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August 1894 Der Kießener «Änjdger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag». Die Gießener A««ttiendküller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenerak-Mnzeiger. Vierteljähriger Avonnemcntspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. , Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstraße Kr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Airzeigeblatt für den Ureis Gie^eir. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Aamikienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Der landwirthichaftliche Bezirksverein des Kreises Gießen wird Montag, den 17. September 1894 auf dem Viehmarktplatze (Grassee) zu Hungen eine Ausstellung von Zuchtvieh, verbunden mit einer ViehpreiSver- theilung, veranstalten, für welche die nachstehenden Bestimmungen getroffen sind: I. Bezüglich der von dem landwirthschaftlichen Bezirksverein zur Ausführung der Viehpreisvertheilung zur Verfügung gestellten 550 Mk.: 1. An der Ausstellung können sich alle im Kreise Gießen wohnenden Viehzüchter, Viehhändler ausgenommen, be- theiligen. 2. Sämmtliche aufzustellende Thiere sind bis Morgens 9 Uhr auf dem Viehmarktplatze (Grassee) zu Hungen aufzutreiben und von den Besitzern auf den ihnen von der Commission angewiesenen Ständen aufzustellen. Nur preiswürdige Thiere werden prämiirt und zwar: a. Ballen im Alter von 1 — 2’/2 Jahren, b. Rinder, welche sichtbar trächtig und c. Kühe, die sichtbar trächtig jjnb oder frisch gekalbt haben. 3. Diese Thiere müssen selbstgezüchtet oder zum Zweck der Zucht mindestens 2 Monate vor der Preisoertheilung erworben sein und 4. folgenden Raffen angehören: a. der reinen Vogelsberger Raffe; Mutterthiere, welche eine weiße Färbung am Euter zeigen, werden erst in zweiter Linie prämiirt, b. der Simmenthaler Raffe und zwar dürfen aa. Bullen nur der reinen Simmenthaler Raffe angehören, bb. dagegen können Mutterthiere auch dann prämiirt werden, wenn solche wenigstens ausgesprochen des Simmenthaler Typus sind. 5. Unter solchen gleichen Derhältniffen erhalten selbstgezüchtigte Thiere bei der Prämiirung den Vorzug. 6. Hinsichtlich der Bullen Simmenthaler Raffe ist urkund- | lich nachzuweisen, daß solche entweder direct aus dem Simmenthal eingeführt worden sind oder daß dieselben aus einer Reinzucht stammen. 7. An Preisen werden aus Vereinsmitteln gewährt: 1. für den schönsten Bullen, Simmenth. Raffe 45 «X 2. „ „ ii Vogelsberger „ 45 ,, 3. ein Preis ä, 40 4. „ „ Ü 30 „ 5. zwei Preise ä 25 JC. 50 „ 6. „ „ ä 20 „ 40 „ zusammen 8 Preise — 250 JL 8. Für Rinder und Kühe: 1. zwei Preise ä 35 JL 70 JL 2. n ii ä 30 H 60 „ 3. ii // L 25 H 50 „ 4. n ft a 20 // 40 „ 5. // n a 15 n 30 ,, 6. fünf n a 10 n 50 „ Zusammen 15 Preise — 300 JL II. Bezüglich der von der Stadt Hungen zur Ausführung der Viehpreisvertheilung zur Disposition gestellten 200 M. 1 gelten ebenfalls vorstehende Bedingungen, jedoch sollen aus diesen Mitteln auch nicht im Kreise Gießen woh- . nende Züchter bei Vorführung von preiswürdigem Vieh । mit Prämie bedacht werden. III. Es bleibt dem Ermessen der Prämiirungs-Commission überlassen, die bestimmten Preise innerhalb des Gesammt- betrages je nach der Güte der ausgestellten Thiere jeder Gattung auch zu übertragen. Gießen, den 9. August 1894. Der Vorstand des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Carl Jost, Rechtsanwalt. Bekanntmachung. Betr.: Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Anläßlich des am 19. August 1894 in Gießen statt- $ findenden 16. Verbandsfestes Hessischer Freiwilliger Feuer- - wehren wird die Erlaubniß zur Beschäftigung im Handelsgewerbe auf Grund des § 105 b. Absatz 2 der Gewerbe- : ordnung und § 2 der Bekanntmachung zur Ausführung des t Reichsgesetzes vom 1. Juni 1891, die Abänderung der Gewerbeordnung betreffend vom 24. März 1892 für diesen Tag auf zehn Stunden, also für die Zeit von Nachmittags 3 Uhr bis Abends 9 Uhr, für die Stadt Gießen ausgedehnt. Gießen, den 13. August 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. 93.: Roth. Deutsche- Reich. — Arthur Hobrecht, Staatsminister a. D., bekanntlich eines der hervorragendsten Mitglieder der nationalliberalen Partei, beging am Montag seinen 70. Geburtstag unter zahlreichen Bekundungen sympathischer Theilnahme Seitens seiner persönlichen wie politischen Freunde. Doch auch außerhalb der Kreise der nationalliberalen Partei brachte man dem Jubilar anläßlich seines Ehrentages warm empfundene Theilnahme entgegen, denn weit über den Rahmen seiner Partei hinaus hat Arthur Hobrecht allzeit das tiefgehendste Interesse an allen patriotischen, gemeinnützigen, volkSfreund- ltchen und culturfördernden Bestrebungen genommen. Möge es dem verdienten Manne vergönnt sein, noch lange in seiner Sphäre zu wirken! — Der Reichskanzler Graf Caprivi trifft am 26. August in Karlsbad zu mehrwöchigem