Nr. 161 Amtag den 13 Juli 1894 Der Gießener Anzeiger crid)eint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Tie Gießener Aiamttienvkälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Vierteljähriger A-onnementspreirr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlodn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Redaction, Erp-dition und Druckerei: General-Anzeiger. Kchutftraßc Wr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt fiiv den "Kreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. IO Uhr. Gratisöeitage: Gießener KamikienMtter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtlid?er Thrrl. Bekanntmachung. Mittwoch den 26. Juli 1894, Vormittags IO Uhr, wird auf Lonys Felsenkeller (Westanlage) zu Gießen eine Generalversammlung des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen abgehalten werden. Alle Mitglieder der landwirthschastlichen Bezirks- und Orts-Vereine, sowie alle Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch freundlichst eingeladen. Die Herren Bürgermeister werden hierdurch ergebenst ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken. Tagesordnung: 1. Bericht über die Thätigkeit des Bezirksvereins in den letzten Jahren. 2. Vortrag des Herrn Dr. Fr. GierSberg von Köln über die Frage „Ist Deutschland im Stande, seinen Bedarf an Getreide selbst zu bauen und welche Mittel sind zur Erreichung dieses Ziels nöthig?" 3. Vorlage der Rechnung des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen für 1893/94. 4. Vorlage deS Voranschlags des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen für 1894/95. 5. Ersatzwahl des Vorstandes des landwirthschastlichen Bezirksvereins. Es haben auszutreten und sind durch Neuwahl zu ersetzen: a. Der unterzeichnete Director des Vereins. b. Der Stellvertreter desselben, Herr Gutsbesitzer Schlenke auf der Hardt. c. Der Secretär des Vereins, der nach Darmstadt versetzte Großh. Oberconsistorial - Assessor Nebel daselbst. 6. Ersatzwahl eines Mitgliedes des Ausschusses an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Pracht zu Grünberg. Gießen, den 10. Juli 1894. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins Gießen C. Jost. Feuilleton. Der Lump. Erzählung von O. Hohenthal. (Schluß.) „Sagen Sle mal, Feldwebel, das scheint ja eine böse Wirthschaft hier zu sein — da halten sich wohl selbst die Herren Jäger Lurushunde?" „Der Gefreite Koch hat das Thier nie mitgebracht. Der Herr Oberstlieutenant v. M., welcher daffelbe vor zwei Jahren sah, gestattete, daß sich „Lump", so heißt der Hund, in der Kaserne aushalten könne und auch hier zu fresien bekomme. Seit dieser Zeit ist „Lump" quasi Bataillonshund." ,/So, so; nun, ich wünsche nicht, daß mir der Köter noch einmal vor die Augen kommt, andernfalls laste ich ihn erschießen oder in den See werfen!" „Zu Befehl, Herr Major!" Und der Commandeur verschwand in der Kaserne. Das war Mittags eine Aufregung unter den Jägern. Jeder brachte einen Vorschlag zur Rettung des geliebten „Lump", nur ein einziger wurde aber mit großer Majorität acceptirt, nämlich daS Thier bei einem benachbarten kleinen Restaurateur an die Kette zu legen und alltäglich die Abfälle der Küche nach dort bringen zu lasten. Dann war er gegen die Rache des Majors gesichert. Und so geschah es. Widerwillig zwar ließ sich „Lump" an die Kette legen, als ihm aber Freund und College Koch die Nothwendigkeit einer kurzen Jnternirung klar machte, gab sich das Thier zufrieden. Offiziere und Mannschaften grollten dem Commandeur ob seines Machtspruchs, besonders da das Manöver bevorstand, denn „Lump" war immer ein treuer Begleiter gewesen und die einzige Freude auf strapaziösen Märschen auf sandigen heißen Ebenen. Eines Morgens machte Herr v. P. dem im Verbände exercirenden Bataillon die Mittheilung, daß morgen der Herr Generalinspecteur der Jäger und Schützen eintreffen werde. Er erwarte von dem Bataillon, daß es seine Pflicht thue. Die Herren Hauptleute setzten pflichtgemäß die ernsteste Sorgenmiene auf und die Lieutenants lächelten wehmüthig bei dem Gedanken, daß für morgen die verabredete Partie mit den Damen zum Teufel gehe. Da fuhr es plötzlich kläffend und keifend durch das Thor Deutsches Reich. Berlin, 11. Juli. Die Feier des 70. Geburtstages Herrn v. Bennigsens ist an zahlreichen Orten des Reiches festlich begangen worden. Es beteiligten sich hieran nicht nur die Kreise der Parteigenosten des Jubilars, sondern auch Angehölige anderer Parteien, wird doch Rudolf v. Bennigsen auch außerhalb der nationalliberalen Reihen wegen seiner großen Verdienste um das deutsche Reich hochgeschätzt und geehrt. Im Mittelpunkte aller festlichen Veranstaltungen zu Ehren Rudolf v. Bennigsens stand natürlich die Feier in Hannover, dem amtlichen Wohnsitze des Jubilars, sie hat nach den hierüber vorliegenden Meldungen einen glänzenden Verlauf genommen. Unter den Herrn v. Bennigsen zugegangenen überaus zahlreichen Glückwunschschreiben befinden sich auch solche vom König von Württemberg, vom Großherzog von Baden, vom Herzog von Coburg und anderen deutschen Fürsten, vom Fürsten Bismarck, vom Reichskanzler Grafen Caprivi, vom preußischen Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg