Wo '»wer, s'«-. 5ti»ridj". 1 E-, Cbtttab, °" ’O H «n. '«»on Mm! i._ „ liÄrtrb ,on 3. tfintljtr. eng [20ß- t, Pächter, Kaiser“, XWd. W M M. ^CTUt.- ^gungT^ ver,hrl. Publikum du mehr 19 HK nben Weißbin-tt ngsvoll inder und Lackirer. 'in fräfiifliß RL-chnr Hau?arüri! gelvchl i. Slmmtt, Kreuels» ' michmM r-, MO KM ML oon 6 Äwram \xxit >x \otol yx wxrWiv r. W»M urttu 6tod btt Mftttm Inders ist mit oder ofeL 7 Z.) nebst GartengtL zu vermiechrn- imNrbrchmsebeihrm^ ietnem Neubau, Sttiusttcht rordanlage, ist der ML nment und allen Stfluen. sofort »u oewiethen. „ , gtUtt» Steinstraße i,_ s mittlere Stock Mtheil alsbald zu vem^ «ndiraer, ®übanlapfjj__ jhnuna v. 4 Masern, L * Eth. und M »Ä** 8LZM lprU 1» 89 ygeller,CR,$U9 Scke ^«httt» de iptd iu.f eh°r P^Mckstrahe^ STS^S**’ Freitag den 16. März 1894 Nr. 63 Erstes Blatt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Arnts- und Ztnzeigebtatt für beit Kreis (üicjjeit Ärborhon, Erprdiliorr und Trudrrri: -chukftratz, Nr.7. Frnriprrcher 51. PicurliäbrigrrX^ XBonnrmnilsprci* : 2 Marl *0 ffg. mir Bnngrrlobn. Turch bir Poft bcpgrtr: 2 Mark 5U Psg. Dir Gießener m ikie« d kälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Kielen,r Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme drS Montags. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamitienblätter. Alle Annoncen-Bureaur dc-S In- und Auslandes nehmen Anzeigen für brp „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche». Theil. Bekanntmachung, betreffend die Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterien zum Vertrieb im Grohherzogthum. Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat dem Vorstande der ständigen Ausstellung für Kunst und ltunstgewerbe zu Weimar die Erlaubniß ertheilt, die Loose einer im Juni und December l. I. zu veranstaltenden Ver« loosung von Gegenständen der Kunst und des Kunstgewerbes innerhalb des GroßherzogthumS ;u vertreiben. Nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten VerloosungSplan dürfen 400,000 Loose ä 1 Mk. ausgegeben 2 erden und müffen 200,000 Mk. zum Ankauf von Gewinn- gegenständen verwendet werden. Gießen, den 14. März 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _____________._______v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend Gesuch des Ortsvorstandes zu Nidda um Erlaubniß zur Veranstaltung einer Verloosung gelegentlich der Abhaltung einer Thierschau durch die Zuchtviehgenoffenschaft Büdingen. Die von dem Ortsvorstand zu Nidda in Verbindung mit der daselbst stattfindenden Viehschau veranstaltete Verloosung findet am 29. Mai d. I. — und nicht am 23. Mai statt. Gießen, den 14. März 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutscher Reich. Darmstadt, 14. März. Gestern besuchten der Groß- Her zog, die Prinzessin Alix und die Prinzessin Heinrich »on Preußen das Mausoleum auf der Rosenhöhe und legten dort Kränze nieder. Unter den zahlreichen Strengen# die von anderen Seiten am Sarge des Höchstseligen Groß' Herzogs niedergelegt wurden, befand sich ein solcher der General- und Flügeladjutanten „ihrem unvergeßlichen Herrn" und ein vom Gesangverein „Melomanen" „ihrem Höchstseligen Protector" gewidmeter Kranz. — Der Großherzog ist heute Mittag 12 Uhr 42 Min. zum Besuche der Prinzessin-Braut nach Gotha gereist. Deutscher Reichstag. 71. Sitzung. Mittwoch den 14. Mar, 1894. Die zweite Lesung deS Etats wird fortgesetzt. Zölle und Tabaksteuer werden debatteloS erledigt. Bet dem Etat der Zuckersteuer, 70 600 000 Mk. Einnahmen, schlägt die Commission Erhöhung des EtatSansatzes um.'»^Millionen Mark vor. Ein Antrag Vaasche will die Zuckersteuer mit 72,000,000 Mk. etatisirt wissen. Sein Antrag entspreche den Berechnungen der Regierung selbst in Bezug auf den voraussichtlichen Zuckeroerbrauch. StaatSsecreiar Graf PosadowSky: Nach den Erfahrungen beim Postetat will ich keinen Versuch machen, den Beschluß der Commission umzustoßen Die Möglichkeit, daß der Anschlag von 75 600 000 Mk. erreicht werde, will ich zugeben. Aber es ist nicht angebracht, den höchstmöglichen Betrag in Einnahme zu stellen. Durch die Höheroeranschlagungen im Etat ist die Frage der Kostendeckung der MUitäroorlage und der Deckung deS DeficitS nicht gelost, sondern nur verschoben _ ,, , Abg. Richter: Durch die EommtssionSbeschlüffe ist der Schleier von der Finanzlage genommen und man steht jetzt klar, daß eS neuer Steuern nicht bedarf. ES steht fest, daß wir nach den Abstrichen tn den Ausgaben und nach der höheren Veranlagung verschiedener Einnahmen, bet der Poft, den Retchseisenbahnen und hier, eine Erhöhung der Matrikularbetträge, wie sie im Etat enthalten ist, nicht haben werden. Dabet sind noch oerschtedentltche voraussichtliche Mehr- Einnahmen gar nicht von unS tn Ansatz gebracht, so bet der Salzsteuer. Der Consum an Zucker wird sich tn diesem Jahre voraussichtlich beben, nachdem drrS auch schon hinsichtlich der Production thatiäwltch der Fall ist. Abg. v. Kar dorff (Rp.): Die Erhöhung des Ansatzes der Zuckersteuer um 5 Millionen sei ein ganz willkürlicher Act, der nur bezwecke, ein falsches Bild der Finanzlage zu geben. Feuilleton. Die Bsterbtumen. Erzählung von C. PleSky. (Nachdruck verboten.) Die Frühlingsstürme wehten im Lande. ES ging ein gewaltiges Brausen durch Thäier und Auen, über Berge und Walder, die Auferstehung der Natur verkündend. Geschmolzen waren Schnee und Eis und Mutter Erde schickte bereits Myriaden ihrer Frühlingsboten in Gestalt ungezählter holder Blumen voraus, noch lange bevor sie ihren bräutlichen Lenzes- schmuck anlegte. Schneeglöckchen, Anemonen und Winterrüschen reckten an« muthig ihre Köpfchen empor und schmückten die in Winters« grau gehüllte Landschaft, noch ehe daS Grün der Wiesen und Wälder das Auge erfreute. An besonders sonnigen Plätzen ratten sich sogar auch schon die Himmelsschlüsselchen hervor- gewagt und verkündeten daS Nahen des Lenzes. Dieses reizende Bild des Vorfrühlings bot auch eine von zwei Bergrücken umsäumte Landschaft dar, in welcher nachbarlich zwei stattliche Schlöffer, auf stolzen Anhöhen einander gegenüber liegend, standen. Wie die uralten Erbburgen zweier nahe verwandten adeligen Herren sahen die beiden Schlöffer aus, von denen daS eine, auf dem etwas höheren Berge gelegene, Bruneck bieß, während das andere, auf der gegenüberliegenden Anhöhe stehende, die Rothburg genannt wurde. Man konnte aus der Rothburg keinen Blick nach den gegenüberliegenden Bergen lhun, ohne nicht daS stolze Nachbarschloß Bruneck zu sehen, und kein Auge vermochte von Schloß Bruneck in daS liebliche Thal herabzuschauen, ohne nicht auch die alte wetterfeste Rothburg zu erblicken. Doch wenn dies auch jeden Tag stunden Mal geschehen mochte, so waren eS doch sicher niemals fteundliche Blicke, welche die beiderseitigen Schloß- bewohner nach ihrer Nachbarburg sandten, denn die beiden Schloßherren lebten nicht in Freundschaft, sondern in bitterer Feindschaft neben einander, und wäre das alte Fehderecht im Reiche noch in Geltung gewesen, so hätte sich die Feindschaft der beiden Schloßherren sicher in blutiger Fehde