Dienst»« den 11. September Nr. L12 Die Gießcncr A« mitten v kälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des DtontagS- Meßmer Anzeiger Kenerat-Mzeiger. 1894 vierteljähriger ASoancmentspreis: 2 Mark 20 Pfg- mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rcdaction, Expedition und Druckerei: Schntstrahe Kr.7. Fernsprecher 51. Amts- und 2ln.>cigcblatt für den Areis Gieren. chralisöeitage: chießener Kamitienblatter. belegt. Berlin, 8. September. Der Wirkliche Geheimrath Professor v. Helmholtz ist (wie bereits in vor. Nr. telegraphisch mitgetheilt. Red.) heute Nachmittag gegen 1^4 Uhr gestorben. Nachdem die vorige Nacht ohne besondere Störung verlaufen war, hatte sich heute Vormittag ein rapider Kräfte- verfall eingestellt. Kurz vor dem Hinscheiden des Profesiors Helmholtz trafen noch Depeschen ein von der Kaiserin Augusta Victoria, der Kaiserin Friedrich, dem Herzog von Meiningen, in denen die Hoffnung auf Genesung des Kranken ausgesprochen wurde. Die Leiche des Gelehrten wird im großen Festsaale der Helmholtz'schen Villa aufgebahrt werden- das Begräbniß wird auf dem unweit des Hauses belegenen Lützow-Friedhofe in Charlottenburg stattfinden. Berlin, 8. September. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung der Königlichen Krone zum Großkreuz des Rothen Adler-Ordens mit Eichenlaub an den Staatsminister, Ober-Präsidenten der Provinz Westpreußen zu Danzig, Dr. v. Goßler anläßlich der Anwesenheit des Kaisers in Westpreußen, sowie an eine Reihe anderer Persönlichkeiten. Berlin, 8. September. Wie die „Ostpreußische Ztg." erfährt, hat der Kaiser den Familien Auerswald, Dönhoff, Dohna, Eulenburg, Lehndorff mittelst Ordres mitgetheilt, daß er je ein Fort der Festung Königsberg nach ihnen benannt habe. Berlin, 8. September. Nach einer Meldung aus Posen ! verlautet, daß der Kaiser im nächsten Jahre die beiden Schwärzen Leib-Husarenregimenter in Danzig und Posen zu einer Todtenkopfbrigade zu vereinigen beab- sichtige. Das in Posen garnisonirende 2. Leib-Husarenregiment Kaiserin Friedrich würde dann wahrscheinlich nach Graudenz kommen, doch ist eine endgiltige Entscheidung darüber noch nicht erfolgt. Marienburg, 8. September. Se. Majestät der Kaiser begab sich heute früh 8 Uhr 35 Min. mit Sonderzug von Schlobitten nach Elbing, stieg am dortigen Bahnhof um 9 Uhr zu Pferde und begab sich in das Manövergelände des 17. Armcecorps, welches gegen einen markirten Feind Neueste Nacheschten. Wolffs telegraphisches Corr csponden--Buren Frankfurt a. M-, 9. September. Der „Frankfurter Zeitung" wird aus Belgrad von gestern gemeldet: AlS manömirte. Nach dem Manöver begibt sich Se. Mapstat hierher, wo um 6 Uhr das Galadiner der Provinz statt- findet. Ihre Majestät btc Kaiserin, Allerhöchstwelche im Laufe des heutigen Tages in Königsberg Anstalten besichtigt hat, gedenkt um 4»/4 Uhr hier einzutreffen und nach dem Galadiner Abends 9^ Uhr die Heimreise nach dem Neuen Palais bei Potsdam anzutreten. Köln, 8. September. Die „Köln. Ztg." sagt bei einer erneuten Besprechung der Kaiserrede, indem sie auf die Aussage des Monarchen, der Adel solle in der Unterstützung der Krone im Kampfe gegen die Umsturzbestrebungen