150 Meter Höhe hat und das Einfallen ein sehr starkes ist, wurden die Leute in zerschmettertem Zustande aufgefunden. * Wieder ein neuer Sprengstoff. Im städtischen Syenit- steinbruche zu Döltzschen bei Dresden ist kürzlich ein von Herrn Alfred Demeuse ,in Arnsdorf i. S. erfundener und von ihm Lithrotit genannter Sprengstoff durch Sachverständige geprüft worden. Diese Prüfung, bet welcher 18 Spreng- schüsse mittelst Lithrotit abgefeuert wurden, soll sehr befriedigende Resultate ergeben haben. Schisfsnachrichten. (Mitgetheilt durch den Agenten des Norddeutschen Lloydes, Herrn Carl Loos in Gießen.) Bremen, 15. Januar. (PertransatlantischenTelegraph.j Der Postdampser Dresden, Capitän A. v. Cöllen, vom Norddeutschen Loyd in Bremen, welcher am 30. December von Bremen abgegangen war, ist gestern, 9 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Der Postdampser „Swiher" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 13. Januar wohlbehalten in Philadelphia angekommen.____________________ Literatur und Nunft. — Jeder Freund guter, lehrreicher Lectüre begrüßt es mit Freuden, wenn man ihm eine gediegene Zeitschrift, die eigentlich auf keinem Familtentische fehlen sollte, empfiehlt. Wir meinen das rühmlichst bekannte praktische Blatt „AürS fcaufc*. das sich schon viele Freunde erworben hat. Neben einer großen Zahl praktischer Rathschlage sür unsere Hausfrauen finden wir darin kürzere Nutzholz - Verkauf Verdingung Xu« den Waldungen der Stadt Gießen, 4—6 km von Gießen NUN 5 misfiousweise vergeben werden. 287 681 Fernewald 411 2 100 438 Gnauth. 5 2. Seltersweg 19. 125 Delieiöse Cigarre Vorm 489 465 361 488 Vorm Vorm Vorm Vorm Vorm Vorm ichsgericht verwarf I Stück und der Wittwe Coblenz am 4. October i WäbdjtnS M Zweck tn unb einem Monat Dos erste srüsyrr^rrvr Soäze roax vMMchk- // // H und und 50 158 40 4857 Keöranuten -affe« »tr Pfund X 1.70 Ml fetzt an Qualität unüderlrossen. Wer einmal probtrt, blridt stet« Abnehmer. Borräthig tn Earl Schwaab'» Delicateffenhdlg. Geißler, Gerichtsvollzieher. Der Bürgermeister: Kleine. III. Gemarkung Garbenteich. Namen: Georg Burk: III/181. VII/68. IV. Gemarkung Großen-Linden. Namen: Schmidt, Johannes, Frdrch. S. zu Litzellinden: Vorm VII/754. Vorm Vorm Großherzogliches Amtsgericht. Langermann. Vorm Vorm XI/326. Schmidts gebt. Java-Kaffee (sehr beliebte Sorte) erhält man immer frisch bei Ph. Herrmann Seltersweg; 33. Kladtwald H Namen: Johannes Klotz 2r: VII/18. 526. Namen: Johannes Weber, PH. Sohn: VIII/185. V. Gemarkung Klein-Linden. Namen; Anna Margarethe Kreiling: 1/255. Namen. Anna Margarethe, Ehefrau von Georg Weigel: entfernt und an chaussirte Abfuhrwege angrenzend, soll das folgende, zu Schnitt-, Schwellen- und Grubenholz rc. geeignete Eichenftammholz sub- Retser. Die Herren Vorsteher h. Brgstr. werden um ortsübl- Publikation vorstehender Bekanntmachung ersucht. Krofdorf, den 13. Januar 1894 („«übertroffene 5 - Pfg. • Cigarre), 1000 Stück SRI. 85.