1894 Freitag den 10. August 9lr. 185 Gießener Anzeig er Kenerat-Wnzeiger. Amts- «nd Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Redaction, Expedition und Druckerei: SGnlkrahe Hlr.7. Fernsprecher 51. vierteljähriger Zbonncmentsprcis: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener JiamirteuVkätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamilienötätter. Alle Annoncen'Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmtiid?cr Theil. Bekanntmachung, betreffend: Abhaltung öffentlicher Faselschauen. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der am 23. August l. Js. zu Grünberg stattfindende Markt zu- gleich mit einem Viehmarkt verbunden wird; auch soll an genanntem Tage eine öffentliche Faselschau durch die Körcommission abgehalten werden. Bei der Schau, welche Vormittags 9 Uhr beginnt und nur zum Zweck der Ankörung ftattfindet, werden seitens der Körcommission nur sprungfähige Bullen der Vogelsberger und Berner, speziell Simmen- thaler Raffe berücksichtigt werden._ Die Fasel müffen sicher gefesselt werden, sonst ist Wegweisung zu gewärtigen. Gießen, am 7. August 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. __v. Gagern.________________________ Gießen, den 9. August 1894. Betr.: Ausführung des Nahrungsmittelgesetzes; hier den Zinkgehalt amerikanischer Aepfel. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen •* die Grptzh. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Verfügung vom 2. Juni l. I. — Anzeiger Nr. 127 — noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von 5 Tagen erinnert. ________________v. Gagern. Gießen, am 8. August 1894. Betr.: Verfälschung von Schweineschmalz. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen Ml dir Arssth. Bürgermeistereien des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche mit der Erledigung unserer Verfügung vom 4. Juni l. Js. — Anzeiger Nr. 129 — noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist von 5 Tagen erinnert. ____________________v. Gagern.___________________ Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlags von Fünf vom Hundert pro Monat Juli für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg betragen: Hafer Mk. 16,60, Heu Mk. 6,80, Stroh Mk. 5,80. Gießen, den 8. August 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Feuilleton. Wetterpropheten aus dem Thierreiche. Don Friedrich Thieme-Jena. (Schluß.) Für ebenso untrüglich als die Prophezeiungen der Spinnen gelten vielen Leuten diejenigen des LaubfroschS und des Blutegels. — Den Laubfrosch hält man (und macht sich damit einer grausamen Thierquäleret schuldig) in einem cylindersörmigen Glase, das zu zwei Drittel mit Flußwasser angefüllt und mit einem über daS Wasser herausragenden Letterchen versehen, oben aber mit Papier oder Gaze geschlossen ist. Die Fütterung geschieht mit lebenden Fliegen. So lange der grüne Gefangene außerhalb des Wassers auf seinem Leiterchen sitzt, bleibt das Wetter schön, wenn er aber inS Wasser geht, so tritt Regen oder veränderliche Witterung ein. Sitzt aber — so belehrt uns ein kleines Büchelchen: „Der untrügliche Wetterprophet oder stets eintreffende Anzeichen der bevorstehenden Witterung rc." (C. A. Hager, Chemnitz) — der Frosch im Freien hoch und schreit und quakt, so wirds (besonders mit Oft« oder Südostwind) beständiges und gutes Wetter. Sitzt er aber im Freien niedrig und quakt (besonders bei West- und Südwestweft- oder Nordwestwinde), so erfolgt Regen. Schreit er aber bet Wind und Regen, so hält diese Witterung noch etwas an, ebenso auch, wenn er sich des Nachts hören läßt. Der Blutegel wird nach der in dem erwähnten Zur wirthschaftlichen Lage. Der schwere und in den weitesten Volkskreisen gespürte Druck, welcher nun schon so lange auf dem gesammten Erwerbsleben Deutschlands lastet, will leider noch immer nicht weichen. Wohl lassen sich in einzelnen industriellen und gewerblichen Zweigen unläugbar Anfänge einer Wendung zum Besseren erkennen, aber im Großen und Ganzen ist die wirthschaftliche Lage in unserem Vaterlande nach wie vor doch noch eine recht gedrückte.' Diese fortdauernde Ungunst der Zetten auf wirthschaftlichem Gebiete spiegelt sich zahlenmäßig in dem soeben veröffentlichten Ausweise über den Ausfuhr- und Einfuhr-Handel Deutschlands für das erste Halbjahr 1894 wieder, denn nach beiden Richtungen hin nimmt sich der Ausweis, im Ganzen betrachtet, unerfreulich genug auS. Die deutsche Ausfuhr hat in dieser Epoche im Vergleiche zu dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres um ca.96MtllionenMark abgenommen, während die Waaren-Einfuhr aus dem Ausland nach Deutschland im ersten Semester des laufenden Jahres eine Zunahme von ca. 140 Millionen Mark gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres aufweist. Das Anschwellen der Einfuhr für das erste Halbjahr 1894 betrifft hauptsächlich Getreide und Vieh, die Zunahme in der Werth-Einfuhr beider Artikel beträgt zusammen rund 116 Millionen Mark und es muß darum diese beträchtliche Zunahme wohl auf das Verlust- conro der deutschen Nationalwirthschaft gebucht werden. Bedenklicher