ein Vorbild sein, da« liberale Bürgerthum stehe in diesem Kampfe, wie immer, treu zu Kaiser und Reich, auch ohne " ES gehöre nicht zu jenen zögernden Detttscher Reich. Berlin 8. September. Die hochbedeutsamen Worte, welche Kaiser Wilhelm an festlicher Tafel in -er Hauptstadt Ostpreußens im Rahmen eines Trinkspruches «uf diese Provinz gesprochen, haben im gesammteu Reiche großes und berechtigtes Aufsehen erregt. Denn mit be- merkenswerther Entschiedenheit und Festigkeit wendet sich der Monarch in seiner Königsberger Kundgebung gegen die Opposition, welche aus den Reihen der Landwirthe und vor allem aus den Kreisen deS altpreußischen Großgrundbesitzes der Handels- und Wirthschaftspolitik seiner Regierung entgegen- getragen wird. Er beklagt diese Haltung der preußischen Adelspartei und bezeichnet sie unter Hinblick auf die geschichtliche Entwicklung des preußischen Königthums und Staates als ein Unding. Der preußische Adel als Träger großer Ueberlieferungen muß seine Stellung neben seinem König nehmen, nicht aber wider ihn und seine Regierung — das erklärt der Kaiser in seiner Königsberger Rede, wenn auch mit anderen Worten, und an den Schildträgern jener Opposition ist es nun, sich über die Tragweite dieses Theiles der kaiserlichen Rede bewußt zu werden. Alsdann aber ist der kaiserliche Herr auf ein ganz anderes Gebiet zu sprechen gekommen, auf dasjenige der Bekämpfung der Umsturzparteien, | und deuten die betreffenden Ausführungen des Monarchen ; darauf hin, daß irgendeine Regierungsaction zur Eindämmung der sozialistischen und anarchistischen Bestrebungen nun endlich doch in Aussicht steht. Es ist bcmerkenswerth, daß der Kaiser vor Allem auf die Hilfe der altpreußischen Adels- pa>tei in diesem angkkündigten Kampfe baut, augenscheinlich will er derselben hierdurch einen Weg offen lasten, auf welchem sie wieder den „Anschluß" an die Regierung des Kaisers und Königs finden kann. — Für die in der Königsberger Rede deS Kaisers sich so deutlich wiederspiegelnde Berstim- mung gegen die preußischen „Agrarier" ist es ferner auch charakteristisch, daß vom Kaiser auS der Liste der zum Hof- dtner im Königsberger Schloste vom 6. d. Mts. geladen gewesenen Personen die Namen der Grafen Kanitz-Podangen, Mirbach-Sorquitten, Dehna-Waldburg, Klinkowström und deS früheren Landrathes v. Klitztng eigenhändig gestrichen worden sind. Wenn man sich erinnert, daß diese Herren zu den eifrigsten parlamentarischen Gegnern der neuen Handelsverträge Deutschlands gehörten, so leuchtet die Bedeutung dieses Schrittes des Kaisers von selbst ein. Berlin, 8. September. Die „Kreuz-Ztg." bespricht heute Abend die vorgestrige Königsberger Rede des Kaisers in einem Leitartikel und schreibt: „Se. Majestät beklagt es, daß aus den ihm „nahestehenden Kreisen des Adels" seine „besten Absichten mißverstanden und zum Theil bekämpft" worden seien. Der Zusammenhang ergibt, daß der Kaiserliche Redner hierbei die ablehnende Haltung nicht allein des Adels, sondern der Conservativen überhaupt zu der Handelsvertragspolitik der letzten vier Jahre im Auge gehabt -hat. Selbstverständlich hat Se. Majestät ihnen nicht etwa Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für