u. s. w. Der schriftliche Glückwunsch des Fürsten Bismarck lautet: „Im Rückblick auf unsere langjährige Arbeit an der nationalen Wiedergeburt unseres gemeinsamen Vaterlandes bitte ich Sie, zum heutigen Tage meinen herzlichsten Glückwunsch entgegenzunehmen. Wir sind nicht immer in demselben Geleise gefahren, aber unser Ziel war das gleiche. Daß wir die annähernde Erreichung desselben noch Beide erlebt haben und ich Ihnen heute meinen Glückwunsch und Dank für Ihre Mitarbeit noch lebend übermitteln kann, gereicht mir zur besonderen Freude. Ich bitte Sie, mir auch in Zukunft, die jedenfalls kürzer sein wird, als die 70 Jahre, die wir gleichzeitig lebten, das Wohlwollen zu bewahren, welches gemeinsame Arbeit uns als Ergebniß des Vorlebens gegenseitig geschaffen hat." — Der „Bi erkrieg" in der Reichshauptstadt geht, nachdem der Versuch einer Verständigung zwischen den beiden kämpfenden Parteien an der Halsstarrigkeit der socialdento> kratischen Boycott - Commission gescheitert ist, mit „allen Chicanen" weiter. Einerseits haben sich die vereinigten Brauereien, Wirthe und Saalinhaber noch fester anemander- geschlossen, anderseits wird von den Socialdemokraten der Boycott mit größtem Nachdruck zur Geltung gebracht. des Kasernenhofes und venire ä terre jagte „Bijou", der kleine verwöhnte Seidenspitz der Frau Majorin, die Reihen entlang, gefolgt von „Lump", der seinen aristokratischen Collegen in der Mitte der Front faßte und ganz gehörig schüttelte, so daß der Spitz ein klägliches Geheul von sich gab. Der Major wurde hochroth im Gesicht. Er befahl sofort einigen Jägern, das Thier einzufangen und ihm den Garaus zu machen. „Es ist gerade, als ob es dieses Hundevieh auf mich abgesehen hätte," meinte der Major wüthend. Fünf bis sechs Jäger, unter ihnen selbstredend Koch, traten aus dcr Front. „Lump" hatte angesichts der numerischen Ueberlegenheit der Verfolger sein zerzaustes Opfer fahren lassen und lief so schnell er konnte Über den Kasernenhof dem Depotschuppen zu — hinter ihm drei Jäger, ihnen voran Emil Koch. Jetzt war „Lump" gefangen und das Thier wäre sicherlich seinem Schicksale nicht entgangen, wenn der flinke Gymnastiker es nicht blitzschnell beim Klagen gefaßt und in einen der leeren Munitionskästen geschoben hätte. „Süll, mein „Lump", still, sonst wirst Du ersoffen!" Und das kluge Thier mußte die Tragweite dieser Worte verstanden haben, denn die eifrig suchenden Jäger konnten keine Spur von „Lump" entdecken, wie sie zum größten Gaudium des ganzen Bataillons später dem Feldwebel der vierten Compagnie meldeten. Am anderen Morgen traf der Generalinspecteur der Jäger und Schützen ein. Das Bataillon übte am ersten Tage auf einer ungefähr eine Meile von der Stadt entfernten Haide im Felddienst. In langen Schützenlinien avancirte die Truppe gegen den marfirten Feind. „Munitionsersatz im Feuergefecht'." In scharfem Trabe gingen die beiden Wagen bis an die Linien vor, die Patronenkisten wurden herausgehoben und mit ihnen sprang „Lump" ins Freie. Das Hurrah der umstehenden Oberjäger und Jäger wurde glücklicherweise über- tönt von dem Rollen des Rottenfeuers, denn im selben Augenblick galoppirte der Generalinspecteur nebst Major und zwei Adjutanten an. Dem scharfen Auge des Jnspecteurs war der herauSspringende Hund nicht entgangen. „Na, was ist denn das? Führt man bei Ihnen denn das Hundezeug in den Munitionswagen mit?" wandte er sich an den Major. Hierher gehört die Erklärung des Boycotts gegen sämmtliche dem „Ringe" angehörigen Brauereien, sowie der Versuch der Boycott-Commission, die verfehmten Berliner Biere durch Hofer und Fürther Biere zu ersetzen. — Den Wählern des Reichstagswahlkreises ElmS- horn-Pinneberg wird vielleicht das Vergnügen einer nochmaligen Nachwahl blühen. Der jetzige Vertreter desselben, der socialdemokratische Herr v. Elm, entpuppt sich dem Vernehmen nach als Ausländer, als Däne. Sein Vater soll ein geborener Däne sein und sich nicht haben naturalisiren laffen, so daß also auch sein Sohn, der jetzige Reichstagsabgeordnete v. Elm als Däne betrachtet werden müßte. Falls dies zutrifft, so wäre natürlich das parlamentarische Mandat des Herrn v. Elm ungültig. Neueste Nachrichten. WolffS telegraphtsches Eorrespondenz-Buren». Berlin, 11. Juli. Das Kaiserpaar trifft morgen in Drontheim ein. Am 14. Juli reift der Kaiser an Bord der „Hohenzollern" weiter. Die Kaiserin reift nach Christiania zurück, begibt sich auf dem Seewege nach Deutschland und trifft in Wilhelmshöhe bei Kassel am 20. Juli ein. Berlin, 11. Juli. Der „Reichsanzeiger" meldet: Zur Ausführung des Gesetzes betreffend die Aufhebung des Identitätsnachweises verfügte der Finanzminister am 5. Juli, daß Einfuhrscheine nur für Maaren von marktgängiger Beschaffenheit zu ertheilen sind. Als marktgängig gilt auch Waare, welche mit unerheblichen Mängeln, wie beispielsweise mit leicht dumpfiger Beschaffenheit, Sommergeruch, mäßigem Auswuchs, geringem Besatz mit Käfern behaftet sind. Bei Getreide, Hülsenfrüchten, Raps und Rüb- saat sind etwaige fremde Bestandtheile, wie Sand und Unkraut, nicht zu beanstanden, soweit sie nicht über zwei Gewichts- procenre ausmachen. Bezüglich