LM4 Donnerstag den 12. Juli Erstes Blatt. Nr. 160 Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Hralisöeitage: Gießener Kamilienölätter Ainttichev Theil Bekanntmachung. Polizei-Verordnung, fünf Tagen. v. Gagern. Alle Annoncen-Bureaux des In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. unter Zustimmung des Kreisausschusies und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 15. Mai zu Nr. M.-J. 13,879 für die Provinzial-Hauptstadt Gießen verordnet wie folgt: Vierteljähriger A5onne«entsprei»r . 2 Mart 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redactiou, Expedition und Druckerei: Schutstraße ^ir.7. Fernsprecher 51. Bekanntmachung. Die nachstehende Polizeiverordnung bringen wir hiermit wiederholt zur öffentlichen Keuntniß. Gießen, den 11. Juli 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Tie Strike-Unruhen im Westen Nordamerikas. Das überaus düstere Gemälde von gewißen Zuständen und Berhälinissm in den Vereinigten Staaten, welches die W-ldung-n über di- Eisenbahnarbetter-Unruhen tm W-st-n d„ Union entrollte«, hat durch neuere Depeschen allerdings wieder eine Aufhellung erfahren. Denselben zufolge ist tu Betreffend: Die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums. Bekanntmachung. Der Ortsvorstand zu Nidda beabsichtigt mit dem am 10. September l. I. daselbst stattfindenden Herbstmarkt eine Verloosung von Vieh, landwirthschaftlichen Gerätschaften und sonstigen Gebrauchsgegenständen zu verbinden, um die Mittel zur Hebung der Viehzucht zu gewinnen. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 8000 Loose zu 0,50 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 60% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind, und zugleich den Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen gestattet. Gießen, den 6. Juli 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, .mit Ausnahme des Montags. Die Gießener AamikienVtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Betreffend: Die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums. Bekanntmachung. Das Gomite zur Abhaltung des Viehmarkts in Vilbel beabsichtigt mit dem am 22. August l. I. daselbst stattfindenden Markte eine Verloosung von Vieh- und Gebrauchsgegenständen zu verbinden, um die Mittel zur Prämiirung von Vieh zu gewinnen. ~ t _ n. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Ver- loosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 4000 Loose zu 1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 60% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gebrauchsgegenständen zu verwenden sind, und zugleich den Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen und dem Kreise Offenbach gestattet. Gießen, den 6. Juli 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreife, einschließlich eines Auf- schlags von Fünf vom Hundert pro Monat Juni für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 16,90, Heu Mk. 7,90, Stroh Mk. 6,60. Gießen, den 9. Juli 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Chicago, dem Ausgangspunkte der stattgefundenen Unruhen, und in der Umgebung die Ruhe beinahe wieder hergestellt, das regelmäßige Feuer, welches die nach Chicago gesandten Bundestruppen zuletzt auf die Meuterer eröffneten, soll die- selben ebenso eingeschüchtert haben, wie die Verhängung des Belagerungszustandes über Chicago seitens des Präsidenten Cleoeland. Auch aus zahlreichen anderen Punkten des west, ltchen Untonsgebietes wird die theilweise erfolgte Wiederaufnahme der Arbeit auf den Eisenbahnen gemeldet. Nur in San Franzisco ist die Lage noch recht kritisch, die Seesoldaten und Matrosen der dort ankernden amerikanischen Kriegsschiffe haben deßhalb Befehl erhalten, die Landeslruppen im Nothsalle zu unterstützen. ES scheint demnach, daß das nach längerem Zögern end- lich erfolgte energische und rücksichtslose Einschreiten der Bundesgewalt wenigstens den anarchistisch-revolutionären Zuständen, zu welchen sich der Strike der Eisenbahnbedienfteten im westlichen Unionsgebiete rasch entwickelt hatte, ein Ende gemacht und die öffentliche Ordnung nothdürftig wieder her- gestellt hat. Dennoch bleibt die Situation in jenem Theile der Vereinigten Staaten noch bedrohlich genug, denn die Ursache des gegenwärtigen Strikes der Eisenbahnbediensteten, die in Lohnsragen wurzelnden Differenzen zwischen der Pull- man-Gesellschafl und der in der Railway-Unton vereinigten mächtigen Genossenschaft der Eisenbahnarbeiter des amerikanischen Westens, ist noch Keineswegs beseitigt. Die Ver- einigung der Eisenbahnen weigern sich, in ein Schiedsgericht einzuwilligen, infolge dessen die Leiter der Railwah-Union beschlossen haben, den Generalstrike der Eisenbahnarbeiter zu prociamtren. Sollte der Beschluß thatsächlich zur Ausführung kommen, so würden 120,000 Arbeiter zum Feiern gezwungen werden; welche Folgen aber ein derartiger Riesenstrike nach sich ziehen würde, das ließe sich in Anbetracht der unter einem großen Theile der Arbeiterschaft der Vereinigten Staaten herrschenden Erregung und Verbitterung noch gar nicht übersehen. . Selbst wenn es jedoch noch gelingen sollte, eine Emtgung zwischen den Eisenbahngesellschaften und den Etsenbahnarbeitern des Westens zu erzielen und demnach hier eine Rückkehr zu normalen Verhältnissen zu ermöglichen, so bleiben die Vorgänge, welche sich soeben im Anschlüsse an den ursprünglichen Strike der Etsenbahnbediensteten in Chicago abgespielt haben, characteristisch genug für das große transatlantische Staats- wesen. Aus einer einfachen Arbeitseinstellung entwickelte sick mit unheimlicher Schnelligkeit eine völlig aufrührerische Be- wegung mit geradezu anarchistischem,Hintergründe, deren Flamme vom Michigansee bis zu den Gestaden des Stillen Oceans züngelt. Die Polizei an den Hauptpunkten der Be- wegung sieht sich zur völligen Ohnmacht verdammt, die zu Hilfe gerufenen Miliztruppen können theils ebenfalls nichts auSrichten, theils weigern sie sich sogar offen, gegen die Aufrührer vorzugehen, wie in Californien. Es bleibt also nichts übrig, als Bundesmilitär zur Wiederherstellung der Ruhe abzuschicken, aber diese Action ermangelt jeglichen Zusammenhanges zwischen der Bundesregierung in Washington und den Staatsbehörden, so daß die Meuterer rmmer kecker auftreten, bis endlich im letzten Moment die Energie des Präsidenten Cleveland ein rücksichtsloses Borgeben der Bundes- truppen und hiermit eine vorläufige Eindämmung der revo- luttonär-anarchistischen Emeute