en, it: 449 tatttj von HMpiiiin; «ffährungen. Merw Ech„jd„. für Lmm ? be” Herren Friseur 6e unb Jnfeur Wahl. We am BaÜ zu 1 M, ^brechtigung 9' vvr-rnannlen all rftn. Mark sind zu haben bei b Kreöfchmar, Mack. Mjrmunb, fleuenbäue. en der Herren Becker, Ker-weg. ver ymtanfl. Mög^z cm dickem Eis: Concert. ans» uar: 424 itjüÄTW 4 8lmmermitalL3uM5r' \t£ zu DtrnMw__Jr rhKr Ytt t. W* xw* 1 Dtrnuw^—_—- , , Eck- Ln MttS % Keiler, SÄjgg "•niitrei jjJU> ft, M ;; j! sa«£>■>»5 ,a- be'l' fott. - rn Ärn^J^J-8 Sonntag den 14. Januar Nr. 11 Zweites Blatt. 1894 Hichemr Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. ZlintS- und 21n,>eigeblatt für den "Kreis Giefzen. «edactum, Lxpediti», und Dnicterei: -chutstratze Hlr.7. Fernsprecher 51. Bierteljähriger A-ounementspreiA« 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießmer IlamikteuVtSIter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der ftefener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de» Montags Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. I Gratisbeilage: chießener Aamilienökütteri Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslände» nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. .Der deutsch-russische Handelsvertrag. Die schwebenden Handelsvertragsunterhandlungen zwischen Deutschland und Ruhland sind nach übereinstimmenden und glaubwürdigen Meldungen der letzten Tage nunmehr im Großen und Ganzen zum Abschluß gelangt. Es wird bestimmt versichert, es sei über alle wesentlichen Punkte eine Einigung erzielt worden und habe speziell Rußland dem deutschen Partner sehr erhebliche Zoll Zugeständnisse auf industriellem Gebiete gemacht, lieber reinen äußerlichen Formfragen sollen nur noch die Fragen der Vertragsdauer, sowie der authentischen Classification der in den Vertrag aufzunehmenden Maaren ' ihrer Erledigung harren. Die Berathungen hierüber werden vielleicht noch einige Wochen beanspruchen, da es auch in s diesen Punkten noch mancherlei Schwierigkeiten zu beseitigen giebt; alsdann dürfte die endgültige Formulirung und Unterzeichnung des Schlußprotokolls statifinden, worauf der neue , Vertragsentwurf unverzüglich dem Bundesrathe zugehen soll, um hierauf mit möglichster Beschleunigung auch dem Reichstage , unterbreitet zu werden. \ Die am ersten October des vergangenen Jahres in i Berlin eröffneten commtssarischen politischen Unterhandlungen zwischen Deutschland und Rußland stehen demnach endlich vor ihrem befriedigenden AuSgange, nachdem sie mehr wie einmal zu scheitern drohten. Die russischen Delegirten hatten eben im Anfänge nur ziemlich engbegrenzte Vollmachten, denen zufolge sie den deutschen Vertretern zunächst nur wenig be* i langreiche Zugeständnisse zu bieten vermochten, während sie , anderseits ganz erhebliche Gegenconcessionen Deutschlands ver- . langten. Zu letzteren waren aber die Vertreter der Reichs- 1 regierung, soweit hierbei überhaupt nicht gewichtige deutsche Interessen geschädigt zu werden drohten, nur im Falle eines entsprechenden Entgegenkommens Rußlands bereit, und diesen i berechtigten Standpunkt hat man deutscherseits auch in allen j Phasen der schwierigen und verwickelten Verhandlungen , energisch gewahrt. Der Erfolg dieser deutscherseits beobachteten » Ha tung ist denn auch nicht ausgeblieben, die russische Regierung zeigte sich wohl oder Übel immer entgegenkommender in ihren Instructionen an ihre Berliner Unterhändler und jetzt i|t endlich das mühsame Werk deS deutsch-russischen Handelsvertrages soweit gediehen, daß dessen definitives Zustandekommen nur noch eine Frage der nächsten ; Wochen ist. Im Bundesrathe wird nun der zu erwartende Vertrag kaum besonderen Hindernissen begegnen, dagegen ist es zweifellos, daß er im Reichstage noch bedenkliche Klippen zu passiren haben wird. Denn war daselbst schon gegen die neuen Handelsverträge mit Spanien, Serbien und Rumänien eine , starke und energisch auftretende Opposition vorhanden, so wird die parlamentarische Gegnerschaft beim russischen Vertrage unstreitig noch größer sein, als bei den früheren Verträgen, dies erhellt schon jetzt aus den betreffenden Stimmungsberichten aus dem Reichstage. Glauben doch vor Allem die Vertreter der Landwirthschaft deren Interessen durch den deutsch-russischen Handelsvertrag noch mehr bedroht, ■ als dies nach ihren Behauptungen bereits bet den bisher , von Deutschland abgeschlossenen Handelsverträgen der Fall gewesen ist, es wird daher nicht an nachdrücklichster Bekämpfung des russischen Vertrags von der genannten Seite fehlen. Gewiß werden sich aber auf der anderen Seite auch zahlreiche Befürworter einer endlichen zoll- und handelspolitischen Verständigung zwischen Deutschland und Rußland, welche beiden Reiche ja doch vielfach auf einander angewiesen sind, im Parlamente finden und auch die Vertreter der Reichsregierung selbst werden offenbar den Vertrag mit Rußland nachhaltig vertheidigen. Außerdem ist Graf Caprivi schon jetzt sichtlich bemüht, im Lager der Vertragsgegner eine dem deutsch-russischen Abkommen günstigere Strömung hervorzurufen, durch die von ihm brieflich angekündigte Aufhebung des Jdenditätsnachweises für die Getreideausfuhr, womit eine alte Forderung der Landwirthe im Osten Deutschlands erfüllt werden würde. Jedenfalls bedeutet dieses Vorgehen des Reichskanzlers einen geschickten