' nnj N feil). inb emgeladrne Wen, fotoie 3WÄta huttub, HU Knippe, unter -"atthiaz ans " SpeciMlen- m. litte 20 Pfg, 11S7 ein. g )s Bierkeller. mPrasiventrn, Erstand. ist es mir beizutreiben: I eine andere 1178 Mkfiher. Hirte Zt«aer in ntrurterftr. von miethen gisocht. ttr P. S. sind in btt :ju!efltn.___ tmer mit Vrafivn * ** üS L Q. gl-___L--- t Simmet zuver- jöUrtWlK initeiavuutiuver- ^LSwtnKU^- nlt Woh^ng tu Lindenplatz »■ Milfl. 894. nte polM »Fct 95.7J 76.10 2ß^ 35W 905b 360.7b 21'2.10 152.80 114g 112.6) ?S5> 120X0 DidcorO 6 #- K-Z 1894 Sonntag den 11. Februar Amts- und Anzeigeblntt für den Ureis Giefzen. chratiskeikage: chießener Jamilienblätter 2lmtlid?er The»! n Alle LnnoncM'Burraux de» In- und Au»lande» nthmea Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegnt. Annahme tot Anzeige« zu der Nachmittag» für de« folgenden lag erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. «rschiag'n." „Das is aber gar roh. Und um so was kümmert sich der Thierschutzverein net im Geringsten! Anstatt, daß man do a Viecher! in Chlorosormlösung legert, damit S das Erwußtsein verliert und sanft hinüberschlummert . " Vierteljähriger JH#«nement»|ireUt 2 Mark 20 Pfg. mit . Bringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Nedaetton, Lspeditta« und Druckerei: -ch»tstratze Mr.L. Fernsprecher 51. Wir vermuthen, daß die Berdingerinnen die irrige Auffassung der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen entweder veranlassen, ober unterhalten und können nicht umhin, die dringende Aufforderung ergehen zu lassen, wegen etwaiger Auskunft über die Bestimmungen der Dienstbotenordnung sich birect an die unterzeichnete Behörde zu wenden. Weiter erinnern wir daran, daß die nach § 38 der Gesindeordnung von uns geführten Gesinderegister särnrnt- liche der zur Zeit ober früher hier Bebiensteten ausgestellten Dienstzeugnisse, sowie die seit Erlaß der Gesindeordnung gegen Dienstboten ergangenen Strafurtheilc enthalten und in dem Polizeibureau (Melde-Amt) in den üblichen Bureau- stunden von Dienstherrschaften eingesehen werden können. Auf Verlangen werden Auszüge aus den Registern ertheilt. Es liegt umsomehr im Interesse der Dienstboten suchen- den Herrschaften, vor Eingang eines Vertragsverhältnisses diese vorzugsweise zuverlässige Quelle für eine sichere Nachricht über Eigenschaften und Verhalten eines Dienstboten nicht un- benutzt zu lassen- als erfahrungsgemäß die von der Dienst- Herrschaft bei der Entlassung in die Dienstbücher eingetragenen Atteste in leider allzu häufigen Fällen der Wirklichkeit nicht entsprechen und sich in einem auffallenden Widerspruch zu den bei eintretenden Bedürfnissen von der Polizeibehörde birect erhobenen, in die Gesinderegister aufgenommenen, wahrheitsgemäßen Zeugniffe, bezw. Erläuterungen erteilter Zeugnisse befinden. Gießen, den 4. Februar 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. hingen oder Lieferungen. Nun reden wir hier selbstverständlich nicht von denjenigen Fällen, in welchen in Folge eigener Verschuldung, grober Pflichtvergessenheit, Leichtsinn und Lüderlichkeit ein Contrahent (Vertrag • Abschließender) seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, denn solche Leute treten ja selbst Recht und Pflicht mit den Füßen, müffen also rechtlich die Folgen des Vertragsbruches tragen. Wir wollen vielmehr eine Anzahl solcher Beispiele erwähnen, wo bas Vertragsrecht in der unbarmherzigsten Weise austritt und jeder Humanität, daS heißt der mit Nächstenliebe gepaarten Gerechtigkeit, in das Gesicht schlägt. Es sind dies zumal diejenigen Fälle, wenn bei auf Abzahlung gekauften Waaren, Grundstücken, Maschinen u. s. w. der zur Abzahlung verpflichtete Theil ohne seine Schuld in Noth geräth, also die weiteren Abzahlungen nicht mehr leisten kann und nun kraft de^ unbarmherzigen Abzahlungsvertrages die Waare, Maschine u. s. w. wieder zurückgeben muß und gleichzeitig iämmtliche geleistete Zahlungen verliert. Nun soll ja bezüglich der eigentlichen Abzahlungsgeschäfte durch eine im Reichstage zum Beschluß vorliegende Reform eine entsprechende Aenderung der sogenannten Verfallclausel stattfinden und in socialpolitischer Hinsicht ist dies gewiß mit Freuden zu begrüßen, denn dadurch wird in einer für kleine Leute, zumal auch für Wittwen und arme Mädchen wichtigen Frage, daS unbarmherzige DertragS- recht durch das humane Recht verdrängt. Wir möchten aber darauf aufmerksam machen, daß eine entsprechende Gesetzesbestimmung nicht nur für Abzahlungsgeschäfte, sondern auch für alle diejenigen Versicherungsverträge, zumal bezüglich der Lebens- und Feuerversicherung, eingeführt werden möchte, wo jetzt vertragsmäßig ausbebungen ist, baß bei rückstänbiger Prämienzahlung der Versicherungsvertrag sofort erlischt oder nur bet hoher Conventionalstrafe wieder erneuert werden kann. Es liegt doch da auf der Hand, daß in vielen solchen Fälle« einzelne Versicherungsgesellschaften die Situation einfach für sich ausbeuten, zumal wenn auch noch auSbebungeu ist, daß schon binnen 24 Stunden über den Brandschaden eine polizeiliche Vernehmung stattzufinden habe oder bei Lebensversicherungen eine rigoröse Anmeldepflicht besteht. Ferner sollten auch für gewisse Lieferungsverträge im GeschäftS- leben Cautelen geschaffen werden, welche verhindern, daß der eine Contrahent die Nothlage des anderen auSbeutet. Jedermann bestehe aber auch bei Abschluß eines Vertrages möglichst darauf, daß ihm bei dem Eintritt gewisser Fälle humane Frist gewährt wird. „Geh, Du Wurstl. Wennst Di r.