tft. 63.. U- 48- nI- j 102.05 ^5» 103 U 23.90 u./v. $U5 3./V. *1.20 Dom l89 )L- hn- L. 80r D. nl 67.10 102.70 24- 48 70 102- btn 7940 7920 103.85 98 83 62.80 101.10 101.75 80- 48.90 52.20 99.65 99.40 1 64.80 bttL 218'/, 2191/ • • 164,10 164 20 103.65 98 65 62.85 101.30 101.80 80— 49- 5325 100^5 100- 65 70 L. N über M lenb. imt M. ifttU 1192 501192.15 ticnb^ I / , 110040(10040 89- 105 20 96- N. (375 501376.80 notrft 1158 50 15880 bl 1 133 25 ( 137 60 et in allen M sie und W,ud: ?r ^bebtttW britM ** , MM tolton . . 8850 iM j>. 1912 105.50 luricoiK r. 1920 9520 )£Mp 103.90 104- gODft' 125.40 125 55 & W.55 • . 139.85 14295 tb.. 96.90 96.90 R . 1033 ( 104», blink 128 45 128- nt . 106.10 10630 l>M.» Iu.ll 101- 101- 97 40 vldbr. do. 97.- K- 101.45 IÄ 61900 103.20 IM» <025 5°b 8^' 36 E MM MW-»'r- 1903 P 1 . Nr. 11t Mittwoch den 16. Mai (894 Der •Mntt itgl'ch. ■h lUAebint M Manioks. >t< Hi ebener B*eeWm und Trudrrfl: 3trnWWWWWM—W^WW«SS»MWSMSSMSI^«WW«SM«WSSWW»»«^^»W^^»G«»WW»MW^W Uebersichl der für das (Statsjahr 1S94/95 von (großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfnisse in den Landgemeinden des Greises (gießen. E Namen der Umlagen auf daS ge iammte Commonol Steuer - Kapital bei Sonstige Ausschläge S Nam ? n Umlagen auf das ge- sommte Commniial- Steuer»Capital der Sonstige Ausschläge = «■ E CrlSeinwohner Forensen Beitrao und Beitrag BtteitLnuna c 5 S e> ? — der Ortöeinwohner For«u.ien Bettroa jnb Beitrag 21 Bezeichnung C JO Q Gemeinden Ausschlag aus 1 vtc Rormal- £ teuer: Capital OQ a & Au«-. schlag auf 1 Jt Normal- Steuer- Capital X» -o der Art de« Ausschlags und der Reparltttonsnorm C c. Gemeinden Aufschlag aus 1 JL Normal Steuer: Capital CTi X § Ausschlag auf 1 JL Normal Steuer: Capital äq -o ty der Art des AuSschlagS und der RepartitionSnorm M ♦ M j .•# d 1 2 3 l Aldach....... üUtnbori an der Lahn Ollendorf an der Lumda ÜUetiflbauitn .... 1000 5820 5500 2300 9,887 40,685 15,348 52,404 4 4 4 4 100 0.382 4 Aus das Steuercopital der Eo. 42 43 44 45 Ltnbenstrulh ..... Lollar ....... London ...... Lumda....... 2800 10000 9500 45OOi 49,887 21,871 36,286 45,811 4 4 4 4 125 100 420 3,407 12,456 4,297 4 4 4 Wie Ord.-Nr. 7a Wie Crb. 9k. 7a. Wie Crb.:9k. 8 i 6 Alten Bus'ck..... Annerod...... 9800 3000 28,783 24,044 4 4 340 1,316 4 Wie Orb. 9k. 3. 46 47 Mainzlar...... Munster...... 12001 4500 • 8 505 44,406 4 4 2,902 1,4:30 Wie ürb.=9k. 8 Wie Crb.-Nr. 7a. 7 7« 8 9 Bellershetm .... Bergheim (Feldgemarkung) Bellershain..... Vers ob...... 9300 3640 — 29,585 48,069 4 4 250 600 200 22 945 2,641 4 4 4 Wie Crb.-9k. 3. Aut daS (SJrunbfteue'capita’ Aus das S'euercaptiai der immei steuerbaren Öbj cte Keine Umlagen 48 49 50 51 52 Mlifchenheirn..... Nieder Befsingen . . . Nonnenroth..... C jtornbofen..... Ol>«r-Bd.-Nr. 8 75 76 77 78 79 80 Dtllingm...... Watzenborn mit Sieinderg Wcckarisbain . . . Wettershain 4 ... . WiIrck....... Wmnrrod...... oOOO 12300 2700 4851 19000 1000 22,499 43,585 39,064 41,503 35 695 20,280 4 4 4 4 4 4 195 0,726 4 Wie Crb.-Nr. 8 Vorstehende Uebersichl wird hiermit als richtig bescheinigt und unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, baß die Erhebung der Umlagen in vier Zielen, und zwar in den Monaten Juni, August, October und December 1894 erfolgen soll. An allgemeiner evangelischer Kirchensteuer werden von den Angehörigen der evangelischen nirche pro 1 Mark - (gleichzeitig wirb ^bemerkt, daß die Publication vorstehender Uebersichl im Großh. Regierungsblatt am 8. b. MlS. erfolgt ist, und daß von diesem Tage an die Frist zum Vorbringen von Reclamationen läuft, welche gegen die Erhebung der Umlagen überhaupt gerichtet stnd. Gießen, den 10. Mai 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Feuilleton. Sir Schui-Conferrn). Humoreske von Robert Rößler. (Nachdruck verboten.) ES war in den HundStagen des August, als auS dem Dorfwaldchen ein Einspänner auf daS einsame Schulhäuschen zugelenki wurde. Pferd, Kutscher und Jnsaffe deS Wagens schienen den langen Weg durch Sand und über Baumwurzeln herzlich satt zu haben. Kaum hielt der Wagen vor dem schulhause, so sprang die junge §tqu Schulmeisterin freundlich von der HauSrhür herbei und begrüßte den Herrn Patben und Schulrector. „Willkommen in Hartenau? DaS nenn ich eine Heber- raschvrig.