? *»n*efc Me, I« 'Wüten "J"w »ertau«. Ätg9J*»rm4*r|r*tellr.1. Ker»!precher 6L Zlsnts- und 2lnzeigeblntt süv den Tkveir Gieren. 7u7 ! Hratisöeilage: chi-ßen-r Kamittenökätt-r. Alle Innoncm-Burtaur bei In- und Auslandes nehm», Anzeigen für den „Gießener Anzeiger^ entgegen Deutsche» Reich. Darmstadt, 9. April. Die „Darmst. Ztg." veröffentlicht für die EinzugSseterlichkei ten nachstehenden Pro- gramm-Tntwurf: Nach der Vermählung in Coburg werden Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin am Donnerstag den 19. April hier, d. h. in Jagdschloß Kranichstein, eintreffen und von dort am Freitag den 20., Vormittags nach 11 Uhr, nach der Stadt fahren, sodaß um 11 Uhr 30 Min. alle Vorbereitungen zum Empfang und zum Einzug beendet sein müssen. Nach Allerhöchstem Befehl wird der Einzug von derFrankfurterstraße durch die Promenadestraße, an den Bahnhöfen vorüber nach dem Rheinthor, durch die Rheinstraße und die Wilhelminen« straße nach dem Neuen Palais erfolgen. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin werden Sich dann um 6 Uhr von dem Neuen Palais zur Gala täfel tu daS Großherzogliche Residenzschloß begeben und nach Beendigung der Galatafel gegen 8 Uhr nach dem Neuen PalaiS zurückkehren. Ihre Königlichen Hoheiten werden gegen 9 Uhr eine Fahrt durch die Stadt machen, nach dem Großherzoglichen Residenzschloß, wo Allerhöchstdteselben von dem Balkon über der Vorderbrücke gegen 9*/z Uhr die Serenade auf dem Marktplatz entgegennehmen wollen. Am SamStag den 21. d. M. werden Ihre Königlichen Hoheiten Sich 7 Uhr Abends wieder von dem Neuen Palais nach dem Residenz- schloß begeben, wo in den Kaiserzimmern um 71/, Uhr eine Eour der dazu eingeladenen Damen stattfinden wird. Am Honnrag den 22. d. M. werden Ihre Königlichen Hoheiten im Vaufe deS Nachmittags das Volksfest mit Allerhöchft- ihrem Besuch beehren, von da zum Rennen deS Hessischen ReitervereinS fahren und um 7 Uhr der Festvor- stellung tm Großherzoglichen Hostheaker beiwohnen. Für Montag den 23. haben Ihre Königlichen Hoheiten die Einladung zum Ball in der Vereinigten Gesellschaft gnädigst angenommen und werden Sich nach 8 Uhr dahin begeben. Berlin, 10. April. Im preußischen Abgeord- netenhause entwickelte sich am Montag bei der Fortsetzung der Spezialberathung des Eisenbahnetots eine große Debatte über die Aufhebung der Staffeltarife. Anlaß hierzu flab der Antrag deS Abgeordneten Gothein von der freisinnigen Bereinigung aus Einführung von Staffeltarifen für sämmtliche Arten von Gütern unter Aushebung der auf rein kilometrischer Grundlage beruhenden Normalgütertarife. Die Debatte zeigte, wie wenig geneigt die Regierung und auch daS Haus selbst dem so weitgehende Consequenzen in sich schließenden Antrag Gothein war, weßhalb denn auch letzterer vom Antragsteller wieder zurückgezogen wurde. Im Uebrigen ließ die Diecussion wiederum die Verschiedenheit in den Anschauungen über die Zweckmäßigkeit der Aufhebung der Eisenbahn - Staffeltarife für Getreide und Mühlenfabrikate erkennen. Letztere Maßnahme wird nach einer Mittheilung des Eisenbahnminifters Thielen am 1. August dss. IS. in Kraft treten. Deutfdycr Reichstag. 78. Sitzung. Dienstag den 10. April 1894. Ärngen: Antrag Graf Kanth belr. Ein- und Verkauf aus- etretdeS durch das Reich. Aus der Tagesordnung steht die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Abzahlungsgeschäfte. Stach den SS 1 und 2 der Vorlage ist bei Rücktritt des Verkäufers vom Vertrage (weil Käufer verti agSwidrig mit Ratenzahlungen im Rückstände ist) „jeder Theil verpflichtet, dem andern Theil die empfangenen Leistungen zurückzugewähren." Der Verkäufer muß also die empfangenen Raten zurückgeben, wogegen tbm seine gemachten Aufwendungen und etwaige Beschädigungen der Waare zu ersetzen, sowie für die zwtschenzettttchc Benutzung ter Waare „deren Werth zu vergüten" sind. Die Vergütung soll ctotlgertchtttch festgesetzt werden. Ein Antrag Enneccerus (natl.) will hinter „vergüten" ein- sügen: „wobei aus die inzwischen eingetrctene Werlhvermtnderung der Sache Rücksicht zu nehmen ist". Ein Antrag Lenzman^n (srs. Bp.) will dagegen, daß der Verkäufer an den Käufer „denjenigen Betrag erstatte, um welchen der gegenwärtige Weitb, den die zurückzugewährende Sache für den Verkäufer hat, den noch rückständigen TheU des Voroerkaufpreises übersteigt." «Außerdem hat sich der Käufer von dem Betrage, den er hiernach zurückerhaltm würde, noch einen Abzug (in Höhe von bpCt. Jahreszinsen) für Benutzung gefallen zu lasten. Abg. Lenz mann (srs. 93p.): Die Regierungsvorlage nimmt gar nicht auf die Wer thVerminderung der Waare Rücksicht oder doch nur insofern, als für die Abnutzung eine Vergütung erfolgen soll. Aber die Abnutzung ist es nicht allein, welche der Sache ihren Werth nimmt. Schon die bloße Benutzung vermindert den Werth. Der Antrag Enneccerus überläßt zu viel dem Richter, der — zumal in heutiger Zett — vielleicht sogar gutgläubig schon in einer bestimmten Consession des Verkäusir« das Unrecht prasumirt. Die Vorlage will sür Beschädigungen der Sache dem Verkäufer nur Ersatz gewähren, wenn den Käufer dabet ein „Verschulden" trifft. Die Gerechtigkeit e>fordert, daß der Verkäufer die Waare bei der Zurücknahme sich nur zu demjenigen Werth onrechnen zu lassen braucht, den fie für ihn tm Augenblick der Rücknahme thatsächlich hat. Abg. EnnecceruS (natl.): Der Antrag Lenzmann berücksichtigt zu sehr daS Jntereffe deS Verkäufers, indem et die zurück- zunehmende Waare dem Verkäufer nur zu demjenigen Werthe abnehmen will, den sie für ihn hat. Rehmen wir ein Beispiel. Ein Möbelhändler verkauft Möbel, die vielleicht 500 Mark reellen Werth haben, mit Rücksicht auf daS Rtfiko, das er eingeht, zu 800 Mark. Wenn er nun die Waare zurücknimmt, hat biefelbe vielleicht, weil die Möbel nicht mehr modern sind, 50 Mark an Werth verloren, sie würden also für den V-rkäuser nur noch 450 Mark an Werth haben. Rach dem Anträge Lenzmann würde also bet GefchäftSgewinn 300 und 50 Mark, also 350 Mark für den Verkäufer betragen und für etwaige Beschädigung und Benutzung würden dann sogar noch Beträge htnzukommen, für die Benutzung 5pCt. Jahreszinsen. DaS geht zu wett. Mein Antrag will dagegen, daß bet Bemessung der Vergütung aus dte inzwischen etngetretene Werthverminderung der Sache Rücksicht zu nehmen ist. Abg. v. Buchka (cons.) ist im Princlp mit der Vorlage einverstanden. Widersprechen müffe er der Behauptung Lenzmanns, daß die Fastung der Vorlage zu unbestimmt sei. Bedauerlich fei die Andeutung LenzmannS, daß die Richter bet ihren