ben lohenden Tag erscheinenden Nummer bi« Norm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. das verfaffungsmäßige Recht, oder besser — die sittliche Pflicht, gesetzgeberische Pläne nach ihrer gewiss-nhaften Ueber- Zeugung zu bekämpfen, verschränken wollen. Er ist, wie er : selbst betont, weit davon entfernt, dem Adel den Mund zu verschließen, sondern er fordert ihn ausdrücklich zu „vertrauens- ; voller Aussprache" auf. Nicht gegen ihren Monarchen kann sich jemals die Opposition der adligen oder nichtadligen Conservativen richten: das wäre in der That „ein Unding. Nur gegen die verantwortlichen Diener der Krone erheben sie dann ihre Stimme, wenn sie von der Schädlichkeit der von jenen vorgeschlagenen Maßregeln nach gewtffenhafter Prüfung überzeugt sind. Nicht sowohl die ablehnende Haltung i mess äußertet Zu d^A-ub-rÜng beä'sUrS: „Als -usg-läscht Fi“ SS’ä »Äft ÄT :S” e8 ein denn wir anderen sind nur zu geneigt, I [ 6 ,,“g e ft«f ri t a durch CtrtTÄSwÄ zü'lassl7 um"f°^st-77n?nach. Erwerbung eines beträchtlichen Grnndeigenthnms und dnrch ^rückliche?,°llte!?wir jener »erfähnende Wort Sr. Majestät I Anlage von Pl-w-agen theil,nnehmen. Japaner herrsche. , L O11 Loudon, 8. September. Mit Ausnahme der „Times widmen alle Morgenblätter der Rede des Kaisers lange Besprechungen. Die conservativen Organe, wie „Morning Post", „Daily Telegraph", „Standard" äußern sich beifällig. '.Standard" erklärt die Rede für feierlich ernst und entschloffen. r „ . ,. Washington, 8. September. Dte Hasenpolizei erhielt die Signalements von 26 letzthin auS Frankreich ausgewiesenen Anarchisten, die sich nach Nordamerika eingeschifft haben. New-York, 8. September. Der Congreß der cana- dtschen Trades-Unionisten wurde gestern eröffnet. Der Congreß schickte Vertreter an die Regierung, um die Einführung deS gesetzlichen Achtstundentages zu erlangen. Aintlicher Theil. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß irty schäft» »rünberg, 8. September. Fruchtpreise. Weizen JL 12,52, Korn 13,36, Gerste 00,00, Hafer »M 10,90, Erbsen JL 00,00, Linsen 00,00, Wicken 00,00, Lein 00,00, Kartoffeln «< 0 00, Samen JL 20,00. | ^Barometerstand. 5 3 8® SS® 8 §' 9 Thermometer: min. 4- 7° R., max. + 9° R. Hygrometer: Neigung für trock.Wetter. witterrrngsarrsfichteir am 10. September Morgens 8 Uhr (Wetterhäuschen tn der Südanlage) Imver kung: Die punktirle Linie bei der Barometerscala gibt den Stand des vorhergehenden TageS an. ß § 5 £2. « R Arrrzrrg aus den Stande-anrtsregifterir der Stadt Gießen. Urrkgedote. September: 3. Johann Theodor Keßler, Verwaltungssecretär zu Stegen, mit Katharine Klippel dahier. 6 Ernst Daniel Hüther, Kaufmann zu Eschwege, mit Emilie Lotz zu Alsfeld. 7. Georg Karl Wilhelm Christian Louis Roth, Apotheker dahier, mit Cäcilie Mathilde Wilhelmine Eltsabelhe Zstch zu Fulda. Sheschtteßnnge«. September: 1. Hermann Gl'ot, Buckhändler zu Höchst a.^M., mit Johanna Marie Elisabeth Sckad Hierselbst. 