au 'eidi8- .nte,. n Freitag den 12. Januar 1894 Erstes Blatt. Nr. 9. Gießener Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Aints- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Rebactwn, Expediti«, und Druckerei: Schutstratze Ar.r. Fernsprecher 61. Bierteljähriger AvonnemcntspretS« 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Ai»«ikie«5tS1ter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal b rigelegt. Der Otehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des MontagS. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamikienötätter. Alle Annoncen-Bureaux des In» und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche* Theil. *e*e,a9^W^ «»«mietljen. 1 Wätanj folott u ---D' VehrenS, Et-'nstrahe-, ”eg?totf' b Zimmer Lebst en WeWg bet Frau Lim. irtJ« vermichen. 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Sold-Wt' -ltrnte ^Wnovol^ d^'N'Akt. 9ä.9O 11.80 19.10 33.80 93.12 204# 15'2 104.90 109^ 12.10 114.20 Betr.: Die Ergänzungswahl des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. Einladung zur Ergänzungswahl des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde zu Gießen. Es wird zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß in Gemäßheit der Bestimmungen der Wahlordnung für die Wahl des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde zu Gießen vom 4. August 1871 die in diesem Jahre für das aus dem Vorstande ausgeschiedene Mitglied M. Hornberger erforderlich gewordene Ergänzungswahl Mittwoch den 17. Januar 1894 in dem Saale des alten Rathhaufes dahier ftattfinden soll. Sämmtliche nach § 2 der Wahlordnung Stimmberechtigten werden zu dieser Wahl mit dem Bemerken eingeladen, daß die Abstimmung Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 4 Uhr stattfindet. Gießen, den 9. Januar 1884. Der von Großh. Kreisamt Gießen ernannte Wahl-Commissär. Hach. Deutsches Reich. Pit Verlobung Ar. Kgl. Hoheit des Großherzogs har im ganzen Lande freudige Theilnahme erweckt. Die in den Blättern seither ebenso oft dementirten wie als Neuigkeit gebrachten diesbezüglichen Meldungen ließen die nunmehr bestätigte Mittheilung nicht als gerade überraschend erscheinen. Thutsächlich war, wie die „N. H. V." melden, den Eingeweihten schon lange bekannt, daß unser Großherzog seit Jahren eme tiefe Neigung für feine l ebreizende Cousine empfand, welche von Letzterer gewiß erwidert wurde. Nicht höfische und dynastische Interessen, welche ja so oft bei fürstlichen Eheschließungen eine Rolle spielen, sondern allein die reinste und lauterste Herzensneigung zweier edlen Fürstenkinder haben diesen Bund geschlossen, dem Gottes reichster Segen beschieden fein möge! Die hohe Braut, Prinzessin Victoria Melitta, zweite Tochter Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs Alfred von Ferrilletsn. Der zerbrochene Krug Ein Lustspiel von Heinrich von Kleist. .(Fortsetzung.) Zu dem Schreiber bildet Ruprecht, der „junge Bauerkerl", den prächtigsten Gegensatz. Ist jener ganz Ueberlegung und auf den Vorrheil paßende Bedächtigkeit, so ist dieser ganz kräftige Natürlichkeit und gutgläubige Treuherzigkeit. Ein braver Bursch ohne Arg und Falsch, leidenschaftlich und vollblütig, jugendfrisch und sorglos, von starken und reinen Jn- sfincten. In alle Einzelheiten seines Liebeslebens läßt uns der Dichter hineinblicken- wir wissen was Ruprechts Brautgabe an Eva war, wie er beim Heuen ihre flinke Arbeitskraft schätzen lernte, wir sehen ihn, wie er den Umweg um den ausgetretenen Bach nimmt und durch den dichten Lindengang zur Liebsten schleicht. Mit den Augen der Unerfahrenheit guckt er munter in die Welt und glaubt an das Gute; aber muß er nicht an Allem verzweifeln, als er Nachts einen Fremden bei seiner Eva findet, der vor ihm, da er das Zimmer mit Gewalt einstürmt, aus dem Fenster entspringt? Nit derben Worten macht er seiner getäuschten Empfindung Lust und will von keiner Entschuldigung hören- aber das Deinen ist dem guten Jungen naher, als er zugeben will and sein Vertrauen in die Menschheit hat einen argen Riß erhalten. Als er sich von der polternden Mutter vor Gericht geschleppt sieht und zum Verbrecher wider den Krug gestempelt, setzt er freilich aus den groben Klotz einen gröberen Keil- aber die Liebste in ihrer Noth thut ihm doch in der ehrlichen Seele leid und er gesteht: Sie jammert mich. Laß doch den Krug, ich bitt Euch: Ich will'n nach Utrecht tragen. Solch ein Krug — Ich wollt' ich hätt ihn nur entzwei geschlagen. Und Eve fällt ihm ins Wort: Unedeimüihger, Du! Pfui schäme Dich Daß Du nicht sogst: gut, ich zerschlug den Krug! Pfui, Ruprecht, pfui, o schäme Dich, daß Du Mir nicht in meiner Thai vertrauen kannst. Sachsen - Coburg - Gotha und Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Herzogin Maria, wird in Bälde berufen sein, die seit dem am 14. December 1878 leider allzufrühe erfolgten Tode der unvergeßlichen Großherzogin Alice verwaiste Stelle auf Hessens Thron an der Seite Ihres künftigen hohen Gemahls einzunehmen. Sie ist geboren am 25. November 1876, hat somit vor Kurzem das 17. Lebensjahr zurückgelegt. Eine merkwürdige Schicksalsfügung ist es, daß auch der Geburtstag des hohen Bräutigams auf den 25. November fällt. Die Prinzessin-Braut hat gleich ihren Geschwistern den größten Theil ihrer Jugendjahre in Deutschland verlebt, da Ihre Kaiserliche Hoheit die Herzogin Marie auch vor der Thronbesteigung ihres hohen Gemahls, als sie noch den Titel einer Herzogin von Edinburg sührre, in dem reizend gelegenen Coburg resi- dirte. Die Herzogin Marie, e'ne Tochter des Kaisers Alexander II. von Rußland, war durch Ihre Mutter, die Kaiserin Maria (bekanntlich eine Schwester des Großherzogs Ludwig III.) schon mit dem hessischen Fürstenhause nahe verwandt und hat oft bei ihren hohen Verwandten in Darrn- stadt, sowie in Schloß Heiligenberg und in Schloß Schönberg verweilt. Unter der Aussicht ihrer Mutter, an welcher die Töchter ein leuchtendes Vorbild aller weiblichen und sürst- lichen Tugenden besitzen, hat die Prinzessin-Braut mit ihrer älteren Schwester (der nunmehrigen Kronprinzessin von Rumänien) eine sehr sorgfältige Erziehung genossen, deren leitende Grundsätze, wie das genannte Blatt aus bester Quelle erfährt, darin bestanden, nicht nur die häuslichen Tugenden zu üben, sondern auch den Sinn für alles Schöne und Erhabene zu wecken und zu pflegen. Die Prinzessin-Braut ist eine überaus anmuthige Erscheinung und es wird ihr von Allen, welche sie kennen gelernt haben, eine große Herzensgüte, ein froher heiterer Sinn und eine herzgewinnende Liebenswürdigkeit nachgcruhmt. Dies Alles bietet aber dem hessischen Volke, welches ja an den Schicksalen feines Fürstenhauses in Freud und Leid den innigsten Antheil nimmt, eine weitere Gewähr dafür, daß unserem allverehrten Großherzog an der Seite dieser holden Prinzessin das reichste Familienglück erblühen werde und dem Land das Glück beschieden sein wird, wieder eine edle Fürstin auf Hessens Thron zu sehen. Deutscher Reichstag. 