Urthetlen vielleicht gar aus die Eonsession deS Verkäufers Rücksicht nehmen würden. Abg. Spahn (Etr.) spricht sich für dte Regierungsvorlage aus. Im bürgerlichen Gesetzbuche sei daS Rücktrittsrecht genau so geregelt, wie hier in diesem Entwurf. Auch in dem bürgerlichen Gesetzbuch werde in der Vergütung auch dte Werthverminderung berücksichtigt. Abg. Günther (natl.) widerspricht dem Anträge Lenzmann. Abg. Enneccerus widerspricht lebhaft der Ansicht SpahnS, daß, wie im bürgerlichen Gesetzbuche, auch in diesem Entwurf in der „Vergütung" bereits hinreichend aus die Werthverminderung'.Rücksicht genommen sei. Die ausdrückliche Einschaltung der Werthverminderung, wie sein Antrag sie empsehle, sei unerläßlich. Staatssecretär Nteberdtng spricht gegen den Antrag Lenzmann. Der Antrag Enneccerus sei unbedenklich. Abg. Munke! (srs. Vp.) bittet, eventuell jedenfalls den Antrag Enneccerus- anzunehmen. Wie oft komme es nicht vor, daß ein Richter sage, gemeint mag das oder daS in dem Gesetze sein, aber eS steht nicht darin. Redner befürwortet den Antrag Lenzmann, der dem Gläubiger, der sein RücktrittSrechl ausübe, keinen Nutzen bringen, sondern ibn nur vor Schaden behüten wolle. Redner beantragt schließlich Verweisung der Vorlage an eine Commission. Dieser Antrag wird abgelehnt und SS 1 und 2 nach der Regierungsvorlage mit dem Amendement Enneccerus angenommen. Als S 6a beantragt Abg. Tutzauer dte Hinzufügung folgender Bestimmungen: Wied über einen AbzahlungSverkauf eine ll>künde errichtet, so hat der Verkäufer dem Käufer eine zweite Ausfertigung der Urkunde dauernd zu überlasten. Auf Zuwiderhandlungen soll Geldstrafe bis zu 150 Mark stehen. Der Antragsteller weist begründend daraus hin, wie AbzablungS- täufer gegenwärtig zuweilen nicht wüßten, was sie in der betreffenden Urkunde unterschrieben hatten und was sie sür Verpflichtungen eingegangen wären. Der Antrag wird nach kurzer Debatte angenommen. Für denselben stimmten die ©ocfalbemotraten, Conferoatioe und RetchS- parteiler, wenige Nattonalltberale und die Mehrzahl der anwesenden Freisinnigen. Als 8 7a beantragt Abg. Groeber (Centr.) eine Bestimmung, welche den Hausirbetrieb und den „stehenden Gewerbebetrieb von Ort zu Ort" mit Abzahlungswaaren verbietet und unter ©träfe stellt. Zur Begründung führt der Antragsteller aus, gerade bei dem Hausirbetrieb fei die Gefahr der Ueberoortheilung des Publikums eine ganz besonders große. Staatssecietär v. Bötticher: Mit der Frage einer Aenderung der Gewerbenovelle und auch der Bestimmungen über den Hausir- handel fei augenblicklich der Bundesralh besaßt. Der Gewerbeausschuß des Bundes, aths habe die erste Berathung schon vollzogen und stehe jetzt in der zweiten Berathung. Voraussichtlich werde schon in nächster Session eine bezügliche Vorlage in den Reichstag gelangen. Mit Rücksicht darauf würde er rathen, den Antrag hier zurückzuziehen und ihn eventuell bei der bevorstehenden Gewerbenooelle wieder vorzubringen, falls nicht schon in letzterer selbst eine entsprechende Bestimmung enthalten sein sollte. Materiell sei zu bedenken: weshalb solle man die Vergünstigung eines an sich nützlichen Gewerbebetriebs der Landbevölkerung vorenthalten, wenn man sie der städtischen Bevölkerung zu gute kommen taffe? Abgg. Auer (Soc.), 0r. Ennecerus (nil.), Lenzmann (frs.), v. Kardorfs (Reichsp.), Hasse (ntl.) und Buchka (cons.) sprachen gegen den Antrag, schon aus dem Grunde, well derselbe der ein- gedendstm Prüfung bedürfe. Für den Antrag spricht nur Abg. Hilpert (bayer. Bauernbund). Der Antrag wird abgelehnt. Der Rest des Entwurfs wird angenommen. Morgen: Antrag Schröder (Kündigungsfrist für Handlunas- gehülfen); Wahlprüfungen. CmtrumSantrag betr. Abänderung Der Eoncursordnung. Abg. Rickert regt noch an, wenigstens nach dem Antrag Kanitz betr. Verstaatlichung des Handels mit ausländischem Getreide auf eine der nächsten Tagesordnungen zu setzen. Er bitte für einen bezüglichen Antrag um das Wohlwollen der Herren rechts. Abg. v Manteuffel: DaS Wohlwollen soll dem Herrn Rickert zu Theil werden. (Heiterkeit). Neueste Wolffs telegraphische» Correfpondenz- Bureau. Berlin, 10. April. Der „Reichs - Anzeiger" publicirt die Ernennung AschenbornS zum Director des Reichsschatzamtes. Berlin, 10. April. Die Aeltesten der Kaufmannschaft beschlossen, eine Petition an den Reichstag zu richten, dahin gehend, den Termin deS Inkrafttretens deS neuen Börsensteuergesetzes nicht vor dem 1. Juni 1894 festzusetzen. Florenz, 10. April. Die Königin und der Kronprinz kamen heute Vormittag 10 Uhr an und wurden vom König, dem Herzog von Aosta, den Behörden, dem englischen General Ponsonby und dem englischen Botschafter empfangen. Das Herrscherpaar wurde lebhaft begrüßt. Mailand, 10. April. In dem internationalen Schmugglerprozeß erfolgte heute der UrtheilSspruch. Fünfzehn Angeklagte wurden verurtheilt- die deutschen Kaufleute in Mailand und Deutschland wurden sämmtlich freigesprochen. Am härtesten verurtheilt wurden Ceriani, ein reicher Kaufmann von Mailand, der sechs Monate und 83,000 Lire Geldbuße erhielt, sowie Camponovo, Spediteur in Chiaffo, dem fünfundvterzig Monate und 93,000 Lire zu- dictirt wurden. Dran, 10. April. Es werden Ueberschwemmungen auS Saint Denis gemeldet, die bedeutenden Schaden anrichteten. ______________ Depeschen de» Bureau „Herold". Berlin, 10. April. Nach Schluß des Reichstags soll, wie man hört, der Colonialrath zu einer kurzen Tagung einberufen werden. Berlin, 10. April. Die „Post" meldet auS St. Pe tei S- bürg, obgleich in der offiziellen Liste der fürstlichen Theil- nehmer an der Hochzeitsfeier in Coburg der Großfürst- Thronfolger von Rußland nicht ausgeführt werde, werde derselbe doch bestimmt nach Coburg reisen. Berlin, 10. April. Die Antisemiten brachten im Reichstage einen Antrag ein, der die Veranstaltung von Ausverkäufen von der Genehmigung der OrtSpolizei abhängig machen will, sowie einen Antrag, der die Gewährleistung beim Vieh verkauf durch Reichsgesetz ftatutrt haben will. Berlin, 10. April. Wie ein hiesiges Blatt reiften will, soll in der heutigen Sitzung des Staatsministeriums u. A. auch die Angelegenheit des „Kladderadatsch" zur Sprache ge- kommen und auf Wunsch des Kaisers beschlossen worden sein, von einer Strafverfolgung des „Kladderadatsch" Ab st and zu nehmen. Wien, 10. April. ES verlautet, Finanzminister Plener hege die ernstliche Absicht, ein Spiritus-, Petroleum- und Dynamit-Monopol in Oesterreich einzuführen- die diesbezüglichen Vorarbeiten seien bereits weit fortgeschritten. Abbazia, 