Dienstag den 13. Februar 1894 Nr. 36 Erstes Blatt berg, ui« Aints- und Anzcigeblatt für den Kreis Gießen Gratisbeikage: chießener Kamikienbtätter. Amtlich«»» Theil t. a. (972 er) Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Die Gießener AamirienötLller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. fff» 81«W Der Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme drS . > Montags. rling Ibuna von einet hiesigen ifabilt gesucht. ne Offerten uni D. N. 65 barungen über die Ausübung der Schifffahrt aus dem Niemen, der Weichsel und der Warthe werden Vorbehalten. Zu Artikel 19 deS Lertrags bestimmt das Schlußprotocoll, daß directe Frachttarife nach den deutschen Hafenstädten Danzig, Neufahrwasser, Königsberg, Pillau und Memel zur Vermittelung der Einfuhr und Ausfuhr Rußlands den Be- dürfniffen des Handels entsprechend eingesührt werden. Die russischen Frachtsätze für Getreideartikel, Flachs und Hanf nach den erwähnten Hafenstädten sollen nach denjenigen Be» stimmungen gebildet, und unter den beiderseitigen Eisenbahnen vertheilt werden, welche für die nach Libau und Riga führenden russischen Eisenbahnen in Kraft sind, oder in Kraft treten werden. Breslau, 10. Februar. Zu Gunsten deS deutsch- russischen Handelsvertrags veranstaltet die hiesige Handelskammer eine große Versammlung, zu welcher auch die schlesischen Handelskammern und wirthschastlichen Cor- porattonen eingeladen worden sind. Der Abgeordnete Letocha hat sich für den Handelsvertrag ausgesprochen. München, 10. Februar. Die „Augsburger Postzeitung" das Organ des CentrumS, theilt mit, das bayerische Centrum werde geschloffen gegen den deutsch-russischen Handelsvertrag stimmen und nimmt an, daß die übrigen Centrumsmirglieder, abgesehen von Industriellen, dasselbe thun werden. Das Centrum könne in einer Auflösung des Reichstages nur ein willkommenes Ereigniß erblicken. Dresden, 10. Februar. Dem heute früh ausgegebenen Bulletin zufolge hat der König den gestrigen Tag gut verbracht. Der Schlaf in der Nacht war ungestört, alle Erscheinungen lassen annehmen, daß keine Blutung stattgefunden hat. Vierteljähriger Aöonncmenlspreis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogcw 2 Mark 60 Pfg. Redaction, Lxpedilioir und Druckerei: £ I ermäßigt werben und daß fein neuer, die Einfuhr zur See I begünstigender Unterscheibungszoll eingeführt werden darf. Deutschland behält sich vor, für Salz, gesägte Blöcke, grobe Steinmetzarbeiten und rohe Schieferplatten, die gegenwärtigen ; I Unterschiede zwischen den Seezöllen unb ben Landzöllen be« I stehen zu lassen. Die Transiterzeugnisse sollen bei dem Eingang in bas Gebiet des anberen Theiles ebenso behanbelt werden, als ob sie aus dem Ursprungsland birect eingeführt , würben. Bei ben Zollzahlungen werben deutsche i Golbmünzen angenommen und zwar als Gegenwerth für 1000 Mk. 308 Ri bei Gold. Besondere Verein jr lin* 5 lt) odmWi" ™ loir, ««!'"' ftÄ Sgst- niifrci«' t Abends 8 Nea lh»e8be^nk* ekn,tglieie^\nea Äifa. 9tblneunetn Qn Deutscher Reichstag. 46. Sitzung. Samstag den 10. Februar 1894. Die Beraihung des Postetats wird fortgesetzt. Die Commission bat die beantragte Verwandlung der einen der drei Dtreciorst.llen (mit 15 000 Ml. Gehalt) in eine Unietstaats- feccetä'stelle (mit 20 000 Mk.) gestrichen. Abg. Müller -Sagan (sts. Dolksp.): Unter den Post- Assistenten herrscht große Gah.ung und h“juhubyi^ daß ihnen die Secretär-Carriere verschlossen ist. Der Umstand, daß so häufig Assistenten vertretungSwnse als Secretäre arbeiten, bewttst, daß sie dieser Stellung gewachsen sind. Dazu kommt noch die lw- gleichheit, daß den Milttäranwärtern unter den Assistenten das Aws- ?ückm in-Secretärstellen gestattet ist, allen anderm Assistenten nicht. Nicht der Post-Assistentmverband ist die Ursache der Unzusriedenhett, vielmehr bat diese Unzufriedenheit erst zur Begründung des Verbände« aefübrt Der Verband verdient wohlwollende Berückychligung; statt besten wird von der Verwaltung kein Mittel unversucht getanen, den Verband zu vernichten. . Ada. v. Kardorff (Rp.) constatirt Schönlank gegenüber, Deutschland könne froh sein, einen solchen Ches der Postverwaltmrg zu besitzen, wie Stephan. Derselbe finde tm ganzen Auslande An- ^^abfl.' Groeber (Str.) erblickt tn der Unterstaatssecretär-Frage keine OrgantsattonS-, sondern nur eine Gehaltserhöhungs-Frage un» empfiehlt Ablehnung der mehrgeforderten 5000 Mk., ebenso auch Ablehnung ber von der Commisston gebilligten Umwandlung der Stelle eines Hilfsarbeiters tn die eines Vortragenden RatheS, «r beim Reichspostamt ohnehin schon in VerhLltntß zur Zahl der Hilfsarbeiter viel mehr Vortragende Röthe angestellt setm, als bei andern Retchsoerwaliungen, z. B. beim Retchsamt be3 .jnnern. Staatsbcrrtär v. Stephan: Wenn auch die Ablehnung der Uciterstaaiss.c etärstell- nicht gegen meine Ver'on geht, so Horen wtr. wie in der Iphigenie Thoas „aus Allem nur das Nein . ES handelt. Mbiioiwifl toS °uch MSdch «nnen bt" tt ern ro»ben durch ft„Äcau °°n Stau stckichenL^E EP Ws y-1343 an -tstu. iesso^ rtttntn fletufli. M orfl Philipp 8aU. n hiesiges Äetreide- ür sofort ob. Chttn t guter ediulbUbnna untre X. 1 .100 , vl. erdeten. rling kolonial waaten-WM L&jffr [- Zürschchen arbeit gesucht- sMrJun-e tamFunttr jungen die ,binderet Bekanntmachuna. