[1868] statt um **’ Ml fluiche Woquetiu to, ?P»ssle Kiew. *’*'> in reiiee*n Vvsltm lni* Sihnt in ns"—■ 7Multy eegmann, BIM M'n eigener F»btni Wb«, >«L*s L’purttie#. ; 4 Vfd. 44 »u “ltk,n M UM Ahr nWc Mögen. itn, XnRridita, sowie m v. Mmpsti M Lchtn ä; unb billigst öuigefik ben besten Garuea strickten Strümpfei älhig. i. Schlatter. Mstnämi, 10. eilende MM ssen zo verpachten. t. unter Gljiffte 1. T. tzpe-. CI. M eingTfMrttittoloitialnietrtiti Sst sucht einen tüchlizrn iisenien.. Mn U. K. an bn Bl. nlung Mm W ig findet tachnnttags 3 M llc zu Lrsuchen um il * : über Sei*. aae bet MM» t ZÄ »- •** * 'S« 2 jjnflli» »* ’S*.« M, , da«»" ni(td) Mittwoch den 14. März Nr. 61 Erstes Blatt. 1894 Ter chiejener Anzeiger erschnnt täglich, mit Ausnahme des Montags. Dir Gießener I>a mtsteuösätter werden drm Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kemrat-Mnzeiger. Vierteljähriger >lewererwl5|itei«: 2 Mark SO Pfg. mit Lringerlohn. Durch dir Post bezogen 2 Mark 60 Pfg. Ärbachon, Exprdilion und Druckerei: >4nrflra*r Kr.7. Fernsprecher 51. Amts- unb Airzeigeblatt für den Tireis Gieszen Hratisöeilagr: Gießener Kamitienötätter Amtliche» Theil Deutsche» Reich Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für dm folflrnbrn Tag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux de» An» und Auslände» nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegm. Berlin, 12. März. Die am vergangenen Samstag stattgefundene große parlamentarische Entscheidungsschlacht in Sachen deS deutsch-russischen Handelsvertrages ist so ausgefallen, wie es allgemein schon erwartet worden war — mit einer Mehrheit von 54 Stimmen hat der Reichstag den grundlegenden ersten Artikel des Vertrages angenommen. Die Parteigruppirung bei dieser bedeutungsvollen Abstimmung entsprach ebenfalls den hierüber schon vorher laut gewordenen Vermuthungen und bot der wichtige parlamentarische Act vom 10. März demnach auch in bteier Hinsicht keinerlei Ueberraschungen dar. Die Mehrheit setzte sich aus dem Gros der Rationalliberalen, sowie aus den kleineren Hälften der Freiconseroativen und des,CentrumS, einigen Conservativen und aus den beiden freisinnigen Fractionen, der süddeutschen Volkspartei, den Polen, Welfen, Elsässern und den Socialdemokraren zusammen, so daß also die Minderheit durch die Antisemiten und die Bauernbündler, ferner durch fast sämmtliche Conservative, durch die meisten Mitglieder deS Centrums und der Freiconseroativen und einen Bruchtheil der Nationalliberalen gebildet wurde. Gefehlt haben im Ganzen 50 ReichStagSabgeordnete- ob sich daS ziffernmäßige Ergebniß der SamStagSabstimmung wesentlich anders dargestellt haben würde, wenn diese 50 Reichsboten sämmtlich zur Stelle gewesen wären, dies läßt sich allerdings zunächst nicht beurtheilen. Jedenfalls herrscht aber in parlamentarischen Kreisen die Ueberzeugung, daß die bei der dritten Lesung erfolgende definittve Abstimmung des Reichstages über den Vertrag als Ganzes an dem Resultate der SamStagSdebatte nichts Erhebliches ändern wird, der Vertrag kann also als gesichert gelten. In der SamStagSsitzung wurden auch fast alle übrigen Theile des deutsch-russischen Vertrages genehmigt und zwar ohne weitere Abstimmung- zurückgestellt wurden noch die vom Tarif handelnden Artikel und der Rest des VerttageS. Letztere Einzelheiten gelangten in der Montags- sitzung deS Reichstages zur Erledigung- die dritte Lesung deS Vertrages findet wahrscheinlich am Donnerstag statt. — Mit der Genehmigung des deutsch-russischen Handelsvertrages geht nun der Reichstag in die Osterferien, sie bringen den Reichsboten nach den angestrengten Verhandlungen der letzten Wochen und der gewichtigen Entscheidung in der genannten VcrtragSaction eine doppelt willkommene Ruhepause. Nach der Ostervertagung wird dann jedoch die Frage der Steuer- und Finanzreform im Reiche um so energischer wieder in die Erscheinung treten, denn es muß sich nachher zeigen, wie es mit den bezüglichen Vorlagen eigentlich werden soll. Noch in den letzten Tagen versicherten Berliner osficiöse Stimmen aufs Neue, die verbündeten Regierungen dächten gar nicht daran, auf die Steuervorlagen oder auch nur auf daS Finanzreformgesetz zu verzichten, sie wünschten vielmehr hierüber eine bestimmte Antwort Seitens des Reichstages noch in der laufenden Session. Sollten die verbündeten Regierungen wirklich an diesem Standpunkte festhalten, Io kann man sich auf eine Ausdehnung der Reichtags- session bis in den Sommer Hinern gefaßt machen, ist doch in der Steuercommission das steuer- und finanzpolitische Reformwerk bis jetzt noch zum kleinsten Theile zur Erledigung gelangt. Wie aber die erwartete „bestimmte Antwort" des Reichstages in dieser Angelegenheit ausfallen wird, darüber kann kaum mehr ein Zweifel bestehen. Der Reichstag wird das Weinsteuergesetz und das Finanzreformgesetz sicherlich, daS Tabakfteuergesetz höchst wahrscheinlich ablehnen und wohl nur die Novelle zum Stempelabgabengesetz genehmigen. Bekanntmachung. Der Unterzeichnete beehrt sich hiermit, die Mitglieder de» landwirthschaftlichen Vereins von Oberheffen zu einer Hauptversammlung auf Mittwoch den 21. d. M., des Vormittags lV/2 Uhr, in das Gasthaus zum Prinzen Karl in Gießen ergeben)! einzuladen. Einziger Gegenstand der Tagesordnung ist die Wahl des Vereinspräsidenten und deffen Stellvertreters für die Periode 1. April 1894 bis dahin 1900. Laubach, am 8. März 1894. Der Präsident des landwirthschastl. Vereins von Oberheffen. Friedrich, Graf zu Solms-Laubach. StaatSsecretär v. Marschall kommt noch aus eine beiläufige Bemerkuna von HammerstctnS zurück, daß erst neuerdings wieder — nach einer MMHeilung der „Magdeburger Zeitung" — Rußland gewisse Schritte zu Ungunsten deutscher Kolonisten gethan habe. Herr v. .Hammerstein habe dabet mitzuthellen vergessen, daß die deutschen Colontsten russische Unterthanen leien. Sich in die inneren Angelegenheiten eines fremden Staates zu mischen, habe Deutschland keinen Anlaß. Abg. v. Stumm (Sp.): Die Frage Hammersteins nach dem „anderen Conttahenten" war ganz überflüssig. Dieser andere Kontrahent find eben die beteiligten Vertreter Der bett. Interessen im Westen und «vüdwesten und im LandeSeisenbahnrath. Redner rechtfertigt weiter die Aufhebung der Staffeltarife, wofür ja der Osten eine hinlängliche Cornpensation in der Aufhebung deS Identitäts-Nachweises erhalte. Artikel 19 wird mit großer Mehrheit genehmigt. Zum Artikel 20, Vertragsdauer biS Ende des Jahre» 1903, liegt ein Antrag K an itz-Po langen vor auf jederzeit zulässige einjährige Kündigung. Abg. Graf Kanitz (cons.): In 10 Jahren könne sich gar zu vieles ändern, und eS ließen sich deshalb gar nicht die Consequenzen eines Vertrages mit so entferntem Endtermin übersehen. Auch Die Russen selbst wünschten nicht einen 10jährigen Vertrag, würden sich also eine solche Aenderung, wie er sie beantrage, gern gesallen lassen. Unserer Regierung dürse keinesfalls daS Recht verschiänkt roetben, in den nächsten 10 Jahren etwas zu Gunsten