4 icitia« • 1894; MdE-, mtr seinen Nr. 9 Zweites Blatt. Freitag den 12. Januar W94 Der chktzener Anzeiger erscheint täglich, WO Au-nahme deS Montags. Tie Gießener AnmtttenSttlt-r «erden dem Anzeiger «öchenllich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger »kbachon, Expedit»»« anb Dntderei: Bierteljabviger A6onnemenl^prei»t 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bejogew 2 Mark 60 Pfg. Kenerat-Mnzeiger. Kchntftraße Ar.7. Oernsprecher 61. Aints- und Anzeigeblatt füv den Tiveis Gieszen. — ihren Ehegatten konnte sie trotz aller Anhänglichkeit doch nicht für ein Kleinod rechnen. Um so eingehender wollte sie darum den ankommenden Freier mustern und fiel daS Resultat nicht sehr zu Gunsten des Delinquenten aus, dann war es nichts mit der Sache, nun und nimmermehr. Daß der junge Doctor schüchtern sein sollte, berührte sie nur angenehm, um so mehr, da er sonst ein tüchtiger Kopf war. Schüchterne Männer haben immer Glück bet den holden Frauen, — nicht wahr, schöne Leserin? DaS heißt, die kecken ja auch- ein jeder in seinem Wirkungskreis. Der Geschmack ist ja auch bekanntlich in der Liebe verschieden. So viel aber steht fest, ein etwas schüchterner und stark verliebter Jüngling bietet offenbar mehr Garantie, unter das kleine Pantöffelchen zu gerathen, als einer, der die Welt stürmen möchte. Einem sehr klugen Weibchen gelingt eS freilich, auch einen solchen unter das niedliche Instrument zu bringen. — Beweis : der Oberst — aber immerhin ist das schwerer. Nun, jedenfalls wird Mama Oberst dem Töchterchen den Feldzugsplan der jungen Ehe mittheilen und Aennchen müßte nicht das lustige, offene Backfischchen — Pardon — sein, um ihre Waffen nicht zu schätzen. „Er will noch heute ankommen," sagte sich Frau Eulalie, „ich muß ihn erst sprechen, ehe er zu Albert geht oder gar zu Aennchen. Nein, die soll er mir nickt mehr allein sprechen, ehe nicht die Verlobung beschlossene Sache ist, und daß ich mein Kind zu hüten weiß, dafür bin ich Mutter." S^e öffnete nun die Thür, um nach Marie zu sehen. Soeben kam das Mädchen von der Küche, noch lächelnd im Bewußtsein des empfangenen Thalers. „Wo ist Aennchen, Marte?" Das Mädchen lächelte. „In der Küche, Frau Oberst, ach, freut sich daS Fräulein." „So, so," nickte zufrieden Frau Eulalie, „also in der Küche, das freut mich auch. Marte, wenn ein junger Herr kommt — es wird nicht lange mehr anstehen — so führe ihn sofort zu mir in mein Zimmer." „Noch einer?" dachte Marie. „Wen soll denn der nehmen?" „Mein Mann braucht davon noch nichts zu erfahren, ich will ihn erst allein sprechen." Marie schaute ihre Herrin zwar etwas perplex an, sagte aber dann doch: „Schön, Madame!" Die Frau Oberst trat in ihr Zimmer zurück und Marie ging die Treppe hinunter nach dem Rahm im Keller." Ehe sie jedoch die Stufen der finsteren Gewölbe betrat, erschien im Hausflur ein junger Mann, der, sie bemerkend, sofort auf sie zutrat." „Erlauben Sie, Herr Oberst Tannheim —" „Wohnt hier, jawohl," bestätigte eifrigst das Mädchen. „Herrjeh, Sie sind — ?" „Ja, allerdings," nickte er, da sie stockte. „Der junge Mann?" endigte sie. „Auch das," antwortete er, „haben Sie die Güte, mir zu sagen —" „Ich weiß, ich weiß. Bitte, folgen Sie mir, mein Herr!" Sie führte ihn hinauf und vor die Thüre der Frau Oberst. „Bitte, hier ist die Frau Oberst!" „Aber, ich wünsche dock den Herrn —" „Bst! Ich soll Sie erst zur Madame