1894 Freitag den 14. September Erstes Blatt. Nr. 215 Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Rcdaction, Expedition und Druckerei: KchntfiraßeYr.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger AbouncmcutspreiA: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Die Gießener Aamirieavlälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Aints- und Anzeigsblatt für den Nreis Gieren. Hratisöeitage: Hießener Kamitrenötätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den hkgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Paris, 12. September. Aus Buenos-Ayres wird gerüchtweise gemeldet, die brasilianischen Monarchisten be- Alle Annoncen-Bureaux deS In» und Auslandes nehmen Anzeigen für dm „Gießener Anzeiger" entgegen. reiteten einen Ausstand vor. Deutsche» Reich. Berlin, 12. September. Die Zeitungspolemik anläßlich der Rede des Kaisers in Königsberg gebt noch in lebhaftem Tempo weiter. Namentlich wird in den Blättern jetzt die Frage erörtert, ob und in wie weit die Mahnworte j deS Kaisers an die ostpreußischen Conservativen einen Um- schwung in der bisherigen oppositionellen Haltung der extremen Rechten zur Folge haben würden. Es scheint nun, daß eine solche Schwenkung noch auf sich warten lassen werde, denn in den maßgebenden Preßorgantn der Rechten wiegen zunächst die Stimmen vor, welche fordern, daß die Conservativen und die ihnen gesinnungsverwandten Elemente trotz aller schuldigen Loyalität gegenüber dem erlauchten Träger der Krone in ihrer bisherigen politischen Stellungnahme ver- harren müßten. Sollten die BesÜrworter des Festhaltens an einer solchen oppositionellen Taktik der Rechten mit ihren Anschauungen durchdringen, dann könnte der herannahende parlamentarische Winter allerdings mancherlei imeresiante Überraschungen bringen. — Die Uebersührung des Reichstags-Inventars noch dem neuen Gebäude am Königsp'.atz hat bereits begonnen. Der Anfang ist mir dem Archiv gemacht worden, das seinen Platz in einem großen nach der Sommer- und Dororheenstraße zu gelegenen Eckzimmer des Untergeschosies und den darunter befindlichen Räumen erhält. Ausland. — Die Franzosen rüsten sich bereits zu dem neuen Kriege auf Madagascar, d.r am Horizonte der französischen Colonialpolitik allerdings schon längst in Sicht gekommen ist. Zunächst sind vier Kriegsschiffe zur Verstärkung des französischen Geschwaders im Indischen Ocean in den Gewäsiern von Madagascar bestimmt worden. Doch ist in den leitenden Pariser Kreisen bereits auch eine förmliche Expedition nach Madagascar beschlosien worden, für den Fall, daß der als Unterhändler der französischen Regierung nach Madagascar entsandte Deputirte Le Myre de Bilers mit seiner Aufgabe, die dortige Hovas-Regierung zur Anerkennung der von Frankreich erhobenen Ansprüche zu veranlassen, scheitern sollte. Es würden alsdann unverzüglich zwei Brigaden unter dem Oberbefehle des Generals Borgnis nach Madagascar abgehen. — Bis jetzt hat die Welt noch immer auf das Manifest vergeblich gewartet, durch welches der älteste Sohn des verstorbenen Grafen von Paris, der Herzog von Orleans, sein Prätendententhum für den französischen Thron offiziell anzukündigen gedenkt. Doch soll nach neueren Meldungen das Manifest des neuen Prätendenten alsbald nach der Beisetzung des Grafen von Paris erscheinen. Ueber die eigentliche Ursache des Todes des bisherigen Hauptes der Orleans ist bis jetzt noch keine authen- thische Erklärung in die Oeffentlichkeit gedrungen, doch ist die Annahme ziemlich allgemein, daß der Graf von Paris an Darmkrebs gestorben sei. — Der in dem österreichischen Seebade Abbazia weilende russische Finanzmiuister Witte Hal in einer Unterredung mit einem von ihm empfangenen Mitarbeiter der „Neuen Fr. Pr." erklärt, daß nach seiner Meinung die Lage Europas seit 1870 noch niemals so beruhigend gewesen sei, wie jetzt. Im Speziellen betonte der Minister, daß Rußland Bulgariens wegen nichts unternehmen und keinen Krieg führen würde. Neueste Wolffs teleflrapötidae« Corresvondenz-Bureau. Königsberg, 12. September. Der Prinzregent von Braunschweig, der gestern Abend Fieber hatte, ist heute bester, hütet aber noch das Bett. Wenn die Besterung anhält, wird er morgen die Rückreise antreten. Der König von Württemberg ist von Braunsberg abgereift. Schlobitteu, 12. September. Bei dem heutigen M a - növer rückte daS Cavalleriecorps unter dem Befehl des Kaisers bis Sonnenberg vor und überschritt den Baudefluß bei Althof, westlich aufmarschirend. Als das erste Armee- corpS, durch lebhaftes Gefecht gezwungen, zurückgehen wollte, verlegte ihm das Cavalleriecorps den Weg, indem es demselben in den Rücken fiel und es durch eine glänzende Attacke theilweise gefechtsunfähig machte. Damit hatte das Manöver sein Ende erreicht. Der Kaiser versammelte hierauf die Offiziere beider Armeecorps zur Kritik und verkündete zahlreiche Beförderungen und Auszeichnungen.' Auf dem Manöverfelde fand dann Parademarsch, die Cavallerie im Galopp, statt. Der Kaiser kehrte alsdann um 5V2 Uhr nach dem Schloß zurück. Die Kaiserin wohnte dem Manöver bei; auch der Herzog Albrecht von Württemberg war zugegen. Der König von Württemberg trat mit dem Herzog Albrecht um 1 Uhr Nachmittags von Braunsberg die Rückreise nach Stuttgart an. Karlsruhe, 12. September. Der vierte Verbandstag deutscher und österreichischer Eisenbahnbeamtenvereine findet hier vom 14. bis 16. September statt. Loudon, 12. September. Der Sonderzug mit dem Sarge des Grafen von Paris und mit den Leidtragenden traf von Buckingham kurz nach Mittag in Weybridge ein, woselbst die Beisetzung erfolgte. Don Stowehouse bis Buckingham folgten die Prinzen einen Theil der Strecke zu Fuß, die Gräfin von Paris, die Königin von Portugal, die Prinzessinnen Helena von Orleans und Waldemar von Dänemark und Andere zu Wagen. In Buckingham waren beim Passiren des Leichenzuges viele Läden geschlosten. Loudon, 12.September. Der Herzog von Orleans empfing heute Nachmittag im Grosvenor-Hotel eine sehr große Anzahl Franzosen und äußerte, ihre Anwesenheit sei ein Beweis sür das treue Festhalten an dem Princip der tradi« Honellen nationalen Monarchie, deren Vertreter er sei und deren Erbschaft ihm sein Vater übermittelt habe. Er sei sich der Rechte bewußt, die die Erbschaft ihm zugestehe und der Pflichten, die sie ihm Frankreich gegenüber auferlege. „Geleitet durch das herrliche Vorbild meines Vaters, gekräftigt durch Ihre Mitwirkung und diejenigen abwesenden