der Landwirthschast zu thun. Minister Miquel habe gesagt, in den nächsten 10 Jahren müsse für die Landwirtbschaft mehr geschehm, alS bisher. DaS fei aber doch nicht möglich, wenn dieser Vertrag auf 10 Jahre abgeschloffen werde. Abg. Meyer-Danzig (natl.) erklärt, angesichts der Aushebung oeS Identitäts-Nachweises für den Vertrag stimmen zu können. Auch der 10jährigen Dauer stimme er zu. Obwohl er sonst Gegner der Handelsverträge sei, nehme er diesen Vertrag doch an, einmal well die Aushebung deS JdentitätS-NachweiseS eine genügenbe Kompensation fei, und sodann, weil im Falle der Ablehnung deS Vertrages Auflösung deS Reichstages zu befürchten fei. Abg. Graf Arnim (Rp.) befürchtet ein weiteres Fallen des RoggenpreifeS als Folge des Vertrages und wird deshalb gegen de» Vertrag bez. für den Antrag Kanitz stimmen. Abg. v. Kardorff (Rp.) lehnt den Vertrag aus Gründen der inneren und äußeren Politik ab. Abg. Graefe (Antts.) fprtcht sich gleichfalls entschieden gegen den Vertrag auS. Derselbe schädige namentlich auch die Bauern. Und trotz Caprivi werde daS Wort immer wahr bleiben: Hat der Bauer Geld, hat'S die ganze Welt. Abg. v. Manteuffel (cons.) constatirt, daß kein Vertreterder verbündeten Reaterungen gegen den Antrag Kanttz daS Wort genommen hat. Er nehme daher an, daß die Regierungen mit diesem Anträge jetzt einverstanden sind. (Große Heiterkeit.) Der Antrag Kanitz wird mit sehr großer Majorität abgelehnt, Artikel 20 und debatteloS der letzte Artikel deS Vertrages angenommen. Zur Beschlußfaffung steht sodann noch der VerttagS-Taris, zunächst der russische. Bei Position „Frische Früchte" bemerkt Abg. Hahn (Hospitant der Natl.): Eine wirkliche nennenS- wetthe Concesston habe Rußland bei dieser wichtigen Position nicht gemacht. Referent Möller constatirt, daß der jetzige Zollsatz unter dem 82er Zoll liegt und daß die Interessenten in Lübeck und Hamburg in diesem jetzigen Zollsatz thatsächlich eine große Concelsion erblickt hätten. Bei Position „Hopfen" bebauert Abg. Weiß (fr. 23p.). daß eS der Regierung nicht gelungen fei, eine Gleichstellung des russischen mit unserem Hopfmzoll zu erreichen. Die süddeutschen Hopfenbauern würden aber trotzdem dem Vertrage zustimmen. Der von dem Abg. Lutz geforderte Höhere Hopfenzoll würde ja doch nur zur Folge haben, daß Rußland fich noch mehr auf Veredlung seines HopsenbaueS verlege. Abg. Aichbichler (Ctr.) hätte ebenfalls gewünscht, daß der Hopfenbau Deutschlands in diesem Vertrage mehr Berücksichtigung gefunden hätte. , „ . _ Abg. Lutz (cons.) wünscht (Erhöhung unseres HopsenzolleS. Er sei auch überzeugt, daß unsere Unterhändler sehr wohl eine Gleichstellung unseres und des russischen HopsenzolleS hätten erreichen können. StaatSsecretär v. Marschall erwidert, in Rußland feien wieder die dortigen Hopfenbauern überzeugt, daß durch unfern Handelsverttag der ganze russische Hopfenbau ruintrt werde. That- sLchltch sei die bayrische Hopfeuproductton fünfmal und die deutsche zehnmal so groß, alS die ganze russische Hopsenproduction. Letztere betrage 20 000 Doppelcentner, während Deutschlands Export allein 100 000 Doppelcentner beträgt. Der rufstsche Export guten Hopfens nach Deutschland betrügt IpCt. unserer Production. Wie könne man da von Heberschwemmung Deutschlands mit russischem Hopfen reden? Durch die Herabsetzung des russischen Zolles werde namenllich Bayern nur Vorthetle haben. Abg. Rösicke dankt der Regierung für diesen Vertrag, da derselbe den russischen Hopfenzoll auf ' > herabsetze. Die Sachver- ständiakeit deS Abg. Lutz fei jedenfalls seyr zweifelhaft. Er erinnere an dessen Behauptung im vorigen Jahre, daß die Farbe deS dunklen Bieres nur von Zuckercouleur herrühren könne. Hinterher habe Lutz an den damaligen Abg. Director Goldschmidt einen deh- und web- müthigen Brief geschrieben. Hier habe ich ihn. (Heiterkeit, lebhafte Rufe: vorlesen! Präsident v. Levetzow: DaS könnte ich doch nur in den bringenden Fällen gestatten. Hier aber scheint doch kein Zusammenhang zwischen dem Brief und dem HandelSverttag zu bestehen.) Nun, ich lege ben Bt lef auf ben Tisch beS HauseS nieder. (Heiterkeit.) Nach längerer Debatte wirb bie Position „Hopfenzoll" genehmigt. Bei Position „Roheisen" fragt Abg. Graf Kanitz (conf.), ob nicht günstigere Bebingungen für bie Roheisen ausfltht zu erlangen waren. Deutscher Reichstag. 69. Sitzung. Montag den 12. März 1894. Die Verlängerung besHanbelSprovisoriumS mit Spanien wirb debatteloS d-ffnitiv in dritter Lesung angenommen. Sodann wird die zweite Berathung des Handelsvertrags mit Rußland fortgesetzt. Artikel 19 behält beiden Reichen die Freiheit zur Ausgestaltung der Eisenbahntarise vor. Doch müssen die Tarife gegenüber den Angehörigen beider Reiche gleichmäßig angewendet werden. Der Artikel bezweckt insbesondere Danzig, Königsberg und Memel die Theilnahme an der überseeischen VerkehrSoermiltelung nach unb von Rußland zu wahren. Es ist baher bie weitere Ausbildung btrecter Tarife zwischen btefen Häfen unb russischen Plätzen {in -Aussicht genommen. Graf Mirbach (cons.) bebauert lebhaft, daß über biefe Tariffrage kein schriftlicher Bericht erstattet sei. Für bie in biesem Vertrage sttpulirtenBegünstigungen Königsbergs rc. danke er der Regierung, aber diese Begünstigungen bedeuteten kein großes Zugeständniß Rußlands, da wegen des billigeren Frachttarifs nach London (von Königsberg 49 Rudel, von Libau 51, von Riga 54, von Odessa 95 Rubel) auch Rußland ein Interesse an dem Export über Königsberg habe. Einen Tropfen Wermuth erhalte aber dieser Artikel dadurch, daß er diese Begünstigungen nicht bloS auf die Durchfuhr erstreckt habe. Dadurch, baß das russische Getreide auch in unseren freien Verkehr, von Königsberg unb Danzig aus, übergehen könne, werbe unsere Lanbwitthschast unb Mühlenindustrie schwer geschäbigt. Voraussichtlich gant werthloS für uns werbe die Herabsetzung des Kohlen- zolleS fein, denn man werbe in Rußland Die inländischen Koblen- probucenten baburch begünstigen, daß man ihnen alle vtrlangten Kohlenwagen stelle — io baß für unsere oturschlesischen Kohlen keine Wagen mehr verfügbar seien —, sowie burd) Frachter lasse, etwa unter dem Titel „Re.xpedttionSgebübr". Er bedauere die Aufhebung der Staffeltarife durchaus. Bayern, welches so sehr die Aushebung verlangt habe, habe selber Staffeltarife für den Export von Steinen nach Ostpreußen, ferner für die Durchfuhr österreichifch- ungarifchen Getreides. Außerdem habe eS zollfreie Läger mit Re- expeditionSgebühr. Wie könne da Bayern die Aufhebung der preußischen Staffeltarife für Getreide fordern? Er möchte unsere preußische Regierung daher bitten, zu erwägen, ob nicht dem Einen recht sei, was dem Anderen billig sei! (Beifall rechts). Was nutzen uns unsere Transportmittel, wenn man den Transport in unserem Jn- lanbe selber so erschwere?! Der Vertrag mit Rußland binde nicht bloß unsere Zölle, sondern verhindere uns auch, unsere Tarife nach unseren Wünschen und Interessen festzusetzen. Gesandter Frhr. o Thielmann: Die Staffeltarife haben mit Art. 19 nichts zu thun. Wenn Vorredner die tarifarischen Vereinbarungen überhaupt bemängelt, so richtet sich dieser Vorwurf nicht gegen Die jetzige Reaierung, sondern gegen Manteuffel, denn schon dieser hat in den 50er Jahren mit Rußland Verträge geschlossen, in denen diese Grundsätze vorhanden waren. Die Bestimmungen irn Schlußprotocoll über den Verkehr nach Königsberg, Danzig und Memet anlangend, so sind ja auch unsere Staatsbahuen an diese Bestimmungen in demselben Augenblicke nicht mehr gebunben, in bem bie Privatbahnen in Rußlanb unb Deutschlanb nicht von ben genau gleichen Grunbsätzen ber Tarisbilbung auSgehen. Ein Zutück- stromen russischen GetreibeS von Königsberg unb Danzig in baS Innere von Ost- unb Westpreußen ist nicht zu befürchten. Abg. Kr öber (südb. 23p.): Meine Partei erblickt in ben Staffeltarifen für (Betreibe eine schwere Schäbigung ber sübbeutschen Land- wtrthschast unb Müllerei. Man soll den Güteraustausch allgemein fördern, nicht aber durch einseitige Ausnahmetartse. Auch die Staffeltarife für Holz, welche jetzt noch für BreSlau und Bromberg bestehen und vermöge deren russische« Holz billiger gefahren wird, als bayrisches, müssen fallen. Die Aufhebung deS JbentitätSnachweifeS muß gleichzeitig mit ber ber preußischen Staffeltarife erfolgen, nicht früher. Abg. Dr. Hammacher (nl.) stimmt bem Wunsche nach möglichst frühzeitiger Aufhebung ber Staffeltarife zu. Mit ber bes Jbentitätsnachwetses hängt sie aber nicht zusammen, da die Aufhebung des Identitätsnachweises Süddeutschland nicht schaden, sondern nur nützen kann. Riober vergißt bei seinen Beschwerden über die preußischen Staffeltarife, daß auch Bayern Staffeltarife in feinem Interesse ein geführt hat. Ein Zurückströmen russischen Getteides zu billigen Durchfuhrtarifen nach Danzig unb Königsberg in unser Inneres würbe zur Voraussetzung haben, baß bie Marienburg- Mlawka- und bie Ostpreußische Sübbaho ohne Gewinn arbeiten. Würben bie billigen Tarife nur für bie Durchfuhr über See eingeführt, bann würben bie gemischten Transitläger unmöglich werben, durch welche ja gerade der Landwirthschaft Ost- unb Westpreußens Vorthetle erwachsen. Abg. Frhr. v. Hammerstetn (cons.) erblickt in ber Aufhebung ber Staffeltarife unbebingt ein Hanbelsgeschäft. Noch im Juni v. I. erklärte sich Eisenbahnministet Thielen für ben Fort- bestand ber Staffeltarife. Staatssekretär v. Bötticher antwortete neulich in bet Commission auf bie Frage: wer für bie bauernde Aufhebung und Nichtwiedereinführung der Staffeltarife bürge? „Die Garantie liegt in ber Ehrlichkeit bes preußischen StaatSministeriumS". Da muß doch ein Gegen Contrahent ba sein, bem gegenüber bas Staatsministerium ehrlich fein will. Wer ist biefer anbere Contrahent? (Rufe links: Hier, wir!) Ein Hanbelsgeschäft liegt unter allen Umständen vor. Reichskanzler Graf Caprivi: Die Zweifel des Vorredners lösen sich sehr einfach. Am 28. Juni 1893 befanden wir uns noch in bem ersten Stabium ber Verhanblungen mit Rußlanb. Es konnte bamals noch Niemand wissen, ob ein Vertrag »u Stande kommen würde. Dem preußischen Herrn Minister ber öffentlichen Arbeiten erwächst also gar kein Vorwurf. Der Vorrebner behauptete ferner, es liege hier ein Hanbeltzgefchäft vor unb er fragte: wer ist ber anbete Contrahent? Ich will ihm daS sagen, unb wunbere mich nur, baß ber Herr Vorredner nicht selber darauf kommt. Weiß et denn nichts von den Anträgen auf Aufhebung der Staffeltarife im Abgeordneten- hause ? Weiß er nichts von den Auslastungen deS Hrn. v. Schorlemer im Hettenhaufe? Wer diese Verhandlungen und Aeußerungen gelesen hat, von dem begreife ich nicht, daß er nicht wisten sollte, wer der anbere Contrahent ist. StaatSfecretar v. Marschall: Wir habm an der Ausfuhr von Roheisen nach Rußland ein minimale« Interesse; eS war für uns viel wichtiger, den von Rußland zugestandenm niedrigen Zoll für Halb- und Ganzetsen-Fabrikate zu erhalten. Abg. Reißaus (Soc.) führt bei dem Artikel „Spielwaaren" aus, daß die Btsmarck'fche WirthschaftSpolittk gerade die heimische Sptelwaaren-Jndustrie schwer geschädigt habe, infolge dessen die Lage der Sptelwaarenarbetter eine sehr traurige geworden sei. Der Vertrag enthalte werthoolle Concesfiouen für die Spielwaaren- Lndustrte. Die einzelnen Positionen des rufstschen Tarifs roerben genehmigt. Weiterberathung morgen 12 Uhr. Nerieste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 12. März. Der Kaiser telegraphirte an den Oberbürgermeister, er danke ihm für den telegraphischen Gruß bei dem Festmahle der vereinigten Mitglieder der städtischen Körperschaften anläßlich der ersten Abstimmung des Reichstages über den russischen Handelsvertrag. Der Ausdruck des Vertrauens in des Kaisers auf Erhaltung des Friedens und aus Förderung des Wohlstandes des Volkes in allen Schichten gerichteten Bestrebungen habe seinem Herzen wohlgethan. Berlin, 12. März. Die auswärts verbreiteten ungünstigen Gerüchte über den Gesundheitszustand des Kaisers sind durchaus unbegründet. Paris, 12. März. Präsident Carnot richtete an den Czar anläßlich desien Geburtsfestes folgendes Telegramm: „Ich fühle mich gedrungen. Euer Majestät unsere aufrichtigsten und herzlichsten Wünsche anläßlich Ihres Geburtsfeftes auszudrücken und theilzunehmen an den Bezeugungen der Ergebenheit, welche Ihnen am heutigen Tage entgegengebracht werden." Der Czar erwiderte: „Für den Beweis freundschaftlicher Gesinnung, den Sie mir anläßlich meines Geburts- sestes zugehen ließen, danke ich Ihnen herzlichst. — Heute Bormittag wurden vier Anarchisten verhaftet. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 12. März. Dem Vernehmen nach wird der Kaiser morgen einer Einladung deS Freiherrn v. Stumm zur Frühstückstafel, welche im Hotel Kaiserhof stattfinden soll, entsprechen. Berlin, 12. März. Nach der „Nordd. Allgem. Ztg." verbleibt die Kaiserin in Abbazia bis Anfang Mai. Höchstwahrscheinlich wird dann die kaiserliche Familie von dort direct nach Schloß Wilhelmshöhe übersiedeln. Berlin, 12. März. Die Gerüchte von dem Rücktritte v. Bennigsens aus dem politischen Leben wurden heute von den Mitgliedern der nationalliberalen Fraction dementirt. Berlin, 12. März. Der Reichskanzler beantragte beim Bundesrathe die Neuausprägung von 11,000,000 Mk. in Fünfmarkstücken, 7,000,000 Mk. Zwei- und 4,000,000 Mk. in Einmarkstücken. Berlin, 12. März. In der Budgetcommission des Reichstages wurde heute für das Nationaldenkmal Kaiser Wilhelms eine Pauschalsumme von 4 Millionen Mark bewilligt. Freisinnige und Socialdemokraten stimmten dagegen. Berlin, 12. März. Die Buchdrucker und anderen Angestellten in den graphischen Gewerben beschlossen, die Maifeier am Abend des 1. Mai nach Arbeitsschluß zu begehen. Cronberg i. T., 12. März. Die Kaiserin Friedrich und die Königin von England treffen am Freitag aus Schloß Friedrichshof hier ein. Köln, 12. März. Der römische Correspondent der „Köln. Ztg." erfährt von zuverlässiger Sette, daß die drei- procentigen, vom Staate