10. April. Nach dem gestrigen Regen herrscht heute wieder daS prächtigste Wetter. Kaiser Wilhelm erledigte Vormittags mehrere Depeschen und unternahm bann mit der Kaiserin und den älteren Prinzen einen längeren Spaziergang durch den Park. Heute Abend findet beim Gouverneur Grasen Batthyanyi für die Offiziere des „Moltke" ein großes Ballfest statt. Budapest, 10. April. Das Abgeordnetenhaus sprach heute einstimmig dem König von Italien, sowie der italienischen Kammer Dank für daS Verhalten nach KoftuthS Tod auS. Paris, 10. April. „Figaro" publicirt ein in Aussicht gestelltes Interview seines römischen Correspondenten mit dem König von Italien. Letzterer soll dem Bericht- erstatter erklärt haben, daß die Polemik in den italienischen und sranzössschen Blättern hauptsächlich die Schuld an der Mangelhaftigkeit der Beziehungen zwischen den beiden Ländern trage. König Humbert erklärte dann weiter: „Zwischen Frankreich und Italien bestehen keine Schwierigkeiten, welche zu Beunruhigungen Anlaß geben könnten, sondern im Gegen- theil warme Sympathien. Ich weiß wohl, daß man mich in Ihrem Lande als Kriegsapoftel hinzustellen sucht und daß man glaubt, Italien werde zuerst die Lunte an das Pulver- faß legen. DaS ist absurd. Unsere Mittel gestatten uns nicht, einen Krieg anzufangen, auch liegt ein solches Vorhaben ganz außer unserem Willen. Die Nachrichten über unsere angeblichen großen Rüstungen entsprechen nicht den That- fachen. Frankreich rüstet in viel größerem Maßftabe als Italien." Der König betonte zum Schluß, man werde jen- seitß der Alpen anerkennen, daß die alte Freundschaft zwischen beiden Völkern noch fortbesteht. Besonders hob König Humbert hervor, seine friedlichen Absichten würden auch von dem österreichischen, dem deutschen und dem russischen Kaiser getheilt. Paris, 10. April. Die Morgenblätter bringen in Anknüpfung an die Unterredung des Correspondenten des „Figaro' mit König Humbert weitere heftige und erbitterte Artikel Über die Begegnung König Humberts mit Kaiser Wilhelm. Was in den Artikeln gesagt wird, läßt fier dahin zusammensaften, daß Italien, wenn es durch die Drei- bundspolitik bis auf den letzten Sou erschöpft sei, von Frankreich keine Hilfe zu erwarten habe. Italien brauche sich nicht zu wundern, wenn Frankreich an der Grenze beständig die Hand am Degen habe. Triest, 10. April. Privatmeldungen aus Alexandrien zufolge haben die egyptischeu Truppen den englischen Truppen den Gehorsam verweigert und ist es infolge dessen schon zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Die allgemeine Situation ist sehr beunruhigend. Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände. nn. Darmstadt, 10. April 1894. Die Sitzung wird um *410 Uhr eröffnet. Die Tribünen sind heute dicht besetzt, besonders aus juristlschen Kreisen. Am Ministertisch Staatsminister Finger, Geh. Staatsrath Hall wachs und Oberstaatsanwalt Schliepe. Vor Eintritt in die Tagesordnung werden folgende Anträge verkündigt: Antrag des Abg. Ulrich und Genossen, Abänderung des Art. 13 des Gesetzes, die Städteordnung für das Grcß- herzogthum betr.; Antrag des Abg. Muth und Genoffen, die Aufforstung von Gemeindewüstungen und Hüteweiden betr.- Antrag des Abg. Metz-Darmstadt wegen Errichtung eines Schießplatzes bei Worms, sowie ein Antrag des Abg. Graf O r i o l a auf Errichtung einer Obstbauschule zu Friedberg. Hierauf wird die Generaldebatte über die Justizverwaltung fortgesetzt. Abg. Osann beleuchtet ebenfalls eine Reihe von Schäden in unferm hessischen Richterstand und in der Justizverwaltung. Er sage, im Großen und Ganzen könne man ja mit demselben zufrieden sein, es habe sich aber durch die Unabsetzbarkeit und Unantastbarkeit derselben bet einzelnen Richtern ein Wesen herausgebildet, welches er nicht für gut halte. Dieses Selbstbewußtsein, diese Souveränität und diese Ueberlegenheit dieser Herren gehe zu weit. Hauptsächlich komme hier sehr oft der Reserveoffizier zum Ausdruck. Er frage die Regierung, ob sie es für recht halte, daß, wenn Jemand z. B. aus dem Lande auf 8 Uhr Morgens geladen sei und komme nach einer weiten Reise oder im Winter durch Eis und Schnee zum Termin und habe sich um eine Viertelstunde verspätet, der Richter erkläre: „Die Verhandlung ist aufgerufen, Sie waren nicht da, die Verhandlung ist vertagt für heute." Das komme wiederholt vor, auch Rechtsanwälten. Für den Werth des Gerichts sei es auch nicht förderlich, ^vas man z. B. in den Collegialgerichten wahrnimmt. Der Gedanke der neuen Justizgesetze gehe doch dahin, daß der Richter em Mitarbeiter bei der Rechtspflege sein soll. Nun wisse man ganz genau in Strafkammer-Verhandlungen, daß die Anwälte in oerschiedenen Parteien thätig sein müssen, einmal am Landgericht oder Oberlandesgericht u. s. w. Darauf würde aber gar keine Rücksicht genommen und es sei ihm vorgekommen, daß seine Sache, in der er als Vertheidiger zu fungiren hatte, einfach aufgerufen und verhandelt wurde und er in letzter Minute Kenntniß hiervon erhielt, trotzdem man wußte, daß er in einer anderen Sache im Gerichtsgebäude thätig sei. Das seien doch Dinge, die sich nicht paßten und hier habe die Regierung alle Veranlassung, einmal einzugreifen. Wie stehe da ein Anwalt seinem Clienten gegenüber da? Er werde nicht mehr den Beschwerdeweg einschlagen, weil er gar üble Erfahrungen gemacht habe- für ihn sei die Kammer da und hier werde er seinem Herzen Lust machen. ES gäbe im Lande eine Anzahl Richter, die sich in den Kopf gesetzt, sie seien nur Richter und nichts anderes. Sie hätten anderes zu thun, als wie ein Kadi Recht zu sprechen. Das scheine ihm (Osann) ein verfehlter Standpunkt zu sein. Er habe sich den Richterstand in einem viel höheren Lichte dargestellt. Früher habe man auf dem Lande den alten ehrwürdigen Landrichter gehabt, der, wenn er auch kein großer Jurist gewesen, doch die Rechtspflege familiärer aufgefaßt habe. Davon sei man j.tzt sehr abgekommen. Er und feine Partei (nationallib.) fei von Anfang an mit dem Staatsminister Finger verbunden und er hoffe und wünsche, daß dieselbe noch recht lange mit demselben verbunden bleiben möge. (Bravo.) Abg. Dael von Köth beklagt sich über die lange Dauer des Erscheinens des bürgerlichen Gesetzbuchs für das deutsche Reich. Er ersucht die Regierung um ihre Initiative. Abg. Heidenreich wünscht, daß auf das Land tüchtige juristische Richter gesetzt werden und daß sich dieselben bekannt machen mit dem Character und den Gewohnheiten des Volkes. Ab. Schmidt erklärt die Bereitwilligkeit seiner Collegen für Freigabe des Sonntags