Freunde, die mir bereits aus allen Theilen Frankreichs Ergebenheitskundgebungen zukommen ließen, werde ich ohne Schwäche die Mission erfüllen, die mir obliegt." Der Herzog fügte hinzu, er werde seine ganze Energie für die Ersüllung seiner Pflichten aufwenden. Depescheo be6 Buremi -Herold". Berlin, 12. September. Der „Reichsanzeiger" veröffent- licht die Abberufung des Grafen von der Goltz vom Gesandtenposten in Oldenburg behufs anderweitiger dienstlicher Verwendung. Berlin, 12. September. Heute Nachmittag fand unter Betheiligung mehrerer Minister, zahlreicher Professoren, mehrerer Stadtverordneter, sowie der Corporationen der Studentenschaft die Beerdigung des Professors Helmholtz statt. .Der Kaiser hatte zur Trauerfeier den Geheimrath Lucanus, die Kaiserin Friedrich den General Pfuhlstein entsandt. Der Kaiser und die Kaiserin Friedrich ließen prachtvolle Kränze am Sarge niederlegen. Berlin, 12. September. Aus Schlobitteu wird berichtet: Heute Morgen begab sich der Kaiser in das Manövergelände, von wo er Abends nach Schlobitten zurückkehrt. 9 Uhr Abends reift der Monarch nach Swinemünde ab. — Die Kaiserin tritt heute Abend 8 Uhr 40 Minuten von Königsberg die Rückreise nach dem Neuen Palais bei Potsdam an. Berlin, 12. September. Entgegen der durch ein bou- langistisches Abendblatt in Paris verbreiteten Nachricht von der Abberufung des hiesigen französischen Botschafters ist das „Berl. Tgbl." in der Lage, mitzutheilen, daß Herr Herbette in Begleitung seiner Familie Anfang November von seinem Urlaub auf seinen Posten zurückkehren wird. Oppeln, 12. September. Der Regierungspräsident ordnete eine vollständige Grenzsperre gegen Rußland wegen Gefahr der Choleraeinschleppung an. Die russischen und galizischen Arbeiter wurden ausgewiesen. Wiesbaden, 12. September. Heute fand hier die ordentliche Jahresversammlung des Vereins deutscher Eisengießer statt. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Tenge aus Detmold, eröffnete, wie der „Wiesb. Gen.-Auz." mittheilt, die zahlreich besuchte Versammlung, Herr Scheerenberg-Elberfeld erstattete den Jahresbericht, Dr. Beck-Rhein- hülte bei Biebrich hielt einen mit Begeisterung aufgenommenen Vortrag: „Geschichtliches über Eisenguß." Aus Anlaß der mit der Versammlung verbundenen 25jährigen Jubelfeier wurde dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Herrn Tenge, ein silberner Tafelaufsatz als Ehrengeschenk überreicht. Nachmittags fand eine zweite Sitzung statt. Wien, 12. September. In Tar nopol wurden wegen Geheimbündelei, Hochverrath und Majestätsbeleidigung 21 Hörer und Lehrer des dortigen Seminars verhaftet. Sofia, 12. September. Die Wahlagitation gewinnt im ganzen Lande große Dimensionen. Die conservativen und liberalen Wahlcandidaten stehen sich friedlich gegenüber. D>e Aussichten der Russophilen sind günstige, besonders in Südbulgarien, wo die Russenfreunde mit bedeutenden Geldmitteln arbeiten. Daß bei den Wahlen ernste Unruhen zu befürchten sind, gilt als sehr wahrscheinlich. Paris, 12. September. ' Nach dem „Matin" hat Graf d'HaussonVille, der bisherige Leiter der orleanisttschen Partei und Vertrauensmann des verstorbenen Grasen von Paris, sofort nach dem Tode des Letzteren seine Entlassung gegeben. Sie wurde vom Herzog von Orleans, der die Parteileitung mit Unterstützung eines Beiraths aus jüngeren Elementen selbst in die Hände zu nehmen wünscht, auch genehmigt. Paris, 12. September. Zum Wortführer der socialiftischen Interpellation betreffend daS Eisenbahnunglück beiAMh wurde Camille Pellatan gewählt. Brüffel, 12. September. Die Presse spricht sich energisch gegen das Vvrhaben des Directors des Hypodroms, auf der Antwerpener Ausstellung Stiergefechte zu veranstalten, aus. Loudon, 12. September. Aus Shanghai wird gemeldet, zwischen Japan und Korea sei am 26. August in Söul ein Vertrag abgeschlossen worden, welcher den Zweck habe, Korea völlige Unabhängigkeit zu verschaffen, die Interessen Japans und Koreas gemeinsam zu vertheidigen und die chinesischen Truppen aus Korea auszutreiben. Japan Übernimmt nach diesem Vertrage die ganze Last der militärischen Operationen gegen China, sowohl der offensiven, als auch der defensiven. Dagegen wird Korea seinerseits den japanischen Truppen alle nur möglichen Erleichterungen verschaffen. Der Vertrag bleibt bis zur Beendigung des japanisch- chinesischen Krieges bestehen. Loudon, 12. September. Wie aus Tientsin gemeldet wird, herrscht dort vollständiger T e r r o i s m u s. Die Soldaten und ein Theil der Einwohnerschaft befinden sich \xn Aufruhr. Alle Ordnung ist aufgehoben und die Kaufläden werden von wilden Soldatenhorden gestürmt und geplündert. ZahlrMe Häuser stehen völlig leer, da die Bewohner vor dem Ge- tümmel in der Stadt geflüchtet sind. Aller Handel liegt darnieder. Tunis, 12. September. Seit gestern sind in der Nähe von Bone an fünf verschiedenen Stellen gleichzeitig ungeheure Waldbrände ausgebrochen. In Bone herrscht eine solche Hitze, daß Menschen und Vieh fast ersticken. Die Hitze wird bis nach Tunis gefühlt, wohin der Wind große Rauchwolken mitbringt. — Nach neueren Meldungen ist der Wald- brand bci Bone gelöscht. Cocdk« »«6 Prsvrintelle, Gießen, den 13. September 1894. *• Vor Uebergabe der Fahneu au die vierten Bataillone, die gestern Vormittag bei Nieder-Ram st adt in Gegenwart Seiner Königlichen Hoheit des Großberzogs, sowie der gesammten Generalität der Großh. Hess. Division statt« fand, verlas der Divisions - Commandeur Generallieutenant v. Bülow folgenden Tagesbefehl: Am heutigen Tage, als dem Geburtstage Meines in Gott ruhenden Herrn Vaters, des ruhmvollen Führers der Großherzoglichen Division während einer langen Reihe von Jahren, besonders in dem ewig denkwürdigen glorreichen Feldzuge von 1870—71, verleihe Ich, im Einverständniß mtt Seiner Majestät dem Kaiser und König, unserem Allerhöchsten Kriegsherrn, den vierten Bataillonen Meiner Infanterie-Regimenter neue Fahnen. Indem Ich Euch, Soldaten der vierten Bataillone, dre neuen Feldzeichen übergebe, lebe Ich in der gegründeten Hoffnung, daß Ihr jetzt und in Zukunft in der Uebuug aller militärischen Tugenden den Kameraden der alten Bataillone es gleich thut. — Treue, Gehorsam, Tapferkeit und Gottesfurcht sind die wesentlichsten Eigenschaften eines guten Soldaten. Lebt ihnen nach, dann werdet Ihr auch in den schwierigsten Lagen die Ehre Eurer Fahnen fleckenlos erhalten. „ Der Wahlspruch Meines HauseS: „Gott, Ehre, Vaterland" ist angebracht auf den flatternden Tüchern Eurer Fahnen. Laßt den altehrwürdigen Spruch den Leitstern Eueres Lebens sein, so werdet Ihr für alle Zeit im Kriege und Frieden auf dem Wege der Ehre und des Ruhmes verbleiben Darmstadt, den 12. September 1894. Ernst Ludwig. Nach Verlesung des Tagesbefehls brachte der Divisions- Commandeur ein Hurrah auf Seine Königliche Hoheit aus, in das die Truppen begeistert einstimmten. hierauf das Wort und sprachen: VerrrrLschLes. Postalisches. Das Retchspostamt erinnert neuerdings daran, daß die seit dem 10. December 1890 von den Verkehrs- anftalten nicht mehr verkauften gestempelten Brief-, Umschläge und Streifbänder nur noch bis Ende dieses I übergingen, Jahres umgetauscht werden können. 