jedoch, als dieses Plus in der deutschen Einfuhr, ist offenbar das Minus von 96 Millionen Mark in der deutschen Ausfuhr. Die Einfuhrzunahme pro erstes Semester 1894 kann theilwelse als eine wieder vorübergehende Erscheinung bezeichnet werden, wie denn z. B. die größeren Viehbezüge aus dem Auslande lediglich als eine Folge des Futtermangels in Deutschland im vergangenem Jahre zu betrachten sind. Dagegen zeichnet sich in der Abnahme der Werthausfuhr Deutschlands deutlich die vorhandene wirth- schaftliche Misere ab. Die Hauptverlustträger bet dieser Einbuße von 96 Millionen Mark find die wichtige Textilindustrie und ihr verwandte Zweige, also vornehmlich die Artikel Baumwolle und Baumwollwaaren, Wolle und Wollen- waaren, Seide und Seidenwaaren und Leder und Lederwaaren. Es ist nach Lage der Dinge auch kaum anzunehmen, daß für diese Industriezweige baldigst wieder eine Wendung zum Besseren kommen könnte, so daß sich die geschäftliche Zukunft für die betreffenden Industrien in nichts weniger als rosigem Lichte malt. Freilich ergeht es auch anderen großen Industriezweigen Deutschlands nicht besser, speciell tritt im Eisen- gewerbe die ungünstige geschäftliche Conjunctur merklich hervor. Zu dieser sortdauernd unerfreulichen Situation in den wirthschaftlichen Gesammtverhältnissen Deutschlands tragen indessen eine ganze Reihe widriger Umstände vereint bei, nichts wäre verkehrter, als die Schuld hieran lediglich nach einer einzigen Richtung hin zu suchen, sie z. B. etwa den neuen Handelsverträgen aufzubürden. Man kann den letzteren einen gewissen Autheil bei der Steigerung der Einfuhr nach Deutschland zwar unbedingt zuschreiben, aber die eigentlichen Schriftchen gegebenen Anweisung in einem zu zwei Drittel mit Quell- oder Brunnenwasser angefüllten cylindersörmigen Glase aufbewahrt, dessen Boden man mit weißem Sande oder Moos bedeckt hat. Das Wasser ist allwöchentlich durch frisches, von annähernd gleicher Temperatur zu ersetzen. Für den Gebrauch dieses animalischen WetterverkünderS erhalten wir folgende Regeln: Liegt der schwarze, sogenannte Pferde Blutegel auSgestreckt oder auch zusammengerollt auf dem Boden in seinem Glase, so deutet dies auf baldiges schönes Wetter, im Winter aber auf trockene Kalte. Ein Gewitter steht bevor, wenn der Blutegel in seinem Glase sich außerhalb des Wassers befindet, sehr unruhig wird und krampfhaft zuckt. Hält sich der Egel im oberen Theile deS Wassers, so regnet es im Sommer oder schneit im Winter in den nächsten vierundzwanzig Stunden. Bewegt sich der Blutegel mit Schnelligkeit, so deutet dies auf Wind. Außer den angeführten weift die Thierwelt noch zahlreiche andere „Wetterpropheten" auf: Jnsecten, Vögel, Amphibien und Säugethiere aller Art. Wer wüßte nicht, daß schönes Wetter bevorsteht, wenn die Mücken nach Sonnenuntergang spielen oder wenn die Fische Abends im Wasser springen? Oder daß es „unfehlbar" regnen muß, wenn die Hunde Gras fressen oder die Fliegen hartnäckig stechen? Oder daß ein Gewitter kommt, wenn die Fliegen matt und die Pferde unruhig werden oder die Kühe in die Luft schnappen? Unser Büchlein weiß uns darüber aber noch viel mehr zu berichten, wir erfahren daraus, daß ein gelinder Winter zu erwarten ist, wenn es im Herbste viele Ursachen der fortdauernden Depression aus wirthschaftlichem Gebiete wnrzeln denn doch wo anders. Es sind dies die Geschäftskrisen in überseeischen Ländern, hauptsächlich in Nordamerika, dann die Silber - Calamität, weiter das eigene Emporkommen ehedem von Europa und speciell von Deutschland aus mit Jndustrieartikeln versorgter Länder — Japan, Indien, Australien, Nordamerika u. s. w., — dann baß Schutzzollsystem vieler Staaten, endlich der im Sinken begriffene Jnlandsconsum. Von der Beseitigung wenigstens eines TheileS der genannten Erscheinungen hängt im Wesentlichen die Wiederbelebung des Geschäfts in Deutschland ab, wann da aber die allseitig erhoffte Wendung zum Besseren eintreten wird, dies entzieht sich natürlich noch ganz der Berechnung. Jedenfalls darf man erwarten, daß die deutsche Geschäftswelt den Muth nicht sinken lassen wird, deutsche Ausdauer, Zähigkeit und Unternehmungslust haben schon schlimmere Zeiten wieder überwunden. Deutscher Reich. Berlin, 8. August. Seit Montag weilt Kaiser Wilhelm wiederum auf dem Boden Englands, woselbst der kaiserliche Enkel der greisen Königin Victoria auch diesmal bei Hofe wie auch seitens der Bevölkerung die herzlichste Aufnahme gefunden hat. Die Rückkehr des erlauchten Monarchen nach Deutschland erfolgt wahrscheinlich nächsten Mittwoch. — Die kürzlichen Andeutungen der „Nordd. Allg. Ztg." über eine geplante Abänderung und Einschränkung des preußischen Versammlungsrechts haben in der Tagespresse eine sehr getheilte Aufnahme gefunden. Dies namentlich In Hinblick auf den Zweck der in Aussicht gestellten Maßregel, die bekanntlich als neues Mittel zur Bekämpfung der Socialdemokratie dienen soll. Während sich z. B. conservative Blätter zustimmend zu diesem Project äußern, verhalten sich die liberalen Organe und auch die Centrumsblätter meist mißtrauisch gegenüber der