erreicht. Das sind an sich gewiß sehr beklagenswerthe, aber für die Verhältnisse m Nordamerika doch höchst characteristische Erscheinungen, sie deuten darauf hin, daß im „freien Lande der Sterne und Streifen" der Boden für eine sociale Revolution vielleicht noch mehr unterhöhlt ist als im „alten verrotteten Europa". Gießener Anzeiger Kmeral'-Mnzeiger. Deutscher Reich. Berlin, 10. Juli. Fürst Bismarck gedachte mit seiner Familie am Mittwoch von Friedrichsruh zunächst nach Schloß Schönhausen abzureisen, alsdann erfolgt die Weiterreise nach Varzin über Berlin. In Varzin wird der Altreichskanzler längere Zeit verweilen. — Der Bundesrath hat in seiner am Montag ab- gehaltenen Plenarsitzung den Reichstagsbeschluß, betr. die Aufhebung des Jesuitengesetzes, abgelehnt, dagegen den Antrag Bayerns auf Wiederzulassung des Redemptoristen-Ordens in Deutschland, genehmigt. Die betreffenden Beschlüsse des Bundesrathes sind dem Vernehmen nnch einstimmig gefaßt worden, so daß es in der Angelegenheit nicht erst zu der vielfach erwarteten „Kraftprobe" gekommen ist. Mit dieser Entscheidung des Bundesrathes ist demnach der Jesuitenantrag des Centrums vorläufig wieder begraben worden, aber in den Kreisen der führenden. Betreffend: Den Handelsvertrag mit Rumänien. Die beteiligten Kreise werden hiermit darauf aufmerk, sam gemacht, daß nach einer dem Kaiserl. Conful zu Bukarest Seitens des rumänischen Finanzministeriums ^ertheilten Aus- ..........Of kunft von den rumänischen Zollbehördeni bei teUeffenb die Benutzung der öffentlichen Brunnen und der Deutschland die Beibringung von Ursprungszeugntffen nicht t Quellwasserleitung in der Stadt Gießen, verlangt wird. @runb Art. 56 pos. 1 der Städteordnung wird Gießen, den 10. Juli 1894. hierdurch nach Anhörung der Stadtverordneten-Versammlung Großherzogliches Kreisamt Gießen. 1 --- ' - ~ ° ----- Die Benutzung der auf den öffentlichen Straßen und Plätzen ausgestellten Beutilbruuueu der städtischen Quell- wafferleitung ist nur für den gewöhnlichen Hausbedarf gestattet; jede weitergehende Entnahme von Waffer aus diesen Brunnen, insbesondere zu gewerblichen oder landwirthschaftlichen Zwecken, oder unter Verwendung von Schläuchen oder Fuhrwerken ist verboten. Gleiches Verbot kann nöthigenfalls vorübergehend auch für die öffentlichen Pumpbrunneu auf Veranlassung der Großh. Bürgermeificr-'i t'..~.. erben. Das Wasser aus allen öffentlichen Brnnneu barf nur mit reinen Zübern, Eimern unb kleineren Gefäßen entnommen werden. Ein unnützes Laufenlaffen der Ventilbrunnen ist verboten. Beim Wafferholen gebührt dem zuerst Kommenden für die Füllung höchstens zweier Gefäße der Vorzug. § 2. Jede Verunreinigung der öffentlichen Brunnen, sowie der zugehörigen Ständer, Schächte und Vorschächte, Ablaufsschalen, Tröge unb Rinnen, begleichen das Ausspülen, Ab- unb Auswaschen aller Art von Gegenstänben, sowie bas Waschen von Gemüse rc. unb bas Viehtränken an ben öffentlichen Brunnen ist untersagt, unbeschadet der Befugniß zur Entnahme von Waffer zu letzterem Zweck. Desgleichen sind verboten alle Handlungen beim Gebrauch der öffentlichen Brunnen, welche im Winter zu gefährlicher Eisbildung Anlaß geben können, ferner das Entleeren von I Waffer in die Schächte der Pumpbrunnen und in die Vor- | (ober Einlauf-)Schächte der Ventilbrunnen. | § 3. Die unbefugte Entziehung von Waffer aus der Quellwasserleitung, sowie jebe den Bestimmungen für den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Stabt Gießen wibersprechenbe Benutzung ber Wasserleitung ist verboten. Bei Brandausbruch in der Stadt sind alle Zapfstellen der Privatleitungen dis nach Bewältigung-des Feuers mög. lichst geschloffen zu halten. Während der Dauer außergewöhnlichen WaffermangelS kann durch Bekanntmachung Großh. Bürgermeisterei die Abgabe von Waffer aus der Wasserleitung im Allgemeinen auf gewisse Tagesstunden eingeschränkt unb im Einzelnen auf Veranlaffung Großh. Bürgermeisterei durch die unterzeichnete Behörde die Verwendung solchen Wassers seitens der Privaten zum Speisen von Springbrunnen, zum Besprengen von Gärten und Trottoirs, sowie zu gewerblichen Zwecken vorübergehend untersagt werden. § 4. Zuwiderhandlungen gegen die Polizei-Verordnung und die auf Grund derselben erlaßenen Verbote werden, sofern nicht höhere gesetzliche Strafen einzutreten haben, mit Geldstrafen bis zu 30 Mark, an bereu Stelle im Falle des Un- I vermögens Haft tritt, bestraft. § 5. Diese Polizei-Verordnung tritt alsbald in Kraft. Gießen, den 25. Mai 1893. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den «olgcndcn Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. v. Gagern.___ Gießen, den 10. Juli 1894. Betreffend: Das Landgestüt; insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler betr. Da8 Grotzherzogliche Kreisamt Gießen e* die Vrotzh. Bürgermeistereien des «reises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 20. Juni l. Js. — Anzeiger Nr. 142 — noch nicht nachgekommen sind, erinnern wir an Erledigung derselben binnen Centrumspolitiker dürfte man daS ablehnende Votum der erwähnten maßgebenden Körperschaft schwerlich sonderlich iragisch nehmen. Denn für das Centrum bedeutet es immerhin eine Genugthuung, daß wenigstens die Ordensthätigkeit der als dem Jesuitenorden verwandt geltenden Redemptoristen nunmehr wieder gestattet worden ist, so daß man diesen Bundesrathsbeschluß immerhin als eine erstmalige Durchlöcherung des Jesuitengesetzes betrachten könnte. Uebrigens soll der BundeSrath bet der Gelegenheit beschlossen haben, auch das gegen die „Weißen Väter" gerichtete Verbot wieder aufzuheben. Jedenfalls erscheint mit diesem principiellen Entscheid des Bundesrathes die Jesuitensrage als vorläufig beseitigt. — Die Aussichten auf eine noch zu erzielende handelspolitische Verständigung zwischen Deutschland und Spanien sind jetzt endgiltig geschwunden. Dieser Tage erschien der spanische Botschafter in Berlin beim Reichskanzler Grafen Caprivi und trug demselben den Wunsch der spanischen Regierung vor, es möchten Deutschland und Spanien ein nochmaliges handelspolitisches Provisorium miteinander ab- schlteßen, welches Anliegen aber Graf Caprivi rundweg ab- gelehnt haben soll. Diese Stellungnahme des leitenden Staatsmannes des Reiches ist eine durchaus correcte und den Verhältnissen entsprechende. Mindestens ein halb Dutzend Mal ist daS schon bislang bestandene handelspolitische Provisorium zwischen Deutschland und Spanien verlängert worden, was deutscherseits stets