— Probesendung 200 St. Mk. 7.50 franco «nchn. Zurücknahme bet Nichtzusage- (33 Cigarrenfabrik - Rohtabak - Jmporthaus F. E. A. Hesse, Düsseldorf. Gegen Bürgschaftsleistung binnen 14 Tagen nach Genehmigung wird sechsmonallicher Zahlungstermin und Abfuhrtermin bis 15. Mai festgesetzt. Die Offerten sind bis zum 12. Februar l. Js. bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst am 13. Februar l. Js., Vormittags 11 Uhr, die Eröffnung stattsindet. Die Gebote können für das Schnitt- und Schwellenholz, sowie andererseits für das Bau- und Grubenholz im ganzen und auch abtheilungsweise eingelegt werden. Nähere Auskunft ertheilen die unterzeichnete Stelle und die betreffenden Fvrftwarte, zunächst Forstwart Brück dahier. Gießen, den 12. Januar 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Zwei gebrauchte Leder-Landauer sowie mehrere offene Wagen billigst abzugeben. A. Kilbinger, des EttvereinS feit dessen Bestehen und will gewiß nicht dem Verein tn irgend einer Weise schaden, allein ich möchte auch Diejenigen, die wissen, daß es anderwärts schöner ist, als gerade da, tn ihrem Vergnügen und ihrer versönlichen Freibeit nicht gestört wissen.£■ Mittwoch de« 17. Januar d. I»., Nachmittags 2 Ubr, versteigere ich auf Oswalds Garten: zwei Zugpferde gegen Baarzablung. , l.474 Born, Gerichtsvollzieher. Holzversteigerung. Donnerstag den 18. Januar 1894, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewald im District Köpfele in den Abtheilungen 24 Bauernholz und 25 Felsplatt nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Gandersheimer Sanitätskäse. [34] Die Anschüttung des Erdkörpers für die Löberstraße zwischen Goethe- und Bleichftraße mit rund 1400 cbm Erdtransport soll Donnerstag, 18. d. Mts., Vorm. 11 Uhr, auf dem Stadtbauamte vergeben werden. Bedingungen liegen daselbst offen. Angebotformulare sind vom Stadtbauamte zu beziehen und die Angebote bis zum genannten Termine verschlossen dort einzureichen. Gießen, den 15. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h.471 IV/17. V/19. Vorm Namen: Johannes Kreiling: XXI/4. 4 a. XXII/83. Vorm Namen: Johann Georg Jung und dessen Ehefrau Katharine Elise, geb. Lenz, 1/55. 56. VI. Gemarkung Lang Göns. Vorm Namen: Johankles Spies LU.: XXI/507. XXIII/355. VII. Gemarkung Staufenberg. Vorm Namen: Johannes Benzler HL: IX/64. Vorm Namen: Ludwig Fuchs und Frau, geb. Zecher: 1/435. Gießen, 13. Januar 1894. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße am Pfarrweg nach Rödgen. Annerod, den 12. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Engelhardt.394 im Gänzen 1,87 fm; Nadelstämme von 15-35 cm mittlerem Durchmesser und 22 m Lange, im Ganzen 120,45 fm; Nadelderbstangen von 7—14 cm mittlerem Durchmesser und 22 m Länge, im Ganzen 87,43 fm. Bemerkt wird, daß das Stammholz größtentheils schöne Fichten sind die Fichten-Derbstangen sich zum größten Theil zu schönen Lparren Mststangen eignen. r m . Die Zusammenkunft ist am Waldwege nach Bersrod. Reiskirchen, den 12. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. Wagner. JeUgebotenes. Bester [151 Medicinal-Leberlhraii der Adler-Drogerie von (Mo 8od»k Mittwoch d. 17. Januar, Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in meiner Amtsstube: 1 Pferd, 1 gr- Stück Leinen, 1 Stoß- karren, 1 Sopha u. a. Möbel. TWfr w® SWK litt, L fdflL'u pr-l- Namen: Peter Peuker zu Allertshausen: VI1/144. 150. Namen: Johannes Peuker zu Allertshausen: VII/148,7. Namen. Christine Käß: IV/169. Namen: Johannes Käs I. und Frau, geb. Noll: IV/190. II. Gemarkung Allertshausen. Namen: Georg Peuker: U/275. 40. IX/321. XI/384. Namen: Johannes Peuker: 11/86. 97. 104. 