5. Johann Baptist Wantnger, Bierbrauer dahier, mit Margarethe Salome Keller von Heßlar, wohnhaft dahier. August: 31. Dem Bäckermeister Georg Keil ein Sohu, Ludwig Johannes Christian Emil. September: 2. Dem Bierbrauer Peter Haus ein Sohn. 6. Dem Restaurateur Philipp Rlclfi ein Sohn, Theodor Philipp. •dtorbtiu. August: 31. Heinrich Krug, 2 Monate alt, Sohn von Maurer Andreas Krug dahier. September: 1. Johanna Holberg, 48 Jahre alt, Putzmacherin dahier. 1. Hermine Luise Strobel, 4 Monate alt, Tochter von Bäcker Hermann Strobel dahier. 2. Wilhelm Philipp Len», 4 Monate alt, Sohn von Postaushilssbote Georg Heinrich Lenz dahier. 3. Eduard Lang, 4 Jahre alt, Sohn von Htlssbremser Heinrich Lang dahier. 3. Anna Deiß, 3 Monate alt, Tochter von Maurer Adolf Deitz von Wetzlar. 4. Christine Sommerlad, 9 Monate alt. Tochter von Maurer Heinrich Sommerlad dahier. 5. Wilhelmine Dreier, 1 Monat alt, Tochter von Fuhrmann Albert Dreier dahier. 7. Elisabethe Klingelhöfer, geb. Deibel, 75 Jahre alt, Wittwe von Oeconom Ludwig Balthaser Klingelhöfer dahier. 7. Katharine Sepp, geb. Back, 43 Jahre alt, Ehefrau von Kappenmacher Max Sepp dahier. aus -«n Airchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getrarrte. Lukasgemetnde. Den 1. September. Hermann Gliot, Buchhändler zu Höchst ■am Main, und Johanne Marie Elisabeth Schad, Tochter des Kgl. Slations-Asststenlen Johannes Schad zu Gietzen. Matthäusgemeinde. Den 4. September. Dem Friseur Adolf Langsdorf ein Sohn, Loui^> Philipp Martin Hanö Eduard, geboren den 25. Juni. Den 6. September. Dem Fuhrmann Adam Dreier eine Tochter, Emilie, geboren den 25. Juli. Markusgemeinde. • Den 2. September. Dem Fuhrmann Heinrich Launspach ein Sohn, Willi, geboren den 2. Julr. Den 4. September. Dem Kutscher Karl Rösinger ein Sohn, Karl August, geboren den 30. Juli. Lukasgemetnde. Den 2. September. Dem Kaufmann Louis Frech eine Tochter, Johanna Konradtne Carola Erna Adolfine, geboren den 22. Juni. Johannesgemeinde. Den 2. September. Dem Gerber Carl Wöll ein Sohn, Georg Carl, geboren den 15. Juli. Beerdigte. Johannesgemeinde. Den 1. September. Dorothea Oswald, geb. Lippert, Wittwe b.3 Spetsewirihs Balthasar Oswald, alt 56 Jahre, starb den 31. August. Verfälschte schwarze Seide. Man verbrenne ein MüKerchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort ju Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verloscht bald und btnter- lätzt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mtt Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur achten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die «eidenfabrik G. Henneberg (k. u. k. Hoflieferant) Zurich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke porto- und zollfrei ins Haus. (122 Russisches und amerikanisches Petroleum. In einigen Duisburger und Dortmunder Zeitungen erschien vor kurzer Zett ein Artikel, welcher den Zweck halle, das russische Petroleum schlecht zu machen und dessen Einsender sich nicht gentrte, selbst falsche Thalsachen und Verleumdungen zu veröffentlichen. AlS die Haupt - Vertreter der russischen Petroleum - Industrie haben wir sofort gegen ein derartiges unerlaubtes Verfahren Stellung genommen und gesucht, den Urhebern solchen Artikels auf die Spur zu kommen. Düse Suche hat uns, wie vorauszusehen war, auf die Deutsch- Amerikanische Petroleum-Gesellschaft in Bremen gebracht, aber unsere direct-n diesbezüglichen Correspondenzen haben es nicht vermocht, von jenen Herren das Eingeständniß zu erlangen, dah sie resp. ihre Vertreter in Duisburg jenen, unwahreDhatlachen enthaltenden Artikel verfaßt haben, obschon sie von den betreffenden Zeitungen uns als Einsender bezeichnet worden sind. Wenn die Herren der D.