an die Gehülfen der Rechtsanwälte. Er widerlegt eine Reihe ihm von der Regierung in den Mund gelegter Aussagen und wendet sich schließlich gegen den Oberstaatsanwalt Schliepe, der am Samstag dem Abg. einen Verweis ertheilt hat, weil er einem Bürgermeister, der ihm verspätet einen .Hypothekenauszug gebracht, die Hand gedrückt, anstatt denselben angezeigt zu haben. Das fehle ihm gerade noch! Ob das, was er mache, dem Herrn Oberstaatsanwalt paffe, oder nicht, fei ihm einerlei. Sein (des Oberstaatsanwalts) Auftreten am Samstag käme ihm vor, als sei er in Mainz im Justizgebäude als Angeklagter und erhalte für feine That ein paar Jahre Gesängniß. Soweit fei es Gott fei Dank noch nicht und er werde sich trotzdem nicht abhalten lassen, seine Klagen im Hause vorzubringen. Er fährt dann fort, Geh. Staatsrath Hallwachs habe am Samstag ausgeführt, man habe keine Ursache gehabt, ihm ein solches Mißtrauensvotum auszustellen und daß er von jeher bestrebt gewesen sei, seine Interessen den Ge- fammtintcreffen unterzuordnen. Wenn der Herr Geh. Staats- rath sich genau die Reden gemerkt habe, so mußte er doch aus denselben die nötigen Consequenzen ziehen. Er (Redner) gratulire ihm für dieses Bewußtsein, es sei dieses der beste Lohn, den er mit lich auf de« Weg nehmen könne. Abg. Haas wendet sich gegen die Aeußerungen des Abg. Friedrich und bricht zur Ehrenrettung der studentischen Corps eine Lanze. Abg. Jöst bespricht den Umstand, daß die Gerichtsvollzieher im Lande bei einer Firma in Darmstadt zu doppelten Preisen ihre Bücher beziehen müssen, während eine Mainzer Firma sie viel billiger liefere. Er bittet die Regierung um Remedur dieses Monopols im Interesse der Ersteren. Staatsminister Finger bespricht nochmals in eingehender und sachlicher Weise die gerügten Dessiderien und verspricht Abhülfe und fährt dann fort, daß er bedauere, daß der Anfang und auch das Ende der Debatte so erregt geworden fei. Es fei heute in unzweideutiger Weife aus- gedrückt worden, daß fein Mitarbeiter gehen solle. Ec müsse aber ein schlechter Mensch sein, wenn er nicht anerkennen würde, daß derselbe seinem Dienst voll und ganz gewachsen sei. Er könne nur sagen, daß das Vertrauen, das sein Vertreter seit 14 Jahren habe, derselbe auch heute noch genieße. Geh. Staatsrath Hallwachs zollt diesen Worten des Staatsministers tiefsten Dank. Er wolle hier aber nochmals erklären, daß die Herren ihm Unrecht gethan hätten. Abg. Metz-Gießen hofft, daß nach den Erklärungen des Geh. Staatsrath Hallwachs alles beim Alten bleiben werde. Er habe auch keine Hoffnung, daß es anders werde, so lange er da fein werde. Abg. Köhler (Antis.) erläutert unter ungeheurer Heiterkeit des Hanfes feinen antisemitischen Standpunkt gegenüber dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch, von dem er nichts hält. Nachdem noch Abg. Erk die Gründe darlegt, warum er fein Vertrauensvotum für den Staatsminister zurückgezogen, um es später noch stärker zum Ausdruck zu bringen, wird die Sitzung um ^2 Uhr geschlossen. Gieße», den 11. April 1894. * * Oeffentliche Sitzung des Proviuzialausschuffes Samstag den 14. April 1894, Vormittags 9 Uhr. Tagesordnung: 1. Erbauung der Kreisstraße Alsfeld—Münch- Leusel - hier Antrag der Stadt Alsfeld auf Enteignung von Gelände in den Fluren 24 und 25 der Gemarkung Alsfeld. 2. Beanstandung der Beigeordnetwahl zu Breungeshain. 3. Gesuch des Jacob Adler zu Lindheim um Ausstellung eines Wandergewerbescheins. * * Kriegerverein. In der gestern stattgehabten Generalversammlung wurde nach der günstigen Berichterstattung der Kassenprüfungscommission eine Statutenänderung betreffs Unterstützung der Kameraden durch den Verein einstimmig angenommen. Aus Anlaß der Ankunft des hohen Brautpaares in Darmstadt wird eine in gestriger Generalversammlung bereits bestimmte Deputation den Einzugsseierlichkeiten beiwohnen. Das Bezirksfest, welches in diesem Jahre in Lollar stattfindet, ist mit der 50 jährigen Jubiläumsfeier des dortigen Kriegervereins verbunden und verspricht großartig zu werden. Um bei Beerdigungen von Kameraden eine bessere Betheiligung zu erzielen, wurde einstimmig, vorläufig protocollarisch, ein Beschluß gefaßt, welcher den Kameraden demnächst zugehen wird. Sonntag den 29. April, V23 Uhr findet im Lenz'schen Felsenkeller eine Bezirksversammlung statt, zu welcher auch die Kameraden freundlichst eingeladen sind. * * Alpenvereinsausflug. Wir verfehlen nicht, unsere Leser auf den nächsten Sonntag stattfindenden Ausflug des Alpenvereins — zu dem dem Verein, wie zu allen seinen Veranstaltungen, Gäste herzlich willkommen silid — hinzuweisen. Es gilt einer der schönsten Parthien des nordöstlichen Taunus und wird von Ostheim über Ziegenberg und Cransberg auf den Winterstein, von da hinunter nach Friedberg führen. Die Gesammkmarschzeit beträgt mithin höchstens sieben Stunden. Die Abfahrt erfolgt 703 Uhr Vormittags. * * Zimmrrbraud. Gestern Mittag sand in einem Hause am Seltersweg ein Zimrnerbrand statt, welchem Vorhänge und Gardinen rc. zum Opfer fielen. * * Gewichtsrevifion. Gestern sand bei den auswärtigen Bäckern, welche Brod in hiesige Stadt zum Verkauf bringen, eine Revision des Brodes auf das Gewicht statt. Es wurden Brode gefunden, die 4 Pfund wiegen sollten, und ein Mindergewicht bis zu 180 Gramm zeigten. Bei zwei Bäckern wurde eine größere Menge Brod confiscirt, außerdem erfolgt noch Bestrafung derselben. Das Brod wurde dem Stadtarmenamt überwiesen. * * Preisausschreiben. Großh. Centralstelle für die Gewerbe hatte vor einiger Zeit einen Preis ausgeschrieben zur Erlangung von Entwürfen zu Mobiliargegenständen für Zwecke des Gewerbehallevereins in Darmstadt. In der vor einigen Tagen stattgehabten Conserenz der Preisrichter wurde das Urtheil über die Einläufe verkündigt- im Ganzen waren 21 Entwürfe eingelaufen und unter diesen wurden die drei Preise wie folgt vertheilt: Den ersten Preis erhielten die Herren Adolf Stetter in Stuttgart und F. Hammelmann in Darmstadt und hatte hier das Preisrichte, collegium von der in dem Preisausschreiben erwähnten Besugniß, gleich- werthige Arbeiten gleichmäßig zu prämiiren, Gebrauch gemacht, den dritten Preis erhielt Herr Jul. Süßenbach in Frankfurt ä. M. * * Für die Damenspende zum Vermählungsseste des Großherzogs wurden annähernd 10 000 Mark aufgebracht. Als Geschenk sind ein Prunkschrank zur Aufbewahrung von Kunstgegenständen, sowie ein Tisch mit zwei Sesseln gewählt worden, welche im Stil der auS dem Schlöffe zu Lichtenberg demnächst in das Residenzfchloß zu verbringenden