Haus cher Lage der znr Errichtung :erei -- Geschästes zeu, unter leichten dingungeu tu ver f. bei. die Hxped. r 8. A. G. 3M sta-Odontine bayrr. SoiparHlmttieiacr undtrtttz in Nürnbtt, m mit ßtö§hm Erfolgt llgrmelvdelltbt zur raschen 'en Reinigung und fr- lädne unb btf SJIunbd. Mne gläv,«nd »dt, 'dnstda.terdieOrund- n der Bäftne bildet, M* MU°d' UN» t aW wtoWX*- avÜt.VM» und lst.se üaVvutzmMstdeitMcr Kprüd-drSutrzehW rt die R86ne bi8 In! ipfr- ien In Metall- oder W bei: /• Wallach m eiten Ä & *"£"> -—^Mmacher. Ä'k11 3 fünfte Mr!e, S Site i« »! fen jnjMIL ldnshnwer mititätiV' ^uwwmb®** SorzLgl'ch'u pfeiweia., tFeM- »beii 8ik •**B ich «8,ich "" h ögifi ssrs 11 b*-“ äffJ. «'•"* • Fußboden |o pti*t' '"vernstdk.vel. tJ'?? ?un,‘tW1 fnS b-ltbarkrit, Zündele pantem inbeun Nxbtelc^ ugust Hou nbofstratze Ar, V, steil nicht mche der üdilen T.591 ' Äikdk!-KnU«, '> 40 oder 50 Pfg ^ht äsen bei Horm Aut. >. Wallach. I2oi< rSL 11 ot»«e,tt hi . i Scb^aebe Nr. 87 Erstes Blatt. Sonntag den 15. April 1894 Der •Ufracr Jhqdeet erlchnn« täglich, -eti »uänahme bei Montag« Du GikHcner ««■iriiiinihf •erben bon Bnjctgcr »ächentlich brtieeC beiftült Kießenet Anzeiger Kemrat-Wnzeiger. Bkrtaijäbnfar Jt»aaameaUpt*e 5 Mark 20 Pfg. ■* Brinflctlobn Du»ch bu Poft begef* 1 Mark 50 PI,. W**men, «pebitiMI unb Dniderd: FchußrutzeUr D Krrnfprecher 6L Amts- und Anzeigeblatt für den Tireis Gieren. Inna^Bit 001 Nnzeigen ju her Nachmittag« für bte felgmbm Tag erfd)dneTibtn Nummer bi« Corrn. 10 Uhr. chratisbeikage: chießener Kamisienbkätter. Ätle Innoncen-Cureour be« In- unb Äu«lenbe« nehme» Anzeigen für ben „Gießener Anzeiger" entgegea. 2lmtlid?cr Thcil. (befunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Brille, 1 Taschenmesser, 1 Zirkel, 1 Peitsche, 1 Mädchenhut, 1 Handschuh, 1 Lederbeutel und 9 Dielen. Gießen, den 14. April 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. -e - - ■--- Deutsche- Reich. Tarmftadt, 13. April. Die erste Kammer hat heute 100,0:0 Mk. für das Denkmal Ludwig« IV. bewilligt und diesen Betrag dem Großherzog Ernst Ludwig als Hoch- zeitSgeschenk zur Verfügung gestellt. Di- ersten Präsidenten beider Kammern werden das Geschenk nächster Tage mit einer kurzen Adresie überreichen. Die Kammer vertagte sich sodann bis zur Budgetberathung. Deutscher Reichstag. 81. Sitzung. Freitag den 13. April 1894. Aus der Tagesordnung stehen zunächst Rechnungssachen. Die RechnungS Kommission beantragt, die llebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete von Kamerun, Togo und des südwest- airikanischen Schutzgebiete» pro 1892 93 durch Kenntnißnahme für erledigt zu erklären. Abg. Richter (srs. Vp.) hält eS mit Beziehung daraus, daß in die Kameruner Ausgaben auch die Besoldung deS Personals gehört, für angebracht, daß sich die Regierung zu den gegen dortige Beamte erhobenen schweren Anklagen äußere. Staatssekretär v. Marschall thctlt mit, die von Reg.-Rath Rose angcstellten Ermittelungen hätten in der That Dinge ergeben, die den Kanzler Leist aus's Schwerste belasten (Hört! Hort!) Derselbe sei sofort zurückberufen worben; nach seinem Eintreffen werde iogleich die Disciplinaruntersuchung gegen ihn eingelettet werden. E« müsse abgewartet werden, ob die Untersuchung auch aus weitere Personen ausgedehnt werden müsse. Der Staatssecretär ersucht, sich nicht durch die Veröffentlichungen der TageSblätter beeinflussen zu Uff en: kein Schuldiger werde seiner Strafe entgehen. Die Oeffcnt- tichkeit solle auch sofort von dem Ergebnth der Untersuchimg in Kenntnis; gesetzt werden. ES würden auch Maßnahmen ergriffen werden, um der Wiederholung solcher Vorkommnisse vorzubeugen. Abg. Bebel (Soz.) bittet, die Untersuchung auch aus die gegen den Assessor Wehlau erhobenen Anklagen auszuvehnen. Damit schließt die Debatte. Die llebersicht wird für durch Kennt- ntßnabme erledigt erklärt. Der Gesetzentwurs betreffend die Reichs- Ha ushaltscontr olle für die beiden letzten Etatsjahre wird genehmigt. Zu diefem Gesetzentwurf beantragt die RechnungScom- tniffton, durch Resolution die verbündeten Negierungen zu erfuchen, den allgemeinen Rechnungen über den Reichshaushalt summarische Nachweisungen über die entlassenen justtfictrenden Cabinets- OrdreS beizusügen. — Die Resolution wird nach kurzer Debatte angenommen. — Es folgt hierauf eine Reihe von Petitionen, u. A. eine solche rheinischer Landbürgermeister wegen Gleichstellung mit den Staatsbeamten in Bezug auf Tagegelder und Reisekosten in gerichtlichen Angelegenheiten. Diese Petition wird ebenso wie einige andere dem Reichskanzler zur Erwägung Überwiesen. — Eine Petition deS Allg. deutschen Musikerverbandes klagt Über die (^oncurrenz der Militär-Musiker. Die Petitions-Commission beantragt, die Petition dem Reichskanzler zu überweisen und zwar 1) zur Berücksichtigung dahin, daß den Militär-Musikern bei Reisen zu außerdienstlichen Musikauffährungen die Vergünstigung hinsichtlich des EtsenbahnfahrpretseS entzogen werde. 