1 Soldaten! Unseren Gefühlen und Gesinnungen wollen wir Ausdruck geben am heutigen Tage, indem wir rufen: //Seine Majestät der Kaiser und König, unser Allerhöchster Kriegsherr, Hurrah, Hurrah, Hurrah!" Die Truppen stimmten dreimal kräftig in das ausgebrachte Hurrah ein. ; elenden Commandeur und Euer Regiment ist auch sehr mittel- , «.äßig. Mit Grafen Anhalt, Windersee und Markgraf Heinrich kann ich zufrieden sein. Sehet, so sind die Regimenter en detail. Nun will ich Euch das Manöver beschreiben. Schwarz machte den unvergleichlichen Fehler, bei Neisse die Anhöhen auf dem linken Flügel nicht genugsam zu besetzen. Wäre es Ernst gewesen, so war die Bataille verloren. Erlach bei Breslau, statt die Armee durch Besetzung der Anhöhe zu decken, marschirte mit seiner Division wie Kraut und Rüben im Desiiee, daß, wenn es Ernst war, die feindliche Cavallerie die Infanterie ntederhieb und das Treffen verloren ging. Ich bin nicht Willens, durch die Lachet« meiner Generals Schlachten zu verlieren, weßhalb ich hiermit festsetze, daß Ihr über ein Jahr, wenn ich noch lebe, die Armee zwischen Breslau und Ohlau bei Marschnitz ins Lager führt und vier Tage zuvor, ehe ich im Lager eintreffe, mit den unwissenden Generals mavöoertrt und ihnen dabei beweiset, was ihre Pflicht ist. Das Regiment Arnim und Garnisonregiment Könitz machen den Feind, und wer da nicht seine Schuldigkeit observirt, über den lasse ich Kriegsrecht halten- denn ich würde es einer jeden Macht verdenken, der- gleichen Leute, die so wenig sich um ihr Metier bekümmern, im Dienst zu behalten- folglich ist es auch mir nicht zu verdenken. Erlach sitzt noch vier Wochen im Arrest. Auch habt Ihr diese meine Willensmeinung Eurer ganzen Jnspection abschriftlich bekannt zu machen. Ich bin Euer wohlaffektio- nirter König Friedrich." betonten darin neben vielem Anderen auch, daß jeder Selbstmörder ein Feigling sei, weil er es nicht wage, den harten Kamps mit dem Leben aufzunehmen und zu Ende zu führen. Als man mich nun zum zweiten Male eingefangen hatte und ich so ganz allein im Gefängniß zu Darmstadt saß, da hatte ich schon meinen Hosenträger abgeknöpft und war im Begriff, mich aufzuhängen. Da erinnerte ich mich aber Plötzlich der Worte, die Sie damals gesprochen und Ihre Gesichtszüge von jenem Augenblicke schwebten mir ganz deutlich vor, und da sagte ich mir: Nein, Glotzbach, ein Feigling willst Du aber doch nicht sein, das leidet Dein Stolz nicht — knöpfte meinen Hosenträger wieder an und sehen Sie, nur durch Ihre Schuld bin ich wieder hier." * Ueber die Besuche in Kraukeuhäuseru veröffentlicht 6er berühmte Münchener Kliniker Geh. Rath Prof. v. Z ie m ssen eine für weitere Kreise bestimmte, sehr dankenswerthe Belehrung, aus der wir Folgendes wiedergeben: „In allen großen Krankenhäusern machen sich die Schwierigkeiten, welche der Zutritt des Publikums zu den Krankensälen mit sich bringt, geltend. Die Schwierigkeiten liegen in erster Linie darin, daß in den Sälen Schwerkranke und Leichtkranke beisammen sind und daß auf die Ersteren Seitens des besuchenden Publikums nicht immer die ihrem Leidenszustande entsprechende Rücksicht genommen wird. Es liegt den Aerzten und den Verwaltungen der Krankenhäuser nichts ferner, als den Kranken die Wohlthat eines Besuches ihrer Angehörigen oder Freunde vorzuenthalten oder zu beschränken und es geschieht in dieser Beziehung sicherlich Alles, was zur Beruhigung der Kranken und zur Befriedigung ihrer Wünsche in Bezug auf den Besuch ihrer Angehörigen dienen kann. Allein die Mcksicht auf das Wohl der Patienten und besonders der Schwerkranken gebietet gewisse Beschränkungen, welche für den gesunden Besucher nicht immer sofort verständlich sind. Für die Schwerkranken ist die Stunde des allgemeinen Be-' suches eine Stunde der Qual. Nicht nur die Unruhe und die Luftverderbniß, welche die Ueberfüllung der Saales mit Besuchern im Gefolge hat, ist für sie peinlich und aufregend, sondern auch die Neugierde mancher Besucher, welche gerade an den Betten der Schwerleidenden oder Sterbenden leider oft genug zum Ausdruck kommt. Es verletzt das Gefühl jedes Schwerleidenden, wenn ganze Gruppen von neugierigen, ihnen unbekannten Personen das Bett umstehen, und die Situation wird um so peinlicher, wenn solche Aeußerungen der Neugier Seitens männlicher Besucher an den Betten weiblicher Kranker zur Geltung kommen. Das besuchende Publikum muß sich selbst die gebotene Beschränkung seines Besuches auferlegen, und in der That ist auch das Benehmen der Besucher im Allgemeinen ein durchaus tactvolleS. Aber der Gesunde hat eben bet allem Zartgefühl nicht immer daS richtige Verständniß dafür, daß ein solcher Besuch mit länger dauernder Unterhaltung einen Schwerkranken anstrengt: Steigerung des Fiebers, Vermehrung der Schmerzen oder der Athemnoth, nervöse Aufregung, eine schlaflose Nacht find nur zu häufig Folgen der Besuchsstunde. Es sollte eben jeder Gesunde die Dauer seines Besuches auf eine Viertelstunde beschränken und nicht die ganze Besuchsstunde im Saale verweilen. Auch sollte dem ernsten Zustande so vieler Kranken durch leises Auftreten und gedämpftes Sprechen Rechnung getragen werden. Eine besondere Schwierigkeit bildet das 1 'reo l. ' .....