Schachzug, der vielleicht noch manchen dem russischen Vertrag widerstrebenden Parlamentarier zu dessen Gunsten umstimmen dürfte. Coeote» ttitt- provinzielle». Gieße«, 12. Januar 1894. ** Der Kaufmännische Verein beging am gestrigen Abend die Einweihung seiner neuen Vereinslocalitäten im „Postkeller" durch eine gesellige Vereinigung. Die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste wurden von dem Vorsitzenden, Herrn Orbig, mit einer Ansprache begrüßt, in deren weiterem Verlauf Redner auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Vereins zu sprechen kam. Danach hat der seit 20 Jahren bestehende Verein bewiesen, daß er in Verfolg seiner Ziele bisher viel erreicht hat, durch die sich neuerlich gestellten Aufgaben aber in Zukunft ganz Bedeutendes im I«- teresse des Kaufmannsstandes leisten wird. Fortbildung S- cur f e und Lehrlingsheim (letzteres ebenfalls neben freier Vereinigung der Lehrlinge deren Fortbildung dienend) sind die neuesten Ziele, die sich der Verein gestellt hat, und nach der Zahl der Theilnehmer zu urtheilen, mit gutem Erfolg. In Anerkennung der Bestrebungen des Vereins sind demselben denn auch eine Anzahl von Zuwendungen, darunter einzelne mit hohen Beträgen, zu Theil geworden, wofür der Vorsitzende den betr. Stiftern den Dank des Vereins abstattete. Auch angesichts sonstiger dem Verein gewordener Unterstützungen in Verfolg seiner Ziele konnte der Vorsitzende nicht umhin, allen Freunden und Förderern der Sache den gebührenden Dank abzustatten. Der gestrige Abend verlief unter beherzigenswerthen Ansprachen einer Anzahl älterer Herren und Gäste, unter Gesang und Musikvorträgen vortrefflich. ** Bei der letzte« Volkszählung im Großherzogthum Hesse» belief sich die Gesammtbevölkerung auf 992883 Seelen, vo« diesen waren aber nur nach einer soeben veröffentlichte« Zusammenstellung 886 305 Hessen, die übrigen 106 580 ver- theilen sich auf 101 718 andere deutsche Unterthemen und auf 4862 Ausländer. Von den Deutschen nehmen im Großherzogthum Hessen die preußischen Unterthanen den größte« Rang ein, indem mehr als die Hälfte sämmtlicher in Hesse« anwesender anderer deutscher Reichsangehöriger preußische Untertanen sind, nämlich 58 788, unter diesen sind die größte Hälfte wieder, nämlich 32 793, Hessen-Nassauer. Das Königreich Bayern ist in Hessen mit 22 790 Untertanen vertreten, dann kommt Baden mit 7763, Württemberß mit 5270, Elsaß-Lothringen mit 1969, Königreich Sachse« mit 1283, dann kommt Sachsen-Weimar mit 887, Sachsen- Meiningen mit 472, Coburg-Gotha mir 444, Oldenburg mit 267, die beiden Mecklenburg mit 259, Waldeck mit 278, Braunschweig mit 211; die Stadt Hamburg ist mit 174 und Bremen mit 134 vertreten, der Rest vertheilt sich auf die kleinen übrigen Fürstenthümer. Von Ausländer« sind am meisten die Oesterreicher mit 1159 vertreten, dan« kommt die Schweiz mit 786, Frankreich mit 749, die Vereinigten Staaten in Amerika mit 699, England mit 309, Rußland mit 286, Italien mit 211, Belgien mit 87 rc. Außerdem leben in Hessen 33 Asiaten, 31 Australier und 17 Afrikaner. Feuilletsn. Wochendriksk «ns btt Residenz. (Ortgüialberid)t für den „Gießener Anzeiger".) Darmstadt, 13. Januar 1894. Verlobung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs. — Laruevals'Erosfnuug. — Ans der ersten Fastnachtszeituug. — Allerlei. Ein überaus freudiges Ereigniß war es, welches in der Frühe des vergangenen Mittwochs die Herzen aller Refidenz- bewohner bewegte: „Unser Großherzog hat sich verlobt!" so hörte man überall auf den Straßen und öffentlichen Plätzen dte Einzelnen sich sagen. Allerorts bildete dies Thema das Tagesgespräch, und die Empfindungen, mit denen die Nach- richl ausgenommen wurde, waren leicht ersichtlich, Alles freute sich herzlich, daß dem Hessenlande nach langen 16 Jahren wieder eine Großherzogin, eine Landesmutter werden solle. Möge des Himmels reichster Segen auf dieser Verbindung ruhen für unser Fürstenhaus und unser Vaterland ! — Im letzten Briefe versprach ich Ihnen, ausführlich Bericht zu erstatten über den Beginn der bevorstehenden Faschings« festlichkeiten. Nun ist bereits des Prinzen Carneval närrische Majestät in untere sonst so stille Residenzstadt eingezogen und hat mit dem großen Hofstaate feiner treuen Vasallen für ein paar Wochen sein fröhliches Herrscheramt begonnen. Am vergangenen Samstag fand daß große Ereigniß statt. Der städtische Saalbau war aus Anlaß des hohen carnevali- sttschen Festes, der Eröffnungsfitzung der Carnevals-Gesell« schäft, in ein närrisches buntes Gewand gehüllt, man kannte den großen Saal in seinem farbenprächtigen Schmuck kaum wieder. Die Narren- und Närrinnenschaar war ganz außerordentlich groß, und überall herrschte schon lange vor der formellen Eröffnung der Sitzung die fröhlichste und ausgelassenste Fastnachtsstimmung. Pünktlich um 8 Uhr 11 Min. erschien, nachdem Herr Opernsänger Rupp vom Würzburger Stadthcater einen originellen Prolog vvrgetragen hatte, der Getammtvorstand der Gesellschaft in seinem „pudelnärrischen" ’ Ausschmuck. Nach einer Begrüßungsrede des Präsidenten j begannen dann die einzelnen, für den Abend bestimmten Vox- ■ träge. Da war einmal ein „Danneppelmann", der die : luftigsten Schnurren zum Besten gab, dann berichtete ein ! städtischer Laternenanzünder über seine Erfahrungen, desgleichen ! ein urkomischer