öt traust Die Humanität und das unbarmherzige Vertragsrecht. In Bezug auf Handel und Wandel aller Art bietet do- freie Vertragsrecht, welches jedem volljährigen Bürger das Recht zugesteht, nach eigenem freien Ermessen Kauf- und Lieferungsverträge abzuschließen, gewiß viele und große Vortheile. Die Erfahrungen des wirthschaftlichen und socialen Lebens lehren aber, daß nur Diejenigen in diesem freien Vertragsrechte ihr Recht finden können, welche im Stande sind, gewissen wirthschaftlichen Leistungen, seien es nun Geldzahlungen oder Waarenlieserungen, zu genügen. Ist der eine vertragspflichtige Theil dazu nicht im Stande, so kommt nur der andere wirthschastlich stärkere Theil zu seinem Rechte und bet andere verliert gewöhnlich seine theilweise geleisteten Zah- Nr. 35 Zweites Blatt Bekanntmachung, betreffend Gesetz, die Gesindeordnung vom 28. April 1877. ES ist in neuerer Zeit wiederholt von uns die Wahrnehmung gemacht worden, daß sowohl von den Dienstherrschaften, als von den Dienstboten- und Gesindeverdingerinnen dahier die Bestimmungen der Gesindeordnung bezüglich der gesetzlichen Dauer der Dienstzeit und der gesetzlichen Kündigungsfrist entweder immer noch nicht gekannt sind oder mißbräuchlich angewandt werden. Wir sehen unS daher wiederholt veranlaßt, ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß in hiesiger Stadt nach Art. 7 und 8 des rubricirten Gesetzes nachfolgende gesetzliche Bestimmungen gelten. Ist über die Dauer der Dienstzeit nichts vereinbart, so wird der Vertrag als aus die Dauer eineß gesetzlichen Vierteljahres abgeschlossen angesehen. Ein gesetzliches Vierteljahr beginnt entweder mit dem ersten Werktag nach Weihnachten, ober mit dem ersten Werktag nach Ostern, ober mit bem Johannistage, ober mit bem Michaelistage unb schließt an ben Tagen deS Beginnens des jeweilig nachfolgenden Vierteljahres. Ein im Laufe des gesetzlichen Vierteljahres abgeschlossener Dienstvertrag gilt, wenn nichts anderes vereinbart ist, als bis zu Ende desselben eingegangen. Der Dienstvertrag, welcher bei den auf die Dauer eine« gesetzlichen Vierteljahres gemieteten Dienstboten, nicht vier Wochen, oder bei ausdrücklich monatSweise gemieteten Dienstboten nicht 14 Tage vor Ablauf der Dienstzeit gekündigt wird, ist für ein weiteres Vierteljahr bezw. Monat als stillschweigend erneuert zu betrachten. Es wird hierbei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Dauer der gesetzlichen Dienstzeit ganz unabhängig vom Kalender- Vierteljahr festgesetzt ist- das gesetzliche Vierteljahr z. B. nicht von W-Hnachten bis zum 25. März, sondern vorn 8. Weihnachtsfeiertag bis zum 3. Osterfeiertag, von Oster» bis Johanni :c. ic. läuft, daß also ein längerer oder kürzerer Zwischenraum zwischen den beiden gesetzlich bestimmten Dienst- vechselperioden sowohl bei der Dauer der gesetzlichen Dienstzeit, als auch bei der Zahlung des Lohnes in keiner Weise in Betracht kommt. Weiter wird, wie schon früher, wiederholt bemetft, dah die dahier so häufig beliebte Aufkündigung von 14 Tagen bei den ohne weitere Vereinbarung abgeschloffeuen Dienstverträgen jeder gesetzlichen Berechtigung entbehrt. Der #U|<«er Anzeiger -rfcheim täglich, mit Ausnahme de» Montag». Die Gießener Ilamtkienßt-tter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. (fließend' Anzeiger Kmerat-Itnzeiger. Geist aushauchen sollte. „So jetzt bringt’ß mir die Hacken. Aber gtaubt’ß nöt, Kinder, daß ma ihm ehnder d' Augen verbinden soll?" Die Hacke war nicht auszufinden und so brachte die Gnädige als Ersatz den metallenen Briefbeschwerer vom Schreib- tlsch herbei. Dann hielt sie sich beide Ohren zu, mit der ihrem Herzen alle Ehre machenden Begründung, daß sie den Todesschrel des Karpfen nicht mit anhöten wolle. Der Hausherr hob den Schwerstein ... . Unser Held, der Karpfen, hatte bis zu diesem kritischen Augenblicke eine durchaus zuwartende Haltung beobachtet und nur hier und da ein wenig freundlich mit dem Schwanz gewedelt wie ein Hund, der heiteren Gemüthes und mit feiner Lebenslage recht zufrieden ist. Die bisher mit ihm vorgenommenen Prozeduren, die sichtlich fein Jntereffe erregten, hatte er offenbar lediglich als neckische Scherze betrachtet. Als aber sein Verkchr mit dieser Familie eine unerwünschte Wendung zu nehmen drohte und Herr Schoderböck in nicht länger zu verkennender, feindlicher Absicht die Hand erhob, da dachte sich der Karpf: „Das iS ka Kaffeehaus sor mir!" und schnellte sich mit einem kräftigen Ruck auf den Boden. Herr Schoderböck klopfte sich in seiner Verblüffung mit dem Schwerstein auf die Finger- die beiden Damen kreischten auf und hielten sich die Kleider bei den Knöcheln zusammen, worauf die Lisi ein Saltomortale auf das „Speisekaftel", die junge Frau auf das „Wasserbankel" wachte. „Er ist kitzlich", sagte diese, nachdem sie sich von dem ersten Schrecken erholt, „und Du wirst n' unter die Fl offen angegriffen haben!" „Mir werd n ihn glei hab'n, gib mir nur an Regenwurm. Was, net amal an' Regenwurm habt's z'haus? Dos is mir a saubere Wirtschaft! Muaß i s halt mit anSapfet probir’n." Er näherte sich, baß Kipfel weit vor sich hm haltend, dem Fisch, und lockte ihn mit einschmeichelnden, liebreichen