1894 Sonntag den 16» December Nr 295 Erstes Blatt 2lmts=> unb Anz-igeblatt für den Arris Gieren Hratisbeitage: Gießener Aamitienötätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de, folgenden Tag erfcheinenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr. Vierteljährig« Li «Monnemeuf spreU t V 2 Mark 20 Pfg. mit unteren Stockwerke. Das Arbeitszimmer ist in französischer Renaissance, in Wallnuß mit Gold, und verbindet den Etsenbahnkönig per Telephon mit dem riesigen Centralbohnhof, den er selbst erbaute, und welcher die Länge von neun Straßen einnimmt. Ein zierlicher Personen-Aufzug, dessen Wände französisches Spiegelglas bilden, führt uns ins obere Stockwerk. Hier hat jedes Familienglied seine Privatwohnung — für jeden ein Wohn-, Schlaf- und Bade«Zimmer. Diejenigen des Herrn sind in geschnitztem Mahagoni und grünem Sammet. Frau Vanderbilt hat ein Boudoir im Styl Ludwigs XIV. Die seidenen Vorbänge, Wände, Teppiche und Möbel sind in Rosa. In den Gemächern der 17 jährigen Fräulein Vanderbilt, der voraussichtlichen Erbin aller dieser Herrlichkeiten, sieht man keine Goldverzierungen. Alles ist weiß, mit mattblauen Seidenvorhängen und Möbeln und bei anscheinend anspruchsloser Einfachheit doch ausgesucht und elegant. Auf diesem Stock befindet sich auch die Gemälde - Gallerte. Dieselbe ist in französischer Renaisiance und erhält nach Art der großen Kunstgallerien das Licht von oben. An hervorragender Stelle prangt Vanderbilts Bild von Melfsonnier, weiterhin die Portraits der Familie. Das HauS enthält im Ganzen 50 Zimmer, darunter drei Küchen, eine derselben mit einem Herde, der groß genug ist, um einen ganzen Ochsen zu braten. Unweit von Vanderbilts Palast befindet sich das Clubhaus, welches er und die anderen Krösuse von New Aoik besuchen. Trotzdem'die Stadt deren viele höchst elegante besitzt, fand man sie unzureichend für die Reichsten der Reichen. Vrmgerloho. Durch die Post bezog» 2 Mark 50 Pfg. 8Ubaction, Lxpeditio» und Druckerei: Schulftratze M.7. Fernsprecher 51. ihrer Art. Zwischen den Thüren, die von hier aus in bte verschiedenen Gemächer des unteren Stockwerks führen, sind Nischen mit Statuen. Zuerst betreten wir die Bibliothek, deren wie ein Spiegel polirter Fußboden und geschnitzter Plafond von schwarzem Wallnußholz sind- desgleichen die Einrichtung und ein prächtiger Kamin, welch letzteren zwei Fuß hohe Caryatiden auf ihren Schultern tragen. Von hier gelangt man in einen kleinen, und aus diesem in einen großen Salon. Die verschwenderische Eleganz dieser im Style Ludwigs XIV. ausgestatteten Gemächer scheint eine Märchenwelt gegenüber der soliden Einfachheit der Bibliothek. DaS Treibhaus mit Springbrunnen, großen Palmen und anderen erotischen Pflanzen, hängt mit dem Ballsaal zusammen, der unstreitbar der schönste Raum des Hauses ist. Er wurde einem berühmten Pariser Ballsaale nachgebildet, von dnem Pariser Maler gemalt und ist ganz im Style Ludwigs XIV. Er hat die für ein Privathaus ungewöhnliche Länge von 75 Fuß bei 50 Fuß Breite. Aus dem Ballsaale gelangt man in Vanderbilts Rauchzimmer, welches mit kuppelförmigem Plasond durch mehr als zwei Stockwerke durchgeht. ES ist eine Stylnachahmung der Alhambra und vereint Alles, was arabische und maurische Kunst leisten kann. Von hier aus führt eine Treppe in ein für Gymnastik vollständig eingerichtetes Zimmer, wo sich auch eine Kegelbahn befindet. Weiterhin gelangen wir in den Speisesaal in Eichenholz mit zahllosen Wandschränken und Gestellen für Silber und Porzellan im ernsten Styl Ludwigs XII. Mit einem Besuch in einem kleineren Speisezimmer und im Arbeitszimmer beschließen wir die Runde im Arr-land. Budapest, 14. December. Gestern Abend fand anläßlich der Sanctionirung der kirchenpolitischen Gesetze vor dem liberalen Club eine Manifestation statt, deren Mittelpunkt der begeisterte Ausdruck der Huldigung für den König bildete. 3000 Fackelträger, begleitet von einer 50 000köpftgen Menge, zogen durch die glänzend illuminirten Straßen vor das Clublocal, wo die liberalen Abgeordneten auf dem Balkone versammelt waren. Unter stürmischeri'Eljen- Rufen auf den Monarchen nahm der Zug Ausstellung. Der Präsident des UniversitätS-ClubS hielt eine Rede, worin er Huldigung und Dankbarkeit für die Sanctionirung dem Monarchen gegenüber ausdrückte. Der Präsident der liberalen Partei, Baron Podmaniczky, antwortete in einer mit großartiger Begeisterung aufgenommenen Rede. Er sprach im Namen aller liberal denkenden Bürger Ungarns Dank für die glänzende Manifestation auS, mit der die Jugend und die Bürgerschaft heute dem geliebten König huldigte. Der Redner citirle die Worte des Dichters: daß der Erste der Ungarkönig sei. So war es immer und so sei eS gewiß in diesem Augenblicke, da die erhabene Herrscherweisheit und väterliche Fürsorge des Monarchen diesen epochemachenden Factor der Regeneration Ungarns ins Leben gerufen habe. Der Redner schloß mit Eljen Rufen auf den König, welche die Menge brausend minutenlang wiederholte. Die Menge zerstreute sich hierauf ohne Zwischenfall. Deutscher Reich. Berlin. 