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach S 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpretfe, einschließlich eine« Aufschlags von Fünf vom Hundett, pro Monat Januar 1894 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 kg betragen; Hafer JC. 18.40, Heu Jt 13.70, Stroh JL 8.40. Gießen, den 10. Februar 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Nr. 5 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 6. d. MtS., enthält: (Nr. 2144) Bekanntmachung, betreffend Vereinbarung erleichternder Vorschriften für den wechselseitigen Verkehr zwischen den Eisenbahnen Deutschlands, der Niederlande, Oesterreichs und Ungarns, sowie der Schweiz, und für den wechselseitigen Verkehr zwischen den Eisenbahnen Deutschlands und der Schweiz, rücksichtlich der nach dem internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahnsrachtoerkehr vom 14. October 1890 (Reichs-Gesetzblatt von 1892, S. 793 ff.) von der Beförderung ausgeschlossenen oder bedingungsweise zugelassenen Gegenstände. Vom 29. Januar 1894. Gießen, am 10. Februar 1894. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. sich hier in der That nicht nur um eine Gehaltssrage, wenn man auch sagt, wir sehen in diesem Falle mehr aus daS Geld, als auf die gute Behandlung. (Heiterkeit.) Es handelt sich hier um eine Organtsationsfrage- der Unterstaalssecretär soll den Ehef in der Leitung der Geschäfte unterstützen und die Entscheidungen oor bereiten. Wir wollen keine Zersplitterung, ich will vielmehr die Synthesis, da« Deduclioe, das Centraltsiren. Wenn einmal ein Vacuum eintritt, was dann, wenn nicht ein Unterstaatssecrelär da ist? Ich sage damit nicht, dah nur der Unterstaatssecrelär der Nachfolger des Staatssecretärs werden muß. Dieser kann ja aus der Mitte der verehrten Herren genommen werden. Redner gibt dann ein Bild des gestiegenen Umfanges der Post- und Telegraphenverwaltung. Dazu komme die ihm seit 1877 unterstellte ReichSdruckerei .und seit 18Ä) das Fernsprechwesen. Später seien seiner Verwaltung auch.dte Arbeiten aus Anlaß der socialpoltttschen Gesetzgebung aufgehalst worden. Und endlich sei der umfangreiche Mechanismus mit den Colonien einschließlich des Postdampfschtsfwesens dazu getreten. Dre Post ist jetzt ein großes internationales Culturtnstttut und zugleich ein großes Bankinstitut. Die Zahl der Postanweisungen ist so gewachsen, daß der Jahresumsatz 6 Milliarden beträgt. Erst heute früh habe ich wieder einen Vertrag über den Postanweisungsverkehr mit Neu-Süd-Wales abgeschlossen. Das Alles zu beherrschen, ist feine leichte Aufgabe. Irgend welche persönliche Rücksichten sprechen hier nicht mit, sondern nur sachliche Rücksichten auf den Verkehr. Abg. v. Leipziger (cons.) erklärt sich Namens seiner Freunde gegen den Unterstaatssecretär. Die Bewilligung desselben könne ganz gut noch um ein Jahr verschoben werden. Abg. v. Karborff (Rp.) spricht sich in demselben Sinne aus. Jetzt müßten sich alle Gewerbtretbenden durchschlagen, auch die Landwtrthe, und da müffe man dasselbe auch von den hohen Beamten »erlangen. Eine Personaloermehrung würden seine Freunde bewilligt haben, um eine solche aber handle es sich nicht. Abg. Schmidt-Sagan (frs. Dolksp.) erklärt, durch das vom Staatssecrelär vorgeführte Blendwerk nicht überzeugt zu sein. Staatösecretär v. Stephan verwahrt sich gegen dm Ausdruck Blendwerk. Der Unterstaatssecretär wird einstimmig abgelehnt. Abgelehnt wird ferner gegen die Stimmen der Rechten und der Nationalliberalen die Erhöhung der Z-rhl der Vortragenden Räthc von 19 auf 20 durch Ernennung eines Hülfsarbeiters zum Vortragenden Rath. Bei der Position für die Geheim-Secreläre wird die von der Commission vorgeschlagene Resolution debattirt: „bei der Aufstellung des nächsten Etats für die Berechnung der Gehälter der mittleren Beamten der Post- und Telegraphenverwaltung das System der Dtenstalterszulagen durchführen und auch für die Unterbeamten die baldige Durchführung in Aussicht zu nehmen, so zwar, daß für dieselben eine Schädigung gegen die bisherigen Bezüge nicht eintritt." Abg. Singer (Soc.) befürwortet die Resolution und verlangt eine gesetzliche Regelung der Anstellung der Beamten für das ganze deulsche Reich. So lange im Gebiet der Postverwaltung die Anstellung der Beamten von der Laune und Willkür der Vorgesetzten abhängig sei, halten auch die Alterszulagen keine Bedeutung. (Vice- präsident Dr. Bürcklin rügt diese Aeußerung.) Wir haben es ja in der Commission gehört, daß die Bewilligung der Gehaltszulagen blos calculatorische Arbeit ist. Die Verwaltung will gefügige Leute haben, dazu bedarf sie der Hungerpeitsche. Die Leute sitzen wie der Vogel auf dem Dache und werden politisch überwacht. Wir wollen die Beamten aus diesem Verhältniß erlösen, sie sollen nicht außerdienstlich überwacht weiden. Sic sollen sich allerdings auch außerdienstlich betragen und nicht jede Nacht im Rinnstein liegen, aber ihr politisches Verhalten geht die Verwaltung nichts an. Vicepräsident