2) zur Erwägung, inwieweit bet außerdienstlichen Musikaufführungen daS Tragen der Uniform zu verbieten fei. Abg. Graf Bernstorfs (Rchsp.) beantragt, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen. Kriegsminister Bronsart v. Schellendors gibt zu, daß die Civilmusiker über die Concurrenz der Mtlttärmusiker klagen. Aber das Publikum würde sich in seinen berechtigten Interessen verletzt sühlen, wenn den Militär-Musikern der Erwerb erschwert werde. Die Fahrtverbtlltgung sei kein nennmswerthes Aequivalent für die Hindernisse, welche den Militär-Musikern in ihrer Erwerbsthätigkeit bereitet würben. Der Kriegsmtntster ersucht das Haus schließlich, den Passus 1 deS EommtssionsantrageS nicht anzunehmen Abg. Weber (n.-l.) empfiehlt Ablehnung des Antrages Graf Bernstorsi und Annahme des Commissions-Antrages. Abg. Stolle (Soz.) spricht sich gleichfalls für den Antrag der Commission aus, ebenso Abg. Schwarze (Ctr.) Abg. v. Stumm (Rchsp.) ist für Den Antrag Graf Bernstorfs. Abg. Richter (srs. Vp.) hält es für eigenthümlich, daß den Militärs Privilegien für privaten Erwerb gewährt werden. .stach weiterer Debatte, an welcher sich die Abgg. Fr ege (conf.), Casfelmann (stets.) und Schönlank (Soz.) bethetltgen, wird der Antrag Gras Bernstorfs abgelebnt und der Antrag der Commission nur in seinem 1. Thetle angenommen, lieber die anderen Wünsche der Petenten wird zur Tagesordnung übergegangen. — Zwei weitere Petitionen betr. die Abstellung von Mißständen im Gastwtrlhschaftswesen und betr. ein Verbot der Vivtsection werden dem Reichskanzler überwiesen. Es folgt die Gesammtabstimmung über den Gesetzentwurs betr. Abzahlungsgeschäfte; derselbe wird angenommen. Das Haus tritt alsdann in die Berathung des Antrages des Abg. Graf Kanitz (conf.) ein, (betr. den Ankauf und Berkau! des zum Verbrauch im Zollgebiet bestimmten ausländischen Getreides für Rechnung des Reiches.) Abg. Graf .ftanitz begründet seinen Antrag. Du Lage der Landwirthschast fei heute schwieriger als je. Der Rothstand fei besonders unter der Limdwirthschast des Ostens groß, wo die Eoneurren, des billigen russischen Getreides sich in ihrer unmittelbaren Wirkung geltend mache. Die Regierung habe schon lbR7 die Rothwendigkeit erkannt, Maßnahmen zu Gunsten der Landwirthschast zu treffen -, beute seien solche Doppelt nöthig. Der Antrag bezwecke, die Preise der Landesproducte m angemessener Hohe zu den Prodructionskosten zu erhalten Mit den Preisen der letzten 1U Zähre könne nicht gerechnet werden. Redner betont, daß der Antrag nichts Soeialistisches enthalte; die Befürchtungen, die man an ihn knüpfe, feien unbegründet. Auch finanziell fei der Antrag bedeutsam. Traurig sei ev, daß nun zu Haufe gegangen und daß das Reich in der bedenklichsten Finanzlage zurück- gelassen werde. — Der Antrag habe nicht am wenigsten auch für die Vollscrnährung seine Wichtigkeit. Der Landwirthschast sei mit halben Maßregeln, als Landwirthschastskammern, Credithebung u 1 ro., absolut nicht gedient, sie brauche nur Schutz gegen die ausländische Produetion. (Beifall. Von Soeialdemokratcn und Freisinnigen ermatte man aller» dings nicht, daß sie deni Anträge zustimmen. Abg Richtern Da» wollen wir uns auch ausbitten!' Abg. Dr. Barth ,frs. Vg.-: Der Antrag will durch eine Hinter- thur erreichen, was er durch die Vorderthur beim russischen Verträge nicht erreichen konnte Wie kann man der Regierung zurnuthen, auf einen solchen Antrag einzugehen, der es auf eine direkte Verletzung der Vertragsverpftichtung abgesehen hat! Es handelt sich hier um den Ver» such eines Getreidenionopolo, wie er noch nirgends unternommen morden ist. Der ausländische Getreide Fmportvcrkehr würde durch di.feS Monopol vollständig lahmgelegt, Zwischen dem Mindestpreis, den Sie sordern, und dem Mindestlohn, den die Socialdemokratie verlangt, ist kein großer Unterschied. Dann fchen Sie zu, wohin Sie als staats» erhaltende Partei mit Ihren Anträgen kommen, nämlich direkt in daS Fahrwasser der Socialdemokratie. Mit diesem Anträge haben Sie einen schlimmen taktischen Fehler begangen! Das Haus beschließt nach einem diesbezüglichen Kentrumscmtraqe Vertagung. Nächste Sitzung morgen (Samstag) 12 Uhr - Forts« tzung der Berathung des Antrages Graf Kanitz, Vorlagen betr. Handlrmgsgehülsen und betr. Schutz der Waarenbczeichnungen, Rechnungssachcn. Schluß- 5i/2 Uhr. 1 ■■ . ----- -■'*■* ■ ~ Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphische» Corresponbenz-Bureau- Budapest, 13. April. DaS Abgeordnetenhaus hat bei der Spezialdebatte über die Eherechtsvorlage die ersten 27 Paragraphen unter Ablehnung aller Amendements nach unwesentlicher Debatte unverändert angenommen. ifettilkten. Der vcrhsngnißvoUk Mokka. Humoreske von M. Anderssen. (Nachdruck verboten.) „Leugne eS nicht, Liebling, Dein Gesichtchen straft Dich Lugen — Du bist ganz blaß geworden!" Die junge Frau verbirgt den zierlichen Kopf an der Schulter ihres Mannes. Er drückt einen leichten Kuß auf ihr seidenweiches Haar. „Schweigen ist auch ein Eingeständniß, Evchen. Der Postbote hat Dir mit Mamas Brief Schrecken eingeflößt, nicht wahr?" Sie richtet sich empor. „Ach, sei nicht böse, Herzensmax! ES ist neben der Freude, Deine liebe Mama in unserem Heim begrüßen zu dürfen, nur die große Achtung, die ich vor ihr empfinde, die mich ein wenig ängstlich macht, und daS Gefühl meiner