Droschkenkutscher, ein „Gigerl" u. s. w. Ganz besonders sollen zwei echte „Heiner" gefallen haben, über die jedoch Ihr Referent nicht aus eigener Anschauung berichten kann, da er den Saal leider schon verlassen hatte. Zwischen den einzelnen Carnevalsreden erfreuten mehrere künstlerische Kräfte durch Liedervorträge, die natürlich alle der heiteren Stimmung Rechnung trugen und daher wahrhaft zündend wirkten. Selbstverständlich mußten in erster Linie Fragen von localem Interesse zu den Vorträgen herhalten, die electrische Straßenbahn, über deren Anlage man immer noch nicht einig werden kann, die Markthalle, der Museumsbau, das neue Polytechnikum und namentlich das stark verregnete und doch so urfidel verlaufene Turnfest vom letzten Juli wurden in witziger Weise „verarbeitet". Auch fehlten natürlich die fröhlichen Fastnachtslieder nicht, die diesmal ganz famoS ausgefallen waren. Zur Probe feien hier zwei Verse eines solchen von Herrn Ob ein verfaßten Ltedes mitgetheilt, das vom Turnfest handelt und auch für die Gießener, die ja das nächste Mal die rheinischen Turner in ihrer Stadt sehen werden, nicht ohne Interesse sein dürfte: Turnfest - Erinnerung e. (Mei.: Die Musik kimmt.) O sel'ge Turnfestzeit, Wie liegst du schon so weit! Mit Wehmuth denk ich dein Man klettert aus dem Bett, Macht Tutnertoilett': Und all der Lumpere» n, Die du un5 mttgebracht; Wer hätte je gedacht, Daß unser stillos Nest So frob gewest! Du hast die ganze W:lt Fast auf den Kopf gestellt. Der Jüngling naiewets Und auch der Mummearets, Die Jungfer Rosalind' War'n all' mitetnand Aus Rand und Band. En große Schlapphut uss; Dann aber nix wie naus Un regems auch, o Graus, Bald geht der Festzug um Mit Tschtng un Bumm. — Wie strotzt die Residenz Von Blume, Fichtekränz, Gutrlande, Faboezetg, Dazu 'vielt Flöt' un Geig', „Gut Heil!" schallt's voller Freud', Denn soviel fremde Leit Sieht unser Stadt net oft So unverhofft. Des Morgens früh um sechs heium, Da ging's schon los mit Pfeif' und Tromm'. Das war e frtsch-fromrn-frei Halloh, Wie seiner Zeit bet Jericho! Wenn auch von gestern Owend her Der Kleeskopp ei'm noch dumm und schwer, Da hiltt fei’ Strecke und fei’ Zier'n, Jetzt geht's an's Amüfir'n. Von Frankfort, Gieße, Bonames, Von Krotzeborg un Etzeg'fäß, Von Krumbach, Pfungscht (Pfungstadt) un aus em Vied Do lumme se in Reih un Glied; Von Offe-, Bicke-, Waschebach Un schließlich von Schönmattewaag, Von Singe, Määnz un Biewertch Un Katze-Klapperich rc. Pünktlich hat sich auch die erste Nummer der Fastnachts- Zeitung eingestellt, sie enthält sehr gelungene Beiträge unserer Localpoeten, deren Muse den närrischen Prinzen Carneval verherrlicht. Karl Schaffnit, dessen „Allerhand Späß", eine Sammlung humoristischer Dialectdichtungen, hier weit verbreitet sind, preist in einem schwungvollen Lied „HochsDarmstadt" seine Heimathstadt und ein anderer, nicht minder bekannter Darmstädter Poeta laureatus weiß vom „Luftbad" oder de« „Indianern im Griesheimer Wald" einen lustigen Schwank aus alter Zeit zu berichten. Ganz famos ist dann noch eine Elegie von H. EnderS: „Die verlasse F e st h a 11": Uff des Exerts (Exercierplatz) gälem (gelben) Sande Sieht die Festhall' stolz und ktthn, Halb die Dhorn schon umgerisse Un die Fenster ei'gefchmisfe Disch un Bänk stn kaa' mehr drin u. s. w. Aus den mitgetheilten Proben läßt sich wohl schon erkennen, daß der Darmstädter Witz es trefflich versteht, die verschiedene« localen Ereignisse zu carnevalrstischen Dichtungen aller Art zu verwerthen. Die nächste Woche bringen noch einige Veranstaltungen der Carnevals - Gesellschaft: einen Herrenabend am 17. Januar, eine zweite Damen- und Herrenfitzung, die, um den auswärtigen Besuchern die Theilnahrne zu erleichtern, am Sonntag den 28. Januar, Abends 7 Uhr 11 Minute« beginnen wird, dann soll ein großer Gala - Maskenball den Abschluß des diesjährigen Carnevals bilden. ** Der Getreidemarkt. Die flaue Lage des Getreide- . Marktes bleibt im Allgemeinen noch immer dieselbe, wie schon ' in den letzten Wochen. Weder die eingetretene Frostwitterung noch die günstiger lautenden Weizenpreise von den amerikanischen Platzen haben auf daS heimische Getreidegeschäst sonderlich behebend eingewirkt. Ebenso scheint die in Aussicht stehende hauS bekommt, eine äußerst seltene Erscheinung. Miethspreise von 10 — 20 000 Mark gehörten in früheren Jahren in Provinzialstädten zu g oßen Seltenheiten,- jetzt sind sie häufiger geworden. Die Durchschnittspreise für große Geschäftsräume in den großen Provinzialstädten betragen 6—12000Mk., selten mehr. Aufhebung des Identitätsnachweises bei der Getreideausfuhr vorerst noch keine nachhaltigere Anregung im Getreidegeschäft Hervorrufen zu wollen, obwohl die Hausiespeculation an manchen Plätzen mit dieser signalisirten Maßregel schon tüchtig operirt. In Roggen, wie in Weizen und Hafer war faü allenthalben Pretshaltung bei allerdings nur mäßiger Kauflust zu constütiren. An der Berliner Productenbörse notirten: Weizen per 1000 Kilogramm 137 bis 149 Mark, Roggen 123 bis 129 Mk., Hafer 142 bis 182 Mk., Gerste 110 bis 180 Mark. □ Bom Vogelsberg. 