unter der Voraussetzung geschah, daß es baldigst zu einem Handelsvertrag zwischen beiden Staaten kommen werde. Aber die offenkundige Verschleppungspolitik der schutzzöllnerischen Mehrheit des spanischen Parlaments gegenüber dem vom deutschen Reichstage längst genehmigten Handelsvertrag bewies, daß die spanischen Cortes ein definitives Zustandekommen desselben nicht wünschten, und auf diese Haltung hat jetzt der Reichskanzler die einzig richtige Antwort gegeben. Allerdings wird wohl die entschiedene Verweigerung der nochmaligen Verlängerung des Zollprovisoriums mit Spanien nunmehr den Zollkrieg zwischen Deutschland und Spanien in seiner vollen Schärfe aufleben lassen, indeffen dürfte das deutsche Reich die fatalen Wirkungen eines solchen Zustandes gewiß weit besser aushalten, als das wirthschaftlich viel schwächere Spanien. — Der 70. Geburtstag Rudolf v. Bennigsens ist am DienStag in Hannover unter zahlreicher Betheiligung der Parteigenossen und Freunde des Führers der nationalliberalen Partei von nah und fern begeistert gefeiert worden. Doch auch sonst hat man an zahlreichen Orten des deutschen Reiches in patriotischen Kreisen den 70. Geburtstag des Mannes festlich begangen, der sich auf alle Fälle zu den Mitbegründern und Förderern des einigen deutschen Reiches rechnen darf. In Hannover ging am Montag der eigentlichen'Festlichkeit eine Vorfeier voran, die den Character eines glänzenden Commerses trug. Zu demselben waren die nationalliberalen Parlamentarier in größerer Zahl erschienen- Abg. Hobrecht feierte in längerer Rede die Verdienste Bennigsens, welcher mit einem Hoch auf die nationalliberale Partei erwiderte. Arr-land. Prag. 9. Juli. Wie hierher aus Pilsen gemeldet wird, schreibt man die dort stattgefundene Dynamitexplosion den Anarchisten zu. — Die berühmte „Bierstadt" Pilsen ist am Montag Abend der Schauplatz einer furchtbaren Bombenexplosion gewesen. Gegen 11^ Uhr explodirte vor der Actienbierhalle, in welcher sich die Räumlichkeiten des deutschen Turnvereins und des deutschen Handwerkervereins befinden, eine Dynamit- Patrone mit gewaltigem Knall. Durch die umherffiegenden Bombensplitter wurden mehrere Personen aus dem zahlreich noch den Restaurantsgarten erfüllenden Publikum verwundet. Vor dem Bezirksgericht und vor dem Kreisgericht wurden ferner Bomben mit brennenden Lunten aufgefunden, glücklicher Weise löschten Gendarmen dieselben noch rechtzeitig. Es ist noch nicht ganz aufgeklärt, ob man es in dem nichtswürdigen Bubenstück mit einer rein anarchistischen Unthat, oder mit einem gegen die Deutschen Pilsens gerichteten Unternehmen czechischer Fanatiker zu thun hat, worauf die Wahl der betreffenden Localitätcn hinzudeuten scheint. Die Untersuchung in der Affaire ist Seitens ' der Behörden sofort mit allem Eifer eingeleitet worden, indessen verlautet noch nichts über eine etwaige Ergreifung des muthmaßlichen Attentäters und seiner Genossen, die er vermuthlich gehabt hat. — Auch in Italien versucht man jetzt dem Unhold Anarchismus durch besondere gesetzgeberische Maßnahmen zu Leibe zu gehen. In der MontagSsitzUng der Deputirten- kammer wurden die von Crispi eingebrachten Vorlagen zur Bekämpfung des anarchistischen Treibens, betr. die Explosivstoffe und betr. die Preßvergehen, mit großer Mehrheit genehmigt. Am Dienstag begann dann die Berathung der dritten zu gleichem Zweck eingebrachten Regierungsvorlage, betr. die Anweisung von Zwangswohnorten für verdächtige Individuen. Die Debatte hierüber dürfte mehrere Tage dauern, da die Socialisten entschlossen sind, die Entscheidung nach Kräften zu Hintertreiben. — In Frankreich hat die Ermordung Carnots zum Erlasse eines neuen Anarchistengesetzes geführt, nachdem bereits die früheren anarchistischen Verbrechen zur Aufnahme von besonderen Gesetzen gegen den Anarchismus in die französische Gesetzgebung geführt hatten. Das vom Ministerium Dupuy der Deputirtenkammer soeben vorgelegte neue Gesetz zur Bekämpfung der anarchistischen Propaganda durfte in der Kammer trotz des heftigen Widerspruches der socialisten und Radtcalen eine rasche Erledigung finden, da bereits eine Commission zur näheren Berathung der Vorlage gewählt worden ist. Es fehlt aber in der öffentlichen Meinung Frankreichs freilich nicht an Stimmen, welche der Anschauung Ausdruck verleihen, die Deputirtenkammer würde das neue Anarchistengesetz wegen dessen reactionärer Tendenz entweder erheblich abschwächen oder gar ablehnen. Nachher stände man in Frankreich allerdings vor einer abermaligen Crisis, denn es müßte dann entweder die Demission des Cabinets Dupuy oder aber die Auflösung des Parlaments erfolgen. Belgrad, 9. Juli. In Risch ist ein bisher für sehr harmlos gehaltener Franzose verhaftet worden, nachdem er sich als gefährlicher Anarchist entpuppt hat. Sofia, 9. Juli. Der Orientexpreßzug überfuhr unweit Philippopel einen zweispännigen Wagen, in welchem sich drei Personen befanden, die schwer verletzt wurden. Die bulgarischen Behörden nahmen den Locomotivführer, einen Deutschen, in Hast, wogegen der deutsche Consul protestirte, da den Maschinenführer keine Schuld an dem Unfall trifft. Neueste 2lad?rid^ien» Wolffs teiegr-phischeS Korrespondenz- Bureau- Berlin, 10. Juli. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine königliche Ordre, wonach bis. zur anderweitigen Regelung des Apothekerwesens denjenigen Apothekern, denen zukünftig eine Concession verliehen wird, die Präsentation eines Geschäftsnachfolgers nicht mehr gestattet ist. Berlin, 10. Juli. Der Director im Cultusministerium, Kugler, erklärte der „Post" zufolge bei der Ueberreichung einer Petition von Landlehrern, daß ein Lehrerbesoldungsgesetz bestimmt zu erwarten sei, worin die Wünsche der Landlehrer Berücksichtigung finden würden. Köln, 10. Juli. Der „K. Z." wird aus Petersburg gemeldet: Gegenüber den Meldungen deutscher Blätter verlautet von bester Seite, daß eine Verschiebung der Hochzeit des Thronfolgers bisher nicht in Erwägung gezogen worden ist. Königsberg i. Pr., 10. Juli. Sämmtliche hiesigen Droschkenkutscher striken wegen eines heute in Kraft getretenen polizeilichen Reglements, welches für das Publikum günstigere Bestimmungen enthält. Voß, 10. Juli. Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin verbrachten den gestrigen Tag in Stalheim. Vormittag machten Allerhöchstdieselben einen Spaziergang nach einem Aussichtspunkte. Bei der Abendtasel brachte Seine Majestät der Kaiser das Wohl der Königin von Schweden anläßlich deren Geburtstags aus- heute Mittag beabsichtigt das Kaiserpaar sich zu Fuß nach Gudvangen zu begeben. Welter andauernd schön. Paris, 10. Juli. Einer Meldung des „Temps" aus Madrid zufolge wurde in Junquera ein Anarchist verhaftet, der der Theilnahme an einem Complotte gegen Casimir Perier verdächtig erscheint. Konstantinopel, 11. Juli. (Privatdepesche.) Gestern Mittag 121/3 Uhr fanden hier drei starke Erdstöße statt, wodurch vielfacher Schaden entstand. Mehrere Personen wurden verletzt, einige getödtet. Alle öffentlichen Etablissements sind geschlossen. Es herrscht große Panik. Depeschen bc8 Bureau „Herold". Berlin, 10. Juli. Das „Berliner Tagebl." will wiffen, die Verfasser der bekannten Schmähbriefe, welche sich auch neuerdings mit der Gräfin Hohenau befassen, seien ein hochgestellter Cavalier und dessen Geliebte. Berlin, 10. Jrli. Wie jetzt bekannt wird, hat bei der gestrigen Abstimmung über die Jesuitensrage Reuß ä. L. für die Aufhebung des Gesetzes gestimmt. Baden hat gegen die Wiederzulassung der Redemptoristen gestimmt. Berlin, 10. Juli. Die „Rordd. Allg. Ztg." erklärt gegenüber den Behauptungen in der Preffe, wonach das Reichsschatzamt versucht habe, den Zweck der Erhebungen über die Tabakindustrie zu verschleiern, dieser Angriff beruhe offenbar auf Preßkundgebungen, welche irrthümlicher Weise auf eine amtliche Urheberschaft zurückgeführt würden. Leipzig, 10. Juli. Das Reichsgericht beschäftigte sich heute mit einer Revision Ahlwardts gegen das Urtheil des Landgerichts Berlin zu drei Monaten Gefängniß wegen Beamtenbeleidigung. Die Revision wurde verworfen. Leipzig, 10. Juli. Der Postdieb Ullrich, welcher vor einigen Monaten Werthbriefe in Höhe von 150000 Mk. unterschlug, wurde zu sieben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurtheilt. Wien, 10. Juli. Wie die „Pol. Corr." aus Sofia meldet, ist die Privatklage gegen Stambulow eingebracht worden. Außerdem soll die Untersuchung in der Mordaffaire Beltschews und wegen der angeblich im Kerker erfolgten Todesmarterung des angeklagten Tusektschiew eingeleitet werden. Jedenfalls wird sich Stambulow zu verantworten haben, sei es auf die Privatklage hin oder bezüglich der in der Sobranje zu beschließenden Erhebung der Anklage. Rom, 10. Juli. Die Polizei überraschte in der vorletzten Nacht sieben eben zur Berathung versammelte Anhänger der Propaganda der jThat. Im Clublocal war das Bild Caserios über einem mit rothem Tuch bedeckten Altar aufgehängt. Nom, 10. Juli. Hier, in Florenz und Civita Vecchia sollen an 600 Anarchisten eingekerkert sein. Paris, 10. Juli. Großfürst Alexis von Rußland wird Mitte August einige Zeit nach Paris kommen und sich von hier nach Biarritz begeben. Paris, 10. Juli. Die französische Kammer genehmigte das Abkommen mit Deutschland wegen der Abgrenzung des Hinterlandes von Kamerun. Paris, 10. Juli. Der Präsident Casimir Perier hat fünf Generale zu Divisionsgeneralen ernannt. General Negrier erhielt das Großkrcuz der Ehrenlegion. Madrid, 10. Juli. Nach Meldungen aus Barcelona wurde Morull, welcher s. Z. einen Attentatsversuch gegen den Civilgouverneur machte, zu 17 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Chicago, 10. Juli. Heute ist der Ausstand der drr> kündeten Syndicate ausgebrochen. Die Truppen der Regierung blieben jedoch Herr der Situation. Die Eisenbahn- gesellschaft hat das Schiedsgericht der Repräsentantenkammer abgelehnt. Die Kammer hält Berathungen über Heeres- verftärkungen ab. Chicago, 10. Juli. In Michigan versuchten gestern Abend Ausständige, Eisenbahnmaterial anzuzünden. Die Truppen feuerten, worauf die Ausständigen sich zurückzogen. Die Ruhe wurde wieder hergestellt. In Toledo sind sämmtliche Eisenbahnbeamten dem Strike beigetreten. In Chicago nimmt die Auswanderung in Folge der letzten Ereignisse einen Besorgntß erregenden Character an. Man fürchtet, daß wegen der Unterbrechung des Verkehrs ein Mangel an Lebensmitteln eintreten könnte. Die Behörden treffen diesbezügliche Maßregeln. San Francisco, 10. Juli. Die Ausständischen beschäftigen sich täglich in der Handhabung derWinchester- gewehre. — Der Kriegsminister hat Marine- Gruppen nach San Francisco beordert, um mit den dort' stationirten Truppen gemeinsam gegen die Aufwiegler vorzugehen. Konstantinopel, 11. Juli. (Privatdepesche.) Gestern Mittag fand hier ein heftiges Erdbeben statt. Drei starke Erdstöße folgten aufeinander, viele Häuser sind eingestürzt, viele Verwundete und Todte unter den Trümmern begraben. Die Aufregung unter der Bevölkerung ist groß^ alle Geschäfte sind geschlossen. Cocolt* rrrrd provinzielles Gießen, den 11. Juli 1894. * * Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: am 9. Juli dem Hofcapellmetster Willem de Haan in Darmstadt die goldene Verdienst-Medaille für Wissenschaft, Kunst rc. zu verleihen. * * Ernennung. Am 7. Juli wurde AlphonS Janke zu Friedberg zum Hauptlehrer an der erweiterten Handwerkerschule daselbst ernannt.' * * Sitzung Großh. Handelskammer vom 6. Juli 1894. Anwesend die Herren Koch, Scheel, Gail,Homberger, Klingspor und Wortmann. Von der Handels- und Gewerbekammer für Unterfranken und Aschaffenburg lief eine an den Herrn Reichskanzler gerichtete Petition ein, betr. die Neufassung des Artikels Wein im deutschen Arzneibuch, mit dem Ersuchen, dieselbe diesseits zu unterstützen. Die Kammer hat die Petition hiesigen Interessenten zur Begutachtung vorgelegt und sodann beschlossen, sich der Petition anzuschließen. — Die Handelskammer in Hagen erstrebt eine Reformirung des § 136 der Gewerbeordnung, betr. die Einthei lung der Arbeitsstunden und Ruhepausen für jugendliche Arbeiter und hebt unter Anführung von Beispielen die Mißstände hervor, zu denen die stricte Anwendung des genannten Paragraphen seither geführt hat. Erwähnte Kammer will den Wortlaut der Bestimmung dahin geändert haben, daß nur bei einer, eine bestimmte Zeit von etwa 3i/2 oder 4 Stunden überschreitenden Arbeitszeit eine Pause gesetzlich vorgeschrieben wird. Man schloß sich den gedachten Bestrebungen der Handelskammer Hagen an und autorisirte dieselbe, sich bei diesbezüglichen Eingaben an competente Behörden auf unsere Zustimmung berufen zu dürfen. — Die Handelskammer für das Herzogthum Braunschweig beabsichtigt, bei dem Ausschuß des deutschen Handelstags einen Antrag dahin einzubringen, daß die Frage der „Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs" auf die Tagesordnung des Ausschusses bezw. des Plenums des deutschen Handelstages gesetzt und dadurch zur Verhandlung unter den deutschen Handelskammern und Korporationen gebracht werde. Die Kammer steht dem Antrag sympathisch gegenüber und wird demselben seine Unterstützung zu Theil werden lassen. — Von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz ging der Kammer zwecks Benachrichtigung der Interessentenkreise die Mittheilung zu, daß nach einer dem Kaiserl. Consul zu Bukarest Seitens des rumänischen Finanzministeriums ertheilten Auskunft von deff rumänischen Zollbehörden bei Sendungen aus Deutschland die Beibringung von Ursprungszeugnissen nicht verlangt wird. — Zur Sitzung des Eisenbahnbeiraths in Darmstadt im August l. I. sind von uns nachstehende eingehend motivirte Anträge gestellt worden: 1. Einstellung von Frühzügen für den Sommerfahrplan 1895, event. nur bis Hungen und Grünberg. 