der Beschaffenheit der Mühlen- sabrikate gelten die auf Grund des Regulativs für die Gewährung Don Zollerleichterung bei der Ausfuhr von Mühlen- und Mälzereifabrikaten getroffenen Anordnungen auch bei den Mühlenfabrikaten, die mit Anspruch auf Ertheilung des Einfuhrscheins zur Ausfuhr angemeldet werden. Hamburg, 11. Juli. Der Senat verbot aus sanitären Dieser färbte sich hochroth und mochte im Innern mit tausend Donnerwettern den Köter verwünschen. Die Sonne stand schon hoch am Himmel, als wir uns in Bataillonsfront am Ende der Haide, mit dem Rücken an eine WaldlifiLre gelehnt, aufgestellt hatten. Der Jnspecteur ritt im Schritt die Front ab, hinter ihm der Major. Auf dem linken Flügel wendete er daS Pferd und im Galopp ging es zurück. In gleicher Gangart folgte ihm der Bataillons- commandeur. Da brach urplötzlich mit einem wüthenden Gebell „Lump" aus dem Walde hervor, auf das Pferd des MajorS zu und belästigte dies in ächter Kläffermanier. Da „Lump" diese Untugend nie hatte merken lassen, so war es klar, daß sein Gebell nicht dem Pferde, sondern deffen Reiter galt. Der nicht mehr junge Gaul opponirte zwar kräftigst, doch dies machte den Hund nur noch wüthender. Der Herr Major malträtirte das Pferd auf unverantwortliche Weise, bis sich dieses endlich hoch aufbäumte und den steifen Reiter aus dem Sattel hob. Tiefer Ernst lagerte auf den Gesichtern der Offiziere und Mannschaften, als der unbeliebte Commandeur auf den Haideboden flog — alle freuten sich wohl im Innern über daS Mißgeschick desselben. Der General drückte ironisch lächelnd dem Major sein Bedauern über deffen Mißgeschick aus. Sofort nach der Rückkehr in die Garnison wurde „Lump" durch Freund Koch bet dem Bahnwärter an die Kette gelegt, denn wenn er dem Major zum dritten Male in den Weg gelaufen wäre, hätte ihn derselbe höchsteigenhändig nieder- gestochen, dies war uns allen klar. Das Manöver konnte der Bataillonshund in diesem Jahre leider nicht mitmachen, dafür hatte er aber die Genugthunng, sofort nach Beendigung deffelben wieder mit allen Ehren vom Bataillon empfangen zu werden, da der Commandeur während des Manövers „erkrankt" und um seinen Abschied eingekommen war. Und da man alle Ursache hatte, anzunehmen, daß „Lump" durch sein bissiges Benehmen während der Vorstellung den ersten Anlaß zu dieser Krankheit gegeben, so nahm man keinen Anstand, ihm die Sergeantenknöpfe anzu- zunähen. Leider lieferte der Artist nach einigen Tagen feine Sachen ab und „Lump" begann nach dreijähriger ehrenvoller Dienstzeit wieder baß alte Vagabundenleben. Gründen die Abhaltung des auf Ende Juli fallenden, vierzehn Tage umfaffenden Sommermarktes, zu dem 280 Händler und 171 Schausteller angemeldet sind. Man fürchtet, die Ansammlung der Menschenmassen könne in der heißen Jahres« zett Veranlaflung zum AuSbruch epidemischer Krankheiten geben, ferner die Gefahr einer Einschleppung durch Schausteller aus verseuchten Gegenden. Paris, 11. Juli. Wie der „Figaro" erfährt, wird sich das internationale Uebereinkommen zur Unterdrückung der Anarchisten auf polizeiliche Maßnahmen beschränken. Die Anarchisten sollen ständig überwacht, die ausländischen ausgewiesen und in die Heimathlande abgeschoben werden. Die Schweiz sei diesen Vorschlägen günstig gestimmt, Italien bekämpfe dieselben. Diese Maßregeln würden vor dem October in Kraft treten. WB. Chicago, 12. Juli. Der allgemeine Strike ist mißlungen, der Verkehr der Züge gebesiert. Den Truppen wird kein Widerstand geleistet. Ein Zug nach San Francisko ist entgleist; er wurde von den Strikenden, welche den Heizer und drei Soldaten erschossen, in den Fluß gestürzt. WB. Konstantinopel, 12. Juli. Vorgestern Abend fanden zwei neuerliche Erdstöße statt. Man vermuthet gegen 100 Todte und Verwundete. Der Bazar von Stambul ist größtenthells beschädigt, ebenso die Schiffbauschule. Mehrere Minarets und Kirchen sind etngestürzr, unter den Trümmern der Bazars befinden sich mehrere Leichen. Die öffentlichen Etabliffements, die Börse und die Geschäfte sind geschloffen, der directe Telegraphenverkehr unterbrochen. Devefchen des Bureau .Herold". Berlin, 11. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, nach vorläufiger Ermittelung sei bei dem gestrigen Erdbeben in Konstantinopel kein Deutscher verunglückt. Berlin, 11, Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz über die Landwirthschaftskammern, ferner eine Verordnung betreffend die Paßpflichtigkeit der aus Rußland kommenden Reisenden. Hamburg, 11. Juli. Heute früh brach in einem Speicherblock des Freihafens ein riesiges Feuer aus. An 4000 Sack Kaffee, sowie 5000 Ballen Tabak sollen verbrannt fern. Der Schaden beträgt Über 2 Millionen, an denen 20 Affecuranzgesellschaften betheiligt sind. Wien, 11. Juli. Die „Neue Freie Presse" erfährt, daß die Cabinette Wiens und Berlins internationale Vereinbarungen, sowie den Abschluß von Verträgen zur gemeinsamen Bekämpfung des Anarchismus ablehnen, indem sie von der Anschauung ausgehen, daß es vollständig genüge, wenn jeder Staat auf seinem Gebiete und mit Rücksicht auf die Nachbarstaaten seine Schuldigkeit und sein Möglichstes thue, zumal schon seit längerer Zeit Vereinbarungen zwischen