12. Januar. Erst nachträglich ist ; bekannt geworden, daß der eigenartigen Naturerscheinung, dem Meteor, am Samstag Abend eine andere, zu dieser Zeit gleichfalls ungewöhnliche am Sonntag Abend darauf gefolgt ist, nämlich eine gewitterartige Erscheinung. Aus Orten des Gebirges wird mitgetheilt, daß man es nochmals blitzen sah und auch vernehmlich donnern hörte. In Ruppertenrod wurde ebenfalls gewitterartiges Donnern vernommen, ein Blitzen aber nicht bemerkt. B Beienheim i. d. W.. 10. Januar. Die definitiven Vermessungen für die Nebenbahnlinie Hun gen—Berstadt- Beienheim—Friedberg sind durch die günstige Winter- | Witterung weiter befördert worden, so daß die Arbeiten fast ! ununterbrochen ihren Gang nehmen konnten. Der hiesige > Ort ist ein Punkt von Wichtigkeit, weil sich hier zwei Linien I vereinigen werden, nämlich diejenige, welche oben angedeutet ) wurde: Hungen—Berstadt—Friedberg, mit derjenigen von ‘ Nidda über Salzhausen — Echzell — Reichelsheim — Beienheim ’ nach Friedberg führenden Linie. Am hiesigen Platze handelt ' es sich also auch darum, genügende Wassermengen zu schaffen, j um die Locomotiven speisen zu können. In den beiden j Wochen vor den Weihnachtsfeiertagen wurden deßhalb 1 Brunnenbohrungen vorgenommen, welche ein sehr günstiges ! Resultat lieferten. Das Bohrloch liefert 12 Meter Wasser. > Bei den Bohrungen zeigte es sich, daß das Erdreich wenige \ Fuß unter der Oberfläche ganz trocken ist, em Beweis ' dafür, daß die beiden heißen Sonimer 1892 und 1893 die ; Erdfeuchtigkeit sehr tief hinab aufsaugte. — Das Stück ’ Beienheim—Friedberg, etwa 9 Kilometer lang, wird bald ! vermeffen sein, da nunmehr feststeht, wo die Bahn in Fried- ' berg einmündeu soll. An Arbeitskräften wird es nicht fehlen. [ Die Leute warten auf den Beginn der Arbeiten, denn viele \ Handwerker als: Maurer, Zimmerleute und Steinhauer ; wurden im Herbste frühzeitiger als sonst in Frankfurt und ! anderen umliegenden Städten von der Arbeit entlassen; sie i haben Arbeit bet den Holzhauereien gesucht; diese werden bis i Ende Januar zu Ende gehen, wenn die günstige Witterung Stand hält. Der Bau der Nebenbahnen in der Wettcrau würde alsdann vielen Familien eine große Wohlthat sein. DermiMtes. * Die Miethspreise für Geschäftsräume in Berlin sind neuerdings immer höher geworden. So berechnet sich, wie i der „Materialist" erfährt, ein dortiges, sehr bekanntes großes \ Geschäft seine Geschäftsräume auf 450 000 Mark jährliche Miethe. Ein anderes großes Geschäft hat 350000 Mark! zu zahlen, ein großes Spezialgeschäft jährlich 200000 Mk. j Geschäftsräume, deren Mtethspreis 50—120 000 Mark be- ! trägt, können über ein Dutzend angeführt werden- Mieths- preise von 20—50000 Mark werden in jeder Stadtgegend bezahlt. Große moderne Geschäftsräume, deren Miethspreise 12—20000 Mark betragen, sind in Berlin so gewöhnliche Erscheinungen, daß sie kaum erwähnt werden. In Provinztalstädten ist heute noch ein Miethspreis von 50000 Mark, wofür man einen Waarenpalast oder ein ganzes Geschäfts- Der erste Hofball^hat nunmehr am Samstag stattge« funden. Eine glänzende Gesellschaft füllte die weiten Räume des alten Palais am Louisenplatz, das bei größeren Hoffestlichkeiten gern benutzt wird. Die Veranstaltung endete schon um 1 Uhr. Ein weiterer Hofball ist, wie die „Darmst. Ztg." meldet, gleichfalls im alten Palais für Mittwoch den 17. d. Mts. geplant, außerdem ein The dansant für den 24. Januar. Concerte hat die vergangene Woche auch gebracht, das nächste Hofmusik - Concert im Hoftheater ist für nächsten Montag bestimmt. Mitwirkende find Frau Iduna Walter- Ehoianus und Herr Julius Klengel, ein Violoncell Virtuose aus Leipzig. Ein großes und hochinteressantes Concert plant die hiesige Ortsgruppe des deutschen Journalisten- und Schriftstellervereins zum Besten ihrer edelen Bereinszwecke zu veranstalten. Von Mitwirkendcn werden bis jetzt die Herren Edward und Weber von der hiesigen Hofbühne, dann Frau Lili Wolfskehl, Herr Hofconcertmeister Hohlfeld, Frl. Henny Borchers aus Mainz, unsere neugewonnene Primadonna, der rasch bekannt gewordene Tenorist Herr Holldach, gleichfalls von der Mainzer Bühne, und Frl. Lavaille vom Mannheimer Hoftheater genannt. Die Leitung des Unter- , nehmens hat Herr Musikdirector Ackermann freundlichst übernommen. Als Tag der Veranstaltung wurde der 22. Januar ausersehen, als Local der große Saal des Hotels „Zur Traube". Jedenfalls hülfen unsere Musikfreunde einen sehr genußreichen Abend erwarten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Prinz Wilhelm haben Allerhöchst ihr Erscheinen zugesagt, man darf nach dem Allen wohl auf einen glänzenden Erfolg rechnen, den der edele Zweck ja auch wohl i verdient. An dieser Stelle soll über den Ausfall des inte- ! ressanten Unternehmens kurz berichtet werden. Z. * Aus dem Saarrevier, 9. Januar. In Schwalbach kam vor einigen Tagen, wie der „Bergmannsfreund" schreibt, der seltene Fall vor, daß ein junger Mann aus dem Sterbebette getraut wurde. Der Bräungam, ein Bergmann, schon einige Zeit kränklich, wollte beirathen und war bereits auf der Bürgermeisterei getraut. Zu seinem alten Leiden gesellte sich nun noch plötzlich die Grippe, die ihn aufs Sterbebett warf. Um nun die bürgerlich getraute Braut nicht ohne den kirchlichen Segen zurückzulaffen, ließ er den Geistlichen rufen, der am Sterbebette die kirchliche Trauung vollzog. Kaum war der Trauungsact vorüber, da starb der junge Mann, seine junge Frau ganz untröstlich über ihren Verlust zurücklassend. * Paris, 9. Januar. Baron Arthur von Rothschild ist