Dr. Bürcklin ruft Singer wegen der „Hunger- peitsche" zur Ordnung. Geh. Rath Naumann: Die Stellung der Unterbeamten hat sich gegen früher erheblich gebessert. Zahlreiche Unterbeamten rücken nicht erst nach Jahren, sondern schon nach 6 oder 9 Monaten in höhere Gehalttzklassen auf. Nach Einsührtmg der Dtenstalterszulagen würden die Leute später als heute die Gehaltserhöhung beziehen. Der Erhöhung der sämmtlichen Mindestgehälter steht z. B. die Finanzlage entgegen. Abg. Dr. Müller-Sagan (frs. Volksp.): Liege der Postverwaltung ernstlich an der Widerlegung des Vorwurfs der Willkür und Laune, so bieten die Altersstufen die beste Gelegenheit dazu. Geb. Rath Dr. Fischer: Um die Alterszulagen nach dem Wunsch oer Socialdemokraten zu gestalten, sind Millionen erforderlich. Die Socialdemokraten können leicht solche Forderungen stellen; sie stimmen gegen den ganzen Etat, ziehen also ihre Wechsel auf andere Fractronen. Die Beamten werden nicht nach Laune und Willkür, sondern ganz nach bestimmten Grundsätzen behandelt, deren Innehaltung der Rechnungsbos streng controlltrt Jede Verletzung wird monirt. Die in der Debatte vorgeschlagene Versetzung der Unterbeamten würde diesen wenig angenehm sein. Wir tbäten den Li- thauern keinen Gefallen, wenn wir sie nach demRhein versetzten. (Beifall.) Abg. Gröber (Cent.) bestreitet den Socialdemokraten das Recht, hier auslchlteßlich im Namen der Postbeamten zu sprechen. Das Centrum habe alljährlich die in der Resolution enthaltene Forderung vertreten. Abg. Bebel (Soc.): In der Budgetcommission ist der Geh. Rath Aschenborn für die Alterszulagen der Unterbeamten eingetreten, sie müssen also wohl durchführbar sein. Der Hauptschade des jetzigen Systems ist die Forderung des Streberthums unter den Beamten. Nirgends find die G^Haltsverhältnisse so verworren, wie im Ressort der Post. Sowohl von Si cretären, wie von Postboten wird geklagt, daß sie nach 25jähriger Dienstzeit noch nicht das Maximalgehalt beziehen. Abg. Kar dorff (R.-P.) protestirt dagegen, daß die Socialdemokraten heute so thun, als ob sie die Dienstalterszulagen erfunden hätten. Es ist keine politische Kunst, neue Ausgaben verlangen und alle neuen Steuern ablehnen. (Rus: neue auf nothwendige Lebensbedürfnisse !) Sie mögen die Steuer legen wie sie wollen, der Arbeiter trägt immer seinen Theil. Schließlich wird die Resolution angenommen, ebenso das ganze iCapitel Centralverwaltung. Weilerberathung: Montag. Siebe», 12. Februar 1894. ** Concerlvereiu. Der Name Raoul Koczalski war es, der am gestrigen Sonntage ein ganz außerordentlich zahlreiches Publikum zu dem fünften Concert des Concert- vereins vereinigt hatte. Der Saal des Gesellschastsvereins war vollständig ausverkaust, ja, es haben diesmal gar nicht alle Wünsche nach Eintrittskarten erfüllt werden können. Man hatte vorher schon so viel Rühmenswerthes gehört von diesem Wunderkinde, welches es schon in seinem 6. oder 7. Lebensjahre bis zum Titel eines Hospianisten gebracht hatte, daß Jeder, der es irgend möglich machen konnte, sich diese Gelegenheit, die Leistungen des jugendlichen Künstlers persönlich zu bewundern, nicht entgehen lasten wollte. Wir glauben ohne Uebertreibung sagen zu können, daß gestern jeder Concertbesucher den Clubsaal nicht nur vollbefriedigt verlaffen hat, sondern daß sogar ein großer Theil der gehegten Erwartungen übertroffen worden ist. Die schon oft dagewesene Erscheinung, daß man in Folge übertriebener Lobeserhebungen seine Ansprüche zu hoch spannt und in Folge dessen den Concertsaal nicht mit der gewünschten Befriedigung verläßt, traf gestern nicht zu- man sah, hörte und staunte und fragte sich immer wieder aufs Neue, wie es möglich ist, daß ein Kind von 9 Jahren so vollendete Leistungen bieten kann. Raoul Koczalski ist in der That ein Wunderkind von ganz außergewöhnlicher Bedeutung. Es ist über ihn schon so viel geschrieben worden, daß Neues über fein Spiel und seine Auffassung zu bringen schier eine Unmöglichkeit ist. Wie überall, so erregte auch hier seine Technik, die ihn nicht nur Bach und Mozart in feinster Ausführung vortragen ließ, sondern bl? auch die Schwierigkeiten eines Chopin und Ltszt mit einer Staunen erregenden Sicherheit überwand, wohlverdiente Bewunderung. Was uns aber das Werthvollere und Bedeutendere an ihm zu sein scheint, und was ihn uns in erster Linie als Genie erscheinen läßt, welches den eigenen Eingebungen und nicht der Dressur eines Lehrmeisters folgt, ist die geistvolle Wiedergabe der verschiedenartigsten Tonstücke, die allen Anforderungen der verschiedenen Compouisten in vollem Maße gerecht wird. Welche von seinen gestrigen Leistungen als die beste anzusehen ist, dürfte bei ber Vielseitigkeit bes Programms schwer zu entscheiben sein. Uns schien es, als ob ber Geist ber Chopin'schen Tonbichtungen ihm am meisten zusagte. Die eigenen Compositlonen bes kleinen Raoul, von benen er zwei zu Gehör brachte, bestätigten seine hohe Begabung auf bas Glänzendste. Mancher erwachsene Componist könnte sich an bleien Kinbeslelstungen ein Beispiel nehmen. Daß jebem einzelnen seiner Vorträge ein rauschender Beifall folgte, bedarf