2. Gewährung von Sonntags-Fahrkarten, einfache Taxe zur Rückreise an gleichem Tage berechtigend. 3. Gewährung von 25 Kilo Freigepäck auf Retour-Fahrkarten, resp. freie Beförderung von Fahrrädern. — Schließlich schritt die Kammer zur Wahl eines Vertreters und Stellvertreters zu den Bezirkseisenbahnräthen Hannover, Frankfurt a. M. und Köln. Die seitherigen Mitglieder, die Herren F. C. B. Koch und A. Katz wurden einstimmig wiedergewählt. * * Sachbeschädigung. In der Nacht vom Montag auf Dienstag wurde in der Bleichstraße grober Unfug dadurch verübt, daß einer Bewohnerin die Blumentöpfe von den Fenstern weggenommen und theilweise zerstört wurden. Ver- muthet wird, daß die Thäter in demselben Hause wohnen. * * Diebstahl. Gestern Abend konnte ein Handwerksbursche auf der Herberge keine Ausnahme finden, weil ex unrein war. Ec entfernte sich und merkte man bald nachher, daß er einen Berliner, der einem anderen Handwerks- burschcn gehörte, hatte mitgehen heißen. * * Eine hervorragende Leistung eines Gießener Radfahrers, welcher zur Zeit in Hanau wohnt, möchten wir nicht unerwähnt lassen. Derselbe, Herr Ludwig Hamel, fuhr gelegentlich des am Sonntag in Alsfeld abgehaltenen Straßenrennens die Strecke Gießen—Alsfeld (60 Kilometer) per Rad und betheiligte sich noch an dem Rennen. Da er 4 Minuten zu 'spät am Start erschien, fuhr er trotzdem außer Concurrenz die Rennstrecke gegen Zeit und gebrauchte noch einige Secunden weniger als der zuerst angckommene Sieger. ** Regatta. Am verflossenen Samstag war NennungS- schluß für die Gießener Regatta und ergab sich hierbei das erfreuliche Resultat, daß von 23 gemeldeten Booten auch 22 genannt worden sind, so daß deren Erscheinen zur Regatta, abgesehen von unvorherzusehenden Zwischenfällen, demnach gesichert ist. Nur der Meldung der Gießener Ruder-Gesellschaft zum Achter-Rennen konnte die Nennung nicht folgen, weil zu der betreffenden Programmnummer leider keine Concurrenz gemeldet worden war und weil außerdem die abermalige leihweise Beschaffung eines Achters, den Gießen leider noch nicht besitzt, auf Schwierigkeiten gestoßen ist. — Am Montag Abend fand sodann die Sitzung des gesammten Regatta-Comitss im Hotel „zum Rappen" statt und erfreute sich zahlreicher Betheiligung. Das Ehrenpräsidium haben auch in diesem Jahre die Herren Provinzialdircetor Freiherr von Gagern, Oberbürgermeister Gnauth, Rector Profeffor Dr. Pasch, Landgerichtspräfident von Ricou, Oberstund Regimentscommandeur von Rosenberg und der Ehren-I vorsitzende der Gießener Rudrr-Gesellschaft, Herr Jean Kir ch zu übernehmen die Güte gehabt. Der Vorsitzende der Ruder- Gesellschaft, Herr Ehr. Reiber erstattete eingehenden Bericht über die bevorstehende Regatta und kann derselben, Dank der Sympathien und der Unterstützungen, welche dem schönen Rudersport von allen Seiten entgegengebracht werden, auch in diesem Jahre ein gutes Gelingen in Aussicht gestellt werden. DaS Richter-Comitv ist aus Vertretern befreundeter auswärtiger Vereine gebildet, die Ausschüsse für Bau«, Wirthschafts- und Fmanz-Angelegenheiten sind zusammen und in Thätigkeit getreten, Telephonverbindung zwischen Stadt und Ziel, Depeschenannahme am Festplatz, Santtätswache re. werden in bekannter Weise dazu mitverhelfen, der Gießener Regatta ihren guten Namen in sportlicher Beziehung zu bewahren und von Neuem zu bethätigen. Ein Motorboot für den Schiedsrichter zur Begleitung der Rennen wird hoffentlich noch zu beschaffen sein, die Unterhandlungen hierzu sind noch im Gange. Auswärtige Vereine sind gemeldet aus Frankfurt, Mainz, Oberrad, Ludwigshafen, Speyer, Bonn, Heidelberg, Cassel und Wetzlar und werden dieselben ihre Kräfte unter einander und mit der Gießener Ruder-Gesellschaft zu messen haben. Außer den vorhandenen Ehrenpreisen Sr. König!. Hoheit des Großherzogs, der Stadt Gießen und des Deutschen Ruder-DerbandeS ist bereits ein Ehrenpreis von Gießener Damen, eine prächtige Bowle auf silbervergoldetem Untergestell, mit ebensolchem, durch einen Ruderer bekrönten Deckel, dem Regatta-Ausschuß eingehändigt worden. Ebenso werden die passiven Mitglieder es sich nicht nehmen lassen, einen Ehrenpreis in gewohnter Weise zu stiften und auch das Regatta-Comite hat, zum ersten Male für die diesjährige Regatta, die Anschaffung eines Ehrenpreises beschlossen. Das Erscheinen des Heidelberger Ruderclub und des acad. Ruderclub „Rhenus" in Bonn zur hiesigen Regatta dürfte außerdem wohl Veranlaffung gegeben haben, daß Seine Magnificenz, Herr Rector Professor Dr. Pasch in der Comite - Sitzung die Stiftung eines Universitätspretses in Aussicht stellte und werden die Ruderer der genannten Universitätsstädte gegen Caffel und Ludwigshafen um denselben zu kämpfen haben. Die Bonner Mannschaft besteht auS einem Dr. med., zwei cand. und stud. med., ein stud. rer. nat., ein stud. jur. et cam. und schreibt die Fachpresse „Der Wassersport" in vorletzter Nummer bei Besprechung der Meldungen zur Gießener Regatta u. A.: „Vielleicht wirkt dieses Beispiel, daß auch die Musensöhne Gießens sich der edlen Ruderei hingeben und daß hierdurch die vom Deutschen Kaiser bei der Berliner Regatta ausgesprochenen Wünsche, daß die Hörer der Hochschulen das Rudern ernsthafter betreiben mögen, ihrer Erfüllung näher zu kommen." — Möge dieser kaiserliche Wunsch im Interesse des Rudersports sowohl als auch im Interesse der studirenden Jugend immer mehr der Erfüllung näher kommen! — Der Gießener Einwohnerschaft, welche erfreulicher Weise dem Rudersport stets besondere Sympathien entgegengebracht hat, dürfte nach alldem am übernächsten Sonntage ein Sportsfest in Aussicht stehen, welches feinen Vorgängern sich