Donnerstag den 15. Februar 1894 Nr. 38 Erstes Blatt Licrtellähnger Keneral-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für beit ICrcts Gieszen chratisöeitage: chkeßener Aamitienbkätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Die Gießener Aamikiendlälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Mning. ite ab Kirchen- e des Herrn Ge« Hafer. raichink-r, chuhmacher. Der Antrag auf Zurückverweisung wird abgelehnt, der Rest dec dauernden Ausgaben angenommen. Morgen: Anträge betr. Abänderung deS Wahlgesetzes. Ter chiehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Gießener A «zeig er “ Bringerlobn. Durch die Post bezogeic 2 Mark 50 Pfg. Rcdaction, Expeditioir und Druckerei: ^chukstrahc THr.7. Fernsprecher 51. Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehinen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutscher Reich. Darmstadt, 13. Februar. Aus London wird der „Darmstadter Ztg/' unterm Heutigen berichtet: Nach sehr stürmischer Ueberfahrt sind II. K. Gr. HH. der Großherzog und die Prinzessin Alix nebst Gefolge heute früh ! 4i/g Uhr gut in Dover angekommen, wohin von Ihrer I Majestät der Königin Lord Edward Pelham Clinton zum Empfang der Allerhöchsten Herrschaften gesendet worden war. Die Ankunft in London erfolgte 71/« Uhr Vormittags. Am Bahnhofe der Victoria-Station waren Se. Durchlaucht der I Prinz und Ihre Großherzogl. Hoheit die Prinzessin Ludwig von Battenberg zur Begrüßung erschienen. | Berlin, 13. Februar. Der Kaiser gedenkt am 20. d. M. gegen Mittag in Wilhelmshaven einzutreffen, nachdem er unmittelbar vorher dem Großherzog von Oldenburg einen Besuch abgestattet haben wird. Man irrt wohl nicht in der Annahme, daß der kaiserliche Herr beabsichtigt, anläßlich dieses bevorstehenden Ausfluges nach Wilhelmshaven dem Fürsten Bismarck den angekündigten Gegenbesuch in Friedrichsruh abzustatten. — Die Dresdener Meldungen über den Verlaus der | jüngsten Krankheit des Königs Albert lauten fort- gesetzt recht beruhigend. Man ist in der Umgebung deS hohen Herrn voller Hoffnung, daß sich die Krankheits- erscheinungen bald gänzlich verlieren werden. Kaiser Wil« Helm läßt sich täglich über das Befinden des ihm so eng befreundeten sächsischen Monarchen telegraphischen Bericht erstatten. — Die Angelegenheit des deutsch-russischen Han- delövertrages beherrscht jetzt vorwiegend unser politisches Leben, und dies wird wohl bis zur definitiven Erledigung deS Vertrages im Reichstage auch nicht anders werden. Vorläufig ruht der russische Handelsvertrag allerdings im Schooße deS Bundesraths, dafür beschäftigt man sich aber im Lande sehr lebhaft mit demselben. Bon Seiten der Freunde und Anhänger deS Vertrages ist zu dessen Gunsten eine ungemein intensive Bewegung in die Wege geleitet worden und es liegen in dieser Richtung bereits zahlreiche Kundgebungen von Handelskammern, industriellen und gewerblichen Vereinen usw. vor. Sollte diese Bewegung, wie eS den Anschein gewinnt, in den nächsten Wochen noch weiter zunehmen, so dürste sich der Reichstag ihrem Einflüsse bei Berathung des russischen Vertrages schwerlich ganz entziehen können. — Zum Mitglied der Commission für Arbeiter- statistik für die gegenwärtige Legislaturperiode ist vom BundeSrath der RcgierungSrath bei der Großh. hessischen Provinzialdirection Starkenburg Dr. Frhr. v. Gemmingen gewählt worden. Neueste 2lad>ricbtcii. Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau. Königsberg, 13. Februar. Durch den gestrigen orkanartigen Südweststurm hat das Haffets Hölzer von Cosfe aus in den Pegel getrieben, der gestern den höchsten Wasserstand seit 1801 erreichte. Außer der Grünen Brücke sind auch die änderen theilweise selbst für Fußgänger gesperrt. Bei dem Versuch, Keller zu verstopfen, sind drei Besitzer umgekommen. 13 Hinterhäuser mußten vollständig geräumt werden. Der Baumschaden ist sehr bedeutend. Heute Nachmittag trat heftiger Schneefall ein. Nachmittags ist langsames Fallen des Wassers bemerkbar. Prag, 13. Februar. Omladinistenprozeß. Die Verhandlung wird heute in Abwesenheit der Angeklagten, welche Disciplinarstrafen erhielten, fortgesetzt. An Stelle der gleichfalls abwesenden Vertheidiger ist vom Gericht ein Vertheidiger bestellt. Der Staatsanwalt legte in seinem Schlußplaidoyer dar, daß weder ein politisches, noch ein nationales Streben aus den Thaten der Angeklagten, sondern einfach gemeine Verbrechen gegen die Dynastie, den Staat, die Religion, die Bürger, sowie die behördlichen Organe hervorgingen. Die antidynastischen und aniiösterretchischen Anschläge der Angeklagten seien wohl mit Erfolg abgewehrt, allein die Gefährlichkeit liege darin, daß ein solches Treiben auf die Massen Einfluß ausüben und deren loyalen Gesühle abstumpfen könnte. Niemand sei wegen seiner politischen oder nationalen Gesinnung verfolgt, sondern der Untergrund der Anklage sei nur die gemeine Missethat. Daß cs nicht Jugendstreiche gewesen, welche die Angeklagten aussührten, bezeuge der an Mrva verüble Mord. Der Staatsanwalt wies sodann nach, daß Mrva weder ein agent provocateur gewesen, noch im Polizeidtenst gestanden habe. Paris, 13. Februar. Der Urheber der Explosion im Terminus Cafe gestand vor dem Untersuchungsrichter, sich einen falschen Namen betgelegt zu haben, weigerte jedoch hartnäckig, seinen richtigen Namen zu nennen. Nach zweistündigem Verhör, wobei er sich sehr herausfordernd benahm, wurde er nach dem Gesängniß Mazas gebracht. Es wird behauptet, der Attentäter komme aus England und gehöre, wie aus gewissen Merkmalen seiner Ausdrucksweise hervorgehe, nicht dem Arbeiterstande an. Der Zustand der Verwundeten, auch der Schwerverletzten, ist nicht gesahrdrohend. Paris. 13. Februar. Der Minister des Innern deco- rirte den verwundeten Polizeiagenten, welcher Lebreton verhaftete. Die Identität des letzteren ist noch nicht fest- gestellt- er behauptet, er sei aus Saragoffa. Die Bombe ist noch nicht analysirt. Paris, 13. Februar. Waldeck - Rousseau wurde heute Nachmittag im Justizpalaste von Baron Frisch de Fels ge ohrfeigt. Der Baron ist der Gemahl der Schwester Lebaudhs, welche Waldeck-Rouffeau kürzlich bei der Verthei- digung Lebaudys gegen dessen Stellung unter Curatell in ihrer Ehre gekränkt haben soll. Loudon, 13. Februar. Dem Bureau Reuter wird aus Kairo von heute telegraphirt, daß dort der Pianist HanS von Bülow gestern Abend g e st o r b e n ist. Depeschen deS Bureau .Herold". Berlin, 13. Februar. Wie die „Nat.