23. Sitzung. Mittwoch den 10. Januar 1894. Die Beralhung des Antrags des Cenlrums auf Vorlegung eines Gesetzentwurfs über Revision des Jnvallbnäts- und Altersoersicherungsgesetzes und einer Novelle zu den Unral(: versicherungsaesetzen in Verbindung mit dem Antrag der Abgg. v. Staudy und Sleppuhn (cons) auf Abänderung des Jnvallditäis- und Alteisversicherungsgesetz.s bebuss Vereinfachung der Verwaltung, Insbesondere gegenüber dem Markenlystem, wird fortgesetzt. Abg. Singer (Soc.) verlangt Centrallsirung des gejammten Arbelter-Ver sichcrungswe'ens, Erweiterung des Kreises der Versicherten und Erhöhung der Bezüge. Er wird deshalb mit feinen Freunden gegen alle Anträge stimmen, welche die Anwendung der Gesttze und die Leistungen einschränken wollen. Daß die Unternehmer zu fwwer belastet würden, sei nicht zuzugeben, am wenigsten habe die Landwirthschast Ursache, sich zu beklagen, da die Verficht'ung eine erhebliche Entlastung des Armenbudgets gebracht habe. Sehr I sympathisch Ist dem Redner die vom Abg. o. Staudy ausgesprochene Auffassung, daß man die Ertheilung der Rente nicht von dem Nachweis abhängig machen solle, daß der Betreffende so und so lange gearbeitet hat. Der Staaissecretär meinte zwar, damit gewähre man dem faulen Arbeiter eine Prämie; aber ist es denn immer Faulheit, die den Arbeiter hindert, zu arbeiten? Ist es nicht viel mehr Mangel an Arbeitsgelegenheit? Es ist eine Folge unserer ganzen ökonomischen Entwickelung, daß Tausende von Arbeitern auf das Pflaster geworfen werden. Die neue Tabaksteuer werde wieder viele Tausende „fauler Arbeiter" schaffen. Dasselbe geschieht Seitens der Unternehmer durch die sog. „schwarzen Listen", durch welche besonders Soctaldemokraten gemaßregelt werden. Redner führt als Beispiel eine vertrauliche Verfügung des Leiters der Grube „Ilse" bet Senftenberg an. Die Versicherungsgesetze seien wirklich nichts Anderes als eine neue Form der Armenpflege. Was auf dem Gebiete der Socialreform bisher m Deutfchland geschehen, wie gering cs auch sei, habe man der Sccialdemokralie zu banken, die sich freilich damit nicht beruhigen wird. sie habe sich an dem Sturme gegen das Jnvalidiiäts- und Altersversicherungsgesetz nicht betheiltgt, weil sie die mühsam errungenen Anfänge einer socialen Besserung nicht zcr- ftören lassen will. Abg. Dr. Böttcher (nalL): Diejenigen, welche das Jnvalidt- iäts- und Altersversicherungsgesetz mttgemacht haben, waren sich von vornherein darüber klar, daß damit ein Sprung ins Dunkle gemacht werde. Die schwache Besetzung des Hauses bei der heutigen Erörterung beweise indeß, daß es mit dem „Sturm" gegen das Gesetz nicht sehr ernst sei. Von keiner Sette weide auch hier die Aufhebung des Gefetzes verlangt. Unter solchen Umständen werde man sich, wenn die Zeit dazu gekommen, über eine Verbesserung des Gesetzes einigen. Redner vertheidtgt dann insbesondere die Velsicherung der land- wirth'chaftlichen Arbeiter. Der Reichszuschuß rechtfertige sich durch das allgemeine Inteteffe, welches der Staat an der Versicherung habe; dieses Interesse sei aber nicht so überwiegend, daß man der Gesammtheit der Steuerzahler die ganze Last auferlegen dürfe. Das Gesetz sei nicht aus Furcht vor der Socialdemokratie geschaffen worden, wie diese glauben machen möchte; wir haben das Gesetz aus ‘ dem Bewußtsein unserer Pflicht geschaffen. Der Ansicht aber fei er allerdings, daß wenn der Arbeiter dieses Gesetz richtig erkenne, er sich wohl hüten werde, eine Organisation bloßer Chimären wegen zu zerstören, die ihm solche Vortheile gewähre. Abg. Röficke (üb.): Bei den Klagen handle es sich in der Hauptsache darum, daß der Eine weniger zahlen, der Andere mehr Während sonst die Helden bei Kleist es sind, die, nach i dem Vorbild des Dichters, ein unumschränkt Vertrauen fordern, i fordert es hier das Mädchen, in dem Gefühl ihres reinen i Wollens und ihrer untadelhaften Treue. Die feste Ent- I schiedenheit und die Opferbereitschaft weiblicher Zuneigung i verherrlicht Kleist wieder, diesmal in der Sphäre der Bauern ’ zeigt er sie und kleidet sie in derbe niederländische Form. ! Aber dicht neben dem Derben liegt das Zarte in der Seele ' Eochens wie ihres Ruprechts, und echter tritt der Zauber naiver Charactere in keiner „Dorfgeschichte" vor uns hin, als in diesen beiden Figuren voll frischen poetischen Lebens. 1 Einzig um des Geliebten willen duldet Eve die Schmach, welche die nächtliche Scene auf ihren Ruf wirft, und selbst als sie ihm das Unglück mit dem Kruge ins Gewissen schiebt, denkt sie nur an seine Rettung. Dem arglistigen Adam vertrauend, glaubte sie, daß der Geliebte bei der Aushebung zur Miliz nach Batavia entführt werde und nur um ihn davon zu befreien, ließ sie sich in ihrer Unschuld bereden, den Richter — um das Attest auszufertigen, log er — in ihr Gemach zu bringen. Noch vor Gericht weigert sie darum mit selbstverleugnender Treue, die Vorgänge der Nacht aufzuklären, lieber will sie im Übeln Licht dastehen, als den Mann ihrer Neigung, und wenn er auch selbst an ihr zweifelt, dem überseeischen Unglück ausliefern - und mit Ergebenheit läßt sie die harten Vorwürfe der Mutter über sich herpoltern, mit der diese derbe Niederländerin ihrer ehrlichen Wuth Lust macht. Frau Marthe Rull, „Wittwe eines Castellans, Hebamme jetzt, sonst eine Frau von gutem Ruse" stellt sich als das Urbild einer bäuerlichen Streitsüchtigen dar: versessen auf das Recht, und bereit zum Pcocessiren, wie man es nur auf dem Dorfe findet. Wie sie „das Unrecht, das dem Kruge wider- fahren, bemonftrirt", hat der Dichter nach der Anregung des Btldes in der ergötzlichsten Eindringlichkeit dargestellt- und ein Prachtstück gibt sie in jener Beschreibung des corpus delicti, welche mit umständlicher Beharrlichkeit Art und Herkunft, Vergangenheit und Gegenwart des kostbaren Kruges I auseinanderlegt und in die farbige Schilderung reiches Leben bringt durch die stete Betonung desjenigen, was jetzt, nach dem Zerstörungswerk, nicht mehr ist: Hier grabe auf dem Loch, wo jetzo nichts, Sind die Provinzen übergeben worden. Hier guckt noch ein Neugier'ger aus dem Fenster Doch was er jetzo sieht, das weiß ich nicht. Man kann die Lehren aus Lessings Laokoon nicht ergötzlicher in die Praxis überführen. Unerschütterlich bis anS Ende bleibt Frau Marthe bei ihrem Pathos, und als die Entlarvung des Richters Alle in Aufregung hält, denkt sie nur an den Krug: auf daß ihm sein Recht geschieht, wird sie am großen Markt in Utrecht sich einstellen und von Neuem Klage anheben. Treu und echt hat der Dichter auch diese lebenstrotzende Figur hingestellt, aus deren entrüstetem Gebühren eine brave Seele uns anschaut. Aber wie stets bei ihm Natur und Kunst Hand in Hand gehen, so hat er auch in Frau Marthe und den anderen Figuren allen nicht die platte Wahrheit des Naturalisten gesucht, sondern in einer freien Gestaltung des* Wirklichen den Schein des Lebens gewonnen. Er läßt ohne Scheu die Personen fließender, in Momenten des Affectes gehobener reden, als ihrer Weise zukommt, er läßt sie frei mit den Dingen schalten und eine geistige Beweglichkeit offenbaren, die besonders in einer wortspielenden und wortsangenden Art sich bewährt. Gleich Frau Marthens Eintritt ist in diesem Stile. Man sagt ihr, sie möge ruhig sein, Alles werde sich ja hier entscheiden. Daraus die Polternde: O ja. Entscheiden. Seht doch den Klugschwätzer! Den Krug mir, den zerbrochenen, entscheiden! Wer wird mir den geschienenen Krug entscheiden? Hier wird enlschieden werden, baß geschieden Der Krug mir bleiben soll. Für so'n Schlebsurtheil Geb ich noch die geschiedenen Scherben nicht. Dem andern die Rede abzuschneiden, ihm das Wort cb-- zufangen, aus dem Munde zu reißen und zu verdrehen ut Jeder bereit - bald verwundert und bald spottend wird das Gesagte wiederholt und in der schnellen Folge von Frage und Antwort ein Mißverständniß, anstatt daß es sich Härte, immer tiefer eingebohrt. So entsteht jener Scheindialog, den schon Tieck an unferm Dichter bemerkte und mit Recht tadelte - in dem Bestreben, der Natur durch Kunst nahe zu kommen, verfehlt er diese wie jene und gelangt in die Künstelei. (Schluß folgt.) Vaillant leugnet, Geld zur Madame Vorbereitung des Attentats erhalten zu haben. Zünder gefunden worden. Paris. 10. Januar. Paris, 10. Januar. Zu der heutigen Verhandlung gegen Vaillant wurden von dem Schwurgericht die um« fassendsten Sicherheitsmaßregelu außerhalb und innerhalb des Justizpalastes getroffen. Der Geschworenensaal ist streng überwacht. Es herrscht lebhafter Zudrang in den Saal. Baron Gustav v. Rothschild, einer der Geschworenen, fehlt. Die Haltung Vaillants bet seinem Eintritt in den Saal ist energisch und entschloffen. Er hört aufmerksam die Verlesung der Anklage, bei dem Verhör durch den Präsidenten gibt Vaillant sichere Antworten. — Gerüchtweise verlautet, an den Zugängen des Justtzpalastes sei eine Bombe mit erloschenem Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau- Berlin. 