gewährleisteten Eisenbahnschuldverschreibungen der Steuererhöhung unterliegen, die übrigen von einer Erhöhung aber ausgeschlossen sind. Wien, 12. März. Die Sociald emokraten veranstalteten gestern auf dem Centralfriedhofe eine Massen- k u n d g e b u n g für die in der Revolutton von 1848 Gefallenen. Da die Polizei gegen die Redner tolerant war, kamen keine Ausschreitungen vor. Wien, 12. März. Wie die „N. Fr. Pr." meldet, wurde am Samstag Nachmittag gegen 2 Uhr in Abbazia eine ziemlich starke Erderschütterung verspürt; dieselbe währte eine Secunde und bewegte sich von Südost nach Nordwest. Prag, 12. März. In der fünften Klasse des czechischen Gymnasiums begingen die Schüler eine sehr rohe Majestätsbeleidigung- worin letztere bestand, ist noch nicht bekannt gegeben. Sämmtliche Schüler sind von dem Landesschulrath in Disciplinaruntersuchung gezogen worden. Budapest, 12. März. Kossuth hat Anordnung getroffen, daß seine Leiche nur dann nach Ungarn überführt werden dürfe, wenn Ungarn ein vollständig unabhängiges Land sei. Abbazia, 12. März. Der zur Erholung hier weilende Wiener Gynäkologe, Professor Schautta, welcher bereits vor einigen Wochen bei der Fürstin Maria Louise in Sofia war, ist in verflossener Nacht telegraphisch wieder nach dort berufen worden, da der Zustand der Fürstin ein sehr besorgnißerregender sei. Zürich, 12. März. Die Malerarbeiter haben gestern einen General st rike angefangen. Weitere Arbeitseinstellungen auch in anderen Erwerbszweigen stehen bevor. Paris, 12. März. Das Kriegsministerium beschäftigt sich gegenwärtig damit, die Theilung des 1. und 2. Armeecorps vorzunehmen. Man begründet diese Maßregel, welche einer Verstärkung gleichkommt, damit, daß das 1. Armeecorps die Bestimmung habe, den ersten Anprall der deutschen Truppen auszuhalten, wenn diese in einem eventuellen deutsch-französischen Kriege in Belgien einfallen sollten. Es verlautet, daß das neue Armeecorps nach Arras stationirt wird. Loudoü, 12. März. Der am Freitag in Liverpool augekommene Dampfer „Kamerun" meldet, der Häuptling der Dahomaer, Samuda, welcher die Meuterei in Kamerun angestiftet, habe, als er, zur Hinrichtung geführt, bei dem Gouverneur vorüberkam, diesem geflucht, ihm die Schuld an der Revolte zugeschoben und erklärt, daß sie nur ihn allein haben tödten wollen. Hierüber gerieth der Gouverneur in solche Wuth, daß er einem nahe stehenden Soldaten sein Gewehr entriß und den Häuptling mit dem Kolben niederschlug. Brussel, 12. März. Die belgische Regierung wird demnächst die Bahnlinie von Lüttich nach der holländischen Grenze ankaufen. Die Strecke ist im Falle eines Krieges zwischen Frankreich und Deutschland von strategischer Wichtigkeit. Rom, 12. März. Zwei Radfahrer, welche Über Lyon und Nizza nach Italien gekommen waren, wurden wegen Verdacht« der Spionage verhaftet, weil sie photographische Instrumente bei sich führten. Turin, 12. März. Man erwartet stündlich das Ableben KossuthS. ________ Berlin, 13. März. Der Milträrposten vor der Com- mandantur an der Schloßbrücke hat sich heute früh erschossen. Näheres über den Selbstmord noch unbekannt. totales uub prot>itt3iel(es# Gießen, den 13. März 1894. * * Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 15. März 1894, Nachmittags 4 Uhr pünktlich mit Fortsetzung am Freitag den 16. März um dieselbe Stunde. 1. Der hundertjährige Geburtstag von Friedrich Diez. 2. Die Prüfung der Rechnung der Stadt Gießen für 1892/95. 3. Die Berathung des Voranschlags der Stadt Gießen fürs Etatsjahr 1894/95. 4. Gesuch des Johannes Betz um Concefsion zum Wirthschaflsbetrieb im Hause Wiener Hof. 5. Die Ausführung der Ortsfeuerlöschordnung; hier die Satzungen der Freiwilligen Gatl'schen Feuerwehr. 6. Satzungen des Städtetages für das Großherzogthum Heffen. 7. Gesuch des Bäckers Peter Pfeiffer wegen Pacht eines Holzlagerplatzes. 8. Gesuch des Christian Petri V. um Rückkauf der f. Z. an die Stadt verkauften Zufahrt zum früher Kempff'schen Grundstück. 9. Gesuch des Quästors Orbig um käufliche Ueberlaffung eines hölzernen Spalters. 10. Gesuch des Christian Haubach I. wegen Vergrößerung seiner Scheuer im Neustädterfeld. 11. Gesuch des Wilhelm Weigel um Erlaub- niß zum Bauen in der Löberstraße. 12. Gas- und Wasserleitung für die Hofmannstraße. 13. Die Fortbildungsschule - hier: Vergütung für Reinigung und Heizung der Locale. 14. Vertilgung der Blutlaus- hier: Wahl der Sachverständigen. 15. Unterhaltung des Wegs in den Wingerten. 16. Herstellung des Hohleichwegs- hier: Anbringung eines Röhrenkanals bezw. einer Holzbrücke. 17. Ausbau der Stetnftraße zwischen Schott- und Marburgerftraße - hier: Antrag auf Geländeenteignung gegen Fabrikant Scheid. * * Aus dem Justizdienst. Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz sind bis auf Weiteres: 1) der Gerichtsasseffor Koch in Groß-Gerau mit Wahrnehmung der Dienstvenichtungen eines Staatsanwalts bei dem Landgericht der Provinz Oberheffen, 2) der Gerichts- assessor Dr. Ackermann in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Groß-Gerau beauftragt worden. * * Parlamentarisches. Nach einem uns vor Redactionsschluß zugegangenen Telegramm wählte heute die Zweite Kammer der Stände die Abgeordneten Weber-Offenbach und Wolfsk eh l-Darmstadt zu Präsidenten. Die Wahl Kramers (Socialdemokrat) wurde für ungiltig erklärt, der Antrag des Ausschusses auf Ungiltigkeitserklärung der Wahl Orbigs (Socialdemokrat) an den Ausschuß zurückverwiesen. Das Finanzgesetz wurde um zwei Monate verlängert. * * Der Circus Lorch, der auch gestern Abend wieder zahlreich besucht war, wird nur noch bis Freitag hier verbleiben. Die nächsten Abend-Vorstellungen werden insofern von besonderem Interesse sein, als in ihnen die große Wafserpantomime, ein in Gießen noch nicht gesehenes Ausstattungsstück, ausgeführt wird. Heute (Dienstag) Abend wird sie zum ersten Male gegeben und ohne Zweifel ein zahlreiches Publikum im Circus Lorch vereinigen. * * Kaufmännischer Verein. Vor einer großen Zuhörerschaft hielt gestern Abend Herr Reallehrer Kahl von Wimpfen den angekündigten Vortrag über: „Der Kampf ums Dasein im Menschenleben." Wir haben in Nro. 59 d. Bl. den Inhalt des Vortrags kurz gezeichnet, so daß wir von einem nochmaligen Eingehen auf den Stoff absehen können. Herr Kahl hob, was an dieser Stelle noch bemerkt werden soll, hervor, daß an dem Kampf um die Existenzbedingungen in erster Linie der Handwerkerstand be- theiligt sei, sein Hauptgegner sei die Großindustrie- dagegen bezeichnete er die Behauptung als falsch, daß der Trieb zur Arbeit nur durch den Kampf ums Dasein erzeugt und erhalten werde, dieser Trieb werde, wie dies besonders auch die Vorgänge im Thierreiche bewiesen, bethätigt, ohne daß die Existenz des betr. Individuums gefährdet sei. Die Auffassung vom Kampf ums Dasein, wie sie die Sozialdemokratie lehre, zur Erreichung des Ideals von der Gleichheit aller Menschen sei unhaltbar. Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. * * Die gestern in der Lahn gelandete Leiche wurde als die eines Dienstmädchens aus Gießen agnoscirt. Das Mädchen war die Nacht über aus dem Hanse der Dienstherrschaft geblieben, und war ihr darüber, wie auch noch über andere vorgekommene Unregelmäßigkeiten von der Herrschaft Vorhalt gemacht worden - sie ist daraufhin fortgegangen, um sich zu ertränken. • * Verhaftet wurde der Hausbursche eines hiesigen Geschäfts wegen Diebstahls und ein Frauenzimmer wegen lüd erlichen Umhertreibens. * * Der gestern gemeldete Eutendiebstahl hat sich als ’ nichtig erwiesen. Wie die Nachforschungen ergaben, ist die Ente von einem Hund zerriffen und beseitigt worden. Es erklärt sich dies aus den Blutspuren und daraus, daß noch drei andere Enten angebiffen und beschädigt sind. Das Storchenpaar hat sich, wie es scheint, nun doch entschlossen, seinen Wohnsitz wieder auf dem alten Schlosse am Brand zu nehmen und zwar in dem improvisirten Neffe auf dem Hauptgebäude. Es scheinen lange Berathungen zwischen Herr und Frau Storch gepflogen worden zu fein, ehe sie sich zur Niederlassung entschloffen- am Sonntag und Montag' z. B. stand der eine Storch, offenbar „Sie", auf dem Neste und baute, unbekümmert um die Sonntagsruhe, daran herum, während „Er" auf dem Nachbarschornstein thronte - ihr schien also die neue Wohnung zu gefallen, während er durch sein Verharren auf dem Schornstein ausdrücken wollte: „In dieses Nest ziehe ich nicht!" Seitdem bauen nun beide Störche emsig weiter, zur Freude der Kinder und Thierfreunde, und sollten nicht unvorhergesehene Zwischenfälle eintreten, oder die Störche sich doch noch eines andern besinnen, so wird bald das neue Nest zur Stätte reinen Storchfamilienglückes werden. ** Gebrauchsmuster-Eintragung. N otenblattwend er, gekennzeichnet durch zweitheilige, durch Zahnradsegment und Trieb, AniriebSstange und Griffhebel in zwei Richtungen verstellbare Bügel: Ludwig Stork in Nidda, 20. Januar 1894. Friedberg, 10. März. Heute ist die sechste Frauensperson aus Beienheim wegen Verdachts des wissentlich en Falsch- eids gefänglich eingezogen worden. Friedberg, 10. März. Bet der vorgestern abgehaltenen Generalversammlung des hiesigen Vorschuß- und Credit- Vereins wurde die Dividende für 1893 auf 8 Procent festgesetzt. Friedberg, 10. März. Die Actien-Zuckerfabrik Wetterau ist dieses Jahr wegen des ausgedehnten Rübenareals und der geringen Vorräthe nicht in der Lage, mehr als 14 Pfund Zuckerrübensamen für den Morgen abzugeben. Es empfiehlt sich also eine ganz besondere Sorgfalt bei der Vorbereitung der betreffenden Aecker, damit ein regelmäßiges Aufgehen erzielt wird. D. Ztg. Vermischtes. Ms. Fulda, 12. März. Nach eine beim Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde eingetroffenen telegraphischen Nachricht aus dem Civtlcabinet des Kaisers, hat S. Majestät für den geplanten Bau einer evangelischen Kirche in Fulda 52 000 Mk. bewilligt. Im Kirchenbaufond befinden sich nun im Ganzen schon 140000 Mk., sodaß beabsichtigt wird, in nächster Zeit mit dem Bau zu beginnen. Der Bauplatz ist auch bereits gewählt. Die neue evangelische Kirche kommt an die Lindenstraße, unweit der Realschule zu stehen. Man hofft den Bau in zwei Jahren fertigzustellen. * Berlin, 12. März. Heute Abend ist hier das erste diesjährige Gewitter niedergegangen. * Dresden, 12. März. In der Nacht auf Sonntag wurde auf den Conducteur der Pferdebahnstrecke Circusstraße- Blasewitz während der Fahrt von einem Unbekannten geschossen. Der Verwundete ist im Krankenhause gestorben. Ein Raubmord scheint ausgeschlossen zu sein- vom Thäter sehlt jede Spur. Die Motive zur That sind unbekannt. * Gera, 10. März. Unter Vorsitz des Geh. Schulraths Herrn Dr. Bornemann aus Dresden als fürstl. Commiffars, fand am 6. und 7. März die diesjährige Reifeprüfung an der Amthor'scken höheren Handelsschule statt. Derselben wohnten Sr. Durchlaucht der Erbprinz Reuß j. L. bei, um sich von den Leistungen in den Specialfächern einer höheren Handelsschule zu überzeugen. Außerdem waren zugegen Se. Exceüenz, Herr Staatsminister Dr. Vollert, der Präsident der Geraer Handelskammer und die Vorsitzenden des hiesigen „Kaufmännischen Vereins". Den 22 Schülern, welche sich der mündlichen Prüfung unterzogen, konnte das Reifezeugniß, das gleichzeitig zum einjährig-freiwilligen Militärdienst berechtigt, zuerkannt werden. * Wittlich, 9. März. Der älteste Beamte im deutschen Reiche, der Gefängnißwärter Johann Müller, ist beute im Alter von 101 Jahren und 20 Tagen gestorben. • St. Antwerpen, 10. März. Auf der diesjährigen Weltausstellung wird neben so vielen andern auch ein§ internationale Gartenbau-Ausstellung veranstaltet werden, deren offizielles Programm soeben erschienen ist. Diese Ausstellung soll vom 5. Mat bis zum 5. November dauern und es werden auf ihr Preise für folgende drei Gruppen zur Vertheilung gelangen: 1) für Zierpflanzen und Ziersträucher aus dem freien Felde, 2) für Pflanzen, die für Gartenanlagen, Blumenbeete und dergl. bestimmt sind und 3) für solche Pflanzen aus Treibhäusern, welche vom Mai bis zum Octobcr im Freien verbleiben können. Unter den 65 äusgesetzten Preisen befinden sich vergoldete, silberne und goldene Medaillen, darunter auch eine große von massivem Golde, welche von dem belgischen Königspaare für die schönste Collection von 200 verschiedenen hochstämmigen Rosenstöcken ausgesetzt ist. Eine zweite, von der Stadt Antwerpen gestiftete goldene Medaille mit einem reellen Werthe von 200 Francs wird der besten Collection von Pflanzen und Sträuchern aus freiem Felde zuerkannt werden. Anmeldungen zu dieser Ausstellung, die noch bis zum 20. März angenommen werden, find zu richten an Herrn Alph. de Cock, Voorzitter der tuinbouwafdeeling in Antwerpen, Montignystraat 2. — Wie die hiesigen Blätter einstimmig berichten, wird unter den diesjährigen Ausstellern auch der deutsche Kaiser figuriren. Se. Majestät soll nämlich dem deutschen Comitö bei der Abtheilung für Sportwesen eine prächtige Collection von eigenhändig erworbenen Jagdtrophäen zur Ausstellung überlassen haben. • In der Bierstadt München hat sich ein Zweigverein des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke gebildet. Hohe Militärs und die Spitzen der fördert Infolge der physiologischen Wi'kung der Glectrkltlt auf da- 3?Uengetocbe. Gleichgerichtete Sliöm . welche auf dm «Berbftoff eleciro vUfch einwirken, geben aber nach Pimo» Meinung B'ranlasiung zu schädlichen Äescttonen, e» hülfen also nur Wechselströme In wendung finden. — Billige» Dick,machen der Ae«sters»-e«. Die ,Bau- gew.