Curgebrauche ein. Graf Caprivi nimmt im Hause „Weißer Löwe" am Markte Wohnung. — Die seit einiger Zeit hervorgetretenen Bestrebungen zum möglichst engen Zusammenschluß der durch das ganze Reich zerstreuten polnischen Bevölkerungselemente, in erster Linie der Arbeiter polnischer Nationalität, können einen abermaligen Fortschritt verzeichnen. In B o ch u m ist am Sonntag cm Verband katholischer Polen für Westfalen, Rheinland und die angrenzenden Provinzen mit dem Sitze in Bochum gegründet worden. Der Verein bezweckt angeblich die Förderung der moralischen und materiellen Interessen in den genannten Landestheilen. Vielleicht ist der Verband auch berufen, bet Landtags- und Reichstagswahlen eine Rolle zu spielen. Ausland. Paris, 13.August. Der große Pariser Anarchisten- Prozeß ist am Sonntag Nachmittag nach siebentägiger Dauer beendigt worden. Der Wahrspruch der Geschworenen besagt, daß die Angeklagten der Bildung einer Vereinigung zur Ausführung von Verbrechen nicht schuldig seien, dagegen Feuilleton. Die Erdbeben in dem griechischen Meer. Von Heinrich Becker, Frankfurt a. M. (Fortsetzung.) An der Süd-Weft'Ecke von Klein Asia steht die Insel Rhodos. Früher „Ophiusa", die „Schlangen-Jnsel", genannt, weil in den vielen Kalkhöhlen die Schlangen hausten.*) An dem Eingang zum Hafen der Stadt Rhodus stand auf zwei FelS-Vorgebirgen das Riesen-Bild, der Koloffos, ein 70 Ellen hohes Standbild von-dem phänischen Sonnengott. Er stand nur 56 Jahre, da stürzte ihn ein Erdbeben. DaS siebente Wunder der Welt ward nicht zum zweiten Male erbaut. Weiter nordwärts an dem HermoS lag die Stadt Magnesia Sipylt. Schon TacituS berichtet von ihrem Untergang durch Erdbeben. Heute nur ein kleiner Ort Manisa. Nahe dabei, an der Mündung deS HermoS, die große Stadt Smyrna. Sie ist, wegen ihres großen, von Kalkfelsen umschlossenen Hafens, in dem mehrere hundert Schiffe zu gleicher Zeit sich rummeln, durch die alte und neue Geschichte bedeutend geblieben. Sie wurde nach jeder Zerstörung durch Menschenhände wieder aufgebaut. Ein Erdbeben im Juli 1688 hatte ihr aber größeren Schaden gebracht, als früher die Lydier und Perser ihr anthun konnten. Von Erdbeben in Griechenland wollen wir nur den sagenhaften Bericht über den Tod des AmphtaraoS erwähnen, der wahrend der Belagerung von Theben (durch ein Erdbeben) bei Harma von der Erde verschlungen wurde. Die Sage läßt ihn von Z-us entführt werden. DaS gleiche wird auch vom König OedipuS erzählt, der bei KolonoS (Athen) mit Gedonner zur Unterwelt hinabfuhr. Die vielen Höhlen *) Die Syrer nannten sie „Jarod“, die Phönikter kurzweg „Rod*, d. i. „Drache". und Grotten, welche das Griechenvolk bald mit Drachen (wie der Python zu Delphi) bald mit Faunen und Nymphen bevölkerte (an dem Helikon, PornaffoS, HymettoS) haben alle in der Kalkbildung ihren Grund. Sie gaben zu den vielen wunderbaren Erscheinungen, der Dunst-Ausströmung bei dem delphischen Orakel u. a. O. den Anlaß. Wenige von diesen Bedungen können aber durch Einsturz von Höhlen entstanden sein. Die Erscheinungen zu Jerusalem, zu Theben und Athen rührten möglicher Weise von Höhlen- ftürzen her. Die Stadt Antiocha, Smyrna und Magnesia sind aber schwerlich ohne weiteren Anlaß in Höhlen versunken. Hier mag wohl ein vulcanischer Ausbruch mitgewirkr haben, der häufig mit Erdbeben verbunden ist. Die Geschichte der neuen Zeit möge dies deutlicher zeigen. II. In neuer Zeit. An der Westküste vom Peloponnesos ist der Golf von Arkadia, ein weiter flacher Halbkreis, den das Meer auS- höhlte. Hier hat am 27. August 1886 ein Erdbeben die ganze Küste erschüttert- ein Dutzend Städte und Dörfer fielen zusammen, viele Menschen wurden ein Opfer. In Meffene fielen die Städte Philiatra, Gargaliano und MaruthopoliS, in Arkadia die Hauptstadt des Golfes, in Elis die Stadt Phrgos. Die Städte lagen fast ganz in Trümmern- zu Pyrgos die alte Kathedrale- 120 Menschen kamen dabei um. Im Nord Westen werden die Inseln Zakynthos (Zante), Kephalonia und Korkyra (Corfu) verwüstet. Auf dem Festlande im Norden und Osten die Städte PatraS und Athen erschüttert. Dann ging die Bebung im Nord Westen der Adria entlang bis Liffa, Pola, Abazzia und Triest, nach BoSna Sarai und Agram- im Osten wird die Stadt Smyrna, im Süd-Osten Alexandria berührt. Im Westen werden Malta, Sicilien und Neapel in Bebung gebracht. Acht Tage vor dem Erdbeben hatte der Capitän eines englischen Schiffes 100 Sm. östlich von Malta eine Feuergarbe aus dem Meere steigen sehen, anscheinend 30 Fuß breit und 100 Fuß hoch. Sie erlosch alsbald im Dunkel der Nacht. Es war nur 40 Meilen von Sant-Orini entfernt, wo im Jahre 1867 mit einer Feuersäule die Insel GeorgioS aus dem Meere trat. Dann sah ein anderer Capitän am 30. August 1886 im Norden von Goletta (Tunis) einen Feuerstrom aus dem Meere sich erheben. Es war in der Nähe der Stelle, an der im Jahre 1831 die Insel Ferdinanden aus