22. VUI/312. Oeffentliche Aufforderung. Ansprüche an die unten mit Flur und Nr. bezeichneten, den beige- »erkten Besitzern in den Grundbüchern zugeschriebenen Liegenschaften, die theils veräußert, theils überschrieben werder sollen, sind so gewiß binnen 4 Wochen vorn Erscheinen in den Blättern grrechnet, dahier vorzubringen und zu begründen, als sonst die vorliegenden Verträge bestätigt, die Beschränkungen gelöscht und die Einträge in die Mutationsverzeichnisse verfügt werden. I. Gemarkung Allendorf a. d. Lda. Vorm Namen: Moses Reinberg Wittwe: IU/300. 456. 398. Vorm Namen: Christoph Freihöfer: VI/25. Vorm Namen: Christine Wallenfels (Anna Katharine Tochter): 1/449. 512. 512 a. III/318. XIX/61. Vorm Namen: Georg Peuker und Frau, geb. Volkmann, zu Allertshausen: VII/143. Eingesandt. Gießen, 15. Januar 1894. Bei dem am Sonntag herrschenden herrlichen Wetter ergötzten sich eine Menge Menschen mit Schlittschuhlaufen auf der Lahn. Doch nicht lange sollte die Freude wahren, denn e8 erschien ein Schuhmann, welcher die Leute aufforderte, sofort das EiS zu verlassen, andernfalls fie einer Strafe gewärtig sein würden. Die Behauptung des Schutzmannes: „es sei gefährlich hier zu laufen", wirkt, wenn man daS zwischen 30—40 Centimeter starke Eis betrachtet, sehr komisch. Als alter Schlittschuhläufer und geborener Gießener habe ich nun die Stätte, wo ich so viele frohe Stunden verlebte, gern, auch ist e8 nicht Jedermanns Sache, sich in dem Gewühl aus der Eisfläche des Eisvereins wohl zu fühlen und halte das Eingreifen der Polizei in diesem Falle für sehr unzeitgemäß, dagegen könnte sie sich verdient machen, wenn sie die Stellen, an welchen das Eis von Bierbrauern 2C. entfernt worden ist, genau markieren und absperren ließe. Was würden unsere Gießener vor 30 Jahren gesagt haben, wenn ihnen irgend Jemand nur ein Loch in das Eis der Woog gehauen hätte, geschweige denn ganze Strecken abgeeist worden wären. Ferner kann ich mich seit nahezu 40 Jahren erinnern, daß auch ohne Hülfe der Polizei auf dem Woog kein Unglück passiert wäre durch Einbrechen; wenn je etwas vorgekommen ist, so war dies auf den seichten Stellen bei Launsbach und diese sind, Tank dem Baggern des Herrn Rübsamen, soweit die Gießener Grenze reicht, ganz beseitigt. Ich. bin Mitglied A. Bauholz. Eichen - Stämme — 0,28 fm haltend, Nadel-Stämme mit 17—28 cm Durchm., 6—10 m Länge — 25,07 fm haltend, Nadel-Derbstangen — 0,39 fm haltend. B. Brennholz, rm Nadel-Scheitholz, „ Nadel-Knüppelholz, „ Nadel-Stockholz, Nadel-Wellen. W Ithft wird durch JtzleibS IMF“ WNt »atarrhpastillen W linflött in kurzer Zeit radical MM beseitigt. [30 Beutel 35 Pfg. in Gießen bei Benner Bahnhofstraße 40, und A. * G. Wallenfels, Marktplatz 21. Holzverfteigerung. Donnerstag den 18. Januar l. I, Morgens von 9 Uhr an, soll im Reiskirchener Gemeindewald, Dtstrict Walbersberg, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Eichenstämme von 20—32 cm mittlerem Durchmesser und 10rn Länge, Mittwoch den 28. /rbruar, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die der Helene HauS. geb- Führer in Gießen, an nachbezeichnetem Grundstück zustehende ideelle Hälfte: Flur I Nr- 266,3 — 6 qm Stallgrund auf dem Seltertzweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 15. Januar 1894. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Bogt. 507 130 rm Stöcke, 634 rm Reiser. am Montag den 28. d. M., von Vorm. 9 Uhr ab, im Gemeindehaus in Krofdorf. Es werden verkauft: Distr. Srokelberg: 14,25 fm Nadelh-- Stämme und -Stangen, 55 rm Reiser. Distr. Jnngferannawald r 30,12 fm Eichenstämme, 13 rm Eichenscheith., 147 rm Reifer. Distr. SttoUU 1,10 fm Weichholzstämme, 22 rm Eichennutzholz, 20 rm Eichen- und 5 rm Buchenscheit- und Knüppelholz, 169 rm Reifer, 30 rm Stöcke Distr. Heide: 56,26 t'rnNadelh.