Tönen, die man gewöhnlich nur entflohenen Kanarienvögeln gegenüber anwevdet: „Pf - P' OQ1X „Oho, wer sagt denn das? Meinetwegen soll er derstochen, verschossen oder ausg'hängt werd'n, wann wir nur a sein s Papperi kriag'n - is es wegen Dein Renomee als tüchtige Hausfrau und daß uns nöt epper der Steindl ausricht't. Glaubst, is 's o jungß' Viecherl?" Die gnädige Frau besah sich das Flossenthier ein- gehend und erklärte bann, daß er noch nicht im Geringsten wildle. Die Lisi äußerte sich reservirter. Bei einem Hasen fei es ein Kinderspiel, jugendliche Zartheit zu constatiren- die Löffel müssen sich leicht einreißen lassen. Auch eine GanS könne aus hohem Alter kein Geheimniß machen, von wegen der auffälligen Veränderungen am Schnabel und den Füßen. Aber freilich bei einem Karpfen! Und sie erging sich in wohlgerechten Ausfällen gegen die rasfinirte Schlauheit der Fischhändlergenossenschaft, die sich ein in Bezug auf Ohren und Füße so stiefmütterlich bedachtes Thier, als Handelsartikel ausgesucht habe. Aber die Zeit verrann und Frau Anna drängte. „Alsdann geh n wir's an, Schani. Bring mir den Karpfen um- ich richt dann die Bröseln zum Einpanir'n her, während ihm die Lisi baß Fell abzieht." Die Lisi wendete bescheiden ein, sie habe vernommen, daß man bloß die Schuppen rupfe. „Na, jetzt roer’ß vielleicht wieder über das zum DiSputir n anfangen. Thut's mir ben Burschen heraus, i schau derweil in „Brehm s Thierleben" nach, maß nach seinem Hinscheiden mit ihm z' g'scheg'n hat." , Herr Schoderböck wurde indeffen vom Bücherkasten alsbald durch mörderisches Hülsegeschrei in die Küche zurückberufen. „Er will nöt heraus, er beißt". „Er schlagt aus!" „Geht's, macht'» nöt so a RamasurtNa also, da schaut's her, mer braucht nur a Bissel an’ Durth'l." Und er hob den Fisch aus der Wanne auf die hölzerne Platte heraus, auf der er unter Schoderböck's Mörderhänden feinen Humoristisches. Aus 6er Ksrpsenjsgd. (Erlebnitz einer jungen Hausfrau ) Die junge Frau Schoderböck stammt aus einer jener Familien, in welchen die höhere Bildung förmlich grassirt. In Chemie war sie in der höheren Töchterschule vorzüglich classificirt worden und da die Kochkunst doch im Grunde nichts Anderes ist, als Chemie, so konnte sie sich wohl erlauben, auf die Praxis der Küche solange zu verzichten, bis sie selbst Herrin eines Küchenwesens sein würde. Da schwamm nun ein wohlgenährter Karpfen lebens- luftig im Wasserschaff. Drei Personen umstanden daffelbe: das junge Ehepaar und die Lisi, eine Unschuld vom Lande, welche von den häuslichen Verrichtungen nichts verstand und sich dafür monatlich acht Gulden zahlen ließ. „Mir thut der Kerl beinahe leid," sagte Frau Anna gefühlvoll, „am liebsten mochte ich ein Aquarium für ihn laufen und ihn in den Salon . . ." „Weiberl, red' feine ©tiefletten. Was willst' denn dem Steindl vorsetzen? Na, na, der Starpf da geht auf seine letzten Füaß und wann's mir a selber nahe geht, so hilft da All's nix. Du willst Deine Handerl net mit dem Bluat eines Unschuldigen beflecken, so werd'n halt i ’n der würg n .. na, na, destwegen müaßt's ös Zwa' An’ net glei’ aus- heanzen- i waß ganz guat, daß man in manche Haushaltungen das HalSadschneid’n bei die Fisch' vorziagt oder’s Gnackumdrahn." „Aber Schani! Da sieht man wieder einmal, was die Mannsbilder ohne uns anfangerten. D' Fisch werden doch VsrMrfehter. * Eine wichtige nautische Erfindung sollen englische SchiffSzimmerleute des Staatsdockhofes in Devonport gemacht haben, nämlich eine Vorrichtung, daß sich die wasserdichten Scheidewände der Kriegsschiffe von selbst schließen. Sobald das Wasser in eine Abtheilung strömt, gibt erst eine Glocke automatisch das Warnungszeichen, daß Gefahr droht. Er« langt es dennoch eine gewisse Höhe, so schließen sich die wasserdichten Thüren ohne menschliches Zuthun von selbst. Die neue Erfindung liegt jetzt der britischen Admiralität vor. Die bisherigen Berichte haben im Martnemtnisterium so großes Interesse wachgerufen, daß die Erfinder ersucht worden sind, wettere Einzelheiten einzusenden. * Sauf au8! Frida Freiin von Bülow, die edelherzige Samariterin, welche seit Jahren in den Lazarethen in Ostafrika thätig ist, veröffentlicht in der „Tägl. Rundsch." reizende Skizzen aus dem häuslichen Leben in Ostafrika. Im neuesten Briefe spricht sie von der schwarzen Dienerschaft und deren Aufwarten bet Tische! „Kaum ist die Gabel niedergelegt, so erscheint der Schwarze hinter dem Stuhl, geräuschlos auf den bloßen Füßen schreitend, und nimmt den Teller fort; kaum ist das Glas geleert, so ergreift der Schwarze die Flasche, um nachzugießen. Meinem ernst und würdig dreinschauenden Hamis trank ich zuweilen zu wenig, was ihm in Anbetracht der besseren Leistungen der Tischgäste ehrenrührig schien. Er stellte sich dann mit der Wein- oder Bierflasche hinter mich und flüsterte mir tiefernst zu: „Sauf aus!" Diese Worte waren ihm offenbar von einem früheren fidelen Herrn eingelernt worden, und er, stolz auf sein Wissen, glaubt nun die correcteste Form zu brauchen um seine lässige Herrin zu mahnen. Man kann sich die Heiterkeit der Tischgenossen vorstellen. * Von den rusfischeu Triukselder» erzählt man sich in Warschau folgende characteristische Anecdote: Ein russischer Würdenträger wollte die Trinkgelder abschaffen. Unter Anderen wandte er sich an einen höheren