dem Meere stieg und wieder versank. Beide Erscheinungen weisen auf einen vulcauischen Ausbruch, der auch durch den Riß des Telegraphen-CabelS tm Golf von Arkadia bezeugt wurde. Ein Jahr nachher, am 17. Juli 1887, ward in derselben Gegend ein Erdbeben beobachtet. Im Westen war die Grenze zu Catania, im Nord.Westen Livorno und Parma, im Osten Smyrna, tm Süd-Osten Alexandria. Der Kreis weist auf denselben Mittelpunkt, den Golf von Arkadia. Bei jedem von diesen Erdbeben wurden die jonischen Inseln, insbesondere Zante und Kephalonia mit erschüttert. „Kephalonia", die „Kopftnsel", führt noch den Namen von den vulcanischen Kegeln, aus denen sie zusammengesetzt ist. Der Berg „Elatoö", der „getriebene", zeigt tm Namen seinen Ursprung. Seine hohe Spitze ließ von weitem wie eine Warte ihn erscheinen. Deßhalb nannten die älteren Griechen die ganze Insel noch „Same", die „Warte". Sie wurde oft von (vulcanischen) Erdbeben heimgesucht. Am 4. Februar 1867 werden die Städte Argostoli und an der Südküste von Kephalonia Listuri sammt 40 Dörfern zerstört. Am 1.—8. Februar 1893 wurden die beiden Inseln, Zante und Kephalonia, ebenfalls schwerheimgesucht. In Zante stürzten über 2000 Häuser ein- viele tausend Menichen wurden obdachlos. Die Erde zeigte allerorten viele Spaltungen und Riffe, wie sie bei vulcanischen Erdbeben, durch innere Hebung, entstehen. Die Bebung erstreckt sich ostwärts bis Patras. (Schluß folgt.) seien Ortiz und Chericotti des Diebstahles schuldig und könnten denselben keine mildernde Umstände zugebilligt werden. Infolgedessen verurtheilte der Gerichtshof Ortiz zu 15 Jahren und Chericotti zu 8 Jahren Zwangsarbeit, während gegen Bertani wegen Tragens verbotener Waffen auf 6 Monate Gefängniß und 1600 Francs Geldstrafe erkannt wurde- die sämmtlichen übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Dieser Ausgang des gesammten Processes entspricht völlig den bei den gerichtlichen Proceßverhandlungen zu Tage getretenen Ergebnissen. Denn weder kann von einer geheimen Verbindung behufs Verübung von allerhand Verbrechen, zu welcher sich die angeklagt gewesenen Anarchisten zusammen- gefunden haben sollten, die Rede sein, noch hat sich die Be- hauptung des Staatsanwaltes, die Angeklagten in dem nun wieder beendigten Proceß müßten als die eigentlichen Urheber aller größeren im Laufe der letzten Jahre verübten anarchistischen Verbrechen betrachtet werden, beweisen lassen, die sogar sehr unwahrscheinlich ist. Für das Ansehen der französischen Justizverwaltung wäre es unter solchen Umständen vielleicht besser gewesen, wenn die öffentliche Anklagebehörde den Rahmen des jüngsten Pariser Anarchistenproceffes viel enger gezogen hätte. — Die Japaner haben sich mit ihrem Flotten angriffe auf die den Eingang der Meeresbucht von Petschili beherrschenden starken chinesischen Seefestungen Wei-Hai-Wei und Port Arthur zweifellos eine Schlappe geholt. Weder gegen die eine noch gegen die andere Festung vermochten die japanischen Schiffe etwas auszurichten, sie mußten sich vielmehr schließlich wieder zurückziehen. Darüber, welche Verluste Angreifer wie Vertheidiger bei diesen Affairen an Menschen und an Material erlitten haben, besagt die hierüber vorliegende „Reuter-Meldung" aus Shanghai so gut wie gar nichts, man erfährt aus ihr in dieser Beziehung nur, daß weder Port Arthur noch Wei-Hai-Wei beschädigt worden seien. Eine Meldung aus japanischer Quelle über diese jüngsten Actionen auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz lag am Montag noch nicht vor. Der Versuch der Japaner, die beiden chinesischen Stellungen am Petschili „Golf" mit ihrer Flotte zu nehmen, resp. zu zerstören, um dann ungehindert nach Taku vorzudringen und von dieser Hafenstadt Pekings aus die Hauptstadt des feindlichen Reiches direct zu bedrohen, ist offenbar gescheitert, darüber kann kein Zweifel herrschen. Immerhin legt er von der Kühnheit und Entschlossenheit der KriegSsühr ung der Japaner bemerkenswerthes' Zeugniß ab und dürfte das Unternehmen, obwohl es mißlungen ist, mindestens die Folge haben, daß sich die Chinesen zur See auch fernerhin nicht an den thatkräftigen Gegner heranwagen werden. . Nerreste Nachrichten. WolffS telegraphische» Correspondenz-Buceav. Budapest, 13. August. Der Tischlerstrike hat begonnen, nimmt jedoch nicht die befürchtete Ausdehnung an, da nur ungefähr 1500 Bau- und Fabriktischler striken. Rom, 13. August. Wie die „Agenzia Stefani" meldet, hebt ein Decret vom heutigen Tage den Belagerungszustand in Sicilien auf. Sofia, 13. August. Zu der morgigen Jahrestagsfeier der Thronbesteigung des Fürsten Ferdinand find umfassende Vorbereitungen getroffen. Dem Vernehmen nach sollen anläßlich der Feier Begnadigungen erfolgen, besonders solcher Personen, die wegen politischer Vergehen inhaftirt sind. Sofia, 13. August. Das Organ der Regierungspartei, der „Volksfreund", bespricht die Frage einer