alten Thüren aus Eichenholz mit Einlagen von Holztheilen der Mainzer Römerbrücke und Elfenbeinschnitzerei ausgeführt werden. Da die Fertigstellung der Geschenkstücke etwa ein halbes Jahr beanspruchen wird, werden zur Vermählungsfeier einstweilen die Skizzen nebst einer Adresse in Gestalt eines bereits vor» liegenden, äußerst paffenden Festgedichtes überreicht. * * Eine Wetterprognose. Herr H. Habenicht in Gotha veröffentlicht Folgendes: Wenn auch die jetzige Trockenperiode durchaus normal und für den Landwirth sehr nützlich ist, so liegt doch die Vermulhung sehr nahe, daß der diesjährige Eismangel in fast allen nordischen Gewässern wieder eine vorwiegende Neigung der Witterung über Mitteleuropa zu Trockenheit und Wärme während des kommenden Sommers verurjachen wird, welche vielen Landwirthen unerwünscht wäre. Gewitterregen, besonders um die Zeit der Sonnenwende, sind wahrscheinlich - längere Regenperioden oder Landregen dürsten kaum eintreten. * * 50,000 deutsche Laadarbeiter werden für die Vereinigten Staaten von Nordamerika gesucht. Amerikanische Agenten sind nach Deutschland unterwegs, um Arbeiter anzuwerben. Lasse sich Niemand mit diesen Agenten ein. Der Theil Amerikas, nach welchem die deutschen Arbeiter gebracht werden sollen, ist der schlechteste des Landes. Es ist daS Mississippithal, das die Heimstätke des gelben Fiebers ist. * * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Bäcker Carl Appel aus Groß-Karben vom Amtsanwalt in Gießen wegen Unterschlagung - Arbeiter Josef Geibert aus Iggelheim von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen schweren Diebstahls (kenntlich an Tätowierungen und zwar auf der rechten Hand einen Anker, am rechten Vorderarm ein rundes Wappen)- der in Oberheffen herumziehende Korbmacher und Scheerenschleifer Adolf Gütig aus Obernick von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Bedrohung und Körperverletzung- die verheirathete Taglöhnerin Elise Müller aus Weckersheim von derselben wegen Diebstahls- Jacob Zehfutz vom Amtsgericht Worms wegen Hehlerei. * * Zu Amerika verstorbene Heffen. New-York City. Nikolaus Gallei, 45 Jahre alt, aus Bensheim. Henriette Günther, geb. Dotzert, 52 Jahre alt, aus Lauterbach. — Chicago, Jll.: Marie Winkler, geb. Mader, 25 Jahre alt, aus Bonsweiher, Kreis Heppenheim. — Cincinnati, O.: H. Rinninsland, 41 Jahre alt, aus Hanau. Rev. Philipp Barth, 75 Jahre alt, aus Brombach. — Des Moines, Ja.: Adam Attig, 35 Jahre alt, aus Nieder Licbersbach. — Fall Creek Township, Jll.: Johann Speckhardt, 82 Jahre alt, aus dem Großh. Hessen. — Milwaukee, Wis.: Lehrer Jakob Wahl aus Darmstadt. * * Orienlreiseu. Reisenden nach dem Orient wird es von Interesse sein, zu erfahren, daß bei der Fahrkartenausgabe in Mainz C.-B. und bei der Fahrkartenverkaufsstelle im Frankfurter Hof in Frankfurt a. M. zusammenftellbare Rundreisehefte für den Orient erhältlich sind. Dieser Verkehr umfaßt das Gebiet der Orientalischen Bahnen, der Bulgarischen und Serbischen Staatsbahnen, des Oesterreichischen Lloyd und der Messageries-Marilimes. * * Nach dem soeben erschienenen Bericht über die Thärigkeit des Chemischen Untersuchungsamtes für die Provinz Oberheffen wurden in der Zeit vom 1. April 1892 bis dahin 1893 insgefamrnt 310 Untersuchungen ausgeführt, davon 234 im Auftrage von Behörden und 76 im Auftrage von Privaten. Die Untersuchungen erstreckten sich in ihrer Mehrzahl (112) auf Wasser, dann folgen Gewürze (37), Milch (35), Petroleum und Zucker (je 21), Fleischwaaren (15), Mehl (10), Mineralwasser (7), Kaffee (6), Bier (5), Brot, Butter, Futtermittel (je 4), Essig, Limonade, Wein, Zellftoff- flüssigkett (je 3), Düngemittel (2), Branntwein, Chocolade, Cichorien, Eis, Garn, Graupen, Kaffeeabsud, Leichentheile, Malz, Mineralsalz, Nudeln, Oel, Senfpulver, Schlamm, Thee (je 1). Zu Beanstandungen gaben 30 Objecte Veranlassung und zwar war in 3 Fällen das Bier verdorben, die Butter in 2 Fällen mit fremden Fetten durchsetzt, die Milch in 4 Fällen entrahmt oder gewässert, in einem Falle Nelken mit Nelkenstielen verfälscht, Pfeffer enthielt einmal zu hohen Aschengehalt, Rüböl war einmal mit Cottonöl versetzt, Wasser in 18 Fällen zum menschlichen Genüsse ungeeignet. Die meisten Untersuchungen wurden im Monat März (139), die wenigsten im Mai (47) vorgenommen. AIS Einnahme aus den Untersuchiingen ergaben sich 1119 Mark, welchen an Ausgaben 2300 Mark gegenüberstehen, so daß zur Unterhalttung des Untersuchungsamtes von der Provinz ein Zuschuß von 1181 Mark nöthig wurde. Dem Bericht ist das Ergebniß der Untersuchung der Trinkwafferverhält- niffe Gießens angefügt. Was die Pumpbruunen betrifft, so haben wir gelegentlich der Berichte über die Stadtverordneten- Versammlung das Wichtigste bereits mitgetheilt- das Waffer der besonders bezeichneten Pumpbrunnen ist, nachdem die Brunnen gereinigt und durch zweckmäßige Anlagen gegen das Einsickern von Oberflächenwaffer geschützt worden sind, im Allgemeinen als gut zu bezeichnen. Es bleibt indessen nach wie vor feststehen, daß Gießen sein bestes Trinkwaffer tn der Quellwasserleitung besitzt. *♦ Zur Nachricht. Es ist vorgesehen, daß die Landes- baugewerkschule zu Darmstadt eine Erweiterung nach der Richtung erhält, daß eine über das seitherige Programm der Anstalt hinauSgehende obere Abtheilung gebildet wird. Dieselbe soll insbesondere den Anforderungen Rechnung tragen, welche an die Ausbildung der staatlichen Kreis- bauausfeher, Straßenmeister u. s. w., sowie entsprechender technischer Beamten im Kreis- und Gcmeintedienste gestellt werden. Bei hinreichender Betheiligung wird ein solcher Unterrichtscursus von ungefähr Mitte Mai bis Mitte September d. I. abgehalten werden- Meldungen rc. sind an die Großh. Direction dcr Landesbaugewerkfchule zu Darmstadt zu richten. Ferner soll, um verschiedenfach geäußerten Wünschen entgegen zu kommen, ebenfalls bei hinreichender Betheiligung der Unterrichtscursus der seitherigen mittleren Abtheilung (Ingenieur Albert») gleichfalls im Laufe des Sommerhalbjahres abgehalten werden, wodurch insbesondere älteren Schülern Gelegenheit geboten wird, die Unterrichts- curse der Anstalt fortlaufend zu besuchen. Meldungen sind gleichfalls der Direction einzureichen. Es wird jedoch aus- Orient wird r- er FahrkarteoauS- irnverkauftstrlle im mevstellbarr Rund« Dieser Verkehr jnen, der Bulgari« 5 Orsterreichislhen ;n sür die 8n. 1 Amerikanische "'Arbeiter anzu- Men ein. Der Leiter gebracht ’V« ist dar 1 Nebns ist. '^kflich letfiljt: Amisanwalt in M ©eiben ans Mainz wegen Wt und zwar Vorderarm ^ziehende «orb- au6 OberM bon Bedrohung und »in Elise Mütter »iebstahlS^ Jacob -hlerei. -n>-Aork City, ^heim. Henriette 8 Lauterbach. - Kader, 25 Jahre incinnati,O.: tu. Reo. Philipp i MoineS, Ja.: rsbach. - Fall lhardt, 82 Jahre re, M.'