14. December. Der Kaiser ist von seinem Besuche in Hannover und den Jagden in Springe gegen Donnerstag Mitternacht wieder im Neuen Palais bei Potsdam eingetroffen. Bereits am Sonntag gedachte aber der erlauchte Monarch neue Jagdausflüge anzutreten, zuerst nach Neugattersleben als Gast des Herrn v. AlvenSleben und dann nach Barby, hierbei einer Jagdeinladung des Amtsrathes D. Dietze folgend. — Der Bun deSrath stimmte in seiner Wochenplenar- fitzung vom Donnerstag den Ausschußanträgen, betr. den Gesetzentwurf über die Aenderung deS Zolltarifs, zu. Der fUfcwt Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme be« Montag«. Die Gießener Itamikie» dkätter »erben bem Anzeiger wächeMlich dreimal beigelegt. Alle Annoncen-Bureaux be« In- und AuSlande« nehme« Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegen. Prüfung gemacht. Er ist sich der Schwere der Folgen der Zucker 5rtsis für die deutsche Landwtrthschaft vollkommen bewußt, und deS halb bereits zunächst mit den preußischen RessortS in Bei Handlungen aetreten über Wege und Mittel, um einem solchen Unglück vorzr^ beugen. Sollten diese Verhandlungen zu.einer.Einigung wnerhald des preußischen RessortS führen, so würde er in gleicher Weise mit den verbündeten Regierungen sich in Vereinbarung setzen Die Frage werde eine wohlwollende Prüfung und eventuelle Entscheidung finden. (Beifalls dichter (frf. Vg.) findet cB auffallend, daß der Schatzsecretär mit diesen Ansichten, die ihn. «»Agrarier vom reinsten Wasser characlerifirten, unter d.m früheren Reichskanzler habe arbeiten können. Es müsse das festgestellt werden, damit nicht etwa bet einem neuen Kanzlerwechsel, und wenn ein Kanzler komme, der den Anschauungen der Linken näher »ehe, dieser Herr nicht etwa seine Ansichten nochmals wechsele. (Obo! rechts.) Alle diese Vorgänge haben ihre besonderen Coulissengeschtchten. Wie der Kanzler^Wechsel seine Ursachen hat in den Jagdgründen von Lieberberg, so findet diese Interpellation ihre Entstehungsgeschichte in den 3gründ« des Herrn von Dietze-Barby. Dort hat man das bekannte Klagelied angestimmt über die Roth der Landwirlhsckast, wobei man allerdings den Aufschwung der Viehzucht nicht in Betracht gezogen hat Wie kommt man pi ötzlich zu dieser Stellung gegenüber der Zucker-Industrie^ Dieser Industrie-Betrieb war in Sassen so groß, daß er anderen Provinzen die Arbeiter, die sogenannten Sachstngänger entzog. Me Lage der Zucker-Industrie scheint augenblicklich allerdings M'tzltch, die Preise sind ungemein niedrig; aber trotzdem dauert die Spekulation fort; neue Fabriken werden gebaut und zwar so zahlreich,, daß die alten Zuckeifabriken die Maschinenfabriken mit Entziehung ihrer Kundschaft bedroht haben, wenn sie für neue Fabrißkn Maschmen liefern (hört! hört!) Und bet diesem Boycott - System verlangt man Schutz der Fabrikation! Der Preisrückgang des Zuckers ist eine ganz natürliche Folge der Ueberproduction und diese wieder eine Folge der staatlichen Subvention; hier ret«t sich, wohin eine solche verkehrte Prämien - Wtrthschaft führt DN Verhältnisse können nur aeiunden, wenn wir jetzt gesetzgeberisch nicht einareisen, dann wird der Export sich regeln, die Pioduction dem Bedürfnitz anpasftn und der Consum im Inland- bet unS steigern. Be den Theoti n des Schatzsecretärs ist es begreiflich, daß die Socialdemokraten trium- phiren, denn die Entwickelung, welche sie wünschen, kann gar.nicht besser gefördert weiden. Was soll uns denn bewegen, die Prämien zu erhöben? Was haben wir für ein Interesse daran, daß die Eng. lanber oder Amerikaner unseren Zucker recht billig bdommen? WaS ist das für eine sonderbare Finanzpolitik, auf der einen Seite Millionen für die Mucker-Industrie auSzugeben und auf der anderen Sette Die ohnehin schwer belastete Tabaksindustrte mit neuen Lasten zu et» jd)uttend^Caeifaü Posadowsky: Der Graf Caprivi ist über meine landwirthfchaftlichen Anschauungen nie im Zweifel gewesen; namentlich kannte er meine Ansichten über die Zuckersteuer und billigte sie. (Hört! hört!) 2)er geartet be8 £enn Mter wtxbt\ä> mich nie nähern, denn ich bin der