Aussöhnung mit Rußland. Aus den jüngsten russischen Preßstimmen erhelle, daß Rußland die Verfügung über die bulgarische Armee und die Besetzung von Varna und Burgas anstrebe. Das Blatt fragt die Anhänger der Versöhnung, ob die Bulgaren Afrikaner seien, die sich Rußland verkaufen, um als Schlachtthiere vor Konstantinopel geschleppt zu werden, damit der Czar über die Gebeine der Bulgaren dort einrücken könne. Das Blatt fährt fort, Rußland habe kein Interesse an der Aussöhnung und die Bulgaren bedürfen derselben nicht. Die Bulgaren seien dem Sultan unterworfen und ein Theil des Ottomanischen Reiches, sie hätten völkerrechtlich nicht das Recht, einen GebietStheil irgendwem abzutreten, noch Jemanden zu versöhnen. Londou, 13. August. Die „Times" meldet aus Lima vom 12. August: Kleine, über daS ganze Land vertheilte Gruppen von Aufständischen erregen überall Beunruhigung. Handel und Ackerbau find gestört. Die Insurgenten sind am stärksten in den nördlichen Provinzen. Pierola befindet sich in Valparaiso, Solar in Baleard; andere Hauptanführer verbleiben in Tacha. Alderhsot, 13. August. Seit den frühesten Morgenstunden bewegt sich eine große Menschenmenge auf dem Paradefelde, um der Trupp enschau beizuwohnen. Um 10*li Uhr traf Kaiser Wilhelm auf dem Paradefeld ein und ritt die Front der Truppen ab. Darauf erfolgte ein dreimaliger Vorbeimarsch der Colonnen in verschiedenen Formationen. Die Parade war vom schönsten Wetter begünstigt. WB. Aldershot, 14. August. Kaiser Wilhelm besuchte gestern Nachmittag die Kaiserin Eugente in Farnborough. Depeschen bei Bureau .Herold*. Berlin, 13. August. Das „Berl. Tagebl." erhält aus Württemberg die Mittheiluug, der commandirende General des 13. Armeecorps, General v. Wölckern, werde nach den Manövern seinen Abschied nehmen- als sein Nachfolger soll der preußische General v. Lindequtst bestimmt sein. Berlin, 13. August. Nach der „Kreuzztg." ist die Absicht, das neue Reichstagsgebäude unter Einberufung des Reichstags am 18. October einzuweihen, aufgegeben worden, weil bis dahin das nöthige Arbeitsmaterial für den Reichstag noch nicht sertiggeftellt sei. Die Eröffnungsfeier erfolge daher wahrscheinlich erst in der zweiten Hälfte des November. Berlin, 13. August. Der „Voss. Ztg." wird aus Johannisburg in Ostpreußen gemeldet, daß von den in Niedzwedzen au verdorbenen Heringen erkrankten Personen bis jetzt 18 gestorben sind- das ganze Dorf sei abgesperrt. Berlin, 13. August. Anläßlich der Blättermeldung, daß die Disciplinar-Untersuchung gegen den Kanzler Leist zum Abschlüsse gebracht sei, bemerkt die „Nationalzeitung", es handle sich lediglich um die Voruntersuchung, nur diese sei abgeschlossen, während gegen Weh lau die Voruntersuchung nicht abgeschlossen sei. Eine Urtheilssällung sei erst nach dem 15. September zu erwarten. Posen, 13. August. In Usch ist vorgestern die Tochter des Schiffers Hoppe unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt und gestorben. Bei der bacteriologischen Untersuchung wurde Cholera festgestellt. Wien, 13. August. Die gestern im hiesigen Prater und in Schwechat abgehaltenen Massenversammlungen waren von mehr als 30 000 Arbeitern besucht- sie verliefen k ruhig. Sämmtliche Redner betonten, die Arbeiter seien entschlossen, Bewegung ins.politische Leben zu bringen und den Kampf fürs allgemeine Wahlrecht mit allen Mitteln zu führen. Wien, 13. August. Die „Pol. Corr." meldet aus London, daß in englischen Regierungskretsen nunmehr die Ueberzeugung herrsche, daß während der ganzen Dauer des japanisch-chinesischen Krieges keine europäischen Verwickelungin zu befürchten seien und daß keine europäische Regierung etwaige Zwischenfälle als Vorwand zu einer Intervention benutzen werde. Wiev, 13. August. Wie die „Pol. Corr." aus Stockholm meldet, macht sich in vielen Gegenden Schwedens eine agrarische Bewegung bemerkbar, welche bezweckt, die Regierung zu einer bedeutenden Getreidezoll-Erhöhung zu veranlassen, um dadurch einem weiteren Preisrückgang des heimischen Getreides vorzubeugen. Brüffel, 13. August. Wie „Patrtote" meldet, ist in Mons ein großes Aufsehen hervorrufendes, anarchistisches Verbrechen entdeckt worden. Ein Anarchist, Namens Vergand, hatte sich in das dortige Gerichtsgebäude eingeschlichen mit der Absicht, dasselbe während der.Verhandlungen mittelst Dynamit in die Luft zu sprengen. Sein verdächtiges Benehmen wurde jedoch rechtzeitig bemerkt- der Anarchist wurde sofort verhaftet. Man fand sieben Bomben bei ihm vor, die mit Dynamit gefüllt waren. Paris, 13. August. Während die radicale und socialtftische Presse das Urtheil im Anarchistenpro ceß als einen Sieg der Freiheit preist, zeigt sich der übrige Theil der Presse nichts weniger als erbaut von demselben und stellt fest, daß der Proceß schlecht eingeleitet und geführt wurde. Die conservativen Blätter bezeichnen ihn geradezu als eine Schlappe der Regierung. Das „Journal des Dobats" gibt dem Gesetz von 1893 die Schuld und erwartet von dem kürzlich geschaffenen Gesetze bessere Erfolge. — Faure und Bastard erklärten, die socialistische Propaganda aufgeben zu wollen. Pari», 13. August. Die Gnadencommission verwarf das Gnadengesuch für Caserio. Daß Präsident Casimir- Perier von seinem Gnadenrecht Gebrauch machen sollte, erscheint ausgeschlossen. Die Hinrichtung soll Ende dieser Woche stattfinden. Paris, 13. August. Wie „Autoritö" meldet, ist die bekannte Mitarbeiterin des „Journal", Frau Severine, von Paris nach Brüssel übergesiedelt, um fich vor einer eventuellen Anwendung des neuen Anarchistengesetzes in Sicherheit zu bringen. Loudon, 13. August. In Aldershot, wo der deutsche Kaiser heute die englischen Truppen Revue passiren läßt, sind große Vorsichtsmaßregeln getroffen. Der Kaiser wird beständig von einer Abtheilung des 1. Regiments der Royal-Dragoner umgeben sein. Am Dienstag reift der Kaiser nach Gravesend ab. Loudon, 13. August. Der Dampfer „Prinz Wales" ist mit dem Dampfer „Hibernia" zusammengestoßen. Der letztere sank sofort- 4 Mann von der Bemannung ertranken. H. Königsberg, 14. August. Die Königsberger „Har- tungsche Zeitung" meldet amtlich: Bei den Erkrankungen in Niedzwedzen handelt es sich nicht um Vergiftung durch verdorbene Heringe, sondern die Untersuchung der Verstorbenen ergab Cholera asiatica. Coco!« und provinzielle» Gießen, dm 14. August 1894. * * SteiuS Garten. Donnerstag den 16. August ver- anftaltet, wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, die hiesige Regimentscapelle in Steins Garten zum Besten bedürftiger Militärmusiker ein großes Extra-Concert. * * Vom Feuerwehrfest. Morgen Mittwoch findet in Steins Garten unter der Dtrection des Großh. Mufikdirectors Herrn Krauße die erste Gesammtprobe der hiesigen Gesangvereine für das Fest statt. * * Prämiirt auf der Fachausstellung für Hotel- und WirthschaftSwesen zu Darmstadt wurden». A.: H. F. Nassauer hier für ausgestellte Beerenweine, L. Seuling hier für Ventilations-Einrichtungen. • * Feuer. In verflossener Nacht entstand in der Sudküche der Jungblut'schen Hofraithe in der Rodheimerstraße Feuer. Der Besitzer hatte unter dem Kessel Feuer angezündet und ist jedenfalls das umherliegende Stroh in Brand gerathen, bezw. die nöthige Vorsicht außer Acht gelassen worden. Da Hilfe bald zur Stelle war, konnte die Weiter- Verbreitung des Brandes verhindert werden. * * Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Grünberg, Kreis Gießen, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1400 Mk. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden. Dem Stadtvorstand zu Grünberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Seibelsdorf, Kreis Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Kirchliche Dieustuachrichteu. Ueber den Besitz der nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887, die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes nothwendigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der katholischen Geistlichen Valentin Grobe von Gabsheim, Peter Herdt von Bürgel, Wilhelm Joos von Waldsee (Württemberg), Augustin Kling von Oppershofen und Carl R ei schm ann von Vingen. * * Schuldienst • Nachrichten. Am 3. August wurde der von dem Herrn Fürsten zu Isenburg - Birstein auf eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Offenbach präsentirte Schulamtsaspirant Heinrich Max Schäfer aus Offenbach für diese Stelle bestätigt- — an demselben Tage wurde dem Schulverwalter August Boving zu Unter-Schönmattenwag, Kr. Heppenheim, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst übertragen. * * Unfallversicherung der Kinder. Wie die Erfahrung gezeigt hat, ist nicht genügend bekannt, daß auch im Kindesalter stehende Knaben und Mädchen gegen Betriebsunfälle versichert sind. (5.ne Beschränkung des Begriffe» „Arbeiter" auf Personen, die ein bestimmtes Alter erreicht haben, ist der reichsgesetzlichen Unfallversicherung fremd. Nur das land- wirthschaftliche Unfalloersicheruugsgesetz hat es der Landes- Gesetzgebung überlassen, zu bestimmen, in welchem Umfange und unter welchen Voraussetzungen Familienangehörige, die in dem Betriebe des Familienhauptes beschäftigt werden, von der Versicherung ausgeschlossen sein sollen. Von dieser Be- fugniß ist jedoch nur in zwei Bundesstaaten Gebrauch gemacht worden: in Hessen sind die Kinder vor vollendetem 14. und in Württemberg vor vollendetem 12. Lebensjahre der Versicherung entzogen. Sowohl das Reichsversicherungsamt als auch das bayerische Landesversicheruugsamt haben den in gewerblichen und landwirthschaftlichen Betrieben verletzten Kindern bis herunter zu sechs Jahren die Unfallrente zugesprochen und in den Entscheidungen ausdrücklich hervorgehoben, daß auch Gelegenheits- und Gefälligkeitsdienste der Kinder gegen Betriebsunfälle versichert sind. * * Schmalzversalfchuugeu. Verschiedene