10. Januar. Der „Reichsanzeiger" meldet: Bezüglich des Beschlusses des Bundesrathes vom 14. De- eember v. I. wegen der Stundung und Sicherheitsstellung der Branntwein-Verbrauchsabgabe wies der Finanz- minister in einer Verfügung vom 2. Januar die Provinzialsteuerdirectoren darauf hin, daß hinsichtlich der Art und Weise für die creditirte Branntwein-VerbrauchSabgabe fortan die für die Sicherstellung gestundeter Abgaben sonst bestehenden allgemeinen Vorschriften derartig angewendet werden, daß inländische Slaatspapiere, deren Cours hinter dem Nennwerth zurückbleibt, nur nach ihrem Courswerth anzunehmen sind. Berlin, 10. Januar. Die „Nationalzeitung" erfährt zuverlässig, die bisher vereinbarten Bestimmungen des deutsch- russischen Handelsvertrags-Entwurfs betreffen auch eine Reihe landwirthschaftlicher Producte, insbesondere Kartoffel- und Stärkemehl, Hopfen, Obst, junges Gemüse und Käse. Nach Lage der deutsch-russischen Handelsbeziehungen konnten manche andere Producte der Landwirthschaft nicht in Betracht kommen. Die deutschen Unterhändler erhielten jedoch ausdrückliche Instruction, soweit nur möglich die Interessen der deutschen Landwirthschaft nachdrücklich wahrzunehmen, was ihnen hinsichtlich der angeführten Producte auch gelungen sei. Berlin, 10. Januar. Nach einer bei dem Reichscom- missar für die Chicagoer Weltausstellung eingegangenen amtlichen Meldung ist bei dem Brande der Welt- ausstellungs - Gebäude kein deutsches Gut beschädigt worden. Köln, 10. Januar. Sicherem Vernehmen nach beabsichtigt, so meldet die „KölnischeZeitung" aus Stuttgart, König Wilhelm sich Ende dieses Monats zur Theilnahme an der Geburtstagsfeier des Kaisers nach Berlin zu begeben. Leipzig, 10. Januar. Der Aquarellmaler Professor Carl Werner ist gestorben. Paul Reclus habe ihm 20 Francs gegeben, aber nur, um ihm zu helfen. Er habe nicht beabsichtigt, Zuschauer zu treffen, sondern nur Depmirte, weil dieselben die Urheber des socialen Elends seien. Er hätte vorgezogen, 200 Deputirte zu tödten, als nur einen einzigen Zuschauer zu treffen. Er leugnet überhaupt, daß er habe tödten wollen, denn sonst hätte er Patronen, nicht Nägel in die Bombe gethan. Er protestirt lebhaft, als der Präsident erklärte, Vaillant spreche nur so, um sein Leben zu retten. — Die am Eingänge des Juftizpalastes gefundene Bombe ist eine Sardinenbüchse. Man glaubt, es handle sich um einen schlechten Scherz. Paris, 10. Januar. Bei dem Wiederbeginn der Verhandlungen erklärte Vaillant, er habe die Bombe geschleudert, weil er keine Arbeit finden und seine Familie nicht ernähren konnte. Er verlas sodann ein langes Schriftstück, indem er die bestehende Gesellschaftsordnung angreift. Er erklärte schließlich, er habe in dem Kampfe gegen die Gesellschaft die Gegner verwundet, man könne ihn bestrafen, aber was werde der Wahrspruch der Geschworenen in der Geschichte der Völker sein? Aus dem weiteren Zeugenverhör geht hervor, daß Vaillant nach der Explosion zu entfliehen versuchte. Der Generalprocurator wies nach, daß Vaillant nicht durch Nothlage, sondern durch Eitelkeit zu dem Verbrechen veranlaßt sei. Er wählte die Kammer für das Attentat, weil er größeres Aufsehen erregen wollte, als der Urheber des Attentats in Barcelona. Schließlich beantragte er die Todesstrafe und ermahnte die Geschworenen ihre Pflicht zu thun. Der Vertheidiger Vaillants, Labori, hob in seinem Plaidoyer hervor, das Verbrechen Vaillants falle nicht unter die Categorie der Verbrechen gegen die Gesellschaft, Vaillant habe Niemand getödtet, es sei daher unmöglich, ihn zum Tode zu verurtheilen. Die Geschworenen zogen sich hierauf zur Berathung zurück. Baron Rothschild befand sich nicht unter den Geschworenen, weil er von der Vertheidigung abgelehnt worden war. Die im Eingang des Justizpalastes aufgefundene Bombe enthält Sand. Paris, 10. Januar. Die Geschworenen beriethen 25 Minuten und bejahten sämmtliche Schuldfragen betreffs des vorbedachten Mordversuchs, Zerstörung eines öffentlichen Gebäudes ohne Zubilligung mildernder Umstände. Rom, 10. Januar. Einer Meldung der „Ag. Stef." aus Modena zufolge veranstalteten tausend zur Fortschaffung des Schnees verwendete Arbeiter in Finale-Emilia eine Demonstration, indem sie die zur Dienstleistung ein« berufenen Militärpflichtigen zum Bahnhofe begleiteten, Arbeiterlieder anstimmten und Hochrufe auf den Deputirten Agnini ausbrachten. Truppenverstärkungen sind nach Finale- Emilia entsandt. Palermo, 10. Januar. In ganz Sicilien herrscht vollste Ruhe. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 10. Januar. Aus Centrumskreisen wird der „Kreuzzeitung" geschrieben, die Regierung habe sich mit dem rechten und linken Centrumsflügel und deren Führern v. Buol I und Lieber in Betreff der Durchdringung des russischen Handelsvertrages verständigt. Bei diesem Unternehmen würden aber die beiden Herren, wie s. Z. v. Huene und v. Ballestrem, in den politischen Ruhestand übertreten, denn das ganze Centrum bis auf etwa zehn sei gegen den russischen Handelsvertrag. Berlin, 10. Januar. Wegen Beleidigung des Finanzministers Miquel ist gegen die Antisemiten Ahlwardt, Schwennhagen und Black Anklage erhoben worden. Berlin, 10. Januar. Der „Kreuzzeitung" zufolge scheint eine bedeutsame Aenderung in der Leitung der Colonialabtheilung bevorzustehen. Es sollen Erwägungen statlfinden, ob die Colonialabtheilung vom auswärtigen Amte zu trennen und dieselbe dem Reichsmarineamte zu- zutheilen ist. — Die „Nordd. Allgem. Zig." dement irt in ihrer heutigen Abendnummer unsere Mittheilung über das Gespräch des Finanzministers Miquel. Demgegenüber halten wir unsere Meldung aufrecht und fügen ergänzend hinzu: Miquel schloß sein Gespräch über die Schwierigkeiten mit dem Reichstage betreffs der Deckungsfrage mit den Worten: Jetzt hetßts: „tua res agitur.“ Triberg, 10. Januar. Auf allen Höhen des Schwarzwaldes ist überall starker Schneefall eingetreten. Wien, 10. Januar. Nack authentischer Meldung aus Petersburg sind die Generalstabchefs der Gouvernements Warschau, Wilna und Kiew nach Petersburg berufen Iworden. Die Neujahrsansprache des Czaren soll einen sehr friedlichen Character tragen. Lemberg, 10. Januar. Graf Badeni machte im Landtage bekannt, daß der Unterrichtsminister der Einführung von Uniformen für Mittelschüler zugestimmt habe. Prag, 10. Januar. Bei der Beerdigung des Soldaten, welcher von einem Polizisten erstochen worden war, beging die nach Tausenden zählende Volksmenge sehr arge Excesse, welche leicht zu größeren Ausschreitungen hätten Veranlassung geben können, wenn die Polizei nicht mit größter Strenge und Energie eingeschritten wäre. Die aufgeregte Menge hatte es offenbar auf das deutsche Casino abgesehen, vor welchem der Pöbel ganz besonders lärmend sich verhielt. Die in bewerben könne. Abg. Rickert (srs. Der.): Es sei ein wichtiges Recht des Reichstags, die Verbesserung bestehender Gesetze zu verlangen; dann aber dürfe man sich nicht auf alle Redensarten beschränken. Was solle die Regierung mit den zweitägigen Debatten des Reichstags Iber das Jnvaliditäts- und Altersverstcherungsgesetz anfangen! Die äußere Rechte nähere sich sehr bedenklich der äußeren Linken; die Socialbemokraten haben auf der Rechten Eroberungen gemacht. Wohin die Rechte steuere, dazu werde man zunächst nicht kommen; aber das müsse er doch sagen, daß die ganze Tendenz des Gesetzes hinausläust auf eine Normalrente, die Beseitigung der Beiträge und die Auferlegung der ganzen Kostenlast auf die Gesammtheit der Steuerzahler. Deshalb habe er mit seinen Freunden gegen das Gesetz gestimmt. Die Conservativen suchten jetzt die Verantwortlichkeit für das Gesetz von sich abzuwälzen, nachdem sich zeige, daß es für die Landwirtbschaft sehr drückend wirke. Sie trügen gerade die Hauptverantwortlichkeit für das Gesetz. Abg. Richter (frs.) weist