führen," sagte sie halblaut. „Aha," dachte er, „wahrscheinlich ist der Herr Oberst nicht anwesend und ich bin genöthigt, mit der Frau zu sprechen. Das ist mir unangenehm- Frauen verstehen gewöhnlich nicht viel von der Heilkunde, sind zu zimperlich und fallen in Ohnmacht, wenn so ein Köter schreit." Er klopfte energisch an die Thür, ein etwas erschrockenes „Herein!" antwortete. Der junge Mann trat in das Zimmer, während Marie die Treppe wieder hinunterstieg. Die Mutter warf einen langen Blick auf den Ein- getretenen- sie hielt in diesem Augenblick furchtbare Musterung. Der junge Mann vor ihr befand sich in tadellosem Anzuge, sein Gesicht zeigte einen offenen und freien Character — und der über die Oberlippe nach beiden Seiten hinaufgewirbelte Schnurrbart gab ihm ein beinahe „schneidiges" Aussehen. Auf keffien Fall aber machte der Mann einen schlechten Eindruck- schüchtern jedoch sah er nicht aus. „Wie das Aeußere täuschen kann," dachte die Mutter. Der junge Thierarzt verbeugte sich und war im Begriffe, sich mit rascher, aber wohltönender Stimme vorzustellen: „Mein Name ist Erich —" Sie nickte ihm lehr freundlich zu, daß er betroffen inne« Helt- es war fein Peck, daß er Erich hieß, wie der Andeie. (Fortsetzung folgt.) Vermißtes. * Wetzlar, 9. Januar. Wie der „W. Anz." meldet, ist auch in hiesiger Stadt seit Wiederbeginn des Unterrichts die wohlthätige Einrichtung getroffen worden, daß den armen Schulkindern während des Winters Morgens vor Beginn des Unterrichts eine Tasse warmer Milch und ein Weck verabreicht wird. Die Verwaltung des ev. Bürgerhospitals hat die Tragung der Kosten bereitwilligst übernommen. Wir können diese Einrichtung im Jntereffe der armen Kinder nur auf das Freudigste begrüßen, da dieselben bisher vielfach nüchtern zur Schule kommen und dort die Qualen des Hungers während des ganzen Vormittags dulden und zusehen mußten, wie ihre besser situirlen Mitschüler ihr Frühstück verzehrten, während sie selbst nichts zu frühstücken hatten. * Fulda, 8. Januar. Der Rechtsanwalt Dr. Antoni aus Schweinfurt ist heute zum Oberbürgermeister von Fulda gewählt worden. * Esten, 8. Januar. Am Sonntag Abend brachen zwei Frauen auS Ueberruhr, die über die zugefrorene Ruhr nach Heisingen ghen wollten, ein und ertranken. Die eine Frau ist Mutter von sieben, die andere von neun Kindern. * Ein rührender Fall kindlicher Liebe. Man schreibt aus Sydney, 27. November: Vorgestern, Samstag Nachmittag, fiel ein kleiner dreizehnjähriger Junge, Charles Savill, beim Abspringen von einem Waggon der North- Shore-Trambahn so unglücklich zu Boden, daß die Finger seiner rechten Hand unter die Räder geriethen. Hilfe war glücklicherweise sofort zur Stelle. Savill wurde aufgehoben, bat aber, obwohl heftige Schmerzen leidend, den Conducteur, ihn nicht nach Hause zu schaffen, da seine Mutter krank sei und die Aufregung ihr schaden könne. Der Bitte wurde selbstverständlich entsprochen und der brave Junge in den nächsten Laden geführt, wo ein herbeigerufener Arzt eine« Nothverband anlegte und seine UeberfÜhrung in daS North- Sydney-Hospital anordnete. Hier mußten dem kleinen Helden leider zwei Finger der rechten Hand alsbald abgenommen werden. * Etnfchmuggeluug von Cigarren durch Eifeabahubeamle. Dem „Haunov. Cour." wird geschrieben: Von mehreren Eisenbahnbeamten sind längere Zeit hindurch aus den Fahrten zwischen Basel und Frankfurt a. M. aus