eigenen — ja, Max, meiner Unzu» länglichkeit." „Ei, ei, Evchen, ist das nun ganz aufrichtig gesprochen?" „Aber, Max! Wie kannst Du innerhalb fünf Minuten zweimal an meiner Wahrheitsliebe zweifeln? Doch ich will ganz offen zu Dir sprechen. Sieh, Deine Mama ist eine solche Mustererscheinung als Hausfrau, wie als Salondame, io vielseitig gebildet, so streng gegen sich selbst, dabei eine io erfahrene Menschenkennerin, daß —" „Um so bester, Herzchen," unterbricht sie Max, „um so schneller und sicherer wird sie Dich liebgewinnen." „Ach, ich fürchte, sie hält mich unbedeutendes, unreifes Wesen von achtzehn Jahren nicht für würdig genug, den Platz an Deiner Seite auSzusüllen. Ich weiß es, daß sie Dir, ihrem einzigen Sohne, in Deiner Cousine eine Frau ganz nach ihrem Sinne erzogen hatte, während ich in ihren Augen bisher noch ein Kind, ein Wildfang war, dem alle Erziehung mangelt." Der junge Amtsrichter hebt Evchens gesenktes Kinn empor und sieht ihr innig in die Augen. „Und glaubst Du, meine Mutter sei so engherzig, Dir, dem „Wildfang", von welchem sie nur weiß, daß er daS Lebensglück ihres einzigen Sohnes ausmacht, nicht die Stelle und Rechte einer Tochter einzuräumen? Ich bitte Dich dringend, komm ihr als ihr Kind, das Du nun bist, entgegen. Sie wird bald inne werden, daß auch aus achtzehnjährigen Wildfängen prächtige kleine Hausfrauen und sogar vorzügliche Köchinnen werden können." EvaS liebliches Kindergesicht erglühte vor freudigem Eifer. „Sp laß mich los, Max! Ich muß noch einmal die ganze Wohnung mustern, vor allem das Fremdenzimmer." „Aber mein Arbettsstübchen laß mir hübsch in Ruhe, Herz!" Sie wirst ihm noch eine Kußhand zu und enteilt. DaS junge Paar ist erst seit drei Wochen von seiner Hochzeitsreise in die kleine Kreisstadt eingekehrt, wo der Amtsrichter Maihof seine erste Anstellung gefunden hat und bewohnt hier, da es neben dem Gehalt über einen bedeutenden Zuschuß auS Privakmitteln verfügt, eine allerliebste kleine Billa, die innen und außen einem Schmuckkästchen gleicht. Heute Abend soll die Mutter deS jungen Ehemannes, die verwittwrte Frau Rittergutsbesitzer Maihof, zu einem mehrwöchigen Besuche eintreffen, mit lebhaftem Herzklopfen empfängt Eva die trotz alledem von ihr heimlich gefürchtete Schwiegermama. Frau Maihof die ältere ist eine hohe Gestalt von gebietender Haltung. Der Blick ihrer großen, dunklen Augen hat etwa» Durchdringendes, man merkt ihm au, daß er scharf zu beobachten versteht. Eva staunt, wie wenig an daS nahende Alter Gemahnende diese Frauengestalt in dem nach neuestem Geschmack gearbeiteten und tadellos sitzenden schwarzen Atlas» kleide hat. Auf dem braunen Wellenscheitel ist ein schwarzer Spitzenschleier mit Brillantnadeln leicht und gefällig befestigt/ Niemand sieht eS diesem immer noch schönen Fraucnkopfe an, daß siine Trägerin an der Schwelle der Fünfziger stehl. Alles an ihr ist Anstand und Würde, jedes ihrer Worte treffend und geistvoll. Die junge Frau hat neben ihr ein ähnliches Gefühl, wie sie als Schülerin hatte, wenn sie der verehrten und gefürchteten Anstaltslehrerin gegenüber sich be- fand. Fast möchte sie ihr deßwegen heimlich grollen und trotzen, aber die unnahbar scheinende Frau ist doch auch wieder hinreißend liebenswürdig gegen ihr Schwiegertöchterchen- sie kann es nicht leugnen. Und als sich die Dame nach dem anregend verplauderten Theestundchen auf ihr Zimmer zurück» gezogen hat, erklärt Eva ihrem Manne, daß sie für seine Mutter schwärme. Dann drückt sie auch ihre Bewunderung über daS vortrefflich bewahrte Aeußere der Matrone aus. Max lächelt fast verlegen und sagt: „Ich, der ich MamaS vorzügliche Eigenschaften kenne, darf wohl auch einmal von ihrer einzigen kleinen Schwäche reden und will Dich hiermit bitten, dieselbe zu schonen. Mama hat stets, wie sie auf die besten Umgangsformen hält, auf ihr AeußcreS gehalten. Sie zeigt sich nie im Morgenkleide, auch im bildlichen Sinne nicht. Stets ist sie fertig angezogen, sei es im einfachen WirthschaftSanzuge daheim oder in Besuchstoilette. Man könnte versucht werden, diesen Zug für Eitelkeit zu halten. Ich kenne aber ihre Beweggründe besser. Sie ver» abscheut alles „Sichgehenlaffen". So wie sie Kundgebungen von Schwäche und Krankheit nach außen vermeidet, so will sie auch dem herannahenden Alter keinerlei Zugeständnisse machen. Sie verschmäht die bequemere Tracht ihrer Jahre, wie sie den Nachmittagsschlaf und anbete Erleichterungen nicht kennt. Sie ist immer noch von früh bis spät anhaltend und vielseitig thätig." Eva seufzte: „Ach, eS fehlt mir noch viel zur Vollkommenheit !" Er schließt sie in die Arme. „So wie Du bist — so bist Du gut!" Frau Maihof-Mutter hat in befriedigter Stimmung daS behaglich eingerichtete Fremdenzimmer im ersten Stock betreten. „Sie macht sich wirklich recht nett, die Kleine!" denkt sie anerkennend in Bezug auf ihre Schwiegertochter. Einen buf» tenben Rosenstrauß, den diese im Garten für sie gepflückt, fetzt sie ins Nebenzimmer, um während der Nacht nicht den Duft einathmen zu müffen. Auf dem Nachttischchen brennt ein Armleuchter. Frau Maihof entkleidet sich ohne Hilfe,- sie hat sich dabei niemals