-Zig." macht out etn btlltgee Dichtungsmittel aufmerksam, welche» gerade tm Winter, wo guter «xensterverschlud nolbwcndig ist, Beachtung verdtmt. Der Falz de» Fenster» wird mit einem Llück Rindertalg gut eingerieben und dann wird da» Fenster geschloffen. Die Inlfr baut schützt den Falz gegen Feuchtigkeit, verhütet bat Quellen de» Holze» und wirkt gleichsam dichtend. Äutzcrdem läßt fich der Fensterflügel leicht öffnen und der Talg im Frühjahr leicht abwaichen. Pcrfctyr, Land- und Dolfswirtbfcbaft, Steuer», 13. Mürz Marktbericht Sut dem beuitgtn Wocherrmarkt kostete: Sutter pr. Hfd. x 0,90—1.00, Hübnereier 1 Stück 5—6 X. 2 Stüef — X, Wfe vr 6t. 5—8 a. XÄfenuitte pr. St. 8 X, »rbfen vr. Liter 18 X. Linien pr. Liter 30 X, tauben pr. Baar A 0.70—1,00, Hühner pr. Stück x 1,00—1 20, Hahner pr. 6t A 1,20-1,50, EMm pr. 6t A 1,70 di» 2,03, Ochseuflelich pr. Bst> 62-68 X. Äub» und Rindfleisch pr. Pfd. 50-56 X, Schweine, fletsch pr. Pfd. 60-70 X. Kalbfleisch pr. «fb 50-56 A, Hammelfleisch pr. Pfd. 40—60 X, Kartoffeln vr. 100 Kilo 4,50—5,00 A, Weißkraut vr Stück 4 -10 X Zwiebeln pr. Eentner 10,00—10,50 a, Milch pr. Liter 16 20 X Enteneier 7 X. (Bänfeeter 11—12 X- be» nen CÄn offen; ** fein/ A- °ß^7 if dem iUr9^ötn. 6e J? ^orn em au« 9e ich WM fei.? L -- Ä *Xta***' , ««»> «In« "e zur Stätte ^??l°ttwender Wubfegment uns »■" , W'Ww 1894. '»Hfenth^engavit. : ,-iz-hchi« unbSreb,,. Nr 1893 nf g Pim,, jC('en'8«ifrrfaJri! ™ «uigtütlntti StHbir D,c^ in der Lage, mehr den Morgen abzugedrr. sondrrr Sorgfnst s»ei der ■i tarnt ttn D. Ui. i eine beim Vorstcr! getroffenen telegrchit- > Kaisers, hat S. ngelischen Kirijk in m Kirchenbausoad itsindtn 0 Mk., foba§ beabuttigl Bau zu beginnen. Dtr . Die neue evangtiiilt! unweit der Realschule za ®ti Jahren ftrtigjufttücn. Mead Ift hier bat erste ;en. btt Mt w\ i einem Vlnbdannttu ge- im Krankenhause gestört-- ffen zu sein; vom Tham r That sind unbekannt. Vorsitz des Geh. Wia:.: den als fürst!. Commlff^ ieSjährige Reifeptüfung : lsschule statt. Derselt iprinz Reuff i- L. bei, - leciatsächern einer zudem waren M»; )r. Vollert, der Pru,,..... die Vorsitzenden 22 Schülern, welche ti rissssr* SSLK ?i.iyKäSl ellung w » Ä« d°«'° m 5- ” . i (axuppen J,JT fotzte bl.h oJfttaudic: SSftTfS E-ipss flir'“e®. ®(t toDetf'“ Die i* ‘ «»5«=I,6V gto^nftöd« u «tmerpe" « Lnt« = -.h- , m §oa, 9 — - • L*ä*S»T: Geistlichkeit haben die Gründung begünstigt, so vor allem der Erzbischof von Thoma. Die Führer der Münchener De- wegung betonen, daß der Biergenuß, wenn er eine Höhe er- reicht wie in Bayern, allmählich die Widerstandsfähigkeit des Körpers und die Energie des Geistes schwäche, und dah im wirthschaftlichen und besonders auch im militärischen Interesse deS Staates dagegen angekämpft werden müffe. • Im deutschen Reich gehören nach den amtlichen Er- gebniffen der lehren Volkszählung 24,230,832 dem männlichen, 25,197,638 dem weiblichen Geschlecht an. Arif 100 männliche kommen 104 weibliche Personen. Auch die übrigen Zählungen ergaben in Deutschland einen Frauen» Ueberichuh; eS standen nämlich 100 Männern im Jahre 1885 104,3, 1880 103,9, 1875 103,6 und 1871 103,7 Frauen gegenüber; daS Berhaltnih hat sich also kaum geändert. Auch in den einzelnen Staaten und LandeStheilen hat das Ge» schlechtSverhältnih ebenfalls nur geringen Schwankungen unterlegen. In manchen Gebietsteilen liegen die Derhält- niffe aber anders. Bor allem ift in der Stadl Berlin, wo auf 100 männliche Bewohner 1871 98 und 1875 99,1 weibliche kamen, seither an die Stelle des Männer-Ueder- fchusieS ein vergleichsweise nicht unbedeutender Frauen- Ueberschuh getreten: 1880 kamen in Berlin auf 100 männ ltche schon 106,8 weibliche Bewohner, 1885 108,2 und 1890 107,8. In Schlesien ist der Frauen Uederschuh seit 1871 zwar nicht erheblich, aber ständig gestiegen: von 109,2 auf 111,3; ebenso, wenn schon nicht ganz so regelmäßig, in Posen von 106 6 auf 108,6, Hohenzollern von 107 auf 110 und den reuhischen Fürstenthümern von 104 auf 107. Nach der entgegengesetzten Richtung hat sich eine Aenderung in Elsaß-Lothringen vollzogen, wo das ziemlich erhebliche Ueber» g wicht, daS in den ersten Zählungsjahren die Frauen belaßen, 1871 103,9 und 1875 105,6, sich später verminderte und 1890 auf daS andere Geschlecht überging bis auf 98,9. In derselben Weise, jedoch weniger scharf ausgeprägt, ist eine An,derung in Schleswig-Holstein eingetreten: von 100,8 auf 97,5. Ferner hat der Frauen Ueberfchuß ziemlich regelmäßig sich in der bayerischen Pfalz von 106,5 auf 102,6, den mecklenburgischen Großherzogthümern, Waldeck und den Gebieten der Hansestädte allmählich verringert. Aber im großen und ganzen haben doch diese Verschiebungen, abgesehen von Berlin und Eliah Lothringen, die bezeichnende Stellung, welche die verschiedenen LandeStheile hinsichtlich der Vertretung der beiden Geschlechter in der Bevölkerung zueinander einnehmen, fast unverändert gelaffen. DaS Bild, daS man bei geographischer Gruppirung der Gebietstheile erhält, ift in allgemeinen Zügen so gestaltet, daß im Osten deS Reichs, hauptsächlich im Südosten, ein starker Frauen- Ueberschuß vorhanden ifb ebenso, jedoch nicht in demselben Maße, in Mittel- und Süddeutschland; im Norden überwiegt gleichfalls, aber noch weniger erheblich, das weibliche Geschlecht, wogegen im Nordwesten und Westen die Männer daS Uebergewicht der Zahl nach haben. * Wozu eine Reserve-Offiziers Uniform nützlich ist, davon weiß ein Berliner Berichteritatter folgendes hübiche Ge- schlchtchen zu erzählen: Ein Gutsbesitzer in der Nähe von Berlin befand sich in Geldschwierigkeiten. Gerichtsvollzieher waren feine täglichen Gäste, doch hatten dieselben keine leichte Arbeit bei ihm, denn er setzte den Vollstreckern der Gerichts- besehle nicht nur passiven, sondern auch activen Widerstand entgegen, so daß sich die Beamten genötigt sahen, in jedem Einzelfalle einen Gendarmen zur Bedeckung mit auf den Herrensitz zu nehmen. Nach einer solchen Pfändung äußerte der Herr Gutsbesitzer entrüstet zu seinen Leuten: „Wenn mir der Gerichtsvollzieher noch einmal in Begleitung von Gendarmen aus den Hof kommt, dann werde ich ihnen zeigen, wie sie sich einem Reservelieutenant gegenüber zu benehmen haben. Die Gendarmen sind Soldaten, und wenn ich meine Offiziers«Uniform anlege, werde ich sie schon zur Ration bringen \u Gerichtsvollzieher und Gendarmen ließen nicht lange auf sich Karten. AIS die Beamten auf den Hof kamen, beauftragte der Gutsbesitzer einen dienstbaren Geist, ihm schleunigst seine Uniform zu bringen. Der Bote kam in dem Augenblick zurück, als die Beamten vorn bei dem Herrn ein- traten und meldete: „Gnädiger Herr! Die Uniform kann ich nicht bringen, die ist versiegelt. An dem Spinde, in welchem die Uniform hängt, klebt ein großes, blaue» Siegel, mitten auf dem Schlüffelloche!" Tableau! • Ein Ruß hinter den Conlifiea. Aus New York wird geschrieben: Lilian Nordica, die gegenwärtig am Opera House gastiert, sang neulich die Traviata. AIS sie während deS dritten Actes hinter die Gouliffen trat, umarmte sie ein alter Herr, dem Tdränen der Rührung über die Wangen liefen und rief: „Lasten Sie sich küsten! Sie sind einzig! unerreichbar ! unnachahmlich." Die Nordica war von dem Enthusiasmus des alten Herrn erschüttert, noch erschütterter aber war sie, als man sie daraus aufmerksam machte, daß das Diamanten diadem, daS in ihrem Haare gefunkelt hatte, feit jenem Kusse verschwunden sei. * Ein Millionen Schwindel. Die Pariser Polizei ver- hastete die Opernsängerin