Anregung in der „Norddeutschen", ganz zu schweigen natürlich von den socialdemokratischen Zeitungen. Es kann nun allerdings zugegeben werden, daß das preußische Vereins- und Versammlungsrecht noch manche wohl ausfüllbare Lücken enthält, namentlich im Vergleich mit den auch von der „Nordd. Allg. Ztg." angeführten weit schärferen Vereinsgesetzen des Königsreichs Sachsen und des Hamburgischen Staates. Aber kein einsichtsvoller Beurtheiler der einschlägigen Verhältnisse wird glauben, daß jetzt in einer Einschränkung des Versammlungsrechts mit einem Male ein unfehlbares Mittel gegen die socialdemokratische Gefahr gefunden wäre, mit polizeilicher Gewalt läßt sich eben gegen eine Bewegung vom Character der socialdemokratischen Propaganda nichts ausrichten. — Der preußische Finanzminifter vr. Miquel soll einigen seiner Frankfurter Freunde gegenüber den Wunsch geäußert haben, von seinem Posten zurückzutreten. Es ist indessen mit Fug anzunehmen, daß es sich bet dieser Nachricht nur um eine Preßente handelt, wie sie zur Hochsommer- Mäuse gibt und wenn die Vögel im Herbste dürre sind, daß aber ein kalter Winter bevorsteht, wenn die Vögel im Herbste fett sind, die Zugvögel noch vor Michaelis wegztehen und die Ameisen im Monat Juli ihre Haufen höher als gewöhnlich machen. „Wenn um Martini herum die Brust- knocheu der gebratrne« Gänse braun aussehen, so steht ein kalter oder harter Winter bevor, sehen sie aber weiß aus, so ist im bevorstehenden Winter viel Schnee zu erwarten." Da besitzen die geehrten Leser also nun ein höchst einfaches Mittel, fich im Voraus über den bevorstehenden Winter zu informiren, sie brauchen nur nach den Brustknochen der von ihnen verzehrten Gänse zu sehen. Doch Scherz bei Seite. Das Wahre an der Sache ist, daß die Empfindlichkeit mancher Thiere gegen atmosphärische Veränderungen recht wohl zu Lebensäußerungen führen kann, welche auf bevorstehende Witterungserscheinungen bestimmter Art htndeuten, man hüte sich aber vor jeder Uebertreibung und allzu weitgehendem Vertrauen in dieser Hinsicht. Selbst mit dem „untrüglichen Wetterprophet" in der Hand find wir noch durchaus nicht so weit, daß wir zur Zeit schon das Barometer und die kostspieligen Telegramme der Wetterwarten durch Laubfrosch, Kreuzspinne und Compagnie ersetzen und an die Stelle der üblichen Wetterkarten das Bildntß des Grünrocks im Glase mit seinem jeweiligen Standplatze ober- oder unterhalb des Wassers zur Anschauung bringen können. lichen Zeit so häufig von den RedactionStischen aufflattern. Offenbar denkt Herr Dr. Miquel gar nicht daran, freiwillig die Flinte ins Korn zu werfen. — Fürst Bismarck hat in Varzin einen Vertreter der „Magdeburger Zeitung" empfangen. Das genannte Blatt veröffentlicht über diese Unterredung wie überhaupt über den gesammten Besuch ihres Mitarbeiters in Varzin einen längeren Bericht, der aber in seinem politischen Inhalte nichts Sonderliches enthält. In der erwähnten Unterredung selber hat die Politik nur ein, untergeordnete Rolle gespielt, dem Altreichskanzler ist von den Aerzten streng untersagt worden, sich mit Politik oder sonst irgend etwas, das seine Ruhe stören könnte, zu befaffen. Der Berichterstatter der „Magdeb. Ztg." hält daher für ausgemacht, daß Fürst Bismarck unter keinen Umständen als Politiker je wieder in Activität treten würde. Hervorzuheben ist aus der betreffenden Unterredung lediglich eine Aeußerung des Fürsten Bismarck über die Anarchistengefahr. Er meinte, daß ein internationales Vorgehen gegen die Anarchisten nicht viel nützen würde, jeder Staat solle vielmehr innerhalb seiner eigenen Grenzen geeignete Vorkehrungen gegen den Anarchismus treffen. — Die amtliche Mitteilung, daß das preußische Weichselgebiet jetzt als wieder cholerafrei bezeichnet werden könne, stellt sich als übereilt heraus. Es find nämlich inzwischen in diesem Gebiete eine ganze Reihe neuer Cholerafülle vorgekommen. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Korrespondenz-Buremr. Breslau, 8. August. Der frühere Chefredacteur der „Bresl. Morgen-Ztg.", Stadtverordneter Moritz Elsner, ist, 85 Jahre alt, gestorben. Loudon, 8. August. Einer Llohddepesche zufolge löschte die chinesische Regierung die Leuchtfeuer auf den Leucht- thürmen von Anpeng und Takao auf Formosa aus. Cowes, 8. August. Der Kaiser verließ das Banket erst nach Mitternacht. In vorgerückter Stunde hielt der Kaiser eine Rede, in der er nach humoristischen Anspielungen auf die Dacht des Prinzen Wales unter lautem Beifall die Hoffnung aussprach, Britannia werde fortfahren, über die Wogen zu herrschen. Trotz des anhaltenden Regens war der Kaiser heute früh auf, befuhr in seiner Pinasse die Rhede, landete später und besuchte den Club des Dachtgeschwaders. Stockholm, 8. August. Der Amerikanisten-Con- greß wurde heute geschloffen. Der nächste Congreß findet 1895 in den Niederlanden statt. Newyork, 8. August. Nach einer Depesche aus Valparaiso ist Trujillo (Peru) von dem Jnsurgentenchef Semeimario eingenommen worden. Die RegierungStruppen, welche abgeschickt waren, um die Rebellen anzugreifen, erklärten sich für dieselben. Yokohama, 