Polizeibeamten in Warschau und sagte ihm ins Gesicht, daß er bestechlich sei. „Excellenz," antwortete der Beschuldigte, „in Warschau gibt es nur drei hochgestellte Persönlichkeiten, welche kein Trinkgeld annehmen." — „Nennen Sie mir diese," sagte die Excellenz und schickte sich an, ein Compliment mit unbefangener Miene anzunehmen. Aber es kam anders. „Diese drei sind König Sigismund, Kopernikus und Paszkiewcz oder vielmehr ihre — Standbilder!" war die prompte Antwort. * Kindermund. Die kleine Else kommt zu spät zur Schule,- der Lehrer erthellt ihr einen Verweis und ermahnt sie: „Hast Du denn den Spruch so ganz vergessen, den wir neulich gelernt haben? Wie lautet dieser Spruch?" — Und Else sagt mit schüchternem Stimmchen und niedergeschlagenen Augen: „Selig sind die Früh fertig en . . . ." * Ein kleiner Polacke — so schreibt die „Memeler Ztg." — der die dortige Schule besucht, hat folgenden Aufsatz über „die Katze" geliefert, den wir mit Verbesserung der entstellenden orthographischen Fehler wiedergeben: „Der Katz ist schwarz. Nicht immer. Aber Kripskanskis Katz ist schwarz. Wie's trefft. Bald so, bald so. — Der Katz kratzt. — Kripskanskis Katz ist ein Kater. Mancher Katz ist ein wirklicher Katz. Wie's trifft. Mancher Katz ist ein Kater und mancher Katz ist ein Katz. — Mancher Katz fangt Maus'. Mancher nicht. Bald so, bald so." * Beispiele. A.: „Die Tochter des reichen Kaufmanns Goldamsel soll eine Million Mitgift erhalten haben." B.: „Also ein Kapitalvogel." „Ja, leider aber auch etwas Kapitolvogel." Schackel!" (weiß der Himmel, woher er den Taufnamen des Fisches wußt!) „komm' schön herein, da hast a guat's Brockerl . . ." Ein höhnisches Lächeln entstellte die sonst so sympathischen Züge des Karpfen und als ihm der Herr Schoderböck bis auf einen Schritt nahe gekommen war, da sagte dieses menschenscheu gewordene Thier zu sich: „Geh'n ma wieder um a Häuserl weiter!" und segelte eiligst in das parketürte Vorzimmer hinaus, wo er hinter dem Kleiderkasten landete. „Wart' Bursche!, Dir werd' ich den Weg abschnetden!" rief Schoderböck ingrimmig, indem er sich nach jener Seite des Schrankes schlich, wo nach seiner Meinung der heftig „plädernde" Fisch wieder zum Vorscheine kommen mußte. Doch dieser war ein gewiegter Stratege- er ließ den gnädigen Herrn lauern und ruderte in das anstoßende Zimmer unter ein Bett. „Der Kerl versteht ja, was ma red't," sagte Schoderböck verwundert. „Dei Mama wird uns do net eppa gar an abg'richten Karsen g'schickt hab'n, der sie auf amal in d' Conversation mischt, wie a Papagei?" Wir wollen uns damit begnügen, zu bemerken, daß die Karpfenjagd, in deren Verlauf das Schuppenthier nahezu die ganze Schoderböck'sche Wohnung kennen lernte, noch eine reiche Quelle der Unterhaltung und Zerstreuung bildete. Und als sie ihn endlich erwischt hatten, rief die junge Frau bei seinem Anblick schmerzbewegt aus: „Um Gottes Willen, er wird doch nicht wieder ins Wasser eini müssen!" Bet der nächsten Stammtischsitzung klagte Herr Steindl, welcher an jenem denkwürdigen Abend Gastfreund der Familie Schoderböck gewesen war, daß der Karpfen einen Geschmack gehabt habe, den er Persönlich bei Fischen nicht gouitire. „Gar ka Wunder," platzte da Schoderböck uuvorsicktig heraus, „er hat uns ja a d' Lampen umg'worfen, da wird er halt a Schlüpfer! g'macht hab'n!" Landwirthschastlichr Winke und Kathschlägr. △ ««» Oberhesse«, Anfang Februar. Der «nfschwnns in der Znckerrühenenttnr nnd inteoftve« Ackerwirthschast in der Wettera«. Im Spätherbste vorigen Jahres tauchte zu Berstadt und dessen Umgegend der Gedanke auf: Der Bau unserer Halmfrüchte, rote er seither betrieben worden ist, rentirt nicht mehr. Das Ausland: Amerika, Rußland, Ungarn und andere Länder senden uns ihre Getretdemassen zu so billigen Preisen, daß wir nicht mehr concurrenz- fähig sind. Die Witterungseinflüsse (als da sind: große Trockenheit in den Jahren 1891 und 1893, starke Fröste ohne Schneedecke, übermäßige Nasse, Ausfrieren der Halmfrüchte u. A. schädigen das Getreide, welches zu wenig widerstandsfähig ist) beweisen, daß wir neue Culturmethoden etnführen müssen, wenn wir nicht außer Curs gesetzt werden wollen. Außerdem sehen wir aber, daß der Bau von Hackfrüchten, das tiefgründige Pflügen, das vernünftige Düngen und Durcharbetten des Bodens, rote es der Bau der Zuckerrübe fordert, vollständig geeignet ist, unsere geringe Letstungsfähigkeit zu heben. Wir müssen also mit voranschretten, auf daß wir über Wasser bleiben. SZ3 Diese Selbsterkenntniß ist der erste Schritt zur Besserung. Die Ackerwirthschaft des kleinen Bauern krankt an einigen liebeln. Es fehlt an Maschinen, um den Bodm so gründlich zu bearbeiten, wie er fein muß, um Höheres zu leisten. Es fehlt an Capital, an Kenntniß und Wissen. Grund und Boden stob zu lehr zersplittert, wodurch zu viel Zeit verloren geht, ihn zu bebauen, ober Zett kostet Geld, also ist Zett auch Geld, wie die Engländer sagen. Der zersplitterte Grund und Boden enthält zu viele Furchen und zu wenige Zufahrtswege. Diese Mängel find von den kleinen Bauern erkannt worden; wenn der Arzt einmal eine Krankheit richtig erkannt hat, findet er auch die Mittel, dem liebel entgegen zu arbeiten. Man fängt an, die Mittel tn Anwendung zu bringen. Mit anerkennenswerthem Eifer verlangen die Gemeinden die Zusammenlegung der Grundstücke, die