-Stämme u.-Stangen, 97 rm Reiser, 16 rm L>töcke. Distr. Attestat»: Schönes Küfer- u. Glaserholz: 46,71 fm Eichenstämme, 2 rm Buchen- und 11 rm Eichennutzholz, 108 rm Eichen- und 69 rm Buchen- scheit- und Knüppelh■, 57 rm Stöcke und 255 rm Reiser. Distr Schi««- Hecken: 61,49 fm Eichenstämme, 27 rm Eichen- und 85 rm Buchenscheit, und Knüppelh, 69 rm Stöcke, 525 rm : MMreffectenhändltr ;oß heute im Duell den Neu-Sttelitz, einen der pedition Wißmanus. Die ein, l Hause der Promenaden- fetzgergeselle seine Braut An einem Schießslande gestern Nachmittag ein ihre dienender Soldat iad) dem Ergebnitz der lbst verschuldet, bereits schußsertig stand, etwas nachzusehen, und WWiii,md!°SG r Mt M«°> S=”i‘ gufwinben M ®e8en toi ft« m i« fUiM ist, b“ °JmstÄtiichen ©)«* , g erfundener un» fftard) gailDerftml'S1 mrbc«, I°° » die * i ?' m im b'i 'Echzell Äli n ru erri(ht/?9C9enb ' welche fS ^^ell ttstadt h^Mnd al§ ,n Hand 6t DM Elfe* n kln ehemals be, UIt* * ^em SchrWtzer ^lzer bei dem Ucber- !"g erfaßt und deran nach dem @pitQ( bet, n ThauwetterS nitbt ^ungeachtet polizeilichen hier ziemlich begangen, 'gnttzvolirn Einbrüchen, heniebrn vnionn. Zu Heren Jahren aus der ü hier nicht kommen zu s den rheinischen Linie» 1 der Schifffahrt in der daß täglich eine Reihe Essig- und Salzgurken Preiselbeeren la. Sauerkraut. 1432 J. M< Schulhof. Briefkasten. E. Oe. in B. Wandkalender find vollständig vergriffen. 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Januar, Nachmittags 21/: Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Heinrich Witzner Wittwe (Wirth- schast zum Burggrafen) gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 701 — 181 qm Hofraithe in den Neuen Säuen, Flur I Nr. 702 — 87 qm Meter Grabgarten daselbst öffentlich freiwillig versteigert werden. Gießen, 10. Januar 1893. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A-: Bogt. 334 Mittwoch, 14. Februar 1894, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die den »arl Möser zweiter «Helente« in Gießen gehörige Hofraithe: Flur 40 Nr. 40a«/ioo - 303 qm links der Chaussee öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 29. December 1893. Großh- Ortsgericht Gießen. I. A: Bogt. 7 Großhkksoglich MerhMchr Eisenbahnen. Die Lieferung von DienstkleidungS- stücken für daS diesseitige Personal soll für die Zeit vom 1. April l. I. bis Ende März 1897 vergeben werden- Lieferungsangebote sind spätestens bis zum 5. Aedruar l. I., Vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an uns einzusenden. Die Bedingungen können bei unserer Magazinsoerwaltung dahier eingesehen, auch gegen Einsendung von 40 H durch unsere Kanzlei bezogen werden- Gießen, den 13. Januar 1894- 504 Grobherzogliche Direktion. Gemeinde Hohverfteigerungen 1. am eawitofl de« 20. d. M.. von Norm- 9 Uhr ab, im Saale des Wirthes Lauz zu Witz mar. Ts kommen zum Verkauf: Distr. Reutz- li«g: 223 rm Buchen' Schelt- und Knüppelholz, 39 rm Stöcke, 236 rm Reiser. Distr. Beckert: 39 rm Buchenholz und 193 rm Reiser. District Affelbach: 57,79 fm Nadelh.-Stämme, 4 rm Etchennutzh.. 13 rm Buchen- und 23 rm Nadelh., 37 rm Stöcke. 300 rm Reiser. Distr- Reutzling r 22,70 fm Nadelh.