von einer Zofe bedienen lasten. Als sie daS Licht gelöscht hat, tritt sie im Dämmerschein deS Sommerabends noch einmal an die Commod-, auf der sie vorhin zwei Gläser mit Master nebeneinander stehen sah. In einS derselben läßt sie schnell einen Gegenstand gleiten, worauf sie daS einladende Ruhelager aufsucht. Sie wird noch einmal durch Lina, daS Factotum ihrer Schwiegertochter, die ein Mittelding zwischen Kammerjungfer und Stubenmädchen vorstellt, gestört. Lina will ihre Hilfe beim AuSkleiden anbieten, sieht aber die Arbeit schon beendet. „Soll ich der gnädigen Frau nicht die Nachtlampe an» zünden ?" „Nein, gehen Sie nur; ich schlafe nie bei Licht. Gute Nacht „Wünsche der gnädigen Frau eine angenehme Ruhe!" (Fortsetzung folgt.) Rom, 13. April. Der erste Separatzug mit sechshundert spanischen Pilgern, welche auf dem Landwege reisten, ist ohne Zwischenfall hier eingetroffen. Rom, 13. April. Die Blätter melden, daß heute wiederum eine Bombe in der Nähe des Coloffeums aufgefunden wurde. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen, darunter die des Begleiters des vorgestern verhafteten Individuums, bei dem eine Bombe vorgefunden worden war, vor. Die Blätter berichten ferner, die Polizei sei einer anarchistischen Vereinigung, die das Bombenwerfen betreibt, auf der Spur. Christiania, 13. April. Der Kronprinz richtete an den Chef des norwegischen Hofes folgendes Schreiben: „Bei meiner Rückkehr aus dem Auslande erfuhr ich zu meiner großen Verwunderung und Bedauern von der Dtscussion, welche vergangenen Montag im Storthing bei der Berathung metner*Apanage stattfand, und von dem vorläufigen Beschluß anläßlich dieser Frage. Ich finde es im Widerstreite mit meiner Stellung und Würde, mich in irgend welche Dtscussion einzulaffen oder die mir zugeschrtebene Aeußerung zu demen- tiren. Abgesehen davon, würde ein solcher Schritt meinerseits immer als Mittel, mir die Apanage zu sichern, betrachtet werden. Auf solche Bedingungen hin will ich sie nicht und kann sie nicht annehmen. Welches auch das Resultat sein wird, meine Liebe für Norwegen und meine Gefühle für das norwegische Volk werden immer dieselben bleiben. Ich bitte Sie, diesen Brief zu veröffentlichen. Gustav." Depeschen des Bureau .Herold". Berlin, 13. April. Nach den Hochzeitsfeierlichkeiten in Coburg wird Kaiser Wilhelm zunächst nach der Wartburg zur Auerhahnbalz reisen und sich von da nicht direct nach dem Neuen Palais begeben, sondern vorerst noch auf einige Tage von der Wartburg aus der Besitzung des Grafen Görtz einen Jagdbesuch abstatten. Berlin, 13. April. Nach neueren Nachrichten trifft die Kaiserin mit den kaiserlichen Kindern am 28. April aus Abbazia auf der Wildparkstation ein und wird sich von dort zu längerem Aufenthalte nach dem Neuen Palais begeben. Berlin, 13. April. Dem auf der Rückreise nach Ostafrika begriffenen Oberführer der Schutztruppe, Freiherrn von Manteuffel, wird wahrscheinlich, wie die „Kreuzzeitung" erfährt, für den abberufenen Major v. Wrochem die Stellvertretung des Gouverneurs übertragen werden. Berlin, 13. April. Im Unterrichtsministerium wird ein Verbot der Führung des Doctortitels für Preußen vorbereitet, sofern derselbe nach minder strengen Vorschriften als denjenigen der preußischen Universitäten verliehen worden ist. Wien, 13. April. Kaiser Wilhelm traf um 11 Uhr, von Kaiser Franz Joseph und sämmtlichen Erzherzögen empfangen, ein. Kaiser Wilhelm küßte zweimal den Kaiser Franz Joseph, dann die Erzherzöge. In offener Hofequipage erfolgte die Fahrt zur Hofburg. Kaiser Wilhelm, der von der südlichen Sonne tief gebräunt ist, trug österreichische Husarenuniform, Kaiser Franz Joseph und die Erzherzöge preußische Uniform. Fortgesetzte enthusiastische Hochrufe begleiteten die beiden Herrscher auf ihrer Fahrt zur Hofburg. Wien, 13. April. Kaiser Wilhelm wird nach der Hofoper die Herren der deutschen Botschaft zu Thee und Bier einladen. Wien, 13. April. Beim Frühstück im Offiziercastno des 7. Husarenregiments brachte der Regiments- Oberst einen längeren Toast auf den deutschen Kaiser aus. Kaiser Wilhelm antwortete, daß es ihn unendlich gefreut habe, sein Regiment besuchen zu können. Er sei sowohl von der Mannschaft, als auch vom Pferdematerial außerordentlich befriedigt. Seit dem Distanzritt Wien - Berlin habe die Cavallerie große Fortschritte gemacht. Die deutsche Cavallerie habe von der österreichischen viel gelernt. Der Kaiser leerte sodann sein Glas auf das Wohl des obersten Kriegsherrn, des Kaisers Franz Joseph, seines Kameraden und auf das Wohl seines Regimentes. Mit dem Sieger beim Distanzritt Berlin-Wien, Grafen Starhemberg, unterhielt sich Kaiser Wilhelm längere Zeit. Auf die Frage des Kaisers: „Nun, lieber Starhemberg, wie viel Kilo reiten Sie?" antwortete dieser: „62, Majestät." Der Kaiser machte Starhemberg eine silberne Tabatiere mit dem Buchstaben W in Brillanten zum Geschenk. Nach dem Frühstück wohnte der Kaiser noch einigen Hebungen des Regiments bei und fuhr dann bei sämmtlichen Erzherzogen und Erzherzoginnen vor, um denselben Besuche abzustatten. Später begab sich der Monarch nach der Kapuzinergrust, woselbst er am