Herstellung von guten Flur- und Gewann- wegen; es werden Bicinalwege gebaut, damit die Erzeugnisse der einen Gemeinde den Nachbardörfern leichter erreichbar sind, wie z. B. die Wölfersheimer Braunkohlen den umliegenden Oemeinben. Von verschiedenen Seiten werden Drainageanlagen gemeldet, welche Grund und Boden in ihrem Ertrage auf das Doppelte und Dreifache heben und manches Andere. Eine Hauptsache, vielleicht die erste, aber ist: den Boden besser zu pflegen, daß er reichere Gabe bietet. In Berstadt traten thatkräftige Männer zusammen, welche sagten: Wir wollen auch eine Zuckcrrübenfabrtk tnS Leben rufen, auf daß wir an den Vortheilen participiren können, die den Land- wirthen im Kreise Friedberg und im südöstlichen Thetle deS Kreises Büdingen bescheert sind. Zwar bauen die Leute auch bet uns Rüben, aber der Nutzen geht uns zum Thetle verloren, weil der Weg bis zum Lieserungsorte zu wett ist. Sehnliche Gedanken regten sich in Wohnbach, Wölfersheim, Echzell und den umliegenden Orten, man zeichnete Räben und brachte tn kurzer Zeit eine stattliche Anzahl von Morgen zusammen. Die Berathungen und das thatkräftige Handeln der Berstädter Männer hat bereits greifbare Resultate erzielt, denn die Herren der Stockheimer Fabrik erschienen und machten Vorschläge, welche nicht zu verachten sind. Die Stockheimer Fabrik bat etwa 3700 Morgen Rübengelände zur Verfügung. Sie kann dessen wohl 5000 und mehr Morgen gebrauchen. Baut man tn Berstadt und Umgegend eine neue Fabrik, so werden beide Unternehmungen nicht dasjenige Rüben- quantum erhalten, das sie oerarbeiten können, es gibt also eine Concurrenz, die beide Unternehmungen beeinträchtigt. Damit aber den Bewohnern der östlichen Wetterau der Segen des Rübenbaues nicht geschmälert werde, will die Stockheimer Fabrik durch Folgendes den Berstädtern entgegenkommen: Entweder die Stockheimer Fabrik errichtet tn der Gegend von Berstadt eine Filiale ober sie stellt in Trais-Horloff, das an der Gießen-Gelnhäuser Bahn liegt, eine Rüben- wäsche und eine große Lagerhalle auf, wohin die Rübenproducenten ihre Erzeugnisse abliefern, sodaß die weite Entfernung nach Stockheim wegfällt. Der letztere Vorschlag verdient entschieden Beachtung. Um eine Fabrik zu bauen, hat man große Kapitalien nöthig, welche in den gegenwärtigen Zeitläuften nicht so leicht zu beschaffen sind. Es vergehen mehrere Jahre bis Dividenden gezahlt werden können, der kleine Bauer erhält keine Zinsen für sein dargeltehenes Capital, was große Unzufriedenheit erregt. In Stockheim und Umgegend wurde daher tn den ersten fünf Jahren viel gemurrt. Die Beschaffung von Wasser, die Ablösung der Müller an den Bächen erfordert ein bedeutendes Capital und geht nicht so leicht, als sich viele vorstellen. Diese hier nur angebeuteten Punkte unb noch manche andere lassen es räthltch erscheinen, mit der Stockheimer Fabrik, welche ihr Entgegenkommen bewiesen hat, Hand tn Hand zu gehen. Es ist ein Erfolg, den sich die Leute tn Berstadt und Umgegend durch ihr vernünftiges Rathen und Thaten errungen haben. Damit die Leute nun sehen mögen, was eine gut geleitete Fabrik zu bieten vermag, wollen wir tn Nachstehendem eine kurze Ueberstcht davon geben, was die beiden Fabriken Friedberg und Stockheim im abgelaufenen Jahre 1893 zu leisten in der Lage waren. Beide Fabriken begannen in der letzten Septemberwoche 1893 (am 25. unb 26. September) ihre Rübenzerkleinerungscampagnen und endigten dieselben tn der ersten Januarhälfte (12. unb 13. Januar 1894). Die Friedberger Fabrik hat runb 6000 Morgen Rüben- gelänbe zur Verfügung unb braucht nicht mehr als sic hat, denn es wurden rund 800000 Ctr. Rüben erzielt, die ausretchen. Die Stockheimer Fabrik hat 3700 Morgen Gelände, erzielte darauf rund 550 000 Ctr. und kann daher noch ein namhaftes Gelände brauchen, um ihre Maschinen und Arbeiter reichlich zu beschäftigen. In beiden Bezirken wurden 150 bis 170 Ctr. Rüben im Durchschnitt auf dem Morgen erzielt. Da wo die Engerlinge stark hausten, war der Ertrag bedeutend geringer. In guten Lagen kam es aber auch vor, daß bis zu 250 Ctr. auf dem Morgen geerntet wurden. Nimmt man den Gentner Rüben zu 1 Mark an unb zieht man alle Erzeugungskosten ab, so kann sich jeder Landwtrth ausrechnen, daß der Bau von Wetzen, Gerste, Korn ober Hafer an die Rübenerträge nicht heran« reicht. Zu diesen Erträgen kommt aber noch die Dividende. Sie beträgt für das abgelaufene Jahr 1892/93 in beiden Fabriken 17 pCt. Das ist ein sehr bedeutender Betrag, rote er in anderen lanbwtrth- schaftlichen Zweigen selten vorzukommen pflegt. Etwa« Aehnliches findet sich tn der Wetterau (bei Ober- und Nteder-Mockstadt, Dauernhetm, Glaubcrg, Staden ufro.) bet der Zwiebelcultur, die im verflossenen Jahre ebenfalls gute Erträge abwarf. Diese 17pCt. können den kleinen Bauer aber auch nicht für die sonstigen Einbußen entschädigen, wenn sie auch einige Lücken zu verstopfen im Stande sind. Die kleinen Leute haben nämlich in der Regel einen Morgen Rüben draußen und eine Geldactte, mit denen nicht wett zu springen ist, wenn sonst Alles versagt hat. In beiden Fabriken sind tüchtige Männer an der technischen Leitung und im Nerwaltungsrathe, welche sich unablässig bemuhm, ihre Unternehmungen durch die Fortschritte der Wissenschaft und im Maschinenwesen weiter zu fördern. In Friedberg hat man zwei Submaschtnen aufgestellt, wodurch