- t „Nun ja, Jettchen, ich bins," lachre der Fremde. „Unb wo steckr der Heinrich?" „Nichts für ungut, Herr Pathe; er hält erwaS Nach- muragsruh drin aus dem Sopha." „Hab mirS schon gedacht- na, wenn er nur zu Hause ist, bin ich schon zufrieden." „3a," meinte die junge Frau, „waS soll er hier auch machen am Sonntag Nachmittag?" Und nun gingen sie nach der guten Stube, wo der Lehrer bald erwachte, als der Besuch einirat. Der Kutscher spannte auS und suchte sich im Kuhstall neben der Schwarzschecke ein Plätzchen für seinen müden Braunen. DaS war billig, da braucht er nicht nach dem WirthShauS zu fahren, Geld zu verzehren und Stallgeld zu zahlen, denn sein Fahrgast, der auSsah, wie der echte Schulmeister von Sadowa, schien kein Herr Baron von Habeviel und nicht von Gebendorf zu fein, denn ei harre um die Fuhre gehandelt und ein richriger Fuhrmann tarirt seine Seine in puncto puncti, betreffs des Trinkgelds, auf den ersten Blick und mehrichdendeelS rrcht-g. Der Lehrer begrüßte verwundert den Herrn Palhen und Collegen. „Um GoireSwillen, was sührt Sie nach Hartenau? — F x, Jettchen, eine Schaale Kaffee, em paar Bohnen mehr als sonst. Nein, eher hatte ich mir träamen lasten, der Himmel stürze ein, als Sie erwartet." „Ern GlaS SelterSwaffer wäre mir lieber,“ meinte der Herr Pacht, ober der junge Lehrer zuckte mit den Achseln: „Thur mir leid, Herr College, damit kann ich nicht bienen; ehe wir hier so weil kommen, vergehen wohl noch Jahre, aber wenn Ihnen mit einem kühlen Trunk auS unserem Quell« bronn gedient ist, gesund, hell und klar ist daS Master —" Die Stallmagd lief also rasch nach dem Quell und brachte den erfrischenden Trauk. „WaS führt Sie also her?" fragte der Hartenauer. „Na, die Sache ist sehr einfach," meinte der ältere College. „Ich soll nämlich in Eurer Kreisstadt Rector und Cantor werden, habe mich deßhalb bei Magistrat und Schulinspector vorgestellt und gestern Probelection gehalten." „Nun und —?" fragte der junge College. „Nun denke ich, die Sache ist in Ordnung, wenigstens haben mir die Herren gratuUrt; morgen ist Sitzung und da werden sie mich hoffentlich wählen." „Das ist ja herrlich," sprang Heinrich auf, „endlich kriegen wir einen Freund und guten Bekannten in unsere Gegend, na, meine Frau wird Augen machen." „Ja, ich werde Euer Nachbar," erzählte der Pathe weiter, „und weßhalb ich heute schon komme? Na, ich war neugierig, wie mein Pathchen und ihr junger Mann im neuen HanS sich eingerichtet haben. Hätt' ich freilich geahnt, bafc Deutscher Reich. Berlin, 13. Mai. Pfingstliche Ruhe herrscht im Allgemeinen auf dem Gebiete der inneren Politik, von neuen bemerkenswertheren Vorgängen liegt in dieser Beziehung nichts vor, während die noch schwebenden Fragen der jüngsten Zeit vertagt sind. Nur die in einigen Wahlkreisen zu vollziehenden Nachwahlen zum Reichstage unterbrechen mit ihrem Lärmen einigermaßen die politische Ruhe der Pfingstzeit, denn in all' den betreffenden Kreisen ist der Wahlkamps im vollsten Gange. Vollzogen ist bereits die Nachwahl in dem westpreußischen Wahlkreise Schlochan- Flatow mit dem Ergebnisse, daß eine engere Wahl zwischen Lern Candidaten der Conservativen und demjenigen der Polen stattfinden muß. Es haben noch nachzusolgen die Ersatzwahlen in den Wahlkreisen Mogilno-Strelno, Pinneberg-Elmshorn und Plauen i. V -Oelsnitz, von denen namentlich die Ersatzwahlen in Pinneberg-Elmshorn und in Plauen-Oelsnitz die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Dort wie hier ist die Wählerschaft stark mit soclaldemokratischen Elementen durchsetzt, und da sich dessen ungeachtet die bürgerlichen Parteien dort wie hier eifrig bekämpfen, so ist in beiden Wahlkreisen ein schließlicher Sieg der socialdemokratischen Partei nicht ausgeschlossen, wenn auch vielleicht erst in der Stichwahl. — Der kürzliche „Ar b e i t slo s e n - P r o z e ß" gegen eine Anzahl Berliner Redacteure vor dem Berliner Landgericht I wird in der gesammten deutschen Presse noch immer lebhaft besprochen, während er zugleich auch im Auslande Aussehen erregt. Bekanntlich waren die betreffenden Redacteure angeklagt, in ihren Blättern entstellende Berichte über die tumultuarischen Vorgänge bei der am 18. Januar d. I. stattgefundenen Versammlung der Arbeitslosen in Berlin gebracht und hierdurch den Chef und die Beamten der Berliner Polizei beleidigt zu haben. Die Angeklagten sind vom Gerichtshöfe )ür schuldig befunden und verurtheilt worden, und zwar lautete der Urtheilsspruch für einige der angeklagten Journalisten auf ziemlich empfindliche Gefängnißstrafen. Weniger aber dieses Urtheil, als vielmehr die zweitägigen Prozeßverhandlungen selbst haben in der ganzen Tagespresse eine eingehende Besprechung erfahren wegen der mancherlei unerquicklichen und erregten Zwischenfälle, welche der gedachte Prozeß zeitigte. Vor Allem jedoch ist cs das Auftreten des Vorsitzenden, des Landgerichtsdirectors Brausewetter, welches in den Zeitungen aller Parteien einer überaus absprechenden Kritik unterzogen wird. Die letztere ist einstimmig darin, daß die Leitung des Prozesses durch den genannten Herrn eine höchst unglückliche war, durch seine wiederholten parteiischen Eingriffe in den Gang der Verhandlungen und durch seine unverhohlen bekundete Abneigung gegen die Presse und den Journalistenstand. Im Speciellen wird Herrn Brausewetter die von ihm gemachte Aeußerung: „Es giebt keine Oeffentlichkeit!" als ihn bedenklich compro- mittirend