der Schweiz stammende Cigarren in der Weise eingeschwärzt worden, daß sie diese in den Packwagen der Hesfiichen Ludwigsbahn, der Elsaß- Lothringer Bahn und der Pfälzischen Bahn unter den zu den Bremserhäuschen führenden Treppen versteckt hielten. Unter den Bremserhäuschen der Hessischen Ludwigsbahn befindet sich ein zu der fraglichen Einschwärzung benutzter hohler Raum, der nur von dem unter dem Fußboden des Bremserhäuschen« befindlichen Oelbehälter aus zugänglich ist. Zu diesem Oel- behälter führt von außen eine ganz kleine, mittelst eines Dreikants zu öffnende Thür. Dieser Hohlraum ist durch eine dicht am Fußboden befindliche Klappe mit einem Vierkant zu öffnen. Bei den Wagen der Pfälzischen Bahn befindet sich das Versteck an derselben Stelle wie in den Wagen der Elsaß-Lothringer Bahn, ist aber 'bedeutend kleiner. Die Eisenbahnbeamten, welche sich des Vergehens der Einschwärzung von Cigarren längere Zeit hindurch schuldig gemacht haben, aber endlich entdeckt sind, haben sehr empfindliche Strafen zu erdulden. * Der auf Flaschen gezogene Mensch. Im National- Musenm in Washington befindet sich unter anderen Sehenswürdigkeiten eine Anzahl Flaschen, welche die chemischen Be- ftandtheile eines 154 Pfund wiegenden Menschen vor Augen führen. Die größte Flasche enthält Waffer — sage 94 Pfund. In anderen Gefäßen befinden sich 3 Pfund Eiweiß, 10 Pfund Leim, 34 */, Pfund Fett, 8t/< Pfund phosphorsaurer Kalk, 10 Pfund kohlensaurer Kalk, 3 Oz. Zucker und Stärke, 7 Oz. Fluorcalcium, 6 Oz. phosphorsaure Magnesia und ein wenig gewöhnliches Kochsalz. In anderer chemischer Beziehung enthält der Mensch 97 Pfund Sauerstoff, 10 Pfund Wasserstoff, 3 Pfund 13 Oz. Stickstoff und Kohle einen ganzen Kubikfuß. Was die chemischen Elemente anbetristt, so sind zum Bau des Körpers nothwendig 4 Oz. Chlor, 3 V, Oz. Fluor, 8 Oz. Phosphor, 31/2 Oz. Schwefel, 21/2 Oz. Natrium und Kalium, 110 Oz. Eisen, 2 Oz. Magnesium und 3 Pfund 3 Oz. Kalcium. * Die Zahl der Aerzte in Deutschland hat nach Ausweis des Reichsmedicinalkalenders auch im Vorjahre wieder eine Zunahme erfahren, sie ist von 20500 auf 21621, also um 5,46 pCt. gestiegen, seit 5 Jahren um 22,2 pCt. Aus til 'ungen Ä. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de, folgenden Tag erscheinenben Nummer bi« Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Ilamitienökätter. Feuilleton. Der Pvchaud. ?ei den Henen mn und Wahl S yelvikarteu ä 30 G '' Meriekarten L 20 H ^and erhaltenen Einladung erversammluns ttgasse. mmmlung in Hannover. cht auHuüben. [341 ' Ortsverwaltimg. mHerWruW Fanny. Humoreske von Gebh. Schätzler-Peressini. (5. Fortsetzung.) Aennchen! — Fräulein Anna!" rief er endlich. Sie wurde noch röther wie vorhin und ließ vor Schrecken ■'Den Löffel mitten im Teige stecken. „Er--(Sri--!" Weiter brachte sie nichts heraus, als sie auch schon aus das verblüffte Stubenmädchen zueilte und ihm zuflüsterte: „Gehe in den Keller, Mariechen, und hole mir ein wenig Rahm herauf." Lächelnd nickte Mariechen und blinzelte dem an der Thüre schückiern und doch glücklich harrenden jungen Doctor sreund- lid) zu. Als sie an ihm vorüberging, fiel ihm plötzlich ein großer Gedanke ein. Er schob dem Mädchen einen Thaler zu und flüsterte: „Wenn Sie den Rahm tm Keller nicht finden, möchten Sie ihn nicht aus dem Boden oben suchen?" Mariechen mußte lachen- sie ging und machte die Küchen- thüre hinter