Ansicht, daß der lundwirtbschaft- liche Erwerb der wichtigste ist, den man nicht vernachlässig darf, wenn nicht große Zweige des vaterländischen Erwerbslebens bankrott werden sollen. (Lebh. Beifall rechts.) Abg. Graf Kanitz (conf.): Wir wollen der Regierung Zett lassen, ein wtrthsckaftliches Programm aufzustellen und wir werd« bann schon mit Anträgen kommen, an benen Herr R'chter seine Freude haben soll. (Heiterkeit!) Der neue amerikanische Werthzoll von 40 pCt. hat unteren Absatz von Zucker nach Amerika schwer geschäbigt. Die Regierung hat gegen diese Zollerhohung nichts gethan, sie hat sich nun gegen den unbedeutenden Zuschlagszoll erklärt. Die Beibehaltung der Prämie von l-20Mk pro Ceniner Zucker wird d^ Krisis kaum wesentlich mildern. Wollen Sie der Landwirtschaft dauernd helfen, so sorgen Sie dafür daß nicht bloS bet den Rüb n, sondern auch in anderen Erwerbszweigm der Landwtrthschaft bessere Feuilleton. Ein Besuch im Hause Vanderbilts. Wohl für jeden Europäer wie Amerikaner ist der Name Vanderbilt gleichbedeutend mit Reichthum. Weniger bekannt dürfte es sein, daß die Großeltern der jetzigen Banderbilt'schen Generation, ehe ihnen das Glück hold war, auf einer Insel in der Nähe Newyorks eigenhändig die Gäste bedienten, welche sich in ihrem Biergarten nach dem Staub und der Hitze der Stadt erfrischen wollten. Der älteste Sohn dieser Wohlthäter der durstigen Menschheit erbte etwa 500 Millionen Mark. Ein Besuch in seinem Hause könnte unS den Beweis liefern, daß es den vereinten Bemühungen der besten europäischen und amerikanischen Maler gelungen ist, seinem Wunsche nach dem schönsten Privathause gerecht zu werden. DaS Aeußere ist nach einem französischen Schloß Du BloiS bei Paris erbaut, zum Theil in Gothik und in französischer Renaisiance. Ein 10 Fuß hohes Gitter, das 160 000 Mark kostete, bildet die Schranke zwischen dem Palaste deS CrösuS und seiner weniger glücklichen Mitmenschen. Allein das solide Aeußere läßt nicht im Entferntesten die künstlerische Eleganz des Innern ahnen, welche sogar in Amerika nicht ihres Gleichen hat. Durch eine kleine ge- wölbte Vorhalle in weißem Marmor gelangt man in die große Halle. Eine Wendeltreppe von weißem Marmrr in italienischer Renaisiance, in deren Geländer der Buchstabe V oftmals kunstvoll eingeflochten ist, ist ein Meisterwerk in Deutscher Reichstag. 6. Sitzung. Freitag den 14. December 1894. Vicepräsident von Buol macht zunächst Mittheilung vom Ableben «bg. (Steinmann. Das Andenken desselben wirb in üblicher Weise burch Erheben von ben Sitzen geehrt. Erster Gegenstanb der Tagesordnung ist d^ Antrag der Abgg. Schmidt (Elberfeld) und Ehni: in die Geschaf «ordnung nach- folgenden Satz einzuschieben: „Alle Anträge, welche innerhalb ber ersten 14 Tage ber Session eingebracht werben, gelten, sofern sie nicht schon vor bem Ablauf dieser Frist zur Verhandlung gelangt sind, als gleichzeitig eingebracht. Heber die Priorität unter bcnfelben entscheibet bas Loos." , . . .. Abg. Groeber (Ctr.) beantragt: daß alleschon in ber letzt- verflossenen Session eingebracht gewesenen Anträge (im Falle ihrer Erneuerung) bie Priorität haben sollen. AbggU Enneccerus (ntl.) empfiehlt, die Entscheidung über bie Priorität nach ber Wichtigkeit des Gesenstandes und nach der Stärke ber Parteien zu treffen. Sämmtliche Anträge werben ber Geschästsorbnungs-Commisfion überwiesen. in Es folgt bie Interpellation Paasche: „Welche Maßregeln in Bezug auf eine Abänberung des geltenben Sud er ft euer» gesetzes denken bie oerbünbeten Regierungen ergreifen, um Ur Schäbigungen, welche ber beutschen Lanbwirlhfchaft unb Zucker- Industrie durch bie ausländischen Besteuerungsformen bes Zuckers erwachsen, ^desiitfiien? handle sich hier nicht nur um eine Nothlage ber Zuckerinbustrie, sondern auch um ^e solche bn Land, wirthschaft. Die Voraussetzungen, bie man s. Z- bei Herabsetzung ber Ausfuhrprämien gehegt habe — baß bie auswärtigen Staaten ebenfalls ihre Zuckeraussuhrprämien herabsetzen würben, unb baß bie Zuckerproduktion eine Einschränkung erfahren werbe— sei nicht eingetroffen. Dazu komme nun als befonberS harter Schlag, baß Norbamerlka gerade auf unseren beutschen Z^r Zuschlagszölle gelegt habe. Damit sei für uns ein hervorragender Adsotzmarkt gefährde^ was auch die rübebauenben Landwirthe ich wer ireff e. Allein im Rübenbau seien etwa 440,000 Arbeiter beschäftigt, abgesehen von Nebenindustrieen. Die Zucker Industrie verbraucht nicht weniger als 6 Mill. Tonnen Kohlen. Es lasse sich auch nicht einfach sagen. die Zuckerinbusirie brauche ja blotz ihre Production zu verminbern, benn die Lücke, bie bann entstehen würbe, würbe sofort burch bie ausländische Concurrenz ausgefüllt werden. Schatzsecretär Graf Posavowsly: DN U.s-chc d-s itt3tcÖ€#: Gieße«, den 15. December 1894. kanzler, wie als Ministerpräsident dem für die Wohlfahrt I ** Kreisausfchuß-Sitzung. Mittwoch den 19. December des Vaterlandes so wichtigen Landwirthschaftsgewerbe beson- | d. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, findet im Regierungs- dere Theilnahme und allen mit den allgemeinen Interessen I gebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Gießen statt, in welcher folgende Gegenstände zur Verhandlung gelangen: 1. Wildschadensklage in der Ge- ordnete die I markung Leihgestern. 2. RecurS des Wirths Adolf Vogt zu I Gießen gegen einen Polizeibefehl Großh. Polizeiamts Gießen Nach einer I betr. Beseitigung einer in den Stadtbach angelegten Treppe, der zweiten I 3. Recurs des Seligmann Salomon zu Wetzlar gegen einen Niutschuang I Polizeibefehl. ** Parlamentarisches. Den Mitgliedern der Zweiten I Kammer tst eine Vorlage der Regierung zugegangen, welche „ m I sich mit der Ausbesserung der Gehälter der semi- Berlin, 14. December. Wie die „Post" hört, hat der I naristisch gebildeten Lehrer an den höheren Kaiser uu5 eigener Entschließung dem Reichskanzler, I Lehranstalten des GroßherzogthumS befaßt ohne Antrag deS Fürsten, für die Dauer seines Amtes einen | Einstellung der OmnibnSlinie B. In der gestern Jahreszuschuß von 100,000 Mark bewilligt, um damit I Abend stattgefundenen Berathung des Vorstandes unserer wenigstens theilweise den materiellen Ausfall zu decken, I Omnibusgesellschaft wurde beschloffen, Anfang Januar eine welchen der Fürst durch seine Berufung zum Reichskanzler I Generalversammlung einzuberufen und derselben den El«n haben würde. I Vorschlag zu unterbreiten, die Lmie durch die Bahnhofstraße Berti«, 14. December. Der „Reichsanzeiger" veröffent-I den Winter über des mangelnden Verkehrs wegen einzulicht eine kaiserliche Verordnung, betreffend Verwaltung I stellen. Es ist diese Maßnahme der einzig vernünftige Weg, der Schutzgebiete, wonach die gelammte Verwaltung I um daS Unternehmen auch während der verkehrsschwachen Zeit der Colonialabtheilung des auswärtigen Amtes unterstellt S lebensfähig zu erhalten, wenn von beiden sich doch im Grunde wird. Dieselbe hat die hierauf bezüglichen Angelegenheiten I genommen Concurrenz machenden Strecken, die eine einae- unter unmittelbarer Verantwortlichkeit deS Reichskanzlers I stellt wirb. wahrzunehmen. — Der „Localanzeiger" melbet aus Mägde- | *• W. Telephonstörungen. Infolge des Sturmes riß bürg, die gestrige Verhandlung gegen die Oberfeuer- S heute Nacht in der Alicestraße die Telephonleitung. Der Werkerschüler habe bis Abends 8 Uhr gedauert. Für die j Schaden wurde sofort reparirt. Gestern waren die Drähte Verhandlungen find drei Tage in Aussicht genommen. I daumenstark mit Eis umschlossen und gewährten dadurch einen Berlin, 14. December. Wie die „Berl. N. Nachr." I wunderbaren Anblick. hören, durfte die Ueberfiebelung des Fürsten Bis- l *• Panorama. Wer hätte wohl je gedacht, daß man marck von Varzin nach Fricdrichsruh in etwa acht Tagen I hier in Gießen von den Russenfesten auch etwas zu sehen stattfinden. I bekäme, und doch hat man die beste Gelegenheit, diese groß» "'24‘ D?"mber. Heute Mittag sand im prächtig I artigen Feierlichkeiten in Toulon und Paris zu bewundern, geschmückten Saale der Singakademie die von der Physikalischen I lenkt man seine Schritte zum Panorama. Dasselbe zeigt I ^rllschaft veranstaltete Helmholtz-Feier statt. Der» I uns in dieser Woche die schönsten Ausnahmen der genannten felbcn wohnten das Kaiserpaar, die Spitzen der Universität I Festlichkeiten, wovon namentlich der großartige Empfang in unb der Behörden, viele Minister und Vertreter studentischer I der Seine Hauptstadt, die Riesen^Panzerschiffe beider Nationen Corps bei. Der Geheime Regierungsrath Bezold hielt eine I in der Rhede von Toulon, das Blumenfest (Russen und tiefergreifende Gedachtnißrede. I Franzosen Arm in Arm), sowie auch das zu derselben Zeit Berlin, 14. December. Aus Anlaß der ConfiScation I stattgehabte Leichendegängniß Mac Mahons hervorzuheben des Anarchistenblattes „Der Socialtst" (Nr. 50) wurde noch I sind. Es mag deshalb Niemand versäumen, sich diese hoch- nachttaglich bei dem Anarchisten Kraft eine HauSsuchun.g I interessante, plastisch wunderbar ausgeführte Serie anzusehen, vorgenommen. Bei derselben wurden eine Sammelliste für I Falsche Anschuldigung. Ein hiesiger Metzgerlehrling den Unterstützungsfonds