vorgeworfen, ein solches Wort, das noch dazu völlig unzutreffend ist, hätte gerade er in seiner Eigenschaft als richterlicher Beamter und an öffentlicher Gerichtsstclle am wenigsten gebrauchen dürfen. Im Uebrigen wird allerdings auch der ergangene Urtheilsspruch abfällig kritisirt, man findet die erkannten Strafen nicht nur als zu hoch, sondern auch als überhaupt ungerechtfertigt, wobei auf die übereinstimmenden und bestimmten Aussagen der Entlastungszeugen hingewiesen wird. Da die sämmtlich angeklagten Redacteure Berufung gegen das erstinstanzliche Urtheil eingelegt haben, so steht also die Weiterführung dieses inter- effanten Processes bevor. — Die deutsche Regierung scheint entschlossen zu fein, in der Samoafrage eine förmliche Flotten- demonstration in Scene zu setzen. Außer den schon nach Samoa beorderten Kriegsschiffen „Falke" und „Bussard", beides leichte Kreuzer, die bislang in den australischen Gewässern stariontrt waren, haben.bem Vernehmen nach auch die an der südamerikanischen Küste stationirten größeren Kriegsschiffe „Alexandrine", „Marie" und „Arkona" Befehl erhalten, nach den Samoa - Inseln abzugehen. Es werden demnach binnen Kurzem nicht weniger als fünf deutsche Kriegsschiffe vor Samoa vereinigt sein, ein deutliche«: Wink für England wie Nordamerika, daß Deutschland seine Rechte und Inter- effen auf Samoa unter allen Umständen kräftig zu wahren gedenkt. der Weg so weit und — nehmt mirs nicht übel — gar so einförmig wäre, so hätl' ich mir das Vergnügen auf später aufgehoben." Die junge Frau hatre inzwischen die Tassen aufgestellt und den Kaffee gebracht, hier und da mitgeplaudert und der Pathe prüfte den braunen Trank und lobte das schöne Land- brod, die frische Milch und die gute Butter. „Na, wie stehtö denn, Kinder- Ihr seid ja jetzt über Jahr und Tag verheirathet, da könnt Ihrs ja wissen, gesällts Euch hier?" „Ei," meinte der junge College, „ich würde soweit ganz zufrieden sein, die Arbeit ist nicht gar so arg, dreißig Kinder lassen sich schon unterrichten, und ich hätte Nachmittags Zeit genug, mich etwas fortzubilden, wenn nur ein einziger Mensch da wäre, von dem man etwas profitiren könnte." „Das wäre das Wenigste," meinte der alte Practikus, „Hauptsache ist: reicht Ihr mit dem Gehalte, kommt Ihr damit aus?" „Man hat hier wenig Gelegenheit, Geld zu verthun, wenigstens fürs erste- wenn freilich, wozu bis jetzt noch wenig Aussicht ist, eine starke Familie —" Hier gab ihm sein Weibchen einen leichten Klaps auf den losen Mund und damit sie die Mannsleute auf ein anderes Thema brächte, sagte sie: „Wenn wir uns ein Schweinchen halten könnten, dann würde sich die Sache viel bester machen." „Ja, wie denn?" lachte der zukünftige Stadtrector, „wer hindert Euch denn?" Berlin, 13. Mai. Ueber die aus Kiel stammende Meldung von der Entsendung deutscher Kriegsschiffe nach Samoa ist die „Post" in der Lage, mittheilen zu können, daß die Meldung lediglich auf einer Vermuthung beruhen dürfte,. denn daS Obercommando der Marine hat seine bereits erlassenen Segelordres naturgemäß „geheim" gegeben, ohne aber nach Kiel irgend welche andere Dispo- fttioncn gelangen zu lassen. Immerhin ist es als feststehend anzusehen, daß beabsichtigt worden ist, bei Samoa eine größere Anzahl von Kriegsschiffen zusammenzuziehen. Der gegenwärtige Aufenthaltsort unserer Kriegsschiffe in außerheimischen Gewässern ist derart, daß es sich .bei einer Concentration von Fahrzeugen in erster Linie um die in den australischen Gewässern dauernd kreuzenden Schiffe „Falke" und „Bussard" handeln kann- dann aber auch noch um die drei Kreuzer dritter Klasse „Alexandrina", „Marie", „Arkona", die bis jetzt auf der südamerikanischen Station Verwendung fanden. Den beiden Kanonenbooten „Wolf" und „Iltis" auf der ostasiatischen Station dürste schwerlich eine derartige Segelordre zugegangen sein, nach Samoa zu dampfen, da sie als alte und kleine Fahrzeuge wenig geeignet erscheinen müssen, zur Wahrung deutscher Interessen in einer wichtigen Angelegenheit einzugreifen. Zu bedauern ist es, daß der Martne- behörde im vorliegenden Falle kein Kreuzergeschwader zur Verfügung steht und daß man in der letzten Reichstagsession den Ersatzneubau des Flaggschiffes abgelehnt hat. Berlin, 13. Mai. Der frühere preußische Gesandte beim päpstlichen Stuhle, v. Sch lözer, ist heute Mittag Hierselbst g e st o r b e n. Stuttgart, 12. Mai. Die Ausstellung des deutschen Lehrertages wurde um 1 Uhr in Gegenwart des Königs, des Hofes, der Minister des Cultus, des Innern, der Finanzen und sonstiger Beamten eröffnet. Die Ausstellung ist reich beschickt. Kiel, 12. Mai. Eine auf der Kaiserlichen Werft ab- gehaltene Werftarbeiterversammlung, welche anläßlich der bevorstehenden Entlastungen anberaumt war, beschloß, eine Deputation an das ReichSmarineamt zu entsenden, um zur Verhinderung weiterer