auS- gitobr. Die Ursache der Gegnerschaft der beiden Burgbesitzer war eine doppelte. Der Freiherr von Bruneck war in feinen ;iingen Jahren der glückliche Nebenbuhler des Grafen Rothburg in der Werbung um eine schöne und reiche Erbin gewesen. Lothar von Bruneck hatte vor ungefähr dreißig Jahren daS auch vom Grafen Rothburg heißgeliebte bildschöne Freifräulein Anna von Clampenhausen als Gemahlin heimgeführt und Graf Rothburg hatte dafür den Schmerz und Spott über seine vergebliche Werbung um Anna gehabt. Bald wurde durch diese Vermählung aber, dem Grafen Rothburg auch noch ein zweites Aergerniß bereitet. Die junge Freifrau von Bruneck hatte ihrem Gemahl ein nahezu fürstliches Vermögen zugebracht und zu diesem Vermögen gehörten auch große Wälder, welche bis an die Besitzungen des Grafen Rothburg heranreichten. Bei der Uebernahme der Vermögensverwaltung seiner Gemahlin hatte nun der Freiherr von Bruneck mit Hilfe seines klugen Advo- caten die Entdeckung gemacht, daß seine Gemahlin als ehemaliges Freifräulein von Clampenhausen auch Erbrechte an Schloß Rothburg und die dazu gehörigen Besitzungen hatte. ES kam darüber zu einem Prozesse zwischen dem Freiherrn von Bruneck und dem Grafen Rothburg und das Ende deS Prozeffes war, daß der Graf an den Freiherrn eine große Geldsumme zahlen und die Hälfte seiner Wälder an denselben abtreten mußte. Drei Jahre später vermählte sich Graf Rothburg auch mit einer begüterten Dame, aber ihr Vermögen reichte doch bei Weitem nicht hin, um des Grafen Besitzstand auch nnr halb auf die Höhe des coloffalen Vermögens seines Nachbars zu bringen. Der fürstliche Aufwand auf Schloß Bruneck bildete daher in Verbindung mit den erwähnten Enttäuschungen im Herzen des stolzen Grafen einen Stachel gegen seinen glücklichen Nachbar, und der Freiherr von Bruneck, dem der Graf deutlich seine Mißachtung und Feindschaft gezeigt hatte, erwiderte erbittert Gleiches mir Gleichem. An dieser Gegnerschaft hatten auch die Jahre nichts geändert, obwohl jetzt der Graf wie der Freiherr sich in dem Alter befanden, wo man Leidenschaften und Kämpfen abhold ist und sich nach Ruhe und Frieden sehnt. Noch im letzten Winter hatte Graf Rothburg mit innigem Behagen den Freiherrn von Bruneck strafen laffen, weil deffen Jäger sich einer kleinen Übertretung der Jagdgesetze auf Rothburg schem Grund und Boden hatten zu Schulden kommen lasten, und der Freiherr hatte sich vorgenommen, sich bei der ersten besten Gelegenheit bitter dafür zu rächen. Sonst waren die Familienverhältniste in den beiden Schlössern auch höchst ungleich. Das fre herrliche Ehepaar besaß nur ein einziges Kind, ein bildhübsches Mädchen, Abg. Richter: Daß 75600000Mk. auskommen können, habe ja der Herr SlaatSsecretär selber zugeben wüsten. LtaatSsrcretär Gras PosadowSky: DaS ist möglich, aber für dm Etat müssen wir doch sichere Grundlagen hoben' Abg. Richter: Auf sicheren Grundlagm beruht auch der Etat nicht, da die dreijährige Periode alS Durchschnitt maßgebend uxir, obwohl in dieser letzten dreijährigen Periode Aenderungm in der Zuckersteuer eingetreten sind und doch auch die Bevölkerung seitdem durchschnittlich erheblich gewachsm ist. Der CommtssionSanlrag wird mit kleiner Mehrheit angenommen. Bei dem Etat der Branntweinsteuer empfiehlt Abg. Schönlank eine Resolution, wonach der Reichskanzler ersucht werden soll, bei Neubemestung der den einzelnen trennet eien zu gewährenden Eonttngmte an zu 50 Mk. zu versteuernden Branntwein ein betaiQUtes Verzetchniß der Brennereien, welche ein Eon tingent von mehr alS 200 Mk. haben, vorzulegen. Zweck seiner. Antrages sei cs, einmal gmau zu erfahren, wer dmn die Stipendiaten der Liebesgabe seien. Wie die Rechte ein „Börsenregister", das heißt ein Register der am Terminhandel beteiligten Firmen, wolle, so wollten er und seine Freunde ein „Schnaps-Register", ein Register derer, welche die Liebesgabe empfangen. Abg. Graf PosadowSky: Ich tbue wohl dem Hause einen Gesallen, wenn ich auf die Liebesgabe nicht eingebe. (Bestall rechts.) ES genügt, wenn ich darauf Hinweise, daß, wenn die Brennerei noch mehr belastet wird, dadurch der Kartoffelbau gefährdet wird. Eine Liste der Brennereien besteht schon und soll bis auf die Gegenwart fortgeführt werden. Der Antragsteller will aber keinen Adreßkalender, sondern eine ProscriptionSlstte bet Brennet. (Beifall rechts.) Man kann aber ein großes Einkommen haben, ohne viel Ertrag auS dem Gewerbebetriebe zu ziehen. Auf diesen Antrag werden die verbündeten Regierungen nicht eingehen. (Beifall rechts.) Abg. v. Kardorff (Rp.): Ich werde nach Ostern Beantragen, daS Branntweinsteuergesetz so zu ändern, daß jeder Brennerei vorgeschrieben wird, wieviel sie überhaupt soll brennen dürfen, und daß Jeder bestraft wird, der über diese? sein Kontingent hinaus brennt. Danach wird man von Liebesgaben überhaupt nicht mehr sprechen können. Abg. Schönlank (Soc.): Auf den Namen komme eS nicht an; Trinkgeld bleibe unter jedem Namen Trinkgeld. Die Resolution Schönlank wird gegen Socialdemokraten, Freisinnige und VolkSpatteiler abgelehnt. Der Etat der Stempelsteuer wird debatteloS angmommen. Es folgt der Rest vom Etat deS ReichSamtS deS Innern: die Forderung für das Kais er-Wilhelm-Denkmal Die Commission beantragt die Bewilligung der geforberteu Namens Gertrud, während Graf und Gräfin Rothburg ihre Stammhalter beinahe nach einem Dutzend zählten, denn nicht weniger als acht junge Gräflein hausten auf der Rothburg und der vom Schicksal verwöhnte Freiherr von Bruneck hatte oft wohlfeile Witze gemacht, wenn das gräfliche Ehepaar mit seinen acht Sprüßlingen trotzig an ihm vorübergezogen war. „DaS werden einmal acht Grafen Hungerleider/ hatte sogar vor nicht langer Zeit der Freiherr wieder einmal spöttisch gesagt, als er hörte, daß Graf Rothburg immer einen seiner Söhne nach dem andern im Kadettenhause unterbringe. „Gott bewahre wohlhabende Väter vor solchen Schwiegersöhnen hatte der Freiherr dann noch hinzugesügt. Aber wie der schwache Mensch denkt und der allmächtige Gott lenkt, das sollte der stolze Freiherr in nicht gar zu ferner Zeit noch erfahren. Sein und seiner Gemahlin Abgott, die bildschöne siebzehn» jährige Gertrud, hatte vor einem Vierteljahre eine vornehme Pension verlassen, war unter Obhut der Eltern in der Residenz auf Bällen, in Concerten und Theatern in die große Welt eingeführt worden und befand sich fttzt zur beginnenden Frühlingszeit auf Schloß Bruneck. Das schöne Freiftäulein liebte es, auf mutigem Renner häufig in den Wald zu reiten, wobei sie gewöhnlich von einem berittenen Diener begleitet wurde, da ihr Vater wegen seine» GichtletdenS nicht mehr gern zu Pferde flieg. Auch heute, an einem sonnigen Apriltage, am SamStag vor Ostern, war Gertrud von Bruneck in den Wald geritten. Sie war eine rnuthige Reiterin und der sie begleitende Diener folgte ihr in respectvoller Entfernung nach. Schnell ritt die schöne Amazone auf ihrem feurigen Renner durch die Waldthäler weiter und immer weiter, so daß ihr der Diener kaum zu folgen vermochte. Die junge Baronesse achtete dabei nicht darauf, daß