. Lehrer iericht über die !S für die Prooinz l 1892 biß baljia usgeführt, davon im Ausna^e ton en W in ihrer :n Gewürze (37), Fleischmaaren (15), ), Bier (5), Brot, ibe, Wein, Moss- ntwein, Chocolade, ibsud, Leichentheile, spulver, Schlamm, n 30 Objecte Bei« as Bier verdorben, Fetten durchsetzt, ewäffert, in einem effer enthielt einmal nal mit Eottonol chen Genüsse unge« urden im Monat voraenommcn. «tn n ßch U1S Marl, lübersteheu, so bQB S bcr tt rbe Dem Gericht L-S >-!>- 'S worden sind, Hilft jtlS »tatwll* ldelvogkn li”"11* „ ,»14« J e^en^ SS i>“ „ifilrrt« ’Tw6”1'« SS* * N'» s°ih, 'ft, f, „h!> il-üifti U*1 •* ttleüropa iu . 01 sommers te* ioben oder 2.' drücklich darauf hingewiesen, daß nur solche Bewerber Aufnahme finden, welche das nöthige Alter erreicht und die vorausgehenden Gurse bereit- mit Erfolg besucht haben oder die hiernach erforderlichen Vorkenntnisse bestimmt nachweisen können. * 8rL»berg, 9. April. Zu Ehren deS nach Gießen versetzten Herrn Steuerraths Bähr fand vorgestern Abend iit Gasthaus „zum Hirsch" hier ein Abschiedsessen statt. Die sehr zahlreiche Belheiligung an demielben ist ein Be- neiS von der großen Liebe und Anhänglichkeit, die sich der Scheidende während seiner Wirksamkeit am htesigen Orte er- v orben hat. Während deS EffenS toasteten Herr OberamtS- richter M'ckel auf Seine Künigl. Hoheit den Großherzog, Herr KretSbaumeister Schnitzel auf den scheidenden Herrn Steuerrath, Herr Pfarrer Koch auf die Familie desselben. Auch des Musikvereins Grünberg, der sich freiwillig erboten bitte, bei der Abschiedsfeier mitzuwirken, wurde gedacht. In b wegten Worten dankte der Gefeierte für die ihm zu Ehren ve.anstaltete -Feier und richtete herzliche Abschiedsworte an die zahlreich Erschienenen. O Grunderg, 10. April. Obgleich die vorjährige Kartoffelernte als eine durchschnittlich ergiebige betrachtet ererben muß, macht sich doch ein reger Ankauf von Kartoffeln au- der Wetterau bemerkbar. Die Landwirthe des Vogelsbergs sind einmal zu der Ueberzeugung gekommen, daß neue Setzkartoffeln die ursächliche Bedingung zu guten Kartoffelerträgnissen bilden. Daher der Ankauf neuer Kartoffeln trotz des oft noch guten VorrathS eigner Kartoffeln in den Kellern. Der Hauptumsatz an Kartoffeln findet aus dem hiesigen Frachtmärkte statt. Auf dem letzten SamStagSmarkt wurden a > 213 Gentner verkauft zu dem durchschnittlich mäßigen Preis von 2,18 Mk. pro Gentner. Am theuersten waren sozenannte „Weltwunder", die per Gentner mit 2,50 bis 3 Mk. abgingen. Auf dem Getreidemarkt zeigt sich ein weiteres Sinken bei den ohnehin niedrigen Getreidepreisen, waS wohl als Folge des russischen Handelsvertrages zu befrachten ist. Weizen kostet per Gentner nur 7 Mk., Korn per Gentner 7,27 Mk. Daß letztere- theurer ist al- der Weizen, kommt wohl hauptsächlich daher, daß die Nachfrage nach Saatkorn stark ist, weil im vorigen Jahr in vielen Gemarkungen daS Korn in der Blüthe erfror und so nur taube Aehren geerntet wurden. D Ulrichstein, 10. April. Unser heutiger „Ostermarkt", der durch den frühen Zeitpunkt deS Osterfestes erst spät demselben folgte, zeigte schwache Besetzung des Rindviehmarktes. Evident zeigte sich hier die Beeinflussung deS Handels und der Preise durch die setlherige trockne Wetterlage, die bei den Landwirthen eine bis jetzt unbegründete peffimiftische Anschauung bezüglich der Jahresaussichten erzeugt hat. Das Herabgehen der Preise beim Rindvieh beträgt im Vergleich mit dem Stand der Preise auf dem Ostermarkt zu Grünberg 50 Mark per Stück. Während dort bessere Kühe bis zu 330 Mark galten, bezahlte man hier erst 280 Mark dafür. Andere Kühe kosteten 250 Mk., zweijährige Rinder 150 bis 180 Mk, einjährige 120—130 Mk. Der Schweinemarkt war ungleich besser befahren bet lebhafterem Geschäft. Obgleich auch die Ferkel im Preise etwas zurückgegangen, müssen letztere doch noch als hoch bezeichnet werden. Von i/i billigerem Preise, wie sie ein Handelsmann — wie mau sich erzählt — in G ehen für 600 russische Schweine genommen, war hier nicht- bemerkbar. Das Paar Ferkel galt im Durchschnitt 40—50 und 50—60 Mk., daS Paar Läufer 90-100 Mk. DaS sind gewiß noch recht refpeetable Preise. Wenn wirklich eine ©erbifligerung der Preise für junge Schweine eintreten wurde, so wäre das eben zu begrüßen. * AlSseld, 5. April. Der hiesige Gewerbeverein beabsichtigt, mit der event. 1895 hier stattfindenden Hauptversamm lung deS LandesgewerbvereinS eine Ausstellung gewerblicher Erzeugnisse auö dem Großherzogthum Hessen zu veranstalten. A Mainz, 10. April. Die von dem Ma'n er Turnverein angeregte Deutscheu-Turnsahrt nach Italien, welche geplante Excursion bekanntlich schon bei verschiedenen deutschen Turnverbänden lebhafte Beanstandung fand, hat mit sonstigen Differenzen jetzt auch zu erregten Auseinandersetzungen in hiesigen Turnerkrcisen geführt. Die Auseinandersetzungen haben einen solchen Grad angenommen, daß der in weiteren Kreisen bekannte langjährige Sprecher und Präsident deS hiesigen Turnverein-, A. Allendorf, vollständig von der Turnerei zurückzutreten beabsichtigt. A Mainz. 10. April. M't Rücksicht darauf, daß in dem Etat der Finanzperiode 1894/97 die Schank st euer -euf Wein für Witthe wieder zur Ausnahme gebracht worden ist und außerdem die Reg'eruug die Wiedereinführung einer Besteuerung noch in vermehrtem Umfang plant, hat die hiesige Handelskammer vor Kurzem an die beiden Ständekammern eint Eingabe gerichtet, in welcher gebeten wurde, 1) tn erster Linie, daß die Besteuerung des Meines gänzlich aufgehoben werde, 2) in zweiter Linie, daß ebenso wie im Etat der Finanzperiode 1891/94 auch in dem jetzt in Berathung stehenden für die Periode 1894/97 die Schanksteuer für die Wirthe außer Hebung gesetzt bleibt. Der Regierung ist eine Abschrift dieser Eingabe unterbreitet worden. — Gestern ist eS gelungen, die jüngst auö dem hiesigen Gefängniß auSge- brochenen gefährlichen Gomplicen deS vor einigen Tagen von der Strafkammer tn Darmstadt zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilten gemeingefährlichen Verbrechers Glotzbach feft- zunehmen. Der eine der Verbrecher, Stephan von KönigS- ftätten, wurde bei einem Diebstahl hier gefaßt und verrieth alsdann der Polizei, daß fein mitentfprungener GoQcge, Rothe von hier, auf der Gustavsburg versteckt