-Stämme, 57 rm Retser Distr. S«hldach»dell: 6 rm Buchennutzh-, 551 rrn Buchenscheit- und Knüppelh., und längere hübsche Erzählungen, auch Musik- und illustrirte Handarbeits-Beilagen, sowie solche für« Volk. Wir können diese wöchentlich einmal erscheinende Zeitschrift daher Jedermann aufs Angelegentlichste empfehlen und zum Abonnement, welche« vierteljährlich nur 1 Mk. kostet, auffordern. P'obenummern versendet die GeschästS- ftelle .Für« Haus", Berlw SW., ara»is und franco Bei der Redactto« eingegangene Bücher re.: — «olleg besuchen ««d schwänze«. Ein Wort zu den Auslassungen de« derzeitigen Reciors der Berliner Universität Herrn Geb. RegterunasrathS Prof. Weinhold. Von Commilito. «erlag von G-br. Knauer in F-onkfurt g. M Vr,iS 30 Pfg.___ Verkehr, Cant* and VoUrrvirthschafi. «tetze«, 16. Januar. Marktbericht Au» dem heutigen Wochermmrkt fnfkte: Butter pr. Pfd. X 0.75-0,85, Hühnereier per Stück 7—8$, 2 Stück — A, Käse vr St. 5-8 4, Käsematte »r. 6t 8 4, Erbsen vr. Liter 18 Linsen vr. öfter 30 ch, tauben pr. Baar X 0,70-0,80, Hühner pr. Stück .* 1,00—1,20, Hahnen pr. 6t JR. 1,20 -1,40, Enten pr. Gt Jt 1,80 bis 2 2\ Ochsenfleisch vr. Pfd 62—68 A- Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 50—56 A, Schweine, fleisch pr. Pfd. 60—70 A. Kalbfleisch pr. Pfd 50—56 L, Hammelfl eflch pr. Pfd. 40—60 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00-5,00 JL, /• eiftfrauf pr Stück 4 -10 A, ^roiebelr pr. ttentner 7,00—8,00 X, Milch or. Lft-r 16 20 4, Gänse pr. Pfd. 60-60 A District Schnitt- und Schwellenholz Bau- und Grubenholz Stück fm Stück fm 1 ...... 133 32,55 — — 5 ...... — — 542 170,91 86...... 93 49,75 76 28,37 7, 8...... 142 132,57 — — 52, 53 ..... 143 100,62 — —-. 61b, 62a ... . 46 18,51 289 87,08 74, 7»..... 234 62,80 104 26,81 99...... 220 73,85 215 61,53 117a..... 66 22,52 67 23,90 e; Fi PI / Installationsgeschäft / für Beleuchtung und Wasserversorgung empfiehlt GasglüMicM D. R. Patent Auer. 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(0 131.80 113.50 102 87 286.25 77.50 b) Polonaise (Pianof. ” in As-dur 1 85.75 30/0 Portugiesen 160.70 40/0 Grtech. Monopol-Anl. 481] Em Mädchen, in Küche uni Hausarbeit erfahren, sucht Stelle. Zu erfragen in der Exped. d. Bl. 5) a) Air varieö b) Zephir 6) a) Nocturne in G-dur 144.801 Ber. KönigS-Lsurah^-K^. Lesdeuz: schwach. 95.30 75.60 2 .70 34.30 S«ld 9.55 20.25 16.63. 492] Ein Logis zu vermiethen. Lindengasse betreffend Gesuch Actien-Gesellschaft betrieb Grohh. Mich der internationalen ®» He 3ul«flunt unter den üblichen Gießen, be: Groß! Porto - Gießer - Argen-Timer - Grie-chen-Spamer, sowie verschiedene Gruppen - Aufführungen. Geheiwkarten für Mitglieder sind bei Herrn Schneid er- Schillerstraße, Geheimkarteu für Nichtmitglieder sind für Damm zu 20 Pfg. und für Herren zu 50 Pfg. bei den Herren Friseur Conrad-Mäusburg, Friseur Muhl-Bahnhofstraße und Friseur Wahl- Neustadt zu haben. Herrenkarten zur Theilnahme am Ball zu 1 Mk. ebendaselbst und zu Mk. 1.20 an der Kaffe. Karten zur Berechtigung auf die Gallerte bis zur Demaskirung zu 20 Pfg. bei den vorgenannten Herren und Abends an der Kaffe. Lomb. E.-B^-Act. Buschtherader E^B^-Act. Elbthal-Bshn-Aet. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost.-B^Nrt. Mainzer E.-B.-Aet. Marienburger E^B.