-Ztg." hört, steht es nunmehr fest, daß der Kaiser anläßlich seiner Reise nach Wilhelmshafen zu der dort am 20. l. Mts. stattfinlenden Jubiläumsfeier den Fürsten Bismarck in Friedrichsruhe besuchen wird, entweder auf der Hin- oder auf der Rückreise. Berlin, 13. Februar. Wie verlautet hat das Staats - ministerium dem Anträge auf Aufhebung der Staffeltarife zugestimmt. Die für heute in Aussicht genommene Kronrathssitzung hat nicht stattgefunden. Berlin, 13. Februar. In einer Versammlung führte der Abg. Prof. Paasche aus, daß in Betreff der Tabak- Fabrikatsteuer von den Nationalliberalen nur süddeutsche Abgeordnete zum Wort gekommen wären. Die Meinung des größten Theils der Fraction sei gar nicht zum Ausdruck gelangt. Die Wähler der mitteldeutschen Staaten würden ihre Abgeordneten schön ansehen, wenn sie ihnen statt Tabaksabrikat- und Weinsteuer erhöhte Matrikularum- lagen brächten. Berlin, 13. Februar. Die Aeltesten der Kaufmannschaft beschlossen in ihrer gestrigen Plenarsitzung, die Resolution zu Gunsten des deutsch-russischen Handelsvertrags- • Entwurfs, die von der am 9. d. Mts. in der Börse abge- j haltenen Versammlung hiesiger Kaufleute und Industriellen ^Aaße 18 * *■& ggr WZ it r*u Aus, M' n E gubt^r' Wstraßr y, -Anzeige^ $artevforn‘ >*** ,n Druck,rel !tr-" '■ Deutscher Reichstag. 48. Sitzung. Dienstag den 13. Februar 1894. Vor Eintritt in die Tagesordnung nimmt Abg. Bebel (Soc.) die von ihm bei Berathung des Etats des Innern aufgestellte Behauptung, daß in Hamburg hohe Staatsbeamte Besitzer öffentlicher Häuser feien, als auf einem Mißverständniß beruhend, zurück. Die Berathung deS Postetats wird mit der Debatte über das Verhalten der Postverwaltung gegenüber dem Post-Asfiftenten- 1 Verband fortgesetzt. Abg. Gröber (Ctr.) beantragt: „Den Reichstag um eine Prüfung der Frage zu ersuchen, inwieweit die dienstliche Stellung der Assistenten verbessert werden kann: insbesondere hinsichtlich beschleunigter definitiver Anstellung und betreffs Zulassung zum SecretärserLmen." Redner rügt, daß die Verwaltung überhaupt bei den Beamten inquiriren lasse, wer von ihnen dem Assistenten- oerbande angehöre, und daß die Zugehörigkeit zu dem Verbände Nachtheile, wie Strafversetzungen, im Gefolge habe. Es liegen unhaltbare Zustände vor. Die Unzufriedenheit der Assistenten ist nicht nur durch finanzielle Ursachen, sondern durch die ganze Stellung dieser Beamtenklasse hervorgerusen. Röthig sei vor Allem Gleichstellung mit den Milttäranwärtern in Bezug auf Zulaffung zum Secreiar - Examen. Es befinden sich unter den Assistenten Viele, die evensogut eine allgemeine wissenschaftliche Bildung aufzuwersen haben, wie Leute, die das Fähnrich-Examen gemacht oder die Prima einer höheren Schule durchgemacht haben. Dadurch, daß man, im Gegensatz zu anderen Verwaltungen, den Assistenten im Postfach die Zulassung zum Secretärexamen principiell verwehrt, wird der ganze Stand herabgedrückt. Auch die feste Anstellung der Assistenten läßt zu lange auf sich warten. Auf den Assistenten lastet eine große Verantwortlichkeit; es geht viel Geld durch ihre Hände. Deshalb sollte man die Ursachen berechtigter Unzufriedenheit um so eher beseitigen. Wo ein guter Wille vorhanden ist, findet sich auch eine Verständigung, welche dem Frieden dient, indem sie berechtigten Interessen entspricht. (Beifall.) Director Dr. Fischer bemerkt zu dem vom Vorredner erwähnten Fall Funk, der Ungehorsam des Genannten habe darin bestanden, daß er wider ausdrückliches Verbot Sendungen des Ässistenten-Verbandes weiter befördert hatte. Die Assistenten haben bet ihrer diätartschen Beschäftigung im Alter von 21—22 Jahren an zunächst sechswöchentliche Kündigung, nach 4Va bis 48/< Jahren dreimonatliche Kündigung, wenn sie später Ober-Assistenten werden, baden sie lebenslängliche Anstellung. Bei keiner anderen Verwaltung liegen die Verhältnisse so günstig. Entlassungen kündbarer Beamten Pros. Phöbus ) zu machen bei . Hoffmann. STöMt« * l23 Garte« ,erWGE jenbrauerey fochten. ich Bimon icW* ,, -rmiethen^' Bleitßraße s öhnuirgr Der ” Zimmern »dteinrichttmß äumige »am. »aMlntl, per Mltn. kdama-egz. >tod, Schvttslrahe Zimmern ott zu vermiethen. Echottstraße 19. inner mit (Sabinet öweiWsse 11. metjuoermittbtn. BleichstraSe 3. n Herrn W. Fritsch ohne Lager, auf ig zu vermietben. ter Schmidt eltersweg 83. Wohnung zu vn- Änbenvlatz 8. Löwengasse 11. finden nur aus schwerwiegenden Gründen statt. Unser System bat sich durchaus bewährt: weshalb wollen Sie uns nöthtgen, unser Reglement zu ändern d Den Milttäranwärtern können wir ihre durch lange Dienstzeit erworbenen Rechte doch nicht ohne Weiteres entziehen. Mit der Resolution werde die Agitation unter den Assistenten nur geschürt. Abg. Gröber: Daß die Kündigung eine sechswöchentliche bezw. dreimonatliche isi, besagt gar nichts; der Mann bekommt aber dann noch aus kurze Zeit Gehalt und wird dann hinausgeworsen. Den Militär anwä, lern sollen ihre alten Rechte nicht genommen, diese Rechte sollen nur auf wissenschaftlich ausreichend qualificirte Civllanwärter ausgedehnt werden. Abg. v. Leipziger (cons.): Wir werden die Resolution, die ja erst in dritter Lesung zur Abstimmung kommt, wohlwollend prüfen. Wenn Verbands- und Nichtverbands-Mitgtieder verschieden behandelt werden, ist das nicht zu billigen. Da das Aufrücken in Secretär- slellen doch nur eine Gehaltsaufbesserung von 400 Mk. bedeutet, so wird mit Erfüllung dieses Wunsches die Agitation des Verbandes jedenfalls nicht aufhören. Dtrector Dr. Fischer bestreitet, daß Berbandsmitglieder und Rtchtmitglteder verschieden behandelt werden. Die Bevorrechlung der Militäranwärter sei eine in der preußischen Militärverfassung begründete Tradition, an der zu rütteln kein Anlaß vorliege. Der Titel „Postassistenten" wird genehmigt; die Abstimmung über die Resolution Gröber erfolgt in der dritten L sung. Bei dem Titel „Postoerwalter" wünschen Abgg. Schwarze (Ctr.) und Gras Ortola (natl.) Aufbesserung dieser Beamten. Director Dr. Fischer erwidert, seit 1870 sei das Durchschnittsgehalt der Postoerwalter um 138'/, pCt. gestiegen. Bei der Gehaltserhöhung von 1890 sei keine Beamtencategorie gleich gut bedacht worden. Beim Titel „Telegraphistinnen" bemängelt Abg. Bebel, daß die weiblichen, namentlich im Telephondienst beschäftigten Beamten im Gehalt erheblich niedriger ständen als die männlichen Beamten, auch im Urlaub zurückgesetzt seien. Director Dr. Fischer erwidert, das Gebalt dieser Damen, das anfänglich 900 Mark betrug, sei «n diesem Etat auf 1500 Mark gesteigert. Sie würden auch principiell nicht anders behandelt wie die männlichen Beamten ihres Dienstalters. Bei dem Titel „Postunterbcamten" führt Abg. Schönlank (Soc.) Beschwerde darüber, daß diesen Beamten für den anstrengenden Nachtdienst, der von jedem Privat Unternehmer höher bezahlt wird, । als die Tagesarbeit, keine besondere Entschädigung gewährt werde. Abg. Singer (Soc.) bemängelt, daß bei den Postämtern 3. Klasse die Gehälter niedriger als bei andern Postämtern seien, ebenso die Kleider kassenbeilräge, und fragt, wie viel Unterbeamte fest angestellt sind. Director Dr. Fischer: Die Directoren sind angewiesen, darüber zu wachen, daß die Unterbeamten nicht überlastet werden. Militär- und Cioilanwärter würden hier gleicherweise behandelt; von beiden wird von der Anstellung eine 15jährige Dienstzeit verlangt. I Ohne schwerwiegende Gründe wird kein Unterbeamter entlassen. ES I liegt übrigens eine schriftliche Erklärung von Beamten vor, die sich | entschieden dagegen verwahren, daß sich die Soctaldemokraten als I Vertreter der Postbeamten geriren. Abg. Schönlank (Soc.): Die Unterbeamten sind schlecht I gestellt; die Herren rechts haben mit ihrem eigenen Nothstand genug | zu thun, da müssen wir uns der Roth der Leute annehmen. I Abg. v Kardorff (Rp): Bei einer Zahl von 140 000 Unter- I beamten ist es ein Zeichen dafür, daß die Leute zufrieden sind, wenn I nicht mehr Beschwerden kommen, als wir hier hören. Abg. Lenzmann (srs Bolksp.): Der Lohn von 18 Silber- I groschen täglich, den die Landbriefträger bekommen, ist viel zu gering, I dafür arbeitet bei uns im Westen nicht einmal ein arbeitsloser I Vagabund. Bei Verthetlung von Gratificationen kommen die Leute I auch zu kurz. Einem fast 80jährigen Landbriefträger wurde anstatt I der von ihm erbetenen Lohnerhöhung ein Darlehen aus der Post- I beamtendarlehnskasse zu 6pCt. angeboten. Die Kleidung der Land- I briefträger muß der Jahreszeit angepaßt werden. Die Landbrief- trägrr sind recht eigentlich als die Post-Proletarier zu bezeichnen. Director Dr. Fischer weist dieseCharactertsirungzurück. Eine I weitere Gehaltsaufbesserung konnte nicht erfolgen, da kürzlich erst I eine allgemeine Ausbesserung ersolgt ist. Bei dem Titel „Stellenzulagen" tadelt Abg. Dr. Forster I (Ref.-P) die mangelhafte Berücksichtigung einzelner Beamten- I categoiien, namentlich der Unterbeamten, bei Bewilligung der I Zulagen. I Geh. Rath Wittkow erwidert, daß bei den Stellenzulagen eine I besondere Berücksichtigung bestimmter Personen nicht stattfinde. Beim Titel „Zu Erweiterungsbauten" (703 600 Mark) hat die I Commission 70 400 Maik für den Grundstückseiwerb zu einem Post- I gebäude in Wesel gestrichen. Postdirector Dr. Fischer befürwortet die Bewilligung, Abg. Geschcr (cons.) die Ablehnung. Die 70400 Mark werd-n ge- I Titel „Vergütungen" an auswärtige Post- und Telegraphenbehörden, sowie an Eisenbahn-, Dampfschiffs- und Tele- graphen-Unternehmungen beantragt Abg. Müller (fts. VolkSp) | Zurückverweisung des Titels an die Commission, um das verdächtige I Schweigen der Poflverwaltung über Einzelheiten des Titels zu I brechen. , , , _ , , Staatssecreiär v. Stephan erwrdert, es seren neue Kabel- verbindungcn nach Ostafrika und Westafrika geschaffen worden; die Kosten für erstere betrugen 102 000, für letztere 136 060 Mark. Der Depeschenoerkehr war von Anfang an rege und ist in erfreulicher Fortentwickelung. Ohne Kabel find Colonien nicht zu regieren I Uebrigens bin ich zu nähe, er Auskunft in der Commission bereit, : I wenn die Herren wißbegierig sind. , Abg Schmidt-Elberfeld (frs. Bolksp): Die Verhandlungen ; würden mehr gefördert, wenn der Slaatssecretär nicht über die Witz- i U»ne SneWelt zur Auskunftserthetlung, kann aber nicht einsehen, daß die Prüfung der einzelnen Rechnungen Sache der Budgetcommrssion lei. \ Abag. o. Reibnitz (frs. Dolk-p) und Bebel (scc.) befur- i ' warten Commissionsverweffung. angenommen worden ist, nunmehr in 500 Abdrücken dem Präsidium des Reichstages und Bundesrathes, ferner auch dem Reichskanzler und dem preußischen Handelsminister zu übersenden. Der stenographische Bericht über die Verhandlungen wird ebenfalls gedruckt und als Beilage der „Cor- respondenz" versandt werden. Kiel, 13. Februar. Von der Nord- und Ostseeküste werden zahlreiche Schiffsunfälle gemeldet. Gestern Abend verschwand in der Nähe der Küste eine Bark mit neun Personen in den hochgehenden Wogen. Hermannstadt. 13. Februar. In Bi st ritz wurde die Eisenbahnbrücke vom Eisgang weggerissen. Der Fluß Szamos ist aus seinen Ufern getreten und hat große Verwüstungen angerichtet. Triest, 13. Februar. Nach Banquierdepeschen aus Rom unterhandelt die italienische Regierung mit der Steyr'schen Waffenfabrik wegen der Lieferung von P/2 Millionen Gewehren, die Abzahlung soll auf mehrere Jahre vertheilt werden^, Rom, 13. Februar. Der Volkswirthschaftslehrer und Senatok Boccordo schreibt zum deutsch-russischenHan- delsvertrage: Gegenüber diesem FreundschastSbunde verlieren die Verbrüderungsfefte von Kronstadt und Toulon jede Bedeutung. Rom, 13. Februar. Der Kardinalansschuß, der mit der Verwaltung des Peterspfennigs betraut ist, überreichte dem Papste eine Statistik, laut welcher die Einnahmen desselben in steter Abnahme begriffen sind. Paris, 13. Februar. Der Minister des Innern, sowie der Justizminister machten im heutigen Ministerrathe Mittheilungen über die Einzelheiten des gestrigen Bombenattentates. Der Minister des Innern theilte außerdem mit, daß der verwundete Polizist Poiffon, welcher den Attentäter verhaftete, zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden sei. Der Ministerrath beschloß, alle Kundgebungen am Grabe Vaillants, sowie alle öffentlichen Abzeichen auf den Kirchhöfen zu untersagen. Heute Nachmittag 3 Uhr begab sich der Polizeiprä- fect mit zwei Commissaren zum Polizisten Poisson und überreichte ihm das Kreuz der Ehrenlegion. Paris, 13. Februar. Ein heule in der Kammer verbreitetes Gerücht von zwei neuen Dynamitattentaten in der Stadt wurde vom Polizeipräfecten dementirt. Paris, 13. Februar. In Grenoble verhaftete die Polizei einen belgisch en Anarchisten, der sich zu einer Versammlung gelegentlich der Wieder-Eröffnung der Arbeitsbörse begeben und dort eine Rede halten wollte. Derselbe wurde sofort über die Grenze befördert. Brüssel, 13. Februar. Der Verwaltungsrath der Universität beschloß, die Vorlesungen heute wieder aufzunehmen. Alle ausgeschlossenen Studenten sollen wieder ausgenommen werden. In einem Manifest fordert der neue Rector die Studenten auf, die frühere Agitation aufzugeben. Verviers, 13. Februar. Eine colossale Feuersbrunst äscherte vergangene Nacht die ganze Weberei der Firma Dreze ein. Der Materialschaden beträgt