auf dem Bahnhof von Toulon bestohlen worden. Er stieg auf der Station auf einige Zeit aus und legte kein Gewicht darauf, daß er dabei von einem Individuum angestoßen wurde. Erst als er wieder eingestiegen war, vermißte er seine Brieftasche, die 14 000 Franken und das Eisenbahnbillet enthalten hatte. Lanvwirthschastliche Winke uni) Kathschläge. Laudwirthschaftlich« Rück- tmb Um* und Vorschau mit besonderer Beziehung ans daS bSse Jahr 18SS. (Schluß auS Nr. 5.) △ AuS Oberhessen, im Januar 1894. Der Monat Juli brachte Hitze und Dürre bis zum Aeußersten. Erst am 11. Juli, nachdem schon ein volles Drittel deS Monats verstrichen war, öffneten sich die Schleusten des Himmels zu einem durchweichenden Regen. Die am Rande der Verzweiflung stehenden Landbewohner fassen wieder Muth. Nach wenigen Tagen treiben Wiesen und Kleeäcker frisches Grün; Kartoffel, Rüben und alles Wurzelwerk geht freudig voran, aber die Halmfrüchte lasten viel zu wünschen übrig. Schon in der ersten Julidecade beginnt die Ge- treideeinte. Die Gebundzahl bleibt unter mittel, doch der Kern ist schön. In der zweiten Julihälfte, als auch Weizen und Gerste geschnitten, zum Theil gebunden auf Haufen im Felde sitzen, beginnt eine lange Regenpertode, welche die Körnerfrüchte zum Auswachsen bringt. So kommt es, dah wir Bauern im ersten Semester 1893 verdorren und oerdürsten, im zweiten aber (um mit Dr. Sigl im Reichstage zu reden) „versaufen." Der 1893er Jahrgang wird zum kritischen Jahre erster Ordnung und treibt sein Wesen mit allen Chicanen. Dagegen machen sich jetzt die Futterpflanzen heraus, es giebt Kartoffeln und die Obstbäume sind da, wo die Junifröste nicht schadeten, zum Brechen voll. In der ersten Woche des Mo«atS August wird es trocken und die Halmfrüchte kommen nach Hause. Die Hitze wächst wieder; vom 12. bis 22. August giebt es in den Schulen Hitzferten, weil es Morgens 10 Uhr schon 22 Grad warm in den Schulen ist. Die Dtphtheritis schleicht umher und fordert in Echzell und Nidda schwere Opfer. Die Viebpreise, welche vom 11. Juli an rasch stiegen, gehen wieder zurück. Die Leute sind aber so klug geworden, daß sie selbst schlachten und obgleich das Pfund Rindfleisch zu 30—35 Pfg. bezahlt wird, machen die Viehbesitzer bessere Geschäfte, als wenn sie die Thiere verkaufen. Eine große Plage entsteht durch die zahllose Vermehrung der Wespen und vieler anderer Insekten. Ende August giebt eö schon in Oberhessen reife Trauben. Das Obst reift ebenfalls, wird aber durch Insekten recht belästigt. Die Grummeternte beginnt und fällt gut aus. Trotz alledem stehen die Fouragepreise für den Kreis Büdingen nach amtlicher Bekanntmachung für den Monat November höher als die menschlichen Nahrungsmittel, denn Hafer steht 19,95 Mk., Heu 16,80 Mk., Stroh 9,45 Mk. pro Doppeicentner, während Korn, Weizen und Gerste beiläufig 15 Mk., 14,50 Mk. und 16 Mk. gelten. Das kann kein gesundes Verhällniß sein. Der Monat September, der in sonstigen Jahren sehr beständig zu sein pflegt, hat in 1893 mit dem April die Rollen getauscht; er beginnt kühl und regnerisch, das gemähte Grummetgr^s leidet unter der Nässe, was um so mehr zu bedauern ist, als die Heuernte durch die entsetzliche Dürre ganz verloren ging. Um den 4. und 5. September war es sonnig und warm, darauf regnerisch bis zum 10. Vom 11. auf den 12. gab es scharfen Reif, dann helles sonniges Wetter bis zum 15. mit gewitterartiger Temperatur; bis zum 20. mild und feucht, dann regnerisch bis zum Schlüsse. Man sieht hieraus deutlich den Aprilscharacler, während der April vom 1.—30. wolkenlos heiter war. Heftige Sturzregen führen den Monat October ein; das reife Obst fällt zum Theil ab, kann mitunter nicht geerntet werden und leidet auf dem nassen, breiartigen Ackerboden. Obst und Kartoffeln geben gute Erträge, haben aber schlechte Preise. Auch die Fruchtpreise sinken weiter, aber die Bestellung der Herbstsaaten fördert ungemein xnb sie gehen sehr schön auf. In der Monatsmitte (15/16. October) treten zwei Regentage auf, denen schönes Wetter dis zum 20. October folgt. Der Boden bebaut sich trefflich. Auch der Monat November giebt gutes Herbftwetter. Auf Allerheiligen (1. November) erscheint ein wundervoller Altweibersommer, wie wir ihn lange nicht batten; vom 2. bis 6. bleibt es feuchtwarm, was sehr erwünscht ist, denn der, durch den heißen Sommer, ausgeglühte Boden ist sehr wasserhungrig geworden und bis zur Stunde, da wir dieses schreiben, noch lange nicht gesättigt. Am 7. Nachts scharfer Reif, der das Laub von den Bäumen treibt. Die zweite Novemberwoche blieb hell und klar. Da es vor Martini schon ziemlich kräftig fror, sagt die Witterungsregel: Der Vorwinter wird schlackig und schmutzig bleiben, was sich bis jetzt bewahrheitete. Am 15. trat Regen, am 20 Schneefall ein, bann blieb es feucht und mbeltg bis zum Schlüsse. Der Monat December letzte das feuchtnebelige Wttter des Vorgängers fort. In der Nach! zum 2. tritt heftiger Sturm und darnach Frost mit Schnee auf. Die Schneedecke dürfte etwas stärker sein, doch schützt sie die junge Saat immerhin genügend. Ende November tobte im Eanal, in der Nord- und Ostsee ein heftiger Sturm, der unter den Schiffen eine entsetzliche Ernte hielt. — Auf dem Festlande ist die Influenza wieder erschienen und fordert zahlreiche Opfer. Das zu Ende gehende Jahr 1893 begann mit einem