-Aet. Das Krotz an die Groß Beuern, Clii Mai Die 00M auf ortiüblify Ä Sliter Koffer stehenden Flurfchal dem Regiment zuf folgen kann. DOutznrM- t llhr 15 Min. 85.75 40/0 Ung. Gold-Rente Otto E. Webers Corlsbader Kaffee-Gewürz das edelste AaffeeverbesterungSmittel der Wett, empfehlen: Emil Fifchbach Wilh. Fritsch L. Kalkhof Friedrich Leo H. F. Nassauer Carl Schwaab. Engros-Lager bei: Otto E. Weder, fraultfnrl» M., 460] Ich suche ein «üdche« für Küche und Hausarbeit. Frau Professor Hoffman«, Ostanlage 31... 373] Ein tüchtiges Dienstmädchen 90.25 371.09 152.75 101.20 103 60 108.90 72.80 BrUf 9.60 fl. 20.32 16.65 Programm. I. 1) Ouvertüre zur Oper 7) L’Arlesienne, Suite für grosses Orchester „ Georges Bizet. 3% ReichSanleihe 3Vi% do. 3<>/o Preuß. ConsolS 3V.% do. Dirconlo-LomrNSnb^AttLtz Darmstädter Bank-Sl^.. DreSdmer Banü-Rcr. NorLd. Lloyd-Act. Wiener Bankver^-Act Oest. Credit-Aet. Jtal. MiUrirneerbah» Act Kreppei täglich frisch bei [232 Hosbäcker Fr. Roll Mäusburg 12. innigstgeliebtes Söhnchen Heinrich. nach kurzem schweren Leiden sanft entschlafen ist. Gießen, 16. Januar 1894. „ L. Spohr. Viertes Concert (102. Vereinsjahr) Sonntag, den 21. Januar 1894, Abends 5 Uhr, im Saale des Qeselleohaftevereins unter Leitung 1 des Grossh. Universitäts - Musikdirectors Herrn Adolf Felchner und Mitwirkung des Fräulein Mina Rode aus Frankfurt (Violine), der Miss Mabel Seyton aus London (Pianoforte), sowie des durch auswärtige Künstler verstärkten Vereinsorchesters. Clavierbegleitung Herr Gustav Trautmann aus Frankfurt a. M. «eldsorten. Brt-f Geld 16.16 16.12 Ducaten Mittwoch de« 24. d. M., AbendS »'/, Udr Hauplversammluyg bei Kamerad Vogt. Tagesordnung: Voranschlag. In Uniform. Der Vorstand. Zu der Donnerstag, 18. d. MtS., Abends 8«/a Uhr, im «ass «bel statt - findenden Feier zu Edren GratzmüllerS laden wir alle Mitglieder, insbesondere auch dre älteren, ergebenst ein. Gäste find willkommen. [494 Der Borstand. 20 Franken-St. 20 do. in «/, Dollars in Gold Ladenmädchen, das bessere Hausarbeit mit verrichtet, in ein Colonialwaaren-Geschäst gesucht. Näheres in der Exped. d- Bl. 137» Quittung! 62,50 JL vom Fechtverein Waifeuschutz, Abth. Gieße», zur Vertheilung resp. Verwendung von je 15,62 an eine evangelische, eine katholische und eine jüdische Familie, welche vom Verein bestimmt sind, erner 15,64 JL zur Verwendung im Jntereffe der Krippe haben wir jeute baar und richtig erhalten, worüber wir dankend quittiren. [506 $tr Aonta-r Concordia. Samstag den 20. Januar 1894 : GROSSER Masken-Ball im Saale des Cafe Leib. Anfang Abends 7 Uhr 599/io Minuten. Daselbst Zusammenkunft und Vorstellung von „Euryanthe“ für grosses Orchester Violinconoert in D- moll Nr. 9 „Eine kleine Nachtmusik“ (für Streichorchester) II. Variationen über ein Thema von Paganini, für Pianoforte . Ein kleines Hü«dche« -«gelaufen. Zu erfragen ss-r Ballschuhe für Damen u. Herren empfiehlt in reichster Autzwahl zu billigsten Preisen Justus Benner ' | Suppenwürze ebenso Fleisch - Extraet in Portionen find frisch eingetroffen | I bei A. & G. Wallenfels. ^Dte leeren Original-Fläschchen h 65 Pfg. werden zu 46 Pfennig und diejenigen ä Mk. 1.10 zu 70 Pfennig mit MaggiS Suppenwürze nachgefüllt. eingetroffen bet [432] J. fff Schulhof. BT ReizeudeS Geschenkt»«« für Krauen n«d Mädchen. Die kleine Miss. Von KraneeS H. Burnett. Sehr eleg. gebd 2 Mk. Künste «uff BSe* Diese Erzählung kann dem deutschen Kamilienkreise auf daS Beste empfohlen werden. 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