— t-—vom 6. Sept. 178^ und lautet: „Mein lieber General von Tauenzien' Schon bei meiner Anwesenheit in Schlesien erwähnte ich gegen Euch, und jetzt will ich es schriftlich wiederholen, daß meine Armee nie so schlecht gewesen, als jetzt. Wenn ich Schuster und Schneider zu Generals machte, könnten die Regimenter nicht schlechter sein. Das Taddersche Regiment gleicht nicht dem unbedeutendsten Landbataillon einer preußischen Armee. Rothkirch und Schwarz taugen auch nicht viel. Jerneba ist in solcher Unordnung, daß ich einen Offizier von meinem Regimente nach dem diesjährigen Herbstmanöver werde hinschicken, um es wieder in Ordnung zu bringen. Bei Erlach sind die Burschen durch das Contrebandiren so sie keinem Soldaten mehr gleichsehen. Keller gleicht einem Haufen ungezogener Bauern. Hagen hat einen nn. Darmstadt, 12. September. Bet der vom 23. bis 25. September zu Karlsruhe stattfindenden 3. ordentlichen Hauptversammlung des Verbandes Deutscher Gewerbevereine wird als Vertreter der Großh. Hess. Staats- ' Nach Schluß der Feier fand ein kurzer Feldgottesdienst statt. — Dem Commandeur des 11. Armeecorps, General der Infanterie v. Wittich, wurde das Großkreuz des Ludewigsordens und dem Generallieutenant v. Bülow, Commandeur der Großherzoglichen (25.) Division, das Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. ** 3» Angelegenheit des Hochzeitsgeschenkes in Silber, welches die fünf größten hessischen Städte Seiner Königl. Hoheit dem Groß Herzog überreichen, ist, wie die „N. H. V." mittheilen, jetzt definitiver Beschluß gefaßt. Die Lieferung desselben wurde der Vereinigung hessischer Goldschmiede übertragen, nachdem die Modelle, welche der Darmstädter Vertreter derselben, Herr E. L. Victor, vorlegte, von den Herren Bestellern acceptirt waren. Die in Auftrag gegebenen Silbergegenstände, welche sich einer aus der Hanau- Lichtenbcrgischen Zeit stammenden, in Großh. Silberkammer befindlichen Terrinen-Garnitur von monumentaler Stilart an- schließeo, werden in Größenverhältniffen ausgesührt, wie sie sich in Deutschland kaum zum zweiten Male vorfinden dürften. Der Ausführung wird die denkbar größte Sorgfalt gewidmet sein. Nach dem Eindrücke, den schon die Modelle machen, | wuß diese Tafelzierde, welche auf Allerhöchst eigene Idee I zurückzuführen ist, eine ganz hervorragende und imposante I Wirkung auf den Beschauer ausüben. ** Erinuernugsmedailleu. Aus Berlin wird geschrieben: Ein in Offizierskreisen sich behauptendes Gerücht, j das vielleicht nur als Einspruch gegen die französische Meldung von dem Aufgeben des 2. September als deutschen Festtages aufzufassen ist, will wissen, daß im nächsten Jahre aus Anlaß der fünfundzwanzig st enWiederkehr des Sedantages vom Kaiser Erinnerungsmedaillen verliehen werden sollen an die Inhaber der Kriegsdenkmünze von 1870—71. Diese Verleihung soll davon abhängig gewacht werden, daß die Betreffenden den Krieg als Com- battanten mitgemacht, ihre Landwehrzeit vorwurfsfrei abge-I dient haben und im Besitze der bürgerlichen und militärischen I Ehrenrechte sich befinden. Zu den Medaillen soll Bronze j aus erbeuteten französischen Geschützen benutzt werden. Sollte I Gerücht sich bestätigen, so würde diese Medatllenverleihung | der anläßlich der 50. Wiederkehr des Tages der Völkerschlacht I bei Leipzig in Preußen erfolgten Decorirung der Veteranen I aus den Freiheitskriegen entsprechen. ** Unberufene Holzliebhaber. In der Neustadt wurden j in letzter Zeit an einem städtischen Gebäude Bauveränderungen I vorgenommen, wobei eine größere Menge altes Gebälk heraus- 1 genommen worden war. Dieses Holz hatte so viele frei- 1 wEge Abnehmer gefunden, daß, als es versteigert werden I sollte, fast nichts mehr vorhanden war. Die Nachforschungen I ergaben, daß das Holz gestohlen worden war und werden I sich erne größere Anzahl von Personen wegen Diebstahls und I Hehlerei zu verantworten haben. •• Für Radfahrer. Als Festort für die nächste Bezirks- I sah" des Nordbezirks (Gau 9), welche im Frühjahr statt« I findet, wurde Herborn gewählt. Mit jeder Bezirksfahrt I soll fortan ein Kunst-, Reigen-- und Corsofahren verbunden I werden. I $ Darmstadt, 12. September. Infolge Ablebens eines Verwandten in Amerika ist dieser Tage einer Schreinerfamilie in der Hochstraße testamentarisch die Summe von 84000 Mk. zugefallen, welche sich später möglicherweise noch verdoppelt. Die Freude in der vier Köpfe starken (Familie ist selbstverständlich groß. A Mainz. 12. September. Die hier stattfindende allgemeine deutsche Gartenbauausstellung wird kommenden- Samstag Vormittags 11 Uhr eröffnet. Außer l dem Großherzog sind die Mitglieder des hessischen Staats- | Ministeriums, die Spitzen der staatlichen, städtischen, militärischen und geistlichen Behörden, sowie die Mitglieder der einzelnen Ausschüsse zur Eröffnung geladen. Am Vorabend der Er- | öffnungsfeier, Freitag den 14. Abends 8 Uhr, findet eine | Vorbesichtigung nebst Probebelcuchtung statt und sind Einladungen hierzu an die Ausschußmitglieder sowie an die Vertreter der Presse ergangen. Am Samstag Abend findet ein Festbankett in der „Stadlhalle" statt, an welchem neben der officiellen Vertretung auch die Preisrichter Theil nehmen. — Eine größere Anzahl auswärtiger Gärtnereien haben bereits für Samstag ihren Besuch angemelder. Seit dem gestrigen Tag herrscht auf dem Ausstellungsplatze reges Leben. Zahlreiche Aussteller sind bereits eingetroffen. Prachtvolle Pflanzengruppen, die die Bewunderung des Fachmannes wie des Laien in gleichem Maße erregen, haben bereits in den Räumen der Ausstellungshalle Aufstellung gefunden. In der „Stadthalle" sowie dem anliegenden Platze werden umfassende Vorarbeiten zur Aufnahme der Bindereien und Obstausstellung getroffen. Die Ausstellung dürste nach Umfang und Sehens- j Würdigkeit eine der glänzendsten Veranstaltungen werden, 5 die jemals auf diesem Gebiete in Deutschland abgehalten wurde. Zum Besuche der Ausstellung gewährt die hessische Ludwigs- bahn am 16., 19. und 23. September Fahrpreisermäßigung. A Mainz, 12. September. Die hiesigen Stadtverordneten haben heute Abend bezüglich des schon länger als 50 Jahre \ bestehenden Projectes der Erbauung eines allgemeinen r Schlachthauses mit Viehhof den ersten bindenden: nJL 9efö§t und zwar damit, daß sie einen Credit von ! S) Jr r zl QA t*. avm! fT I - x r. _ c r •« « < - r . ®e™= b” Gr-bh°rz°g nahmen k regierung sowie als Mitglied des Borstandsrathes, Herr , nf das Wart and • i R-gierung-rath vr. Hesse anwesend fein. Ferner weiden I mäßig! noch 3 Mitglieder des weiteren Ausschusses des Landesgewerbeoereins und zwar die Herren Schlossermeister Müller- Worms, Maurermeister Petri-Offenbach und Schreiner- meister Krug zu Bad-Nauheim als Delegirte an dieser Versammlung Theil nehmen. * Der Pfarrer war schuld daran. Sehr bezeichnend für den Character G lvtzbachs, des gefährlichen und gefürchteten Einbrechers, der jetzt zur Beruhigung der Landbewohner wieder glücklich