Sonntage und schließt mit einem solchen, es stand in jeder Beziehung unter dem Zeichen der Sonne. Das kommende Jahr 1894 beginnt und schließt mit einem Montage. Der Mond ist ein Sinnbild des ewigen Wechsels. Wer vermag zu sagen, was 1894 bringen wird! In Vorstehendem haben wir kurz die Witterungserscheinungen geschildert, mit denen der Landwirth zu kämpfen hatte. Wir wollen nun auch noch einige andere Gebiete streifen, die den Bauer interesstren und berühren. Sprechen wir ein wenig über Politik. Die Lage im Inneren des Vaterlandes sieht durchaus nicht ermuthigend aus. Wohin man das Auge wendet, erblickt man Unzufriedenheit, Zwietracht, Zank und Streit. Die Reichsregierung hat es mit allen Parteien verdorben, Niemand will mit dem Reichskanzler gehen und doch harren seiner Aufgaben, zu deren Lötung eine freudige Zustimmung des ganzen Parlamentes dringend nothwendig wäre. Die eine Partei will vorwärts, die andere will rückwärts, die dritte will rechts, die vierte will links — und einige andere wollen Richtungen, die ihnen selbst nicht recht klar sind. Im Parlamente muß sich die Reichsregierung Dinge sagen lasten, welche dem Vaterlandtzfreunde nicht gefallen. Es ist Slrett zwilchen Regierung und Volk, die Regierungen sind uneinig unter einander, Pa, theihader erscheint überall, die Interessenten bekämpfen sich gegenseitig — Ver« läumdung und Unwadrhett spielen eine große Rolle. Die neuen Steuergesehe gefallen Niemanden, aber das Geld für die Milttär- vorlage muß herbei, wer A gesagt hat, muß auch B sagen. Der Wein kann ebensogut eine Steuer ertragen, rote Bier und B annt- wein, ja noch mehr, denn der Wein ist ein Getränk des Wohlstehenden und die können eher Steuer zahlen, als die Bier- und Branntweintrinker. Auch das Bier ist noch fieueifähig; es wird in so gewaltigen Massen im lieben Vaterlande cv'sumttt, der Durst der jungen (Sermonen des 19. Jahrhunderts wächst so bedeutend, dcß eine kleine Zügelung durch eine Steuer keinen Schaden anrichten würde. Aber es geht nicht — aus bekannten Gründen, Tabak- und Quittungssteuer werden allgemein zmückg» wiesen. Woher nun das Geld nehmen! Die Börsensteuer allein thut es nicht. Nach unserer umnoß- goblichcn, ländlichen Ansicht ist das einzig richtige eine ReichS- einFommeusteuee, denn der Bürger soll nach seiner Steuersävigkeit betragen und darnach, rote ibm die Retchsetnrichtungen nützen. Herr Finanzminister Miquel will zwar von einer R.tchse'nkommen- steuet nichts wissen, sie kommt aber doch, weil sie zeitgemäß ist. Es mögen zwar jetzt noch große Schwierigkeiten wegen Einführung dieser Steuer vorliegen, allein in einigen Jahren sind sie wahrscheinlich nur noch halb so groß und bann geht es schon. Bis wir 1899 schreiben, haben wir diese richtigste aller Steuern, schon um deswillen, well mit dem (Selbe, was jetzt bewilligt wird, auch nur einige Jahre auszukommen sein wird. Woher dann weitere Steuerobjecte nehmen! Die Stellung unseres theueren Vaterlandes nach Außen hat sich auch verschoben, es steht nicht mehr am ersten Platze tn Europa, die Russen haben uns den Rang abgelaufen. Die Purzelbäume und Bajazzostreiche der Franzosen bei den Russenfestlichkeiten brauchen uns nicht zu genieren. Dagegen sind die Russen schon seit 200 Jahren meisterhafte Politiker; sie verstehen es, ihre Gedanken und Ideen ! Jahrzehnte lang mit äußerster Zähigkeit und Consequenz zu verfolgen und geschickt zu führen. Das haben sie in den letzten zehn Jahren auch fertig gebracht und sind uns zuvorgekommen. Man schaut jetzt nickt mehr zuerst nach Berlin, wenn in Europa was Besonderes geschieht, sondern nach Petersburg. — Tiefbetrübend sind die scheußlichen Dynamitattentaie in Frankreich, Spanien und Italien, sowie die auf den Kaiser und den Reichskanzler geplanten Attentate in Berlin. Es ist hohe Zeit, daß sich alle Regierungen aufraffen und der anarchistischen Hydra den Kopf zertreten, ehe es iu spät ist. So ging das Jahr 1893 zu Ende. Es war für unS Landwirthe ein böses Jahr, dem kein Bauer eine Tbräne nachweinen wird. Handel und Industrie wahrscheinlich auch nicht. Aber aus diesem Mißjahre können wir doch Vieles für die Zukunft lernen. Wir wollen den Muth nicht sinken lasten — unser Herrgott verläßt keinen Deutschen! Citeratur unö Knnft — Die beiden neuesten Lieferungen (XVI. 2. 3.) der im Verlage von I. I. Weber in Leipzig erscheinenden Meisterwerke der Holzschneidekunst enthalten einen mit Porträt und sechzehn Abbildungen versehenen Lebensabriß Daniel Ehodowteckis, sowie folgende Holzschnitt Tafeln: Kleine Risse von R. Hausleithner. — Ein schwerer Schicksalsschlag von A. Dleffenbacher. — Die Schäferin von F. Millet. — Nach der ersten (Kommunion von F. Smith. Kosakenlager von I. v. Brandt. — Aus den Hohen Tauern: Die Hannoversche Hütte am 91 nFogel von G. Hausmann. — Die Sonnen- fpitze bei Ehrwald in Tirol von M. Zmo Diemer. — Im Wartesaal des Centralbahnbofes in München von R. Reinicke. — PielL von G. DuprL. — Zwei Philosophen von H. v. Heyden. — Schneepflug im Gebirge von I. o. Blaas. — Der erste Krampus von E. Payer. — O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit von W. Firle. — Raffaels Madonna: Die schöne Gärtnerin. — Die Eintragung in bas Taufregfft r von S Vlniegra y Lasto. — Gesangsprobe beim Intendanten von F. B. Doubek. — Glaube, Liebe, Hoffnung von