Entlassungen und wegen Einführung der achtstündigen Arbeitszeit vorstellig zu werden. Thorn, 12. Mai Behufs sanitätspolizeilicher Ueber- wachung des Stromverkehrs auf der Weichsel wird demnächst die Eröffnung der Stationen Schillno, Thorn, Schulitz und Brahemünde erfolgen, welche mit Militärärzten besetzt werden. Ausland. Wien, 13. Mai. Eine von der unabhängigen Arbeiterpartei einberufene, von^ungefähr 600 Personen besuchte Versammlung wurde wegen Heftiger Ausfälle eines Redners gegen die Behörden aufgelöst. Da infolge dessen großer Tumult entstand, wurde die Sicherheitswache requirirt, welche den Saal räumte. Budapest, 11. Mai. Anläßlich der Verwerfung der Civilehevorlage im Oberhause sandte der Papst demselben, sowie dem Fürstprimas telegraphisch seinen Dank und seinen Segen. Mährisch.Ostrau, 12. Mai. Im ganzen Revier ist Alles ruhig. Die Verhaftung des Strikeführers Kolar hat an der Situation nichts geändert. Der Führer Ginger erklärte, die heutige Lohnzahlung, bei der man Excesse befürchtete, werde ruhig verlaufen. Weitere Verhaftungen sind vergangene Nacht vorgenommen worden. Einige Arbeiterführer verlangten vom Bezirkshauptmann sofortige Versetzung des Gendarmerie-Wachtmeisters Mark, weil dieser angeblich an dem bekannten Blutvergießen schuld sei. Paris, 12. Mai. Seitens der Polizei werden in eifrigster Weise Recherchen in ber neuen Attentatsangelegenheit I angestrengt. Die Untersuchung hat bis jetzt jedoch noch zu ! keinem Anhaltspunkt geführt. Belgrad, 11. Mai. In Dobrinje im Usitzer Kreise ist es gelungen, die Bauernrevolte zu unterdrücken. Eine große Anzahl dortiger Radikaler wurde verhaftet. Loudon, II. Mai. Aus Buenos-Ayres wird berichtet, daß in den südamerikanischen Staaten die anarchistische Bewegung einen drohenden Character annimmt. Loudon, 12. Mai. Der Ausstand der schottischen Bergarbeiter wird auf Anrathen des Londoner Executivcomites „Sie wollen uns partout keinen Stall bauen," jammerte Heinrich, „und der alte ist absolut nicht zu brauchen." „Der Trog ist leck, die Schrauben sind herunter und der Wind pfeift durch die Löcher," erging sie sich weiter, „das arme Ferkel, das wir hineinstellten, das würde, wenn der erste Frost käme, bet lebendigem Leibe umkommen." „Warum wenden Sie sich nicht an den Schultnspector, lieber Freund?" fragte der Pathe verstimmt. „Die Schreiberei zwischen Schultnspector, Regierung und Gemeinde geht schon sechs Jahre hin und her- mein Vorgänger stand sich schlecht mit den Leuten und ich kann leider auch nichts durchsetzen," klagte Heinrich. Der alte College dachte nach, machte ein ernstes Gesicht und sagte: „Kinder, die Sache gefällt mir nicht. War der Regierungs-Schulrath schon einmal hier?" „Gott bewahre," nahm Jettchen das Wort, „wer hier nicht Herkommen muß, thuts gewiß nicht. Zur Noch, daß uns der Kreisschulinspector Schurich einmal besucht hat." „Um so besser," brummte der Pathe, „um so besser! — Kinder, ich Habs. Ich hab Euch zusammengebracht, habe das meinige gethan, daß Ihr den Posten erhalten habt, ich werde Euch auch zum Schweinekoben verhelfen. — Hier meine Hand, verlaßt Euch darauf, 's wird gemacht." Der junge Schulmeister hätte zwar gern noch gehört wie, aber kein Wort war aus dem Alten herauszukriegen- er verabschiedete sich bald und fuhr mit seiner Fuhre und deren Vollblut wieder ab. (Fortsetzung folgt.) beigelegt werden, nachdem die Ausständischen mit den Grubenbesitzern in Verhandlung getreten find. Petersburg, 11. Mai. Es hat sich herausgestellt, daß die kürzlich verhafteten Studenten und Anarchisten beabsichtigt hatten, während eines Kirchgangs des Czaren in die Kathedrale eine Bombe zu werfen. Einer der Verhafteten hat bereits eingestanden. Newyork, 11. Mai. Bisher ist festgestellt worden, daß bei dem Erdbeben in Venezuela 15000 Personen umgekommen sind. Die Städte Santacruz und Guyana sind vollständig zerstört. neuefte Nachrichten» Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau- Berlin, 14. Mai. Der Kaiser empfing heute Vormittag im Neuen Palais bei Potsdam die Deputation auS München, bestehend aus dem Oberbürgermeister Borscht, dem zweiten Bürgermeister Brünner, sowie den Magistratsmitgliedern Hänle und Berge, welche dem Kaiser den Dank der Stadt München für die Belassung ber Schack-Gallerte aussprachen. Der Kaiser erwiberte bte Ansprache des Oberbürgermeisters Borscht auf bas Hulbvollste. Später waren sämmtliche Mttglieber ber Deputation zu ber großen Frühstückstafel zu 140 Gedecken zugezogen. Berlin, 14. Mai. Heute Vormittag wurde hier ber Internationale Bergarbeiter-Congreß unter bem Vorsitz bes englischen Delegirten Burt als Alterspräsident eröffnet. ReichStagsabgeordneter Singer hieß die Delegirten im Namen der soctaldemokratischen Partei in Berlin willkommen. Reichstagsabgeordneter Legien als Vertreter ber Generalcommission der Gewerkschaften