sie über die Grenzen der väterlichen Befitzungen hinaus auf gräflich Rothburgfches Gebiet ritt, sie hörte auch nicht auf die Warnung deS Dieners, der dem Befehl seines Herrn gemäß Auftrag hatte, zu verhüten, daß die junge Herrin sich nicht in die Wälder deS Grafen Rothburg verirrte. An dem herrlichen Frühlingstage war daS Herz des jungen Mädchens so von übersprudelndor Lebenslust und harmlosem Ucbermuth erfüllt, daß sie sich nur der Freude an der schönen Natur und dem Vergnügen an dem prächtigen Galopp ihres Renners hingab. (Fortsetzung folgt.) ersten Rate von 1100 000 Ml., aber unter Festlegung der Gesammt- fnmmen auf 4 Millionen Mark. Referent Graf Ltmburg-Stirum (cons.) gibt einen aus- sübrltchen Bericht über die Verhandlungen in der Commission. Letztere sei der Ansicht, daß mit 4 Millionen wohl ein dem Andenken des Kaisers entsprechendes Denkmal herzustellen sei, und daß, wenn die Regierung nicht derselben Ansicht sei, dieselbe sich von feuern an den Reichstag zu wenden habe, ehe sie Aufwendungen für das Denkmal mach-. Abg. v. Stumm (Rp.): Wir meinen, daß 4 Millionen für diesen Zweck nicht genügen. Wenn wir uns trotzdem dem Beschluß der Commission fügen, so geschieht dies, weil wir keine unnütze De- Monftralion machen wollen. Sollten sich aber die Constellattonen ändern, so würden wir den heutigen Beschluß nicht als uns für alle Zetten bindend ansehen. Abg. Singer (soc.): Wir werden sowohl gegen die Vorlage, als auch gegen den Beschluß der Commission stimmen. In der heutigen wirthschaftltchen Lage kann an eine solche Ausgabe nicht gedacht werden. Die Errichtung des Denkmals ist unter den heutigen Umständen weder nothwendig, noch unaufschiebbar. Abg. Richter erklärt Namens seiner Partei und der süddeutschen Volkspartei: Die Geldbewilligung hat sich der Reichstag vorbehalten. Demgemäß würden wir die Bewilligung nur unter zwei Bedingungen aussprechen: daß uns nicht mehr als 4 Millionen abverlangt werden unb daß uns der summarische Anschlag auf der Basis der 4 Millionen vorgelegt wird, damit wir innerlich überzeugt werden, daß auch mit den 4 Millionen ein vollständig ausreichendes Denkmal hergestellt wird. Wir müssen das zumal verlangen Angesichts der Ausführungen des Herrn v. Stumm; diese Ausführungen lassen tiefer blicken, als nur in das Innere des Herrn v. Stumm, (-sehr richtig) Wir verlangen den summarischen Anschlag auch deshalb, damit nicht etwa Nachforderungen erfolgen und wohl gar auf andere Weise, durch PrioaUo'.terien, gedeckt werden. Staatssecretär v. Bötticher ist heute noch nicht in der Lage, eine endgültige Erklärung darüber abzugeben, ob der Bundesrath dem etwa heute zu fassenden Beschlüsse des Reichstages zusttmmen wird, glaubt aber kaum, daß das nicht geschehen werde, denn dieser Beschluß würde sich ja auf dem Boden des Beschlusses des Reichstages von 1890 bewegen. Wenn der Bundesrath zu der Ueberzeugung kommt, daß mit den 4 Millionen ein dem gesegneten Andenken des Kaisers Wilhelm entsprechendes Denkmal hergestellt werden kann, so wird er unverzüglich daran gehen. Gewinnt er diese Ueberzeugung nicht, so wird er Ihnen mit anderen Vorschlägen kommen. Sie können also ohne Bedenken heute einen solchen Beschluß fassen. Wenn Herr Richter eine Bewilligung nur aussprechen iwtll, wenn ihm auch für einen etwaigen neuen Plan ein Gesammtanschlag vorgelegt werde, so widerspricht das doch dem früheren Beschlüsse des Hauses, welches sich keine Mitwirkung bet Ausführung des Denkmals, sondern nur noch die Geldbewilligung vorbehteltl Was die Einwände des Herrn Singer anlangt, so glaube ich, ohne zwingende Nothwendigkett sollten wir die Errichtung dieses Denkmals nicht hinausschieden. So arm ist das Deutsche Reich nicht, daß es nicht eine Dankesschuld an den Gründer des Reiches sollte abtragen wollen. Abg. Frhr. v. Manteuffel (cons.): Meine Freunde treten iür den Commtssionsbeschluß ein, um einen möglichst einhelligen Beschluß des Hauses herbetzusühren. Herrn Singer bemerke ich nur: wir hier aus der Rechten sind einstimmig gewillt, die Dankesschuld an den verewigten Monarchen abzutragen. (Beifall rechts.) Abg. Singer (Soc.): Das mögen Sie dann auf Ihre Kosten thun. Für uns ist allerdings die wirthschastliche Lage nur ein Nebenmoment; wir stimmen grundsätzlich gegen das Denkmal und würden es auch thun, wenn wir im Gelde schwämmen. (Beifall bei den Socialdemokraten.) Abg. v. Bennigsen (ntl.): Wenn die Herren Singer und Gen. glauben, daß sie bei solchem Vorgehen gegen das Andenken des unvergeßlichen Kaisers Wilhelm, des Schöpfers unserer Reichseinheit, auch die ganze Masse der Millionen Arbeiter im Lande hinter sich haben, so irren sie sich. (Lebhafter Beifall.) Wenn die Arbeiter auch zur Socialdemokratie hinneigen, diese Aeußerung Singers werden sie nicht unterschreiben. Abg. Lieber (Clr.): Die hier gefallenen Aeußerungen beweisen, welch eine tiefe Kluft zwischen der äußeren Linken und der großen Mehrheit des Hauses besteht. In weitere Unterhaltung über diese Dinge wollen wir uns nicht einlassen, aus Achtung vor dem Andenken des verstorbenen Kaisers und aus Achtung vor diesem Hause. (Beifall.) Redner erklärt sich Namens des Centrums für den Commisfionsantrag. Abg. v. Manteuffel (cons.): National waren die Worte Singers nicht, sie waren international. (Beifall.) Was Sie (zu den Socialdemokraten) gesagt haben, wird im Volke verstanden »erben; ehrerbietig gegen unseren verewigten Kaiser war es nicht. Abg. Bebel (Soc.): Aus unserer antimonarchischen Gesinnung haben wir nie ein Hehl gemacht. Die Arbeiter wissen genau, was wir wollen, und sie wissen auch, daß der Socialismus ohne Re- publtkanismus nicht durchführbar ist. Aber selbst, wenn wir auf dem Boden der Monarchie ständen, könnten wir doch keinem Monarchen ein Denkmal setzen, der 12 Jahre lang das Socialisten- gesetz über uns verhängt hat. (Beifall bei den Socialdemokraten, Pfutfrufe rechts.) Abg. Liebermann von Sonnenberg (Deutsch - soc.): Die Imponderabilien der Volksseele kennen Sie (die Socialdemokraten) in diesem Falle nicht und Sie werden das noch an Ihrem Leibe verspüren. Es ist bezeichnend für die Richtung, in welcher sich die Socialdemokratie bewegt, daß die drei Herren, welche vorhin am lauteften auftraten, der goldenen Internationale, dem Judenthume, angehören. (Beifall. Oho!) Der Commissionsantrag wird angenommen. Vom Etat ist ferner noch unerledigt die Abstimmung über den Aviso „Ersatz Falke." Bei der namentlichen Abstimmung hatte fich die Beschlußfähigkeit des Hauses ergeben. Die Abstimmung bleibt zunächst zweifelhaft; Zählung ergiebt die Streichung des „Ersatz Falke" mit 157 gegen 127 Stimmen. Der Rest des Etats wird ohne bemerkenswerthe Debatte erledigt. Es folgt die dritte Lesung des Gesetzentwurfs betr. Aufhebung des Identitätsnachweises. Ein Antrag Bennigsen und Genossen ^Compromtßantrag der beiden conservativen Parteien, der National- liberalen, der freisinnigen Vereinigung und des Centrums) schlägt folgende Aenderung der in zweiter Lesung gefaßten Beschlüsse vor: Die Verwendung der Einsuhrscheine (bet der Aussuhr von