Moulin, welche durch einen raffinirten Häuser-Schwindel mit Hilfe eines Notars einer Anzahl ländlicher Hausbesitzer Realitäten im Werthe von 2 Millionen entlockte. Die Moulin, welche die auf Credit gekauften Häuser sofort verschleuderte, besitzt kein Vermögen. Die riesigen Stimmen wurden von ihr verspielt. Unter den Geprellten befinden sich auch „PrintempS", „Louvre" und andere große Modemagazine. Schiff-nachrichten des Nordd. Lloyd. In Gießen net treten durch die Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 12. März. fPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Dresden, (Sapltän A. v. Gölten, vom Nordd. Loyd. tn Bremen, welcher am 25. Februar von Bremen abgegangen war, ist am 10. März, 9 Uhr Abends, wohlbehalten tn Newyork angekommen. Technische Fortschritte. — «äschere» »erben der Häute za Leder mit Hilfe der Sleetricität. Da bekanntlich der Gerbproz-ß rer Häute nach den bishertgen Methoden noch ein ziemlich langwieriger und tn Bezug aus das rasche Eindringen der Gerbsäure auch oft etn mangelhafter ist, so sei für Ledersabrikanlkn die Anwendung von Electricität bei dem Gerben nach der Fachzeitschrift „Electrictan" und nach Dem Verfahren deS Electrotechmkers Pima erwähnt. Die in die gerbende Flüssigkeit etngttauchten Häute werden der Wirkung von eleclrtschen Wechselströmen ausgesetzt. Auf dem Boden deS Bottichs liegt eine metallene Elcctiode, über welche die Häute aufetnandergelegt werden; dann wird die Gerbflüssigkeit etngefüllt. Die erforderliche Stromdichte beträgt 0,08—0,2 at auf etn Cuabratcentimeter, je nachdem leichte oder schwere Häute zu behandeln sind. Die Anzahl der Stromwechfel soll nicht unter 43 sein. Dieses Verfahren kann, laut „Chemiker-Zeitung Repertorium", in den gewöhnlichen Bottichen vorgenommen werden, doch hat die senkrechte Aufhängung der Hönie nebeneinander zwischen senkrechten Electroben beffere Resultate geliefert und gestattet außerdem, einzelne Häute während der Behandlung zu untersuchen. Je nach der Beschaffenheit der Häute sollen 100 bis 400 Stunden genügen. Nach Pima» Ansicht liegt der Vorthell der Anwendung der Electricität in dem Umstand, daß dieselbe das Eindringen deS Gerbstoffe» in die Häute außerordentlich Citeratar und Knnft. — Da» neue Testament «edfl de« Psalmen. Nach dem Grundtext teolbirte U-berietzung. Frauenfeld. I. Huber. 1893. Auch nach der deutschen Bibelreoision, die offenbar ängstlicher gegen: über dem Lutbertext als gegenüber dem Grundtext ist, ist besonder» für gebildete Christen eine wortgetreuere und noch populär-verständ: liebe Neuübersetzung erwünscht, die uns nicht so fremdartlg:gelehrt anmuthet wie die an sich tresfliche von C. Weizsäcker. Eine solche schöne Mitte, nebenbei auch tn deutlichem Druck und dienlicher Ueberfichtltchkeit, bietet unS die obige Revision de» Neuen Testaments von Seiten der Schweizer Kirchenbehörden in einem würdigen Octav- bande von ca. 600 Seiten für den an sich billigen Preis von 1 Mk. Wir möchten gebildete Gemeindeglieder, besonders Lehrer, auf diese das Bibelverständniß treiflich-sordernde Neuübersetzung mit warmer Empfehlung aufmerksam machen und etwaige Verbreiter derselben noch an die ansehnliche Verbilligung von 15pCt. bei Wiederverkauf erinnern D« Neberzieher- und Lodenstoffe ä Mk. 4.95 Psg. per Meter versenden in einzelnen Metern an Jedermann Erstes Deutsches Tuchversandtgeschäft, Oettinger & Co-, Frankfurt a. M., Fabrlk-Depöt Muster bereitwilligst franco I 936 — Den Wünschen de» Publikum» ist Apotheker 91. Flügge entgeoengekommen und bat für einen von den Aerzten als vorzügliche Salbe bei allen Hautleiben, Wunden, Verbrennungen, Verletzungen, Geschwüren ?c. warm empfohlene Myrrhen - Crüme ) eine Packung für 50 Psg. eingefübrt, dies wird bei allen, welche sich bereits von den vorzüglichen Eigenschaften deS Myrrhen - Sterne überzeugt, gewiß vollkommen fein. *) Erhältlich in Dosen t Mk. 1 — oder in Tuben zu 50 Psg. in allen Aprtheken. 2211 *♦<< ♦ 1 «e*♦♦ baden einen höchst nach- falte, Hlhe, Mst b‘n ------- J---------— Hauiblütben, Haut- auSschlägen, «usspringen und Risflgkett der Haut bemerkbar macht. Wird zum Waschen die wegen ihres hohen Fettgebaltr», Milbe und N-utralttät ärztlich so hochgeschätzte Doering* Seite mit der Eule angewendet, so werden obige Eischeinungen nicht allein vermieden, sondern eS wird durch sie die Schönheit irnb Gesundheit der Haut auch erhalten. Doerings Seife mit der Eale ift für die im HauSbalt thätige Frauenwelt etn nolhwmdiger Beda' is artifel, der für 40 Psg. zu beschaffen ift. |667 Engros-Verkauf: Benner & Krumm, Giessen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Mo»»tag den 19. März 1894, Vormittags 9Va Uhr beginnend, soll im Gießener Stadtwald in den Districten Ober- und Unter* Hag und Heegftrauch nachverzeichnetes Holz und zwar zuerst da» Stamm- holz versteigert werden: 26 Eichenstämme mit 11,34 fm, 45 Fichtenstämme mit 24,19 fm, 15 rm Eichen-Scheitholz, 195 „ Nadel-Scheitholz, 2 „ Birken-Scheitholz, 8 „ Eichen-Knüppel, 376 „ Nadel-Knüppel, 220 Wellen Eichen-Neifig, 4380 „ Nadel-Reisig, 50 „ Birken-Reisig, 6,5 rm Eichen-Stockholz, 108 „ Nadel-Stockholz. Die Zusammenkunft ist am alten Steinbacherweg, 3. Schneise. Gießen, den 12. März 1894. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth.______2225 Bekanntmachung. Im Concurs über das Vermögen der Firma Drebes Sf Wallenfels tst Schlußrechnung gestellt und zur Einsichtnahme der Gläubiger auf der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgerichts niedergelegt. Die zur Ver- theilung kommende Summe betragt Mk. 1068 70 Pfg., die zu berucksich. tigenben Forderungen Mk. 13790 59 Pfg., so daß es also den Gläubigern 7,75e/0 erträgt. F. Hoffmann, 2191] Concursverwalter. Bekanntmachung. Freitag den 16. und Samstag den 17. März l. I. jedes-, mal Vormittags um 9 Uhr anfangend, werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf a. Lumda,, Districten Köpfchen, Thal, Raben-' auerstraße u. s. w. nachverzeichncte Holzsortimente öffentlich versteigert, | und zwar Freitag den 16. März: 44- Eichen-Stämme mitzus. 18,37 km, 1 Buchen-Stammmit zus. 1,16 fm, 337 Nadel-Stme. mit zus. 164,03 fm, 16 Eichen-Derbstangen mit zusammen 0,78 fm, 2 Buchen - Derbstangen mit zusammen 0,09 fm, 177 Nadel-Derbstangen mit zusammen 14,80 fm, 290 Nadel-Reisstangen mit zusammen 3,93 fm. Ferner Samstag den 17. März: 116 rm Buchen-Scheitholz, 8 „ Eichen-Scheüholz, 12 „ Nadel- „ 21 w Buchen-Prügelholz, 27 „ Eichen- 401 „ 'Nadel- 46 Hdt. BucheN'Wellen, 6 „ Eichen- „ 156 „ Nadel- „ 33 rm Buchen-Stockholz, 9 „ Eichen- 28 „ Nadel- „ Zusammenkunft an beiden Tagen auf der Sttaße von Mendorf nach Climbach. Mendorfa. Lda., am 10. März 1894. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. 