Deutschlands, hob die Bedeutung ber Bergarbeiter-Organisation als der wichtigsten ber Welt hervor. Der englische Delegirte Picarb gab der Freude über den festlichen Empfang Ausdruck. Hieraus folgten die Wahlen zu Tagespräsidenten für jede Nationalität, ferner die Wahlen des Generalsecretärs des CongresfeS, des Kafsirers, des Geschäftsraumes und Prüfungsausschusses. Die nächste Sitzung findet morgen Vormittag statt. Aus Oesterreich sind zwei, aus England neununddreißig, aus Belgien zehn, aus Frankreich fünf Delegirte erschienen. Sondershausen, 14. Mai. Anläßlich des ersten Cartell- festes des Verbandes Deutscher Studenten-Gesang- tieretne ist die Stadt überaus glänzend geschmückt- von den Einwohnern wurden die Festtheilnehmer überall jubelnd empfangen. Etwa 900 „Alte Herren" und „Active" ha'ten sich zusammengefunden. Außer den reichsdeutschen Universitären waren auch die Universitäten Wien, Prag, Graz und Innsbruck durch ihre deutschen Studenten-Gesangvereine vertreten. Auf dem gestrigen Begrüßungsabend, ber äußerst lebhaft verlief, würbe unter rauschenbem Beifall außer einem Hulbigungs- unb Danktelegramm an ben Fürsten von Schwarzburg- Sonbershausen die Absendung folgenden Telegramms arr Se. Majestät ben Kaiser beschlossen: „900 Studenten und Alte Herren eröffnen bas erste Cartcllsest bes Verbandes Deutscher Stubenten-Gesangvereine mit bem erneuten Gelöbniß unverbrüchlicher Treue gegen Kaiser unb Reich in der Pflege deutscher Art unb beutschen Sanges." Ferner würbe ein Telegramm an ben Fürsten Bismarck gesandt: „Euer Durchlaucht entbietet der Cartelloerband Deutscher Studenten- Gesangvereine in deutscher Treue einstimmiges Heil in unauslöschlicher Dankbarkeit für ben Grünber des Deutschen Reiches". Heute Nachmittag fanb e'n Festconcert im Fürstlichen Theater statt mit Massenchören von 300 Sängern. Abends wird ein Festcommers abgehalten, i. 1 ....... ■. . . 11 foeaki unb ptwhjtettw- Gieße», ben 15. Mai 1894. ** Empfang. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog empfingen am 12. Mat den Oberstlieutenant z. D. Detring, Commandeur bes Lanbwehr-Beziiks Gießen, ben Major Kopka v. Lossow vom Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Groß. Hess.) Nr. 116, ben ©econbelieutenant MengeS von bemselben Regiment, ben Premierlieutenant v. Levetza« vom 1. Großh. Jnfanterie-(Leibgarbe-)Regiment Nr. 115, ben Prälat D. Habicht, ben Professor Dr. Schwartz aus Gießen- zum Vortrag ben Staatsminister Finger, ben Finanzminister Weber, ben Oberregisseur Werner. ** Die Pfiugstfeiertage sinb, soweit sich bis jetzt beobachten läßt, aufs Schönste verlaufen. Gar Viele, bte nach arbeitsreichen Vorwochen bie Pfiugstfeiertage zu einem Ausflug benutzen wollten, blickten am Samstag mit Besorgniß nach oben, benn schwarzes Gewölk unb bidjter Regen schienen die Festtagsfreube zu Wasser machen zu wollen. Glücklicher Weise trafen biese Befürchtungen nicht zu, ber reichlich gefallene Regen schien vielmehr bestimmt, Walb unb Flur aufzufrischen unb zum Empfang ber Ausflügler vorzubereiten. Unb so strömten benn Tausenbe hinaus in ben Wald, hinaus zu erfrischenden Fußtouren in bie weitere Umgebung. WaS ( bie Eisenbahnzüge, bereu lange Wagenreihen bicht besetzt waren, nicht aus ber Stadt entführten, das wanderte hinaus nach den Ausflugsorten. Am ersten Feiertage war besonders ber Gleiberg stark besucht- Schiffenberg, Forstgarten, Staufenberg, Annerob, Lumpenmanns-Brunnen u. s. w. waren weitere Hauptanziehungspunkte währenb ber Festtage, unb auch in Steins Garten fanben bie Conzerte unserer Regi- ments-Capelle starken Besuch. Ein schöneres Pfingstfest, wie bas diesjährige, hätte man sich in ber That nicht wünschen können. ♦* Parlamentarisches. Die am Donnerstag ben 17. Mai zu einer Sitzung zusarnmentretenbe zweite Kammer wird u. A. verhanbeln über: bie Vorlage Großh. Ministeriums bes Innern unb ber Justiz, ben Gesetzentwurf, bie Wittwen- unb Waisenkasse ber Volksschullehrer detreffenb - ben Antrag des Abg. Graf Oriola unb Genoffen, bie Errichtung einer Obstbauschule in Oberhessen betreffenb - bie Vorstellung ber Gerichtsschreiber-Aspiranten bes Großherzogthums Hessen, en. ni:8utttu. e*8 tote Boi, b1' Deputation QU| ""st" Mt, fcm tat Magistrats^ Mtr Dank bei ^chack-Gallerie aus, JJMt des Ob». J’lt später waren 0(1 glvtzw Frühstücke. }tQ9 wurde hier der ioa8te§ unter dem als AlterSpräsideol 1 h'eh die Deiegmea artet in Berlin tciü, :n als Vertreter der Deutschlands, hob he ’n als der wichtigsten flirte Picard gab der Ausdruck. Hieraus für jede Nationalität, des CongrchS, deS ^ungsausschusseS. Dir g statt. Au« Oester- ÄSt** ?"