den Polizeibehörden einzelner Staaten bestehen, welche die Aufgabe haben, sich gegenseitig über die Fortschritte und Veränderungen in der Organisation des Anarchismus, sowie über Personen, welche in der anarchistischen Propaganda thätig sind, zu verständigen. Bekanntlich ist auch die Schweiz gegen internationale Vereinbarungen. Wien, 11. Juli. Das „Amtsblatt" publicirt die Han- delsconvention zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland. Wien, 11. Juli. In Moldau, in der Nähe von Teplitz, wurde auf Requisition der Chemnitzer Polizei ein Mann verhaftet, bei welchem Revolver, Patronen und Dolche gefunden wurden. Der Verhaftete beabsichtigte nach dem Kurort Eichwald in Böhmen zu reisen, wo demnächst die Königin von Sachsen zu längerer Kur eintrifft. Rom, 11. Juli. Die vatikanische Presse spricht sich in erbittertem Tone gegen die Blätter aus, welche in den letzten Tagen allerlei beunruhigende Berichte über den Gesundheitszustand des Papstes verbreitet haben und demenrirt alle diesbezüglichen Behauptungen aufs Entschiedenste. (Demgegenüber bleibt der Correspondent der Londoner „Times" dabei, daß der Papst seiner Auflösung entgegengehe.) Rom, 11. Juli. Die Radtcalen fahren fort, der Gesetzvorlage gegen die Anarchisten heftigen Widerstand zu leisten. Sie zeigen sich entschlossen, bei jedem einzelnen Artikel ihr Obstructionssystem anzuwenden. Cavalotti erklärte, wenn die Berathung einen Monat dauere, sei soviel Zeit für die Freiheit gewonnen. Paris, 11. Juli. Der Kammerausschuß zur Prüfung der Gesetzvorlage gegen die Anarchisten ist gestern Nachmittag gewählt worden, von elf Mitgliedern sind acht dem Gesetze günstig, eines dagegen und zwei fordern Aenderungen bezüglich der Oeffentltchkeit der Verhandlungen. Dupuy erklärte im Ausschuß, alle gemachten Vorschläge zu prüfen, da die Regierung bereit sei, denselben wenn möglich Rechnung zu tragen. Der Minister wird heute schon im Ausschuß gehört und der Bericht gegen Ende der Woche eingereicht werden. Lyon, 11. Juli. Caser io wurde gestern dem Soldaten Leblanc gegenübergestellt. Leblanc bekräftigte, daß Caserio einer Anarchistenbande angehöre und durch das Loos bestimmt gewesen sei, Carnot zu ermorden. Caserio pro- restirte gegen diese Aussage und erklärte, er habe allein gehandelt. Marseille, 11. Juli. Bei Anarchisten beschlagnahmte Papiere und aus den Departements erhaltene Informationen beweisen, daß Anarchisten aller Länder in steter Verbindung stehen. Die Haussuchungen werden fortgesetzt. Bisher wurden 15 Anarchisten verhaftet. Brüssel, 11. Juli. In den Centralhallen ist heute früh ein großer Brand aus gebrochen, welcher ungeheuren Schaden anrichtete. Das Vergnügungslocal „Pol du Nord", welches sich in den Centralhallen befindet, ist total ausgebrannt. Auch die naheliegenden Häuser haben starke Beschädigungen erlitten. Die Löscharbeiten waren durch Wassermangel ungemein schwierig. Petersburg, 11. Juli. Auf Verfügung des Ministeriums wird Juden, welche sich mit Handel und Industrie beschäftigen, bis auf Weiteres der Aufenthalt an ihrem bisherigen Wohnsitz gestattet. Warschau, II. Juli. Generalgouverneur G urko wird in Kürze nach hier zurückkehren und die Militär- und Civil- verwaltung wieder übernehmen. — Der Zar wird am 15. August hier eintreffen, um der Grundsteinlegung der russischen Kathedrale beizuwohnen. Sein Aufenthalt in Warschau wird nur wenige Stunden währen; alsdann erfolgt die Rückreise. Koustautiuopel, 11. Juli. Infolge des gestrigen Erdbebens sind die Straßen mit Telegraphenstangen, Drähten, sowie mit Bergen von Steinen bedeckt, verschiedene Minarets sind eingestürzt. Der Polizeiminister ordnete das Forlschaffen der Todten und Verwundeten an. Tausende von Fensterscheiben wurden zertrümmert. Das Erdbeben ist das heftigste seit Menschengedenken. Chicago, 11. Juli. Die Organisatoren und Anführer des Strikes wurden unter der Anschuldigung, mehrere Geleise verstellt zu haben, verhaftet. Weitere 10000 Arbeiter schlossen sich dem Strike an. In allen Ausstandsgebieten befinden sich jetzt Truppenabtheilungen. Chicago, 11. Juli. Falls die Arbeiter dem Befehl des Großmeisters der „Ritter der Arbeit" nachkommen, werden heute Abend ü b er eine Million Arbeiter aus stehen, und den Strike so lange sortsetzen, bis die Forderungen bewilligt sind. — In Sacramento verbarrikadiren sich die Strikenden mit 1500 Flinten und vielen Revolvern bewaffnet, gegen eingerückte Truppen. — In der Nähe New-Aorks versuchten die Strikenden, einen mit Truppen besetzten Zug zur Entgleisung zu bringen. Die Beunruhigung wächst. (S. WB.