altere, weniger leistungsfähige Apparate entbehrlich wurden. Die Letfiungsfähigkeit der Fabrik hat sich dadurch so gesteigert, daß sie im Stande ist, an einem Tage bis zu 10 000 Centner Rüben zu verarbeiten. Sie hat zwei Chemiker, die Stockheimer Fabrik hat einen. In letzterem Etablissement wurde eine Schnitzeltrockeneinrichtung aufgestellt, die aber noch der Verbesserung fähig ist. Sind die Schnitzel getrocknet, so werden sie viel leichter, also weiter transportabel und lassen sich monatelang aufheben rote Dürrfutter. Der Landwtrth kann mit einem solchen Futtermittel besser ab und zu geben und einem Futtermangel leichter entgegenroirfen. Die Zuckerprocente waren in beiden Fabriken ungemein verschieden, sie schwankten zwischen 7 und 15,5pCt., d. h. es gab sehr schlechte und sehr gute Rüben. Wer mit seinen Erzeugnissen «ege» späten Auflaufens der Rüben geringe Procmte erzielte, der machte schlechte Geschäfte, sobald 1,2 Pfennig für jedes ViovEt. Zucker unter 12pCt. »Zuckergehalt in Abzug gebracht wird. Daher kommt eS, daß die Leute von Vergütung, wenn der Zuckergehalt über 12pCt. geht, ober von Abzug, wenn er darunter bleibt, nichts wissen wollen, sondern wünschen, es möchte 1 Mark pro Centner gezahlt werden, einerlei ob die Procente so oder so stehen. Das Richtige ist aber doch die Berechnung nach Procenten, denn die Qualität der land- wirthschaftlichen, Industrie- und Kunstproducte soll bezahlt werden, nicht die Masse, sonst könnte schließlich ein Weißbinder, der ein HauS anstretcht, verlangen, daß er mindestens ebenso gut oder noch bester als ein Kunstmaler bezahlt werde, welcher nur ein metergroßes Bild — also eine viel kleinere Fläche — bemalt ober angestrichen hat. In beiden Fabriken werden viele Arbeiter beschäftigt, welche alle einen anständigen Lohn empfangen. ES sind Arbeiter an bat Maschinen, an ben Wiege- unb Waschmaschinen, an ben Kochapparaten, auf ben Zuckerböden u. «. m. Als Taglohn für gewöhnliche Leistungen kann 190 bis 2 Mark verdient werden. Die feineren Arbeiter, welche technische Kenntniste und Fertigkeiten haben müsten, verdienen dagegen wöchentlich auch gut ihre 40 biS 50 Mark. Für beide Fabriken ist es von großem Werthe, wenn die bei ihnen einmünbenoen Nebenbahnen Hungen-Friedberg unb Stockheim- Frankfurt fobalb als möglich ausgeführt mürben. Dies bezieht sich aber nicht blos auf ben Transport ber Zuckerrüben unb die Verfrachtung der Zuckerproducte, sondern überhaupt auf ble Fortbringung der land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnisse, als da sind: Milch und Molkeretproducte, Zucht- unb Fetivieh, Obst, Körnerfrüchte und Futtermittel, Kraftfuttermt tel unb ©treumaterial, Bau-, Werk-, Brenn- unb Nutzholz, Steine aller Art, Beerenfrüchte und viele« Andere. Daß eS für die Menschen selbst von ungeheurer Bedeutung ist, wenn sie mit der Bahn fahren können, bedarf keiner Erwähnung; es muß soweit kommen, daß keine Marktfrau mehr zu Fuß geht, wozu gehört, baß bas Fahrgelb so billig wie möglich angefetzt wird. Zum Schlüsse müssen wir noch auf eine Thatsache Hinweisen, bie manchem freunblichen Leser einleuchten unb gefallen wirb. Zu Anfang Juli, als bie Futternoth immer heftiger unb bas Aussehen ber Felber immer erbärmlicher würbe, machte Einsenber eine Tour nach Friedberg und gleich darauf nach Stockheim. Selbstverständlich ist die Rübencultur in unmittelbarer Nähe ber beiben Fabriken am stärksten vertreten. Aber nicht blos bie Rübenfelber, sonbern Ge- treibeäcker, Kartoffeln, Kleefelber unb Hackfruchtstücke sahen viel bester aus, als anberswo, obgleich kein Tropfen Regen mehr gefallen war unb bie Sonne gerabe so heiß schien wie in ben übrigen Orten beS Landes. Auch ber Unerfahrenste mußte zu ber Ueberjeugung gelangen, zu welcher bie Berstäbter Lanbwirthe gekommen sinb, wie wir zu Anfang bieses Aufsatzes auSsprachen: Es ist eine neue Cultur- methobe einzuführen; es muß tiefer gepflügt, vernünftiger gebüngt, richtiger gepflanzt unb gehackt werben. Die Zuckerrübe braucht nicht allein ben Anlaß hierzu zu geben, benn es finb große Bobenflächen vorhanben, Lagen unb Klimaten, wo bie Zuckerrübe nicht fortkommen kann. Die Cultur ber Zuckerrübe hat aber zuerst practisch bargethan, wie es gemacht werben muß unb bie gesammelten Erfahrungen sollen wir jetzt auf unsere übrigen lanbwirthschaftlichen Bodenerzeugnisse anwenben lernen. Wer nach biesen Erfahrungen arbeitet, sät, pflügt und wirtschaftet, ber wirb vorwärts kommen unb sein Anwesen wirb einen neuen Aufschwung nehmen; wer nach feinen alten Gewohnheiten weiter forifährt und dem besseren Neueren ben Sinn verschließt, ber wirb rückwärts gehen. Literatur und ICunft. — Die Eleetricität im Dienste der Menschheit. Eine populäre Darstellung ber magnetischen unb electrischen Naturkräste unb ihrer practischen Anwenbrmgen. Nach bem gegenwärtigen Standpunkte ber Wissenschaft bearbeitet oon Dr. A. Ritter o. Urbanitzky. Mit circa 1000 Abbilbungen. Zweite vollstänbig neu bearbeitete Auflage in 25 Lieferungen ä 50 Pf. Bisher 10 Lieferungen ausgegeben. In den vorliegenden Lieferungen (7 bis 10) gelangt zunächst bie Besprechung ber Jnductionserscheinungen zum Abschlüsse, wobei b!e Selbstinbuction, bie in ber mobernen Electrotechnik eine so wichtige Rolle spielt, entsprechenb erläutert wirb unb auch Elihv Thomsons überraschenbe Versuche Erwähnung