6. August. Meldung des Bureau Reuter. Eine weitere Depesche aus Korea meldet, die Japaner waren wiederum siegreich, sie nahmen Setkwan mit geringen Verlusten ein. Die Chinesen wurden geschlagen und flohen in der Richtung nach Roshit. Die Verluste der Chinesen werden auf 500 Todte und Verwundete geschätzt. Die Japaner sind jetzt im Besitze Asans. Zokohama, 6. August. Meldung des Bureau Reuter. Die Siege der Japaner riefen große Freude in Tokio und Sanda hervor und erhöhten die Kriegsstimmung. Ein Erlaß des Mikado gestattet den Chinesen, weiter in Japan zu wohnen, wofern sie sich friedlich verhalten. — Es laufen Gerüchte um, die japanische Flotte habe eine Niederlage erlitten; doch fehlen Orts- und Datumsangabe und sonstige Details. WB. Kopenhagen, 9. August. Ein Feuer zerstörte die Maschinenwerkstätten der großen Schiffswerft von Burmeister u. Main. Der naheliegende Dampfer „Knutenborg" gerieth ebenfalls in Brand. Der Schaden ist sehr bedeutend. WB. Korfu, 9. August. Im Judenviertel exp lo dirte eine Bombe und tödtete sieben Personen. Die Explosion wird auf einen Zufall zurückgesührt. Depeschen befc Bureau .tzrrald'. Berlin, 8. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." theilt mit, nach einem Telegramm des Hauptmanns Estorff aus San Paolo de Loanda sei die letzte für Südwestafrika bestimmte Verstärkungsmannschaft am 17. Juli an der Tsoachaubmündung glücklich gelandet. Major v. Francois und Premierlieutenant v. Francois treffen auf der Reise von Capstadt hierher in den nächste» Tagen in Liverpool ein. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreib: Auf der im Februar abgehaltenen Versammlung des deutschen HerbergevereinS wurde Klage geführt, daß den Herbergen zur Aufrechterhaltung der Ordnung der nöthtge polizeiliche Schutz nicht oder nicht mit dem nöthigen Nachdruck gewährt werde. Die Polizeibehörden sind nun angewiesen, den Herbergen zur Heimath volle Unterstützung zu Theil werden zu lassen. — Das Sch utzcomitv von Besitzern griechischer Werthpapiere hat in seiner heutigen Berathung die neuesten Vorschläge der griechischen Regierung einstimmig sür unannehmbar erklärt und darüber der deutschen Reichsregierung eine Denkschrift eingereicht. Das Schutz- comits von Paris hat sich ähnlich erklärt und von dem Londoner wird dasselbe erwartet. Sobald auch diese Comitös ihren Regierungen die nöthige Kenntniß von ihrer Stellungnahme gegeben haben werden, dürften die Verhandlungen zwischen den einzelnen Staaten über gemeinsames Vorgehen gegen Griechenland beginnen. Berlin, 8. August. Die Kaiserin dürfte, wie verlautet, am 14. d. Mts. von Wilhelmshöhe nach dem Neuen Palais zurückkehren. Voraussichtlich werden dann auch die kaiserlichen Kinder Schloß Wilhelmshöhe wieder verlassen. Berlin, 8. August. Die socialdemokratischen Brauereiarbeiter hielten gestern Abend eine öffentliche Versammlung ab, die von etwa 400 Personen besucht war. Der Referent zum Vortrage, Genoffe Zubetl, war nicht erschienen. Herr Pfannkuch sprach über den Bierkrieg und versicherte, die Brauereien würden bald nachgeben, ebenso die Saalverweigerer. Den Brauern, Böttchern und Hilfsarbeitern legte der Redner dringend ans Herz, den Brauereien, die sich mit der Arbeiterschaft solidarisch erklärt haben, mit Forderungen keine Hinderntffe zu bereiten, damit sie sich in ihren Betrieben entwickeln könnten. Köln, 8. August. Der „Köln. Ztg." zufolge wollte eine anläßlich des Jahrestages des Donauüberganges der russischen Truppen bet Ststowa in Sistowa stattgehabte Versammlung ein diesen Tag verherrlichendes Telegramm an Rußland entsenden. Die bulgarische Regierung beschlagnahmte jedoch die Depesche und antwortete auf eine diesbezügliche Beschwerde, die bulgarische Regierung halte den Ausdruck so ruffenfreundlicher Gefühle nicht für zeitgemäß,- außerdem könne ein derartiger Ausdruck die von der Regierung in Aussicht genommenen Maßnahmen für die Einigung mit Rußland nur schädigen. Würzburg, 8. August. Die Regierung forderte Gutachten ein über Errichtung von Schifferschulen in Würzburg und Aschaffenburg. Marseille, 8. August. Heute wurde hier ein Italiener verhaftet, der mehrere Dynamitbomben bei sich trug. Loudon, 8. August. Das Amtsblatt veröffentlicht eine königliche Proclamation bezüglich des koreanischen Krieges. Den britischen Untertanen wird Neutralität befohlen und verboten, bei den Kriegführenden Dienste zu nehmen. Die Kriegsschiffe beider kriegführenden Mächte werden aufgefordert, innerhalb 24 Stunden die englischen Häfen zu verlaffen. Loudon, 8. August. Die „Times" meldet aus Washington, daß der Senat das Gesetz gegen den Zuzug ausländischer Anarchisten angenommen hat. Jeder Anarchist, der zum zweiten Male landen 'rottt, erhält vier Jahre Gefängniß. Cowes, 8. August. Den Pokal der Königin, um den auch der deutsche Kaiser mit der Dacht „Meteor" con-- currirte, gewann die Dacht des Admirals Montague. Nach einer Zeitungsmeldung hat Kaiser Wilhelm die Königin Victoria auf nächstes Frühjahr zu einem Besuch eingeladen. Die Königin willigte ein unter der Bedingung, daß der Besuch nicht in Berlin, sondern