fei, wo man denselben auch alSbald auffand und dingfest machte. Die beiden Gauner hatten feil ihrer Flucht von Diebstählen gelebt, die sie in Wiesbaden und benachbarten Orten ausführten. — Die im Herbste hier stattfindende große Blumen- und Pflanzenausstellung wird laut Beschluß deS Vorstandes nicht in der „Stadthalle" abgehalten werden, sondern cs werden dazu die Räume deS gegenwärtig hier weilenden Gircuö Schumann benutzt. Alzey, 7. April. Eine ganz furchtbare Brand- katastrophe, die an daS Frankfurter Unglück erinnert, ereignete sich (rote schon kurz berichtet) heute Nacht 2 Uhr in dem benachbarten bayerischen Städtchen Kirchheimbolanden. Drei Menschen verbrannten lebendigen Leibes, nämlich ein Vater, Herr Kaufmann Lutz, mit zwei erwachsenen Söhnen. Erst heute Mittag halb 4 Uhr wurde die verkohlte Leiche dcö Herrn Lutz aufgesunden, während man bis zur Stunde noch nicht die Ueberrefte der verbrannten Söhne hat auffinden können. Die Mutter, eine 17jährige Tochter und ein Säugling konnten durch das heldenhafte Gingretfen der Herren German und Giloh, welch letzterer selbst sich mit Familie nur mit knapper Noth daS Leben hat retten können, dem Flammentod entriffen werden. vermischtes. • Mannheim, 8. April. Eine Blutthat wurde in tierfloffener Nacht in der Wirthfchaft zum goldenen Wroen verübt. Zwei Brüder, der 23 Jahre alte Taglöhner Gottfried und der 20 Jahre alte Georg Fritz aus Maibach, Oberamt Hall, geriethen während des Kartenspiels mit dem Sackträger Christian Gerich in Streit. Nach kurzem Wort- wechsel zog Gottfried Fritz fein Taschenmesser und schnitt dem ihm gegenüber sitzenden Gerich buchstäblich die Gurgel ab. Nach wenigen Minuten war der Unglückliche, der erst 37 Jahre alt war und eine 9köpfige Familie zu ernähren hatte, verblutet. Die Brüder Fritz sind verhaftet worden. * Bayreuth, 9. April. Der Steuereinnehmer Raith in Kirchenleibach hat sich Nachts im Bette erschossen. In seiner Kaffe fand sich ein großes Manco. DaS Motiv deS Selbstmordes ist danach Furcht vor Strafe. Raith unterschlug auch Beträge für von ihm verkaufte Loose, weßhalb Anzeige gegen ihn erstattet war. * Berlin, 9. April. Trotz des polizeilichen Verbots hat der Schneidermeister D owe seine kugelsicher gepanzerte Brust gestern als Zielscheibe dargeboten. Freilich handelte eö sich nicht um eine öffentliche Vorstellung, sondern um eine Aufführung, die hinter verschloffenen Thüren vor Engländern, Amerikanern, Franzosen und einem hiesigen höheren Offizier von Statten gingen. Ein hiesiger Diplomat wollte gleichfalls Augenzeuge der Leistungen fein, wurde aber am Erscheinen verhindert. Die Schießübungen, die sich auf Dowe nicht beschränkten, sondern von den Kunstschützen deS Wintergartens in geradezu haarsträubender Weise fortgesetzt wurden, ließen bei den wenigen Zuschauern das Blut fast in den Adern erstarren. Der Schütze Wistern richtete auf etwa 40 Schritte ein festgeschraubtes Gewehr auf ein hängendes Ei, stellte sich unmittelbar unter das Ei und entlud das gerichtete Gewehr dtlrch einen Schuß auf den Abzug. DaS Ei wurde tadellos von feinem Haupte geschaffen. Derselbe Schütze wurde alsdann von einem Holzrahmen umgeben, der feinen Körperformen angepaßt und unmittelbar an dem den Körper berührenden Rand mit GypSeiein behängt war. Jrn Schnell feuer mit einem Magazingewehr schoß Martin die Eier, die neben den Augen, den Wangen u. s. w. hingen, mit entsetzlicher Sicherheit weg. Weiter schoß Martin auf etwa hundert Schritte Entfernung ein Ei mit einer Kugel vorn Kopfe feines Genoffen und schließlich mit zwei Pistolen zugleich zwei Eier von dem Haupt herunter. Nun trat der gepanzerte Dome siegesbewußt. in die Schranken. Nachdem eine Kugel des jetzigen Jnfanteriegewehrs einen E'chenblock (nicht Eifenblock, wie irrthümlich von uns und anderen Blättern berichtet wurde) in der Länge eines Meters glatt durchschlagen hatte, prallte eine zweite an Domes Brust ab und blieb im Panzer stecken. Jeder Zuschauer schloß unwillkürlich die Augen. Der Erfinder rief lächelnd: „ES ist gar nichts zu fühlen" und erhielt auf feinen Wunsch noch einen zweiten Schuß auf das Herz. Die aufregende Vorstellung endete mit einem Schnellfeuer auf ein gepanzertes Pferd, das dabei ruhig fraß und nur ab und zu bei dem Knall zusammenzuckte. Die versuche auf Dowe sollen demnächst bei einer „vornehmen" Persönlichkeit „im engsten Kreise" wiederhole werden. * ^ürst BiSmarckS Waldarbeiter ftrikeo. Au-Friedrichs- ruh berichtet man, daß 300 Mann Pioniere nach dort ab- gegangen sind mit 80 neu angeschafflen Sägen, um den des Fürsten Bismarck vom Holzbruch des letzten Sturmes zu säubern, weil die dortigen Arbeiter für 2,25 Mk. täglich nicht arbeiten mögen. Die P oniere haben Vorschrift-- mäßige Waldübungen zu machen, auch zur Grleuning beö regelmäßigen Fällens und Bearbeitens der ganzen Stämme. , „ n W. G. Anz. Berlin, <. April. Aus Tilsit wird gemeldet: Eine jüdische Gast wir thsfamilie unweit der russischen Grenze wurde NachlS von Räubern überfallen und dabei Mann, Frau und Tochter erschossen. Ein neunjähriges Kind und e ne alle Frauensperson von 92 Jahren blieben beim Gemetzel verschont. ErstereS mußte das Geldversieck zeigen. Der Mörderbande fielen 1000 Rubel Papier und Silber in die Hände. * Paris, 7. April. Heute Nachmittag durcheilte ein Fiaker, dessen Pferd scheu geworden, den Boulevard. An der Ecke der Rue Söze wurde ein Schutzmann, der dem Pferd den Weg versperren wollte, niedergeworfen und ihm durch die Deichsel die Brust zerschmettert. Ein junger Mann, der dasselbe versuchte, wurde von der Deichsel im Auge töbtlid) getroffen. In diesem Augenblick verlor ein Stubenmädchen, das vom Fenster des sechsten Stockes eines angrenzenden Hauses diesen Vorgängen zusah, das Gleichgewicht und stürzte herab, wo sie tobt liegen blieb. Auf das Pflaster stürzend, warf sie eine vorübergehende Frau um, die unter die Räder eines vorbeifahrenden Wagens gerieth und ein Bein brach, währenddem das scheue Pferd den Kutscher vom Bock schleuderte, der schwer verwundet wurde. DaS Pferd rannte mit voller Wucht gegen einen Karren und fand dabei feinen sofortigen Tod.______________________________ Verkehr, Canö» unfc volkswirthschaft. S Gedern, 4. Avril. Der gestern hier abgehaltene zweite Vich- markt war nicht stark befahren. Angetrieben waren etwa 30 bi« 40 Stück Rindvieh, meistens frischmelkende Kühe, die alle oeiFauft wurden, daS Stück für 230 bis 270 Mk. Teiles Vieh war gefragt, jedoch nicht vorhanden. 