darauf hin, daß gerade die Parteien, die den Hauptantheil an dem Erlaß des Gesetzes hatten, jetzt zuerst mit Abänderungsanträgen kommen. Eine Beseitigung des Markensystems sei ohne Verlassen des PrincipS der Leistung und Gegenleistung nicht möglich. Die Rechte verlange größeren Staatszuschuß; dieser staatliche Zuschuß aber sei ein Zuschuß zu den Löhnen — warum nur zu den Löhnen der Arbeiter, warum nicht zu dem Verdienst der kleinen Handwerker, die oft viel schlechter stehen, als die oberen Lohnklassen der Arbeiter. So gelange man zum StaatS- sscialiSmuS. Die Schwierigkeiten würden mit dem Bestehen des Gesetzes wachsen. Er stimme mit seinen Freunden für den Thetl des Centrumsantrags, welcher eine Einschränkung der Versicherungspflicht anbahnt. Je früher man mit einer solchen Einschränkung den Anfang mache, desto mehr werden die Schwierigkeiten verringert, die einer Beseitigung des ganzen Gesetzes im Wege stehen. Abg. Ulrich (Soc.) wiederholt, daß die Socialdemokraten den Versuchen, die ersten Anfänge einer SocialreforM- wieder zu beseitigen, Widerstand leisten und beschwert sich über mangelnde Humanität bei der Feststellung des Rechtes auf Rentenbezug, sowie darüber, daß die Industriellen den Arbeitern, die eine Rente beziehen, Lohnabzüge machten. Abg. Fihr. v. Manteuffel (cons.) erwidert den Social- demokraten, daß sie sich immer mit ihren gesetzgeberischen Leistungen brüsten und hier doch gegen Alles stimmten. In dem von Singer angeführten Falle habe der betreffende Leiter der Grube ganz richtig gehandelt; man müsse jedem Arbeitgeber das Recht einräumen, Agitatoren von seiner Arbeitsstätte fern zu halten. Das Jnvaliditäts- und AlterSverficherungsgesetz bringe in manchen Thetlen unseres Vaterlandes große Belästigungen, in anderen dagegen, wie z. B. im Königreich Sachsen, werden über die Ausführung desselben keine Klagen laut. Abg. Berkh (frs. Dolksp.) bekämpft das Gesetz betreffend die Jnvalidiiäts- und Altersversicherung als staatssocialisiisch, will von einer Verbesserung desselben nichts wiffen und schließt mit der Forderung: Fort mit dem Gesetz! Siaatssecretär v. Bötticher: Der Vorredner habe jedenfalls damit die Mehrheit des Landes nicht hinter sich. Dasfelde sei heute schon viel freundlicher beurtheilt worden, als das letzte Mal. Bei der so kurzen Wirksamkeit des Gesetzes könne man heute noch mit feinem abschließenden Urtheil kommen. Das Gesetz komme in erster Linie den landwirthschaftlichen Arbeitern zu Gute; so constatire ein Bericht aus Schlesien, daß dort vor dem bisher gezahlten Reichszuschuß 12,9 Millionen auf die landw. und nur 5,5 Millionen auf die Arbeiter der Industrie und des Bauwesens entfielen. Das Markensystem sei nicht zu entbehren. Im Uebrigen sei er bereit, an allen möglichen Erleichterungen mitzuwirken. Eine wesentliche Erleichterung würde die Einführung des Quittungsbuches bringen. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.): Bei den Knappschaftskassen werbe nicht geklebt und man fühle sich sehr wohl dabei. Die Jn- validitätsversicherung habe er schon 1868 beantragt, also zu einer Zeit, wo hier von Socialdemokraten noch keine Rede war. Die Furcht •or den Socialdemokraten kann also nicht den Impuls zu dem Gesetz gegeben hahen. Abg. Dr. Ennecerus (ntl.) erklärt seine und seiner Freunde Zustimmung zu dem Anträge v. Staudy, betr. das Markensystem. Schließlich werden der Theil des Centrumsantrags, der Erhebungen behufs einer Revision des Jnvaliditäts- und Alters- versicherungsgesetzes verlangt, sowie der Antrag Staudy gegen daS Markensystem angenommen. Morgen: Handelsprooisorium mit Spanien, Tabaksteuer. haben will. Das laffe sich schwer vereinbaren. Auf die Deckung 8 der Kosten der Versicherung durch einen allgemeinen Zuschlag zur Emkommensteuer dürften die verbündeten Regierungen schwerlich eingehen, und wenn man, wie Herr v. Staudy wolle, ohne Weiteres Jedem die Rente zubilligen wolle, ohne einen Nachweis über sein früheres Arbeitsverhältniß zu verlangen, so werde das ganze dem Getetz zu Grunde liegende System verschoben. Er möchte dringend davon abrathen, schon heute, nach erst dreijährigem Bestehen, an eine Abänderung des Gesetzes heranzutreten. ES sei das um so weniger zu empfehlen, alS das Gesetz vielfach fünfjährige Uebcrgangsbestimm- I imgen sestsetze, heute also noch gar nicht in seiner Wirkung übersehen deutender Verstärkung erschienene Polizei trieb aber das Volk wiederholt auseinander. Auf dem Wenzelsplatze schritt die Polizeiwache ganz energisch ein und drängte den Pöbel mit blanker Waffe in die Seitengassen. Die Wache begegnete hier dem größten Widerstande Seitens der Menge und mußte viele Personen arretiren, weiche wiederholt der Wache wieder entriffen wurden. Nur mit größter Mühe, und nachdem die Polizei erhebliche Verstärkungen erhalten, gelang es schließlich, die Ruhe wiederherzustellen und einzelne Excedenten sestzu- nehmen. Aus der Menge, welche, wie es schien, vollständig organisirt geleitet wurde, ertönten wiederholt rebellische Rufe, unter Anderem: „Schlagt die Polizei tobt" und „Es lebe die Socialdemokratie." Antwerpen, 10. Januar. Während der Ausstellung, und zwar Mitte Mai, wird hier ein Typographen-Congreß zusammentreten, auf welchem zahlreiche ausländische Typographen und Arbeiter der Buchindustrie anwesend sein werden. Berlin, 11. Januar. Professor Virchow ist seit einigen Tagen an Influenza erkrankt- sein Befinden hat sich heute etwas gebessert. Cocale» nttö Provinzielle». Gießen, 11. Januar 1894 ** Neues Theater. Auf die heute Donnerstag Abend angekündigte Aufführung von „Zwei glückliche Tage", dieser Sensations-Lustspiel-Novität, welche als Benefice von Herrn A. Stückel erwählt, sei nochmals aufmerksam gemacht. ** Das vor Kurzem vom „Kaufmännischen Verein" errichtete Lehrlingsheim befindet sich in den vom Verein ge- mietheten Localitäten des „Postkellers". Ebendaselbst befindet sich das Bereinslocal nebst den Unterrichtszimmern. Morgen (Freitag) Abend wird in den neuen Localitäten eine Eröffnungsfeier stattfinden- es ist zu hoffen, daß sich alle Mitglieder des Vereins und die besonders Eingeladenen recht zahlreich daran betheiligen werden. ♦* Gießener Ruder-Gesellschaft. In zahlreich besuchter General-Versammlung fand am Dienstag Abend Jahresbericht, Rechnungsablage und Neuwahl des Vorstandes statt. — Dem Jahresbericht zufolge war die sportliche Thätigkeit der Ruder-Gesellschaft im verfloffenen Jahre eine sehr rege, indem 21 Meldungen und zwar 15 zu fünf auswärtigen Regatten und 6 zu der hiesigen Regatta erfolgten. Wenn auch ein Theil dieser Meldungen, infolge Auflösung einer Mannschaft, nicht aufrecht erhalten werden konnte, so verblieben immerhin 15 Rennen, 11 auf auswärtigen und 4 auf der eigenen Regatta, in welchen unsere Ruderer ihre Kräfte mit fremden Gegnern messen konnten. Das Resultat war, wie wir noch kurz ansügen wollen, ein sehr günstiges, indem Gießen neun Mal siegreich bestand und in einem zehnten Rennen mit nur 1/8 Secunde Differenz zweites Boot unter 10 Concurrenten wurde. — Die Rechnungsablage ließ erkennen, daß die finanziellen Verhältnisse der Gesellschaft in jeder Hinsicht gesunde und geordnete sind. Wenn auch das Jahr 1893 einen Ueberschuß nicht ergab, so steht einem kleinen Fehlbetrag, welcher durch das ungünstige Wetter vor und am Tage der Gießener Regatta hauptsächlich verursacht ist, doch ein beträchtliches Vermögen, sowie namhafte, durch die stets zunehmende Mitgliederzahl gesicherte Außenstände an Beiträgen gegenüber. — Bei der Neuwahl des Vorstandes, welchem auch der langjährige, verdiente Leiter der Ruder- Gesellschaft, Herr I e a n K i r ch, als Ehrenvorsitzender angehört, wurden folgende Herren mit der Leitung der Geschäfte pro 1894 betraut: Chr. Reiber, 1. Vorsitzender, Ernst Balser, 2. Vorsitzender, Heinr. Fillmann und Willy Kilbinger, 1. resp. 2. Schriftführer, Josef Sauer, Kassierer, Adolf Klingspor und Eduard Silbereisen 