in Coblenz oder auf Schloß Stolzenfels stattfinde. Quebeck, 8. August. Gestern zerstörte eine aufgeregte Volksmenge ein französisches Trappistenhaus, beschädigte das Versammlungsgebäude der Heilsarmee und bedrohte das Pfarrhaus der Gemeinde St. Roche. Mehrere französische Gemeindemitglieder wurden verletzt. Um die Ruhe wieder herzustellen, mußten Truppen einschreiten. Die Ausschreitungen waren durch Zeitungsartikel veranlaßt, welche verschiedene religiöse Gemeinden anklagten, mit Uebereifer Proselytenmacherei zu betreiben. Newyork, 8. August. Infolge der Weigerung des Senats, den freihändlerischen Tendenzen der Repräsentantenkammer nachzugeben, wirb in der Presse ein energischer Kampf gegen das Verhalten des Senats geführt, welchem die Verantwortlichkeit für die jetzige trostlose wirthschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten zugeschoben wird. Die demokratischen Blätter hoffen jedoch, der verhängnißvollen Schutzzollpolitik des Senats werde dadurch ein Ende bereitet, daß die neuen Staaten Utah, Neu-Mexiko, Arizona demokratische Vertreter in den Senat wählen. Cocafcs «nd provinzieller Gießen, den 9. August 1894. * * Unsere neu errichteten Omnibuslinieu werden auch in auswärtigen Blättern lebhaft besprochen; in Darmstadt bringt man die bisher in Gießen erzielten Erfolge sogar mit der Person des dort noch zu wählenden bezahlten Beigeordneten oder zweiten Bürgermeisters in Zusammenhang. Wir lassen nachstehend einen, allerdings etwas überschwänglich gehaltenen Artikel des „Darmst. Tgl. Anz." hier folgen: „Die Klagen über Mangel an billigen Fahrgelegenheiten hier sind nun nachgerade stehend geworden, und daß dieselben berechtigt sind, hat sich kürzlich beim Musikfest wieder eclatant gezeigt. Merkwürdig ist, daß hier trotz aller Anregungen, die vom Mathildenhöh - Verein und ähnlichen Vereinen ausgingen, bis jetzt noch gar nichts verlautet, ob hierin etwas geschehen soll oder nicht. Ein schwacher Hoffnungsschimmer für eine Straßenbahn ist nur darin zu erblicken, daß einer der Herren Stadtverordneten kürzlich, gelegentlich der Verhandlung über Anlage einer Straße, geäußert haben soll, er stimme nur noch für gerade Straßen, da die Anlage einer electrischen Stadtbahn eine Frage der nächsten Zeit sein dürfte. Einsender glaubt daher den Lesern dieses Blattes mittheilen zu sollen, wie sich eine hessische Provinzialstadt in dieser Hinsicht einstweilen kürzlich zu Helsen gewußt hat. In Gießen, das nicht die Hälfte der Einwohnerzahl Darmstadts besitzt, haben einige rührige Bürger 15J000 Mark zusammengeschossen, die Stadtverwaltung hat 5000 Mark zugelegt und dafür wurden 4 elegante und geräumige Omnibusse, 12 Pferde rc. angeschafft, einige geeignete Leute gedingt und durch die ganze Stadt ein regelmäßiger Omnibusdienst eingerichtet. Die Fahrgelegenheit, a 10 Pf., rotrb stark benutzt, der Reingewinn soll täglich 100 bis 200 Mark betragen und schon genügen diese 4 Wagen nicht mehr und sind sehr oft mit dem Placat „Voll besetzt" versehen. Ist nun der Omnibus auch ein ganz veraltetes, schon seit Jahrzehnten durch die Pferdebahnen verdrängtes Verkehrsmittel, wie ja auch die Pferdebahnen gerade jetzt und schon seit ca. 5 Jahren wieder durch die electrischen Stadtbahnen verdrängt werden, so zeigt doch obig-s Beispiel, was thatkräftiger Wille zu leisten vermag. Einsender und viele mit ihm geben sich nun der Hoffnung hin, daß zum bezahlten Beigeordneten ober zweiten Bürgermeister unserer Stabt ein Techniker gewählt wirb, dessen erste That die Schaffung einer electrischen Straßenbahn sein möge, hiermit könnte sich derselbe am besten einführen." * * Kunstnotiz. Es darf nicht versäumt werden, auf ein Kunstwerk aus dem 17. Jahrhundert, einen im Rococco- Styl gearbeiteten Schrank aufmerksam zu machen, welcher in den Schaufenstern der Brück'schen Möbelfabrik hier, nachdem er zuvor von Letzterer der aufgetragenen Lackfarben rc. entledigt und renootrt wurde, ausgestellt ist. — Gleichzeitig stehen daselbst zwei vollständige Rococco- einrichtungen moderner Technik und ist es interessant, zwischen beiden Ausführungen Vergleiche zu ziehen. An letzteren sieht man, daß an unserem Platze auch den weitgehendsten Ansprüchen Genüge geleistet werden kann. * * Neber das Vorkommen der epidemischen Genickstarre, welcher Krankheit im 1. Quartal b. I. im Großherzogthum den Tobeszeugniffen zufolge 17 Personen unb zwar in Starkenburg 10, in Oberhessen 2 und in Rheinhessen 5 erlegen finb, würbe berichtet aus Leeheim im Kreis Groß Gerau (3 Erkrankungen), aus Berstabt, Kreis Bübingen (5 Erkrankungen), unb aus Mainz, wo außer angeblich mehreren bei ber Garnison vorgekommenen Fällen 4 Erkrankungen bei ber Civilbevölkerung zur Anzeige gelangten,- außerbem sind aus einigen wenigen Gemeinben ber Kreise Erbach, Schotten unb Bensheim einzelne Erkrankungen unb Sterbefälle bekannt geworben. Darmstadt, 7. August. Aus den Verhandlungen des 9. Verbandstags des südddeutschen Gastwirthe- verbandes ist zu entnehmen, daß die seit einigen Jahren bestehende Verbandsfterbekasse gute Fortschritte macht, nahezu 7800 Mitglieder zählt