2224] Rein. 1584] «t» Bauplatz tn guter Loge zu oetlaufen. Wo? sagt die Exp. d. Bl. Vrovimial- Nuhhoy- Versteigerung. | mittctbrutfibrr MnbahnlmbMd (lüffifn ' Dienstag den 2«. ds. Mts. u. Lkrlin-Sü!iwkst!ieutsiher Kiitcr- _ . ' j A. Gemeindewald Weidenhausen. nrrbfhr Lteserunaen für । q n« hör Waffttwerd der Hauptstadt vikßea B. Gemeindewald Reiskirchen. Bedingungen, sowie der Verdingungs- Anschlag sind gegen Einsendung von 2 Mk. von der unterzeichneten Bürgermeisterei zu beziehen. Die Zeichnungen sind auf dem Baubureau für die Erweiterung des Wasserwerks in Gießen einzusehen. Angebote sind unter Verwendung des vorschriftsmäßigen VerdingungS- Anschlags bis zum 31. März l. I., Bormittags 10Vs Uhr, an die unterzeichnete Bürgermeisterei einzusenden. Gießen, den 13. März 1894. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 2232 Die Arbeiten und Lieferungen für, Beginn Vormittags 9 Uhr an der die Herstellung des Hochbehälters Straße nach Wetzlar District 10. an der Staatsstraße Gießen - Grün-1 Nadelholz: 71 Stämme --17,02 fm berg sind zu vergeben. | und 4 rm Scheitholz. Die allgemeinen und die besonderen ~ - ---- - Beginn District 10 „Vogelhütt" Vorm. 10 Uhr. Eichen: 10 St. II. Kl.---12,60 fm 46 III. Kl. = 32,05 fm 100 IV. Kl. — 16,18 fm, 58 Stangen L—III. Kl. und 2 rm Nutzholz. Nadel: 79 Stämme — 17,20 fm, 174 Stangen I.—III. Kl. und 30 Stück IV. Kl. Erlen: 1 Stamm II. Kl. —1,74 fm, 4 III. Kl. = 3,33 fm, 1 Stamm IV. Kl. = 0,25 fm. C. Gemeindewald Volpertshausen. Beginn Nachm. 2 Uhr im Distr. 17 (Aspen). Eichen: 1 StammII.Kl. — 3,34 fm,' 4 II. Kl. = 5,87 fm, 26 III. Kl. Am 15. März b. I treten für ble Beförderung von rohen Äaltfaljen, calci- nirtem Düngesalz, concenttlrtem Kalidünger und Düngekalk ermäßigte Au», nahmefrachtsätze in Kraft- lieber ble An- wendung, sowie Höhe dieser Frachtsätze geben die bethriligten Dienststellen Aus« fünft. Gießen, den 12. März 1894. Großb. Direktion 2231 der Oberhessischen Eisenbahnen Jeilgebolenes. Bauholz sowie große Tchrauben zu ver« kaufen. 2228 Circus Lorch. 2218] Eine Haute Vttft zu verkaufen. Näheres in der Exped d Bl- _______ JULzfM gut erhalten, billig zu verkaufen Näheres 2208] Weftanlage 7, zwei Tr. Holz-Versteigerung. Johs.Schmaudt V., Watzenborn, versteigert Donnerstag den 15. d. Mts 32 Eichen-Stämme von 15—45 cm Durchmesser, 4—9 m Länge — 9,84 fm, 16 Eichen-St. — 0,97 fm. Die Versteigerung findet gegen 12 Uhr Mittags statt, nach der Versteigerung im hiesigen Gemeindkwald. [2180 Zusammenkunft im Pohlheimer Wald. Verkauf. 21991 Ein neue» Privat- und Geschäftshaus, beste Lage, größte Rentabilität, ohne Agent iu verkaufen Offerten unter Z. 100 an bte Exped. d. Bl = 20,25 fm, 12 IV. Kl. = 2,35 fm, und 3 rm Nutzholz. Nadel 100 Stämme — 22,12 fm, 15 Stangen und 6 rm Nutzholz. Gr.-Rechtenbach, 11. März 1894. 2187] Das Bürgermeister-Amt. MitfivöchmÄpril, Nachmittag« 2'/, Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die den Ä«tl Verma«« «hetevte» in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 1 Nr. 566 — 75 qm Hofraithe auf dem Kreuz, Flur 1 Nr. 568 — 150 qm Hofraum daselbst öffentlich metftbtetenb versteigert werden. Gießen, 27. Februar 1894. Großh. OrtSgericht Gießen. I. A.: B-«t. 1170 . Vermietungen. 2222] Kleines LogiS zu vermiethefi. ___Frankfurt erstraße 95 2223] Kleines LogiS zu vermiethen ______________________Marklstraße 18. 2194] Schöne Mansardenwohnung, vier Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen. ____________________Asterweg 4/- ””2198] Eine Familien-Wohnung zu nen mieten._________Teufelslustgärtchen 5. 221)4] Zwei kleine möbl. ob. unmöbl. Zimmer zu vermiethen. Brandgaffe v. vermischte Anzeigen. 2224] Mehrere Herren können LogiS erhalten, aut Wunsch auch mft Kost. v Marklstraße 18. ÖÖOOOOOOOO ÖÖÖOOOOOOOQQ! Todes- nzeige. [2219 Jakob Reichel und Frau. Danksagung 8. Kirchenplatz 8. 2205 2221 Gesucht ntweröeri nci 2230] An miethe« per fof. wird Seltersweg 18. 2212] Grünbergerstraße 18, 11. gesucht. Brustleiden Luugenleiden Halsleiden Ichnelle Fahrlcn, gute SBerpflequnn, billigste Preise. Große Ausgabe: vierteljihrltch 90 Ps. Kleine Ausgabe vierteljährlich 60 Pf. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen: Carl Pfeil und Fran. testen Dank aus. 21921 Uotye Stern Linie König. Belg. Postdampfer von Giessen, den 12. März 1894. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 4 Uhr statt. 2210] Unserem treuen Freund J. L. zu seinem 46jährigen Wiegen-' feste ein dreifach donnerndes Hoch,', daß die ganze Löwengasse wackelt. ' Die durstigen Brüder. , Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme an dem uns betroffenen schweren Verluste unseres einzigen innigstgeliebten Kindes sagen herzlichen Dank Kinder-Mäntel für das Alter von 1—5 Jahren, Kinder Jaquetts für das Alter von 1—10 Jahren empfiehlt in großer Auswahl und billigen Preisen Robert Haas aut möblirteS Zimmer, «vent. mit Pension. Offerten unter Dr. S. an die Exped. d. Bl.12202 2189] Gin Mädchen für «Uche «Nd Hausarbeit wird für alSbatd ge» sucht. Rur solche mit ettUn Zeugnissen wolle« fich Rechtsanwalt Holsaptel, Arankfurterstratze 12. Einladung zum Abonnement auf: Die Arbeitsstube Statt jeder besonderen Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die tiefschmerzliche Nachricht, dass unser einziges, innigst geliebtes, unvergessliches Söhnchen im Alter von 1 Jahr und 2*/2 Monaten plötzlich aus der Blüthe des Lebens nach zweitägigem schweren Kranksein sanft in dem Herrn entschlafen ist. Um stille Theilnahme bitten die tieftrauernden Eltern Lehrer Otto Daab und Frau, geb. Schwalm. Bersrod, den 13. März 1894. [2226 Bürgergesellschaft. Montag den 19. März 1894, Abends 8>/, Uhr Generalversammlung im Caf6 Schnell. Tagesordnung: Bericht, Rechnungsablage, Vorstandswahl, Allgemeines. 2220] _______________________Der Vorstand. 2193] Starker difstger Hofhund gesucht. Näheres Wallthorstratze 2. Heute Abend 6T/2 Uhr verschied sanft und gottergeben mein lieber Gatte, unser guter Vater, Bruder, Schwager, Schwiegervater, Grossvater und Onkel Herr Heinrich Schoniber Ziegeleibesitzer was wir hierdurch Verwandten, Freunden und Bekannten tiefbetrübt mittheilen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. m der Gegenwart. In circa 5 Minuten wird die Manege in ein Wasierbassin von 150 000 Liter verwandelt, auf welchem Schwimmer und Schwimmerinnen sich producieren, Boote, Enten und Gänse sich bewegen. Mittwoch Nachm. 4 Uhr: Auf allgemeines Verlangen: Grosse Kinder- u. Familien- Fest-Vorstellung. zu ermäßigten Preisen für Kinder. Donnerstag zum letzten Male: Per Circus unter Puffer Freitag den 16. März: llnniiberruflidj letzte BorftcUaag. Unserem Freunde Wilhelm Jj t zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch. Seine Freunde 2207] Die Neust. Sch ... d. Auscuilft crtheiley: von der Beoke & Mareily, Antwerper F. J. Bothof, Generalagent, Mainz. Job. Fr. Schaaf, Giessen, Diezstr. 18. H. Klippetein in Langsdorf. Zeitschrift für leichte und geschmackvolle Handarbeiten mit farbigen Originalmustern sllr Cauevasstickerei, Application, Plattstich, Klet-GuipUre und Häkelarbeiten, sowie zahlreichen schwarten Porlagen für Häkel-, Met-,! Klöppel-, Strick- und Stickarbeiten rc. rc. 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