den beiden zu. „Fräulein Aennchen--" stotterte Erich. mhiifc, daß wir, «achdk, Secretär Gros, vnsiot^ „Wie kommen Sie denn hierher?" fragte erschrocken und hastig Aennchen. „3u Fuß," antwortete er unbedacht, „ich war bei Ihrem Dh Wah in Sich emral Agentur. tV hvrrmann. ,g empfehle ich mich zur ihr und erkläre mich zu \&t in ich Walz. eige. en Anzeige. ,s im ler, sjMmckl iw» Herr Papa." „Ach!" schrie der Schelm leise auf. „Und was hat denn Bapa gesagt?" „O, er war sehr — liebenswürdig," bemäntelte Erich, „er war mir nicht abgeneigt und hat mich zu Ihnen in die Kiiche geschickt." „Das — das hat Papa gethan?" „Ja, soeben — ach, Aennchen, darf ich denn bleiben?" bat er leise, immer noch an der Thür stehend und seinen Cylinder in den Händen drehend. „Ach, dann ist ja alles gut und herrlich!" jubelte Aennchen. „Freilich dürfen Sie bleiben — wenn es doch Papa erlaubt, ach Erich!" Sie bliche ihm verlangend entgegen und er müßte der dümmste Mensch der Welt gewesen sein — was er wirklich nicht war, — wenn er diese Augensprache nicht verstanden hätte. „Aennchen!" flüsterte er in seligem Entzücken. Er stürzte vor, trat dabei dem am Boden liegenden Windspiel auf die Schweisspitze — was ihn gar nicht tangirte — breitete die Arme ans und — — Nun, holde Leserin, wünsche ich Dich in gleiche Lage, nitz [350 ick- 96.? ie.n 10 30 92' KÄ i«; iw 1(W ck hen 12. ds. M. M vorftrstraße 3, III. Herr Doctor Erick. In ihrem Zimmer, am Erkerfenster, saß nachdenklich die Frau Oberst. Selbstredend drehten sich ihre Gedanken nur urn das Glück und die Zukunft ihres Kindes. Es schmerzte sie, wenn sie an die Stunde dachte, wo der Mann kam und ihr das einzige Kleinod nahm, das sie besaß M wie auch meine Leser — wenn ich darunter etwa auch Freunde besitze. Sie hielten sich eng umschlungen und „hatten einander so> lieb!" Aennchen barg das erglühende Köpfchen an Erichs Brust und lispelte: „Es ist gewiß kein Unrecht, hätt' es ihm sonst der Papa denn erlaubt!?" Und Erich? Er wußte gar nicht, daß er sich nur in der Küche am Kochherde befand, er dünkte sich im Paradies. Was kümmerte ihn, daß der feine Mehlstaub sich auf seinen schwarzen Salonanzug legte, daß er aussah, als wäre er in einen Mehlkasten gefallen. Sogar den Cylinder hatte er weggeworfen, ohne zu zehen wohin. Langsam versan* der schwarzglänzende Helm in dem weicken Teich der großen Terrine, die Aennchen erschrocken auf die Seite setzte, als sie Erich erblickte - keines der beiden bemerkte das kleine Malheur. Wer wird sich in solchem glücklichen Augenblick um einen ertrinkenden Cylinder kümmern! Nun möchte ich den Schleier über das Küchen-Jdyll ziehen. Was soll ich erzählen von den zwei Glücklichen? Wovon sie sprachen? Lieber Himmel, die Wiffenschaft hat e5 noch immer nicht seftgestellt, worin der Zauber des süßen „Nichts" zweier Liebenden liegt. Vier blitzende Augen, zwei frische rothe Lippen, ein to armer Händedruck — — das sind so ungefähr die Requisiten, welche erforderlich sind, um auf Erden ein Paradies zu schaffen. h mtttbiubm«1’- Januar * tL N( MS" v Alle Annoncen-Bureaux beS In- unb Auslandes ndjiam Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Preußen entfallen 12,851 Aerzte (+ 777 oder 6,44 pCt.), Bayern 2431 (-s- 86), Sachsen 1563 (+40), Baden 855 (+ 44), Württemberg 739 (+ 28), Elsaß-Lothringen 632 (+ 33), Hamburg 429 (+ 8); in den übrigen Staaten bleibt die Zahl unter 