nach dem oben Gesagten kaum einer Erwähnung. Jeder Besucher des gestrigen Concertes wird stets mit Vergnügen an Raoul Koczalski zurückdenken, den auch von hier die besten Wünsche auf seiner weiteren Künstlerlaufbahn begleiten und den wir hoffentlich recht bald, wenn nicht im Concertvereln, dann vielleicht in einem von Herrn Challier arrangtrten Concert wieder tu unseren Mauern begrüßen dürfen. Z. Neues Theater. „Kolossaler Lacherfolg" war die Devise des gestrigen Theaterzettels. Und mit gutem Recht, denn das neueste Stück von Laufs und Jakoby „Der ungläubige Thomas" ist in der That danach angethan, eine derartige Zwerchfell erschütternde Wirkung auf sein Publikum auszuüben. Der Rentner Ignaz Döll, ein für sein Alter noch etwas sehr lebemännisch angelegter Greis, ist entrüstet darüber, daß seine Familie dem Spiritismus huldigt, von dem dieselbe Kenntniß durch seinen Neffen, den Conserva- toristen Wenglein, erhalten hat. Dieser hält, unterstützt durch Dölls Hausarzt, täglich Sitzungen ab, die den Hausherrn der Verzweiflung nahe bringen. Seine letzte Hoffnung hat er auf die Ankunst seines Vetters, des Privatgelehrten Dr. Püschel gesetzt, doch auch diese wird zu Schanden, denn jener entpuppt sich bald ebenfalls als glühender Anhänger der neuen Wissenschaft. Als Alles nichts nutzt, beschließt Döll ein Gewaltmittel anzuwenden. Er läßt sich scheinbar hypnotisiren und darauf suggeriren, er habe alles Frühere vergessen. Erwecken läßt er sich jedoch ans diesem Zustande nicht, sondern geht fort Und amüsirt sich auss Beste, während seine Familie zu Hause sich bald zu Tod ängstigt über ihn, den man für nichts verantwortlich machen kann, da er ja nicht normalen Sinnes ist. So dupirt Döll Alle, was natürlich zu den drolligsten Scenen Anlaß gibt. Nur der Hausarzt erkennt den Betrug, er zwingt durch allerlei Listen und Gewaltmittel den Hausherrn, die Comödie sein zu lassen und trotzt ihm sogar so seine Tochter ab, die jener dem „unausstehlichen Doctor" beharrlich verweigert hatte. — Dies ist in kurzen Zügen der Inhalt des Stückes, welches in seiner Anlage nicht so toll und gewagt ist, wie die andre jüngste Schwank Novität „CharUys Tante", das jedoch in seiner drastischen Wirkung jener nicht viel nachsteht. Die Wiedergabe war im Ganzen recht zufriedenstellend. Herr Director Reiners machte aus dem „Rentner Döll" ein wahres Prachtstück herzerfreuender Komik. Die für den Spiritismus begeisterte Hausfrau war durch Frau Wehn recht passend vertreten. Der „Schwager Krugebauer" (Herr Hendel) benahm sich etwas arg ungeniert. Herr Stückel („Wenglein") und Herr Reiff („Wagner") waren ebenso wie Herr Niemeier („Püschel") recht gut, nur saßen bet letzterem die allerdings sehr langatmigen Explikationen nicht vollkommen, was jedoch der sonst recht tüchtigen Leistung keinen Eintrag that. — Das Haus war gut besucht und spendete reichen Beifall. — Auch die Nachmittagsvorstellung „Max und Moritz" nahm einen sehr animirten Verlauf. Das Stück ist von Leopold Günther nach dem bekannten Busch'schen Bilderbogen arrangirt und übt einen mächtigen Reiz auf die Lachmuskeln der Kleinen aus. Das Theater war bei der Aufführung überfüllt. ** Juristisches. In der am Dienstag den 13. d. Mts. stattfindenden Sitzung des Vereins für Ausbildung der Ge- richts-Accessisten wird Herr Landgerichts-Dlrector Wiener einen Vortrag über die Zw a ngsvollstreckung halten. •* Postpersonal - Nachrichten. Dem Postsecretär Raab in Darmstadt ist eine Ober-Postsecretärstelle, zunächst probeweise, übertragen worden. Versetzt sind der Postsecretär Frank von Mannheim nach Darmstadt und der Postassistent Schliephacke von Frankfurt (Main) nach Grünberg (Hessen). Der Postmeister Nispel in Nidda ist gestorben. ** Sachbeschädigung. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden durch rohe Hände in mehreren Straßen der Stadt eine größere Anzahl Thürdrücker gewaltmäßig abgebrochen. ** Der Gelreldemarkt. Die lustlose Haltung des Getreidemarktes hat durch die Thatsache, daß der deutsch-russische Handelsvertrag nunmehr bis auf die Formalien abgeschlossen ist, begreiflicherweise keine Verminderung erfahren. Zwar ist zunächst nur der auf die Einfuhr nach Rußland bezügliche Theil des deutsch-russischen Zolltarifs veröffentlicht worden, aber die weitgehenden Concessionen Rußlands für den Handel und die Industrie Deutschlands, welche dessen neuen Ziffern bedeuten, gestatten den Schluß auf erhebliche Gegen- zugeständnisse Deutschlands an seinen russischen Partner. Selbstverständlich können dieselben in ber Hauptsache nur nach ber Richtung einer Ermäßigung der deutschen Getrcidezölle hin liegen; daß der einheimische Getreidemarkt aus einer solchen Lage der Dinge keine Anregung zu schöpfen vermag, bedarf nicht erst der Beweisführung. Es notirten an der Berliner Productenbörse: Weizen per 1000 Kilogramm 135—147 Mk., Roggen 119—127 Mk., Hafer 135—175 Mk., Gerste 107 Mk. bis 180 Mk. • • Militär > Reclamatiouen betreffeud. Da sich an die jetzt stattfindenden Anmeldungen der Militärpflichtigen zur Stammrolle die Aufnahme der Reclamationen anschließt, wollen wir hiermit auf die diesbezüglichen Bestimmungen Hinweisen: Es dürfen zurückgestellt bezw. von der activen Militärpflicht entbunden werden: 1. Die einzigen Ernährer hülflsloser Familien, erwerbsunfähiger Eltern, Großeltern oder Geschwister. — Bezieht indeß die Familie Armenunterstützung, so darf in der Regel eine Berücksichtigung nicht ein- treten. 