Grabe beS Kronprinzen Rudolf ein stilles Gebet verrichtete und einen Kranz niederlegte. Nach der Rückkehr empfing Kaiser Wilhelm die Besuche der Mitglieder des Kaiserhauses. Um 6 Uhr findet Galadtner, um x/28 Uhr Festvorstellung in der Hofburg statt. Wien, 13. April. Kaiser Franz Joseph hat dem Prinzen Reuß, dem hiesigen deutschen Botschafter, das Großkreuz des Stephanordens in Brillanten verliehen. Söien, 13. April. Bei der Abreise des deutschen Kaisers wird die ganze Wiener Garnison, einschließlich der Offiziere, Parade uni form anlegen. ',-Z Wien, 13. April. Kurz vor der Ankunft des deutschen Kaisers wurde ein verdächtiger Mann arretirt, der sich auf dem Perron des Südbahnhofes in den für die allerhöchsten Herrschaften reservirten Raum eingeschlichen hatte. Der Mann behauptete, Bahningenieur zu sein- er habe sich nur deshalb in den Raum eingeschlichen, um den deutschen Kaiser sehen zu können. Rom, 13. April. Nach der officiösen „Riforma" Hal es sich bei dem angeblichen Interview des „Figaro"» Correspondenten nur um eine Privataudienz gehandelt, die König Humbert demselben gewährt habe. Ein politisches Thema habe der König nicht berührt, nur lediglich einige höfliche Redensarten an die Adresse Frankreichs etngeflochten. Paris, 13. April. In St. Denis hat die Pölzet ein Lager von Explosivstoffen entdeck:. Das Lager befand sich 100 Meter von der Eisenbahnlinie Paris Lille und enthielt zahlreiche Gefäße, Blechbüchsen mit grünem Pulver, Chemikalien, sowie eine zur Explosion fertig geladene Bombe. Die Polizei hat alles nach Paris gebracht, nachdem sie mehrere Tage vergeblich auf der Lauer gestanden hatte, um eventuell das Lager aufsuchende Anarchisten abzufassen. Rewyork, 13. April. Das anhaltende Unwetter fordert immer zahlreicher seine Opfer. An der Küste treiben mächtige Schiffstrümmer. Im atlantischen Ocean ist durch die große Zahl der umhertreibenden ungeheuren Eismassen die Schifffahrt sehr gefährdet. Rewyork, 13. April. Tausende von Arbeitern aus den Jndustriebezirken Pennsylvaniens sind nach Washington auf» gebrochen, wo eine Massen-Demonstration beabsichtigt wird, um die Regierung zur Ergreifung von Maßregeln zur Abhilfe des unter der Arbeiterbevölkerung herrschenden Elends zu veranlaffen. ______________________________ Cocales rrnd provinzielles. Hießen, den 14. April 1894. * * Sitzung Großh. Handelskammer vom 12. April 1894. Anwesend die Herren Koch, Scheel, Gail, Heichelheim, Homberger, Kraatz und Wo rtmann. Der der Kammer von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz zur Begutachtung vorgelegten, an den Bundesrath gerichteten Petition des Vorstandes des kaufmännischen und gewerblichen Hilfsvereins für weibliche Angestellte in Berlin beschloß man sich anzuschließen, insoweit darin die Gleichstellung der Kündigungsfristen für Prinzipale und Angestellte, sowie die Einführung einer Minimalkündigungsfrist von vier Wochen (vorn ersten des Monats bis zum ersten des folgenden Monats) gefordert wird. Mit dem dritten in genannter Petition gemachten Vorschläge, daß dem Handlungsgehilfen vom Tage der Kündigung bis zur Erlangung einer neuen Stellung behufs Bemühung um eine solche täglich eine Stunde freigegeben werde, konnte man sich nicht einverstanden erklären, da die Kammer einmal für eine gesetzliche Regelung dieser Frage ein Bedürfniß in Handelskreisen als nicht vorliegend erachtete, dann aber auch befürchtet, daß mit dieser Vergünstigung leicht Mißbrauch getrieben werden könnte. Die ebenfalls der Kammer zwecks Prüfung mitgetheilten Vorschläge des Verbands reisender Kaufleute Deutschlands zur künftigen Revision des Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuchs bezogen sich vorwiegend auf die Stellung der Handlungsreisenden zu ihren Prinzipalen, sowie auf die Einführung gesetzlicher Bestimmungen über die kaufmännischen Agenten. Die Kammer nar, meist an der Hand practischer Erfahrungen, in der Lage, sich über Jammt» liche Gegenstände gutachtlich äußern zu können. — Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz theilt der Kammer einen Auszug aus dem Jahresberichte des Kaise r l. Vice-ConsulatS Quezaltenango für das Jahr 1893 mit, um denselben etwaigen Interessentenkreisen zugängig zu machen. Es sind darin über die mangelhafte Verpackung deutscher, zum Export bestimmter Maaren Klagen geführt und Rathschläge für die Herstellung einer allen Anforderungen genügenden Waarenverpackung ertheilt. Dieselben liegen den Interessenten, welche man zur eingehenden Instruction in dieser Hinsicht auch auf die in dem Consular - Reports (Vol. 44 Nr. 160) des Staatsdepartements in Washington veröffentlichten Berichte der Consuln der Vereinigten Staaten hinweist, auf dem Büreau der Kammer zur Kenntnißnahme offen. Letztere ist zur näheren Auskunftsertheilung hierüber, ebenso wie über weitere ihr zugekommene Mittheilungen über zweifelhafte Firmen im Ausland, insbesondere der Türkei und Großbritanien, gerne bereit. — Das Bank und Speditionshaus Knauth, Nachod u. Kühne in Leipzig und New-Aork stellt gelegentlich der demnächstigen Einführung des neuen Zolltarifs der Vereinigten Staaten für den Exporthandel nach