und seit ihrem Bestehen rund 225 000 Mark vereinnahmte. An Sterberenten sind bereit- 105 000 Mark zur Auszahlung gelangt. Das Vereinsvermögen beziffert sich auf rund 100 000 Mark. Ein Antrag deS Pfälzer Verbandes, beim 2. deutschen Bundestage der Gast- wirthe eine Petition an den Reichstag, an die Reichs- und Bundesregierungen zu veranlassen, damit die BedÜrfnißfrage bei ber Concessionsertheilung in allen Stäbten ohne Unterschieb ber Einwohnerzahl eingesührt werbe, warb zum Beschluß erhoben. Eine Anregung bes naffauischen Gastwirthe- verbanbes, es möge ber sübbeutsche Verbanb an maßgebender Stelle gegen den Kleinhandel von Privaten und Geschäftsleuten mit Branntwein, Wein unb Bier, sowie gegen Verabreichung von Mitttagessen mit Getränken (Kostgebereien) und unerlaubter Beherbergung cv. Gleichstellung bei Heranziehung zur Steuer vorstellig werden, wurde dem Central- ausschuß zur Erledigung überwiesen. — Eine weitere Anregung des nassauischen Verbandes wünscht, daß die wegen unrichtiger Aichung confiscirten Gläser nicht verkauft, sondern vernichtet werden, daß ferner sämmtliche Fässer einer regelmäßigen Nachaichung unterzogen und die betreffenden Fabriken durch Beifügen eines Stempels auf die Gläser für die nicht stimmende Aiche haftbar gemacht werden. — Ob „Der Gast- wirth", das Organ des Verbands, auf dessen Rechnung fortan hergestellt werden soll, wird nach vorangehender Prüfung aller einschlägigen Verhältnisse durch eine dazu gewählte besondere Commission zu entscheiden sein. Man erwartet vielfach aus dem Organ, dessen Auflage bereits über die Zahl 10 000 gestiegen ist, einen namhaften Ueberschuß zu erzielen, der am Jahresschluß den Unteroerbänden überwiesen werden soll. Einstweilen behält der seitherige Leiter des Blattes, Herr Re in em er-Darmstadt, die Redaction. Auf Antrag des Main Rhein-Verbandes wird eine Eingabe an das Reichspostamt wegen Herabsetzung der Telephongebühren von 150 auf 100 Mark beschloßen. — Der Mitteldeutsche Verband stellt Antrag auf Beseitigung der preußischen Schankbetriebssteuern. Es wird hierzu mitgetheilt, daß ein preußischer Landesausschuß für diesen Zweck angeregt, beziehungsweise in der Bildung begriffen ist, dessen Bestrebungen auf Beseitigung genannter Steuer der Verband beim Bunde deutscher Gastwirthe kräftigst zu unterstützen beschließt. Die weiteren Beschlüsse beziehen sich vornehmlich auf weitere VerbandL- angelegenheiten. Vermißtes» * Frankfurt a. M., 8. August. Die Dinka-Neger im Zoologischen Garten sind fortgesetzt der Anziehungspunkt für Einheimische und Fremde. Am Sonntag verschafften sie dem Zoologischen Garten am 20 Pf. Vormittag die noch selten dagewesene Besucherzahl von 15 000. Das Gedränge am Eingang war oft nicht mehr schon. Auch am Nachmittag waren Tausende im Garten und bei den „Schwarzen", die unermüdlich in ihren Productionen waren. Wenn man die Kerle stockfechten sieht, wundert man sich, daß nicht mehr Finger dabei zerschlagen werden- man sieht ja wohl einmal einen mit einer verbundenen Hand, aber meist geht es doch ohne Verletzungen ab, was ein Beweis für die große Geschicklichkeit der Leute ist. Nach Schluß einer jeden Vorstellung eilen die Menschen an ihre Lagerplätze oder Arbeitsstätten. Ebenso einfach wie ingeniös ist ihre Koch' unb Bratvorrichtung- ein viereckiges Loch, bas auf drei Seiten — zwei längeren unb einer kürzeren — von einem aus Steinen unb Lehm hergestellten Wall umgeben ist, das ist ihr Heerd, der Wall ist in seinen Maaßen nach ber Größe ber Töpfe unb Pfannen bemessen, bte, alle rund, das Loch von oben anschließen, so, daß nur die offene Vorderseite und in jeder Ecke hinten ein Zugloch frei bleibt. Vorn wirb das Holz eingeschoben und nach Bedürfniß dichter oder weiter geschichtet- so entsteht eine ruhige, von den Seitenwällen geschützte Flamme, die nach oben brennt unb beweist, baß bie Zuglöcher hinten als gut angelegter Schornstein wirken. Das Kochen besorgen bie Weiber, währenb die Männer meist plaudernd herumstehen und warten, bis an den drei ober vier Kochstätten etwas für sie fertig wird. ;9 V«, d«t rfiX’Ä- ,8etr°flentn Aeftellt |ft ; ,S 'I* « In»«. 7 i» 5te^n. *1' «4 in *« «etthtn L " *®“ 'n 5 er. SS**«» ■Buoingcn (5 fo, "8'6114 mehreren ^nrankungen bei »i «tatan sind Elbach, Schotten WtfMe Mannt ^Handlungen des ■n Gastwirthe» e*1 ewigen Jahren cittt macht, nahezu 11 Bestehen rund reuten find bereits isVereinsvermögen Ein Antrag btt >eswge der Gästin die Reichs. 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Auf Antrag gäbe an daS Reichs- >ngebühren von 150 itteldeutsche Verband scheu Schankbemebs- ,6t Die weiteren weitere Verband-' daß em preußiR” ■egt, rebungen au W Munbt beutletr )b Dinka-Regel «tHrW** Sm So""11« ” , 2O$f/8or»*‘ 15* w®-; h- i*b Tei d-° ßrobuction«1 »’«’• -fiSß w,tM Ul aber lttbentVein Vetve^ >b-(® 9114 ®* 3 4 *!