finben. Den Abschluß bilben bie berühmten Hertz'schen Untersuchungen, zu beren besserem Verstänbnisse auch bie betreffenben Sätze aus ber Wellenlehre erklärt werden. Das hierauf folgende (Sapitel, betreffend bie electrischen Erscheinungen im Thier- unb Pflanzenreiche, enthält ebenfp interessante als practisch wichtige Angaben über bie tierische ®le Jrlcität, übet bie Wirkungen ber Gleich- unb Wechselströme auf Menschen und Thiere, übet ben electrischen Sonnenstich, bie Telephonkrankheit ufro., sowie auch über bie Glectrocultur. Hiermit ist zugleich auch bie erste Hauptabteilung bes gefammten Werkes, nämlich ber theoretische Theil, oollenbet. Der hierauf folgenbe Abschnitt enthält bie Erzeugung, llmroanblung unb Leitung electrischer Ströme unb .beginnt mit der Geschichte der electrischen Maschinen. — Renn ErzLhlnngen von Maurus Jokai. Deutsch von L. Wechsler. 283 Setten Octav geheftet Mk. 3—, gebunden Mk. 4.—. Ein Buch, bas wirklich gelesen zu werben verbient, so recht geschaffen, bie langen Winterabenbe zu verkürzen. Unerschöpfliche Phantasie, feinste Kenntniß bes menschlichen Seelenlebens unb ber modernen gesellschaftlichen Zustände, sowie meisterhafte Character- schilderung, das sind die Vorzüge, bie sich in allen seinen Werken roteberfptegeln unb bie auch Dem vorliegenden in hohem Grade eigen sind. Das Buch enthält: Scepter unb Thespiskarren, humoristische Erzählung. — Der Gatte ber Frau Heliogabal Brasil. Die letzte ihres Stammes. — Die weiße Dame, historische Erzählung. — Ist es ein Verbrechen seine eigene Frau zu küssen ? — Roth bricht Eisen. — Demirs Braut, Romantische Erzählung. — Die Wunber ber Nähnabel. — Die Golbmacher. Die Erzählungen sind zum Theil köstlichen Inhalts, ernster unb heiterer Natur. Eine rasche Aufeinanderfolge der Ereignisse hält den Leser ununterbrochen in Bann und Jeder, ber nur bie erste Geschichte lieft, wirb bas Buch nicht früher aus ber Hanb legen, als bis er es zu Enbe gelesen hat. Die beutsche Goethe »Gesellschaft hat zu ben reichen Gaben, bie sie ben >Mitgliedern bereits geboten hat, z. den herrlichen, originellen Briefen der Frau Rath, ben Briefen Goethes aus Italien u. s. w. unlängst einem achten Band bargereidjt: Die Leuten von Schiller unb Goethe, ursprünglich erschienen im Musen-Aimanach vom Jahr 1797. Die Herausgeber biefer Bänbe arbeiten mit einer Sorgfalt unb Genauigkeit, bie ben bantbaren Lesern manche neue Erkenntniß aus neu aufgeschlossenen Quellen barbieten. ^"t-Sutfer ,4te OZ C. ra iJEÄ ■<4te .SlS»K »5« N F-rttgkFm 1 Kut ihre <0 bti wenn die bH ,?.e ^oitbxtnguna ll8e.ba sind: S »omerjrüchik und ° '.dau-, Wert- isluchie und Bldd Bedeutung Ist. Äwihnuva- £ 1U W 6& ft w wkd. ■ W' Hinweisen. Mallen wird. Rn und d-S «uSseL lösender eine Tour SelbstoerstLndisth Wut yabrlftn am »der, sondern Gere s-hm viel bester ?irhr gefallen war lbchen Orten bd UebnzeuMh tommm stnd, wie it eine neue Mtm- rnünstign gedüngt, tmübt braucht nicht .Kroße Bodenfilchm ibt nicht sortkommm i praclifch dargelhan, »Erfahrungen sollen im Bodennjeugvissr arbeitet, sbt, pflügt und sein Anwesm ch seinen allm Ge- Neuerm den Sinn ist. Menschheit. Eine ckrtschm Naturkräfte ’gtnwlriigtn Staate er o. UrbanIM, ilg neu bearbrttetr Lieferungen aukgr- 10) gelangt Mchsi m Wlufli, roobd leclrotechnit eine so ird und auch Elihu ;nbm. Dm Abschluß n, iu deren bessere» er Wellmlehre erlldt ffenb die electriichm )äit ebmin tnleressanle fche 6ki.ricltat, über aus Mmschm m>d lephonkrankheil usw^ zugleich auch die erste M der tbeorettschr nthält die Erzeuglmg, und beginnt mit brr i§ Jokai. Dmlsch t M!. 3-> -rbunb« t werden verdient, so erfütitn. den SeeienlebmS wib rflll Heliogabal MM- ÄrjiiW " it, j. J® Jiqioito rÄgffö darbieten- _ Bekanntmachung. Die Lieferung der Armenbrode» und de« Bedarf« de« Bürgerhospitals für da» Rechnungrjahr 1894/95 an Brod, Wecken, Kuchen, Mehl, Milch, Fleisch, Schmelzfett, Colonialwaaren, Hülsenfrüchten, Seife, Petroleum rc., sowie die Fertigung der Schuhe und Särge für Arme soll im Wege der Submission vergeben werden und sind Offerten hierauf verschlossen, unter Beifügung von Mustern, bi« zum 25. d. M. auf dem Armenamte — Zimmer Nr. 3 der Bürgermeisterei — woselbst auch die Bedingungen eingesehen, sowie die zur Submission auf Colonialwaaren rc. zu verwendenden Formularien bezogen werden können, einzureichen. Gießen, 3. Februar 1894. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. __Gnauth. _____________________ HolzverftUgVrüng im Arnsburger Walde. Mittwoch den 14. Februar l. Js. sollen in den Districten Gr.-Seif, Colnhäuser Kopf, Nordeck und Hardt öffentlich versteigert werden: 100 rm Buchen-, 2 rm Eschen-, 2.5 rm Eichen-Scheitholz, 70 rm Buchen-, 25 rm Eichen-, 10 rm Weichholz-Prügelholz, 40 rm Buchen-, 20 rm Eichen-, 20 rm Nadelholz und Weichholz-Stockholz; 550 rm Buchen-, 350 rm Eichen-, 150 rm Nadelholz- und Weich- holz-Reiserholz; 25 rm Fichten-Reiserstangen (Bohnenstangen, Baumstützen), 160 Fichten- Derbstangen mit ca. 9 fm. 1 fm Kiefern-, 2 fm Fichten-Stammholz. Kaufliebhaber für da« Reiserholz wollen dasselbe gefl. vorher ansehen. Zusammenkunft: Bormittags 10 Uhr im Distrikt Colnhäuser-Kopf am Dorfgüller Fußpfad. Arnsburg, den 8. Februar 1894. 