der Anarchisten und Quittungskarten I hatte vor einigen Tagen bei der Polizei die Anzeige erstattet, I <ür ------- I daß am Abend vorher an ihm in der sog. Hollergasse von .. m m „ Sonntag halten I zwei unbekannten Männern ein Raubanfall verübt worden die Anarchisten BerlmS eine öffentliche. Volksversammlung I sei. Er gab an, dieselben hätten ihn zur Erde geworfen, I ab, in der sie Protest gegen die Umsturz-Vorlage erheben I ihm den Mund zugehalten und ihm die Taschen untersucht. I tooUeiL ■ Da sie kein Geld bei ihm gefunden, hätten sie ihn geschlagen und seien bann fortgelaufen. Die Nachforschungen blieben I ohne Resultat und hat heute der Metzgerlehrling eingestanden, I daß alle von ihm bezüglich deS Falles gemachten Angaben auf Erfindung beruhen und wird er sich demnächst wegen I falscher Anschuldigung vor Gericht zu verantworten haben. I *• h. Deutsch-Oesterr. Alpeuverein. Die Section Gießen deS Deutsch Oestereichischen Alpenvereins feierte am Donnerstag I Abend in ihrem reizend decorirten VereinSlocal im „Kaiserhof" I hier ihr 8jähriges Stiftungsfest. Eingeleitet wurde I die Feier durch eine kurze Ansprache deS ersten Vereins- I Vorsitzenden, worauf man zur Erledigung geschäftlicher An- ............ ÖM..8 gelegenbetten, speciell zur Neu- und bezw. Wiederwahl des Infolge der Kälte während der letzten Zeit war die Eisbahn seitherigen Vorstandes überging. Die Betheiligung War eine » auf der Seewiese soweit zugefroren, daß die Eröffnung der Sah» für heute in Aussicht genommen war. Als am Morgen die letzte Prüfung vorgenommen wurde, zeigte eS sich, daß ein großer Theil des Eises mir Viehsalz bestreut war. Die Folge davon war, daß überall Löcher entstanden und das Laufen unmögl ch gemacht wurde. Damit ist vor allen Dingen unserer Jugend eine große Freude verdorben worden. Ob vier ein Racheact vorliegt oder ob man eS mit einem dämmen Streich zu thun hat, kann vorläufig nicht seftgestellt werden. Hoffentlich find aber die Bemühungen des E slauf» BereinS, den Thäter zu ermitteln, von Erfolg begle tet. Roxheim, 12. December. Heute Nachmittag gingen einige Kaaben auf die noch nicht genügend feste Eisdecke des Alt« rheiuS. Zwei dieser Knaben brachen ein und einer derselben, der 8 Jahre alte Otto Quietzsch, ertrank. Offenbach, 13. December. In der heutigen Stadtverordneten Versammlung wurde Oberbürgermeister Brink auf 12 Jahre wiedergewählt. Er erhielt 25 S-immen, während zwei Zettel unbeschrieben waren. - Vermischter. * Wiesbaden, 14. December. Die Stadtverordneten bewilligten 20,000 Mk. zur Ausführung von NothstandS- a rbeit en. * Koblenz, 14. December. Der Gattenmörder Wö l Wersche td auS Mayen wurde heute Morgen um 8 Uhr durch den Scharsrichter Reindel im hiesigen Gesängnißhof hin« gerichtet. Der Mörder starb reumüthig. * Hannover, 14. December. Heute Abend fand in der Lindener Zündhütchen . Fabrik eine Explosion statt. Sech- Arbeiterinnen und ein Arbeiter wurden, mit schweren Brandwunden bedeckt, ins städtische Krankenhaus r «geliefert. ♦ Beutheu (Oberschl.), 13. December. Auf der Grube Brandenburg" bet Ruda wurden zwei Bergleute durch eine Pulverexplosion getödtet. ♦ Würzburg, 13. December. Das Schwurgericht ver- «rtheilte den Antisemileniührer, Getredehäudler Carl Zöllner, wegen betrügerischen Bankerotts zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Zöllner zeigte seinerzeit an, er habe auf dem Wege zur Post Geldbriefe im Werthe von 17,350 Mk. verloren. ♦ London, 11. December. In einer Vorstadt von Belfast ereignete sich ein Unglück, das vier Kindern das Leben -kostete und außerdem die Verletzung von etwa 30 anderen Kleinen zur Folge hatte. In einer Schule wurde von einer Gesellschaft von fahrenden Schauspielern eine Aufführung gegeben, zu der sich infolge des niedrigen Preises eine Menge von Kindern, etwa 300, in dem engen Schulz'mmer ein- gcfunben hatten. Leider waren nur wenige von ihren Eltern begleitet. Der Lärm war so groß, daß die Schauspieler nicht zu Worte kommen konnten. Plötzlich drehte Jemand das Gas aus, wahrscheinlich, um die Ruhe wieder herzustellen, wonach unter den Kleinen eine Panik ausbrach. Blindlings stürzten die Kinder dem AuSgange zu und die Treppe hinunter/ eines fiel über das andere und in dem Knäuel wurden vier zertreten und etwa 30 mehr oder weniger schwer verletzt. Die Person, die das GaS abdrehte, ist verhaftet. • Weshalb Paul Wallot die Berufung nach Dresden erhielt, darüber erzählt man sich ein reizendes Geschichtchen. Man hatte eines TageS herauSgefunden, daß die Kuppel einer der alten Dresdener Kirchen nicht genug Licht habe. Wie