letzteren feine Dienste hinsichtlich der Spedition und Verzollung von Waarensendungen, namentlich der Empfangnahme letzterer in Consignation, den Exporteuren zur Verfügung. — Der Gastwirtheverein für Friedberg und die Wetterau bittet die Kammer um Stellungnahme gegen die von der Regierung beabsichtigte Wiedereinführung der Weinsteuer für die Finanzperiode 1894/97. Die Kammer hat sich bereits gelegentlich anderer dahingehender Petitionen durch eine Eingabe an die Zweite Ständekammer gegen dieses Project erklärt und wurde den Petenten entsprechende Mit- theilung gemacht. — Der Vorsitzende berichtet sodann über die am 29. v. Mls. in Darmstadt stattgefundene Sitzung des hessischen Eisenbahnbeiraths, welche ausschließlich der Revision der Sommerfahrplan - Entwürfe der Main- Neckar-Bahn, Hess. Ludwigs-Bahn und Oberhessischen Bahnen galt. Den Directionen der beiden erstgenannten Bahnen hat es beliebt, einige Personenzüge ausfallen zu lassen (anstatt den Sommerfahrplan reicher auszustatten), welche Maßregel zu scharfen Protesten Veranlassung gab, sodaß zu erwarten ist, Großh. Ministerium werde die geplanten Verkehrserschwerungen nicht zulassen. Um berechtigten Wünschen bezüglich der Fahrpläne der Oberhessischen Bahnen nach Möglichkeit zu entsprechen, wurde es von Seiten des Herrn Regierungsvertreters als zweckmäßig erachtet, daß die Direction derselben alsbald eine Revision des Fahrplan- Entwurfs, unter Zuziehung des Herrn ProvinzialDirectors Freiherrn v. (Sagern, des Herrn Oberbürgermeisters Gnauth und des Vertreters der Handelskammer, vornehme. * * Wohlthätigkeit • Concert, Donnerstag ben 26. April. Nach langer Pause sind wir heute in der angenehmen Lage, unseren Lesern von einem größeren musikalischen Unternehmen berichten zu können. Der Sängerkranz hatte anläßlich seines Stiftungsfestes im verflossenen Winter unter Franz Bauers Leitung, im engeren Kreise „Die Erste Walpurgisnacht" von Mendelssohn zu Gehör gebracht. Die vorzügliche Aufführung machte schon damals allgemein den Wunsch laut, dieses prächtige Chorwerk (gemischter Chor) durch Wiederholung in einem öffentlichen Concert weitere« Kreisen zugänglich zu machen. Der Sängerkranz hat m dankenswerther Weise dieser Anregung entsprochen und sich entschlossen, damit gleich der Wohlthätigkeit zu dienen. Die Walpurgisnacht ist kein Abend füllendes Werk, eS werden also weitere Gaben aus dem Gebiete der Orchester- und Männergesangsliteratur hinzutreten. Das musikalische Publikum wird dieses schöne, edle Unternehmen zweifellos mit Freuden begrüßen und sein Jntereffe daran durch einen Besuch des Concertes betätigen. In den nächsten Tagen werden wir im Jnseratentheil alles Nähere bringen. * * Hessischer Feuerwehrtag. Die Festlichkeiten zum hessischen Feuerwehrtage finden am 11., 12. und 13. August in Gießen statt. Näheres wird noch bekannt gemacht. * * Feuer. Seit heute Vormittag 8 Uhr wüthet in Großen-Linden ein größeres Schadenfeuer. Heber den Umfang desselben konnten wir Näheres noch nicht erfahren. * * Zur Theiluahme au den Eiuzugsfeierlichkeiteu in Darmstadt gehen Seitens vieler Korporationen, wie der Kriegervereine, der Gießener Studentenschaft, der Schützen rc. aus vielen hessischen Orten fortwährend zahlreiche Meldungen zur Betheiligung an der Spalierbildung reff), an dem nach Aufhebung des Spaliers sich bildenden Zuge ein (etwa 10 Minuten nach Vorbeifahren des Großherzoglichen Paares und des Hofstaates formieren sich die Spalierstehenden in geordneten Reihen zum Zuge). Es steht so zu erwarten, daß ein ungeheuerer Menschenstrom sich von allen Seiten nach der festlich geschmückten Residenz in Bewegung setzen wird. Mit den Vorbereitungen zur Ausschmückung hat man schon an vielen Stellen begonnen; ebenso wie diese eine allgemeine und großartige zu werden verspricht, wird es auch mit der Illumination der Fall sein. * * Au die freiwilligen Feuerwehren des GroßherzogthumS ist von Seiten der Darmstädter Wehr eine Einladung zur Betheiligung an den Empfangsfeierlichkeiten beim Einzuge Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs nebst Gemahlin ergangen. Dieser Einladung wurde von überall her zahlreich entsprochen, so daß die freiwilligen Wehren, welche selbstverständlich in Uniform erscheinen, in stattlicher Anzahl vertreten sein werden. Die Darstämdter Wehr hat für den Einzugstag die Capelle Engel engagirt und wird Morgens 9 Uhr vom Hofe der Realschule aus mit ihren Spielleuten und der Musik nach den Bahn» Höfen ziehen und die auswärtigen Kameraden abholen. Nachmittags von 3 bis 7 Uhr Concert und gemüthliches Zusammensein in Ritserts Saal resp. Garten. Die Wehren, welche mit anderen Gelegenheiten ankommen, werden ersucht, sich im Hofe der Realschule, oder an den Bahnhöfen einzufinden, von wo aus nach dem Aufstellungsplatz marschirt wird. * * Die Postillone aus dem Großherzogthum, welche bei dem Einzuge des Allerhöchsten Paares am 20. d. Mts. vor dem Wagenzuge herreiten werden, sind bereits in Darmstadt zusammevgezogen und halten täglich Hebungen im Reiten und Posthornblasen. Die Pferde für dieselben werden von der Cavallerie gestellt. * * Gebrauchsmuster-Eintragungen. Zimmerofen