hinter Schloß und Riegel sitzt, ist die erste Unterredung, die er mit dem Anstaltsgeistlichen hatte. Man schreibt dem „Franks. Gen. - Anz." darüber aus Ulfa: Als der Pfarrer den Verbrecher nach seiner Einlieferung zum ersten Male besuchte, sagte er unter Anderem zu ihm: „Glotzbach, wenn ich Dich von Deinem vorigen Aufenthalte hier bei uns nicht noch genau kennte, würde ich wirklich nach den Geschichten, die ich von Dir gelesen, an Dir irre werden." (Glotzbachs Betragen im Gefängniß läßt nämlich an Musterhaftigkeit nichts zu wünschen übrig.) „Ja, wissen Sie, Herr Pfarrer," sagte Glotzbach hierauf, „Sie allein sind schuld daran, daß ich wieder hier bin." Man kann sich das Erstaunen des Herrn Geistlichen ob dieser sonderbaren Erklärung denken. Er forderte daher den Sträfling auf, ihm Mk 30^400 L L-----’"u y; v‘™ vun | Ausspruch zu erklären und näher zu begründen. Anlaae^ desNi bbÄ X ' f sofort mit der „Wenn Sie sich noch erinnern," begann Glotzbach hkerauf, ä 21aw ff äs s."" rax Mitteln hmtertrieb, ist in letzter Stunde wiederum mit einem Proteste aufgetreten und suchte nochmals eine Vertagung durchzusetzen, wogegen die große Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung mit Entschiedenheit darauf bestand, daß in der in sanitärer Beziehung für Mainz hochwichtigen Frage endlich em entscheidender Schritt geschehe. * Hagen, 11. September. Die „Westd. Volksztg." be- richter von einem abscheulichen Verbrechen, das gestern Nachmittag auf dem Goldberge an einem Mädchen verübt worden ist. Es wurde von einem Strolch überfallen, seiner ganzen Baarschaft beraubt, mit Petroleum begossen und in Brand gesteckt. Die Schwerverletzte fand Aufnahme im Kranken- Hause- an ihrem Aufkommen wird gezweifelt. * Gotha, 10. September. Ein hiesiger Musketier wurde von dem Sergeanten Lux mit dem Faschinenmesser auf dem Rucken dermaßen bearbeitet, daß die Wunden in Eiterung Wie es so oft geschieht, hatte der Soldat auch in diesem Falle nicht den Muth, eine Beschwerde anzubringen, w®;3»*>-=».;■ I«■ ÄÄ'KÄÄKÄ‘S"”Ä gr a ms SS W=:.‘ ..?■ äf. ssj? ä ® " , ™«äVS".‘S.S Ä"S‘"XSSä’! ä.—, s Ästia- * ** h?* abgehatten wurde, zeigte stark weichende I * Paris, 12. September. 8»et Italiener welche in FhfJ*lnfonflS glaubten die Verkäufer, sie könnten die I einem Hamburger Hotel einer Frau Maßmann im ^uni 1892 estherigen hohen Preise festhalten. Als aber die Kauflustigen 150000 Frcs. geswhlen habln, sind vernste? worden keine Zunahme zeigten und sehr zurückhielten, dagegen weitere | — Gine Manö'verkritik ra,n6»n Sy,.» >«»JÄ’ÄS.'fet o '"Zuschlägen, wenn die Produc-Nt-N sich nicht IN die I Krieges f°h sich Friedrich der Große bereits oenütbiot Sage versetzt sehen wollten, ihre Thiere wieder mit nach sehr"scharfe Kritik an der fAIenfcSen See aS üben iaö Die Aussicht, daß die Kartoffeln I interessante Actenstück datiert aus Potsdam * tm Priese anziehe», wirkte ebenfalls als Preisdruck. Man' 1 m rann annehmen, daß sämmtltche Waarenklassen um 15 bis 20 Procent, bei Ferkeln auch noch etwas mehr zurückgegangen find. Trotzdem sind die Erträge aus der Schweinezucht immer noch sehr bedeutend und jeder Züchter mußie sich sagen und sich darnach einrichten, daß 40 bis 45 Mark für ein Paar neun Wochen alter Ferkeln zu >tel sei. Bei den jetzigen Preisen von 30 bis 33 Mk. und dementsprechend “r, b!e uud stärkeren Thi-r- wird immer noch -in schönes Stück Geld verdient. beim Publikum so sehr beliebte Einschleppen von NabrungS- und Genußmitteln, welches auch die sorgfältigste Ueberwachung nicht ganz verhindern kann. Die Darbringung solcher Liebesgaben entspringt ja dem nur natürlichen Bedürfnisse der Angehörigen, dem Patienten ein Genußmirtel oder eine Erfrischung zu bringen, von der angenommen wird, daß sie dem Geschmack deS Patienten entspricht und im Krankenhause nicht verabreicht wird. Die Wahl dieser Genußmittel ist aber meist eine dem Gesundheitszustände des Patienten wenig entsprechende. Oft genug haben die Kranken von durchg-schmuggelteu Liebesgaben effectiven Schaden und alljährlich find einzelne Todesfälle auf dergleichen Zuträgereien zurückzuführen. Das Alles ließe fich vermeiden, wenn daS Publikum sich entschließen könnte, durch die Saalschwester btt dem betreffenden Arzte anzufragen, ob diese oder jene Erfrischung, welche das Krankenhaus nicht bieten kann, dem Kranken zuträglich und erlaubt sei. Das Mitbringen von Orangen, Fruchtsäften, Blumen usw. wird von ärztlicher Seite nicht leicht beanstandet werden. Endlich dürfte sich zur allgemeinen Berücksichtigung empfehlen, daß die besuchenden Angehörigen oder Freunde von etwaigen, ihnen von den Kranken anvertrauten Wünschen beim Fortgehen der Saalschwester oder dem jourhabenden Arzt sofort Kenntniß geben möchten. * In Göttingen soll vom 1. October ab der Pump beschränkt werden. Eine Anzahl dortiger Gastwirthe hat sich „zur Einschränkung der Borgwirthschaft und Beseitigung der durch dieselbe hervorgerufenen Mißstände" zusammen- gethan und sich vertragsmäßig auf folgende Punkte geeinigt: 1) Am Ersten eines jeden Monats wird dem Gaste Rechnung über demselben im Laufe jeden Monats verabreichten Mittags- tisch übergeben. Diese Rechnung muß bis zum 10. des RechnvngSmonats bezahlt werden. Wird dieselbe bis zu diesem Zeitpunkte nicht bezahlt, so wird der säumige Schuldner zum MütagStlsch nicht mehr zugelassen, auch dürfen anderweite Speisen und Getränke demselben nur noch gegen Baarzahlung verabreicht werden. 2) Den sämmtlichcn unterzeichneten Wirthen werden die Namen solcher vom MittagStisch wegen Zahlungsverzuges ausgeschloffenen Gäste von dem betreffenden Wirthe mitgetheilt. Nach erfolgter Anzeige darf solchen Gästen Mittagstisch überhaupt nicht gewährt und anderweite Speisen und Getränke auf Credit nicht verabreicht werden, bevor der anzeigende College wegen seiner Forderung befriedigt ist. 3) Im Falle der Zuwiderhandlung gegen §§ 1 und 2 unterwirft sich Jeder der Unterzeichneten sür jeden einzelnen Fall einer Conventtonalstrafe von 600 Mb, welche nach Beschluß einer aus drei Mitgliedern bestehenden Commission der unterzeichneten Wirthe zu milden Zwecken verwandt werden. 4) Bei Beginn des Mittagstisches werden dem Gaste diese Bestimmungen nebst der voraufgegangenen Begründung zur Einsicht vorgelegt oder überreicht. 