2- bis 2'/, jährige Rinder kosteten da« Stück 100 bis 150 Mk. Saugkälber, 3 bi« 4 Wochen alt, 30 bi« 45 Mk. Schweine waren etwa 300 bis 350 Stück angetrieben, am meisten sogenannte Läufer (Herbstfetkel), weniger dagegen junge Ferkel. Herbstferkel wurden sehr begehrt und auch alle verkauft, daS Paar zu SO bis 110 Mk., junge Ferkel wurden wenig verkauft, da Käufer die hohen Preis-Forderungen scheuten, auch die schon seit einigen Tagen anhaltende trockene und heiße Witterung einen bedenklichen Einfluß ausübte. DaS Paar Ferkel kostete 40 bis 50 Mk. In Zuchtschweincn war der Handel flau, es kostete das Stück 60 bis 80 Mk. Fette Schweine wurden mit 54 bis 58 Pfennig per Pfund Schlachtgewicht bezahlt. Der nächste Markt hier findet erst im August statt. Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen. 14. Woche. Vom 1. April bis 7. April 1894. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (incl. 1600 Mann Militär). SterbltchkeitSziffer: 21,17°/« bezw. 11,76 nach AuSfchl. der Ortsfremden. ES starben an: Zusammen: Erwachsene Kinder im 1. Lebensjahr: vom 2.-15. Jahr: Lungenschwindsucht 4 (1) 3 (1) — 1 (Sehirnschlagfluß Erkrankungen deS 1 1 — Herzens Sonstige benannte 3 (2) 3 (2) — — Krankheiten 1 (1) 1 (1) — — Summa: 9 (4) 8 (4) — 1 Anm. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Ca. 3000 Stück Foulard-Seide Mk. 1.35 bis 6.85 v M. — bedruckt mit den neuesten Desfins und Farben — sowie schwarze, weiße und farbige Seidenstoffe von 75 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. — glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc (ca- 240 versch. Qual, und 20t 0 versch. Farben, DesstnS rc.) Porto- «nd stenarfrei ins Hansl! Catalog und Muster umgehend. [122 6. 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Herzlichen Dank sprechen wir auch auf diesem Wege für die uns von allen Seiten in so aufrichtiger Weise entgegengebrachte Theilnahme aus, welche uns bei dem so tief erschütternden Schicksalsschlag und schmerzlichen Verlust unseres innigst geliebten Kindes wurde. Chaussirungsarbeiten 148 c. Bau eines Doppelcanals in Mainzlar. M MNICOLAI OrfEHBACH% d. Bau von Canalen bei e. Umbau von Canälen in Treis a d. Lda. . 148 M 64 zSi 3229 Otto Bergen. Lumdabrücke Allendorf a. d. Lda. Maurerarbeiten 74 // // // // // in Queck- CZ& 29.92 mein Geschäft 3177 Gießen, am 10. April 1894. 3216 PILSNER BIER Protocollirte aus der ooooooooooooooooooooo Wfbectton; K. Scheyde. - Druck und «erlag der Bruhl'scben Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) hi Gtehen 133 158 12 12 102 69 312 637 93 50 92 50 90 80 50 80 20 21 68 55 58 n n 153 150 11 17 81 9 50 41 u // // n // // tf n u ft Pflasterarbeiten Steinbrechen Fuhrleistungen . Sandlieferung . f. Umbau der Maurerarbeiten Steinhauerarbeiten Chaussir-und Pflasterarbeiten . . . Stein-Lieferung Kies-Lieferung . . Fuhrleistungen . . // // f> // Steinhauer- Zimmer- Dachdecker- Schlosser- Dchreiner- ri // 80 bei Maurerarbeiten Steinbauerarbeiten Chaussirungs- und Pflasterarbeiten Stein-Lieferung Kies-Lieferung Maurerarbeiten Steinhauerarbeiten // 20.16 4.50 12.— Der Kreisingenieur Stahl. // 18.64 185.09 82.— 46.- 80.35 Dammstraße 29 Heinrich Belloff. 3152] Zu verpachten: Garten an der Kltnilstraße, mit guten Obstbäumen, mit oder ohne Wiese und Grabland. S. Katzenstein Wwe. -5i // Absperrung der Wasserleitung betr. Wegen Arbeiten an der Wasserleitung in der Schottstraße findet Donnerstag, den 12. April, von Morgens 6 Uhr bis gegen 8 Uhr, eine Unterbrechung der Wasserlieferung für die Nordanlage vom Wallthor bis zur Dammstraße, sowie für die Steinstraße von der Schott- ftraße bis zum Asterweg statt. Wir bringen dies zur gefl. Kenntnißnahme der betr. Anwohner. Gießen, 11. April 1894. Städtisches Gas- Und Wasserwerk Gießen. mit patent. Verbindungsmethode ohne jede Löthung sind anerkannt die besten der Welt. Nach amtlichem Zeugniß der königl. mechan.-techn. Versuchs-Anstalt zu Charlottenburg vom 15. November 1893 knickte bei gleicher Gattung und Dimension der Versuchs« objecte gelöthetes Rohr nach einer Belastung von 11 kg und 50 cm Hebellänge, also bei einer Spannung von 47,4 kg pro □mm, gekeiltes Rohr nach einer Belastung von 23 kg und 50 cm Hebellänge, also bei einer Spannung von 89,4 kg pro Qmm. Hierdurch wird also die außerordentliche Haltbarkeit der Gieße-Räder verbürgt. Gewicht der Tourenmaschine 12—20 kg. Sport-Ausstellung Hannover 1893 höchste Auszeichnung Goldene Medaille. Vergebung von Sauarbeiten. Die nachstehenden Bauarbeiten werden im Submissionsweg vergeben und sind Offerten bis Samstag, 21. April l. Js., Vormittags 9 Uhr, bei dem Bezirksbauaufseher Maringer in Grünberg, bei welchem Voranschläge, Pläne und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, abzugeben. a. Erbauung eines Geräthe- schnppens: Erd- u. Maurer-Arbeiten JK, 185.10 39* Versteigerung. TWE Donnerstag den 12. d. M., Nachmittags lx/2 Uhr anfangend, versteigere ich in dem früher Bramm'schen Local, Neustadt 55, öffentlich: eine große Partie Gläser, 1 Sopha, 1 Comptoirpult, 1 Klappsessel, 1 Theetisch, 1 Spieltisch, 2 halbrunde Tische, 1 Waschtisch, zwei Kleiderschränke, 1 Bettstelle mit Strohsack, 1 eisernes Bett (com- plett), 1 sehr guten Flügel (Schiedmeier), 1 Kassenschrank, 1 Secretär, 1 Clavierstuhl, 2 Spiegel, 1 Standuhr u. s. w. Alles rein und in bestem Zustand. — Versteigerung bestimmt. 3207 I. A.: L. Mühlhausen, Taxator. Die Sachen können des Vormittags am Verstetgerungstage von 10—11 Uhr angesehen werden. Vergebung von Kauarbeiten. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen werden am Dienstag den 17. April l. I., Vormittags 8 Uhr im Amtszimmer des Unterzeichneten, woselbst Pläne, Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, im Submissionsweg vergeben. a. Umbau eines Canals bei Daubringen. „ 50 Wieseck. Montag den 16. April, Abends 81/, Uhr: Erste Hebung. Das Commando. Stadt. Schlachthaus. Freibank. [3224 Heute: Faselochseofleisck nicht ladenrein, pr. Pfd. 30 Pfg Die glückliche Geburt eines prächtigen Mädchens beehren sich ergebenst anzuzeigen Adolf Bieler u. Frau Emma, 3227 geb. Kull mann. Giessen, 11. April 1894. Deit »O Jahren unübertroffen , ist die undurchsichtige, sehr beliebte Universal -Glycerin -Seife Speciatität von H. P. Beyschlag in Augsburg. Hier zu haben in Stücken & 15, 2u und 30 Pfg. nut ächt im Allein. verkauf bei (3228 A» & G. Wallenfels, Marktplatz 21 Einen Lehrling sucht [3231] Earl Berg, Mäusburg. g. Reparatur der Kleebachbrücke bei Großen Linden. Ein Schlosserlehrlmg kann eintrelen. 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