B. Plockhorst. — Die Südseite des Regensburger Doms. Preis jedes Heftes 1 Mk. Verkehr, And Volkswirthschaft. — NeneS vortheilhaste» BolkSnährmittel. Ein neues nahrhaftes und billiges eiweißreiches Nahrungsmittel hat Prof. Dr. Fürbringer, Director der inneren Abtheilung des städtischen Krankenhauses Friedrichshain-Berlin, in einem Vortrage in der Berliner medicinischen Gesellschaft empfohlen. Das neue Mittel ist das Product einer alten Culturvflanze, die in Westafrika, Ostindien u.A. gebaut wird und deren Früchte bet den Eingeborenen dieser Länder ein beliebtes Nähr- und Genußmlttel sind. Es Ist dies die Arachis hypogaea aus der Familie der Papilionaceen. Ihre Früchte', die dadurch, daß sie unter der Erde reisen, ein interessantes botanisches Phänomen barbieten, sind unter dem Namen Pea-nut auch schon bet uns in den Handel gekommen und heißen Erdnüste. Sie enthalten in einer dünnen, leicht zerbrechlichen Schale zwei Samen, deren Geschmack an Mandeln oder Nüsse erinnert. Die Präparate der Erdnüsse für Suppe und Kaffee, letzterer genannt „Afrikanischer Nußbohnen-Kaffee" sind von Professor Dr. Fürbringer an den Patienten detz städtischen Krankenhauses Friedrichshain auf ihre Bekömmlichkeit und Ausnutzung längere Zeit geprüft worden. Der werthoolle Etwelßqehalt der Erdnüsse tst von Dr. Noerdlinger in Bockenheim entdeckt worden. Derselbe hat die fabrikmäßige Herstellung des Präparates „Afrikanischer Nußbohnen-Kaffee" der dazu allein berechtigten Firma Gebrüder Schmidt Nachfolger (Inhaber Jean Gies) in Bockenhelm-Frankfurt a. M., Fabrik für Röstproducte, übertragen. — Neues bewährtes Maschinenputzmittel. Das chemische Laboratorium des bayerischen Gewerbe-Museums theilt folgende Zusammensetzung eines Matchinenputzmittels mit, das sich zur Rein- und Blankerhaltung von Maschinentheilen auf Stahl und Eisen bestens bewährt bat Das Putzmtttel von breiiger Beschaffenheit besteht aus eimr Mischung von 15 Theilen Terpentinöl, 25 Theilen Stearinöl, 45 Theilen feinstem Polirroth und 45 Theilen feinster Thierkohle. Diese Mischung wird mit Spiritus bis zur dünnflülsigen Consistenz versetzt und bann mit Hilfe eines Pinsels auf die zu reinigenden Obj cte und Maschinembeile aufgetragen. Nach dem Verdunsten des Alkohols wird der Ueberzug unter Zuhilfenahme einer trockenen Mischung aus 45 Theilen Tdie'kohle und 25 Theilen Polirroth nachperieben. Die geputzten Theile erscheinen alsdann glänzend und blank. Bedeutende Belrievsersparnisse 't1* maschinellen Anlage der Großindustrie, des Kleingewerbes oder der Landwlrthschaft durch Aufstellung einer Wolf'schen Locomobile als Betriebsmaschine erzielt. Die von der rühmlichst bekannten Maschinenfabrik von R. Wolf tn Magdedurg-Bucka« feit mehr als 30 Jahren als ©pecialität gebauten balbftationären und fahrbaren Locomobilen mit ausziehbaren Röhrenkesfeln übertreffen an Sparsamkeit des Brennmatertaloerbrauchs, Dauerhafttgkettgund Leistungsfähigkeit jegliche Motoren anderen Ursprungs u. haben auf allen deutschen Locomobil-Concurrenzen den Steg davongctragen. (403 M«' Die weltbekannte Berliner NLHmaschineusabrik M. Jacobsohn, Berlin, Ltnienstraße 126, Lieferantin für Lehrerund Beamtenvereine, versendet die neueste hocharmige Singer- Nähmaschine für M. 50.— bet 14tägiger Probezeit. In alle« Städten Deutschlands können Maschinen, welche an Private und Beamte schon geliefert wurden, besichtigt werden Auf Wunsch werde« Zeichnungen und Anerkennungsschreiben zugesandt. ]6b'9o ill M Eö sollen i ■Slontas“ 6*"'. 20,5« N-E s Men- 6a. 3d bi Die Znsoln Lich, den Donnersta 18-4, von M m Annerol District Mpfde 24 BauttM nachrMiMS serten: A 8 2 CÜen > St haltend, M Nadel-Eta 25,01 fm i Na«ei haltend. B. 8 ,0 rm Nade 158 „ Nadt 40 „ Nade 4857 Nadel-O Die Zusamn Stünbergerftraf Mgen. Annerod, be; Äroßh. Bürge Gng i MtttvoÄ 6 Soxm. 11 Ubr, io Iflfit 198 Wetfdbft vtißplattirteö Cho einspännige Chaisen zestelle, Ärcujjügd AheLngkläule M isfcnilich mtiftbfeta Münz versteigert Wetzlar, den 11.; 196 Ieitgek Ä > Crif ’5 Pßvch an yif ®mil Nich' Die leeren Ochh i Ä? ? 45 P * M 1.10 Ju 7( ®a«bcr (31 Tag h M-, 5 c'oth e '■ Nu F? in g'Nefd d Kauft E-q«, Stzü-Z KrHLr 3t I vird In inrinl®^ c ' ber tu?« k8tD,aIlito ’? ^btuttn-; iungtn ?^n anrtd}tcn°LrhVnt tldne 'den, S-Qk.y 01 iürtt "e * aSf«o*JJ W Nach Ad" (8elb ir "6m 3.6t,nlVWil|tu«6 n*«iÄ *J* «ÄM-Sä liuftn T\i.m Surope tösSs «-PSä \5 -ü°m.LL"L Ä BÄ Spanien unb3t(jS JT.** Ä"mt.t; *ÄX'Ä «ssa auch nicht. Atm M ,hu(m. ur die Zukunft Vxxxöx. M n ~ "°ler Hmgotl vnW gen (XVI. 2.3.) her im Da- , erscheinenden Mriflerwert« nen mit Porträl und scch;eha 'h Daniel Ehodowteckti, 'ine Risse von R. HEhnei. on A. Diefienbachn. - Die fttn ßommunion vonF.SmÜH. Aus dm Hohm lauern: Die G- Hausmann. - Die Sonnen- ;-no Diemer. - Im Wartesool on R. Reinicke. - PielL von H. o. Heyden. - Schneepflag trfit RrampuQ non 6. Payn. abcnMngtnbt Weiönachlszet : Die schöne Gärtnerin. - von S- Dinietzra y Lasso. — fi. D. DoM - Glaube, - Die SüMe l>es sflegms- M. volkrwirthschast. rolkSvLhrmittel. Ein nmes >es Nahrungsmittel hat P'°d im Ablheilung deS städtischen n, in einem Mrage in da ipfoblen. Das neue Mittel W dieinWestastila,Ostindimu.». den Eingeborenen die er Linda -sind. Es ist dies bk Arachi» pllionaceen. 