200. Eine Abnahme haben Sachsen- Altenburg (von 74 auf 70), Waldeck (von 31 auf 30), und Schaumburg-Lippe (von 19 auf 18) erfahren. Von den preußischen Provinzen hatte die Rheinprovinz die meisten Aerzte mit 1992 gegen 1899 im Vorjahr, demnächst Berlin mit 1799 gegen 1636, Posen mit 445 gegen 427, Westpreußen mit 396 gegen 380, Hohcnzollern mit 31 gegen 32. Im Vergleich zur Einwohnerzahl kommen im ganzen Reich auf je 10000 Einwohner 4,37 Aerzte gegen 4,15 in 1892. Am günstigsten steht Hamburg da mit 6,98, dann Lübeck mit 6,92, Bremen mit 6,11, Preußen kommt erst hinter einer Reihe von Bundesstaaten mit 4,28; am ungünstigsten steht Reuß ä. L. da mit 2,90 und Württemberg mit 3,64. In Preußen zeigen wieder die einzelnen Provinzen und Regierungsbezirke sehr große Verschiedenheiten. Die östlichen Provinzen stehen am ungünstigsten da, so Posen und Ostpreußen mit 2,65, Westpreußen mit 2,76, Während Hohen- zollern 5,33 und Hessen-Nassau mit 6,04 am günstigsten dastehen. Von den Regierungsbezirken zählten Wiesbaden und Köln mit 7,51 resp. 6,44 die meisten, Köslin mit 2,25 und Gumbinnen mit 1,85 die wenigsten Aerzte. Von den Städten entfällt auf die Universitätsstädte natürlich die größte Zahl der Aerzte im Vergleich zur Einwohnerzahl, so in Straßburg 17,8 pro 10000, Halle 12,1, München 11,9, Berlin 11,5, Königsberg 10,6 und Breslau 11,3. — Nach dem Flächeninhalt kommen auf 100 Quadratkilometer 4 Aerzte; die Ver- theilung ist je nach der Dichtigkeit der Bevölkerung sehr verschieden. An der Spitze stehen Hamburg, Bremen und Lübeck mit 10V,25, 43,13 und 17,78 Sachsen mit 10,55, Preußen hat nur 3,67, Mecklenburg-Schwerin nur 1,88. Von den preußischen Provinzen haben Ost- und Westpreußen, Posen und Pommern unter 2, dagegen Hessen Nassau 6,43 und Rheinland 7,47. Die Zahl der approbirten Zahnärzte nahm von 828 auf 915 zu, davon in Preußen 521 auf 581. — Die Zahl der Apotheken stieg von 4964 auf 4988, davon in Preußen von 2726 auf 2777. Sie fiel in Bayern von 650 auf 641, Württemberg von 267 auf 264, Baden von 215 auf 202, Hessen von 111 auf 109. * Die Steuern in Berlin. Die Steuer- und Eiuquar- tirungsdeputation hat ihren letzten Geschäftsbericht (1. April 1892 bis 31. März 1893) veröffentlicht, aus dem folgende Zahlen über die Steuern der Berliner Bürger Interesse erregen dürfen. 434 095 Personen hatten ein Einkommen von weniger als 3000 Mk. zu versteuern, ein Einkommen von 660—900 M. hatten nach der Steuerrolle 179 167, ein solches von 900-1050 Mk. 95 906. Ein Einkommen von über 3000 Mk. haben 43846 Personen, die insgesommt ein Normalsteuersoll von 16851460 M. aufzubringen haben, während das der 434 095 Personen, die unter 3000 Mk. haben, nur 3 599 987 Mk. beträgt. Acht Berliner Bürger haben ein jährliches Einkommen von über eine Million Mk.; der reichste hat eine Einnahme von 3335 000 Mk. bis 3 400 000 Mk. und hat davon 133 400 Mk. an Steuern zu bezahlen- die nächsthöchste Steuerquote beträgt 79 800 Mk. aus einem Einkommen von 1995 000 bis 2000000 Mark. Der drittreichste Berliner Bürger hat nicht viel weniger zu verzehren, denn er hat eine Einnnahme von 1 810000 bis 1815000 M. 31 Personen haben eine jährliche Einnahme von 500000 bis 1 Million und 450 ein Einkommen von 100000 bis 500000 Mk. Die juristischen Personen und Gesellschaften, von denen je eine 10, 8, 7, 6 Millionen Einnahme hat, sind bei der obigen Berechnung außer