war dem Uebelstand abzuhelfen? Die Einen wollten die Kuppelmauer durchbrechen, ein immerhin bedenkliches Unter- nehmen, aber scheinbar die einfachste, ja einzige Möglichkeit. Andere aber wiesen diesen Eingriff in ein altes Bauwerk als barbarisch zurück. Die Parteien einigten sich schließlich dahin, einen Schiedsrichter zu wählen und die Wahl fiel auf Meister Wallot. Er kam, sah und — ließ sich kurz vor der Conferenz beim alten Lipsius melden, der gespannt der Aeußerung des berühmten Genoffen entgegensah. Aber es gab keine wohlüberlegten Für und Wider, keine verklausulirten Vielleicht und Wohl, sondern einen sehr einfachen Ausweg, verblüffend einfach, wie deS seligen ColumbuS Hinstellen des EieS. Wallot riech, die Kuppel weiß anzustretchen. Und siehe da — es ward Licht. AiS nun Llpsius zum Sterben kam, da war sein letzter Wille, diesen Mann wolle man zu seinem Nachfolger machen, der so die Pietät für daS Alte und den Blick für das Practische vereine. ♦ Treue Liebe. Daß ein Pärchen seine silberne Hochzeit feiert, kommt erfreulicher Weise oft vor/ zu den „Raritäten" aber dürfte folgender Fall zählen, den man der „Magdeburger Zeitung" aus Berlin berichtet: Das Fest seiner „silbernen Verlobung" feierte dieser Tage ein Brautpaar im Osten der Stadt. Bräutigam und Braut hatten sich Anfangs December im Jahre 1869 verlobt. Eine Erdtante der Letzteren drohte jedoch im Falle einer Heirath der bräutlichen Nichte mit völliger Enterbung, weshalb das Brautpaar auf Erfüllung feines sehnlichsten Wunsches — der baldigen Heirath — verzichten mußte. Nichtsdestoweniger blieben sich die beiden Leutchen in ihrem endlosen Brautslande treu. Vor Kurzem nun ist die heirathsfeindliche Erbtante gestorben, und es steht der Hochzeit nichts im Wege. Auf Wunsch des Bräutigams, eines Agenten S., ist aber so lange gewartet worden, daß das Brautpaar noch die 25 Wiederkehr des Jahrestages seiner Verlobung begehen konnte. * Etseubahu-FestuvgSwage« zum Schutz gegen Räuber. Daß man es in Amerika nölhtg gesunden hat, zur Abwehr jener Räuberspezialitäten, welche in der Beraubung von Eisenbahnzügen „arbeiten", einen besonderen kugelsicheren Festungswagen zu erfinden, würde ein bedenkliches Picht auf die Sicherheit des nordamerikanischen Eisenbahnverkehrs Wersen, wenn die Erfindung nicht einer allzu pessimistischen Anschauung entsprungen wäre. Der von M. Morell und R. M. Ferrer in Santa Barbara (Californien) erfundene Sckutzwagen ist nach einer Mittheilung deS Pateut- Lureau von Otto Wolff in Dresden für die Beförderung i der Geldpost und besonders werthvoller Gepäckstücke bestimmt ! und enthält zu diesem Zweck zwei käfigartige Behälter für die Werrhstücke, die nur nach Oeffnen eines schweren und kunstvollen Schlosses von außen zugänglich sind. Der Übrige Raum des Wagens bildet, soweit er nicht zum Aufenthalt der ihn bewachenden Beamten bestimmt ist, eigentlich eine Falle für die Räuber. Der zwischen den G'tterkäfigen liegende mittlere Raum kann nämlich durch gepanzerte, mit Schießscharten versehene Drchtbüren gegen die an den Kopfseiten des Wagens gelegenen Beamtenräume abgeschlossen werden, so daß der in den Wagen eingedrungene Räuber dem Kreuzfeuer der aus sicherem Hinterhalt feuernden Be- amten rettungslos preisgegeben ist. Um die Räuber nicht erst zum Erklimmen des Zuges kommen zu laffen und insbesondere auch das Lokomotwpersonal vor ihren Angriffen zu schützen, besitzt der Festungswagen an zwei einander diagonal gegenüberliegenden Ecken seitlich herausdrehbare, mit Schießscharten versehene und ebenfalls kugelfeste Erker. — Hiernach fehlt eigentlich nur noch, daß auch die Schlafwagen zum Schutz der Reisenden mit kugelsicherer Panzerung versehen werden, dann wird aus dem harmlosen Personenzug ein — Kriegszug. • Zu dumm. In der Pariser „Patrie" erzählt ein Major Hicks ganz ernsthaft, er habe auf einer R ise in Deutschland gehört, daß die Deutschen entschloffen seien, im nächsten Kriege mit —Cholera- nnd Typhusbacillen ungefüllte Bomben zu verwenden. * GeburtSauzeige eines Mufikalieu-Verlegers. „Opus 8 — Filia — Prachtsausgabe, soeben erschienen bet Auerwald und Frau, Selma, geb. Birnbaum!" Eingesandt. Gießen, 15. December 1894. Erwiderung. Es verdient richtig gestillt zu werden, daß entgegen dem gestrigen „Eingesandt" dcn Schülern der Siadlknadenschule wohl gestaltet ist, schon •/< Slul.de vor Beginn des Unterrichts und event. auch schon früher bas Haus zu betreten. Der Herr E.nsender scheint hiernach ungenau tnsormtrl zu sein. Universitäts - Nachrichten. Berlin, 14. December. In der gestrigen Versammlung der Berliner Studentenschaft ist die Gründung eines evangelischen Bundes der Studtrendcn der Berliner Untoerstlät in Anregung gebracht worden. Derselbe soll mit Billigung und Unterstützung mehrerer Docenten sich der Aufgabe widmen, den evangelischen Studenten aller Faculiäten Gelegenheit zu geben, in den wichtigsten religiösen und damit aufs Innigste zusammenhängenden socialen Zeilf agen ein klares und festes Urtbeil zu gewinnen. Brodpreise vom 16. December bis 30. December 1894. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod......24 Pfg. . bet Carl Wallenftts II......25 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod......48 „ bei Carl Wallenfels II.......50 „ 1 Kg. (2 Pfd.) Wetßbrod......22 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Wetßbrod......44 „ 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod......20 „ „ „ Roggen-Schwarzbrod bei Ernst Muth 19 „ 2 Kg. (4 Pfd.) „ ......40 „ „ „ Roggen-Schwarzbrsd bet Ernst Muth 38 „ 3 Kg. (6 Pfd.) „ .....60 „ 1 2 2 Der auswärtigen Bäcker. Kg. (2 Pfd.) Wetßbrod bet Aug. Deibel von Wteseck 22 Pfg. Kg. (4 Pfd.) Wetßbrod bet ß. Schmidt und Gg. Ant. Heuser von Gr.-Linden 36 „ 333. Weitzel v. Lang-Göns 40 „ Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod bet L. Schmidt und Gg. A. Heuser von Gr.-Ltnden 34 „ Joh. Kd. Belte v. Kirch-Göns 36 „ W. Weitzel v. Lang-Göns u. F. Schön v. Ruttershausen 38 „ Aug. Deibel von Wstscck W. Steinmüllcr v. L -Göns u. G. Jacoby o. Alten-Buseck 40 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod b. Balld.Christ Ww. v. Wreseck u. G. Jacoby v. Alten-Buseck 60 „ Der Brodvertäufer. 1 Kg. (2 Pfd.) Wetßbrod......22 Pfg. 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot)......44 „ 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod......20 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod......40 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod......60 , Gießen, den 15. December 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Verkehr, £anO* nnd Volkswirthschaft. »iefcett, 15. Dezember. Marktbericht Aus dem heutigen Wochemrrarkt kostete. Butter pr Pfd. X 1.05—1,10, Hühnereier pr. Stück 7-8 4, 2 Stück — H, Käse pr. St. 4-8 4, Käsemkstte pr. St- 8 Erbsen vr- Liter 16 Linsen pr. Liter 28 tauten pr. Paar X. 0,70 —0,90, Hühner pr. Stück >* 0 85 -1 00, Hahnen pr. 6t. X 0,70 1 20,®nten pr. ®t- x 1,40-1 80 Gäns pr.Pfd.4^—64, schienst. pr.Hfd. 76-80^, Kuh-u Rtndfl pr.Pfd. 46—58-ä, Schweinefleisch pr. Pfd. 66 —76 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 68- 70 H, Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 3.60-5,00 X, Weißkraut pr- Stück---A, Zwiebeln pr. Centner 3,00— 3,50 X, Mich pr. Liter 16 20 A, Enteneier 2 St. — H, Gänseeier — A. — Wir werden Seitens der Directton der Renten- «nd LebenSversicherungs'Anftalt r« Darmstadt benachr>chltgt, daß die Eröffnung einer neuen Jahresgefellscdafl für die Delsicherung steigender Renten mit dem 1. Januar 1895 erfolgt, wozu Beilritls- erklärungen und Einzahlungen jetzt schon entgegengenommen werden können. Das im Jahre 1844 gegründete, unter dem Protectorale Sr. König!. Hobett deS Großherzogs und unter Staatsaufsicht stehende hessische Bersicherungstnstilut betreibt auch die Lebens-, Aussteuer- und Leibrenlen-Bersicherung nach allen Modaliiäten und erfreut sich allgemeinen B-rtrauens und steiaender Beliebtheit. Die Anstalt bietet aber «uch in der Thai, bei Billigkeit der P ämiensätze, Liberalität der Versicherungs-Bedingungen und größter Coulanz bet den Sterbsall-Regulirungen in ihren bedeutenden Reserven und Garantiefonds, alle nur wünschenswerlhen Sicherheiten und kann somit in jeder Hinsicht empfohlen werden. — LebenSverstchervugS' Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (Jle Leipziger). Es sind vom l. Januar l bis Ende November 1894 5838 Versicherungen über 40890000 Mk i beantragt worden, 512 Versicherungen über 3 683 200 Mk. mehr als im gleichen Zeiträume deS V>'rj«hreS. Als gestorben wurden in ' derselben Zeit anaemeldet 700 Mitglieder, die mit 4 575 700 Mk. versichert waren. Der Verstcherunasbestand stellte sich Ende Nooember 1894 aus 61 400 Personen mit 427 Millionen Mark Berficherungs- summe, das Vermögen auf 122 Millionen Ma, k. Für fällig gewordcr.e Versicherungssummen sind b s jetzt auSgezahlt 84 Millionen Mark, als Dividenden an die V rsichetten gewählt 41 Millionen Mark, Dtvtdendenreserven in Höhe von 20 Millionen Mark liegen zur weiteren Detthetlung an die Versicherten bereit. Bet der alten Leipsiger Gesell schatt, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Uebei