über P/2 Million, lieber 1000 Arbeiter sind dadurch arbeitslos geworden. London, 13. Februar. Der orkanartige Sturm, welcher seit Sonnabend ununterbrochen über England weht, hat in allen Landestheilen bedeutende Verheerungen angerichtet. Die stärksten Bäume wurden entwurzelt, die Dächer von Kirchen und Häusern abgehoben und durch die niederstürzenden Trümmer viele Menschen getöbtet oder schwer verletzt. .In Lancashire hat der Sturm mit einer furchtbaren Gewalt ge- wüthel, sodaß ein 60 Meter hoher Schornstein einstürzte und mehrere Schiffe von den Ankern losgerissen wurden. Die in verschiedenen Küstenstädten ausgesandten Rettungsboote haben viele Menschenleben gerettet. Im Canal sind infolge des Orkans bedeutende Schiffsverspätungen und Verkehrsunterbrechungen eingetreten, namentlich zwischen Ostende und Dover. Der Großherzog von Hessen, der sich auf der Reise nach London befindet, hak in Ostende Aufenthalt genommen, um den Sturm abzuwarten. Belgrad, 13. Februar. Große Sensation erregt ein in radicalen Blättern veröffentlichter Brief der Exkönigin Natalie an den jungen König. In dem Schreiben warnt die Königin ihren Sohn vor der Politik Milans. Newyork, 13. Februar. Aus Brasilien wird gemeldet, das Ministerium werde den Belagerungszustand von Rio de Janeiro verlängern. Die Gerüchte über die bevorstehende Minifterk^sis gewinnen immer mehr Glauben im Publikum. Die Insurgenten sollen auf der Insel Rasa vor der Stadt Nictheroy stark verschanzt sein. Die Regierungstruppen erlitten zu Umbu eine schwere Niederlage. Nach einem Verlust von 300 Mann ergriffen sie die Flucht, Waffen, Munition und Lebensmittel hinter sich lassend. Aus dem Verwaltungsbericht der Grotzh. Bürgermeisterei Gießen für 1892/93. Dem Bericht über die Verwaltungsergebnisse des städtischen Gaswerks für 1892/93 entnehmen wir folgendes: Der Gesarnrnt-Gasverbrauch des Betriebsjahres vorn 1. April 1892 bis 1. April 1893 betrug: 783 448 Cbrn., er hat gegen das Vorjahr eine Zunahme von 14 516 Cbrn. erfahren. Eine weitere Vermehrung des Gasverbrauchs wurde infolge des Zusammentreffens ungünstiger Verhältnisse verhindertes sind dies: der auf vielen Geschäften lastende Druck, die Zunahme der Anwendung lichtstarker Gasbrenner, die Einführung der Sonntagsruhe in den Ladengeschäften, die heftige und langandauernde Kälte des letzten Winters mit ihren Unterbrechungen in den Privatleitungen; auch düEinfükrung der rnittel- europ. Zeit hat den Gasverbrauch ungünstig beeinflußt. An Kohlen wurden verbraucht: zur Gaserzeugung 2 793 613 Kilogramm, zur Heizung des Dampfkessels 7356 Kilogr., zum Schmieden 14 000 Kilogr., zusammen 2 814 969 Kilogr. gegen 2 918 000 im Vorjahre- der verminderte Kohlenverbrauch erklärt sich durch größere procentuale Gasausbeute. Die Gesammt- herstellungskosten eines Cubikmeter Gas stellten sich auf 15,33 Pfg., für einen Cubikmeter verkauftes Gas 16,57Pfg. Von dem Gasverbrauch von 783 448 Cbrn. kommen aus die Privatbeleuchtung 461 554 Cbrn., auf Kraft- und Heizgas 63 108 Cbrn., auf die Straßenbeleuchtung 183 249 Cbrn., auf das Gas- und Wasserwerk 16 851 Cbm., auf Verdichtung und Verlust 58 686 Cbrn. — Die Anzahl der Gasflammen für Privatabnehmer betrug 8483 für Beleuchtung, 581 für Heizung, die GaSkraftmaschinen haben sich um eine vermehrt, es sind vorhanden 26 mit 55*/2 Pferdekräften. — Die Anzahl der öffentlichen Gaslaternen betrug 489, worunter 167 Richtlaternen. Von den 10 Laternenwärtern hatte jeder durchschnittlich 49 Laternen zu bedienen. Die Anzahl der öffentlichen Petroleumlaternen betrug am 1. April 1893 19 Stück. Die Kosten der Straßenbeleuchtung betrugen für Gasbeleuchtung 23 558,86 Mk., für Petroleumbeleuchtung 1222,42 Mk. einschließlich Herstellung und Bedienung. Eine Richtlaterne braucht in 3639 Brennstunden 582 Cbrn. Gas — 74,82 Mk. jährlich, eine gewöhnliche Laterne in 1731 Brennstunden 277 Cbrn. Gas — 35,61 Mk. — Die stärkste tägliche Gasabgabe wurde beobachtet am 17. December 1892 mit 3991 Cbrn., die geringste am 3. Juli mit 812 Cbrn., die größte stündliche Gasabgabe sand statt am 17.De.br. 1892 zwischen 5 und 6 Uhr Nachmittags mit 517 Cbrn. — Die Lichtstärke des Leuchtgases wurde nach den allmonatlich vorgenommenen Prüfungen auf durchschnittlich 14,15 Vereins- Parasfinkerzen festgestellt. — Die Neuherstellungen im Gaswerk waren ganz bedeutend. Es wurden ausgeführt: der Bau von zwei Halbgeneratoröfen, geliefert ein Mohr'scher Kühler mit Luft- und Wasserkühlung für 3000 Cbrn. Gas- dur.igang in 24 Stunden, ein dreitäglicher Gassauger für einen Gasdurchgang von 6000 Cbrn. und mehr, ein Otto'scher Gasmotor von 2 Pferdekräften, ein Dessauer Umlaussegler, ein Doppelzackenwascher für 3000 Cbrn. täglichen Gasdurchgang. — Die neue Betriebseinrichtung hat sich gut bewährt. — Das städtische Gasrohrnetz wurde im Berichtsjahre erweitert um 1870 Meter. Seit 1886 wurden außer den Zuleitungen für Straßenlaternen und Privatabnehmer 9513 Meter Gasrohr-Hauptleitungen gelegt. Die Gesammtlänge aller Hauptröhren des städtischen Rohrnetzes betrug am 1.April 1893 26 670Meter, diejenige aller Privat- und Laternenzuleitungen 4530 Meter, zusammen 31 200 Meter oder 4,16 deutsche Meilen. Der kubische Inhalt des Gesammtrohrnetzes ist 127 Cbrn. Die Gasverluste, entstanden durch Rohrbrüche, Umbau der Betriebsapparate, durch infolge der Kälte eingetretene intensivere Verdichtung des Gases und durch die erhebliche Vergrößerung der Kühlfläche, betrugen 7,48 pCt. — Das Gaseinrichtungsgeschäft war ein reges, es wurden eine größere Anzahl Privat-, städtische und staatliche Gebäude mit neuen Gaseinrichtungen versehen ober bestehende verändert. — Die Einnahmen und Ausgaben des städtischen Gaswerks sind in besonderen Tabellen zusammengestellt, daraus ist ersichtlich, daß, nachdem 19 010,69 Mk. sür 4 pCt. Zinsen gegen 18 773,86 Mk. in 1891/92 und wie in dieser Zeit 25 000 Mk. für Amortisation zur Stadtkasse abgeführt waren, ein Betriebsüberschuß von 17 000,47 Mk. erzielt wurde, welcher laut Beschluß der Stadtverordneien-Versammlung vom 3. August 1893 in seiner ganzen Höhe zu den Betriebseinnahmen der Stadtkasse herangezogeu werden konnte. — Der Schuldenbestand beträgt am 31. März 1893 für das Gaswerk 482 517,89 Mk. — Der Erlös aus Gas betrug 131 945,33 Mk., aus Cokes 40 327,91 Mk., aus Theer 5083,42 Mk., aus Gaseinrichtungen 15 260,12Mk., Gasmessermiethe 1558,96Mk. — Für Anschaffung von GaSkohlen waren erforderlich .58 667,91 Mk., für Cokes zur Unterfeuerung der Retortenösen 11 844,75 Mk., für Arbeitslöhne 15 119,96 Mk., für Hilfsmaterialien für den Betrieb 