«« bt« Slatin'11 gestellt toorb.n K - 5000 hX "s 1 u»‘ < g dreißig, aus Belgien schienen. lich deS ersten Canell- tudenten-Gesanz' tzend geschmückte ron tehmer^ überall jube-: " und „Active" ha'tei ^deutschen Uaivech trag, Graz und J. Sesangvereine Knuten, der äußerst lebest ver« ußer einem Huldi^^s' :n von Schwarzburg» eben Telegramms an „900 Studenten und ,eM de« Bndand'.L , dem erneuten Telobni; änd Reich in der P-'ü-! i." Ferner wurde m ■ gesandt: „Euer Dn' 1 Deutscher Stubern- ,stimmiges Heil in w Zründer des Deutsche i Festconcert im Fürn- En von 300 Sängern, lten. _________ rttjtctt«»- Jt 15. M«> 1891. M* ‘«Ä cuttnant z. D. u- s ®*- “JE,. icrfelW"”"1 nie.li.uHW 5 ÄÜ -» ferner. , Siete, die ■’W @ itt eintm«* Ä'iw» W i" 7 "n #? '7L »°d 3>1; i Ult, nonubeiM- Ä“Ä W°i°, ,Mae ®« »K--, 8‘ 9 ». < ,^Ä‘ *?** 17 ®o«u«8ta^=. xstzsl ft*"" »egen Ausbesserung ihrer Dienst- und Gehaltßveihältoisse- die Vorstellung der HilsSgerichtSschreiber, um Reurequtieruug ihrer Gehaltsverhaltniffe - die Vorlage Großh. Ministerien deS Innern und der Justiz, sowie der Finanzen, die Errichtung einer Wein- und Obftbauschule in Oppenheim betreffend^ daS Gesuch von Schäfern der Wetterau um Er- Mäßigung bezw. Erlaß der Hundesteuer (hier formelle Er« lediguugöerklarung)- die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, den Gesetzentwurf, die Wetnsteuer betreffend. ** Rohheit. In der Nacht vom 12. auf den 13. d. M. wurden in einem Garten auf dem NahrungSberg neun Rosenstöcke von ruchloser Hand abgebrochen und demolirt. ** Sin sonderbarer Schwärmer hatte gestern Abend einen Menschenauslauf im Neuenweg dadurch verursacht, daß er, nur mit Hemd und Hose bekleidet, auf den Dächern der Häuser herumspazierte. LS gelang nicht, den Sonderling einzusangen- alS man die Schutzmannschoft requirirte, war er spurlos verschwunden. Siner Art »on Kneippkur unterzog sich in verflossener Nacht ein junger Mann. Derselbe hatte in Wieseck gezecht und sich unterwegs in der Meinung, daß er schon zu Hause sei, auSgezogen, statt inS Bett, aber in den Ehausseegraben gelegt. Von Vorübergehenden geweckt, mußte er, nur mit Jfrofe bekleidet, den Heimweg antreten. Die Kleider hatte er so gut aufgehoben, daß er sie nicht wiederfinden konnte. •• L. Der Cbftbaucut|u8 für Lehrer und Freunde deS Obstbaues, der in den Tagen vom 7. bis 12. Mai dss. Js. ander Äckerbauschule zu Friedberg abgehalten wurde, war von fünf Teilnehmern besucht. Der Unterricht umfaßte einen theoretischen und einen praktischen Theil und war so ein« gerichtet, daß die Theorie immer die Begründung deS in der Praxis SluSgesühiten lehrte. Durch diese Einrichtung war eS möglich, den Theilnehmern die Grundsätze und Regeln, nach denen der Obstbaum in seinen verschiedenen Formen zu erziehen und zu pflegen ist, unverlierbar einzuprägen. ES ist nur zu bedauern, daß derartige (Surfe, die in so dankenS- werther Weise zur Hebung deS Obstbaues eingerichtet sind, nicht zahlreicher besucht werden. Wie Mancher, der oft rathloS seine Obstbäume betrachtet, wie sie nicht recht gedeihen und fortkommrn wollen, würde nach Absolvirung eines solchen EursuS mit ganz anderem Verständniß seine Bäume behandeln, a'.S er es vorher gethan, und der Erfolg würde gewiß nicht fehlen. — Der sich an diesen EursuS anschließende zweite Theil desselben wird Ende Juli oder Anfang August, je nach der Witterung der nächsten Wochen und der dadurch bedingten Fortschreitung der Vegetation, eingerichtet werden. Sine für Bauunternehmer wichtige Entscheidung ließ kürzlich daö Reichsgericht ergehen. Nach derselben fällt jede tu das Gebiet der Bauthätigkeit fallende Arbeit, bei welcher übe-haupt allgemein anerkannte Rgeln der Baukunst in Betracht kommen (also auch AbbruchSaibeiten), unter den Begriff der Bauthätigkeit im § 330 des R.-Str. G.-B. -f- Lich, 13. Mai. Hettle sand zu Wernigerode die Verlobung deS Er b p ri n zen zu SolmS-HohensolmS- Lich mit der Prinzessin Emma zu Stolberg- Wernigerode statt. hn AuS Oberhefsen, 14. Mai. Dienstag den 22. d. M. erreicht der israel. Religionslehrer und (Santor Herr Salo- monsohn in Hungen ein Alter von 80 Jahren. Herr Salo, monsohn wirkt seit August 1842 in dieser Gemeinde und versieht heute noch sein Amt mit größter Gewiffenhastigkeit in voller Geistesfrische. H AuS dem Horlosfthale, 11. Mai. Zur Vertilgung der in unseren Wäldern austretenden Forstschädlinge werden die oberen Klaffen unjeicr Schulen verwandt. Dte Jugend verrichtet diese leichte Arbeit sehr gerne, denn die Kinder haben Bewegung in der herrlichen Waidlust, während die Arbeit durchaus nicht anstrengend ist. Auf diese Weise wird das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. -n Schotten, 11. Mai. Dieser Tage hat noch eine Versteigerung von Brennholz: Buchen, Fichten und Weichholz in den Districtcn Rüdewald, Klingehang und Kohlhag statt- gesunden, wobei die Steigerer aus der Umgegend billiges Holz erhielten, denn es wurde kaum der Tarifpreis erzielt, welcher in unsrer Gegend niedrig ist. Eine größere Parthie Holz bezog ein Steigerer aus Großcn-Lindeu bet Gießen. △ Mainz, 14. Mai. Aus der