würdig wird zur Seite stellen können. Hoffentlich übertrifft es solche in diesem Jahre noch insofern, als die Ruderer, so gern sie ihr Element, das Wasser, auch haben mögen, mit Spendung desselben von Oben am 22. Juli verschont bleiben, damit der ominöse Satz „Regatta bringt Regen" sich in diesem Jahre einmal nicht verwirklicht. ** Schuldienst - Nachrichten. Am 12. Juni wurde der Schulverwalrer an der Vorschule der Gymnasien zu Darmstadt Philipp Schäfer zum Lehrer an dieser Schule, unter Belastung in der Kategorie der Volksschullehrer, ernannt- — am 15. Juni wurde dem Schullehrer Heinrich Lahr zu Wies-Oppenheim eine Lehrerstelle an der kathol. Schule zu Bensheim, — am 16. Juni wurde dem Schul- amtSaspiranten Carl Adelberger aus Bürgel die Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Gundersheim, Kreis Worms, — am 20. Juni wurde dem Schulamtsaspiranten Otto Wenzel aus Leidhecken eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ryunheim, Sh:. Groß-Gerau, übertragen - — am 23. Juni wurde die provisorische Lehrerin an der Victoria- schule zu Darmstadt Emilie Strecker zur Lehrerin an dieser Schule ernannt; — am 26. Juni wurde dem Schulamtsaspiranten Friedrich Conrad Westphal aus Büdesheim die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wölfersheim, 5kr. Friedberg, übertragen- — am 27. Juni wurde der von dem Herrn Grafen zu Stolberg Roßla-Ortenberg auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Steinberg, Kreis Schotten, präsentirte Schulamtsaspirant Johannes Schmidt aus Hammelbach für diese Stelle bestätigt- — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Carl Kronenbold aus Kimbach eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Groß-Zimmern, Kr. Dieburg, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Peter Joseph Weber aus Fürfeld eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Groß Zimmern, Kr. Dieburg, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Johann Nepomuk Mayr zu Weiskirchen eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Viernheim, Kr. Heppenheim, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Ernst Kadel zu Bonsweiher eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Hammelbach, Kr. Heppenheim, übertragen. r. Großen Liude«, 9. Juli. Bei dem am verflossenen Sonntag auf der Gauturnfahrt im Finsterloh bei Wetzlar abgehaltenen Wettturnen erlangte auch der hiesige Turnverein zwei Preise, nämlich den 15. mit 32 Punkten, Hugo Engel, und den 25. mit 26^ Punkten, Georg Klingelhöfer. Mit dem von letzterem Turner noch auf dem Gaufest in Marburg geholten 39. Preise, 461/3 Punkten, hat es der hiesige Turnverein in diesem Jahre auf drei gebracht, was in Anbetracht des erst anderthalbjährigen Bestehens desselben schon eine annehmbare Leistung ist und sicherlich auch ein gutes Licht auf die turnerische Thätigkeit innerhalb desselben wirft. Möge er nur so weiter der edlen Turnsache obliegen, so wird er späterhin auch noch andere Resultate verzeichnen können. Gut Heil! ][ Rockenberg, 10. Juli. Der Lehrer am Landeszuchthaus Marienschloß, Herr Valentin Funk, wurde auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom Dienstantritt seines Dienstnachfolgers an in den Ruhestand versetzt. § Salz (Kreis Lauterbach), 9. Juli. Einen sonderbaren Zufluchtsort hatte sich vorgestern hier ein Bienenschwarm ausgesucht, nämlich — ein lebendes Pferd. Der Handelsmann Weinberg von Lichenroth kam in Geschäften hierher und band sein Pferd an den Gartenzaun des Landwirths Herchenröder. Der Mann erstaunte nicht wenig, als er bei der Rückkehr sein Pferd sich wie wahnsinnig geberden sah, bemerkte aber bald die Ursache. Es bedurfte energischen Eingreifens einer Anzahl Bewohner, ehe eS unter Zuhilfenahme nasser Tücher u. s. w. gelang, das Pferd von dem Schwarm zu befreien. Das Thier, welches zahlreiche Bienenstiche erhielt, ist für einige Tage zum Fuhrwerk unbrauchbar. § Lauterbach, 10. Juli. Am vergangenen Sonnabend wurde auf dem Waldwege zwischen Angersbach und Rudlos die Leiche eines gutgekleideten Mannes aufgefunden. § Vom oberen Vogelsberg, 7. Juli. Seit einigen Jahren haben sich im Oberwald Wildschweine angesiedelt und mußte in den letzten Jahren öfter Schadenersatz an Landwirthe in Siechenhausen u. s. w. von den Jagdpächtern bezahlt werden. Nachdem man vor Kurzem (wie bereits in diesem Blatte gemeldet) ein Mutterschwein nebst zwei Frischlingen erlegt, wurde gestern wieder durch Forstwart Dillemuth aus Bermuthshain ein einjähriger Eber geschossen. ff Darmstadt, 10. Juli. In ähnlicher Weise wie im vorigen Sommer werden auch in diesem Jahre von den Großh. Dragoner-Regimentern Nr. 23 und 24 auf dem Wooge Ruder- und Segel-Uebungen mit Lein- wand-Falt-Booten abgehalten werden. Die Falt-Boote sollen bekanntlich dazu dienen, im Ernstfälle den Kavallerie- Truppentheilen das rasche Uebersetzen von Flußläusen zu erleichtern. ML ns A Mainz, 10. Juli. Im bischöflichen Palais hier weilt gegenwärtig zum Besuche des Bischofs Haffner der Erzbischof Roos von Freiburg sowie der designirte Bischof Komp von Fulda. — Mit dem 1. October d. I. tritt eine Aenderung in der hiesigen Garnison ein, indem die 5., 6., 7. und 8. Compagnie des Nassauischen Infanterie- Regiments Nr. 88 von hier nach Diez verlegt wird. — Die auf Drängen der Regierung und der Stände in Aussicht genommene Gehaltserhöhung der niederen Beamten der Hessischen Ludwigs-Eisenbahn soll jetzt binnen Kurzem zur Wirklichkeit werden. Gegenwärtig ist man mit den nöthigen Aufstellungen und Berechnungen beschäftigt, so daß die Gehaltserhöhungen wohl mit Beginn des nächsten Quartals eintreten dürsten. Die Gehaltsaufbesserungen erfordern einen ziemlichen Betrag, der bei der Dtvidentenvertheilung nicht ganz unbemerkt bleibt. A Aus Rheinhessen, 10. Juli. In Sachen der von den beiden Kammern längst beschlossenen, bis jetzt aber immer noch nicht begonnenen rheinhessischen Nebenbahnen hat vorgestern in Dittelsheim bei Worms eine zahlreich besuchte Versammlung von Jntereffenten stattgefunden, in welcher die Absendung einer Deputation an den Großherzog beschlossen wurde. Da alle Schritte bei dem Ministerium erfolglos geblieben sind, soll der Landesfürst gebeten werden, zu veranlassen, daß den gesetzlichen Bestimmungen gemäß alle für die Provinz Rheinhessen genehmigten Bahnlinien baldigst in Angriff genommen werden möchten. A Vom Rhein, 10. Juli. Der Wasserstand ist schon wieder so weit zurückgegangen, daß sich für die Schifffahrt bereits schon