1. resp. 2. Jnstructor, Louis Petri III., Materialverwalter, Anton Weigand, Hausverwalter, Alb. Scheel und C. Gerbode, Ruderälteste, sowie die Herren Commerzienrath Wilh. Gail und Hof Buchdruckereibesitzer Curt v. Münchow, Vertreter der passiven Mitglieder. * * Ernannt wurden: am 6. Januar die Gerichtsschreiber- Aspiranten Karl Seitz in Gießen, Ferdinand Supp in Mainz und Wilhelm Heinrich Schäfer in Mainz zu Hilfsgerichtsschreibern bei den Amtsgerichten Gießen, bezw. Darmstadt I. und Mainz. * * Die deutsche Reichsbank ermäßigte den Zinsfuß auf 4, den Lombardzinsfuß auf 5%. * * Slädteordnung betr. Wie der „W. Ztg." aus Darmstadt geschrieben wird, ließ die Großh. Regierung zunächst der Zweiten Ständekammer eine Vorlage wegen Abänderung gewisser Artikel der in Geltung stehenden Städteordnung zugehen. Es betrifft das „die Wahl des Bürgermeisters und der Beigeordneten", wie deren Geschäfte und Geschäftsver- theilung. Der bei dem vorigen Landtage thätige Sonderausschuß für die Regierungsvorlagen genannter Art, welche bekanntlich nicht zur Annahme und Verabschiedung gelangten, hatte bereits die jetzt von der Regierung vorgeschlagenen Abänderungen zur Annahme empfohlen. Es soll damit betreffs der Wahl, Bezahlung, Geschäftsleitung, Zahl und Titel der Beigeordneten in Städten mit Städteordnung den Verhältnissen Entsprechendes angeordnet werden (Art. 28, 31, u. f., Art. 50). Mit Rücksicht auf das für diese Aenderung in den Städten hervortretende Bedürfniß ist an der ständischer' Annahme der kleinen Regierungsvorlage kaum zu zweifeln. Mit derselben ist von der Regierung ausgesprochen, daß sic auf die gleichzeitige durchgreifende Aenderung unserer Verwaltungsgesetze verzichtet und im Einzelnen Besserung derselben erstrebt, wie dies auch die jüngste Thronrede bet Eröffnung des Landtags in Aussicht nahm. ** Anspruch aus Altersrente. Alle diejenigen Per,onen aus dem Geburtsjahre 1824, welche die gesetzlichen Vorbedingungen zum Bezug der Altersrente erfüllt, sind nunmehr berechtigt, Anspruch auf dieselbe zu erheben. Diese Personett müssen mindestens 141 Beitragswochen Nachweisen könnett und diesen Nachweis, sowie sonstige Beweismittel, wie w’9 Mlnnl M-i"". Kträjt * ■iS»i"4 Dtrfi' Ai#*1* Die hagk^ W tl B ttr *bt" * uni) wurden an B 3m letzten W ■on Hagrischlag h Migungen duck würben auf dieser kr dadurch euM Baren von der v 2227254 SM »er! Mrllll«sslIllM N Ein Staden von o Den bedeutendsten litten; 1892 * Mk. 338634. Dc 's, wurden nut 13 btt mattMt Bet! " Zur zeigen in Tagesbi! in Antwerpen Der Arbeitersuchi Bremen, läßt sii des ihnen wieder im Boraus bezah G. Großes feierte der Gesan rvirihS Gengnage Zu diesem Zwcke Bieter, SBtigtorin .mitglkbtr Ginlabui 'Theil durch ihre s Surz nach 1 Uhr Wschem Program mtriige wurden t Honz besonderer? Ord.-Nr.li) „Sin zu Theil. Aon ve Hesangoereins M ließen, über die Theil. AlS zweite Vaste und Aereins «heiterten. ömerbmh, 9. «eignete sich hier, Men Fruchthand *inf Frau befand, Wamsen ttuibi Mruden und vWribtuch. D and wurden eck gebracht. Mseld, 9. M findet nächst, M nm ««■ 1,6 btt®,,,*1 Molt btr &l“ ®U«' Müht »,?“*' WH« l'-n, g'„"° i« W< -SÄ "•■-Äj Äfe» S* ™wii A'. •hl£J? *'***« h,»„ »McCei. '111 Januar 1894 a6,ni "ei -ULUtzr Taae" kaufwamlischtu Stttin" et* ,n vom Verein m- ■6 • Ebendaselbst befinde: emchlSzimmern. Morgen euen Totalitäten eine Er- Wi daß sich alle Ml. Inders Eingeladenen recht :» In zahlreich besuch,« n Dienstag AbendsJahres- vahl des Vorstandes statt, N die sportliche Thätigkeii neu Jahre eine sehr ngt, 15 zu fünf austvärtigen Regatta erfolgten. Wenn i, infolge Auflösung einer ten werden konnte, so ver- aus auswärtigen und 4 aus unsere Ruderer ihre Kräsn burtSscheine u. s. w. bei der für ihren Wohnort zuständigen unteren Verwaltungsbehörde (Bürgermeisterei) einrerchen. Die Altersrente beginnt mit dem ersten Tage des 71. Lebens- ,vhreS und beträgt pro Jahr in Lohnklasse I 106,40 Mark, m Lohnklasse II 134,60 Mark, in Lohnklasse III 162,80 Mark und in Lohnklasse IV 191 Mark. Bezieht Jemand bereits beim Eintritt in das 71. Lebensjahr eine Jnvaliden- rrnte, so ist der Bezug der Altersrente dadurch ausgeschlossen, tzs fei jedoch noch darauf aufmerksam gemacht, daß das Reichsversicherungsamt die Frage, ob die in den Genuß der Altersrente tretenden Versicherten verpflichtet sind, Beitrage »eiter zu entrichten, bejaht hat. Doch dies nur für den Fall, daß diese Rentenempfänger gemäß § 1 des Jnvalrden- unb Alters - Versicherungs - Gesetzes noch weiter gegen Lohn oder Gehalt beschäftigt werden. Solche Rentenempfänger bleiben somit oersicherungspflichtig trotz des Bezuges der Altersrente, welche von der Erwerbsunfähigkeit unabhängtg Ist und nur einen Zuschuß zu dem Arbeitsverdienste des Rentenempfängers darstellt. *♦ Die Hagelschläge im Grotzherzogthum Hessen in den Jahren 1889 bis 1892 haben vielen^ Schaden angerichtet. Im Jahre 1889 wurde der durch die Hagelschläge in 157 Gemarkungen verursachte Schaden im Ganzen auf 1 166 286Mk. berechnet. Von den Versicherungsgesellschaften wurden im Ganzen gezahlt an Entschädigung: 65 894 Mk. 1890 belief sich der Schaden in nur 60 Gemarkungen auf 231 480 Mk. und wurden an Versicherungsgeldern ausbezahlt: 28 787 Mk. Im letzten Jahre wurden im Großherzogthum 168 Gemeinden »on Hagelschlag heimgesucht und erlitten 11 258 Hectar Beschädigungen durch den Hagel. Von der gejammten Ernte wurden aus dieser Fläche 21 pCt. verhagelt und belief sich der dadurch entstandene Schaden auf 627 716 Mk. Leider waren von der verhagelten Fläche nur 2676 Hectar mit 1227 254 Mk. versichert und betrug somit die bezahlte Versicherungssumme von allen Gesellschaften 97 872 Mk., so daß t|n Schaden von 529844 Mk. nicht entschädigt worden ist. Den bedeutendsten Nachtheil hat die Provinz Rheinhessen erlitten- 1892 verhagelten in 55 Gemeinden 5396 Hectar mit Mk. 338 634. Da aber nur 249 Hectar versichert waren, so wurden nur 13812 Mk. Entschädigung bezahlt, so daß brr materielle Verlust sich auf 324 822 Mk. beläuft. ♦♦ Zur Warnung für Arbeiter. Durch verschiedene Anzeigen in Tagesblättern werden für die Weltausstellung ja Antwerpen Arbeiter gegen gute Bezahlung gesucht. Der Arbeitersuchende, ein angeblicher I. A. Schubert in Bremen, läßt sich aber von den Angeworbenen einen Theil des ihnen wieder zu erstattenden Reisegeldes, 7 Mk. 50 Pf., iui Voraus bezahlen, die verloren sind. inten. Das Resultat war, n, ein sehr günstiges, inbra tand und in einem zehn« »ifferenz zweites Boot untr Die tinungSablagt 1 ? jältnifft ber ©tftdfiajt ■ tt sind. Wenn aud) bti fy ergab, so W ptta hachMlikh vrrulsch wen, sowie namhafte, tot .zahl gesicherte WN* der Neuwahl des Vorstavle! verdiente Leiter der Rm der Leitung der Gesche ber, 1. 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Von verschiedenen Seiten wurde dem Director des Gesangvereins Männerchor, Herrn Johs. Gröninger in Gießen, über die Leistungen des Vereins Anerkennung zu Theil. AIS zweiter Theil der Feier erfolgte Ball, wobei die Gäste und Vereinsmitglieder sich bis zum frühen Morgen erheiterten. Lauterbach, 9. Januar. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich hier am gestrigen Tage. Der Schlitten eines hiesigen Fruchthändlers, in welchem sich außer diesem noch feine Frau befand, fuhr gegen die Kasinobrücke, wodurch er umgeworfen wurde. Die Insassen wurden dabei heraus- geschleudert und die Frau erlitt einen complizierten Schädelbruch. Die Pferde gingen mit dem Schlitten durch unb wurden erst in der Nähe von Blitzenrod zum Stehen gebracht. AlSfeld, 9. Januar. Dem Vernehmen des „Krsbl." nach findet nächsten Sonntag, den 14. ds. Mts., zu Lauterbach eine Versammlung von Vertrauensmännern und Parteigenossen der nationalliberalen Partei unseres Wahlkreises statt. Hauptsächlicher Gegenstand der Besprechung soll die Organisation der Partei im Wahlkreise sein. § Aus dem Kreise Alsfeld, 10. Januar. Die jetzt veröffentlichte Rechnung für 1892/93 der Kreiskasse weist eme Einnahme von 144 278,45 Mk. auf. Als Hauptposten fungiren darunter 83 000 Mk. als Beiträge der Gemeinden und Gemarkungen, 31 464,86 Mk. Beitrag der Provinzialkasse zu den Kosten ber Kreisstraßen-Unterhaltung, 7372 Mk. Beitrag derselben zu den Kosten des Kreisstraßen-Neubaues, 3686 Mk. Beitrag zu demselben Zweck von den Gemeinden und 13 436,38 Mk. Kassevorrath. Dieser Einnahme steht eine Ausgabe von 127 521,34 Mk. gegenüber; mithin bleibt ein Rest von 16 752,11 Mk. Die Hauptausgabe erfordert die Unterhaltung der Kreisstraßen mit 66 154,19 Mk., hiernach kommt der Beitrag zur Provinzialkasse mit 26 338,85 Mk., weiter erforderte der Neubau von Kreisstraßen 14 670,04 Mk., die Kreisunterstützungen 7767,23 Mk., Besoldungen 3220 Mk., »usgeliehene Capitalien 3141,40 Mk. 2c. Der Voranschlag für 1894/95 balancirt in Einnahme und Ausgabe mit einem Betrag von 150 063,48 Mk. Friedberg, 9. Januar. Der durch Selbstmord geendete Daubstummenlehrer Billasch soll kurz vor seinem Tode einem Bekannten gegenüber seine „Passiva" auf 40 000 Mk. »mgegeben haben und dürste diese Summe nicht zu niedrig gegriffen sein. Der Landeslehrerverein, deffen Kassirer der Verstorbene war, ist voraussichtlich auch sehr In Mitleidenschaft gezogen und wird sich der Schaden wohl in die Tausende belaufen. Unbegreiflich ist es nur, daß man einem Manne, mochte derselbe auch noch so hochgeachtet sein, die freie Verfügung über so beträchtliche Summen überließ. So weit sollte niemals die Vertrauensseligkeit gehen und trifft die hier maßgebenden Persönlichkeiten sicher eine schwere Verantwortung, wenn sich die gehegten Befürchtungen bestätigen sollten. Billasch hat den Selbstmord offenbar nur begangen, um der ihm drohenden Verhaftung zu entgehen. N. H. V. Dorheim, 10. Januar. Die „Darmft. Ztg." schreibt: Zu dem in Nr. 12 der „Darmst. Ztg." von hier gemeldeten Unglücksfall auf dem Eise wird uns von zuständiger Seite mitgetheilt, daß die Nachricht unbegründet sei. Wir haben den Einsender der Notiz zur Verantwortung ausgefordert. /\ Mainz, 10. Januar. Die Frage der Pensionirung unseres Oberbürgermeisters Dr. Oechsner, sowie die Wiederbesetzung des Bürgermeisterpostens wird binnen Kurzem an die hiesige Stadtverordnetenversammlung herantreten. Das Leiden des Dr. Oechsner hat nämlich einen Character angenommen, der es vollständig ausschließt, daß derselbe jemals sein Amt wieder übernehmen kann und wird daher demnächst ein Antrag auf Pensionirung an die Stadtverordneten gelangen, welcher mit der Gewährung des vollen Gehaltes an Dr. Oechsner unzweifelhaft Annahme findet. Oberbürgermeister Dr. Oechsner ist am 18. Februar 1822 geboren. Das Amt als Bürgermeister bekleidet er seit dem 25. August 1855. Heber die Nachfolge des Dr. Oechsner verlautet, daß die Majorität der Stadtverordnetenversammlung für eine Ausschreibung der Bürgermeisterftelle sei. — Auf die heute Morgen von dem Hosmarschallamt in Darmstadt eingetroffene Bestätigung der Nachricht von der gestern erfolgten Verlobung des Großherzogs von Hessen mit der Prinzessin Victoria von Sachsen-Coburg-Gotha hat die hiesige Bürgermeisterei bereits heute Morgen Namens der Bevölkerung von Mainz dem Brautpaar die Glückwünsche nach Coburg übermittelt. — Der Rhein ist hier bis unmittelbar an die Straßenbrücke mit Eis zugelaufen. Oberhalb der Straßenbrücke bis zur Eisenbahnbrücke ist der Strom vollständig eisfrei. Zum Ueberschreiten der Eisdecke unterhalb der Straßenbrücke wird es schwerlich kommen, da daS Eis viele gefährliche Lücken hat, es müßte denn gerade erneuter starker Frost eintreten. damit er eine Kuh schlachte. Der Bauer hielt beim Schlachten die Kuh; in dem Augenblick aber, als der Metzger mtt dem Beile ausholte, wich die Kuh erschrocken zurück und statt diese zu töbten zerschmetterte der Metzger dem Bauern den Kopf. * Nackte Füßchen mit Brillantringen. In New-York macht gegenwärtig eine Tänzerin, die im Musik-Hall auftritt, großes Furore. Die Dame, Mlle. Omöne, excellirt nicht etwa dadurch, daß sie besonders großartig tanzt, sondern die Leute drängen sich zur Vorstellung, weil Mlle. O mene mit nackten Füßchen tanzt und an jeder Zehe einen großen Brillantring trägt. Das macht den prüden Amerikanern ungeheuren Spaß, und der Impresario kommt dabei auf seine Rechnung. * Die Feldpost unter Feldmarschall Blücher. Der „Deutschen Verkehrszeitung" ist von einem Leier ein an den Feldmarschall Blücher gerichtetes Schreiben, welches die Feldpost betrifft, zur Verfügung gestellt worden. Der Brief hat folgenden Inhalt: „Allerunüberwindlichster Feld- mar,chall General, Herr General Vorwärts Excellenz; Liebwerthester Herr Bacher. Verzeihen Sie, Excellenz, Liebwerthester Herr Blücher, General Vorwärts, daß ich als unzeitige Geburt es wage, an Sie zu schreiben; aber ich kann mir nicht helfen, es ist wegen meinem Traugott; ich bitte Sie um Alles in der Welt, liebster Herr Blücher Excellenz General Vorwärts, was ist das für eine infame Coufussion mit dem Feldpostamt, ich habe meinen Traugott bei den Gardejägern, er kennt Euer Excellenz Vorwärts genau und gut, schon zweimal habe ich ihm Zulage geschickt, aber er hat nichts bekommen. Ich bitte Exc> llenz demüihigst, conigieren Sie die Kerls doch einmal, aber nach alter Preußischer Manier, Sie verstehen wie ichs meine, das wird gewiß helfen, denn es ist um die Schwernoth zu kriegen, wenn man den Kindern, die fürs Vaterland streiten, was schickt, und sie nichts bekommen. Euer Excellenz werden den Kerls doch ein Donnerwetter auf den Hals schicken, deshalb habe ich es Ihnen geschrieben, denn ich weiß schon, daß mit dem Alten nicht zu spassen ist. Euer Excellenz unüberwindlicher Feldmarschall General Vorwärts genannt, liebwerthester Herr Blücher, ich verbleibe Ihr unterthänigster Schornsteinfeger Matthias Keller, Schweidnitz 1814." Wie der Gewährsmann mttlheilt, hat Fürst Blücher auf dieses Schreiben geantwortet, und zwar k. H. auf dem 2. Blatt des Briefes. Leider ift dieses Blatt abhanden gekommen. Vermischtes. * Marburg, 9. Januar. Die am 4. November v. I. erfolgte Personenstandsaufnahme ergab für hiesige Stadt eine Einwohnerzahl von 15 294. * Frankfurt a. M., 10. Januar. Aus dem Zoologischen Garten. Im Haus der „Deutschen Vögel" des Zoologischen Gartens ist seit zwei Tagen die erste Frühlingsahnung erwacht, wie wenig auch die gegenwärtige Witterung Veranlassung dazu geben mag: die Nachtigall beginnt zu schlagen. Freilich singt sie noch mit leiser Stimme und schweigt sofort, wenn Jemand vor den Käfig tritt; aber von einiger Entfernung läßt sie sich belauschen, und einige Strophen kann man schon aus dem schüchternen und oft unterbrochenen Gesang heraushören. — Für 34000 Mark Fenster. Postbau- inspector Prinzhausen schreibt eine Verdingung für die bet dem Po st neu bau auf der Zeil erforderlichen 312 Fenster aus, veranschlagt zu rund 34000 Mark. Angebote sind bis zum 25. Januar an die Postbauinspectlon (Zeil 52) einzureichen, wo auch die Bedingungen erhältlich sind. * Memel, 8. Januar. Der „Preuß. Lehrerztg." wird geschrieben: Der Unteroffizier als Lehrer ist nicht überall bloß ein Zukunftsbild, sondern hier eine wahre Tatsache. Auf der Nordspitze der Kurischen Nehrung liegt der Stadt Memel gegenüber das gleichnamige Fort. Es zählt etwa 10 schulpflichtige Kinder, die von jeder Schule abgeschlossen sind. Der Unterricht der Kinder ist daher dem Aufseher des Forts, dem activen Feldwebel Hannemann gegen ein jährliches Gehalt von 540 Mk. übertragen worden. Der Unterricht wird an allen Wochentagen Vormittags er« thellt. Feldwebel Hannemann nimmt auch regelmäßig an den Konferenzen der Lehrer des Kirchipiels Theil, wozu er stets in Uniform erscheint. ♦ ©ent, 10. Januar. Durch den Einsturz einer Mauer der In Bau begriffenen Rennbahn wurden zwei Arbeiter getödtet und drei schwer verletzt. Sieben Arbeiter sollen noch unter den Steinen begraben sein. * Chicago, 