Durchreise nach Zürich hat der Kölner M ännerg esangverei n, einer Einladung der hiesigen Liedertafel folgend, am verfloffenen Samstag hier daS erste Mal ein Goncert gegeben, durch welches sich der berühmte Verein bet dem sangeskundigen Mainzer Publikum reiche Lorbeeren errang. Jede Nummer deS reichen Pro grammes wurde von der großen Zahl der Zuhörer mit stürmischem Beifall aufgenommen und mußte dacapo gefunden werden. AlS Solisten roidien die treffliche Altistin Fräulein Ghorlotte Huhn und der weithin berühmte Goncertmeifter Herr Emil Bare von Köln mit, welche von dem reichlich gespendeten Beifall ihren gebührenden Antheil bekamen. An daS Goncert schloß sich ein großer GommerS, bei welchem die Kölner Sänger von ihren Mainzer Sangesbrüdern in Wort und Lied gefeiert und als Zeichen des Dankes und der Erinnerung dem Kölner Verein ein großer silberner Pokal mit einer entsprechenden Aufschrift dedieirt wurde. Einem der Kölner Herren, dem Inhaber der dortigen Domkellerei, Herr M. Allendorff, der sich hauptsächlich um baß Zustandekommen deS Goncenes verdient gewacht hat, wurde als Zeichen besonderen Dankes in seinem Hotel vor seiner Abreise durch c ne Militärcapelle noch eine Serenade gebracht. A Mainz, 14. Mai. Heute, morgen und den Mittwoch tagt hier die fünfte Generalversammlung deS „katholischen LchrerverbandeS Deutschlands." Zu derselben find bereits zahlreiche Theilnehmer, besonders aus den Rheinlanden, Westphalen und Baiern hier eingetroffen. Die geschäftlichen Verhandlungen sowie die Delegirten-Sitzungen nehmen erst morgen ihren Anfang. Gleichzeitig mit vorerwähnter Generalversammlung tagt auch hier die erste Jahresversammlung deS katholischen LehrerbereinS des Großherzoglhums Heffeu. — Der Gentralverein deutscherBöttcher hielt hier bei mäßigem Besuch seine diesjährige Generalversammlung ab. An dieselbe schloß sich eine öffentliche KÜserversammlung, in welcher ein Herr Hellmann auS Bremen über die Lage deS Gewerbes im socialdemokratischen Sinne sprach. Nach den AuSsührungen ist die Lage der Küfergesellen keineswegs rosig, die nach der Ansicht deS Redners nur durch allgemeinen Anschluß an den Gentralverein gebessert werden kann. — In den letzten 14 Tagen sind hier die Preise von Rindfleisch beträchtlich in die Höhe gegangen- eine Woche 5 Pfennig daS halbe Kilo. Der Preisaufschlag ist eine Folge des vorjährigen Futtermangels, der Biele zur Abschaffung deS Rindviehes zwang. Dermifd?tes. * Vertin, 10. Mai. Wegen MajestätSbele^igung ist der SectionSvorsitzende des Bundes der Landwirthe, BaucrnguiSbesitzer Wcgmann, am Dienstag von dem Landgericht zu Guben zu sechs Monaten Gefängniß ver- urthetlt worden. Wegmann hatte in einem Gespräch seinem Mißfallen über die Politik deS Reichskanzlers Ausdruck gegeben, und als ihm vorgehalten wurde, daß doch der Kaiser den Reichskanzler zum Minister erwählt habe, sich zu einer unehrerbietigen Aeußerung gegen Se. Majestät hinreißen lassen. Der Vertheidiger machte vergeblich alS strafmildernd geltend, daß der Angeklagte unter dem Einfluß gestanden habe, den gewiffe Kreise (d. h. der Bund der Landwirthe) auf den kleinen Landwirth in Betreff der Politik deS Reichskanzlers auSüben. * Berlin, 12. Mai. Der Fernmarsch nach Friedrichs- ruh ist heute früh vom Brandenburger Thor auS von zwölf Mann angetreten worden. Unter ihnen befindet sich der Buchdrucker Otto Peitz auß Flöha, der Sieger beim vorjährigen Fernmarsch Berlin Wien. * Berlin, 12. Mai. Der 60 jährige Kaufmann Eli Oppenheimer auß Weimar hat sich hier in einem Hotel erschossen- er soll größere Geldverluste gehabt haben. * Ehemuitz, 12. Mai. In Gersdorf erstickten im GaS der Jauchengrube eines Bauerngutes der Gutsbesitzer Libieg und zwei Arbeiter. * Baden Baden, 10. Mai. Generalstabsarzt Or. Hartmann fiel gestern Vormittag in der Lichtenthaler Allee von seinem durchgehenden Pferde- er ist Nachmittags an den Folgen der Verletzungen gestorben. * Paris, 11. Mai. In einem der Parsumerieläden der Firma Guiraud, im Gentrum der Stadt, wurde die Geschäftsführerin Louise Andrieux erdrosselt aufgesunden. Man ist der Ansicht, daß eS sich um einen Lustmord handelt und hält einen Angestellten der Firma Guiraud für den Mörder. Derselbe ist flüchtig- er soll nach Deutschland entflohen sein. * Ediuburg, 12. Mai. Als das heute in Queensserry eingetroffene britische Kriegsschiff „Galatea" Salutschüsse zu Ehren deS deutschen Geschwaders abgab, wurde bei dem zehnten Schuß ein Artillerie-Jnstructeur Namens Lawrence in Folge eines noch unaufgeklärten Unfalls getöbtet, einem Anderen wurde ein Arm weggerissen. * Troppau, 11. Mai. Heute früh 3 Uhr fand In aller Stille die Beerdigung der zehn er sch os sen en B erg l e u t e In Polnisch Ostrau statt. Der Friedhof war m.