5) Sollte ein Gast aus besonderen Gründen eine abweichende Zahlungsfrist verlangen, so hat der betreffende Wirth dies sofort der bestimmten Commission anzuzeigen. Diese beschließt über die Wichtigkeit der Gründe und die zu gewährende Frist. — Die vorstehenden Bestimmungen treten mit dem 1. October 1894 in Kraft. Die bis dahin entstandenen Verbindlich- keiren der früheren Mittagsgäste werden durch dieselben nicht berührt. * Die Erinnerung an den Braud des Wiener Ring- Theaters im Jahre 1881 wird wieder wachgerufen durch den kürzlich erschi neuen zwölften Jahresbericht der für die damals Verunglückten oder Hinterbliebenen errichteten Stiftung. Das Capital dieser Stiftung bestand am Ende des Jahres 1893 aus Werthpapieren und Sparkaffe-Einlagen im Betrage von 1 375 812 Gulden. Ferner ist noch die Stiftung eines „ungenannt" sein wollenden Menschenfreundes (Götti) mit 100000 Gulden ungarischer Goldrente zu verzeichnen. Das Jahreserforderniß betrug 38356 Gulden. In erster Linie participirten am Hilfsfonds die Kinder der Verunglückten, 122 an der Zahl. Davon sind 13 gestorben und 38 haben die Großjährigkeit erreicht, wo ihnen ein Capital von 6000 Gulden Goldrente übergeben wird. Fünf haben dieses Capital noch nicht oder nur theilweise erhoben. Noch ver- ble-ben 70 minderjährige Mitglieder der Kinder-Affociarion. Das sür diese sowie für die fünf bereits über 24 Jahre alten Mitglieder der Kinder - Affociation hinterlegte Capital beträgt 429 300 Gulden. Lebenslängliche Renten von jährlich 60 bis 600 Gulden erhalten 99 Parteien im Gesammt- betrage von 29 520 Gulden. Zeitliche Renten von jährlich 60 bis 480 Gulden (eine Partei 1200 Gulden) erhalten 29 Parteien im Gesammtbetrage von 7180 Gulden. Aus! der 100000 Gulden. Stiftung erhalten 5 Personen insgesammt 1044 Gulden. Seit dem Beginne der Hilfsaction sind 72 Renten mit dem Gesammt-Jahresbezuge von 16 4Z0 Gulden erloschen. Die Auszahlung erfolgte im Jahre 1893 an 128 Rentner und 76 Mitglieder der Kinder-Association. — Wie schützt man fich vor Zudringlichkeit? Wenn eine Dame allein auögeht und von einem lästigen Bewunderer verfolgt wird, soll sie sich darüber beleidigt zeigen? Und welche sind die unfehlbaren Mittel, ihm begreiflich zu machen, daß er sich auf falscher Fährte befindet? Die heiklen Fragen werden vom Pariser „Figaro" aufgeworfen und erörtert. <5tne Leserin erzählt: „Meine ehrwürdige Großtante z. B. wußte sich in folgender Weise zu helfen. Sie hatte in ihrer Jugend, wie man mir erzählte, Augen, die alle Vorüber- gehenden in Bewunderung versetzten. Eines Tages, als sie vom Faubourg St. Germain zurückkam, sah sie sich plötzlich auf der Brücke de la Concorde von einem Dandy oder „Lion", wie man damals zu sagen pflegte, verfolgt. Sie beschleunigte ihre Schritte, der Dandy jedoch folgte ihrer Spur- plötzlich über die Place de la Concorde eilend, biegt rasch in die Rue de Rivoli ein, um ihn abzulenken, umsonst, sie sieht sich immer .noch verfolgt. Um die Rue de Trouchet zu erreichen, wo sie wohnte, machte sie den Umweg über die Rue St. Florentin, Rue St. Honoro und Rue Royale. Der schöne junge Mann läßt aber nicht ab, ihr auf dem Fuße zu folgen. Rasch tritt sie in einen Bäckerladen ein, kauft ein kleines Brod um zwei Sous, und zu ihrem Peiniger gewendet, der vor der Thüre ihrer harrte, sprach sie, ihm das Brod reichend: „Hier, mein Wertster haben Sie etwas zu essen" . . . „Aber, Madame" . . . „O entschuldigen Sie sich nicht, mein Lieber- die Beharrlichkeit, mit der Sie mich verfolgten, ließ mich verstehen, daß Sie ein verschämter Armer sind." Der Lion machte sich schnell aus dem Staube und irrt noch umher . . . wenn er nicht schon längst gestorben ist." — Gleich erfolgreich erwies sich folgendes Mittel: „Zwei Schwestern, Beide sehr schöne Frauen, konnten nie ausgehen, ohne von Verfolgern belästigt zu werden. Wenn Einer alsdann zu frech oder aufdringlich wurde, warf die Eine der Anderen mit einem mißtrauischen Blick auf den Zudringlichen und mir etwas erhobener Stimme die Bemerkung hin: „Charlotte, gieb Acht aus Deine Börse!" Der Herr, den man für einen Spitzbuben zu halten sich den Anschein gab, bog gewöhnlich in die nächstbeste Straße ab." — Der „Figaro" selbst giebt folgenden Rathschlag: In einen Conditorladen einzutreten, ist nicht rathsam- sich in einen Fiaker flüchten, heißt sich in die Arme des Kutschers werfen und außerdem ist es unangenehm, Jemandem zu Dank verpflichtet zu fein - sich unter den Schutz eines Aufsichtsmannes zu stellen, ist lächerlich und brutal- der Omnibus ist zugänglich für Jedermann und gewöhnlich vollkommen besetzt, wenn man ihn braucht. Das beste Mittelistentschieden, in den hell erleuchteten Laden eines Juweliers zu treten. Der Herr, der Damen nachläuft, betritt niemals einen Juwelierladen. Und wenn so ein Verfolger der Frauen nicht als Knauser gelten will, wird er bald verschwunden fein, wie einst Satan unter dem Weihwasser. * Nach der Vorstellung. Muller (im Cafehause zwei Herren mir einander befm nt machend): Herr Meyer, einer unserer fleißigsten Pu'keivesucher, — Herr Brüllmann, Souffleur unseres StadlheaterS. — Meyer: Freut mich, Ihre wertbe Bekanntschaft zu machen, — ich habe schon sehr viel von Ihnen gehört. * Lächerlich. Köchin (zum Stubenmädchen über ihre Herrschaft losziehcnd): „Das will eine Gnädige sein und — kann kochen!" * Lohn der Sparsamkeit. Die kleine L^beth: Jeden Morgen, wenn wir unfern L.berthran artig genommen haben, schenkt uns die Mama 10 Pfennig. Die stecken wir in die Sparbüchse. — Die Tante: Und was macht Ihr mit dem ersparten Geld? — Die kleine Lisbeth: Dafür kaust die Mama Leberthran! Literatur un- Aunst. — In den nächsten Tagen erscheint bet Emil Ro tb in Gießen: Aür meine Zfre««de, Leberserinnerungen von Jac. Moleschott. Bei dem hohen Rang, den der Verstorbene in der europäischen Gelehrtenwelt einnimmt, dürfte das angezetgte Werk (21 Bogen 8°, mit Porträt als Titelbild), das in 7 Abschnitten „Kindheit, Knaben- jabre, Mittelschule, Hochschule, Utrecht, Heidelberg und Zürich" behandelt, in weiten Kreisen das größte Interesse Hervorrufen. Wir glauben daher auf das Buch, das in schöner und gediegener Ausstattung broschirt zu Mk. 6.50 ausgegeben wird, unsere Leser schon jetzt aufmerksam machen zu sollen, und behalten uns vor, demnächst ausführlich darauf zurückzukommen. — Der „Gartenlarrbe-Kalender" für das Jahr 1895 ist soeben von der VerlagShanblung der „Gartenlaube", Ernst Keils Nachfolger in Leipzig, herausgegeben worden. Es ist ein lieber hochgehaltener Gast, den wohl Jeder von unfern Lesern kennt und freudig bei seinem Erscheinen begrüßt. Führt er fick doch selber mit