Weizen, Roggen, Hafer, Hülsenfrüchten, Gerste, Raps und Rübsaat) alS Zollquittungen für die Einfuhr anderer Waaren soll nicht generell als ^»lässig erklärt werden, vielmehr soll es in einem neuen Absatz zu Ziffer 4 heißen: „Der Bundesrath wird Vorschriften erlassen, durch welche diese Verwendung der Einsuhrschetne unter den von ihm festzusetzenden Bedingungen gestattet wird." Ferner beantragen v. Puttkamer-Plauth und Gen., durch Ilesolution die Regierung zu der Erwägung aufzufordern, ob nicht entweder die gemischten Privattransitläger von Getreide, welche zu überwiegend speculattven Zwecken dienen, sowie bei den Exportmüllereien gewährten Zollerletchterungen ganz ober theilweise aufzuheben, ober ber benselben gewährte Zollcrebit zu beschränken sei. Abg. Haußmann (südd. Vp.) beantragt, baß sowohl für Identitätsnachweis wie für bie Staffeltarife die Aufhebung am 1. Juli erfolgt. Anbernfalls machen uns bie ostpreußischen Mühlen Con- currenz, und solche Wirkung der einseitigen Aushebung des Jdentitäts- Jiachwetses würbe bie gegenwärtige Hanbelspolitik nur biscrebitiren. Princtpiell halte ich bie Aushebung bes Jbentitäts-Nachweises übers hauptssür schäblich, weil man damit einePr ämienwirthschaft mit unübersehbaren Wirkungen auf bas ganze wirthschastliche Leben einführt. Staatssecretär v. Bötticher erwibert, mit ben Staffeltarifen habe man aber hier nichts zu thun, bas sei LanbeSsache. Der Termin für beren Aufhebung könne baher nicht festgelegt werben. Minister Thielen habe ja auch schon erklärt, daß er bereit sei, bie Staffel- । tarife schonfvor bem 1. September eventuell am21. August aufzuheben. | Eventuell würbe er gewiß auch bereit sein, bas auch noch früher E zu thun. (Beifall.) In ber weiteren Debatte sprachen noch bie Abgg. Graf Schwerin (cons.), Graf Limburg - Stirum (cons.), welcher bebauert, baß bie Regierung sich habe zur Aushebung ber Staffeltarife brängen lassen; Staatssecretär Dr. v. Bötticher, welcher erwibert, daß biefe, auch in ben Reihen ber Lanbwirthe verschieben beurteilte Frage im preuß. Staatsministerium nach eingehenber Berathung entschieben ist; Abgg. Gamp (Rp.), der im Interesse der Mühleninbustrte im Osten die Aufhebung der Staffeltarife erst zum 1. Sept, wünschte, Haußmann (Vp.) und v. Puttkamer-Plauth. In der Specialdebatte empfiehlt Abg. Dr. v. Bennigsen seinen vorerwähnten Compromißantrag. Staatssecretär Graf v. Posadowski erklärt den Compromißantrag für eine wesentliche Verbesserung ber Beschlüsse zweiter Lesung. Die Frage, welche Maßnahmen zu treffen sein möchten, um einen Mißbrauch ber gemischten Transttläger zu verhüten, wirb von bem Bunbesrath im Auge behalten unb eingehenb erwogen werben. Das Haus nimmt ben Antrag von Bennigsen mit großer Mehrheit an und ebenso den danach geänderten Gesetzentwurf in der Ge- fammtabflimmung. Die Resolution wirb schließlich mit großer Mehrheit angenommen. Morgen 12 Uhr: Dritte Etatslesung. Verhandlungen der Zweiten Kammer der Landstände. nn. Darmstadt, 14. März. Dem gestrigen Bericht ist noch nachzutragen, daß Präsident Weber vor Eintritt in die Tagesordnung noch des freudigen Ereignisses der Verlobung Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs gedachte und Namens des Hauses die besten Wünsche ausdrückte, weiche dem hohen Verlobten übermittelt werden sollen. Nach Verkündigung einer Reihe von neuen Einläufen und Berichtsanzeigen erfolgt bie Beantwortung resp. Besprechung über die Anfrage des Abg. Frh. Dael von Köth-Wanscheid, die Erbauung der Bahn Fürth—Heppenheim a. d. B. betr., wobei sich eine lebhafte Discussion entspann. Der Interpellant fragt an, warum diese Bahn, welche im Interesse des Odenwalds unbedingt erforderlich sei, noch keinen Schritt vorwärts gerückt sei, und welche Hinderniffe diesem im Wege stehen. Minister-Präsident Weber freut sich, daß die Bedenken, welche man gegen die Regierung gehegt habe, sie stehe diesem Bahnproject unsympathisch gegenüber, nunmehr zerstreut seien. Der Grund der Verzögerung liege insbesondere darin, daß die Baukosten sich erheblich theurer stellten, als der bewilligte Credit betrage, und auch bei den betreffenden Gemeinden sei in der Leistung ihrer Zuschüsse eine Einigung noch nicht erzielt worden. Bevor aber diese Bedingungen noch nicht erfüllt seien, müsse die Regierung jede Schuld einer Verzögerung von sich abweisen. Dieselbe sei bereit, bezüglich der Gelände-Erwerbungen den Gemeinden entgegen zu kommen. Abg. Reinhardt hält es für äußerst wichtig, daß die Bahn Fürth—Heppenheim und in Verbindung mit Worms möglichst rasch gebaut werde, umsomehr als doch in voraussichtlich kurzer Zeit das Project des Baues einer festen Brücke bei Worms dem Hause wieder zugehen werde. Er frage noch an, ob vielleicht durch eine andere Trace die Geländekosten verringert würden. Oberbaurath Wetz bestätigt die Ausführungen des Finanzminister Weber. Etwas anderes sei es für die Regierung, wenn man geneigt fei, die Grundlagen dieser Bahn überhaupt zu ändern. Vielleicht genüge bei dieser Bahn, wenn man sie in einer Steigung von 1:25 baue; damit würden bedeutende Ersparnisse gemacht. Abg. Schönberger, Haas und Metz-Darmstadt befürworten eine Beschleunigung der Ausführung der zuerst in Aussicht genommenen Bahnbauten umsomehr, als gerade diese Linie eines der ältesten Projecte im Hause sei. Finanzminister Weber versichert noch, daß er dem Hause von Zeit zu Zeit Bericht über die Lage der Bahn- projecte geben werde. Hiermit wird die Berathung geschlossen. Vor Berathung der weiteren Punkte der Tagesordnung bringt der Präsident ein Urlaubsgesuch des Abg. Dr. Schröder zur Kenntniß des Hauses. Infolge andauernden Unwohlseins bittet der Herr Abgeordnete um eine 4 wöchige Urlaubsbewilligung. Der Präsident schlägt dem Hause vor, da der Abg. Dr. Schröder ein zu wichtiges Glied des Finanzausschusses sei, den gewünschten Urlaub bis zur nächsten Tagung nach Ostern zu gewähren. Hoffentlich habe sich bis dahin dessen Gesundheitszustand gebessert. Demgemäß beschließt die Kammer. Eine Anfrage des Abg. Lichtenstein über die Erbauung der Nebenbahnen Nieder-Olm — Ingelheim — Freiweinheim und Nieder-Olm — Partenheim — Sprendlingen beantwortet Finanzminister Weber dahin, daß in Folge Mangels an technischem Personal bie Vorarbeiten für diese Bahnprojecte noch nicht vorgenommen werden konnten. Wann dies geschehen werde, sei noch nicht abzusehen. Die Regierung stehe den Projecten nicht unsympathisch gegenüber, sie könne aber auch keine Armee von Technikern aus der Erde stampfen. Die Abg. Lichtenstein, Reinhard, Wernher und Wasserburg befürworten im Interesse der rheinhessischen Bevölkerung eine Beschleunigung der Ausführung dieser Bahnen. Eine Anfrage des Abg. Dr. Weber-Offenbach, die Canalisirung des Mains auf der Strecke von Frankfurt bis Offenbach betr., wird dahin beantwortet, daß sich die Verhandlungen mit den Mainufer-Staaten, insbesondere aber mit Preußen wegen dessen ungewöhnlichen Forderungen hinsichtlich der Frankfurter Strecke außerordentlich in die Länge gezogen hätten. Endlich sei man nun zu einer Einigung dahin