ütärifd) besetzt, starke Militärpatrouillen durchzogen die Straßen. Leidtragende Theilnehmer am Begräbniß wurden nicht zugelassen. Der Kaplan segnete die Leichen ein, und die Särge wurden von Soldaten zum Schachtgrabe getragen, begleitet von Grubenlichtträgern. Als im Laufe des Vormittags die Bergleute nach der Stunde des Begräbnisses fragten, und erfuhren, daß es schon vorüber sei, entstand große Aufregung, die sich aber bald Legte. * Paris, 11. Mai. In Pantin (Dep. Seine) wurden gestern abermals dreizehn Dynamitpatronen bei der Brücke eingegraben ausgefunden. * Warnung für Reisende nach Italien. Nach der „Schw. E.-Ztg." speiste unlängst ein Herr in einem Restaurant und bezahlte mit einem 50-Frankenbtllet. WaS er zurück bekam, waren durchweg kleine Papierscheine. Mit diesen begab er sich ans daß nächstgelegene Telegraphenbureau und wollte die Taxe für ein anfgegebeneß Telegramm damit bezahlen. Dort aber wies man die kleinen Scheine mit bedauerlichem Lächeln und der Bemerkung zurück: „Dieselben haben nur Gültigkeit in Restaurants und Gafeß des Syndicats der Gaftwirthe." Der Herr pmr also gezwungen, die sammtlichen 50 Franken in den Cochlen deß Syndicats zu verzehren, wenn er den Geldwerth der kleinen Billete nicht ganz einbüßen wollte. Recht angebehm! • Ein junges Paar in Heidelberg, daß sich in den Ehestand begeben wollte und um die Einwilligung des Herrn Papa bat, erhielt von demselben folgenden kurzen Bescheid: „Sie hat nichts und Du desgleichen- Dennoch wollt Ihr, wie ich sehe, Zu dem Bund der heil'gen Ehe Euch bereits die Hände reichen. Kinder, seid Ihr denn bei Sinnen? Ueberlegt Euch daß Kapitel: — Ohne die gebör’gen Mittel Soll man keinen Krieg beginnen." ♦ Merkwürdige Pilger. Unter den nach Rom gekommenen spanischen Pilgern befanden sich auch wie die clerifale „Gorr. de Rome" mittheilt, eine mit Bändern und Troddeln festlich aufgeputzte schneeweiße Ziege und alß ihr Gefährte ein . . . Schäferhund. Der Papst war nicht wenig erstaunt, als ihm zugemuthet wurde, den beiden Thieren einen Segen zu er« theilen. Als die Spanier ihm aber bedeuteten, daß die Ziege bestimmt sei, ein krankes Kind mit ihrer Milch zu nähren, und der Schäferhund dazu, eine gewiffe andalusische Hunderasse zu veredeln, da gab der Papst lächelnd nach, segnete die Thiere und streichelte sie. Uebrigenfl ist eine solche Segnung nichts Neues, vielmehr findet alljährlich vor der St. Antoniußkirche in Rcm eine Segnung der Hausthiere statt. — Andere Pilger brachten, um sie segnen zu laffen, nicht nur Gebetbücher und Rosenkränze, sondern auch ihre ganze Garderobe, ihren Familienschirm von unglaublicher Dimension u. s. w. mit. * Gin Sonnenschirm, welcher in der Tasche ousdewahrl werden kann, ist eine Neuheit der Saison, welche demnächst dem Touristen, Ruderer, Radfahrer, ja sogar dem Bureau- arbeiter, Gärtner, dem vorübergehend wie ständigen Landbewohner, kurz einem im Freien weilenden, verkehrenden und eineß wohlthätigen Schattens bedürftigen Publikum zu Statten kommen wird. Der Schirm, nach dem Patentinhaber Paris in Frankfurt a. M. genannt „Paris Touristenschirm", wird vermittelst einer elastischen Schnur an jeder beliebigen Kopfbedeckung ober entblößtem Haupte befestigt, auseinander gezogen und Augen und Gesicht sind vollkommen beschützt, beschattet, während beide Hände zur freien Verfügung bleiben. Spirlpüm Der vereinigten Zrankfurter Atadtttzeatrr tpernhauß. Mittwoch den 16. Mai: ®a5parone. Donnerstag den 17. Mat: Tannhäuser. Freitag den 18. Mai geschlossen, eamßtafl den 19. Mai: Garmen. Sonntag den 20. Mat: Walküre. Lchausptethauß. Mittwoch den 16. Mat: A basso porto. (8m unteren Hafen.) Donnerstag den 17. Mat geschlossen. Freitag den 11. Mat: Misanthrop. Fortunto« Lied. SamStag den 19. Mai: Don Carlos. Sonntag den 20 Mai: Madame Sans-G'-ne. Montag den 21. Mat Madame SanS-GSne. Technische Fortschritte. — Neues Verfahren zur Herstellung wafserdtchter Packleinwand. Früher theerte man dte Packieinwand, um sie wasserdicht zu wachen. Derartige Leinwand hatte jedoch den Rachthetl, daß sie sehr leicht brach. Gegenwärtig beseitigt man dt sen Uebelstand durch folgenden Anstrich: Man löst ein Kilogramm Schmierseife in heißem Wasser, setzt dann GisenvttrtoUösung hinzu, wäscht mit Wasser die hierbei entstehende Eisenseise auS, trocknet letztere an einem warmen Orte und vermocht sie dann mit 120 Gramm klein zerschnittenem Kautschuk in IV» Kilogramm Leinöl. Eine mit dies m Anstriche versehene Packleinwand wird völlig wasserdicht und ein Brüchlgwerden derselben ist ausgeschlossen. Ca. 6000 Stück Seidenstoffe — ab eigener Fabrik - schwarze, weiße u. farbige o. 75 Pf. bis SRI. 18.65 pr. Meter — glatt, gestreift, karrieri, gemustert, Damaste k- (circa 240 oersch Qual- und 2000 versch Farben, DessinS ic) BO“ Porta- und steuerfrei tnb Haus l l Catalog und Muster umgehend- [122 G. Hennebergs Seiden-Fabrik (k. u. k. Hon.), Zürich. 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