Betracht gelassen. * Moderne Visitenkarten. Aus Paris berichtet die „N. Fr. Pr.": Die Visitenkarten der eleganten Damen sind seit dem Vorjahre erheblich gewachsen und dementsprechend mußten auch die Visitenkartentäschchen an räumlicher Ausdehnung gewinnen. Eine Damen-Visitenkarte darf heute ihre elf Zentimeter breit und bis sechs Zentimeter hoch sein, ohne daß man ihr anmaßendes Wesen vorwirft — ja, die Visitenkarten der Präsidentin Madame Carnot, deren bescheidenes Auftreten allgemein gerühmt wird, sind sogar noch etwas imposanter gerathen. Eine englische Mode, die sich auch in Paris einzubürgern beginnt, bringt uns Visitenkarten, auf welchen die Mutter mit den erwachsenen Töchtern vereint figurirt. Und sonderbarer Weise sind diese Famillen-Visiten- karten, wie überhaupt alle englischen Namensträger, aus Carton sehr klein ausgefallen. Der Vorname der französischen Damen erscheint noch immer nicht auf ihren Visitenkarten — einzig bei ihrer Geburtsanzeige, bet der Helraths Einladung und aus dem Partezettel wird der volle Name einer Dame gedruckt oder gravlrt. Die Pariser Visitenkarten für ,Mom sieur und Madame" sind gleichfalls größer geworden- autf sie präfentiren sich einfach und schmucklos in mattem Weiß. Einzig auf zarte Gravirung wird entsprechende Sorgfalt verwendet, eine gewöhnlich lithographlrte Visitenkarte darf sich in keinen eleganten Pariser Salon wagen, man würde den plebejischen Eindringling nölhigenfalls mit Hilfe der Loupe entlarven und erbarmungslos richten. Wöchentliche Ueverstcht der Todesfälle in Metzen. 53. Woche von 1893 und 1. Woche von 1894. (Vom 31. December 1893 bis 6. Januar 1894.) Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (incl. 1600 Mann Militär). SterbltchkeitSziffer: 42,91o/«bezw. 12,62 nach AuSschl. der Ortsfremden, Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jab : Diphtheritis Lungentuberculose 2 (2) 2 (2) 2 (2) — 2j2) Tuberculose anderer Organe 2 — 1 1 Lungenentzündung 3 (2) 2 (2) 1 — Influenza 1 1 — — Neubildungen Sonstige benannte 2 (l) 2 (1) — — Krankheiten 5 (5) 5 (5) — — Summa: 17 (12) 12 (10) 2 3 (2) 21 nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Citeratur rrird ICuttft. — E. vor» Wolzogen, der bekannte Verfasser der Romane: Kinder der Excellenz, Thronfolger, tolle Komteß und Kühle Blonde' hat soeben einen Roman vollendet, den die rührige Redaction der bekannten in Dresden erscheinenden, illustrirten Familien-Zeitschrift Universum erwarb. Unter dem vielversprechenden Titel „bie Erbschleicherinnen" beginnt der Abdruck derselben bereits im Januar im Universum. Ca. 6000 Stück Seidenstoffe — ab eignet Fabrik — schwarze, weitze u. farbige v. 75 Pf- bis Mk. 18.65 pr Meter — glatt, gestreift, karrtert, gemustert, Damaste rc. (circa 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, Dessins rc) BflF" Porto« «Nd steuerfrei inS Hau»! l Catalog und Muster umgehend- [8282 6. Hennebergs Seiden-Fabrik (k. k. ho«.), Zürich. Nutzholzversteigerungen. Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde. Montag den 15. Januar 1894 soll im F e r n e w a ld nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 1) im Diftrict Steinertswald, Vormittags 97a Uhr beginnend: 135 Fichtenftämme mit 122,31 fm, darunter starkes Schnittholz, 9 rm Eichen-Nutzscheitholz. 