-Depesche aus Chicago.) H. Koustautiuopel, 12. Juli. In der vorletzten Nacht wurden weitere schwächere Erdstöße verspürt- die Panik dauert an, viele Familien campiren im Freien und auf Schiffen. Die Zahl der Verunglückten ist noch nicht festzustellen, es wurden über hundert Todte aus den Bazartrümmern hervorgebracht. Viele Häuser und Schulen sind eingestürzt. Aus vielen Städten Kleinasiens und der Prinzeninsel werden große Verheerungen gemeldet. Zwölftes Mittelrheinisches Mufikfest in Darmstadt. Ortginalbericht für den „Gießener Anzeiger". Dr. M. Darmstadt, 11. Juli 1894. Schlußbetrachtungeu. Die Festhalle und der mit solchem Aufwand von Mühe und Kosten der Sandebene abgerungene Festplatz müssen nach Kräften ausgenutzt werden; Concerte, gesellige Vereinigungen, Frühschoppen müssen einander in bunter Reihe folgen, damit das Leben und Treiben bis zum 15. Juli ausdauert und die Stätte des Gesanges nicht verödet. Aber das kann uns doch nicht darüber täuschen, daß der Höhepunkt der Stimmung erreicht ist und daß man wieder in das Geleise des Alltagslebens einbiegt. Der Fahnenschmuck ist eingezogen, die Fichten- und Laubguirlanden, arg mitgenommen vom letzten Sturm und Regen, gleiten müde zu Boden und die hellen Kleider der jungen Damen sehnen sich nach dem Bügeleisen. Standhaft verharren indeß noch auf ihrem Posten in den Erkern der Buchhandlungen die Photographteen der Künstler, die ihre Kräfte dem Musikfest gewidmet haben, die „Erinnerungs-Fächer", die Karten mit „Gruß vom Musikfest" und die „Festschrift". Der Anblick der letzteren stimmt mich zu pessimistischen Betrachtungen. Die Oeconomie, der man sich in Bezug auf sie hingegeben hat, verdient energischen Tadel. Mit der größten Unverfrorenheit wurde auch hier wieder das von Wilh. Jordan mit so treffender Satire beleuchtete „Leihsystem" geübt. Mehr als einmal erging während der Proben und Concerte Seitens meiner Nachbarn an mich die mit sanftester Stimme gestellte Bitte: „Ach, Sie sind wohl so gut und leihen mir auch einmal Ihr Buch, damit ich den Text verfolgen kann". Dabei schrieen sich dicht neben uns kleine Jungen mit dem ständigen Angebot der „Festschrift" die Kehlen müde. Man will aber doch bei solcher Gelegenheit mit seinen Nebenmenschen in Harmonie verkehren — und findet nicht den Muth, die höfliche Bitte zu überhören. Zu einigen Damen wagte ich, nachdem sie sich aus meinem Exemplar die gewünschte Information geholt, aber doch die Bemerkung: „Sie werden sich ohne Zweifel die Festschrift als Erinnerung mitnehmen wollen- am Ausgang der Halle, an einem Kiosk auf dem Platz und in den Buch- und Papierhandlungen der Stadt bekommen Sie sie- sie kostet nur 50 Pfennig". Bei dem Wort „Fünfzig Pfennige" schlugen sie um wie die Verschworenen im „Fiesko" bei dem Wörtchen „Subordination". Was man sich einigermaßen mit Anstand borgen kann, das kauft man eben nicht! Ein GlaS Bier, eine Festtoilette, einen Regenschirm kann man sich nicht gut leihen. Aber mit Büchern, Noten, Programmen ist das ein ganz ander Ding! AuS der Gruppe der Schlußfestlichkeiten haben wir nur noch zwei Momente hervorzuheben: den Ball am Montag Abend und den Ausflug in die Bergstraße am Dienstag Nachmittag. Der „KehrauS", der noch so bis zum Sonntag dauern wird, kann auswärtige Leser nicht sonderlich interessiren. Einen besonders formellen oder Elitecharacter trug der Ball nicht, er war mehr ein gemüthliches Tanzvergnügen. Zwar eröffnete der Festpräsident mit der Solistin Fräulein Joh. Nathan die Polonaise, aber im Uebrigen traten die Paare nach beliebiger Wahl und an keine bestimmte Vorschrift gebunden, an. Auf dem Podium hatte die Capelle Engel Platz genommen, ein Drittel der Halle war den Tanzenden ebtge« räumt worden, und den übrigen Platz behaupteten diejenigen Herren und Damen, welche sich bei den Klängen einer flotten Tanzmusik den Freuden der Tafel widmen wollten. Draußen im Freien befand sich auch noch viel Publikum, aber trotzdem ging es da ziemlich still zu — denn keine Musik ergötzte das Ohr, kein Beleuchtungseffect das Auge. Auf Essen, Trinken und Naturkneiperei sahen sich die vom Ball Ausgeschlossenen angewiesen. Die Betheiligung an der Partie in die Bergstraße war eine außerordentliche. Der Extrazug, welcher 2 Uhr 25 Min. abging, führte 18 Wagen- zur musikalischen Unterhaltung- war dis Militärcapelle des Leib-Dragoner-RegimentS mitgenommen worden, unter deren Vorantritt die Festgenoffen durch den Ort Auerbach zogen. Im Großen und Ganzen hatte es der Himmel auch mit diesem Tage gut gemeint- er hotte die Wege nur so ein Bischen „gesprengt", um den Staub zu beseitigen, sonst aber keinen Querstrich geleistet. Aber die Partie — und indem wir das folgende Unheil aussprechen, vollziehen wir nur die Kundgebung einer ziemlich allgemeinen Stimmung, — entbehrte des Programms und der klaren Disposition. In kleine Gruppen löste sich die Gesellschaft auf: Ein Theil machte bereits im Fürstenlager Halt, ließ sich Kaffee kochen, oder stand und saß auch nur gelangweilt herum, ein anderer suchte benachbarte Aussichtspunkte auf, und nur der dritte Theil erstieg das Schloß. Frl. Nathan und Herrn Messchaert, den beiden Solisten, welche die Partie noch mitmachten, (Frl. Huhn und Herr Birrenkoven waren schon Tags zuvor abgereist), blieb es überlasten, wem sie sich anschließen wollten, oder ob sie Gesellschaft fanden. Eine etwas animtrtere Stimmung griff erst Platz, als sich die Theilnehmer gegen Abend im Garten der „Krone" zusammensanden und einige Comitvherren die der Situation und dem Fest entsprechenden Toaste ausbrachten. Am Donnerstag (12. Juli) gedenkt man noch in den Nachmittagsstunden ein „Bankett mit Damen" abzuhalten. Der Zweck dieser Veranstaltung, nachdem die auswärtigen Gäste abgereist, ist uns nicht sehr in die Augen fallend. Man sollte sich wirklich hüten, aus dem Schluß noch ein langsames Verenden zu sehen. Was uns von diesen Tagen im Gedächtniß haften bleiben wird, das sind nicht die Schmausereien und Trinksprüche, es sind die künstlerischen Thaten, an welchen der Sonntag und Montag so reich war, und von welchen wir uns einen starken nachhaltigen Einfluß auf die Weiterbildung musikalischen Verständnistes und musikalischer Interessen für die Folgezeit versprechen. Cocafc« nnö provinzielle». Gießen, den 12. Juli 1894. * * Au8 dem Justizdieuste. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 11. Juli 1) die Landgerichtsräthe bet dem Landgericht der Provinz Starkenburg Otto Jost und Dr. Karl Gtlmer zu Ober- landesgerichtsräthen bei dem Oberlandesgericht, 2) die Oberamtsrichter bet dem Amtsgericht Langen Dr. Heinrich Schneider und bei dem Amtsgericht Beerfelden Heinrich Becker zu Landgerichtsräthen bet dem Landgericht der Provinz Starkenburg und 3) den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Hungen Johannes Jttmann zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Langen, sämmtlich mit Wirkung vom 16. Juli 1894 an, zu ernennen- am 11. Juli den Oberlandesgerichtsrath Wilhelm Pfannmüller auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen mit Treue und Eifer geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 16. Juli 1894, in den Ruhestand zu versetzen. • * Ritterschlag. Der Durchlauchtigste Herrenmeister des Johanniter-Ordens, PrinzAlbrecht von Preußen^ Königl. Hoheit, hat einer größeren Anzahl von Ehrenrittern des Johanniter-Ordens, u. A. dem Landgrafen Alexander Friedrich von Hessen, König!. Hoheit, und dem Obersten und Commandeur des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessisches) Nr. 116 Johann v. Rosenberg, am 26. Juni d. I. in der Johanniter-Ordens-Kirche zu Sonnenberg den Ritterschlag und öte Investitur ertheilt. * * Vom Sturm weggeriffeu wurde gestern Vormittag ein Theil der Euler'schen Badeanstalt. * * Ein Mehgerburfche wurde gestern im Schlachthaus angetroffen, als er aus mehreren geschlachteten Schweinen Fletschtheile unbefugter Weise ausschnitt, um solches für sich zu verwenden. Da die Schweine noch nicht gewogen, wären in diesem Falle die Verkäufer und nicht die Metzgermeister die Geschädigten gewesen. * * Urlaub für Schulkiuder. Die Großh. Minifterial- abtheilung für Schulangelegenheiten zu Darmstadt hat neuerdings auf einen Bericht der Kreisschulbehörde von Bingen bezüglich der Urlaubsertheilung an Schulkinder auf Grund des Volksschulgesetzes und der Instruction für die Schulvorstände eine generelle Entscheidung getroffen. Demgemäß sind Eltern, welche keinen längeren als zweitägigen Urlaub für ihre schulpflichtigen Kinder begehren, wegen Er- theilung desselben an den betreffenden Klaffenlehrer zu verweisen. Dagegen steht dem Ortsschulvorstande die Befugniß zu, Urlaub über zwei Tage hinaus bis zu 14 Tagen zu ertheilen. Vor einer derartigen Urlaubsertheilung soll indessen der Lehrer mit allenfallsigen Bedenken thunlichst gehört werden. ** Militärische Hebungen der Lehrer. Zur Zeit sind viele Lehrer zu militärischen Hebungen eingezogen. Da sich die Zusammenstellung von eigenen Lehrercompagnien im verflossenen Jahre gut bewährte, so wurden die übungs- pflichtigen Lehrer wiederum zu solchen zusammengezogen. Im Bereiche des 11. Armeecorps sind die zehnwöchenttichen UebungS Compagnien dem 87. Infanterie-Regiment in Mainz, die sechSwöchentltchen dem 83. Infanterie-Regiment in Kassel vt-rwSch-ntlich-n Uetungen tinberuftnen | un«, der an d-n Cbftbäumen sehr empfindlichen Schaden an. . . . i rvt I . ! . vt 41* ihint n 1 t h f n Ä h n h 11 Yrfl hn R £T Juli uCXQ V6 5805 Gnauth. Bekanntmachung Neuenweg 7. 3703 dahier ist er- 6784 Großh. AmtSaericht Gießen. 5798 ardt. einreichen. 5796 5342] elbft, 6394 cn 00 ro elbft, elbft, elbft, elbft, Der Stadtralh Schüler. dieser Schutzmarke. in Blechdosen L 20 und 10 Pf. und ist als Liquidator der mann Ferdinand Hoffmann ernannt worden. Eintrag im Firmenregister folgt. Gießen, 10. Juli 1894. frttasnte« Kaffee Vfunb Jt 1.10 W |t|i an Oualttit eetfcenreltee. ®cr einmal probtrt, bletSt ter* Abnehmer. Borrülhlg in Carl Cchwaatz'O 'fcelKeitfltulfbLe. «eitzler, Gerichtsvollzieher- Cognacbrennerei . Scherer & Co. angen, Hessen. Ein Halbverdeck zu verkaufen Neustadt 49. zugetheilt. Die zu 1.. Lehrer werden den verschiedensten Regimentern eingereiht. Nach einer Verfügung Unseres SchulministeriumS sollen unter allen Umständen die Ferien während dieser UebungS- zett stattfinden, damit der Unterricht nicht allzu lang unter- Bekanntmachung. Zwei Keller unter dem Schulhaufe in der Schillerstrabe sind anderweit zu vermielhen. Näheres über Bedingungen und Preis ist bei der Bürgermeisterei — Zimmer Nr. 15 — zu erfahren. Gießen, 10. Juli 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. richtet und zwar nicht bloö dadurch, daß er SDbft herabschüttelt, sondern auch dadurch, daß er die schwerbeladenen Bäume jämmerlich zerreißt. Am schwersten haben die Steinobft- bäume, Zwetschen, Pstaumen und Mirabellen, zu leiden, welche viel schwächere Aeste als Aepfel- und Birnbäume haben und auch schwerer beladen