gelangt, daß Preußen auf die Forderung der Vertiefung des Fahrwassers und die Erhöhung des eisernen Steges bei Frankfurt auf Kosten des hessischen Staates nunmehr verzichtet habe. Dagegen sei die Anlage einer Stauvorrichtung an der Gerbermühle stromabwärts gefordert und zugestanden. Ein bestimmter Zeitpunkt über die Inangriffnahme der Canali- ' sirung sei noch nicht anzugeben. An der Debatte beteiligten sich Oberbaurath Jmroth. Abgg. Weber, Reinhardt und Haas. Letzterer bedauerte, daß Frankfurt sich Offenbach gegenüber nicht freundnachbarlich gezeigt habe. Hiermit sind die Interpellationen geschlossen, und tritt die Kammer in die Berathung der Vorlagen Großh. Ministeriums auf Bewilligung von 115,118 Mk. 69 Psg. §ur Erbauung einer Eisenbahn von Friedberg nach Hanau, Seitens der beteiligten Gemeinden. Die Vorlage wird einstimmig nach bem Antrag des Ausschusses genehmigt. Desgleichen die Vorlage der Regierung wegen Verwett- düng eines Betrags von 4250 Mk. zur Verbesserung des Dampfbootes Hasfia. Auch die Vorlage des Ministers des Innern, wegen Beschaffung weiterer Mittel für die Landeskreditkasse im Betrage von 3,850,000 Mk., findet einstimmige Annahme. Dem Gesuch einer Anzahl Gemeinden um Herstellung eines Tunnels an der südlichen Seite von Bad Nauheim wird dem Antrag des Ausschusses entsprechend abgelehnt, um nicht hier ein Präjudiz zu schaffen. Bezüglich des Gesuchs, betr. 9?egulirung der Pensionsverhältnisse der angestellten älteren Steuercommiffariatsgehülfen, beschließt das Haus nach warmer Befürwortung des Abg. Hechler, den älteren Steuercommis- sariats Gehülfen, welche zur Zeit der in Kraft getretenen Bestimmung über ihre Pensionsberechtigung länger als 15 Jahre Dienstführung hinter sich haben, jedoch nur vom 33. Lebensjahre an, in der Weise in Anrechnung zu bringen, daß denselben Anstellungsdecrete mit Einrechnung ihrer weiteren Dienstjahre verliehen werden. Bezüglich einer Eingabe des Vogelsberg-Bahn-Comitvs, die Erbauung der Bahnstrecke Lauterbach bis Grebenhain- Crainfeld der Nebenbahn Gedern-Lauterbach betreffend, erklärt Finanzrath Michel, daß es auch der Großherzoglichen Regierung zweckmäßig erscheine, die Linie Gedern - Lauterbach wegen ihrer erheblichen Längenausdehnung in einzelnen Tbetl- strecken zu erbauen. Auch der Ausschuß schließt sich dieser Anschauung an und beantragt, die Eingabe demgemäß für erledigt zu erklären. Ein Antrag der Abgg. Haas und Hechler auf Einlegung eines Früh- und Spätzuges in den Sommerfahrplan der Riedbahn ruft eine lebhafte Debatte hervor, in welcher das wenig Entgegenkommende der Hess. Ludwigsbahn Seitens der Antragsteller scharf kritisirt wurde. Abg. Haas bittet die Regierung, im Interesse der Arbeiter hier einmal energisch vorzugehen. Mmisterialrath Michel sagt Prüfung der Sache zu und beschließt die Kammer mit 22 gegen 17 Stimmen em Ersuchen an die Großherzogliche Regierung: die Hessische Ludwigsbahn zu veranlassen, den berechtigten Wünschen der hier in Betracht kommenden Bevölkerung in höherem Maße als bisher Rechnung zu tragen. Ein Antrag Haas auf bestimmte Wünsche wurde hiermit abgelehnt. Am Schluß der Sitzung gelangte noch die Vorlage der Großherzoglichen Regierung : die Städte - Ordnung für das Großherzogthum Hessen, ohne weitere Debatte nach den Anträgen des Ausschusses einstimmig zur Annahme. Netteste Ncrchvtchten. Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau. Bremen, 14. März. Eine dem Norddeutschen Lloyd au8 Rio de Janeiro zugegangene Depesche bestätigt, daß der Aufstand daselbst beendigt sei. Posen, 14. März. Dem „Tageblatt" zufolge wurden bei der Reichstags-Ersatzwahl im Wahlkreise Born st« Meseritz bisher für Dziembowski (Reichspartei (3200)r Szymanski (Pole) 5179 und Mosch (Antisemit) 2512 Stimmen gezählt; zersplittert sind 196 Stimmen. Stichwahl zwischen Szymanski und Dziembowski wahrscheinlich. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 14. März. Wie verlautet, erläuterte der Kaiser auf dem gestrigen Festmahl bei Miquel lebhaft die Nothwendigkeit eines Mittellandcanals an Hand von zu diesem Zweck mitgebrachten Landkarten. Berlin, 14. März. Bei der heutigen Parade über das Alexander-Garde-Grenadier - Regiment be^ tonte der Kaiser in einer Ansprache an das Regiment, er habe demselben die historischen Helme verliehen, um ihm feine Anerkennung zu beweisen. Er erwarte, daß die Alexander- Grenadiere, stets der Geschichte des Regiments eingedenk, dem Vaterlande Ehre machen und bei Angriffen gegen äußere wie innere Feinde stets treu zu ihrem Kaiser stehen werden. Der Oberst des Regiments erwiderte, die Grenadiere würden stets ihre Pflicht erfüllen- und brachte ein dreifaches Hurrah auf den Kaiser aus. Allgemein fiel es auf, daß während der ganzen Parade neben dem Kaiser ein russischer General stand, den der Monarch wiederholt durch Ansprache und Händedruck auszeichnete. Berlin, 14. März. Nach der „Nationalzeitung" steht die Veröffentlichung des deutsch-französischen Vertrages über das Hinterland von Kamerun in den nächsten Tagen bevor. Berlin, 13. März, lieber die Reisepläne des Kaisers für den Sommer verlautet, daß diesmal mit der Nordlandreise noch ein Besuch von Finnland verbunden sein soll. Berlin, 14. März. Der Vorstand der national« liberalen Fraction des Reichstages wurde heute durch die Wahl der Abgeordneten Dr. Harnmacher und v. Marquardsen zu Stellvertretern des Herrn v. Bennigsen als Vorsitzenden conftituht. Denselben Herren übertrug der Vorstand die Vertretung zum Seniorenconvent des Reichstags. Berlin, 14. März. In einer großen conservativ- antisernitisch en Volksversammlung in der Tonhalle wurde gestern die Reichsregierung scharf angegriffen. Abq. Jakobskötter polemisirte gegen die „antinationale Wirtschaftspolitik des neuen Curses". Abg. Lutz nannte den Handels- * S&? Mu 8 W?; s«. ■i -".Li,7 2 ®gb S?,*k um ^,6®=*,6etr tameä"1* ®ltm" htinn 'l Selene! "H Nr als M Dom red^8 iu biWn lnted>nun9 t^ttrou. lsb°rg-Bahn-C°«i^' '*5 ,blS Greberihaln, A ^reffend, erflärt ^rotzherzoglichen Re- Grdrrn-Lauterbat m einzelnen Tbril. ? schließt fid, bkiu '* demgemäß für Hechler wf tzw- den Tvwmrichplii^ e hervor, in Mfo Ludwigsbahn Abg. ^)aaS km rbeiker hier hm iisung der S-Hr zen 17 Stimmen an zierung: die Hchiche echtigten Mnschen irr ing in höherem Maß. Antrag HaaS aui de« N. te noch die Lorlage otäbte • Ordnung für re Debatte nach den bten. indenr-Bmeav. dorddeutschen Lloyd c! esche bestätigt, daß in blatt" zufolge wurde: im Wahlkreise Boms, (Reichspartei (3200,' tifcmit) 2512 Stimmt- i. Stichwahl zwischen itnüd). huold'. lautet, Kläiiitrtt bct bei Miquel lrdhatt d:e inals anhand von zu ■wfi? L $« ?SS5« nsprache wu * , dlatioualzkit"^ S!-"' * i,*,c st°°d “* ffi id)6ta9Ctntadl(I Uiu Dr. 