2) daselbst, Vormittags 10Va Uhr beginnend: 74,4 rm Eichen-Scheitholz, 18 „ . Birken- „ 85 „ Eichen-Knüppelholz, 8 „ Birken- „ 17 „ Nadel- 91,5 „ Eichen-Stockholz, 61 „ Nadel- „ 4740 Wellen Eichen-Reisig, 2250 „ Nadel- „ Die Zusammenkunft ist am Müllerweg. Gießen, den 6. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 261 Aeilgeöotenes. Feueranzünder Pack mit 10'> Stück 40 Pfg. empfiehlt die Adler-Drogerie Seltersweg 3» [302 Lanolin Tc°Xe: Lanolin der Lanolinfabrik, Martinikenfelde b. Berlin. Verglich BäÄ Vorzüglich wunderHaulstelltn und Wunden, . . VinOgUclc^u"8<’sSä>' besonders vet kleinen Atndern. 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Durchm.), 60 Fichten-Derbstangen — 4 fm, 4 rm Eichen - Nutzscheitholz, 6 rm Eichen«Nutzprügelholz und 3 rm Erlen-Nollen. Zusammenkunft: Vorm. 10 Uhr im District Hardt 13 bei Nr. 113. Donnerstag den 18. Januar l. Js. im Feldheimer Walde: 15 Eichen - Abschnitte (Schnittholz I. Kl.) — 20 fm (45—62 cm m. Durchm.), 25 Eichen-Abschnitte (Schnittholz II. Kl., Bau- und Werkholz) — 20 fm (25—50 cm m. Durchm.), 60 Fichten-Bauholz-Abschnitte — 13 fm (15—25 cm m. Durchm.), 1200 Fichten-Derbstangen (Sparren, Gerüststangen, Baumstützen rc.) — 65 fm, 6 rm Fichten-Reisstangen. Das Eichenstammholz wird zuletzt versteigert. Zusammenkunft: Vorm. 10 Uhr auf der Haide bei Nr. 52. Arnsburg, den 10. Januar 1893. [333 Gräfliche Oberförsterei. Versuchen Sie gefl. 165 K Schusters Caffee > zu 85, 90, 95 und 100 Pfg. per Vi Kilo. Verkaufsstelle Gießen: Hch. Wallach, Markt 8. M. 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Stock, 6 Zimmer, Badez. n- all- Zubeh., ist pr. 1. April 1894 an eine ruhige Familie zu vermiethen. _____________________Bahnhofstraße 71. 282] Eine Stube mit Zubehör an eine einzelne Person zu vermiethen- Ehr. Schopdach, Neuen Bäue 7. __________— Vermischte Anzeigen. Pferde zum Schlachte« werden stets angekauft. [23 __Keßler, Roßschlächter. 312] Ein LogiS 5 ca. 3 Zimmer unb Zubehör, von jungen Leuten per 1- April d. I in der Nähe von Steins Garten zu miethen gesucht. Offerten mit Preisang. unter M. R. an die Exped. d. Bl- 541 Auf das Comptoir eines hiesigen Fabrikgeschäfts wird Ostern oder früher ein Lehrling gesucht. Offerten unter J. 100 an die Exped. d. Bl.____ 319] Ein Mit der kaufmännische« Buchführung vertrauter Mann wird für einige Stunden des Tages zu engagiren gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Tüchtiger Fuhrmann unverheirathet, zu zwei Pferden gesucht- Näheres in der Exped d. Bl- [30? 327] Zur Pflege und Erziehung zweier Mädchen (4 und 6 Jahre) wird ein besseres nicht zu junges „Kinderfräulein“ gesucht. Solche, die schon bei Kinder» waren, bevorzugt- Sprach- und Musik- kenntnisse erwünscht, aber nicht unbedingt erforderlich Familienanschluß. Offerten S. P. 100 postlagernd Gießen RefcectteB: «. «chrndn. — Druck und Verlag der Brühl'sch« Brudetei (Fr. Ehr. Pietsch) to «teßerc i de- flontaS6' Die E» 64 öitb hiew totutaltiWJ ft« Hafer *• Gießen, Großhk MlM. («r. 2m.) jzvischen dein Deut 3 ober 1893. Gießen, den Groß Darmstadt, 1 i a’Sbalb nach dem I Übung Seiner Kö i^errn Dbtrbürgci Harmfiabt abgeiim Mchaiittag folgende Memn litbi innigen Dani Meiner Sßtrlol nahe mit Unse Meine Freude Herzlichen D Meiner zukiinsi Äebe denke. Eine Gericht end Dk in dem Abt Herren und Zöge. * 9enug t,er stark hervor- " manchmal wie [ temit ., 5» Me[en ®jn ™ unb 6r Ä'"»» ««SM ab r '* u J enifl ^"dlUN ^°dt, \ i « ge M. , «ur Zu !-» ÄS I Nil „ b r * >i j