mit einem mit der Feuerthür zwangläufig verbundenen Luftzusührungs- schieber, Eisenwerk Hirzenhain H. R. Buderus in Hirzenhain, 22. Februar 1894. Faßverschluß, bestehend aus einer Büchse mit Nasen und Nuten am unteren Rand und einem Spund mit Querriegel, Wilhelm Habicht, Bau- und Maschinenschlosserei in Schlitz, 6. Dezember 1893. * * lieber den Bahnunfall bei Kinzenbach wird von Augenzeugen Folgendes berichtet: Auf der Bahnstrecke befindet sich kurz hinter Kinzenbach, nahe bet der Haltestelle „Abendstern" ein Hebergang, der, da auf der Bahn der Secundärbetrieb eingeführt ist, nicht überwacht wird. Dieser Hebergang wurde zu der oben genannten Zeit von einem mit 2 Kühen bespannten Fuhrwerk passirt, während zugleich ein Güterzug sich derselben Stelle näherte. Von Selten des Zugpersonals wurde alles Mögliche gethan, um den Führer des Fuhrwerks, welcher auf demselben saß, auf das Heran- nahen des sehr langsam fahrenden Zuges aufmerksam zu machen- cs wurden Warnungssignale mit der Dampfpfeife der Locomotive gegeben, die Glocke der Maschine läutete in verstärktem Tempo — allein es half Alles nichts. Der Mann scheint entweder fest eingeschlafen gewesen zu sein oder sich zur Zeit nicht im Besitze eines normalen Hör- und Sehvermögens befunden zu haben. Er fuhr nicht weiter und so erfolgte denn, trotz des Bemühens, den Zug noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen, ein Zusammenstoß, bet welchem beide Kühe des Fuhrwerks getödtet, das letztere zertrümmert und der Führer des Wagens verletzt wurde. Nach dem Zusammenprall fuhr die Maschine nur noch wenige Schienenlängen weiter, dann blieb sie stehen. Nach dem, was bis jetzt über den Vorfall bekannt ist, dürfte es als feststehend anzusehen sein, daß das Zugpersonal eine Schuld an dem bedauerlichen Hnfall nicht trifft- von seiner Seite ist alles Mögliche gethan worden, um das HnglÜck zu verhindern. Am wahrscheinlichsten dürfte die Annahme fein, daß der Mann leichtsinniger Welse auf seinem Wagen geschlafen hat- für diesen Umftanb spricht auch eine Aeußerung, die er nach seinem Sturz auf den Erdboden gethan haben soll: „Was ist denn da Passirt", — soll er ganz verwundert gemeint haben. -1-. Daubringen, 14. April. Wie aus sicherer Quelle verlautet, wird unser zweiter Lehrer, Herr Eimer, bald von hier scheiden, und eine Lehrerstelle in Altendorf a. d. Lda. übernehmen. Herrn Eimer, ein solider, ordnungsliebender Mann, der nicht nur während der Hnterrichtsstunden ein wachsames Auge für feine Schüler hatte, dürften auch die Herzen in feiner neuen Gemeinde Allendorf bald zugethan sein. X Grebenhain, 5. April. Heute fand zum ersten Mal die seither in Lauterbach abgehaltene Aushebung der Rekruten statt. Ein Handelsmann, der an einem, mit laut singenden jungen Leuten besetzten Wagen vorbeikam, MNvfin m\t thtm ,tn LufizuMmgt- erus in Hirzenhain, nb auS einer Büchse und einem Spund u- und Maschinen- et Fr? d,eren ’u Seiten, iv --T ’m*- 4 ""d 13. ””f 8toa.it W Witin jg U(6tr ' * -rlihn». t» 'onen/ wie btt 'Oknttnschaft fortwährend tx Epalierbtldua, ”? bildenden der @ro6, tatttuWi die 'N), feitet i°>knstroui fii) w ■ Residenz in tungen zur «uS- begonnen ebenso werden veffpncht, r Fall sein. GroßherzogthumS w Einladung zur len beim Einzuge 'emahlin ergangen, rhlreich entsprochen, elbstverftändlich in ctrelen sein werden. 'S die Capelle Engel Svse der Realschule ik nach den Bahnen abholen. Nach« । gemüthlicheS Zu- en. Die Wehren, en, werden ersucht, i Bahnhösrn einzu« platz marschirtwird. iogthum, welche bei n 20. d. Mts. vor rtitv in Darmstadt mögen Im Weiten •Iben werden von nzenbach wird von der Bahnstrecke be- bei der Haltestelle mf der Bahn der vacht wird. Dieser n Zeit von einem während zugleich . Pon Seiten deS ,n, um den Wx &, aus daö heran, nges ausmerksam zu nit der Dampspse'/e Alles nW ck° $»' unh “iit Wit« “»1” W "4,± M bn l-.«- HW#; seiner °h--« Stofen h"! Wo9 tit er na» (jrn* T Was u. r. «Ä» L Intet’* „ „4 hli vurde von einem derselben durch einen Steinwurf auf den Kopf lebensgefährlich verletzt. Der Thäter konnte noch nicht meitlctt werden. △ Maioz, 13. April. Jo der Zweiten hessischen Stände- kammer hat der Abgeordnete Dr. Schmidt von hier verflossene Woche eine Reihe schwerer Mißstände der rhein- hessischen Justizverwaltung zur Sprache gebracht. Diese öffentliche Rüge, welche in der Zweiten Kammer einiges Aufsehen erregte, hat rasch Erfolg gehabt, indem bereits ein Rescript des Ministeriums hierher gelangt ist, durch welches die kritisirten Mißstände theilweise Abstellung finden. — Aus Anlaß der Hochzeit des Großherzogs findet kommenden Donnerstag unter Mitwirkung des städtischen Orchesters hier eine Festversammlung statt, welcher die Spitzen der Behörden sowie die Stadtverordneten anwohnen. — Bei dem bevorstehenden deutschen Bundes schießen wird auch der älteste deutsche Schützenverein, nämlich der im Jahre 1501 gegründete Schützenverein von Stadt-Prozelten a-n Main, in corpore hier erscheinen. Die erste Fahne des Vereins existirt noch und wird solche mit hierher gebracht werden. vermischtes. • Srrakfurt a. 91., 13. April. Als achtes Opfer der