9. Januar. Gestern Abend brach im Casinogebäude des Ausstellungspalastes Feuer aus, welches das Gebäude bald vernichtete. Die Flammen griffen schnell um sich, zerstörten den Säuleneingang zum Musiksaale und ergriffen das große Gebäude der freien Künste. Um Mitternacht gelang es, das Feuer zu localtfiren. Bei dem Brande fanden zwei Feuerwehrleute ihren Tod. Der in der Ab- theilung der freien Künste entstandene Schaden, welcher größtenthetls durch Waffer angerichtet wurde, dürfte 100000 Dollars nicht übersteigen. * einen neuen Heldentenor hat Frau Cosima Wagner in dem Holzknechte Burgstaller aus Holzkirchen entdeckt. Der brave Holzknecht wird bereits ausgebildet, und damit er auch ein wenig Freude an seinem gegenwärtigen künstlerischen Dasein empfindet, bewilligte ihm Frau Cosima monatlich 150 Mark Taschengeld. Schon bei den nächsten Bayreuther Bühnenfestspielen soll sich ausweisen, ob Frau Cosima den rechten Mann zur Erfaffung der hohen Intentionen ihres Gatten gefunden hat. * Manöver »Kosten. Nach einer genau statistischen Berechnung hat die Anzahl der Truppen, die bei den letzten Herbstmanövern auf dem europäischen Continent beteiligt waren, nicht weniger als 1200 000 Mann betragen. Bei diesen Manövern wurden 60000000 Patronen verschossen und die Kosten des nachgeahmten Krieges belaufen sich auf 400 000000 Mk. ♦ Schrecklicher Tod. Dieser Tage ließ in Reichenau ein Mann den Metzger des Ortes in sein Haus kommen, Citeratur unb Kunft — Ein guter Gesellschaster in den müßigen Stunden des Lebens ist eine illustrirte Familienzeitschrist, die durch ihren textlichen Inhalt den Geist befriedigt und durch ihren Bilderschatz das Auge beglückt und den Geschmack veredelt. Die geringe Ausgabe für diese Famtlienlectüre trägt tausendfache Zinsen, da die gewonnene Belehrung und Bildung auf den ganzen Character und Lebensgang des Lesers etnwirkt. An Der Spitze ber deutschen Familien- blätter steht nun unbestritten die illustrirte Fannlienzeitfchrift Guten Stunde", (Berlin "W. 57, Verlagshaus Bong & Co.-, deren Tendenz es ist, dem Leser das heutige Cultur- und Gesell- schastsleben in fesselnden Aussätzen, spannenden Romanen, interessanten Bildern vor Augen zu führen. Der soeben beginnende neue Jahrgang der prächtigen Salonhestausgabe von „Zur Guten Stunde giebt die beste Gelegenheit, ein Abonnement auf das schone und gediegene Blatt zu nehmen. Namentlich großartig ist der illustrative Schmuck der Zeitschrift, da in jeder Nummer der farbige Aquarelldruck in reichstem Maaße in Anwendung kommt und diese Wiedergabe der coloristischen Meisterwerke von prächtigster Wirkung ist. Sowohl Kunstbeilagen wie Textbilder erscheinen in bald lebhafteren, bald gedämpsten Tönen, in ihrer Mannigfaltigkeit stets eine künstlerische Ueberraschung gewährend. Die trefflichen Romane von August Niemann: „Feindliche Pole" und A. von K l in körnst ro em: „Diebe", sowie „Doris WanterkantS Erben" von H. Helberg und viele andere große und kleine Erzählungen unserer ersten Autoren bieten eine reizvolle Lectüre dar. Andererseits sorgeni d.e mit Recht so beliebt gewordenen populärwissenschastlichen Aufsätze, sowie die Bilder aus dem modernen Leben, die Städte- und Reiseschilderungen rc. für geistige Anregung und Belehrung, wahrend practisch eingerichtete Rubriken, wie Briefkasten, Frauenecke rc., den Leserinnen namentlich gute Dienste leisten. Ganz besonders willkommen wird auch die Gratisbeilage der Jllustrirten Elassikerbiblio- thek sein. Der Abonnent von „Zur Guten Stunde" gelangt durch dieselbe ohne jede weiteren Kosten in den Besitz einer Prachtausgabe der Hauptwerke unterer Classiker. Dem neuen Jahrgange wird der zweite Theil der Gedichte und Dramen Ludwig Uhlands beigegeben. Der Preis der Hefte ber Salonausgabe beträgt 60 Pf., ber des Vierzehntagsheftes 40 Pf., unb bas Abonnement pro Quartal 2.50 Mk. Verkehr, Land- nnd Volkru»irthschaft. Limburg, 10. Januar. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 12.15, weißer Weizen JL 00.00, Korn JL 10.05, Gerste X 8.05, Hafer JL 7.20. - Zur Behandlung gefrorener Rüben und Kartoffel«. Hat ber Landwtrth gefrorene Rüben oder Kartoffeln, so muß er sich vor allen Dingen hüten, dieselben in diesem Zustande zu verfüttern, da dies dem Vieh sehr nachtheilig sein würde. 2luch darf man ge- frorene Rüben unb Kartoffeln nicht in heißem Wasser austhauen, ba baburd) denselben zu viel Nährstoff entzogen wird Man wendet zu dem Aufthauen lieber kaltes Wasser an, noch besser ist aber das Dämpfen gefrorener Kartoffeln und Ruben. Von dem Süßwerden der Kartoffeln ist übrigens noch zu bemerken, daß dasselbe nicht nur vom Gefrieren, sondern auch schon von sehr niedriger Wärme- teaweratur herrührt (bei 1—2° Warme). Nach Dr. Neßler verderben Kartoffeln welche süß geworden sind, nicht leichter als andere Kartoffeln. Bewahrt man süß gewordene Kartoffeln einige Tage an einem warmen Orte bei 15° Wärme auf, so verschwindet ber angesammelte Zucker roieber unb bie süßen Kartoffeln haben ihren süßen Geschmack verloren. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag ben 13. Januar: Vorabend 4» Uhr, Morgens 9<” Uhr, Nachmittags 3« Uhr Sabbathausgang 5“ Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligiaargesellschafi. Freitag Abend 4^ Ubr, Samstag Vormittag 8« Uhr, Samstag Nachmittag 3«- Uhr, Samstag Abend 5“ Uhr. 6144] Vogelfreunde. Schiffers Voaelfutter, nur echt in versiegelten Packeten „mit dem Vogelneste" (eingetragene Schutzmarke , ist unübertroffen im Alleinverkauf zu Oriqinalprersen bei A- u. G Wallenfels, Gießen, Marktplatz 2*. ' Wer weiß cs noch nicht, daß ich nach München ziehe und daher genöthigt bin, mein Lager, welches noch in Herren- und Knaben-Gar-eroben sortirt ist, sowie Damenmäntel, Mädchenmäntel und Jaquets enthält, zu wirklich spottbilligen Preisen auszuverkaufen. Wer noch irgend etwas in meinen Artikeln kaufen will, der versäume nicht, jetzt, wo ihm Gelegenheit geboten, wirklich billig und gut zu kaufen, bei mir seinen Bedarf zu decken. BahnhMratzc J. KlipstCMl Ecke Neustadt. Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in § 25 der deutschen Wehrordnung werden alle im Jahre 1874 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten und entweder in Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben oder als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten oder als Hausund Wirthschaftsbeamte, Handlungsgehilfen, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich dahier aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutirungsstammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar d. Js. in der Bürgermeisterei dahier, Zimmer Nr. 13, zu melden und dabel, wenn sie dahier nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, und, wenn sie bei einer früheren Musterung concurirt haben, ihren Loosungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche die Anmeldung Unterlasten, sich zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. oder mit Haft bis zu 3 Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung u. s. w. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zeit der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- oder Fabrikherren zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Gesuche um Zurückstellung von Militärpflichtigen auf Grund des § 32, pos. 2 Lit. a, b, c, d, e, f und g der deutschen Wehrordnung sind rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahier vorzubringen, da verspätete Gesuche keine Berücksichtigung finden. Militärpflichtige, welche zum ernjährig-freiwilligen Dienst berechtigt sind, haben, sofern sie nicht bereits zur acliven Dienstzeit eingetreten sind, sich bei Vermeidung von Strafe alsbald und längstens bis zum 20. d. M. bei dem Herrn Civilvorsitzenden der Ersatz • Commission, (Kreisamt dahier) schriftlich oder mündlich zu melden und unter Vorlage ihres Berechtigungscheins ihre Zurückstellung von der Aushebung zu beantragen. Gießen, 10. Januar 1894. Der Oberbürgermeister. 