stnd. Manche Baumstücke bieten einen — Wenn man bas Gutachten des Herrn vr. G.C. Witt, stein in München über das von Carl Retter h-raestellte Haar- wasser lieft, so wird man unwillkürlich zu der Ueberzeugung gelangen müssen, daß man es hier mit einem Mittel zu thun hat, das nicht nur keine nachtheiligen Folgen auf die Haare sondern einen wohltätigen Einfluß auf da« Wachsthum derselben auSubt^ Diese Beobachtung wird nunmehr feit mehr als 26 Jahren gan» allgemein bestätigt und hat sich das Wasser in FolS- dessen, unter Berücksichtigung des enorm billigen Preises, einer geradezu abnormen Nachfrage zu erfreuen. Dasselbe ist in den durch Anzeigen veröffentlichten, bekannten Verkaufsstellen jederzeit zu haben. lur 35 Nr. 117 —869 qm Acker ba ilur 35 Nr. 118 — 863 qm Acker da •lut 35 Nr-118,8—325 qm Acker da rlur 35 Nr. 118,5—262 qm Acker da der freisinnige erste Beigeordnete Schmitt von WormS, KreiSamtmann G öt t elmann von Friedberg und Amtsrichter Fleitz von hier. Ersterer, Beigeordneter Schmitt WormS, wurde mit 25 Stimmen gewählt. Aus KreiSamtmann Göttelmann fielen 18 und auf Amtsrichter Fleitz 12 Stimmen. Hungen, am 10. Juli 1894. Liftmann, Bez.«Bauaufseher. Echte türk. Zwetschen, Amerik. Apfelspalten, empfiehlt billigst *5002 Robert Ttnhl, Neustadt 23. Arbeitsvergebung. Die behufs Nenovirung der Kirche zu Ober, örgern erforderlichen Weiß« binderarbeiten,veranschlagt zu 605 Mk. sollen Montag den 16. d. M., Vormittags 9 Uhr, im Pfarrhause zu Gambach durch schriftliches Angebot vergeben werden. Interessenten tönnen ihre Forderungen an das Pfarramt zu Gambach, woselbst auch Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offengelegt sind, läng- ftens bis zu oben genanntem Termin traurigen Anblick dar. Büdingen, 11. Juli. Zum Morde von Sonntag Nacht tragen wir noch nach, daß noch ein zweiter an der That I Betheiligter auf-efuuden und inhastirt ist. Derselbe ist seine Beihilfe vollauf geständig, während der Hauptthäter eS vorzieht, zu leugnen, indeß durch die Aussagen seines Com- I plicen vollständig überführt ist. Die Section des Gemordeten fand vorgestern Nachmittag statt und zeigten sich, wie wir I erfahren, 32 Stiche, wovon sechs tödlich waren. Die Beisetzung der Leiche wurde gestern Abend 7 Uhr vorgenommen, I wozu sich eine große Schaar Neugieriger eingefunden hatte. I Herr Pfarrvicar Schäfer hielt dabei eine ergreifende Rede, die wohl bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinter- laffen haben dürfte. ®* A. Anz. KirchBrowbach, 8. Juli. Wie der „M.-B." erfährt, hat der vermißte Kassenrechner Joseph die Reise nach Amerika angetreten. Eine von Großh. KreiSamt Erbach an- geordnete Kassenrevision habe alles in Ordnung gefunden. — Aus Beerfelden wird von einem Heidelbeeren- strike berichtet. Da die Händler nur noch 25—30 Pfg. pro Kumpf (16 Schoppen) zahlten, so blieben die Leute allenthalben meistens zu Hause, so daß nun die Händler aus I Norddeutschland wieder auf 50 Pfg. ausschlagen mußten, andernfalls hätten die Leute keine Heidelbeeren mehr gepflückt. Auerbach, 10. Juli. Den Erstickungstod erlitt heute das 6jährige Söhnchen des Schmiedemeisters Kissel hier. Der Knabe nahm einen Aprikosenstein, in dessen Mitte eine Oeffnung gebohrt war, in den Mund und versuchte demselben Töne zu entlocken. Plötzlich gerieth der Stein in die Luftröhre des Kindes und war nicht mehr zu entfernen. Als der Arzt in der elterlichen Wohnung eintraf, war das Kind bereits eine Leiche. △ Mainz, 11. Juli. Heute Abend fand durch die Stadt- üerotoneten die Wahl eines besoldeten Bürgermeistereibeigeordneten oder, wie man den Posten neuerdings zu nennen pflegt, des zweiten Bürgermeisters statt. Zu dem Posten hatten sich zahlreiche Bewerber gemeldet, f von denen indeß nur drei in die engere Wahl kamen und zwar in der Hirschapoiheke, in der Pelikauapotheke u. in der Engel- UniversilütSapothers, sowie in den Drogerien von Benner «. Krumm, von Emil Hifchbach, von Otto Schaaf und von A. u. «. WallenfelS. 4424 Acker daselbst, Flur 50 bis 71 Nr- l’/io — 80 qm Halle daselbst, öffentlich meistbietend versteigert werden. Pa. neue Kartoffeln (Frührosa) 5635 empfiehlt <5h. Nebe, Zozelsgaffe. Niederlage bei C. Roth II., Wall- thorstr. 5 u. Jacob Häuser, Ludwigstr. Die Firma „Gebr. Weinberg" zu Gießen ist in Liquidation getreten Kauf- Große Schellfische, in Eispackung billigst 5799 im Rebstock. «arantirt frische Waarc Gießen, 28 Juni 1894. Großh. Ortsgrricht Gießen. I. A.: Bogt. Unübertroffen! als Schönheitsmittel u. zur Hautpflege, zur Bedeckung von Wunden u. In der Kinderstube Lanolin ""Lanolin derTanollnfabrlk, Martlnlkenfelde be> Berlin. A erzllich empfohlen. 1604 Von Kennern bevorzugt Boi Consumenten beliebt. Literflasche Mk. 2.