Brandkatastrophe in der Gutleutstraße erlag heute der Optiker Schlesicky een. seinen beim Sprung ins RettungStuch erlittenen Verletzungen. Eine gebrochene Rippe war ihm in die Lunge gedrungen. * Berlin, 13. April. Heute Morgen wurde auf der Landstraße in der Billencolonte Grünewald eine junge Frauensperson, anscheinend eine Krankenpflegerin, mit durch- schnittenem Halse tobt aufgefunden. Wahrscheinlich liegt ein Lustmord vor- der Thäter ist noch unbekannt. * Brussel, 13. April. Im Dorfe Ehill explodirte bei einer Hochzeitsfeier beim Abbrennen eines Feuerwerks ein Mörser. Die Neuvermählten und vier Gäste wurden getödtet, 15 Personen schwer verletzt. M»SMO aus den StanbwwtMweHtem xt eutt Snfetbott. April: 9. Dr. Otto Heinrich Mr, pract. Arzt dahier, mit Auguste Karoline Elise Emma Ida Lledrtch bterselbst. 10. Georg Karl Philipp Wagner, Pfarrverwatter zu Gelnhaar, mit Thekla Dorothea Luise Ferber Hierselbst. 11. Georg Emtl Baum, Schuhmacher dahier, mit Anna Katharine Herrmann hierselbst. 12. Heinrich Jacob Gustav Ruppel, Kaufmann dahier, mit Karoline Louise Wilhelmine Demulh hierselbst. 12. Christian Rtegelmann, Restaurateur dahier, mit Margarethe Engel hierselbst. 12. Carl Ferdinand Schädel, Mechaniker zu MooSburg, mit Maria Schupp hierselbst. 13. Justus Wenzel, Taglöhner dahier, mit Anna Margarethe Grau hierselbst. Gabore««. April: 2. Dem Wetnhändler GUHelm Emil Schwall ein Sohn. 4. Dem BeztrkSbauausseher Senßfelder ein Sohn, Georg Ludwig. 5. Dem Gerber Martin Friedrich eine Tochter, Lina Johanna Emilie. 6. Dem Postschaffner Louis Rühl eine Tochter, Ottilie Anna Luise. 9. Dem Etsendreher Conrad Graulich ein Sohn. 9. Dem Schneider Robert OSkar Emil Gäitner eine Tochter, Ottilie Anna Josephine. 9. Dem Bäckermeister Johanne« Peter Pfeiffer ein Sobn, Karl Hermann Paul. 11. Dem Schwimmlehrer Andreas Rödel eine Tochter, Kälhchen. StHorbnu. April: 7. Minna Hochstätter, 17 Jahre alt, ledig, dahier. 9. Adam Fink, 75 Jahre alt, Wöchter dahier. 9. Eltsabcthe Margarethe Freitag, 5 Jahre alt, Tochter von Weichensteller Karl Freitag dahier. 9. Katharine Rock, 68 Jahre alt, Wtttwe von Lanvwirlh Ludwig Rock zu Queckborn. 10. Kath. Schupp, 3 Jahre alt, Tochter von Zimmermann Peter Schupp von Ehringshausen, Kreis Wetzlar. 10. Katharine Pfeffer, 17 Jahre alt, ledig, von Annerod. 11. Käthchen Rödel, 7 Stunden alt, Tochter von Schwimmlehrer Andreas Rödel dahier. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt (Siesten. Evangelische Gemeinde. Getaufte. MatthäuSgemeinde. Dm 8. April. Dem Buchhalter Wilhelm Jakob Rau ein Sohn, Karl Emil, geboren den 7. März. Denselben. Ein unehelicher Sohn, Karl Robert, geborm den 5. Februar. Verkehr, Land- und VoUswirthschaft. Gtetze«. 14. April. Marktbericht- Aus r»em heuttacn Wochemrurrkt kostete: Butter pr. Pfd- X 0,90—1,00, Hühnereier 1 Stück 5 4’, 2 Stück 9 4, Käse pr. St. 5-8 4, Käsematte pr. St. 8 4, Erbsen vr. Liter 17 4, Linsen pr. Liter 80 4, Tauben pr Paar X 0,80—1.00, Hühner pr. Stück X 1,00—1.30, Hahnen pr. St. X 1,40-1,70, Enten pr. St- X 1,80 bi« 2,20, Ochseusleisch pr. Pfd 65—72 4, Kuh, und Rindfleisch pr. Pfd. 60— 4. Schweinefleisch pr. Pfd. 60—70 4, Kalbfleisch pr. Pfd- 60---- 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 50—68 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00—5,00 X, Weißkraut pr Stück 4 -10 A. Zwiebeln pr. Gentner 10,00—12,00 X. Milch pr. Liter 16 20 A, Enteneier 2 Et. 11 4, Gänseeter 10 4. Lokasgemeinde. Dm 8. April. Dem Procurist Konrad Schmidt II. eine Tochter, Lina Elisabeth Henni, geboren den 18. Februar. Dm 12. April. Dem Wagner Louis Fader ein Sohn, Ernst Ludwig Friedrich, geboren den 26. März. — JohanneSgemeinde. 13. April. Dem HtlfStnemser SmU Günther eine Tochter, Elisabeth Wilhelmine Katharine, geboren dm 4. Februar. veerdtgt«. MarkuSgemetnde. . , Dm 11- »PrtL Adam Fink, Wächter, alt 75 Jahre, starb den 9. April. LukaSgemetnde. _ Dm 8. April. Friedrich Schröder, Friseur, Sohn de» Postschaffner» Karl Schröder, alt 19 Jahre, starb den 5 April. Dmielbm. Katharina Wegerle, geb Oswald, Ehefrau de» WetchmstellerS a. D. Jakob Wegerle, alt 47 Jahre, starb den 5. Apiit. Dm 9. April. Mwna Hochstätter, Tochter de» Kaufmann» Max Hochstätter, alt 17 Jahre, starb den 7. April. Dm 11. April. Elisabeth Margarethe Freitag, Tochter deS Weichmsteller» Karl Freitag, alt 6 Jahre, starb den 9. Avril. Apotheker A. Flügge’s ____ —__ Myrrhen- Creme 1 Deutsches Reichepatent No. 63 692. von 1200 dtMschcn Proscssorcn unb klerztcn geprüft u. empfohlen. (Man lese die Broschüre mit den Gutachten, welche dorr Flügge & Co. Frankfurt a. M. gratis zu bejieben Ift.) Neueste u- wlrkungsvoHste □MF" Wundheilsalbe da absolut unschädlich und daher Bor-, Vaseline-, Glycerine-, Oarbol-, zink- u. o- Balben vorzuziehen. Erhältlich 1 Mk. 1.— u. in Tuben zu 50 Psg. In den «pothekea. Die Verpackung muh die Patent-Nr. 68 6M tragen. 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Die Richtigkeit der Abschrift der Ur» theilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit desUrtheils bescheinigt. Gießen, den 6. April 1894. Gkrichtsschreibkr des Krohh.-aabgerichts, StrastamWek: 3331