1247,99 Mk., Arbeits- und Fuhrlöhne auf Nebenerzeugnisse 2c. 5959,33 Mk., Unterhaltung der Gebäude und Grundstücke 1607,43 Mk., Unterhaltung der Retortenöfen 1590,87 Mk., Unterhaltung der Betriebswerkzeuge und Geräthe 2355,33 Mk., Löhne an die Laternenwärter 5700Mk.,Herstellungen anStraßenlaternen 1645,45Mk., für Gaseinrichtungen 10 826,02 Mk., für Gehalte 10 867,38Mk., Steuern, Abgaben, Versicherungs- und Vereinsbeiträge 4130,30 Mk., Büreaukosten, Anzeigen rc. 1895,62 Mk., Anschaffungen für das Magazin 17 061,48 Mk. Locales unb Provinzielles. Vietze«, 14. Februar 1894. ** Oberhessischer Geschichtsverein. Unter Bezugnahme auf unsere Bemerkung in dem Bericht über die Sitzung des Oberhessischen Geschichtsvereins bringen wir im folgenden die Ausführungen der Herren Geh. Hofrath Prof. Dr. Oncken und Alfred Bock. Herr Geheimrath O ncken sprach zur Geschichte der buchhändlerischen Pflichtexemplare: Aus den Angaben des Herrn Vorredners geht hervor, daß die Einrichtung der Pflichtexemplare in Gießen gerade so lange besteht als der Bücherdruck selbst, also seit bald 300 Jahren. Dieser löblichen und der Wissenschaft nützlichen Einrichtung haben wir es zu danken, daß sich auf der hiesigen Universitätsbibliothek von Allem, was hier seit bald 300 Jahren gedruckt worden ist, je ein Exemplar befindet und so eine Sammlung entstanden ist, deren ganzer Werth sich offenbaren wird, wenn wir an die Vorarbeiten für die Feier des dreihundertjährigen Jubiläums unserer Hochschule herantretcn, die im Jahre 1907 ftattfinben wird. Als im Jahre 1874 im deutschen Reichstag das Preßgesetz berathen wurde, das jetzt gilt, stellte der Abgeordnete Dr. Brockhaus einen Zusatzantrag, welcher die Pflichtexemplare von allen Drucksachen in ganz Deutschland mit einem Schlag beseitigt haben würde. Diesem Antrag habe ich mich in Verbindung mit dem Abg. v. Schulte (Bonn) widersetzt und zwar mit Erfolg. Der Antrag Brockhaus wurde abgelehnt, und das freut mich noch heute, wenn ich » auch bedauere, daß ein Abänderungsantrag von mir, der eine Milderung des Ablieferungszwangs beabsichtigte, gleichfalls abgelehnt ward. Mejne Gründe waren damals vorzugsweise hergenommen von dem Interesse der Wissenschaft. Nachträglich wurden mir Mittheilungen gemacht, welche zeigten, daß die Einrichtung der Pflichtexemplare mittelbar für den Buchhandel selber von großem Wenhe ist. Der Abg. Leopold Sonnemann, Eigenthümer der Frankfurter Zeitung, sagte mir, er habe für meinen Antrag gestimmt und sei ein Anhänger der Pflichtexemplare, seit er ihren Wenh- für sein eigenes Unternehmen kennen gelernt habe. Das einzige vollständige Exemplar der Frankfurter Zeitung, das- jedes Blatt derselben vom ersten Tage ihres Erscheinens an enthalte, sei — das Pflichtexemplar, das auf der Stadtbibliothek zu Frankfurt in Jahrgängen gebunden aufgestellt sei, dort müsse er selber Nachsehen lassen, wenn in seiner eigenen Sammlung älterer Jahrgänge etwas fehle. Ferner theilte mir ein anderes inzwischen verstorbenes Mitglied des Reichstags, der ehemalige Württembergische Minister v. Varnbüler mit, die Einrichtung der Pflichtexemplare habe sich schon bei Nachdrucksprocessen für Verlagsbuchhändler sehr nützlich erwiesen. Von dem ausgezeichneten Englisch-Deutschen und Deutsch-Englischen Wörterbuch von Grieb, das in Stuttgart verlegt worden ist, hatte ein Amerikaner einen Nachdruck veranstaltet, der so täuschend ähnlich ausgefallen war, daß die Thalsache des Nachdruckes geleugnet werden konnte und auch wirklich geleugnet ward. Den Nachdruck zu beweisen gab es nur ein Mittel: das Pflichtexemplar des Wörterbuchs, das auf der Hosbibliothek zu Stuttgart aufbewahrt ward, und das nun, da der Tag der Ablieferung genau nachgewiesen werden konnte, als öffentliche Urkunde diente und mit dessen Hilfe der Verleger seinen Proceß gewann. Zur Zeit der Ablieferung des Pflichtexemplars hat er wahrscheinlich nicht gedacht, daß er dadurch noch einmal vor großem Unrecht und noch größerem Schaden bewahrt werden würde, sondern vermuthlich auch geklagt,, wie die meisten Verleger über die „Extrabesteuerung" des Buchgewerbes. Wenn einzelne Verleger sich der Ablieferung der Pflichtexemplare widersetzten, so liegt dem meistens die Ansicht zu Grunde, die Bibliotheken könnten und würden kaufen, waK sie nicht unentgeltlich geliefert erhalten. — Das ist aber in der großen Ueberzahl der Fälle ein Jrrthum. lieber die Anschaffungen einer Universitätsbibliothek z. B. entscheidet das Bedürfniß des akademischen Unterrichts. Was diesem dient und zwar augenblicklich dient, geht Allem vor- was ihm nicht sofort dient, wird zurückgestellt, was für ihn nicht in Betracht kommt, wird gar nicht angeschafft. Folglich würden ganze Gebiete der Literatur — es sei nur an die gelammte Belletristik erinnert — nicht angeschafft und also-- auch nicht aufbewahrt werden, wenn die Pflichtexemplare nicht wären, die insbesondere für solche Werke wichtig sind, die in vielen Auflagen hintereinander erscheinen. Keine Universitäts- Bibliothek würde verpflichtet werden können, von jeder einzelnen Auflage ein Exemplar zu kaufen, aber die Aufbe-- Währung von Exemplaren jeder Auflage kann für den Nachweis der Priorität in wissenschaftlichen Fragen sehr wichtig, ja entscheidend werden und das ist von Werth nicht blos für den Verfasser, sondern auch für den Verleger. Es wäre sehr- zu wünschen, daß durch solche Betrachtungen der Wideistand der Verleger gegen die Pflichtexemplare etwas gemindert würde. Herr Alfred Bock sprach über Heine und vte Censur- in Hessen: Ein Erlaß des Königlich preußischen Ministeriums des Innern und der Polizei vom 16. Februar 1836 bestimmte r es bestehe nicht die Absicht, die Schriftsteller Heine, Gutzkow, Wienburg, Laube und Mundt von jeder schriftstellerischen Thätigkeit abzuhalten, es bleibe denselben vielmehr anheimgegeben, ihre literarischen Produete auch ferner mit diesseitiger Censur unter ihrem Namen erscheinen zu lassen. Das Verbot der literarischen Erzeugnisse jener Schriftsteller, sowie deren Ankündigung, Kritik oder sonstige Erwähnung beschränke sich mithin auf die ohne diesseitige Censur außerhalb der preußischen Staaten schon erschienenen oder künftig noch erscheinenden Schriften. Sachsen und Bayern schloffen sich dieser Erklärung an. In der Praxis gestaltete sich die Sache so, daß die preußische Censurbehörde für die übrigen deutschen Staaten maßgebend war. Heine, der eben im Begriff stand, den dritten Band des Salon herauszugeben, pro- teftirte aufs Heftigste gegen die preußische Censur und veranlaßte seinen Verleger