2. Der Sohn eines zur Arbeit und Aussicht unfähigen Grundbesitzers, Pächters ober Gewerbetreibenden, wenn dieser Sohn dessen einzige und unentbehrliche Stütze zur wirthschaftlichen Erhaltung des Besitzes, der Pachtung ober bes Gewerbes ist. 3. Der nächstälteste Bruder eines vor dem Feinde gebliebenen ober an den Wunden verstorbenen, ober infolge berfelben erwerbsunfähig gewordenen Soldaten, sofern durch die Zurückstellung den Angehörigen des letzteren eine wesentliche Erleichterung gewährt werden kann. 4. Militärpflichtige, welchen der Besitz ober die Pachtung von Grundstücken durch Erbschaft oder Vermächtniß zugefallen, sofern ihr Lebensunterhalt auf deren Bewirthschaftung angewiesen und die wirthschaftltche Erhaltung des Besitzes ober die Pachtung auf andere Weise nicht zu ermöglichen ist. 5. Inhaber von Fabriken und anderen gewerblichen Anlagen, in welchen mehrere Arbeiter beschäftigt sind, sofern der Betrieb ihnen erst innerhalb des dem Militärpflichtjahre voraus- gehenden Jahres durch Erbschaft oder Vermächtniß zugefallen und deren wirthschaftliche Erhaltung auf andere Weise nicht möglich ist. Können zwei arbeitsfähige Ernährer hülflsloser Familien, erwerbsunfähiger Eltern rc. nicht gleichzeitig entbehrt werden, so ist einer von ihnen zurückzustellen, bis der andere entlassen wird. Wird die Zurückstellung eines Militärpflichtigen in Antrag gebracht, weil dieser als die einzige Stütze seiner Eltern ober Angehörigen zu betrachten ist, indem ein anderer zur Unterstützung derselben Verpflichteter sich dieser Pflicht entzieht, ausgewandert ist, oder eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen hat, so ist der Antrag auf Zurückstellung des ersteren in ber Regel als unbegründet zu betrachten. Auch ist die Recamation zu verwerfen, sofern bereits ein anderer zur Unterstützung Verpflichteter von der activen Militärpflicht im Reclamationswege entbunden worden ist und dieser sich der Unterstützungspflicht entzieht oder durch eingetretene Verhältnisse, eigene Familie rc. zur Uliterstützuug nicht mehr in der Lage ist. Sind verheirathete Brüder vorhanden, welche zur Zeit der endgültigen Entscheidung über den Militärpflichtigen noch nicht 26 Jahre alt und durch ihren eigenen Hausstand außer Stand gesetzt sind, reclmnirenbe Eltern zu unterstützen, so gelten diese als frühzeitig ver- heirathet, und finden in diesen Fällen die Reclamanonen keine Berücksichtigung. Dagegen geben vorhandene Brüder, welche als Capitulanten im stehenden Heere dienen, keinen Grund ab zur Abweisung einer Reclamation. —Reclamationen (Anträge auf Zurückstellung bezw. Befreiung von der Aushebung in Berücksichtigung bürgerl cher Verhältnisse) sind bezüglich alle" Militärpflichtigen, auch der Einjährig-Freiwilligen,, vor dem Musterungsgeschäft, spätestens aber im Musterungs- Termine anzubringen- nach der Musterung angebrachte Reclamationen werden nur dann berücksichtigt, wenn die Veranlassung zu denselben erst nach Beendigung des Musterungsgeschäfts entstanden ist. vermischtes. * Frankfurt a. M , 10. Februar. Das Futter bep or ber hiesigen Pferdebahn-Gesellschaft steht in Flammen. Der Schaben dürfte bedeutend werden, da bereits 25,000 Gtr, Heu im Werthe von 100,000 Mk. verbrannt sind. — Die Feuersbrunst wurde, wie die „Franks. Ztg." meldet, von einem zehnjährigen, also noch nicht ftrafmünbigen Jungen verursacht. Der muthwillige Bube warf, so erzählen andere Kinder, die vorher mit ihm auf der Mörfelder Landstraße spielten, ein brennendes Schwefelholz in das Gebäude mit den Worten: „Ich muß einmal sehen, wie das Heu brennt V* * Mannheim, 10 Februar. Das Bank- und Wechselgeschäft von Gebrüder Nadenheim hier mußte infolge großer Verluste bei dem Maas'schen Fallissement seine Zahlungen einfteden. Ludwig Nadenheim, welcher der alleinige. Inhaber der Firma war, ist geflüchtet. * Bochum, 11. Februar. In der hiesigen Gußstahlfabrik fand heule Vormittag Uljr eine heftige Explosion des zu den Stahlschmelzen führenden Gascanals statt, bei welcher ein die Aufsicht ausübender Vorarbeiter ums Leben kam. Außer einer mehrtägigen Betriebsstörung der betreffenden Werkstätte ist ein erheblicher Schaden nicht ent- 'tanden. * Berlin, 11. Februar. Infolge des heute Nacht stark wüthenden Sturmes wurde die rechte Seite des Daches vom Stettiner Bahnhose, sowie der Schornstein losgerissen und auf die Dienstwohnung des Stationsvorstehers Ziekursch geschleudert und zwar mit solcher Wucht, daß der Bodenraum und die Zimmerdecke der letzteren durchbrochen wurde. Der Stationsvorsteher Ziekursch selbst, der in feiner Wohnung anwesend war, erlitt durch das herabfallende Gebälk einen Bruch des rechten Unterarmes, sowie eine nicht unbedeutende Kopfverletzung. * Der Brautschleier hat einen Ehebund zerstört, der dieser Tage vor einem Standescnnte in Berlin