“6 * * n an Hl |ft ihre oie in6en' Has aus ckiges M/ _ non wer *^fleben ist, der ien alle ruud, fien, Bördel' ch frA6 dichter oder M'b ©eiten* °°° s** °»'"9 «äp°d 6l„ jeibet/ hie au wd Ä «* für Pe 1 - — Am kommenden Sonntag ist wegen des nahen Schluffes der Schaustellung der Eintrittspreis für den Zoologischen Garten auf 50 Pf. (Kinder 25 Pf.) ermäßig: und die Zahl der Vorstellungen ist von 5 ans 6 vermehrt. Nachmittags und Abends ist Doppel-Concert, bei welchem die Musik der Bockenheimer Husaren mitwirkt. Montag Abend schließt die Neger-Schaustellung. * Stralsund, 7. August. Der Musketier Lüder vom Infanterieregiment Nr. 42 in Stralsund, der am Sonntag bei einem Festschießen des Krieger- und Militärvereins als Scheibenzeiger thätig war, erhielt einen Schuß in den Kopf, an dessen Folgen er nach wenigen Stunden im Garnison- lazareth starb. * Hamburg, 7. August. Wir lesen in den „Hamburger Nachrichten": Nicht weniger als 295 Menschen das Leben gerettet hat nacheinander der in Schwimmsport- freifen bekannte Schwimmwart des Sanitäts SchwimmvereinS Herr W. Tang. Der letzte dieser Fälle ereignete sich gestern beim EricuS. Dort war ein Angler von einer Shute aus ins Wasser gefallen und schon dem Ertrinken i he, als der Genannte ihm nachsprang und eß ihm gelang, den Mann noch rechtzeitig wieder aufs Trockene zu bringen. Herr Tang führt über seine Rettungsarbeiten Buch und ist damit jetzt, tote schon oben erwähnt, auf die enorme Zahl von 295 LebenSrettungen gekommen. * München, 8. August. In vergangener Nacht exp l vidi rte, während die Feuerwehr mit dem Löschen eines im Hause deS Installateurs Erlbacher in der Steinheilstraße ausgebrochenen Brandes beschäftigt war, ein Ballon Benzin, wodurch acht Feuerwehrleute und zwei Civilisten schwer verwundet wurden. * Graz, 8. August. Beim Aufziehen der neuen Glocke auf den Kirchthurm der hiesigen Michaelkirche riß Plötzlich die Aufzugsvorrichtung,- die Glocke stürzte mit dem darauf sitzenden Baumeister Cinate herab und zerschmetterte den Letzteren. * Loudon, 8. August. Das Stahlschiff „Tor- denskjöld" ist auf der Reise von Capstadt nach Ostindien mit der Besatzung von 16 Mann untergegangen. Eingesandt. Siehe«, 8. August 1894. Durch die gegenwärtig in VSwaldS Garten stattfindenden Baulichkeiten und namentlich nach H'nwegrüumung der Geräthehalle daselbst ist von vielen Seiten die Anregung gemacht worden, ob es nicht thunltch sei, ein neues Geräthemagazin, wie ein solches am Oswalds Garten wieder vorgesehen ist, nicht dahin zu bauen, sondern demselben einen andern Standpunkt, z. B. in der Nähe des Promenadehauses, ober sonstwo, zu geben. Unsere Vaterstadt wird von Jahr zu Jahr größer, den Oswalds Garten, der ja zur Abhaltung von größeren Festlichkeiten heute immer noch groß genug ist, sollte man aber doch nicht einzuengen, sondern ihn nach ter Alic.schule hin zu erweitern suchen, damit auch in späteren Jahren, sozusagen im Mittelpunkt der Stadt, ein jedenfalls noch räumlich größeres Fest als das im ^nächsten Jahre hier stattfindende mittelrheinische Turnfest abgehalten werden kann. Durch geradlinige Abmessung in Höhe der Rückwand der im ; Bau begriffenen Wirthschaflsbude würde der Platz eine beträchtliche J Erweiterung erfahren und auch für Gartenbedürfniffe der angrenzenden Schulen noch genuofaui übrig bleiben. h. SchLffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 7. August. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Elbe, Capt. K. v. Gösfel, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 28. Juli von Bremen und am 29. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 7. August. (Per transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Weimar, Capttän C. Steenken, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. Juli von Bremen abgegangen war, ist gestern, 6 Uhr Morgens, wohlbehalten in Newyork angekommen. ___________ Hamburg, 5. August. Der Hamburger Dampfer „Russia"^ Capitän Schmidt, von der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt- Actien-Gesellschaft, ist am 4. August, 4 Uhr Nachmittags, von Hamburg in Newyork angekommen. — Der Postdampfer „Rhynland" der „Red Star Sink* in Antwerpen ist laut Telegramm am 7. August wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, £anO* tmb Volkswirthschaft. Limburg, 8. August Fruchtmarkt. Rother Wei'-n JL 12.10, weißer Weizen 00.00, Korn X 9.15, Gerste Jt 00 00, Hafer *M. 7 05. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 9. Auoust, zwilchen 11 und 12 Ubt: Master 16«/-, Luft 16‘/i°. Rübsamen'sche Badeanstalt. M Seidenstoffe direkt aus der Fabrik von von Elten & Keussen, Crefeld, in jedem Maaß »u beziehen. Schwarze, farbige u. weiße Seidenstoffe, Sammte, Plüsche und Belvets. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschtem fr 1 < »orte* BekaimtMachrmg. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der städtische Friedhof in der Zeit vom 16. August bis 15. October von Morgens 6 bis Abends 8 Uhr geöffnet bleibt, und daß die auf dem Friedhof Verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein Glocketlzeichen aufmerksam gemacht werden. Gießen, den 7. August 1894. 6534] Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung Mittwoch de« 15. dS. MtS., Nachmittags 8 Uhr, Glatzschronke, 2 Regulateure u- a. m. Gießen, 6 August 1894. 