'SS- oertrag einen erkauften Frieden, der zebn Jahre lang eine Schmach für Deutschland bilden werde, und bedauerte eS lebhaft, baß Preußen jetzt btt ruhmreichen Traditionen der hohenzollern verlasse. Stöcker führte auS, Caprivi hätte den Handelsvertrag nur auS Furcht vor Rußland abgeschloffen. Die Furcht vor Juden und Preffe erkläre in der inneren Pvkitik manche wunderbaren Borgänge. Die gotterbärmllche Judenwirthschaft werde Deutschland verderben. Zum Schluß wurde ein Resolution gegen die Handelspolitik angenommen. Berlin, 14. März. Die Berliner Anarchisten behaupten, die Polizei werde in allernächster Zeit energisch gegen hen Anarchismus vorgehen und wahrscheinlich den „Socialist", ha» anarchistische Parteiorgan, verbieten. Man habe jedoch bereits Vorkehrungen getroffen, um das Blatt in diesem Falle im AuSlande zu drucken. Die Flucht des Buchdruckereibesitzers Wilhelm Werner soll auch mit durch diese beabsichtigten Maßregeln beeinflußt worden sein. Wie», 14. Marz. Unter den städtischen Feuerwehr- leiten greift die Mißstimmung über die ablehnende Haltung b«s Gemeinderaths immer weiter um sich. Falls die Forderungen wegen Berbefferung der materiellen Lage durch len Gemeinderath nicht baldigst bewilligt werden sollten, wollen die Feuerwehrleute in einen Strike eintreten. Wien, 14. März. Die Erklärung der Direction der Neuen Wiener Tramways Gesellschaft, daß sie die Strikenden entlaffen werde, gab heute Bormittag Anlaß zu theilwetse sehr bedenklichen Demonstrationen. Die Fenster der vuf der Strecke Metbling-Mariahilfer-Straße verkehrenden Pferdebahnwagen wurden eingeschlagen, auf anderen Strecken he Waggons, gänzlich zertrümmert und umgestürzt. Die Rutscher wurden aus arge Weise gemißhandelt- die Frauen ter Strikenden spannten die Pferde auS odgf rtffen die Barrister von denselben und jagten sie in die Flucht. Der Ber- lehr stockte infolge der Exzesse vollständig. Wien, 14. März. Die Soeialdemokraten beab- fchtigen, eventuell in einen großen Maffenstrike einzutreten, um das allgemeine Wahlrecht zu erzwingen. Paris, 14. März. Der Anarchist Henry schreibt im Hefängniß ein Buch, betitelt: „Der Anarchismus des 19. und ber kommenden Jahrhunderte." CocaU» ttnb provinzielle-, Hießen, den 15. Marz 1894. •• Das Geburtshaus Friedrich Dietz's (Bäcker Faß'sche (?aufl in den Neuenbäuen) ist heute, zur Feier der vor 100 Jahren erfolgten Geburt des großen Philologen, fest- I ch mit Guirlanben, Fahnen und dem Bildnisse Dietz's gc- shmückt. — Die akademische Feier wird am 5. Mai abgehalten. •• Das Programm des Großh. Gymnasium? zu Gießen isi erschienen. Beigegeben ist demselben eine Abhandlung des LcbramtSaffessorS Herrn Dr. Franz Schmitt: „Der Unterricht in Quinta nach dem Coneentrationsprlneip". — Nach der am 12. März b. I. unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Ober- iiiiulrathS S olban abgehalteneu Prüfung würben 22 Schüler mit bem Reisezeugniß entlaffen. Bon diesen wollen sich rribmen: ber Rechtswissenschaft 11, der Mebiein 4, dem ^•agenieurfad) 1, den Naturwiffenschaften 1, der Diplomatie 1, ber Neu-Philologie 1, dem Militärstand 1, der Theologie 1, brr Geschichte 1. — Der Schülerbestand betrug am Anfang beS Schuljahres 364, während desselben traten zu 15, ausgetreten sind 22, so daß sich am Ende des Schuljahres ein Bestand von 357 Schülern ergab. Von diesen waren der Religion nach 321 evangelisch, 16 katholisch, 42 israelitisch. — Die Prüfungen finden statt am Freitag den 16. und LamStag den 17. März. — Der Unterricht beginnt am 10. April, Morgens 8 Uhr; die Anmeldungen werden oot 9. April, Morgens von 9 bis 11 Uhr, entgegen« genommen. ♦♦ Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege. Die gestern im Saale des alten Rathhauses abgehaltene Jahresversammlung des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege wurde von dem Vorsitzenden, Pfarrer S ch l o s s c r, mit einer Ansprache eröffnet, In ber er darauf hmwies, daß die freiwillige Armenpflege nur dann segensreich wirken könne, wenn ber Geist barmherziger Liebe, aus dem sie erwachsen sei, in dem gelammten Verein und in allen seinen arbeitenden Gliedern, recht stark und lebendig fei, und wenn die Helfer und H'lferinnen ihr Amt darin mit derselben Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit führten, wie sie in der Ausübung ihres sonstigen bürgerlichen BeruseS erfordert werde. Als Beispiel, wie wichtig die Sorgfalt auch in scheinbar kleinen Dingen sei, nannte er die genaue Fortführung und Ergänzung der Abhörbogen, wodurch allein ein genaues Bild der Lage des einzelnen Falles und im Verfolg daran eine wirklich zweckentsprechende Hilfe ermöglicht werde. Er schloß daran die Mittheilung, daß in der hiesigen foeialdemokratischen Zeitung, der „Mitteldeutschen SonntagS- zeitung", em Angriff auf den Verein wegen der Behandlung eines Unterstützungsfalles gemacht worden fei. Die Anfrage bei den anwesenden Bezirksvorstehern und Helfern ergab, daß ein solcher Fall, wie er dort geschildert worden ist, ober auch nur ein irgenbroie ähnlicher, im Bereiche unseres Vereins überhaupt garnicht vorgekommen ist, wie er benn nach ben Grundsätzen des Vereins überhaupt ganz außerhalb unseres Wirkungskreises liegt. Der Vorsitzende trägt sodann ben Rechensch af tSber icht über das Jahr 1893 vor. Er wird in ben nächsten Tagen im Druck erscheinen. Wir verweisen baher barauf unb heben einstweilen kurz nur folgende Daten hervor: Die Beiträge sind nach der kräftigen Erhöhung im Jahre 1892 wieder ein wenig zurückgegangen (von 4742 Mark auf 4590 Mark), während die Ausgaben auf allen Gebieten gewachsen sind. Von ber Stadt und ber Spar- und Leihkaffe wurden, wie alljährlich, beigesteuert je 1000 Mk., (außerdem von letzterer noch 100 Mk. speciell für die Kochschule), von der Mathildenstiftung für Öberhessen 100 Mk. für die Krippe. An Unterstützungen wurden verwilligt an 187 Personen in 987 Fällen inSgesammt 4960 Mark, für Krankenpflege wurden verausgabt 5174 Mark. Der HaushaltungSunt?rricht (Näh-und Kochschule) beanspruchte 1213 Mark. Die S ch w e st e r n pflegten tn 645 Familien und leisteten dabei 603 Nachtwachen, 225 ganze Tagpflegen und 22 710 Pflegebesuche. In der Krippe wurden 28 Kinder mit 2853 Pflegetagen verpflegt. 22 Kinder konnten in das Elisabethhaus in Bad- Nauheim zur Kur geschickt weiden. DaS Miethpatronat erfuhr ke ne Erweiterung. Die Nähabende mußten wieder in den alten Rathhaussaal, die Kochschule in dafür bergcridjtete Keller,äume ber Stabimädchenschule an der Westanlage verlegt werden, da das Vereinsloeal im alten Schulhaus in der Neustadt für militärische Zwecke beansprucht wurde. Die N ä h- abenbe (15 für Schulmäbchen, 15 für Frauen unb ältere Mäbchen) wurden unter treuer Beihilfe von 36 Damen gehalten unb sehr gut besucht. Dagegen will bie Kochschule trotz ihrer guten Resultate, bie burch ben reichlichen Absatz von Essen bocumentirt worben, noch nicht recht gedeihen. Die von Herrn Hauptcassier I. Kreuber geprüfte Rechnung würbe mit 18417,06 Mk. in Einnahme unb 18052,02 Mk. in Ausgabe genehmigt, unb bem Rechner, Herrn A. Wilker, unter herzlichem Dank für seine Mühewaltung Entlastung enheilt. ** Der Anbrang zur gestrigen Vorstellung bes Eircus Lorch war roieber ein coloffaler. Das Publikum würbe in jeder Beziehung befriedigt, sowohl durch die Einzelleistungen der Künstler, wie auch durch die vollkommen gelungene Wasser- Pantomime. Dieselbe wird heute Abend zum letzten Male gegeben. ** Ernennung. KreiSbauausseher-Aspirant Karl Spieß aus Leusel wurde zum Bahnmeister bei den Oberhelsischen Eisenbahnen ernannt. ** Ernannt wurden: am 14. März der Amtsrichter beim Amtsgericht Vilbel Eduard Weidig zum Oberamtsrichter beim Amtsgericht Gernsheim, der Amtsrichter beim Amtsgericht Lorsch Johannes Wagner zum Amtsrichter beim Amtsgericht Darmstadt I, der Gerichtsasseffor Franz Karl Walter aus Darmstadt zum Amtsrichter beim Amtsgericht Lorsch, der Gerichtsasseffor Hermann Weicker aus Darmstadt zum Amtsrichter beim Amtsgericht Seligenstadt, ber Gerichts- assessor Dr. Gustav Kayser zum Amtsrichter beim Amts gericht Vilbel. ♦♦ Ans bem Jnstizbienst. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern unb ber Justiz vom 9. März l. I. ist ber LanbgerichtSrath bei bem Lanb- geridjt ber Provinz Starkenburg Dr. Karl Zimmer- wann zum Tätgliebe ber Commission zur Prüfung ber Gerichtsschreiber- unb Gerichtsvollzieher - Aspiranten bestellt worben. ♦0 Grünberg, 14. März. DaS Steigen der Preise für daS Rindvieh bat rasch ein Hinaufgehen der Preise für daS Fleisch im Gefolge gehabt. DaS Psunb Rinbfikisch kostet bereits 60 P ennige. Dorheim (Kreis Friedberg), 12. März. Unter überaus zahlreicher ycibetligung ber hiesigen Einwohner foroie vieler Freunde au8 Nah unb Fern fand heute baS 50jährige Dienfijubiläum beS hochverbienten hiesigen Lehrers Walther statt. DaS ganze Dorf prangte au6 Anlaß deS Tages tn reichem Schmuck unb war daS Jubiläum ein Fest für bie ganze Gemeinde. An dem Festzug nahmen die KieiS- ' fchulcommüsion, die hiesigen Vereine, Gemeinde- unb Kirchen- Vorstand, sowie eine große Menge von Freunden unb Verehrern Theil. Nach ber durch ben OrtSgeistttchen gehaltenen gediegenen Festpredigt erfolgte die Beglückwünschung. Herr Geh. RegierungSrath Dr. Braden überreichte dem Jubilar den ihm vom Grvßherzog verliehenen Orden, sodann verlas Herr Kirchenrath Meier von Friedberg ein Anerkennungsschreiben der oberen Kirchenbehörde. Im Schulhause wurden sodann zahlreiche Geschenke überreicht. vermischte». * Kreuznach, 12. März. In einer Scheune des benachbarten Hargesheim übte sich gestern ein junger Bursche im Flobertschießen. Ein Schuß ging dabei durch die Scheunen- ihür und traf ben geräbe vorübergehenben Sohn der Wtttwe Müller über dem rechten Auge und drang in die Stirne. Der Getroffene fiel in die Arme seines ihn begleitenden Bruders und war eine Leiche. Der Schmerz ber Angehörigen ist unbeschreiblich. * Würzburg, 14. März. Beim Abbruch des alten Justiz- gebäudeS sinb burch Absturz zwei Arbeiter getübtet und einer schwer verletzt worden. * Thorn, 14. März Heule Morgen wurde der Kossäth Jacob Malinowski, der Mörder des Frhrn. v. b. Goltz, burch ben Scharfrichter Reinbek auS Magdeburg hinge r i ch t e t. Schiff-Nachrichten. Hamburg, 14. März. Neueste Nachrichten über bie Bewegungen der Dampfer der Hamburg - Amerikanischen Packeisahrt- Aciien-Gesellschaft. Postbampfer „Balefia" ist am 12. März von Hamburg via Havre in Havanna angekommen. Postdampfer „Tutonta" unb „Francia", von Mexiko und Westindten nach Hamburg zurückkebrenb, sind am 13. Mär» um 2, resp. 3 Uhr Nachmittags in Havre angekommen. Postbampfer „Gelleri", von Hamburg nach Newyork bestimmt, ist am 13. März, 5 Uhr Morgens, tn Havre angekommen. Postdampfer „Grasbrook" ist am 13. März von Si. Thomas nach Havre und Hamburg abgegangen. Postbampfer „Moravia", von Newyork nach Hamburg zuruckkehrend, ist am 14. März, 4 Uhr Morgens Mzard pafsirt. Land- tmfc volk-wirthschast. Limburg, 11. März. Fruchtmarkt. Rother Weiten X 12.20, weißer Wetzen X 12.00, Korn X 9.65, Gerste X 8.00, Hafer X 7 65. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast. Freitag Abend 6°° Uhr, Samtztag Vormittag 8" Uhr, SamStag Nachmittag 30ti Uhr, Samstag Abend 710 Uhr. Witterungsaussichten Wetterhäuschen, Südanlage. _______ |~14 Mär», Mttl. 12 Um | 15. Mmz, Moru7 b ttbr Barometer: Imin. 749 mm,max.749 mm min. 748 mm, max. 749mm Thermometer: „ + 4°R. „ + 6’R , + 2°k. „ 4- 1°R. Hygrometerstand:f Wind unb Regen. Regen. Mittlerer Baromelerftanb bei 0° R. = 744,7 mm. f K «1 WW direkt au» der Aabrek allo au» erster Hand v v<>n Elten & Keussen, Crefeld, VJV IIP Hül l i° -edem Maah ui bezirken Man verlange WVIV «otufter mit Anaadc te» Gewünschten Bekanntmachung. Betreffend: Beschaffung von Heu und Stroh Das nachstehende von der Nothstandscommission in Darmstadt in nibr. Betreff an die OrtSvermittelungSstellen gerichtete Ausschreiben bringen nir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß. Deßfallsige Anmeldungen find an )« Mitglieder deö hiesigen OrtSausschuffeS zu richten. Gießen, 13. März 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gn auth. Darmstadt, den 19. Februar 1894. Infolge mehrfach geäußerter Wünsche haben wir beschloffen, unsere rhäligkeit auf die Beschaffung von Futterstroh und Heu auszudehnen, als ein Bedürfniß hierfür in entsprechendem Umfange vorliegt. Die Heu- und Strohbezüge könnten selbstverständlich nur in ganzen Äagenladungen zu 200 Gentner erfolgen. Nach der gegenwärtigen Lage >e# Markts dürfte der Gentner Heu zu 5,50 bis 6 Mk. und Stroh zu 3,75 bis 4 Mk. (freibleibend) zu beschaffen sein. Wir fragen hiermit an, ob und welche Quantitäten von Heu und siutterftrob die Landwirthe dortiger Gemeinde für die Zeit bis zur neuen Cmtc benölhigen und durch uns beschafft zu haben wünschen. Da es nahe liegt, den Bedarf soweit als möglich durch Ankäufe im Lande selbst zu decken, fragen wir gleichzeitig an, ob und ev. welche Quantitäten und zu welchen Preisen Heu und Futterstroh von Einwohnern ter dortigen Gemeinde abgegeben werden können unter Angabe des Lieferungstermins. ^3*09 I. 23.: Müller. Bekanntmachung. Dienstag den 20. März 1894, Nachmittags S Uhr, werden im hiesigen Bürgerhospital, SelterSweg Nr. 11, Mobiliargegenstände, aus verschiedenen Nachlässen herrührend, bestehend in SophaS, Kommoden, Tischen, Stühlen, Weiß- zeug, Kleidern ic. meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. Gießen, den 15: März 1894. Die Armendeputation der Stadt Gießen ______Gnauth.