1 Gräff. Oberförsterei. XXXXXXIOOOOQQQOOC a 8 empfiehlt billigst 1016 Heinrich Hahn la rohen u. gebr. Kaffee, versch. Kaffee-Surrogate und Effeuzeu Kismsrldstkgße 8. oooopaoQDoooooooc Täglich frische Hefe, ff. Blüthenmehl, IPfd. 20 Pfg., 5 Pfd. 95 Pfg., 10 Pfd. Mk. 1.80, la. Rtiböl, la. Salatöl, Otto E Webers Carlsbader Kaffee-Gewürz da» edelste Kasfeeverbessernnggmittel der Welt, empfehlen: Emil Fischbach Wilh. Fritsch L. Kalkhof Friedrich Leo H. F. Naffauer I. M. Schulhof Carl Schwaab, Host. Engros-Lager bei» Otto E. Weber, Frankfurt a. M, Mittwoch, 14. Februar, Nachmittag« 21/, Uhr, sollen auf dem hiesigen OrtSgericht die der Johanne» Dietrich Wwe. in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 33 Nr. 234«/i0 - 3654 qm Acker am Nahrungsberg, Flur 33 Nr. 234»/,» — 21 qm Wohnhaus , daselbst freiwillig versteigert werden. Gießen, 6. Februar 1894 Großh. OrtSgericht Gießen. ___________I. A.: Vogt. 1071 Montag d. 12. Februar, Vormittag« 11 Uhr, fu Gießen im ThierhoSpital versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung: 1 Pferd (8 Jahre alt, Stute). Versteigerung voraussichtlich bestimmt. «ugel, *161 Gerichtsvollzieher. Aeilgeöotcnes. Gandersheimer Sanitätskäse. (341 r Apfelsinen 1 außergewöhnlich große u. schöne Früchte, pr. Stück 1 l 8 und 10 Pfg. i k empfiehlt (1040 Ä Emil Orbig. Z« verkaufen ein Bett, Tisch, Sesselstubl, Nachtschränkchen, Marktftand, Decimalwaage, Kirschenwaage, Krautfaß, Real, zweirädr. Karren, Sopha. (1110] Asterweg 1. Hülsenfrüchte sehr gut kochend, empfiehlt [894 Robert Stuhl, Neustadt 23. Eiü Geschäftshaus in Mitte der Stadt mit schönem Laden ist preiSwerth unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Nähere« in der Exped. d. Bl- [1097 Reisszeuge von 2 bis 50 Mk. empfehlen Liebrichs “ Gebr. Schmidt Neuenweg 16. 816 Waschbütten in größter Auswahl empfiehlt billigst Wilh. 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[209 Der deutsch-russische Aandeksvertrag, welcher ein neues Unter pfänd des Friedens und eine Krönung der einsichtsoollen Handelspolitik der Reichsregierung bedeutet, ist neröffentlichi. Die noch ausstehende Genehmigung desselben durch den Deutschen Reichstag ist eine Lebensfrage für einen großen Thetl der deutschen Ausfuhr, die Ablehnung wäre gleichbedeutend mit einer empfindlichen Schädigung der Interessen zahlreicher Gewerbetreibender und der Abschneidung der Erwerbsgelegenheit für oiele Tausende deutscher Arbeiter. Der Reichstag steht somit vor einer hochwichtigen Entscheidung! Gegenüber dem Widerstand, welcher non agrarischer Sette, im nermeintlichen Interesse der Landwtrthschaft, dem Zustandekommen des Vertrages entgegengesetzt wird, bedarf es des eimnüthigen Zusammennehens der gejammten industriellen und gewerblichen Bevölkerung, des Fabrikanten wie des Arbeiters, des Kaufmannes wie des Handwerkers, kurz Aller, deren Wohlergehen unmittelbar oder mittelbar mit dem Gedeihen oon Industrie, Handel und Verkehr verknüpft ist. Die Unterzeichneten haben deßhalb eine Oeßentliche Kimdgkbnng pi Gunsten des deuM-rnsstschen Handelsvertrags für Sonntag, den 11. Februar 1894, Nachmittags 3 Uhr, tm großen Saale des Saalöaues (Eingang Junghofstraße) zu AranKfurt a. M. vorbereitet. Zu dieser Versammlung, für welche die Herren Moritz Ponfick (Mitglied des Zollbeirathes) aus Frankfurt a. M., Hermann Breuer auS Höchst a. M., Emmerich Weißmüller aus Bockenheim, Reichstagsabgeordneter Rudolph Koepp aus Wiesbaden und Adolf Baumann aus Frankfurt a. M. die Berichterstattung übernommen haben, wird hiermit ergebenst eingeladen. 1100 HandelUammer Frankfurt a. M. Handelskammer Bingen. Handelskammer Darmstadt. Handelskammer Dillenburg. Handelskammer Gieße«. HanvelSkammer Hana«. Handels» kammer Limburg a. 2. Handelskammer Mainz. Handelskammer Offenbach a. M. Hau» | delSkammer Tiegen. Handelskammer Wiesbaden. Handelskammer WormS. Verein für Handel u. Industrie, Bockenheim. Elrktro»techuifcher Verein, Frankfurt a. M. Technischer Frankfurt a. «. Verein für Handel «. Verkehr, Frankfurt a. M. Mittel» I rheinischer Fabrikanten Verein, Mainz. I Keö Starliu 'Aothe Stern Linie \\ König. Belg. Postdampfer von । Sonntag den 11. Februar, Abends 8 Uhr Außerordentliche Hauptversammlung Tagesordnung: Arbeiterwohnungen. 1138 Der Vorstand. Geschäfts-Verlegung. Einem verehrlichen Publikum diene zur Nachricht, daß ich von heute mein [881 Bildhauer - Atelier UHIeteranenverein Meßen M Montag den 12. Februar d. I., Abends 8'/z Uhr bei Kamerad Rühl (Neustadt) General - Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht, 2. Rechnungsablage, 3. Vorstandswahl, F. Schott, Wemhandlung, Bahnhofstraße 23 — Ccke der Löwengasse empfiehlt: MOSELWEIN vorziigl. Qualität Proben in meiner Weinstube. TfcCS 1011 T anz-Unterricht. Mein neuer Cursus beginnt ____ Nb" Montag den 12. Februar 1894. "WBtt Gefl. Anmeldungen erbitte möglichst vorher in meiner Wohnung Dammstraße Nr. 6, zu machen. Achtungsvoll 600 Joseph IWöhL ccr Cognac-Brennerei von Gg. Scherer' & Co., Dangen (Hessen). Dvrr einmal denselben gekostet, kommt immer wieder darauf zurück. Bedeutende Chemiker stellen denselben kraft Analyse den viel theueren ftanzö- sischen Cognacs gleich, hervorragende Aerzte ziehen ihn in therapeutischer Beziehung viel theuerern französischen Cognacs vor. Proben, Analysen und Acrzte-Guiachien gratis. Kabrikpreisr. Lit erflasche Mk. 2.-. Flasche Mk. 1.80, 2.50, 8.-, 8.50, <♦-, 5.-. 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