Campe, das bereits eingereichte Manufcript wieder zurückzuziehen. „Ich vertrete," schrieb er, „in diesem Augenblick den letzten Fetzen deutscher Geistes- freihett. Ich werde nicht die deutsche Presse an Preußen üer^ rathen, ich werde meine Ehre nicht um Buchhonorare verkaufen, ich werde auch nicht den geringsten Makel meinem schönen, reinen Namen anheften, ich werde mich nicht der preußischen Censur unterwerfen." Der Verleger Campe ge- rieth in große Verlegenheit. Nach Jahresfrist erhielt er von Heine die Erlaubniß, den dritten Band des Salon in Gießen drucken zu lassen und das Manuseript dem dortigen Genfer, Professor Adrian, vorzulegen. Adrian war seit 1823 Professor der neueren Sprachen und Literatur an der Universität Gießen, 1830 wurde er zum Univelsitätsbibliothekar ernannt. Er übersetzte Fragmente von Byron, Walter Scott, schrieb Novellen und als Ergebniß einer längeren Reise nach England „Bilder aus England", „Neuestes Gemälde von London" und „Skizzen aus London". Adrian verzögerte monatelang das Imprimatur des Salons und gab eine Notiz in die Zeitschrift „Phönix", daß Heines Buch mit hessischer Censur in Gießen gedruckt werde. Diese tendenziöse Nachricht ging in andere Blätter über und hatte zur Folge, daß ber Salon - Band, der nur die „Elementargcister" und die „Florentinischen Nächte", bekanntlich politisch und religiös unverfängliche Productionen, enthielt, sofort in Preußen und Bayern verboten wurde. Am 5. April 1837 schreibt Campe wnt «nd hit Stuftr d°° e ',?« H Ä ÄÄ nm?86»- l» ^lche „N' nlWr fft' it. Jur den d' «bg. tt <“« »Md tn ^be. Dn? ""8>t 1 «n *2 *• Nete , 5» ™ ««er 18 lehlr. ^nsiorbknes ^9 der ’* für Verlags, em au§0Citid)nEttn ^ollerbuch von en »st, haue ein be.r f° duschend ?l drö Nachdruckes geleugnek ward r£ ein Mel: das f der Hofbiblioihek "un, da der Tag "konnte, alSöffent- der Verleger seinen wng des Pflicht, ht, daß er dadurch gröherem Schaden )iich auch gekiagl^ radcheuerung" des leferung der Pflicht, meistens die Ansicht würden kaufen, was - Das ist aber in rrthum. Ueber die k z. B. entscheidet cichts. Was diesem t Allem bor; waS i was für ihn nicht ngeschofft. Folglich es sei nur an die angeschasst und also Pflichtexemplare nicht wichtig sind, die in Shint UnberfuätS- 'innen, von jeder- । aber htt tarn hn Nachfragen sehr wichtig, Werth nicht bloS für -leger. ES wäre sehr agen der Wideisland re etwas geinindett -n Ministeriums des Qt 1836 btftimmtt: ller Heine, Gutzkow, der schristftellerfsche-t ien vielmehr anheim« ferner mit dlesseiliger jl*«. $«i$,,bot IMtidr, fe®’« ,b"™ iiming b#5"11 ,ch,hB d» P11“6" Ilia mch !*>»'*' [offen M ./ sich dl! ®*/' bi! »* ‘Ä „ tben ® 9l«"" ch- 6* “ab “ bereits ei"««"* ' en W*®* ne an Preußen ver ^B chhonorare ver< tbe Mi» "tc6t X teftof* Jr in giejen S 1823 $"’ * unibitf*1 ur «« b,t,, ernannt- :6bibliot r,„tt fdiri'6 ffiatter ZA Lid! ««"b 'm. li8 V" * "*'Sei*« .*&Ä« 6t* W*,, b«S !«' ®S U»» * ent«r»*u„b t!«"’ ®rtU&«n an Heine: „Denken Sie, Adrian will daS Imprimatur nicht für die Borrede ertheilcn. Der Drucker har an daS Ministerium rrquirirt. Die Minister haben gelacht, aber Adrian, der „Skizzen aus England" schreibt, ist auf seinem Posten allmächtig, sein Rrcensent Menzel gilt ihm mehr als Heine, ec will also Pietät üben." Heines Vorrede, der Adrian die Druckerlaubnis verweigert, beschuldigte Menzel der per« sönlichen Fe,gheit und sollte ihn zur Mensur zwingen. Die Borrede wurde später alS besondere Broschüre unter dem Titel „Ueber den Denuncianten" veröffentlicht. Auch den zweiten Band deS Buches der Lieder legte Campe der hessischen Censurbehörde vor. Diesmal ging er nicht nach Gießen, sondern nach Darmstadt. „Ich mußte herzlich lachen," schreibt Heine, „daß der heldenmüthige Der« leger der Bärne'schen Schriften jetzt sogar meine harmlosen Liebeslieder zur Censur gibt. Aber meine gute Laune schwank, als ich, der ich nichts von Geographie verstehe, mich bei einem ehemaligen deutschen Lohnkutscher näher erkundigte und den Bescheid empfing: Darmstadt und Gießen, daS sei wie Spfck und Schweinefleisch, da sei kein Unterschied, ein Thorzettel aus Darmstadt gelte auch in Gießen und der Gießener Gassenvoigt sei ein leiblicher Witter des Herrn Zollinspektors zu Darmstadt. Ich ward daher nicht sonderlich überrascht, als ich nach mehreren Monaten von Ihnen den ttlagebrief erhielt: man habe Sie wieder an der Nase herumqesührt und daS Imprimatur verweigert." Der Tensor Professor Adrian, über den Heine die volle Schale seines Aergers und SpotteS auSgießt, starb 1864 in Gießen. Um die Ordnung der Universitätsbibliothek erwarb er sich großes Verdienst und sein 1840 erschienener Hand« schnften'Catalog ist heule noch im Gebrauch. Ob der Dorwurf, den der Verleger Campe gegen ihn erhob, berechtigt war, ist mindestens fraglich. Aber zweifelsohne gehörte Adrian zu der Menzel Partei, die dem jungen Deutschland Licht und Freiheit verkümmern wollte. ** Von der Hochschule. Die Landsmannschaft Darmstadtia feierte am SamStag, Sonntag und Montag ihr zwölfjähriges Stiftungsfest, zu dem sich zahlreiche Alte Herren eingefunden hatten. Von auswärtigen Landsmannschaften waren vertreten: Cirnbria - Kiel, Germania-Marburg, Ghibellinia - Tübingen, Guilelmia Berlin, Macaria - Würzburg, Neoborussia - Halle, Spandovia - Berlin, Teutonia-München, Teutonia - Würzburg, Transrhenania - München und Ulmia - Tübingen. Den Höhepunkt des Festes bildete der im Case Ebel glänzend •erlaufene FestcommerS, den u. A. S. Magnificenz der Reetor Herr Professor Dr. Pasch mit seiner Gegenwart beehrte. Im Verlaufe des CommerieS wurde ein Huldigungstelegramm an S. K. H. den Grobherzog abgefandt. Mit dem Auftreten der Darmstadtia als Landsmannschaft und Mitglied des Coburger L. C. ist ein neues Element in das Leben unserer Hochschule gekommen. Wir wünschen der jungen Landsmannschaft ein fröhliches Blühen, Wachsen und Gedeihen. **Z. Neues Theater. Gestern Abend fand die erste Wiederholung des neuen Schwankes „Der ungläubige Thomas" von Lanst und Jacoby bei alter Besetzung der Rollen statt. Die Wiedergabe war eine nach allen Seiten hübsch abgerundete und erntete den reichsten Beifall des sehr gut besetzten Hauses. Das Slück hat sich in sehr kurzer Zeit die Gunst des hiesigen Publikums gesichert- es dürfte deshalb Allen, die es noch nicht gesehen, der Besuch der dritten Aufführung desselben, zugleich der letzten Vorstellung dieser Saison, am nächsten Freitag angelegentlich empfohlen werden. • • Gießener OmoibvS Gesellschaft. Die in der Versamm« hing vom 2. Februar gewählte Commission hat in ihrer ersten Sitzung beschloffen, das Capital, welches ursprünglich auf 15000 M. bestimmt war, um ca 5000 M. zu erhöhen, um das Unternehmen sicherer zu funbirtn. Mitglieder der Comrwssion sind die Herren Brauereibesitzer F ö r t s ch , Rechtsanwalt Grünewald, Rechtsanwalt Dr. Gutfleifch (in Vertretung des Herrn Oberbürgermeister Gnanth), Fabrikant Hanau und Bankier Heichelheim, welche fämmtlich Zeichnungen auf Antheilscheine entgegen nehmen. Aus dem Zustizdieust. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allrrgnädigst geruht: am 10. Februar den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt I Karl Rudolf Beisler zum Oberamtsrichter beim Amtsgericht Butzbach mit Wirkung vom 1. März 1894 zu ernennen. ♦ ♦ Schuldienst-Nachricht. Der Oberlehrer an der Volksschule zu Offenbach Johann Adolf Gunderloch wurde zum KreiSschulinspector bei der Kreisschulcommission Schotten ernannt. • * Patent-Anmeldung. Füllklappe für Preßkohlen- Füllösen (Zusatz zum Patente Nr. 72076): Eisenwerk Hirzenhain, H. R. Buderus in Hirzenhain, 10. August 1893. N Nidda, 13. Februar. Daß die Schwindler und Zechpreller ihren Weg selbst bis in die friedlichen Dörfer unseres Thales finden, beweist ein Fall, welcher in dem benachbarten Dörslein Geiß-Nidda gestern vorgckommen ist. ES erschien ein stattlicher Mann in einem WirthShause daselbst, gab sich für den Präsidenten des Kriegervereins eines benachbarten Dorfes aus, blieb in dem WirthShause über Nacht und ließ sich Speise und Trank trefflich schmecken. Als man am Morgen nach dem Herrn Präsidenten sah, um ihn zum Frühstücke zu rufen, war der saubere Vogel ohne Begleichung der Zeche ausgeflogen. Mainz, 13. Februar. Zwei Schülerfelb st morde innerhalb 14 Tagen ist die Thatsache, welche heut von Aller Mund hier besprochen wird. Während sich vor 14 Tagen ein Gymnasiast wegen Ausschluß von dem mündlichen Examen erschossen hat, hat sich gestern auf dieselbe Art ein Schüler der Realschule, der 17 jährige Sohn des verstorbenen Möbelfabrikanten A. Bembö, das Leben genommen. Man ist über das Vorkommniß hier allgemein um so mehr bestürzt, als der junge Mann sehr wohl erzogen und von äußerst ruhiger und solider Gemüthsart war und auch nicht das geringste Motiv zu dem Selbstmord zu finden ist. — Morgen läuft der Termin ab zur Bewerbung für den hiesigen Bürgermeisterposten. Bis j tzt haben sich blos drei Bewerber gemeldet, darunter ein Regierungsbaumeister aus Hannover und ein Verwaltungsbeamter aus Tilsit. Die geringe Zahl der Bewerber war vorauszusehen, indem die eventuellen Interessenten hier von Jedermann leicht erfahren konnten, daß das ganze öffentliche Ausfchreiben des Bürgermeisterpostens nur pro forma war und es bei den maßgebenden Persönlichkeiten des Stadtverordnetencollegiums längst beschlossene Sache ist, den seitherigen Beigeordneten Dr. Gaßner zu wählen. — Nach einer neueren Anordnung der Polizeibehörde wird in den hiesigen Wirthschaften kein Feierabend mehr geboten. Nur die Wirthschaften sind einer Feterabendstunde noch unterworfen, in welchen schon öfters Scandale und dergleichen vorgekommen. Mainz, 12. Februar. In der heutigen Sitzung des Schöffengerichts wurden vier Metzgermeister aus dem benachbarten Kastel wegen Zusatz von Kartoffelmehl zu Fleischwurst auf Grund deS Gesetzes über Nahrungsmittel- fälschung zu einer Geldstrafe von 30 refp. 40 Mark ver- urtheilt. Oppenheim, 12. Februar. Ein mit Mehl brladeucS Wormser Fuhrwerk fuhr brüte Morgen die Rarhbosstraße herauf. An der engen Stelle bei der Kräwergasse standen plaudernd zwei Mädchen. Der Fuhrmann rief denselben zu, sie möchten sich entfernen, bam t im Vorbeifahren nichts passire. Die Mäbchcn blieben aber fest stehen, baS Fuhrwerk kam heran, faßte die siebzehnjährige Tochter eines WinzerS Ebert unb zer brück te beten Kopf an ber Mauer deS Koppenhöfer'fchen Hauses. Der Tod trat nach einigen Augenblicken ein. Der Fuhrmann ist an dem Unfall ohne Sch u l b. Vermiete». * Boppard, 12. Februar, lieber ben Branb berich'.et bie „Coblenzer Ztg." folgenbc E nzelheiten: Gestern Abenb gegen 11 Uhr brach im Hause beS MetzgerrneisterS Geßwein Feucr aus. DaS Haus stößt mit feinem Hinterbau an die Wirihfchaft „Zum Hirsch" unb bas Fruer wurde durch den starken Wind auch nach dem mit seiner Schauseite nach der Rheinallce stehenden Hanse und dann auf weitere Gebäude übertragen. Im Ganzen wurden 14 Häuser vollständig eingeäschert. Die abgebrannten Gastwirthschasten sind „Zum Hirsch", „Zum Schwanen" unb Stumm Nachdem ein ganzer Häuserblock zu einem Feuermeer geworden, beschränkte man sich daraus, die noch angrenzenden Häuser zu schütz'N, waS auch gelang. Die durch bas Feuer zerstörten Häuser sind zum größten Theil alte, nur drei davon sind in Brennziegeln aufgeführt. Durch daS schnelle Umsichgreifen des Feuers und die engen Straßen war an ein Retten des Mobiliars nicht zu denken. Dieses war aber zum größten Theil wie auch bie Häuser versichert. Durch ben Branb sinb 33 Familien obbachlos geworben, btefelben haben bei Bekannten und Freunden Unterkunft gefunden. In den Schaden, der sich auf annähernd 300 000 Mk. beläuft, werden sich zum größten Theil die Rheinische Provincial- sowie die Gothaer Feuerversicherung theilen. Die meisten Einwohner waren noch wach unb konnten baher rechtzeitig flüchten. In Gefahr, von bem Brande in Mitleidenschaft gezogen zu werden, schwebte die an ben „Hirsch" angrenzende Gastwirthschaft Ackermann sowie das Amtsgericht, dessen Thurm schon Feuer gefangen hatte. * Saarbrücken, 13. Februar. Heute Morgen wurde im Hofe des Justiz-Arresthauscs ber Raubmörber Gier aus Püttlingen hingerichtet. Wöchentliche lleberficht der Todesfälle tn Gießen. 6. Woche. Vom 4. Februar bis 10. Februar 1894. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 23,53 °/«bezw. 16,47 nach AuSfchl. der Ortsfremden Kinder 1 2 1 1 1 3 1 3 (3) 3 1 Diphtheritis Lungentuberkulose Lungenentzündung Sonstige entzündliche Erkrankungen der AthmungS-Organe Sonstige benannte Krankheiten Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: 3 (3) Summa: 10 (3) 5 2 3 (3) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel, der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts n«t Gießen gebrachte Kranke kommen. Flur 33 Nr. 174 - 575 qm Acker das., 29 ÜKdtl Flur 33 Nr. 182 - 575 qm Acker das-, Nrchmittags 3 Uhr, Flur 1 Rahrungsberg auf das alte Feld, 33 Nr- 200 - 1394 qm Acker das.,' Flur 1 33 Nr- 201 - 1625 qm Acker das,, 300 1 I. A.: Vogt. 1 Flur 41 1 Donnerstag den 22. Februar: Das ConcurSverfahren über das Flur 45 3 29 Flur 3 Flur 3 33 Flur 3 141 12961 fm 34 fm 4 fm Nr- Hb — 888 qm Ackr links Herren-Shlipse ur Muschenheim, 14. Februar 1894. Nr. 122 — 2001 das Acker Flur 33 Flur Flur Flur Flur qm qm Flur Flur das., baf., das-, 179 2 80 61 90 33 33 Acker Acker Acker Nr. 108 — 1100 Nr. 109 — 1000 rm // sollen auf dem lüsigen OrtSgericht die den Heinrich Michael Merz Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien: Nr. 9947/ioo —195 qm Grabgarten auf dem Reichensand und in den Wallgärten, Nr. £946/ioo — 493 qm Hofraithe 25 Sonnenstraße 25 empfiehlt in großer Auswahl: Buchen-Stämme von 45—64 cm Durchmesser, 3—11 m Länge, 42,00 fm haltend, Eichen-Stämme von 20—45 cm Durchmesser, 4—12 m Länge, 12,55 fm haltend, Fichten-Stämme, 38,32 fm Hal- Bekanntmachung. Die Holzversteigerung vom 8. Fe, Holzversteigerung. Mittwoch den 21. Februar l. I. soll in dem Mv.schenheimer Mark- und Gemeindewald folgendes Gehölz versteigert werden: tischen Garten, Nr. 198 — 1000 qm Acker das., Nr- 199 — 1556 qm Acker am scheu dem Mittelweg unb der Chaussee, Flur 24 Nr. 258 — 5844 qm Acker am ©teinbrunnen auf den stumpfen Weg, Flur 25 Nr. 17 unb 18 - 6338 qm Acker der Kirche ' Nr. 1066 — 188 qm Hofraum in der Wetzsteingasse, Nr. 1067 — 87 qm Grabgarten daselbst, Nr- 1068 — 87 qm Hofraum mit Scheuer daselbst, Nr- 51 — 1650 qm Wiese am Schwalbachischen Acker vorn am Krofdorfer Weg, Nr. 52 - 1656 qm Wiese das, Nr. 53 — 1644 qm Wiese am Schwalbachischen Acker, Nr 54 — 1812 qm Acker das., stäligt ist, hierdurch aufgehoben. Gladenbach, 12. Februar 1894. Königliches Amtsgericht. 1290 dem Sand, Nr. 588/10 - 1744 qm <_______ dem Rodt auf die Rodrgärten. Nr. 25 — 1906 qm Acker links am Badenburger Fußpfad, 17. Februar. Papiermühle, 12., Februar 1894. tend, fm Kiefern-Stämme, 11,79 hallend, Hainbuchen-Stämme, 1,74 haltend, Nadel Derbstangen, 13,06 haltend. öffentlich meistbietend versteigert werden. 1 Gießen, 13 Februar 1894. Großh. Orisgericht Gießen. Gießen, 13. Februar 1894. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A: Vogt. Flur Flur Flur Donnerstag, 29. Mär;, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die den Heinrich Fischer vierter Eheleuten Aeifgeöotenes. Stabt Schlachthaus. Freibank. [1291 Heute und morgen: Ochfenfieifch, nicht ladenrein, per Pfd. 48 Pfg. Unterjacken und -Hosen rc. rc. aller Art. [947 3 3 3 den alten Eichen zwischen der mittelsten unb der Walbgasse, . Flur 36 Nr. 57a — 475 qm Acker bas, ft!ur 36 Nr. 58 — 963 qm Acker das am Krofdorfer Weg, No. 107 — 888 qm ! Donnerstag, 29. Mär;, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die dem JuyuS Müller zweiter unb Sui« Müller von Gießen gemeinschaftlich gehörigen Immobilien: Flur 1 Nr. 10808/io - 100 qm Hof- \ raithe bei der Kirche i Flur 1 Nr. 1075 u. 1076 — 737 qml Hotel Hofraithe bem Linden- \ Cin- p ^2 qm Hofraithe bei! ini. ÄVA — JLUAU qiu 44UCI UUI, daselbst, 36 Nr. 57 - 475 qm Acker unter Flur 1 Nr. 99’Vioo■ - 308 qm Hofraithe den alten Eichen »wischen ber.....auf dem Reichensand, Flur 33 Nr. 196 — 531 qm Acker am Nahrungsberg hinter d- Drechs- 1175/. __ 956 nm OTrfor »viur o ikt 140 ooo qm tiaer oaj., bafel&ft, ° q ”“cr öffentlich meistbietend versteigert werden. Flur 33 Nr 171' 172 u. 173 - 850 qm Gießen, 13. Februar 1894. Acker auf dem Nahrungsberg Großh Orisgericht Gießen. auf den Steinbacher Weg, 1295 I A: V o!gt. Diebe- sten Bürsteuwaaren zu billigsten Preisen erhält man bei [1274 A. Welz v. F. E. Winter Nachflgr. 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Flur 3 Nr. 127 — 856 qm Acker das. 9 ° ± 256 am 9W,r l^lur 3 Nr 128 - 638 qrn Acker das. v q -Äffer ntiirR m-rftfinert merhrn o.» . n uudkiuv, Vermögen des Bäckers Wilhelm Flur 33 Nr. 66a — 2000 qrn Acker im Born zu Rodheim a. d. B. wird, _ _ 131 bruar ist genehmigt. Die Abfuhr-1 scheine können vom 16. d. M. ab <£er Anfang ist jedesmal Morgens auf Freiherrlicher Rentet m Londorf 10 UL am Markweg. Am zweiten in Empfang genommen werden. wird mit den Buchen-Wmmen Ueberweisung: Samstag den Anfang gemacht. In Giessen erhältlich bei Emil Fischbach, Otto Schaaf, Gustav Walter, Mäusburg 13. Dermiethungen. Vorläufige Anzeige! und Roßhaare billigst bei 1284 Fritz Nowack, AilsstMugsgesM. Achter Schweyer-Mickerkien ohne Apprct, in Stücken von 4,20 Mr. zu Fabrikpreisen bei [1286 J. Kaan Jun«, Kreuzplatz 10. dazu extra eigene patentirte heizbare Wasser-Wagen u. s. w. mittags vermittelst Sonderzuges ein vom 1287 NB. 1302] Ein Junge von hier oder von Köhler. 1230] Lrrrdettz: abgeschwächt. 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Regierung wiederholt den Ständen einen Gesetzentwurf, betreffend die Neuorganisation des Forftschutzes, vorgelegt hat, erfordert es die Nothwendigkeit der Vertheidigung unserer alten Rechte, daß wir der Regierungsvorlage gegenüber Stellung nehmen. Ich erlaube mir deshalb — im Auftrag des hiesigen Ortsvorstandes — alle Herren Bürgermeister, Gemeinderäthe und Markoorstände der Provinz Qberhessen ;u einer bezüglichen öffentlichen Besprechung in den „Solmser Hof" zu Hungen zum Sonntag den 18. Februar 1894, Nachmittags 3 Uhr, ergebenst und dringend einzuladen. Ser Großh. Bürgermeister;u Kangsdorf. Lehrling gesucht für mein Eisengeschüft pr. 1. April. 1072 Emil Pistor, Gießen 123bj Ein Mi ich kutsch er gesucht gegen guten Lohn. Gebr. Beiter, Hermannstein bei Wetzlar. f Bettwaaren. Barchente, Drelle, Daunenköper, Bettkattune, Bettdamafie in bewährten Qualitäten, sowie Bettfedern, Daunen ;3F Badische Weine “WB Kcvr. Schkager, Lahr i. 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Die Lebensversicherung ist ein Segen für Jedermann; Niemand, kein Kaufmann, kein Gewerbtreibender, kein Landwirth, kein Beamter sollte daher versäumen, seinen Versicherungsantrag zu stellen. 711 Die Lebensverficherungs-Gesellschast zu Leipzig ist bei günstigsten Versicherungs bedingungcn (Unanfechtbarkeit fünfjähriger Policen) eine der größten und billigsten LebensverstcherungSanstalten Deutschlands. Alle Ueberschüffe fallen bei ihr den Versicherten zu. Nähere Auskunft ertheilen die Gesellschaft, sowie deren Vertreter Müller & Schwarz in Gießen, Wallthorstraße 25, Theodor Raubach „ „ Bahnhofstraße 40. Stallschweizer, «leinknechte, Dienst- jungen rc- (brauchbare deutschredende Leute vom Lande) vermittelt in Jahreslohn überallhin schnell und billiger als andere Agenten Riebenstahl, Ver- miethungscomptoir, Berlin, Gr. Hamburgerstr. 16. Näheres auf gefl Anfrage. 1137) E. m. d. Anwaltspraxts, kfm Buchführung und Correspoydenz vollst vertr Mann sucht Stellung auf Bureau ob. 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