Großh. Kreisämter machen zur Zeit bekannt, dnß erwiesenermaßen das aus Amerika importirte Schmalz fast durchweg mit mineralischen, pflanzlichen und selbst unerlaubten thierischen Stoffen derarr vermengt sei, daß nicht nur der Werth dieses sogenannten „Schmalzes" sehr gering, sondern daß auch dadurch die Verdauungsorgane belästigt würden rc. Besonders sei das aus Baumwoüsamen gewonnene sogenannte Cottonöl das Hauptmittel, womit man in Amerika in ungeheuren Mengen mit besonderen Maschinen nach bestimmten Verfahren fragliche Prooucte herstelle, dke alsdann äußerlich von unverfälschtem Schmalze schlecht zu unterscheiden seien. Solche Fette dürften unter keinen Umständen unter der Bezeichnung „Schmalz" zum Verkaufe kommen. Sie seien nur unter dem Namen „Speisefett" seilzubieten. Unter „Schweineschmalz" oder kurzweg „Schmalz" verstehe man nur die aus dem Innern des Schweines stammenden Fettheile. Alle anderen Beimischungen seien verboten und würden Zuwiderhandlungen in der Zukunft unnachsichtlich bestraft. Es ist also sowohl den Verkäufern als den Käufern zu empfehlen, über die Begriffe von „Speisefett" und „Schmalz" resp. „Schmeineschmalz" sich recht klar zu werden. N. H. V. * * Versichert die Ernte gegen FenerSgefahr. Es ist eine auffallende, aber unumstößliche Thatsache, daß um die Zeit, in welcher der Landmann daS Resultat seiner langen Sorge, Mühe und Arbeit und den Ertrag des in seinem Acker steckenden Vermögens, von dessen Verwerthung er wieder ein Jahr leben und die Wirtschaft unterhalten soll, in den Scheunen birgt, die Brände auf dem Lande sich mehren, welche in wenigen Stunden die Frucht des Fleißes und die Hoffnung eines Jahres vernichten und unter Umständen den Landmann an den Bettelstab bringen. Das ist eine Gefahr, gegen die fich der Landmann leicht schützen kann, wenn er sich sobald als möglich gegen Feuersgefahr versichert, und zwar nicht nur sein Haus, das tobte und lebende Inventar, sondern auch die Ernte. Die Kosten der Ernteverficherung sind so geringfügig, daß sie von jedem Besitzer getragen werden können, und leichtsinnig ist daher Derjenige, der es unterläßt, fich gegen diese Gefahr zu sichern. * * Den aus Urlaub reisende« Soldaten war es bisher Seitens der Staatsverwaltung ausnahmslos nicht gestattet, auf ihre Milttärfahrkarten auch die Schnellzüge zu benutzen. Bei der zumeist nur sehr kurzen Dauer des Urlaubs war dies für die Soldaten, besonders aber für Diejenigen, welche von ihrem Garnisonorte bis zur Heimath eine weite Reise zu machen hatten, eine sehr harte Bestimmung, da sie zumeist noch wieder eine ganz wesentliche Beschränkung des ohnehin knappen Urlaubes bedeutete. Dies ist nun, wie mitgetheilt wird, an maßgebenden Stellen wiederholt zur Sprache gebracht und dort des Näheren erörtet worden. Und so ist denn nach mehrfachen Verhandlungen zwischen der Staatsbahnverwaltung und der Militärbehörde schließlich jetzt für beurlaubte Soldaten bei kürzerer, und zwar bis zu achttägiger Urkaubsdauer die Benutzung der dritten Wagenklafse aller Schnellzüge nach den Sätzen des MilitärtarisS bis auf Weiteres wenigstens in dem Falle freigegeben worden, wenn es sich um Entfernungen über 300 Kilometer und um Reisen handelt, welche außerhalb der Festzeiten, d. h. nicht an dem Tage unmittelbar vor oder nach Weihnachten, Ostern und Pfingsten ober währenb blefer Festtage selbst, angetreten werben. Bei Benutzung von Durchgangs (v)-Zügen haben die Soldaten jedoch -b-njalls Platzkarten zu l°,en Da« Bedürsniß für die Benutzung von Schnellzügen müssen sich die Soldaten aber fittfl von ihrem dafür zuständigen Dor- aefetzten auf den UrlaubSpasien durch den in Lee 'Augen fallenden Vermerk „Benutzung von Schnellzügen" erst be- sonders bescheinigen lassen. q jßon der Lahn, 14. August. Daß die OmnibuS- sabrren in Gießen, wie in anderen Städten, eingerichtet, sind ist ganz besonders auch den Damen, die in der Stadt gerne ihre Einkäufe persönlich besorgen, erwünscht gewesen. Sind sie aus der Heimfahrt zum Bahnhof hier und da auch mit den neu erworbenen Schätzen etwas starr beladen, fo werden ja die Herrn Männer und auch die mitfahrenden Damen gerne etwas Nachsicht üben wollen. Wem möchte man die Freude mißgönnen, seine neuesten Ecwerbniffe persönlich dem Gatten oder den Kindern einhändigen zu können? So darf denn wohl, zumal im Blick auf die winterliche und Weihnachtszeit, an die Nachsicht und Geduld der Mitpilger in den „Omnibussen" appelliert werden. Auch anderwärts z. B. in Halle besteht schon lange die Em- rictitung, daß keine Conducteure mitfahren und das Publikum feine 10 (resp. 20) Pfg. nahe bei dem Kutscher in eine Büchse einwirft, so daß sie von jenem controöicrt werden können. Kann das auch nicht in vollkommener Weise geschehen, so genügte völlig ein Appell an die Ehrlichkeit und den Tact der Mitfahrenden Seitens der Dirrct'on der Omnibus Gesellschaft. So darf denn wohl erwartet werden, daß auch in Gießen mehr und mehr verschwindet, was etroo dec Muthwille rc. Einzelner versucht hat. Die Einrichtung, die neu getroffen'ist, darf gewiß aus den I allgemeinen Beifall des Publikums, event. auf dessen Mit- coutrolle rechnen. 