-A.-P.-G. sich bewußt wären, nur Wahres oder Erlaubtes veröffentlicht zu haben, weshalb haben dieselben dann nicht den Muth, solches auch einzugestehen? Der Art. 1382 C. C., welcher den unerlaubten Wettbewerb mtt Strafe belegt (Kölnische Zeitung Nr. 692) scheint denselben nachträglich unbequem geworden zu sein. — Aus unsere wiederholten Anfragen, ob sie die Verantwortung für die incrtmtnirten Artikel übernehmen, haben die Herren der D.-A.-P -G. uns mit höflichen, aber ausweichenden Antworten gedient. Das ist die richtige Schule des unerlaubten Wettbewerbes, in welcher jene Herren groß geworden sind: hinter dem Rücken schlecht machen und nachher will es keiner gewesen sein. Dagegen ist es unsere Pflicht, solchen böswilligen Zeitungs- Artikeln entgegenzutreten, indem wir diejenigen Thatsachen veröffentlichen, welche Die Herren der D.-A.-P.-G. absichtlich entstellt haben. Zunächst ist e8 eine Unnwahrheit, daß das russische Petroleum nur 120 Liter per 100 Kilos ergäbe, während das amerikanische bei gleicher Temperatur 125 Liter gäbe Das sprctstsche Gewicht des amerikonischcn ist durchschnittlich 0,800. während das russische 0,825 hat. Dies ergiebt einen Gewichts - Unterschied von nur 3 pCt., welchen wir durch einen PreiS-Unterschted von 50 biS 60 Pfennigen für mehr als ausgeglichen betrachten. Die Klagen der Kundschaft über schlechtes Brennen sind bet dem amerikanischen Petroleum, welches in den letzten Jahr«n an Qualität bedeutend abgenommen hat, häufiger wie beim russischen, weil das amerikanische Petroleum, wie auch schon seine gelbe Farbe im Vergleich zu dem wafferhellen russischen Petroleum beweist, schlechter rasfintrt ist. Wir haben in der Zwischenzeit da« russische und das amerikanische Petroleum folgenden hervorragenden Chemikern zur Analyse übergeben: 1) Herrn Dr. Lehnkering, chemisches Laboratorium für BergmerlS- und Hüllenproducte in Duisburg. 2) „ Dr. E. Htlbcrg, vereideter Stadt- und Gerichts-Chemiker in Essen a. d. Ruhr. 3) „ Theodor Kyll, chemisches Laboratorium in Köln a Rh. 4) „ vr.pllilos.OttoKaysser, vereideter Gerichts-und SanitärS» Chemiker in Dortmund. 5) „ Dr. Loock, Vorsteher der städtischen UnttrsuchungS-Anstalt in Düsseldorf. Wir behalten uns vor, alle diese Analysen noch besonders zu veröffentlichen, alle aber stimmen darin überein: „daß das russische Nobel-Petroleum dem ameiitanifdjcn „an Leuchtkraft bedeutend überlegen ist, daß eS beinahe keine „Explosionsgefahr bietet, und daß dasselbe viel sparsamer „und biS zum letzten Tropfen bester ausbrennt, als daS „amerikanische." Wenn aber die Herren sogar behaupten, daß der Consum deS russischen Petroleums immer mehr abnehme, so haben jene Herren dadurch nur ihren lebhaften Wünschen Ausdruck gegeben, auf die wirklichen Thatsachen kommt eS denselben dabei so genau nicht an. Dagegen veröffentlichen wir folgende Thatsachen: Vom 15. März bis 15. August dieses JahreS haben wir im Zollbureau Emmerich sieben Tankschiffladungen declartrt mit 7160230 Kilos russischem Petroleum gegen 3424610 KtloS in der gleichen Zeit des letzten Jahres, wodurch officiell ein verdoppelter Import des russischen Petroleums seit einem Jahre constattrl wird. DaS wissen jene Herren der D.