schüffe den Versicherten wieder zu Die Dividende der letzteren betiägt für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42pCi. der ordentlichen Jabresprämte und bei abgekürzten Der- stcherungen außerdem l'/rvCt. der Summe der gezahlten Zusatz- P'ämien, was mit Rücksicht auf anderweite Auslastungen über diesen Punkt hier ausdrücklich hervorgehoben werden mag. Würde eine Dividende auf die Zusatzprämie nicht gezahlt, so wäre der Dioi- dendensatz auf die ordentliche Jahresprämte noch wesentlich höher als 42 pCt. I .......... ' " Auszug aus den Stanöesamtsregifiertt der Stadt Gietzea. Uufgevor«. December: 10. Schuhmacher Wilhelm Balthaser Amend mit Wilhelmine Marie Auauste Schupp dahier. 13. Taglöbner Peter Theiß mit Christiane Keller dahier. 14. Sergeant Heinrich Ludwig Bernhard mit Wilhelmine Margarethe Karoline Schmidt dahier. Ndasckttiafluu-au. December: 12. Kutscher Auaust Karl Delke zu Hof Frtedelhausen mit Luise Christine Lisette Schäfer dahier. 14. Bierkutscher Karl Seng mit Anna Margarethe Hofmann dahier. December: 5. Dem Bahnarbeiter Karl Nolte ein Sohn, Karl Jacob. 7. Dem Bürstenbinder Heinrich Schneider XIV. ein Soh», Georg Hans Heinrich. 7. Dem Schneider Karl Schön ein Sohn, Adolf Jacob. 9. Dem Spenglermeister Rudolf Rödtger ein Sohn. 10. Dem Telegraphenverwalter bei den Oberhess. Eisenbahnen Georg Manefeld ein Sohn, Karl F anz Georg. 10. Dem Maurer Heinrich Schäfer ein Sohn, Heinrich Jacob. «diortxtM. December: 10. Karl Eduard Senßselder, 10 Jahre alt, Soh» des Bezirksbauaufsebers Peter Senßfelder dahier. 11. Anna Btnde- wald, 1 Jahr alt, Tochter der Taglöhnertn Anna Marie Bindewald dahier. 11. Sch etnermeister Baltbaser Schwan, 68 Jahre alt, dahier. 13. Marie Daubert, geb. Emmerich, 488/< Jahre alt, Ehefrau btfl Landwlrths Gustav Daubert I. von Oder-Lai«. 13. Eitsabethe Leib, geb. Stork, 26 Jahre alt, Ehefrau des Ackerers Philipp Leib zu Krofdorf. Auszug aus den Nircherr-Üchern ver Stavt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Matth äusgemetnde. Den 12. December. Augun Karl Belke, Kutscher zu Friedel- Hausen, und Luise Christine Lisette Schäfer, Tochter des verstorbenen Wetngärtne's Heinrich Schäfer zu Oehringen. Den 14. December. Karl Seng, Kutscher zu Gießen, und Anna Margarethe Hofmann, Tochter des Bergmanns Peter Hofmann za Wetzlar. Johannesgemeinde. Den 8. December. Carl Schneider, OmnibuS-Kutscker zu Glcßril, und Elisabeth Margareihe Schneider, Tochter des TaglöhnerS Johannes Schneider II. zu Gi.ßen. Getaufte. Matlhäusgemeinde. Den 9. December. Dem Fabrikarbeiter Karl Balser ein Sohn, August, geboren den 30. Ociober. Den 12. December. Ein unehelicher Sohn, Karl Hermann, geboren den 1. December. Den 14. December. Dem Pfarrer Georg Schloffer eine Tochter, Gertrude,^geboren den 19. November. Markusgemeinde. Den 9. December. Dem Lacki»er Philipp Horn eine Tochter, Margarethe Marie, geboren den 8. November. Den 14. December. Dem Schuhmacher Friedrich Schäfer ein Sohn, August Heinrich, geboren den 26. November. Lukasgemeinde. Den 11. December. Dem Pfarrer August Dingeldey ein Sohn, Martin Friedrich Alfred, geboren den 10. November. Den 12. December. Dem Hoflieferanten und BahvhofS- reftauratcur Jean Kirch ein Sohn, Johannes Ernst, geboren deu 26. October. , Den 13. December. Dem Gastwirth Johann Seibel ein Sohn, Emil Hermann, geboren den 15. October. Mtlitärgemeinde. Den 8. December. Dem Hauptmann a. D. Karl Kramer ein Sohn, Ludwig August Reinhold Theodor Curt, geboren den 29. September. BttrSisU* Matlhäusgemeinde. Den 1. Dec'mber. Susanne Hansel, geb. May, Ehefrau des Schretners Christoph Hansel, 53 Jahre alt, gestorben den 29. Noobr. Den 10. December. August Weber, Sohn beB Ausläufer» Friedrich Weber, 10 Jahre alt, gestorben den 8. December. Johannesgemeinde. Den 12. December. Carl Senßfelder, Sohn des Bezirksbauaussehers Peter Senßfelder, alt 10 Jahre, starb den 10. December. Den 13. December. Johann Batha'ar Schwan, Schreiner- meister, alt 68 Jahre, starb den 11. December. Bankgeschäft 9544 Giessen of. JileinG\ Jfarktstr. 4 An- und Verkauf von Effecten. Einlösung sämmtlicher Coupons. Bevorschussung von Werthpapieren. Conto - Corrent • Verkehr. Die Rentabilität jeder maschinellen Aulage wird bedeuteud erhSht durch Aufstellung eines ökonomisch arbeitenden Betriebsmotors. Als sparsamste Betriebsmaschinen sind die Loco mobil en mit ausziehbaren Röhren kesseln von Si. Wolf in Magdeburg'Buckuu bekannt u. zu Tausenden in allen Zweigen der Industrie undLa-rdwtrthschaftvcrbreitet. 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