1. Annerod, 12. August. Heute Abend wurden die Wahlen der Führer und Borslandsmilglieder unserer Frei willigen Feuerwehr vorgenommen. Der Vorstand besieht aus: Wilh. Keßler, 1. Hauptmann- Emil Steller, Hauptmann-Stellvertreter und Schriftführer- Ph. Bindeburg, Zeug- wart; Carl Hahn, Rechner- Adam Schmidt, 1. Führer der Steiger- Ludwig Mohr, Stellvertreter desfelben- Hch. Mulch, 1. Führer der Spitzenmannschaft; H. Hahn, Stellvertreter desselben. Die neugegründete Wehr zählt zur Zeit 32 Mann, wird aber in Kürze auf 50 Mann kommen. Ortender«, 13. August. Der Bezirk Ortenberg gedenk. Sonntag den 19. d. Mts. Nachmittags auf dem sog. Brand bei EckartSborn eine Zusammenkunft sämmtlicher ihm zu> gehöriger Kriegervereine und eine damit verbundene Gedenkfeier an die Schlacht von Gravelotle zu veranstalten. Vermißtes* ♦ Löaberg (bei Weilburg), 13. August. Gestern Abend 11 Uhr tödlere ein hiesiger junger Mann seine Geliebte, welche er.heimbegleitet hatte, vor dem Hause durch drei Mefferstiche. Das Mädchen war sofort todt. Der Thäter, welcher sich allgemein eines unbescholtenen, guten Rufes erfreute, dürfte im Affect der Eifersucht gehandelt haben. Man vermuthet, daß er sich ein L^id zugesügt, da er bis jetzt noch nicht aufgefunden werden konnte. * Graz, 11. August. In die hiesige Hauptniederlage der Tabakregie brachen in vergangener Nacht mehrere Diebe ein, welche die eiserne Kasse anbohrten '.und aus derselben 10 OOP Gulden raubten. Ta. 600VLtück Leidenstoffe - ab etge«e- Fabrik — schwarze, weiße u. farbige v. 75 Pst bis Mk. 18.65 pr. Meter — glatt, gestreift, karrtert, gemustert, Damaste rc- (circa 240 oersch Qual- und 2000 versch Farben, Dessins rc) Porto- und steuerfrei in- Hau«!! Catalog und Muster umgehend- ,[122 G, Hennebergs Seiden - Fabrik (k u. k. hoa.), Zürich. Was ist Leben? Das menschliche Leben ist nicht einer Maschine vergleichbar; der Mensch wird geboren und stirbt, während die Maschine mewantsch zusammengesetzt wird, nicht lebt, noch stirbt. Das Leben ist ein Umsatz von Stoff, Kraftvorralh, der von Außen ausgenommen, im Innern in lebendige Kraft, Kraftleiftung umgemandelt wird. Küppers, lediglich aas Hopfen und Malz hergestelltes Kraftbter fördert diesen Umsatz, schafft Kraft, ist Arbeitsmittel und Genuß- mittel zugleich und nach beider Richtung von unschätzbarem Werlo. Erhältlich in allen besseren Drogurrien, Deltcatessen- und Eolonial- waaren-Handlungen. — En qros zu beziehen durch die beraüche Brauerei -Gei.llscdait vorm. G. Küpper, Elberfeld. 4186 Wichtig für Hausfrauen! Bernhard Curt Pechstein, Wollwaaren-Fabrik Mühlhausen i. Th., fertigt aus Wolle, alten gestriitte«, gewebten u«d andere« reinwollenen Sache« und «dfällen haltvare und gedieaene Stoffe für Damen, Herren «nd Sinder, sowie Portiere«, Schlafdecken und so weiter tu den modernsten Muster« bei billigster Preisstellung und schnellster Beoienun^m^ Wustniager in ließen bei: LoutS Rothenberger Wtw., Neuenweg 22. Spar- und Leihkaffe zu Lang-Göns. Eingetr. Genoffenschaft mit unbefchr. Haftpflicht. Bilanz am 31. Januar 189 4. Activa. «M. 1 Ausgeliehene Kapitalien c) „ Cedirung von Güterkaufschillingen 165959.92 356394.38 2 Werthpapiere 13546.40 3 Immobilien 35565.13 4 Mobilien............ 405.— 5 Kaffenvorrath 6998.39 6 Ausstände (Zinsen) 34403.01 7 Vortagen............ 4969.06 ^.Sumina Activa 452281.37 Passiva. «X 8 Aufgenommene Kapitalien (Einlagen) 440561.27 9 Nichterhobene Zinsen von Einlagen....... 648.66 10 Guthaben der Genoffen.......... 2048.13 11 Reingewinn.............. 532.40 12 Reservefonds 8490 91 Summa Passiva 452281.37 Mitgliederzahl Ende 1892 . . 41 Zugang 1893 •• 4 Abgang 1893 — daher Ende 1893 45 Lang-Göns, am 11. August 1894. Der Vorstand: A. Henrich, Wagner, Henrich, 6695 Director. Rechner. Conttoleur. neuester Bauart mit Eisen- oder Eiohen- -MM-^4.1^1 holzbiet sind verbreitet in 10000 Exempl. „Herkules“ Aepfelmühlen Wirtheu.Haushalt. ” Mayfarth’s Jahreaprod. 22,500 Maschinen, 5588] garantirt für vorzügliche Ausführung. — 650 Arbeiter und Beamte. PH. MAYF ARTH & Co., Frankfurt a. M. Hanauerldetr. 169. Neue Häringe für di- Abfuhr des Haus- I8»r7° Reinigung marinir.e Häringe firinnon mir hlPrhllTffl 111t _* — . — < ... (Wa«.a Neue Kartoffeln Wäsche für das Dienstpersonal ver- Neue Zwiebeln geben werden. 6708 Fleisch-Extract in Portionen ist frisch 6710 Bl. 5943 Bernhardt. 