-A. P.-G. eben so gut wie wir, aber gerade diese große Zunahme des Consums an russischem Petroleum ist es, welche sie vor keinem selbst unanständigen Mittel zurückschrecken läßt, und welche, wenn Alles schon nichts mehr helfen will, ihnen sogar die Feder zu verleumderischen Zeitungsartikeln, in welchen sie wissentlich falsche Thatsachm veröffentlichen, in die Hand drückt. Wenn wir dann sie däfür anfassen und eine Erklärung Der» langen, so haben sie nicht einmal den Muth, die Veranwortltchkeit für ihre eigenen Artikel zu übernehmen. 7406 Wir empfehlen diese Thatsachen denjenigen Herren zur gefälligen Berücksichtigung, welche demnächst in Berlin die neuen Gesetzes-Vorlagen zur Bekämpfung deS unlauteren Wettbewerbes zu berathen haben. H. Hieth & Co., Gesellschaft f. d. Verkauf russischen Petroleums von Gebrüder Nobel. Holzversteigerung. I Von 230 qm Fußbodenaufbruch werden die alten Bretter und Lagerhölzer nächsten Dienstag, d. 11. d. M., Vormittags 10 Uhr im Hose des Gymnasiums dahier in 4 Loosen versteigert. Gießen, den 7. September 1894. Großh. Kreisbauamt Gießen. Renting. 7354 Montag den 22. October, Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Schreiner Sfer-inand Wtedmeyer in Gießen gehörige Hofraithe Flur 27 Nr. 211'/.° - 352 qm am Langenstein öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 8. September 1894. Grohh. Ortsgericht Gießen. I. A-: Bogt._______7411 Mittwoch den 12-Septbr. l.I-, Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: Möbel aller Arten, 2 vollst. Betten, Spiegel, Bilder, darunter l Oelgemälde, 3 schwere Wagen, 1 Sommerwagen, 1 Pianino, 3 iWeinbowlen, 50 Bier, gläser und Krüge, 1 Schleudermaschine, Wirthstische und Stühle, 2 AuSftanz- maschinchen, 1 Gaslampe, 9 Stuck- rostetten u. a- Geißler, 7419] Großh. Gerichtsvollzieher. Montag den 17. Septbr., Mittag» 2 Uhr sollen durch den Unterzeichneten im Pfand- local zu Gießen, Seltersweg 11, gegen Baarzahlung versteigert werden: Schreibsecretär, Sopha, Commode, Kleiderschränke, Küchenschrank, Weiß- zeugktste, Nähmaschine, Verttcow, ein Wagen und ein Rind. 7420 «epimer, Pfandmeister. Mobiliar-Versteigerung. Mittwoch, de« 12. dS. MtS., Nachmittags 2 Uhr, werden Katharine»- gaffe 12 dahier öffentlich versteigert: Tische, Stühle, Betten, 1 «leider- schrank, 1 «üchenschrav k, 1 Commode, etwas Weißzeng und sonstiger Ha«S- rath. 7428 In vormundschaftlichem Auftrag Schneider, Ger.-Taxator. Arbeitsvergebung. Die Gießener Omnibus-Gesellschaft, E. G. m. b. H., vergibt das Lackiren von verschiedenen Wagen. Reflectanten wollen ihre Offerten nach vorheriger Rücksprache mit dem Betriebsleiter Herrn Dorsch bis zum 13. d. M. bei dem Vorstande ein- reichen. 7424 Cigarre, Marke: [6772 belebend. Santa Lucia (Schutzmarke Hülse) kann stets in Gegenwart von Damen geraucht werden. 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