geschloffen werden sollte. Als sich das Brautpaar zum Gange nach dem Standesamte rüstete, fiel es der Braut Plötzlich ein, daß ihr ein „Brautschleier" fehle. Sie verlangte, daß ihr zukünftiger ?Ut nach her 7°°' b-d°,I tu 147 Nk Ml 107 Ä Ä"*l« " btt «ttiiin Men Erväbrer "'M-"«« e Armenunler« R nicht em. lbtNd)t un- Kribrnden, 1 btt Pachte« 6 ^^uder eines ^verstorbenen, enen Soldaten, cn beS letzteren lttn- 4- Militär- n9 von Grund- ßcfötten, sosern N"8 angmiesen 'I^es oder die ien ifl. 5. >. en Anlagen, in ■rn her ^Betrieb kjahre borauS- tniß zugesallcn ere Weise nicht iM hülstSloser gleichzeitig em- Wen, bis der tg eines Militär- als die einzige । betrachten ist, ien Verpflichteter oder eine längere Antrag aus Zuunbegründet zu mversen, sosern iichteter von der entbunden worden itzieht oder durch zur Unterstützung ihere Brüder vor- Inischei^ng über ? alt unb burd) ab, rtclamirenbe । srühzeirig ver- x ReeiLMtwuen chandene Brüder, re dienen, keinen —Reelauiationen ng von der Aus- hältnissc) sind be- jhrig-^reiwilligen, r im Msterungö- ingebrachte Recla- wenn die Beran- des Musterungs- j8 Futterdepor . u Flammen- bereits 25,MSn- annt sind. - 2tc atg." meldet, von ndigen JWen ver' s. erzählen andere orfelbtr Sianbjtme bat Gebäude m t das Heu brennt. et muBti iemtnt (eine 8«' cher dir bietan s-1«t s?** °°L **** Ä? Herr Gemahl ihr sofort einen solchen herbeihole. DaS paßte dem nun wieder nicht; er sagte vielmehr einige nicht sehr milde Worte über dieses „überflüssige Möbel". Darob ent* stand ein derart hestigerIZank, daß der Bräutigam voller Zorn seiner Wege ging und auS der Trauung nichts wurde, «m nächsten Tage „entlobten" sich die Liebenden wieder — und das alles wegen des fehlenden Brautschleiers. ♦ Freiberg i. 6., 8. Februar. Auf welche Weise unter Umständen mit sehr geringen Kosten für eine Stadt die Wohlthat eines Schwimmbades geschaffen werden kann, zeigt nach den „Bl. f. soc. Prax." der BerwaltungSbericht des StadtrathS zu Freiberg i. S. für 1891 und 1892. ES heißt darin: „Auf Anregung der Verwaltung des GaS- und Wasserwerkes und auf Vorschlag deS Ausschusses für dasselbe beschloß der Rath mit Zustimmung der Stadtverordneten im Oktober 1892, einen am Eingänge der Gasanstalt befindlichen, entbehrlich gewordenen Gasometer von 460 Cbm. Inhalt in ein Schwimmbad umzubauen und die mit zusammen zu 9000 Mk. veranschlagten Einrichtungskosten auf die Gas« anstaltSkasse zu Übernehmen. Die Ausführung dieser Beschlüsse wurde einem Sonderausschüsse Übertragen. Die Eröffnung des BadeS konnte am 6. April 1893 erfolgen. Das Schwimmbassin hat einen Durchmesser von 10,65 Meter unb ist durch t u Seil in zwei Abkhetlungen für Schwimmer und Nichtschwimmer von 2 Meter, bezw. 70 Cm. Wassertiese ge- theilt. Dasselbe kann täglich durch 150 Cbm. Wasser der Brauchwasserlettung gespeist werden. Die Erwärmung des WasserS erfolgt durch Benutzung der vou der Rauchkammer der Gasanstalt abziehenden Gase in einer Heizrohrspirale von 140 Meter Länge. Um das Bassin herum befinden sich hinter einem Rundgang 12 AuSkleidezellen, ein Reinigungsraum mit Douche, sowie ein Warte, und Abkühlungsraum. Die darüber befindliche Gallerie (ohne Zöllen) kann gleichfalls zum Aus kleiden benutzt werden. Die Erwärmung der Räume ge- schktht durch Benutzung der abgehenden Dämpfe auS der Gasanstalt. Der Beiuch deS Bades in der Zeit vom 6. April bis 15. Mai 1893 betrug 2209 Personen." Hier ist an einem praktischen Beisp ele gezeigt, was mit geschickter Benutzung vorhandener Hilfsmittel ohne großen Kostenaufwand für die Hygiene einer Stadtbevölkerung geleistet werden kann. * Znm Todesjahr des Königs Gambrinus. Heuer sind eS, wie die „Gartenlaube" in ihrer soeben erschienenen Nummer 4 berichtet, 600 Jahre, daß Johann I., Herzog von Brabant, das Urbild des Königs Gambrinus, gestorben ist. Die VolkSsage schreibt bekanntlich die Erfindung des BiereS einem flandrischen Köwg Gambrinus zu. Die Entstehung dieser Sage verlegen die Geschichtssorscher in das 13. Jahrhundert n. Ehr. Damals regierte Johann 1. als Herzog von Brabant, in der Volkssprache hieß er Jan und lateinisch nannte man ihn Jan primus. Er war ein Schutzherr der Gewerbe und ließ sich auch bewegen, den Ehrenvorsitz der Brüsseler Brauergilde zu übernehmen. Die dankbaren Brauer Spttlplan Ott otteinigten Frankfurter Älaüttheatet Opernhaus. Dienstag den 13. Februar: Lohengrin. Mittwoch den 14. Februar: Zigeunerbaron. Donnerstag den 15. Februar: Oberon. Freitag den 16. Februar geschlossen. SamStag den 17. Februar: Der Wildschütz. Sonntag den 18. Februar: Lohengrin. Schauspielhaus. Dienstag den 13. Februar: Sodoms Ende. Mittwoch den 14 Februar: Durchs Ohr. Der ungläubige Thomas. haben infolgedessen in ihrem JnnungSsaale sein Bildniß aus- gehängt, auf welchem der Herzog mit einem schäumenden Bierpocale in der Hand dargestellt wurde. Jan primus wurde nun als der Schutzherr des BtereS gefeiert, um fo mehr, als um jene Zeit das Bier in den Weinbauern starke Gegner hatte und vielerorts zum ersten Male die Biersteuer eingeführt wurde. Aus Jan primus wurde das Wort GambrinuS, auS dem Herzog ein König, dem man nicht nur die Beschirmung, sondern auch die Erfindung deS Bieres zuschrieb. Jan primus, das Urbild des GambrinuS, starb ge» ; rade vor 600 Jahren, im Jahre 1294. Der Todestag ist i uns nicht bekannt. — Wir möchten Freunde deS BiereS auf dieses Jubiläum aufmerksam machen- eS bietet ja Gelegenheit, dem verdienten Fürsten ein stilles Glas zu weiden. £cbiffsiiad>rid?tctt des Nordd. Cloyfc. In Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 10. -bruar. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Trave, Eapiiän R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. Januar von Bremen und am 31. Januar von Southampton abgegangen war, ist gestern, 7 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Bei der Redaction eingegangene Bücher re.: — Körners Ideale, Deutsche Frauengeyatte« an» deS Dichter» Lede« und Lieder« von Hans vobenfeld. MU einem Begleitwort von Hermann Lingg. 48 Setten 8° broch. 1.25 Mk., eleg. geb. 2 Mk.________________________________ Verkehr, Land- nnd VoLkswirthschaft. »rüubera, 10. Februar. Fruchtpreise. Weizen X 14,80, Korn X 14,00, Gerste X 14,00, Hafer X 17,00, Erbsen J£23,00, Linsen 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 00,00, Samen X 00,00. — Ziegenzucht. Die in Deutschland vielfach vernachlässigte Ziegenzucht hat zuerst im Großherzogthum Hessen wieder bessere Pflege gefunden. Es haben sich daselbst „Ztegenzuchtvereine" gebildet, die aus der Schweiz Böcke und Mutterthtere guter Rasse ein- sühren. Am besten hat sich die ungehörnte weiße Sennenziege bewährt. Was eine gute Milchziege zu leisten vermag, das erhellt aus einem der Gemeinde Pfungstadt mitgetheilten Beispiel. Dort hatte eine Ziege, die am 13. April v. I. geworfen, in der zweiten Woche darauf durchschnittlich 6'« Liter täglich, am 23. October aber immer noch 5Vz Liter Milch gegeben, gewiß eine erstaunliche Leistungsfähigkeit. ES wäre darum zu wünschen, daß auch im übrigen Deutschland wieder mehr Eifer aus die Ziegenzucht verwandt würde. Donnerstag den 15. Februar: CbarleyS Tante. Berber: Millionär a. D. Freitag den 16. Februar: Die KarlSschüler. SamStag den 17. Februar: Die Schwestern. Sonntag den 18. Februar, Nachmittags 3V, Uhr: EHarleyS Tante. Abends 7 Uhr: Die Bekehrung. Hierauf: Ein unbarmherziger Freund. Dann: Ein feiner Diplomat. Zum Schluß: Eine Partie Piquet. kirchliche Anzeigen -er evang. Gemeinde. Bibelstunde am Montag den 12. Februar, Abends 8 Uhr, im Confirmandensaal der Johanneskirche- Marcus, Cap 11, von VerS 11 an: DeS Herrn heiliger Eifer im Tempel und der bergeversetzende Glaube. Pfarrer Dr. Naumann 2. Passionsandacht am Mittwoch den 14. Februar, AbendS 6 Uhr. Pfarrer Dingel dry. Am Sonntag den 18. Februar findet Beichte und heiliges Abendmahl für LukaS- und Johannes gemeinde im Vor« mtttagsgotteSdienst statt. Briefkasten. Abonnent A. H. hier. Obgleich wir annoyme Zuschriften sonst unbeachtet lassen, wollen wir Ihre Anfrage doch dahin b. antworten, daß ein Verein als solcher nur bann klagen kann, wenn ihm CorporationSrechte verliehen find. Red Jährlich circa 1200 Jllustrationrn aus allen Gebieten des Wissens. a Fünfter Jahrgang. Jährlich 24 Hefte. A Vermietpungcn. 1218] Ein kl. FamiUenlogis sofort zu vermiethen.___________Neustadt 33, IH 1221] Schön möbl. Zimmer billig zu vermiethen. Seltersweg 31. Vermischte Anzeigen. Für Schneider. Gute Arbeiter auf Groß- und Kleinsiück gesucht. [1227 W. Behrens, Wetzsteinstrabe 38 EL F. Nassauer. im 39. Lebensjahre. Giessen, 10. Februar 1894. Todes-Anzeige. (Statt jeder besonderen Anzeige.) Heute Nachmittag 6 Uhr verschied sanft nach langem, mit Geduld getragenem, schweren Leiden unsere liebe gute Gattin und Mutter Frau Marie liassauer, geb. Christ Faul Nassauer. Die Beerdigung findet Dienstag den 13. Februar, Nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Neuenweg 15, aus statt. i»» Professor Dr. Schwartz: Der Dichter Pindar Dank Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Montag den 12. Februar Beginn 8 Uhr. 1231 Köhler. 1230] AK»*- I Ducaten Engl. SooeretgnS | Rufs. Imperiales r'"c 4.16 4.19 16.25 16.21 16.24 16.20 60 80 75 100 80 120 130 50 70 65 90 70 100 120 oo oo 70 90 90 120 90 130 HO 80 Pf. 100 „ 120 „ 140 120 „ 140 „ 160 „ «eit 9.55 2035 16.6» Sitzung. Mittwoch, 14. Februar, Abends 6 Uhr, in der ! kleinen Aula- . Geldsorte«. Brief Geld mit guter Schulbildung. L Näheres bei der Exp. d. Bl.! Erfindung erzielten Nähere Auskunft durch A. M. Schutyos, Gießen, Ksidor Schulhof, Friedberg, Zulius Kart, Grünberg und Wilhelm Kcker, Berstadt. 1215 Zx Variete Mathias. 3g Restauration Schnell Norddeutscher Lloyd Bremen. Beste Reiseyelegenheit. Nack Newyork lubdjciulidj dreimal, davon zweimal mit Schnelldampfern. Borträge: 1) Herr Prof. Dr. Thaer: kleine Mittheilungen mit Demonstrationen. 2) Herr Prof. Dr. Hansen: liebet Chemo- tropismus bei Pilzen. 4, Druct uno jHrciay Muckern (Fr. Lbr. Bietsch) to Gießens Aie heutige Mmmer umfaßt 6 Seiten. Brief 9.60 fl. 20.4' 16.65 Todes Anzeige. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß unser einzig geliebtes Kind Mariechen nach schwerem Leiden heute Nacht um 2 Uhr im Alter von 3 Jahren sanft dem Herrn entschlafen ist. Gie ßen, den 12. Februar 1894. 