6689 MAGGIs Neue Essig-Gurken Neues Sauerkraut bei 6014 ZU zu d. Strebel-Tinte, l J. Rickersche Buchhandlung, Giessen Robert Stuhl, Neustadt 23. Kartoffeln 50 Kilo Mk. 2.75 kehrichts bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß: 1) Der städtische Abfuhrdienst er, streckt sich lediglich aus die-Beseitigung des Hauskehrichts und der häuslichen Abfälle; Kehrichtkasten und Ge- säße, welche Bauschutt, Steine, gewerbliche Abfälle und dergl. enthalten, werden seitens der Kehrmannschast nicht entleert, noch deren Inhalt ab« Ein noch sehr gut erhaltenes Zweirad dem billigen Preis von 45 Mk. verkaufen. Wo? sagt die Exped. 6446] Schlafstelle zu vrrmterye«. »LhereS «sterweg 9, -i«terh. links. gefahren. 2) Ebensowenig ist die Kehrmannschaft verpflichtet, Kehrichtkasten oder Gefäße zu entleeren, welche den nachstehenden Bestimmungen insbesonvere denjenigen bezüglich des FaffungS- raumes nicht entsprechen. 3) Die Gefäße zum Sammeln des Hauskehrichts und der häuslichen Abfälle muffen solide und dicht hergestellt und mit je zwei Handhaben versehen sein; dieselben dürfen das Maß von 60 cbdm. Inhalt keinesfalls überschreiten. (Das Muster eines Kehrichtkastens in Holz von 50x40x30 cm. Größe, kann auf dem Stadtbauamt eingesehen werden.) Gießen, 13. August 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 6694 Gnauth. Donnerstag 16. August 1894, Mittags 12 Ubr zu Gießen auf dem Bieh- maiktplatze (an der Lahn) werde ich tm Auftrage des Herrn Scligm. Rülf in Wittelsberg gemäß Art. 343 H.-G.-B. I Paar Ochsen Verdingung. Die Vergebung der Maurer-, Lteinhauer-, Schlosser- und Weißbinderarbeitenzu den Einfriedigungen längs der fiskalischen Grundstücke an der Senkenbergstrafie, deren Ausführung nunmehr durch die Stadt erfolgen wird, soll Mittwoch den 22. August, Bormittags 11 Uhr, auf dem Stadtbauamte erfolgen. Pläne, Arbeitsbeschreibung und Be dingungen liegen daselbst während der Dienststunden offen und sind Angebote verschloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen aus dem vorgeschriebenen Formular bis zum genannten Termin dorthin einzureichen. Gießen, 13. August 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.6688 6697) 1 schön möbl. Zimmer sofort zu vermietben. Babnhosstr. 61, Hl. a**r Hür Mttzaer. Zu verkaufen r Frankl urterftraße 30: 1 Ladenblo« 1 Wtegenrnester, 5 Schnöder mit tSlock, 1 Wurst- tisch rc.*>698 Engel, i 6707[ SchSaeS «ornstroh zu vcre. Gerichtsvollzieher. ! Georg Hammel, Gr. Mühlgaste 6 Bit öitftnrt (Omnibus- vergibt den Bedarf ihres Strohes für 1 Jahr: 360 Ctr. Roggenstroh, Maschinendrusch, in monatlicher Lieferung von 30 Ctr. an den Mindestfordernden; ebenso 50 Ctr. Haferftroh, Flegeldrusch, zu Häcksel geeignet, in 3 Lieferungen. Offerten auf das Ganze oder bis zu einem Drittel der Lieferung sind bis zum 20. d. Mts. einzureichen. 6712 Der Borstand. OagÖoerpadjtung. Dienstag den 28. August l. Js., Vormittags 10 Uhr, soll die Jagd der Gemeinde Waldgirmes auf dem Gemeindezimmer dahier auf 6 Jahre verpachtet werden. Waldgirmes, den 13. August 1894. Der Bürgermeister. Bekanntmachung. 1 Submission. Di- nachstebenden Vorfchriften - J5“1 I1 SsA'i" des »aus- 1 . _____ t- m ...... öffeMlich gegen Baarzablung versteigern. Versteigerung voraussichtlich bestimmt. 6713 Enge». Thüringisches Technikum Ilmenau. 1. Höhere Fachschule für: Mancbinen-In^enlsack ab Friedberg, versendet gegen Nachnahme Ä«kob Siern-Simon, Ariedberg (Hessen). Wagenladungen bedeutend billiger- Neue Grünekerne Dermielhungen. 65001 Ein kleines Aamilien-LogiS im 1. St. ist an ruhige Leute per 1. Sept, zu vermiethen- L. Süß, Marktstr. 9- 6699] Durch Wegzug der Frau Pfarrer Frank ist der Mansardenstock Afterweg 45 zu vermiethen. Näh Ederstraße 6. 6693] In meinem Hause Diezstraße, nächster Nähe der Neuen Baue und Oft- anlage ist der Parterreftock und Mansarde, je sechs Zimmer nebst Zubebör sofort ob. später billig zu vermietben- M. Weiner. 6682) Eine Kamilienwohnung, drei Zimmer. Küche nebst Zubehör im mittleren Stock zu oerm Grünbergerstr. 6. einoctroffen bei: A. St G. Wallenfels. 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Feuerwehr. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Kamerad II. Oswald 3 p9j Ein tüchtiges Dienstmädchen do. ge^tv^sofon^—Marttstrotze S. UJ Kr«tz. 6684] Ein ordentliches Mädchen für be. Hausarbeit per 1. September gesucht ’ _________ _________im Rebstock. r "»»fz Beerdigungen bestens. $ru6toahi Verhältnisse ait^cr Friedrich Berg, Wiener, 27. Stellung gekommen, suchte Z_______ ÄÄäe’“' Mädchen gleich unv später -lgb-id Vereinsdiener, S'antrcr, 6702] grauss.ie.nb«». aismardtnr. 8. a^bolb gesucht. „der dergl. Näh. Ans- - MS^Ipi-ät- mich ,m Weist,-««. Vserbetmecht ÜaÄt ü ftoi der Kru h 9t( ■«»»««. »It»<« und W»s»«a. - -------L 6686] Ltche>str. 5.1 lUNft VCt vCt v. -Ol. I Näheres Neuenweg §2 Hinterhaus. Lehrling § aus guter Familie für ein Colonial- und 16.24 16.20 Duralen —.— —Engt. Sovereign' 6704] Ein Gehilfe gesucht, Kost und Logis tm Hause, von Sarl Zimmer, I -===■---;—=—=—7-------z--------—----------------------------- mann, Schreinermetster. 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