________ Bekanntmachung. Die Lieferung der Schuhe^ und Reparatur derselben für bie Stadtarmen und Hospitaliten soll ander- weitvergeben werden. Offerten mit Preisangabe find bis zum 22. d. Mts. bei unserem Armenamte einzureichen, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können. Gießen, den 15. März 1894. Die Armendeputatton derStadtGießen Gnauth. Holzversteigerung. In den Mitgebrauchswaldungen der Gemeinde Treis a. d. Lumda werden versteigert: 1. Dienstag den 20. März 1894, Vormittags 9 Uhr, aus ben Districten Neue-Wald, Aspenstrauch, Hainstrauch und Hainwald: A. Bau- und Werkholz: 4 Buchen-Stämme mit 9,49 cbm Inhalt, 3 Eichen-Stämme mit 1,04 cbm Inhalt, B. Brennholz: 242,4 rm Buchen-, 3 rm Aspen-Scheiter, 156 „ 2 „ „ Knüppel, 525 „ „ 50 „ Weiden- und Aspen-, 80 rm Nadel-Zopfreis. II. Mittwoch den 21. März 1894, Vormittags 10 Uhr, aus den Districten Fortbachseck, Alteunner und Himberg: A. Bau- und Werkholz: 3 Eichen-Stämme mit 1,15 cbm Inhalt, 14 Nadel-Stämme mit 4,30 cbm Inhalt. B. Brennholz: 1 rm Buchen-, 54 rm Eichen-, 8 rm Nadel-, 1 rm Aspen-Scheiter, 24 rm Eichen-, 109 rm Nadel-Knüppel, 60 rm Buchen-Stamm-, 10 rm Buchen-, 100 rm Eichen-Zopfreis, ' 370 rm Nadel-Stamm-, 380 rm Nadel-Zopfreis. Zusammenkunft ist am ersten Tage im District Neue-Wald bei Nr. 1, am zweiten Tage im District Buchwald, unmittelbar an der Straße von ! Treis nach Mainzlar. Treis a. d. Lda., den 14. März 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. , 2291 Benner. »M- Dlk größte Auswahl! w in den neuesten Damenkleiderstoffen sowie in Damen- und Kinderconfectiorr, als Jaquets, Capes, Kragen und Regenmänteln empfiehlt Hermann Katz, 5 Mäusburg 5 Manufactur-, Seide- und Mode-Waaren. Außerdem mache ganz besonders auf einen großen Posten schwarzer Fantafiestoffe ausmerksam, welche bedeutend unter Preis abgebe♦ 1956 r-r Luinahme IRontaS8' Di- ,nbm >-» w ki Ä < 2280 von 2 an, // H [2284 gäbe erloschen. Kleiderstoffe, sowie gute, schwarze und farbige, halb- und reinwollene Buckskinftoffe und sonstige Waaren zu sehr billigen Preisen. Marburgerstrasse 22 2300 I 6UUV------ --- ------------ — — — _ ** .»'S'«*- CircüsLW fri*s flliillitiimdil, v uvu’ H -'" Nächsten Dienstag d.20. März । Donnerstag Abend S Uhr [2267 und von bester Backart. Grünbergerstraße 42. zu haben. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr [2283 am Jgelsteich. Keikgeöotenes. [20M71 Oster 2302 Bettzeuge Halbleinen // // 16 11 3 9 15 15 1! // 112 243 99 64 24 427 150 ii // Winnerod, 14. März 1894. G. E. Zimmer'sche Gutsverwaltung. rm // u // // // // Eichenstämme mit 3,54 fm und Fichtenstämme und -Stangen mit 3,56 fm Inhalt. Buchen-Scheitholz, Buchen-Prügelholz, Eichen rc.-Prügelholz, Buchen-Stockholz, Eichen-Stockholz, Buchen-Reisholz und Eichen- u. Kiefern-Reisholz; ferner sollen in den Districten Eichwald, Neuhof und Langebuchen versteigert werden: Eier - Farben empfiehlt Adler-Drogerie v. Otto Schaaf. Bekanntmachung. Die Firma „Hellmuth & Schäfer" zu Lich ist in Folge Geschäftsauf- 2285] Ein junges Mädchen zu einem Kinde und leichter Hausarbeit gesucht. Näheres in der Exp.d d Bl. Tricot-Knabenanzüge..... Buckskinanzüge für Kinder . . ♦. Frühjahrsüberzieher...... Herrenanzüge........ 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Da wir wieder nicht wenige Mitglieder, zum Theil mit größeren Beiträgen, durch Todesfall und Wegzug verloren haben, so richten wir an alle Diejenigen, die unserem Verein noch nicht beigetreten sind, unter Hinweis auf die in unferm Jahresbericht geschilderten großen und so verschiedenen Zweige der Wohlthätigkeit umfassenden Aufgaben unseres Vereins, die dringende Bitte, uns einen diesen mannigfaltigen Aufgaben und den eigenen Verhältnissen entspechenden Beitrag zuwenden zu wollen. Gießen, den 15. März 1894. Der Vorstand: Justizrath Baist, Dr. Baur, Pfarrer Dingeldey, A. Heß, E. Kaufmann, I. Klein, Dr. Landmann, Pfarrer Schlosser, K. Schwan sen., Hch. Vogt, A. Wilker. Fr. Dr. Brüel, Fr. Baron v. Gagern, Fr. Hanstein, Fr. L. Hornberger. Fr. O. Kempff, Fr. Director Stammler, Frl. P. Stammler, Schwester A. Bieter, Fr. A. Weidig, Frl. A. Windecker. empfiehlt Kupferstiche, gerahmt und ungerahmt, tag * Gute Schülerpension mit wirkliche'- Aussicht (2278 Gymnasial!. 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Nachdem vor drei Jahren hohe I. und II. Kammer der Landstände unseren auf Gerechtigkeit und Gleichheit vor den Gesetzen fußende« Be trebungen behufs Abschaffung der Weinsteuer Gehör geschenkt und eine Richt- einstelluug in das Budget derselben auf die gleiche Zeitdauer beschloffen hatten, beabsichtigt die Hessische Regierung nunmehr die Wiedererhebung dieser Steuer vom 1. April dieses Jahres ab. — Die damalige dreijährige Streichung der Weinsteuer aus dem Budget hat zur Genüge bewiesen, daß man auch -öfteren Ortes diese Steuer für eine ungerechte hält und zwar für eine Doppelbelastung des Wirthes den anderen Gewerbetreibenden gegenüber, welche ja auch nur zur Gewerbe- und Einkommensteuer herangezogen werden. Sind Mittel nothwendig, so muß dieselben die Allgemeinheit nach Maßgabe der Steuerkraft aufbringen und nicht ein einzelner Stand, der so wie so seinen Unterhalt mit Aufopferung der Nachtruhe und Gesundheit verdienen muß. — Deßhalb, Ihr Collegen! betheiligt Euch auch dieses Mal. wie vor drei Jahren recht vollzählig an den Petitionen gegen die Weinsteuer, welche in den ersten Tagen bei Euch und allen Wein-Jntereffenten circu- liren werden. y Empfehle Tbill. in nur guten Qualitäten: 1 Weiss- und Rothweine Südweine, Beerweine Cognacs, Cigarren. k Louis Sony Ä Bahnhofstraße Freitag den 17. März, AbendS 8 Uhr: w Unwiderruflich letzte Vorstellung. "•» Alle für mich noch etwa ausstehenden Rechnungen bitte mir bis Freitag Vormittag 10 Uhr zu prasentiren.___________________[^289 Herzlichen Dank! Die bnrstigen Brüder. Leere Gläser! a< LSwengafse. W 2288 Buch-, Schreibwaaren- händler etc.! gesucht zur Uebernahme einer Filial- Expedition unseres Blattes. Der deutsche Arbeitsmarkt Einz. 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Niederländischen Circus Carre. aur Erfles Debüt des beliebte» Ctmn stumm. ülalvorlagen für Aquarell- und Oelmalerei. Infolge billigen Einkaufs aus einer Concursmasae werden folgende Waaren zu sehr niedrigen Preisen abgegeben: 2297] Ein Dienstmädchen mit guten Zeugnissen gegen hohen Lohn gesucht. Molikestraße 7. EFpZ^^i^üchttge^Mädchen mü guten Zeugnissen für Küche und Hausarbeit per sofort oder 1. April gesucht. Näheres Neuenweg 39. Lich, den 13. März 1894. Großherzogliches Amtsgericht. Holzversteigerung im Winueröder Walde 2236] Eine einz Pers, sncht e. Ztm i in der Nähe der Neust. Sandgasse 32. T^-ei auf dauernde Arbeit sucht Georg (Snler, | Küfermetster._____________________[2229 Lehrling mit guten Schulkenntnlssen für eine Tuchhandlung gesucht. [1959 Off- unt. X. /. 5 an die Exped. d. Bl. 2216] Ein «eünerlehrling gesucht. ________________Stadt Mainz. 2203] Jnnger Mann mit guten Schulkenntnissen kann Anfangs April in einer hiesigen Universitäts-Buchhandlung als Lehrling eintreten. Gefl. Offerten sub II. B. an die Exped. d. Bl. erbeten. 2273] Ein alt. Mädchen sucht ein un- möbl. Zimmer. Näh. Löberstraße 12, l. 2277] Zwei tüchtige Pferdeknechte werden sofort gesucht. Emil Hetz. Lahnstraße 5. Ein junges sehr gediegenes Mädchen, welches in einem Woll- und Kurzwaaren- geschäft thätig, wünscht sich zu verändern. Näheres in der Exped. d. Bl. [2268 2190] Ein braves Dienstmädchen mit guten Zeugnissen zum 28. März gesucht. 9 «chnlstratze 9. Wermietßungen. 2295] Kleines Familienlogis und zwei Keller, ä 11 m lang und 5 m breit, zu vermiethen- , Rodheimerstraße 6 bei Burks Mühle. 2306] Bahnhofstraße 81 r 3 Zimmer mit Zubehör im oberen Stock zu verm- __«ngnst Noll. 2294] Kleines Logis zu vermiethen. __Riegelpfad 3- 2304] Bier Zimmer u. Küche im Neben- haus, sofort beziehbar, zu vermiethen. __Marburgerstraße 22. 2274] Wohnung von 3 ger. Zimmern mit Zubehör zu vermiethen. 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