352_____________________Gnauth._______________________ Bekanntmachung. Die Schuldverschreibung der Stadt Hungen Lit. B. Nr. 1 über 300 Mark ist laut Tilgungsplan zum 1. April 1894 zur Rückzahlung ausgeloost worden. Diejenigen, welche die genannte Schuldverschreibung in Händen haben, werden aufgefordert, das Capital bis zum genannten Tage an der hiesigen Gemeindekasse in Empfang zu nehmen. Die Verzinsung endet mit dem 31. März 1894. Hungen, im Januar 1894. Grobherzogliche Bürgermeisterei Hungen. Buttron. 345 Brennholz- Versteigerung in Leu Waldungen der Stabt sich. Zur Versteigerung kommen: Mittwoch den 17. Januarl.J., Bormittags 9 Uhr anfangeud, im District Eisenkaute: 542,4 riu Buchen- u. Eichen-Scheiter, 164,6 „ Buchen-Knüppel, 3189 Wellen Buchen-Reisig, 182,2 rm Buchen- und Eichen-, Stöcke. Zusammenkunft im Burkhards- felderweg beim Floß. Anfang in der Eisenkaute bei Abth. Nummer 1. Lich, am 6. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Lich. ___________Walz.________260 Freitag den 19. Januar, Nachmittags 2y2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Heinrich Wißner Witlwe (Wirth- schaft zum Burggrafen) gehörigen Immobilien: Flur I Nr. 701 — 181 qm Hofraithe in den Neuen Bauen, Flur I Nr. 7(2 — 87 qm Meter Grabgarten daselbst öffentlich freiwillig versteigert werden. Gießen, 10 Januar 1893. Großh. Ortsgericht Gießen. _____________I. A.: Vogt. 334 Samstag, 13. Januar, Nachmittags 2 Ubr, versteigere ich in meiner Amtsstube ein Chaisenpferd und 1 gr. Stück Betttuchleinen. Geißler, 343 Gerichtsvollzieher. Ieisgeöotenes. 3^ Heute Schellfische 354]Emil Crbig. Verbesserte Theerseifi aus der königlich bayer. Hosparfümerte- Fabrik von C. D. Wunderlich in Nürnberg (prämiirt 1882), von vielen Aerzten empfohlen, gegen HantanS- fchläge jeder Art, insbesondere Hautjucken, Flechten, Grind, Kopf- und Bartschuppen, Frostbeulen, Schweißfütze ä 35 • nebst Anweisung. Theerfchwefel Seife vereinigt die vorzüglichen Wirkungen dcS TheereS und des Schwefels, ä 50 Alleinverkauf bet Herrn Heinrich Wallach, Marktplatz._________[272 Schwarzer Pudel Männchen, kleine reine Rasse, lö Monnte alt, für JL 25.— zu verkaufen. Näheres in der Exped. d Bl. [295 Speise-Kartoffeln gute Sorten empfiehlt Eduard Euckert, 344 Nr. 17 Neuen Bäue Nr. 17. Renntet (hingen. 342] Arankfurterpratze 10 t Par- . terre-Wohnung, 6—7 Zimmer mit allem Zubehör, auf 1. 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Frau Hllttenverger, Seltersweg 67, in der Gasse b- Hrn. Metzger chretner. Pension. Für zwei Knaben, 12 und 13 Jahre alt, welche Ostern 1891 das Real-Gym^ nastum besuchen sollen, wird Pension in guter Familie gesucht- Offerten zu richten an LouiS Moll, (Srünber g-____________________1339 303] Ein Mädchen vom Lande gesucht^_____________________Ktrchenplatz 9. 315] Laufmüdche« für sofort den ganzen Tag gesucht. . ____________Steinstraße 8, mittl. Stock. 328] Ein braves junges Mädchen sofort gesucht. Marvurgerstraße 29. SMF Ein tüchtiger Kellner 20 Jahre alt, sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, alsbald Stellung- Offerten bitte unter 0. S. an die Exped- d. Bl. zu richten._____________[313 337] Eine gutempfohlene Haushälterin sucht sofort passende Stellung durch __Frau Hüttenberger. Als alleiniger Dertreter einer der größten Hypotheken« banken vermittele ich die Beleihung von Immobilien zu günstige« Bedingungen. 27 M.It.ttL«c,ustSß»4Schillersir.27. Montag den 15. Januar: Einmaliges Gastspiel des Grossh. Hess.' Hofschauspielers Herrn Julius Sachs vom Hoftheater In Darmstadt. Grossstadtluft. Sektion Gießen. D. Ö. A. V. Sonntag, 14. Januar: Autztourr Kloster Arnsburg—Römercastell — Münzenberg- Butzbach. [346 Abmarsch Punkt 9 Uhr vom LMwigsplotz. Q Q U o ö a ° Zahlgasse wackelt- g Seine Kameraden oooDOooaaoaoaöDOoa a Unserem Kamerad o o Johannes Schmand VIII. □ a zur Silbernen Hochzeit ein o 8 donnerndes Hurrah wie 8 8 bei Gravelotte, daß die o o J. 8. D. N. Watzenborn, o a 11. Januar 1894. [347 O üöGaaooooDcaogaocra 340] In einem wohlhabenden Orte von 4000 Seelen in der unmittelbaren Nähe von Mainz ist eine Krankenkassen« arztstelle mit 2000 Mark Fixum und Gelegenheit zu sonstiger Kassen- und Privalpraxts sofort zu vergeben. Reflektanten wollen sich melden bei Hrn. Franz Eugter,^omdach b- Mainz. Lebende Mäuse das Stück zu 10 H werden ang«kauft vom Hygienischen Institut 351 Llebigstraße 12- Verein „Amieitia“. , Samstag den 13. Januar 1894: Grosser Maskenball M mit Gruppenaufführungen jBL im Sank brs We ftib. Anfang 7 Uhr 61 Min. Der Vorstand. Karten sind im Vorverkauf zu haben bei den Herren Friseure« Rüger, Wallthorstraße, Lehrmund, Neuenbäuen und Wahl, Neustadt, sowie den Herren Daniel Heil, Lindenplatz und Wilhelm Wirsig, Seltersweg: Herrenkarten ä 1 Mk., Geheimkarteu ä 30 Pfg. An der Kasse: Herrenkarten ä. Mk. 1.580, Galleriekarten a 20 Pfg. NB. Nur Damen im Besitze der vom Vorstand erhaltenen Einladungs- karten baden Berechtigung zum Balle. 191 Central-Kranken- und Sterbekassefder Tischler u. a. g. Arbeiter. ^Ab-nd7 8/' uh-""'' Mitgliederversammlung bei Herrn Loeb, Caplansgasse. Tagesordnung: Stichwahl zur Generalversammlung in Hannover. Die Mitglieder sind gebeten, ihr Wahlrecht auszuüben. [34t ______________________________Die Ortsverwaltung.__ Aachener und Münchener Ieuer-Aerficherungs- Gcsellschafl. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir, nachdem unser langjähriger Vertreter in Lich, Herr Secretär Gros, verstorben ist, unsere Agentur daselbst dem Spenglermstr. Herrn Heinrich Walz in Lich übertragen haben. Darmstadt, im Januar 1894. Die General - Agentnr Karl Hornmann. Bezugnehmend auf obige Bekanntmachung empfehle ich mich zur Vermittelung von Versicherungen gegen Feuersgefahr und erkläre mich zu jeder einschlägigen Auskunft gerne bereit. Lich, im Januar 1894. 173 Heinrich Walz. Todes - Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige. Hiermit die traurige Nachricht, daß es dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Gatten, Vater, Schwiegervater und Großvater Jobs. Schmitz nach langem schweren Leiden zu sich zu rufen. [350 Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 9. Januar 1894. Die Beerdigung findet Freitag den 12. ds. Mts., Nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Krofdorferstraße 3, aus statt. LSMsvericht 9o« E. Wasaerschleben, Bankgeschäft Frsrrlfnrtn Börse vom 11. Januar 1894. SÄvcheonrte I Uhr 15 Mtn. 3% Reichsanleihe •W/o do. 3°/0 Preuß. Consol« 3Vs% do. 86.15 100.61’ 86. t 5 100.85 4»/o Ung. Gold-Rmte 50/0 Rente 3o/o Portugiesen 40/0 Griech. Monopol-Anl. 95.8C 76.70 19.96 32.61 DsrmstLdter DreSdmer Bank-Net. Noröd. Lloyd-Äct Wiener Bcmkver^Nct Oest. Credit-Act. Jtrl. MittelMeerbah» Ätt 176.80 131.00 131.20 114.20 104 00 291.00 80.20 Lomo. E^-B.-Act. Buschtherader E^B^-Act. Elbthal-Bahn-Aet. GoUhard-Bahn-Act. Schweizer Norbost.-R.-Act. Mainzer E.-B.-Act. Marienburger E.--B.-Act 92.75 373.5S 2( 3.8f 151.80 104.20 109.20 72.3» Gelsen. «ergw^Nct. 146.701 Ber. Ä5nigfrßenti).-$ci. Leadeur: matt. 113.60 SdrichSbMr-DiScLKt 4 p** । zurnalM jjlofltag8 1 < mnata«6011, fölgmbrn 1^2 ,-rnnlhen Sie wuri< i v5tn Süffel mitten „@r - - Stint brach das verblüffte St „Gehe in bei Rahm heraus." Lächelnd nict itWittrn und boi sich W großer Grdanir 6r schob d „Wenn Sie den Ihn nicht ans de Mariechen Ihüre hinter der ^Fräulein „Wie käme hastig Aennchen. Herr Papa." ,W iche Nn SW?" „0, er mar ,tt war mir nicht Küche geschickt." „Dai — da »Ja, soeben bat er leise, imn 6ylinder in den j Mi dann Mm. „Frei! Papa erlaubt, ach Eie blickte ih Ernste Mensch d nicht «ar, - standen hatte. »Aennchen!" tor/ trat dabei de Schweisspitze - n dlttne ans und - . dlun, Haide M auch weine Freundr besitze. , , Sie hielten so lieb!" , Annchen bc nnb b“ N« < , Urt Erich? b,r «* « u*1 ««er h,van9iam uns rpr ®Ni t. , «14 Nnnir tSfyk d°S E tzz um ka^brzte