1229 Die tieftrauernden Eltern: Jacob Weller und Frau, geb. Müller. Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 4*/2 Uhr vom Friedhof aus statt. X. ;u i) u ii 91 ii im „Salmftr ßof" am Sonntag den 18. Februar 1894, Nachm. 3 Uhr, betreffend den Forstschutz-Gesetzentwurf. Nachdem die Großh. Regierung wiederholt den Ständen einen Gc- setzentwurf, betreffend die Neuorganisation des Forftschutzes, vor- gelegt hat, erfordert es die Nothwendigkeit der Bertheidigung unserer alten Rechte, daß wir der Regierungsvorlage gegenüber Stellung nehmen. Ich erlaube mir deshalb — im Auftrag des hiesigen Ortsvorstandes — alle Herren Bürgermeister, Gemeinderäthe und Markvorstände der Provinz Oberhessen zu einer bezüglichen öffentlichen Besprechung in dm „Solmser Hof" zu Hungen zum Sonntag den 18. Februar 1894, Nachmittags 3 Uhr, ergebend und dringend emzuladen. Der Krisch. Siirgermeistkr m fangsiiorf. chebr. Schlager, Lahr i. Ii. Priimiirt auf sämmtlichen beschickten Ausstellungen. Hatentkellerei seit 1876. Danksagung. Für die in so reichem Maße bewiesene Teilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung unserer theuren unvergeßlichen Elisabeth Hambach 1232 sowie für die überaus zahlreichen Blumenspenden sagen Allen, insbesondere Herrn Pfarrer Schlosser für die erhebenden Trostworte während der Krankheit und am Grabe den tiefgefühltesten CourSdericht von E. Wasserschieben, Bankgeschäft Frankfurter Börse vom 12. Februar 1894. SchUchcssrie 1 Uhr 15 Min. 1228] Den Lesern zur Beachtung! Die heutige Ge sammt-Aufiage enthält eine Beilage „Weitere interessante Mittheilungen über die neueste Behandlung der Hautkrankheiten", welche Ausklärung giebt über die großartigen Resultate, welche viele hundert Aerzte mit der Flügge'schen । Erfindung erzielten. 20 Franken-St. 20 do. in Einnahme im Jahre 1892 . . „ 4,334,492.— Versicherungssumme im Jahre 1892 . „ 2,580,735,232.— Die Gesellschaft empfiehlt sich zum Abschluß von Feuerversicherungen, sowie Ansien- versicherungen gegen Feuersgefahr zu festen, billigen Prämien. Zur Ertheiluug von Auskunft ist jederzeit bereit 1069 dolf Bieler, Westanlage45. «aiserftiihler, mild und angenehm . zellcr, Ersatz für Nein« Bordeaux Affenthaler, desgleichen, gerbstossreich Preise ab Lahr, pro Liter in Leihgebinde; für ’/< Ltr. Fl. incl. Verpackung _______die 3 Preislagen rechts, «arantic für reine Traubenweiue. Vtadi V altimore mit Postdampfern wöchentlich einmal. Oceanfahrt mit Schnelldampfern C—7 Tage, mit Postdampfern ■» 9-10 Tage. Offeriren hierdurch, da wir nicht reifen lassen: -----Weistweine:----- Kaiserstühler, angenehmer Tischwein •••■*? Markgräfler, feiner Tafelwein.......bO Ortenauer, do. süß und kräftig 60 Durbacher, do. bouquetreich....... oü -----Rothweine:----- Neues Theater, Giessen.] Akademische Vvktkäge. 1*ienhtaff fden ^1.3Fruar; 13, MrUM), AbkNds 8 Uhk. iN bCt UNiVersitStsaula: Professor Dr. Schwartz: Der Dichter Pindar. '««betq: fest. 3 o6t — Frankfurter Bank-DtScont 3 pGt. Q 1226 Q aoooaQOQOOOQOoaDaQ 1*2111 Eine junge Frau (Wtttwe) empfiehlt sich im Waschen und Putzen rc. Rodheimerstraße 6 bei Burks Mühle. 1213] Für einen zuverlässigen verhei- ratbeten Mann wird ein Vertrauens» posten gesucht Kaution kann gestellt werden. Gefl Offert- erbittet man unter »Stelle* an die Exped- d. Bl 1225] Junger Mann, 25 Jahre alt, Soldat gewesen und vollständig militärfrei, firm in allen Comptoirarbeiten und in ersten Häusern Nord- und Süddeutschlands thatig gewesen, sucht unter bescheidensten ^Ansprüchen «omptoirstellung, gleichviel welcher Branche. Gefl. Offerten sub R. R. 200 an die Exped. d. Bl-__________________________ Eine in der bürgerlichen Küche tüchtige, an Reinlichkeit und Ordnung gewöhnte Köchin, welche geneigt ist, sich in der feineren Küche noch unterweisen zu lassen, gegen entsprechenden Lohn in ein besseres Haus ohne Kinder nach Offenbach gesucht. Nur solche wollen sich melden, die gute Zeugnisse aufzuweisen haben Anerbieten zn richten unter O 7391 an Rudolf Moffe Frankfurt a. M. 1180 1224] Ein j. Anstreicher, w auch alle gewöhn!. Malerarb. macht, sucht Umstde. halber z. s. weit- AuSbtlbg. in Gießen ob. Umgeg. per sofort ob fpaier Stellg Es w. weniger auf Lohn als auf g- Behanblg refl. Gefl Off, an bte Expeb. b. Bl. erb. 12101 Mehrere Küfergeselle« auf bauetnbe Arbeit gesucht von Küfermetster Kreiling _____________in Heuchelheim. 700] Eine hiesige Cigarren- sabrik sucht zu Ostern einen Lehrling* 3% Reichsanleihe 8Vt % do. 3% Preuß. Consol« 3Ve°/e bo. 86.55 101.45 86.55 101.70 40/0 Ung. Gold-Rente 50/0 Itat. Rmte 30/0 Portugtesm 4°/o Grtech. Monopol-Anl. 95.80 76.50 20.66 35.10 DiSconto-Eoinnumd^AMH. 180.10 Lomb. E^B^Act. 90.62 Darmstädter Bank-Act. 134.00 Buschtherader E^-B^Net. 369.12 Dresdener Bank-Net. 135.4” Elbthal-Bahn-Act. 202.60 Nordd. Lloyd-Act. 111.60 Gotthard-Bahn-Act. 151.80 Wiener Bankver^Aet 106 25 Schweizer Nordoft.-B.-Uct. 114 50 Oest. Eredtt-Act. 293.25 Mainzer E.-B.-Act. 112.90 Jtäl. MMeüneerbahs Act. 79.60 Marienburger E^B.-Lct. 72.70 Gelsen. «ergw^Act. 146.801 Der. KvnigS-Laur ah.^Nct. 112.50