Schwierigkeiten zeigen. * Frankfurt a. M., 10. Juli. Still und in der Oeffent- lichkeit unbemerkt ist hier ein Ereigniß eingetreten, das Frankfurt nunmehr in die kurze Reihe deutscher Städte mit über 200000 Einwohner einrangirt. Nach Mtttheilung des statistischen Amtes nämlich kann die Einwohnerzahl hiesiger Stadt unter Berücksichtigung der poltzeilich gemeldeten Zu- und Abwanderungen, sowie des Ueberschuffes der Geburten über die Sterbefälle am 1. Juli d. Js. auf 201,000 Seelen geschätzt werden. Für Mitte vorigen Jahres war die Ein- wohnerzahl mit 195,000 angenommen worden. Ueber den Zeitpunkt und die Persönlichkeit dessen, der als zweihunderttausendster Einwohner in Frankfurt feinen Einzug hielt, dürfte kaum eine Feststellung vorliegen. * Wilhelmshaven, 8. Juli. Die Räubereien be.r englischen Fischer an den deutschen Küstengewässern nehmen immer mehr überhand. Kaum ist von der Straf- kammer in Aurich der letzte Fall dieser Art abgeurthetlt, da wird schon gemeldet, daß das mit dem Schutz der deutschen Hochsee-Fischerei beauftragte Kanonenboot „Brummer" abermals einen englischen Fischkutter eingebracht hat, der unberechtigt im Bann der deutschen Hochsee-Fischerei seine Netze auSgeworfen hatte. „Brummer" hat den Kutter nach Helgoland gebracht, wo der Fischer und Führer in Haft genommen und die Fanggeräthschaften mit Beschlag belegt wurden. * Maximilian Robespierre. Aus Paris wird der „Köln. Ztg." vom 7. ds. Mts. geschrieben: Eine Gestalt aus dem Schattenreiche zog dieser Tage durch die 9. Kammer deS hiesigen Zuchtpolizeigerichts. Der Fuhrmann eines Kohlenhändlers hatte durch unvernünftiges Fahren einen Vorübergehenden verwundet und stand nun vor den Schranken und sein Arbeitgeber war als civilrechtlich haftbar ebenfalls vorgeladen. „Wie heißen Sie?" fragte der Vorsitzende den letzteren. „De Robespierre", war die Antwort. „Maximilian?" „Allerdings, Herr Präsident!" ,,Vielleicht verwandt mit Maximilian Robespierre?" „Jawohl, Herr Präsident, sein Urgroßnefse". Die übrigens uninteressante Verhandlung nahm ihren geschäftsmäßigen Verlauf, aber immer wieder blickten Präsident wie Beisitzer prüfend den ehrsamen Kohlenhändler an, der mit dem Manne verwandt war und dessen Namen trug, der vor 100 Jahren einen so breiten Raum in der Geschichte Frankreichs eingenommen. * Andenken Carnots. In einem Pariser Blatte wird der Gedanke angeregt, das Beispiel der Vereinigten Staaten nachzuahmen und Briefmarken mit dem Bildnisse Carnots auszugeben, um seinem Andenken eine verdiente Huldigung zu Theil werden zu laffen. * Die Stadt Dijon, Carnots Heimathsort, wird dem ermordeten Präsidenten der Republik ein Denkmal setzen. Der Stadtrath hat bereits 10,000 Francs für das Denkmal bewilligt. * Lakonisch. Ein wegen seiner drastischen Kürze bekannter Landpfarrer wird gefragt, wie feine drei Söhne heißen und was sie ftubiren. Ec antwortete lakonisch: theo-bor, phil-ipp und jus-tab. — verkehr, Land- und volkrwirlhichaft. Oitfteil, 11. Juli- Marktbericht, «ui hem gestrigen WochemnarN kostete: Butter pr. Pfd. X 1,00—1,15, 1 Stück — 4, 2 Stück 11—12 4, «äse pr. St. 5—8 4, Käsematte pr. St. 8 4, Erbsen pr. Liter 17 4, Linsen pr. Liter 28 4, Tauben pr. Baar X 0,80—1,00, Hühner pr. Stück X 1,10—1,50, Hahnen pr. 6t X 0,50-1,20, Enten pr. St- X 1,70 bis 1,90, «jjbfenfleifä pr. Wb- 72-76 4, Kuh- u. Rindfleisch pr. Psd. --66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 60-70 4, Kalbfleisch pr. Pfd-60-66 4, byj fleisch pr. Pfd. 56—68 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,50-7,00 X, Weißkraut pr. Stück--4, Zwiebeln pr- Eentver 9,00—10,00 X, Milch pr. Lite 16-20 4, Enteneier 2 St- 11 4, GLnfeeier 10 4, Kirschen pr. Pfd. 7—10 4- Der Gemüsemarkt (früher Lindenplatz) befindet fich vom GamStag den 14. ds». MtS. ans dem »randplatz «nd Kanzleiberg. - Allgemeine Rentenanstalt r« Stuttgart. Die Ge- schäftsergebnifse dieser Anstalt tm Jahre 1893 find laut Rechenschaftsbericht durchaus günstige. Der Reingewinn betrug UJit 478 956 gegen Mk. 429 937 im Vorjahr und das Gesammtvermögen, von welchem 87,71 o/o tn bestgesicherten Hypotheken angelegt sind, ist auf Mk. 72 009 598 gestiegen, während die Sicherheitsfonos (Extrareserven) sich auf Mk. 4 877 695 erhöhten. Der Dersicherungsstand betrug am 31. December v. I. 40 785 Policen über Mk. 59 332 573 oersich. Capital und Mk. 1 756 557 verstch. Rente. Die Prämienreserven dieser Versicherungen beziffern sich auf Mk- 35 880 738. Der Verwaltungsaufwand belief sich auf nur 0,62 % des Gesamintoermogens. Als Dividende kommen zur Vertheilung 30% der Prämien bei der Lebensversicherung und 2% der Rente bei der Rentenversicherung. Wöchentliche Neberficht der Todesfälle tu Gieße». 27. Woche. Vom 1. Juli bis 7. Juli 1894. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 25,88°/«>berw. 16,47 nach Ausschl. der Ortsfremden. Kinder Es starben an: Zusammen vom 1 (1) 3 (2) 3 (2) 1 2 1 (1) 3 (1) 1 2 1 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr: 1 (1) Dtphtheritis Chronischer Lungen- tuberculose Acute Miliartuberkulose Darmcatarrh Altersschwäche Sonstige benannte Krankheiten : Erwachsene: im Summa: 11 (4) 6 (3) 4 1 (1) Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, rou viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von auswärts nach (Steffen gebrachte Kranke kommen. S ch iffs Nachrichten. Hamburg, 10. Juli. Der Hamburger Dampfer ,,Prufsia", Capitän Karlowa, von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt- Actien-Gesellschaft, ist am 8. Juli, 1 Uhr Morgens, von Hamburg in Newyork angekommen. Briefkasten. 8. G. Wette. Der Dichter ist em 13. Juli 1816 in Kreuzburg in Schlesien geboren und lebt unseres Wissens noch in Wiesbaden. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaurnur gemessen am 11. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16%, Lust 13». Rübsamen'sche Badeanstalt. Brief - und Packet-Siegelmarken ■ fertigt n MTilgen PveUe* tUe hH JBriihl> »ehe Druckerei. Zj (VWBNHBW ScMetraxs« 7. j S■ {initT IlllUUllllllUiUll MU IIMUII Bekanntmachung. In unserem Genossenschaftsregister ist folgender Eintrag vollzogen- Laut Statut hat sich unter der Firma: „Gießener Omnibusgesellschaft zu Gießen, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht" mit Sitz in Gießen eine Genossenschaft ge^ bildet. Zweck des Unternehmens ist die Erleichterung des Personenverkehrs, insbesondere auch zwischen den Bahnhöfen und dem Nordosten der Stadt. Ihre Bekanntmachungen erfolgen im Gießener Anzeiger und in der Gießener Zeitung unter der Firma der Genossenschaft, gezeichnet von dem Vorstand. Letzterer zeichnet durch die Unterschriften seiner Mitglieder. Die Haftsumme ist auf 100 Mk. festgesetzt. Die Bitheiligung eines Genossen auf mehrere Geschäftsanteile, jedoch nicht mehr als hundert, ist gestattet. Die Mitglieder des Vorstandes sind: L Friedrich Helfrich, 2. Jean Kirch, 3. Eduard Hanau, sämmtlich zu Gießen. Einsicht der Liste der Genossen ist während der Dienststunden des Ge richts Jedem gestattet. Gießen, den 6. Juli 1894. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. _________Gebhardt._____5776 Ausgebot. Für die Menage - Commission des III. Bataillons Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm soll nachstehende Lieferung im Wege öffentlichen Ausgebots vergeben werden: Für die Zeit vom 1. August 1894 bis 31. October 1894 der Bedarf an frischem Ochsen-, Kalb-, Hammelfleisch, Nierenfett und Leber. Die Lieferungsbedingungen können in Kaserne II, Zimmer Nr. 66, eingesehen und daselbst Abschrift gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden. Angebote sind mit der Aufschrift: Angebot auf Lieferung von Fleisch, geschlossen und portofrei bis spätestens 20. Juli 1894 an die unterzeichnete Commission einzureichen. 5793 Gießen, den 9. Juli 1894. Clausius, Hauptmann und Präses der Menage- ^ComMission III. Kaiser Wilhelm. 5784 Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung einer Badeanstalt. TamStag den 14. d». MtS., Vormittags 11 Uhr, wird die unterhalb der Lahnbrücke stehende Euler'sche Badeanstalt mit allem Zu« behör und einigen Nachen und Grönländern an Ort und Stelle versteigert. Keilgeöotenes. Bestellungen auf Stachelbeeren werden entgegengenommen Mäusburg 7 im Laden. Neue Kartoffeln billigst bei Eduard Fuckert, 5612]__________«euer» Bä«e 17. !Neue Kartoffeln! 50 Kilo mit Sack 3 Mk. 75 Pfg. ab Frankfurt a. M versendet unter 'Nachnahme Jakob Stern-Simon, Aried- berg (Hessen). 5778 Frühkartoffeln 5 50 Ko- mit Sack Mk. 4.— ab Frankfurt a M. versenden gegen Nachn. G«br. Oppenheimer, Friedberg bet Franks. 5780] Frühkartoffeln, «e«e, versendet zu Mk. 3.75 per 100 Pfd. mit Sack ab Frankfurt a. M. unter Nachnahme «. A. Kleeblatt, Seligenstadt (Hessen). Pa. neue Kartoffeln (Frührosa) 5635 empfiehlt CH. Nebe, Zozelsgasse. Niederlage bei C. Roth II., Wall- thorstr. 5 u. Jacob Häuser, Ludwigstr. Gebt. Mmschiue S __N^h^^ahnhosstr. L (Laden). [5191 5771] Zwei gut erhaltene Kinder- wagen zu verkaufen. 5771 Näh, »ahnhofstratze 89. 5788] Weitzer Spitz, sehr wachsam, billig abzugeben. Hammstraße 5. TWigk (üdtittr 5777 besonder» tüchtige Schleifer stnden dauernde und lohnende Beschäftig««- bei Henschel 8t Sohn, Cassel. Carl Vogt II Wagner 5768 Auch wird derselbe an Ort und Stelle geliefert. 5783 Blattes erbeten. 5769 4663 5787 Gin geprüfter 5791 Nachmittags Coneert und Tanz. Friedrich Leo. vermiethen- Das Fest-Comite 5794 [5763 Die glückliche Geburt eines gesunden 5767 V Im Claviev- empfiehl! sich> ,3378 . Hermann Bauer 5656, stimmen Kirchstr. 2, III entgegen. RA«cH»ni Ä. ettgbt. — Dnrck m» v-rla, d-r Brützl'Ichm Dnickerci (Fr. Lhr. Pi-tschj ta «SkSen. 0 0 0 0 0 0 0 o 2 0 2 0 0 0 0 Preisabgabe den 16. Juli, 11 Uhr Vormittags. 11. Juli 1894. Der Bau- und Dekorations-Ausschuß, (gez.) A. Keller, Vorsitzender. zur Einsicht aus. Termin der Gießen, den Allgemeine Renten-AnfltsU Gegründet 1833. ZU Stuttgart. Reorganifirt 1855. Unter Aufsicht der Kgl. Württ. Staatsregierung. Aller Gewinn kommt ausschließlich den Mitgliedern der Anstalt Haasenstein & Bögler A»G.Frankfurt a. M. sub. Chiffre G. E. 43 zu gut. Außerordentliche Reserven gegen 5 Millionen Mark. Versicherungsstand ca. 41 Tausend Policen. Lebensversicherung Unser Geschäft ist heute, Donnerstag, wegen des Unterverbandstages der Hessischen Vorschutz- und Credit-Vereirre zu Alsfeld, geschlossen. Gewerbebank zu Gießen Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Mein Geschäft befindet sich von heute an Bahnhofstraße 4, im Hause des Herrn Schmiedemeisters Walther. Gleichzeitig empfehle ich einen großen Posten Kattun, per Meter zu 45 Pfg. W. Katz. Knaben zeigen wir hocherfreut allen unseren Bekannten an. Darmstadt, 10. Juli 1894. Amtsrichter Dr. 0. Schwarz und Frau Auguste geb. von Löhr. WM" Steins Garten. X Das 6. Abonnement - Coneert fällt für morgen aus und wird die Abhaltung desselben später bekannt gemacht. 5790 Krausse, Großh. Mufikdirector. 1 Suppenwürze ist frisch etngetroffen bet: Ad. tieisse, vorm. E. C. Windecker, ' Seltersweg 2. ieniaen äegRMe%°iH87nam?l5f^ent?^5 werden zu 45 Pfennig und bie= M 70 Pfennig mit MaggtS Suppenwürze nachgesüllt. 5482 Cafe - Restaurant Leppla 85 Settersweg 85. 5765 Das Fest-Comite. Aelle sucht aus'anständ Familie, welches perfekt bügeln kann und alle Hausarbeit versteht. 5751 «sterweg 7, II. 20. Lahnthal - Sängerfest in Butzbach am 15. und 16. Juli. Sonntag, den 15. Juli: 2 Uhr Nachmittags Festzvg durch die Stadt. Von 3 Uhr an Hauptconeert in der Festhalle unter Beteiligung von 300 Bundessängern und der Kapelle des Großh. Hessischen Jnfanterie^R giments Kaiser Wilhelm Nr- 116, unter persönlicher Leitung des Herrn Musikdirectors Krauße. Festdirigent Herr S. Gröninger. Abends Marmorgruppen, geft öt durch den Turnverein, Feuerwerk und Lanz. Montag, den 16. Juli: Vormittags von 10 Uhr an Früh-Loneert auf dem Festplatz, Reigen, ausgeführt von Mitgliedern des Butzbacher Radfahrerclubs. Wasserdichter Ydt Margarine-Fabrik und ist stets zu haben in der Sandgrube! Rphlliab.Rfllfinprill von Karl Kuhl, Wieseck. 53291 uUlllUdU MIHUtM Auck wird derselbe an Ort und sucht tüchtige Nächsten Sonntag den 15. d. Mts. feiert der Männer- Gesang-Verein zu Braunfels sein 50jähriges Jubiläum verbünden mit dm Ztistungsseß des Mllahnsiingerbundes. Die Festfeier findet unter den prächtigen alten Elchen des kleinen Thiergartens statt. Zur Ausführung der Coneert- und Tanzmusik ist die Kapelle des 87. Infanterie-Regiments engagirt. Vorbereitungen und bereits zugesagte Vetheiligung berechtigen zu der Hoffnung, daß das Fest ein sehr schönes werden und Freunden des Gesanges, einer guten Musik und einer herrlichen Natur jedenfalls ein genußreicher Tag geboten wird. Die Restaurationen sind in bewährten Händen. Zu recht zahlreicher Betheiligung ladet ein Wernnetssungen. 5772] Der mittlere Stock, fünf schöne Zimmer mit allem Zubehör und Garten- anthetl, preiswerth zum 1. 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