9J« WJJl'Ä n, ein intereflantes bo'aMes Mmen Pea-nnt auch schon bet - »RfE ’,USÄ*r itbeilen gdtboftenbt'l i,l von breiiger lheilen iJ’eUrn i'N°«»..u;b,^"dannflü'stöe° -i^ 'ud b'L aus »J hilft eines W" q)fl(j, dein Ä »sssa- — V2: Niederlage bei Giessen, [-Flaschen 220 und Vg Liter. Rödgen. Annerod, den 12. Januar 1894. Äroßh. Bürgermeisterei Annerod. Engelhardt. 394 Dersteigerung. Am Mittwoch den 17. Januar e., «orm- 11 Mr, sollen tm Hofe Sand- ,asse 198 hierselbst 1) ein zweispänniges »etßplattirtes Chaisengeschtrr, 2) drei einspännige Cbaisengeschirre, 3) vier Kopf- geftelle, Kreuzzüge!, 4) eine Parthie Schellengeläute isammtlich neu), freiwillig öffentlich meistbietend gegen gleich haare Zahlung versteigert werden. Wetzlar, den 11. Januar 1894. Warnecke, 396 Gerichtsvollzieher. Aeitgeöotenes. Luppen- würze _______ist eine interessante Neubeit im Lebensmittel- markte In Original - Fläschch.m von •5 Pfennig an zu haben bet [191 Emil Fischbach, Seltersweg. Die leeren Original-Fläschchen ä 65 Pfg. werden zu 45 Pfennig und diejenigen i Mk. 1.10 zu 70 Pfennig mit Maggis Suppenwürze nachgefüllt. MAGGI5 Das beste und wirksamste Waschmittel der Neuzeit ist Gioths parsü- mirte weiße Teigseife. Nur ächt zu haben in jedem Seifengeschäft und größeren Colonial- waarenhandlungen Gundersheimer Sanitätskäse. Geschw. 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Hierdurch beehre ich mich, ergebenst mitzutheilen, dass ich mein seit 1822 bestehendes Sortimentsgeschäft unter der Firma: Ferbers* Univ.-Buchhandlnn^ (W. Ferber) heute an Herrn Carl Koch aus Freiburg i. B. käuflich abgegeben habe. Ich bitte, das mir bisher geschenkte Vertrauen auf meinen Herrn Nachfolger zu übertragen, der dasselbe in jeder Beziehung rechtfertigen wird. Hochachtungsvoll Wilh. Ferber. Auf Vorstehendes bezugnehmend erlaube mir einem geehrten hiesigen Publikum die ergebene Mittheilung zu machen, dass ich heute die Buchhandlung des Herrn Ferber käuflich übernommen habe und solche untg£ der Firma: Ferber’sche Universitäts-Buchhandlung (C. Koch) weiter führen werde. Mit der Versicherung, dass es stets mein eifrigstes Bestreben sein wird, den Wünschen des hochgeehrten Publikums entgegenzukommen, verbinde ich die ergebene Bitte, mir Ihr geschätztes Wohlwollen zuzuwenden und dauernd zu erhalten. 190 Hochachtungsvoll C. Koch, Ferber’sche Universitätsbuchhandlung. er weiß es noch nicht, daß ich nach München ziehe 254 Ba>,»I>ossti.is;c J. Klipsteiü Ecke Neustadt Humorrsl Manschetten - Knöpfen 213 404] Ein Halbverdeck Span, ftothwein Aragon pr.FL X —.95 pr. Fl. X 2.50 i» 374 Der Vorstand. Traae. Cognac, p. •/< Literfl. X8.— u. 4. Deutscher Cognac „ •/< Anfang 7 Uhr 61 Min. Der Vorstand. 189. xoV Atelier Emil CHessow Allfnahmrn jeden Genres 3410 Leipslg IST». Schwlstrasse 7. Ut Sonntags bis 6 Uhr geöffnet. ’TWR Hebectüm: A. Scheyda. — Druck vnb Verlag der Brühl'schcn Druckerei (Fr. Ehr. 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Wundern illch, kannte er doch Die verwittwei wit ihrem Mops, ei hlt Kione auszusetze, »Ich bedauere können," meinte die -,Gewih/' unfi M« steht sich oit öil Ruhr lahi sich , manchmal noch Widjte noch nidjt itänöig geworden bit y äm, nur sm ^.Dtearm, aber du V?stt' »r lachte sehr -S-e - iiWatiiriidjf t m'r vegzukomn glaubt h ftfe'j 'S'- ■* Willi. Wirsig, Handschuh-Fabrik ■ Seltersweg* IO. m Grosse Auswahl in ächt Ziegenleder-, Glace-, Doxcin-, Wildleder-, Seide- und Tricot-Handschuhen. Anfertigung der Handschuhe nach Maass!! OrnvatteN, Shlipsen, Hosenträgern, 11L U HCl ICH Tricotagen, Kragen, Manschetten und Anerkannt feinsten französischen Cognac direct bezogen ▼on Henry Faber & Cie. pr. i/, Fl. Mk. 4.50 „ xii „ „ 2.30 340] In einem wohlhabenden Orte von 4000 Seelen in der unmittelbare» Nähe von Mainz ist eine Krankenkassen- arztsteüe mit 2000 Mark Firum und Gelegenheit zu sonstiger Kassen- und Privatpraxis sofort zu vergeben. Rrflectanten wollen sich melden bei Hr». Arauz Engler. 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Da uns dies au gefährlich schien, baten wir den homöopathischen Arzt, Herrn Dr. med Volbedlng in Düsseldorf, um Hülfe. Durch die innerliche Arznei, die wir oon ihm geschickt bekamen, heilte das jahrelange Leiden: „die Schwerhörigkeit", in vier Wochen, so daß unser Kind wieder spitz hört, was jeder im Ort bestätigen kann.Herrn Dr. Bolbc- ding unseren innigsten Dank. Wadgaffen bet Saarlouis. Schneidermstr. Pei er Bubs und F^au 1.30 1.40 1.20 1.40 1.50 1.50 8 — > !W Deutsche -Cognac-Compagnie .öwenwartec-A Cie. zu Köln a. Phiin i mMT Vorzügliches Geschenkbuch für Knaben und Jünglinge. Das Bilderbuch Alleinige Niederlage und Detail- Sehr elegan? (mit reich m^Golddruck) verkauf für Gießen und Umgegend gebunden 2 «t. (294 Seiten Text», bei Herrn 3W Ein Werk für die deutsch Jugend, n» dessen Leltüre j dem jungen Manne nicht sSUJIUfldl) warm genug empfohlen werden kann, das Hoflieferant, Selterswea. ied-d-nische Jüngling gelesen^haven —--------------------- B müßte. 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Januar, Abends 81/» Uhr: Hauptversammlung. S. § 10 der Statuten: Ergänzungswahl des Vorstandes. 3971______iDer Vorstand.___ Akademischer Gesangverein. Nächsten Montag den 15. d. M. Beginn der Proben für das XII. mittelrheinische Musikfest in Darmstadt. Ausnahmsweise können zu diesem Zwecke jetzt noch genügend vor. gebildete neue Mitglieder dem Vereine betreten. SOTL