6486 Mulch, Vollziehungsbeamter. ^E^Angebote für den Abbruch des Gimbel'- scheu HauseS." "558 Marburg, den 7 August 1894. Königliche Eisenbahn Bau-Jnspection ML Schlachthaus. Freibank. [6573 Heute und morgen: 8chwemeffeisch, nicht ladenrein, per Pfd. 40 Pfg. Ochsenfleifch nicht ladenrein, pr. Pfd. 45 Pfg. durch Enteignungsbeschluß in den Besitz der Königl. Eisenbahnverwaltung übergegangen ist, soll an den Meistbietenden verkauft werden. . Die Verkaufsbedingungen sind in dem Geschäftszimmer des Königlichen Regie- rungSbaumeisters Horstmann zu Gießen, woselbst auch die Angebote verschlossen und versiegelt abzugeben sind, eimusehen. Der Termin zur Eröffnung der Angebote findet am 1. September dS. Js., Bor- mittags 11 Uhr in dem Geschäftszimmer des Regierungs-Baumeisters Horstmann statt. Später eingehende Angebote bleiben unberücksichtigt. Die Angebote sind zu Das HauS sowie das Hintergebäude Atammrirag» o upr, der Frau Wittwe Gimbel in Gießen, I versteigere ich im Pfandlocal, Seltersweg Flur XVIII, Nro. 31 a b 10, welches H, gegen Baarzahlung: - ~ • -r -rjcr..c. i. v— m.r.k : 2 Pferde, 1 Rind. 4 Schweine, 2Oeco- nomiewagen, 1 Claoier, 1 Eisschrank, 1 Schreibsecretär, Sophas, Commode, Die Anlieferung von 5000 cbm. reinen gesiebten Kies für die Glciseunterhaltung soll öffentlich an den Mindestfordernden vergeben werden. Bezügliche Angebote sind von der unterzeichneten Dienststelle, von welcher auch die Bedingungen und Angebotssormulare gegen kostenfreie Einsendung von 50 Pfg. bezogen werden können, bis zum Montag den 27. dS. MtS., Vormittags einzureichen und eine Kieeprobe beizufügen Der Zuschlag wird sofort ertheilt. Nach- geböte werden nicht angenommen. Marbura, den 8. August 1894 Königliche Eisenbahn Bau-Jnspection. 6554 Schwamborn. Freitag de» 21. Sept., Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Heinrich «lein Eheleuten in Gießen gehörigen Immobilien : Flur 1 Nr. 969 — 19 qm Hofraum mit Stoll auf dem Asterweg, Flur 1 Nr 970 — 19 qm Hofraum (Mist- stätte) daselbst, Flur 1 Nr. 974 — 75 qm Hofraithe daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 9. August 1894. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A-: Bogt. 6569 Empfehle: Irisches Pferdefleisch, sowie frische Wurst. 6552 _________Keßler, Pferdemetzger. Gr. Schellfische re. jeden Mittwoch u. 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Meserflrahe8,-«LÄ»" Zimmer zu vermiethen, 6052 *65741 Gut möbl. Zimmer, mit und ohne Pension zu vermiethen. Südanlage 7, Vorderhaus, parterre, 5117] Zwei freundliche Zimmer sofort zu vermiethen. Dammstraße 41. 6238] Zwei «nmöblirte Zimmer zu vermiethen. Marktplatz 18. Jllännedurnoeretn. Sonntag den 12. August Turngang nach Greifenstein, Dianaburg, Braunfels. Abfahrt nach Sinn: 652 Morgens. Die Liste liegt jeden Abend in der Turnhalle (des Realgymnasiums) zum Einzeichnen offen. 6548 ___ ________________ Der Vorstand. T umverein. Das für Sonntag den 12. August er. bestimmte Sommerfest fällt bis auf Weiteres aus. 6563 Der Vorstand. fichtigt werden. (6527 Sonntag den 12. August: Parthie nach Kloster Arnsburg. Abfahrt 1 Uhr 45 Min. (Preisermäßigung.) Die Liste zum Einzeichnen liegt bei Herrn Stier bis zum Sonntag, 12 Uhr Vorm., offen. ^Spätere Anmeldungen können nicht berück- Sonntag den 12. August: -Q Familienausflug nach dem Ludwigsbrunnen. Abmarsch um 3 Hhr vom Uebergang an der Oberhessischen Eisenbahn (Schiffenbergerweg). Bei ungünstiger Witterung Familienabend im Lenz'schen Felsenkeller.____________6570____________Der Vorstand. Montag den 13. August, Abends: Gemeinsame Uebung beider Wehren. Antreten 8 Uhr. — Abmarsch 81® Uhr. — In Helm. 6567 Oer Branddirector. Zoologischer Karten zu Frankfurt a. M. w Nur noch bis 13. August Schaustellung einer Dinka - Neger - Karawane. Vorstellungen an Wochentagen um 10, lV/a 31/„ 5 und 6V2 Uhr. (Von 1—2 Uhr geschloffen.) Emtrittsbedingungeu für den Zoologischen Garten wie gewöhnlich. Besonderes Eintrittsgeld für die Schaustellung 20 Pf. Sonntag den 12. August, während des ganzen Tages Eintrittspreis für den Zoologischen Garten 50 Pfg. , (Kinder 25 Pfg.) Aquarium 20 Pfg. Nachmittag und Abend DOPPEL-CONOERT. Husarenkapelle. Gartenkapelle. Wohne von heute ab 6436 VaaMrlihKl.3o Danksagung Tiefgefühlten Dank Allen, welche an dem uns so schmerzlich betroffenen Verlust unseres unvergeßlichen, lieben Sohnes und Bruders so innigen Antheil genommen. 6566 Familie JL Muth. KXXXXXXXXXXXSXXXXXXXXXXXX x . . X Habe mich heute hier als practischer Arzt K niedergelassen. M Grossen-Buseck, den 10. August 1894. 8 g (bei Giessen), [6547 g x Dr. med. Fritz Gengnagel. X XXXXXXXXXXXXOXXXXXXXXXXXX Meiner verehrt. Kundschaft zur gefälligen Mittheilung, daß ich mein Milchgeschäft wieder eigenhändig weiterführe und empfehle a Liter Vollmilch zu 10 Pf., 72 Liter zu 8 Pf. und l/2 Liter Rahmen zu 40 Pf. Verkauf erfolgt frei ins Haus. Achtungsvollft 6564 Ludwig Schneider, Wolsflrahe 14. Eisschränke mit Zink- und Glas-Wänden Fruchtpressen Messing- Kasserollen von Frucht saft. Flieger schränke 293 Emil Pistor, Marktstr. 10. - $almiak=@trjitntiii=Sil|mitt(tife»-«! 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