einem treuherzigen „Grüß Gott!" etn, das ihm die Herzen von vornherein gewinnt, wie der fröhliche prächtige Bursch aus den Alpen, unter dessen das Buch eröffnenden Conterfei jene Worte stehen. — Der Lahrer Hinkende Bote für 1895, der soeben erschienen ist, verdient wiederum die höchste Beachtung. Man bestrebt sich in manchen Kreisen, dem Volke volksthümliche Literatur zu schaffen und übersieht dabei, daß unsere besten Kalender, zu denen der Hinkende in erster Reihe gehört, immer noch echt volksthümlich sind. Groß ist diesmal die Anzahl köstlich erzählter Anekdoten. Die Darstellung der Weltbegebenbetten verräth wie immer vaterländisches Gemüth und klaren Blick wie reichen Humor. — Von der Familienzeitschrift ,Aür Alle Wett" (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) ist das vierte Heft erschienen, das mit feinen großen farbigen und schwarzen Bildern wiederum voll den gediegenen Eindruck bestätigt, den die ersten Hefte überall hervorgerufen. — Das soeben erschienene 27. Heft der beliebten Familien- zeitschrift »Universum" in Dresden bringt folgende Beiträge: Ilse Frapan: Ihre Ideale. Novelle in Briefen. E. Günther: Am Toilettentisch. Kosmetische Skizze. Paul Lindenberg: Alt- und Neu-Paris. Mit Original-Illustrationen von Otto Gerlach. E. Krickeberg: Onkel Fritz. Preisnovelle. Schluß. Karl Hesse: Diätfehler. E. Lenbach: Die Champignons. Novelle. Hans von Spielberg: Was Baron Brenken erzählte. — In der Rundschau finden wir neben einer mit Porti ät geschmückten Biographie deS Prof. Ernst Curtius weitere Beiträge über Bergkrankheit; ferner über: DaS antike Theater zu Orange, mit Abbildungen; Große Menschen, mit Bild des Riesen Hassan Ali; zum Schluß: Bildertexte. — Humoristisches. — Büchertisch. — Räthsel und Spiele. — Welt'Telephon. — Von den Kunstbeilagen heben wir besonders A. Perez: „Abgetrumpft" und I. R. Witze!: „Langersehnt" hervor. I — Meine Herren College«! Momentaufnahmen von einer jungen Schriftstellerin. Berlin, Gustav Pohlmann. — Eine junge Schriftstellerin conterfett in dem Büchlein eine Anzahl ihrer Collegen, in zwangloser Auswahl, sie scheut sich auch nicht, von Manchem eine satynsche Carrricatur zu entwerfen. Man mutz das amüsante Schristchen lesen, es hat seinen eigenen Reiz, die Heldm der Feder fich einmal ungeschminkt ober, wie die Verfasserin sagt, ohne Retouche vorgesührt zu sehen. — Universal'Lexikon der Kochkunst. Wörterbuch aller in der bürgerlichen und seinen Küche und Backkunst vorkommenden Speisen und Getränke, deren Naturgeschichte, Zubereitung, Gesundheitswerth und Verfälschung. Fünfte Auflage. lieber 10000 Recepte und 1000 Küchenzettel enthaltend. Leipzig, Verlag von J.;J. Weber. Technische Fortschritte. — Die Güte der Lederriemen zu prüfe«, verfahrennordamerikanische Maschmisten auf folgende etgenthümliche Weise: Von dem betreffenden Riemen wird ein ganz kleines Stück von 200 mm Länge und 50 mm Breite abgeschnitten und dieses so ausgeschnitten, dah zwei Strippen von je 25 mm Breite und 100 mm Länge entstehen. Diese Strippen versucht man nun weiter auseinander zu reißen, wobei sie auch noch etwas verdreht werden können. War der Riemen von bestem Material, also aus einer gesunden Haut geschnitten, die nicht nur gut gegerbt, sondern auch später noch bestens zugerichtet wurde, so gehört'eine große Kraftaufwendung dazu, die Strippen zu trennen. Ist jedock der Riemen au8 Bauchstücken gefertigt ober aus schlecht gegerbten und zugerichteten Häuten, so reißen die Fibern leicht; man erweitert den Ritz mit Leichtigkeit und hat dann zwei Lederstrippen in der Hand. — Ci« «e«er Heizstoff. Der französische Chemiker AlphonS de MillefleurS bat ein Verfahren erfunden, Petroleum durch eine Art VerfeifiingSproceß in einen festen Zustand überzuführen. Derselbe batte der französischen Akademie Proben des Stoffes, also feste? Petroleum in Briquettform, vorgelegt. In diesem Zustande ist daffelbe gefahrlos zu behandeln und zu IranSportiren und stellt ein Heiz- mittel dar, welches die größten Vorzüge vor allen anderen Heizstoffen besitzt. Im Gegensatz zu flüssigem Petroleum entflammt der sseste Stoff nicht in allen seinen Tbeilen beim Entzünden, sondern brennt langsam wie Holz ab lind ist vollkommen explosionssicher. Die Hitze des festen Petroleums übersteigt die deS OelS um das Dreifache, die Aschebtldung ist sehr gering. Das Verfahren der Verseifung soll sehr billig sein. Da auch das Material kaum Vs deS Raumes von Kohlen eir.nimmt, so dürste das feste Petroleum, wenn eS sich bewährt, wohl für Dampfmaschinen, Locomotiven usw. jedcS andere Heizmaterial verdrängen. Schiffsnach vichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 12. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Habsburg, Cavitäri A. Winkel, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 30. August von Bremen und am 1. Septbr. von Southampton abgegangen war, ist gestern, 12 Uhr Nachts, wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 12. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer H. H. Meier, Capitän M. Möller, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 30. August von Bremen abgegangen war, ist gestern, 7 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Der Dampfer „Illinois" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 10. September wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Verkehr, CanO« rrnd Volkswirthsehaft. S Nidda, 11. September. Der gestern hier abgehaltene sogenannte Herbst markt, verbunden mit Prämiirung und Verloosung, war mir Schweinen stark befahren, dagegen mit Rindvieh schlecht. Aufgetrieben waren etwa 1200 Stuck Schweine, meistens Läufer und wurde das Paar verkauft mit 60 bis 80 Mk.; junge Sommerserkel, 6 bis 8 Wochen alt, kosteten das Paar 30 dis 45 Mk. An fetten Schweinen und Zuchtschweinen war nichts aufgetrieben. Der Handel in Schweinen war sehr lebhaft, die Preise sind bis jetzt unverändert geblieben. An Rindvieh waren ca. 120 Stuck angefahren, darunter 24 Bullen, meistens importtrte Simmenthaler, die auch zu annehmbaren Preisen verkauft wurden, das Stück zu 600 bis 900 Mk. Kalbinnen kosteten 1 jährige 100 bis 120 Mk., 2jährige 150 bis 180 Mk. das Stück. Li«b«rg, 12. September. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 11.90, weißer Weizen X 00.00, Korn X 8.90, Gerste 6.50, Hafer X 5 20. — Z«r Mauserung der Hühner. Die Zeit der Mauserung oder des Feberwechsels ist für bte Hühner, unser nützlichstes Wirthschafts- geflügel, ein schlimmer Uebergang, besonders für diejenigen Hühner, welche ihr Federkleid plötzlich verlieren. Die sonst so munteren Thiere machen dann einen geradezu^ erbarmungswürdigen Eindruck, sitzen trübselig in geschützten Winkeln umher und haben ihre liebe Noth, sich einigermaßen warm zu halten. Man merkt es deutlich, wie bann bie Thiere in einem krankhaften Zustande sich befinden, abmagern und ihre ganze Kraft auf die Erneuerung ihres Federkleides verwenden. Auf Erfahrung beruhende Urtheile gehen daher dahin, daß der Geflügelzüchter niemals mehr Ursache zur Pflege der Hübner hat, als während der Mauserzeit. Denn je rascher sie diesen Zustand, der gewöhnlich im September und October bei den Hühnern eintritt, überwinden, um so schneller werden fie wieder kräftig und zum Eierlegen fähig. Vor allen Dingen gebe man den Hühnern während der Mauserung Gelegenheit, vor Zugluft sich zu schützen, Sonnenschein aufsuchen ober in einen warmen Stall sich verkriechen zu können, je nachdem es ihnen beliebt. Sodann verabfolge man den mausernden Hübnern viel stickstoffreiches und fettreiches Futter. Fett erwärmt, Stickstoff bildet Blut, Fleisch, Fett, Federn u. s. w. Buchweizen, Hafer, Gerste, Weizen, Maisschrot, Brot, Fleischfuttermehl, Fleischabfälle von den Mahlzeiten, auch wohl Oelkuchen, zerschlagene Knochen und etwas Knochenmehl, je nachdem die Wirthschaftsvorräthe das mit sich bringen, werden dem mausernden Geflügel in reichlichen Mengen verabfolgt. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschast. Freitag Abend 615 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 72) Uhr. witterungsansfichten am 13. September Morgens 8 Uhr (Wclterbäuschen in der Südanlage) Barometerstand. MMUUWUUIMM O Qt V I cn K 8 s Thermometer: min. 4- 4*'°R., max. 4- 6 R. Hygrometer: Trocken und schön. g § i S - > I ß Ironerlueg: Die punktirte Linie Bei der Barometerscala gibt dm Stand des vorhergehmdm Tages an. Modernste n. solideste MLnnerkleiderstoffe ä M. 175 pr. Mir. Original-Mustercollectionen in billigen, mittleren und hochfeinen Dualitäten, wobei Paffendes für Jedermann ver senden berettwilligst franco ins Haus. Oettinger & Co., Frankfurt a. BL, Fabrik-DepÖt Soeben erscheint: 980 Tafeln. fTonnnnl 16 Bände geb. ä. 10 M. I IUU UlfU[Unentbehrlich für Jedermann. I Artikel. \ ” 95001 __________ |AbbildUngen.|300 Karten. 130 Chromes. J165ÖÖ 1 Seiten Text v | Brock haus ’ Kon versations-Lexiken. 14. 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GEGR: 1846 Mitgliederstand des Landwirthschastlichen Consum- verems I E.G.mitunbefchrankter Kaft- pflicht ru Keueru am 31. Derbr. 1893. Stand der Mitglieder Ende 1892 76 ?ch. Ad. Lindenstruth III., Director. L. Kloos, Vorstand. [7490 Aechter Rheinsalm, Zander, Hechte, Cabliau, Schellfisch eingetroffen bei [7512 C. G. Kleinhenn. Frische achte Franks«rter Würstel. Ein kl. Wohnhaus mit Hofraum und Garten (Bauplatz in der Moltkestr.) ist unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. 7409] K. Klees, Südanlage 18. A. & G. Wallenfels 21 Marktplatz 21. per Psd. 22 Pfg., garantirt frische Waare, fast tägl. Zufuhr, im Rebstock. Zugang in 1893 Abgang in 1893 Stand Ende 1893 Der Vorstand: Kingofen- Ziegelci-Verkauf. Umständehalber ist eine erst vor zwei Jahren ne« erbaute, sehr rentable Ringofen «Ziegelei mit großem Host« manu'scherr Ringofen und unerschöpflichem Lehmlager auf alsbald zu verkaufen. 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Der Subscriptionspreis für das Adreßbuch beträgt nach wie vor 3 Mark; nach Erscheinen kostet dasselbe 4 Mark. Gießen, im September 1894. Großh. Polizeiamt. Fres enius. Turnverein. Sonntag den 16. September er., von Nachmittags 3 Uhr an bturnen. Abends von 8 Uhr: Tanz. Eintritt gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte frei. 7477 Der Borstand. erhalte« Stelle« nach MUvUfkU hier und auswärts. Gut empfohlenes Mädche«, im Kochen und allen HauSarb. erf., wünscht Stelle z. 1- Oct. Frau Schmidt, Vermiethertn, 7510] ' Neustadt 59. 7504] Eine Frau empf. sich im Wasch., Putz., Strick, u. Feldarb. Hundsgasse 6. 6093] Empfehle mich im Weißzeug- nähe«, Flicken und Waschen. Näh. Neuenweg 42, Hinterhaus.] Georg Schepeler Frankfurt a. M. hergestellt auf Salomons Röstapparaten D. B. P. 49493 mit 57810. Niederlage in Packeten L 1 und Va Pfunden in den Preislagen zu Mk. 1.75, 1.85, 2.— per Pfund bei Eberh. Metzger, Giessen. Cabliau, 7455] im Rebstock. Beamten - Cautions - Darleih - Caffe (Actiengesellschaft.) Die Beamten - EaMions «Darleih - Cafle bat den Zweck, öffentlichen Beamten Cautions-Darlehen zu möglichst günstigen Bedingungen zu gewahren. Jeder Beamte in Staats- oder Communal-Diensten kann ein Darlehen erhalten, sei es zur Neubestellung, Erhöhung oder Ablösung seiner Dienst-Caution. Als alleinige Sicherheit wird die Belassung bezw-Abtretung des Eigenthums- rechts der Caution au die „Darleih. Caffe" verlangt. Andere Darlehen als zu Cautionszwecken, sowie sogenannte Heiraths-Cautionen werden nicht gewährt. Näheres durch 7497 Karl Brechert, Neue Mainzerstr. 24, Frankfurt a. M. en, den 13. September 1894. Die Direction: 3. SS.: Prof. Dr. Buchhold Pferde werden stets angekauft. [7513 Kessler, Pferdemetzger. Unter höflicher Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung werde ich für eine möglich einwandfreie und correcte Herstellung des Gießener Adreßbuchs nach Kräften bemüht sein. Die Drucklegung beginnt Anfang October d. I. und bitte ich, etwaige diesbezügliche Wünsche bis dahin an mich gelangen lassen zu wollen. Wie bekannt, haben Inserate in dem Gießener Adreßbuch nicht allein große Verbreitung, sondern auch dauernde Wirkung, dabei ist der Insertionspreis sehr mäßig, die Seite Mk. 10.— , M» Mk. 6.—, V< Seite Mk. 4.-. _ Außer einer Reihe seither in dem Gießener Adreßbuch noch nicht veröffentlichter wichtigen amtlichen Bekanntmachungen wird dasselbe ein Jnhaltsverzeichniß, einen Fremdenführer für Gießen und Umgegend, sowie einen den jetzigen Verhältniffen der Stadt entsprechenden amtlich neu revidirten Plan der Stadt enthalten. Herr Agent Wilh. Lang nimmt Abonnements, sowie Inserate hierauf entgegen. Indem ich hiermit mein neues Unternehmen dem Wohlwollen hoher Behörden, sowie der Einwohnerschaft Gießens angelegeptlichst empfehle, zeichne mit vorzüglicher Hochachtung f 7513 Curt von Münchow. Ihren reichhaltigen IomMMksirkel hält bestens empfohlen die I. 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