— Ganze Fl. 1,80 2,503,—3,504,—5,— Alleinige Niederlage: Adolf Geisse, Giessen. Freitag den 10. August, Nachmittags 2'/, Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der. Peter Jmmel Ehefrau Dorothea geb. KliugelhSfer in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 35 Nr. 116 — 869 qm Acker auf die Tanne, I 5297] Ein Posten i Crin d’Afrique billigst bei Th- Brück, Giesten 68C0] Frische billige Schellfische Schmidt, Tiefenweg 10. brachen wird. Zu« diesjährigen Manöver wird aus Fürth i. SD., 8. Juli, geschrieben: Nach der soeben bekannt gegebenen Unterknuftsübersicht wird das diesjährige Herbstmanöver der 25. Division über die höchsten Gebirgszüge des hessischen OdenwaldeS sich auSbreiten. So bekommen z. B. sämmtliche Ortschaften um die hohe Tromm herum Einquartirung. Ebenso müssen beim Ueberrücken aus dem Gersprenzthal, wo die Manöver endigen, die hohen Berge Knoten- und Neunkircherhöhe überschritten werden. Die Truppen dürfen also auf stramme Gebirgsmärsche gefaßt sein. Friedberg, 10. Juli. Am Samstag Abend ertrank beim Baden am Kingftule ein 19jähriger Taubstummer. H. Au8 dem tzorloffthale, 11. Juli. D ie Ernte hat btt uns mit dem Schneiden des Roggens begonnen. Durch die hetßen, trockenen Tage vom 5. bis 10. Juli sind alle Halmfrüchte in ihrer Reife bedeutend gefördert worden, so daß sogar die Gerste sehr gelb erscheint. Das Korn breitet sich dicht auf den Gelegen auS und hat ein sehr befriedigendes Gewicht, eS wird daher in den Gebunden, wie in den Maßen ein gutes Ernteresultat liefern. Die Proben, welche wir mit dem Korn in verschiedenen Lagen und Fluren bezüglich des MchlgehalteS und der Schalen gemacht Haden, fielen recht befriedigend auS. Manche Landleute haben daS geschnittene Ko i n schon nach 24 Stunden in Garben gebunden und auf Haufen gesetzt, weil sie befürchten, es könnte eine Regen- periode eintreten und die Qualität verderben, wie es im vorigen Jahre auch geschah. Die Halmfrüchte sehen aus- nahmSwetse gut auS, die neuen Frühkartoffeln werden gelobt, bedürfen aber noch eines Zeitraumes von 8 — 10 Tagen, um bester auSzureifen. Die Zwiebeleulluren lasten zu wünschen übrig, es zeigt sich, daß die Spitzen der Zwiebelpflanzen gelb und dürr werden, wodurch daS Wochsihum sehr ungünstig beeinflußt wird. Die Gurkenernte ist dieses Jahr fast überall eine mäßige- Einsender hat selten ein so langsames Vorangehen der Gurkenpflanzen beobachtet wie in diesem Sommer. Die rauhe Witterung in der letzten Mathälfte und den beiden ersten Juniwochen hat der empfindlichen Gurke geschadet. — Seit heute Vormittag 11 Uhr tobt ein heftiger Sturm bei Neue Kartoffeln billigst bei Eduard Fuckert, 5612]Neue« v»«e 17. Tuch- und Buxkinftoffe ä Mk. 1.75 Pfg p« Mtr. versenden in einzelnen Metern birect an Jedermann.^ Erste« Deutsches Tuchversandtgeschäft Oettinger A Co., S-ankfutt a. M.. Fabrik-Depot. Muster umgehend franco. v™ Corsetten ür Damen und Kinder empfiehlt in großer Auswahl und billigen Preisen Robert Haas, 18. Eeltersweg 18. NB. 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MtS., Vormittags 11 Uhr, wird die unterhalb der Labnbrücke stehende Euler'sche Badeanstalt mit allem Zn- behSr und einigen Nachen und Grönländern an Ort «nd Stelle versteigert. Früh'Kartofieln 50 Kilo mit Sack 3 75 M. ab Friedberg, liefert unter Nachnahme I. Wertv- heimer, Friedberg, Hellen *622 Bestellungen aus Stachelbeeren werden entgegengenommen Mäusburg 7 im Laden. Heidelbeeren. Frische Sendung trifft morgen stfreitag aus Oswaldsgarten ein, per Schoppen 6 Pfg. bei Frau Kerber._______5816 Johannisbeeren s verkauft «g. Unverzagt,KaplanSgasse 5. 5819] Gut erhaltener großer Herd zu verkaufen, eoentl. gegen kleineren zu vertauschen Näheres bet Carl Weidig. Flur 35 Nr. 118,g — 225 qm Acker dasi.v,». Flur 50 bis 71 Nr. IVio - 608 qm Hof- raitbe die LiebigS höhe, Flur 50 bis 71 Nr. l«/10 - 35074 qm Akchtcr Cmmuthaler Käse, vollsaftige Waare, einaetroffen. 5822 August Noll, Bahnhofstraße 51. 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Wie ein Berichterstatter meldet, wurde» mehrfach Fuhrwerke auf der Landstraße von der Wucht des Windeö umgeworfen, eine Anzahl Nachen von ihrer Fesselung losgerisfin, Bäume entwurzelt, Obstbänme ihrer Frucht beraubt und auch zahlreiche Fenster zertrümmert. Die Allee in der Rhönstraße hinter dem Zoologischen Garten war bedeckt mit Laub und starken Aesten, die bet Sturm abgebrochen- in der Schnurgassc wurde eine Fran von einem herabsallenben Fensterflügel getroffen, jeboch nur leicht ver- letzt, ba bie Glasscheibe, die der Frau platt auf den Kopf sie, glatt durchschlagen wurde und der Rahmen sich bann ausbie Schultern ber Fran senkte._____________ _ Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemesien am 12. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Wasser 15% Luft 15°. Rüvsamen'sche Badeanstalt. Bersteiqeruug. SamStag den 14. Juli d. Js., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Marktplatz 20 dahier: 1 Pferd 6 Oelgemälde, 20 Bilderrah» men, 1 Eassaschrank, 1 Steppmaschine, 1 Ladentheke, verschied. 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Eons oll । 3Vi°/8 ds. 91.45 102 40 91.65 102.70 40/q Ung. Gold-Rente 6% Jtrl. Rente 8% Portugiesen 4°/o Griech. Monopol-Rnl. 98.70 77.60 28.60 32.60 185 0 Lomb. E^-B^-Act. 88.50 D«rmstLLtrr 1354 ) Buschthereder E^B^-Net. 386.60 : Dresden« Beuk-A-tt, 138.01 Elbth«l-B«hn-Act. 218.12 Nsrtzb. Asyd-^t. 92.1 Gotthard-Bk-^-Aci. 167.10 j Wim« B«ckv«."Aet 109.87 Schweiz« Nordosh-B^Rct. 117.10 : Orsi. Kredit-Net. 284.75 Meinzer E.-B.-A^ü 115.00 3t*L »meta««M« «d 77.60 Msrtmburgcr 83 30 ’ Velfeu. 151.701 Brr. Königs. -2230