■shöhe !-• **- bk 5a*> gesunde - ’m * 8el4tu ' ttStoaö^ ÖNtilfurtbioer. Nr 158 Erstes Blatt. DicnSka den 10. Juli 1894 Der Hießen,r Anzeiger erscheint täglich, 4nit AliSnahme des Montags. Die Gießener IamilienStäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelcgt. Gießener Anzeiger Bierteltähriger ASounementsprei«: 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogeir 2 Mark 50 Psg. Redaction, Erpeditiorr und Druckerei: Keneral-Mnzeiger. SchutstratzeNr.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblutt für den Avers Gieren. :IJ>olf=Sti(UnQ NU. W. 10 Ich. *bt Ad «Pfatw Nlimiifgititi Decan. r Gustav-Adolf W» -nvorftaud daselbst, chmiltags 1 Uhr. rmania sek !N jein liest. 5650 über. Bern ig öen 9. Zull 3ier, hell und dunkel gute ßpeifcn ß -eit« m CasiM"- 5645 löhe“. !SÄ*S ragen zu wollen. idr&ntto fr Mttlch DDDO stoj*- &»•* jrrrffL. A n Wwe. 1 6671 * m ichwar)^ Eirih^ jSfrSfej 55 lllUv/cheinniii/ Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamilienökätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher» Theil. Betreffend: Die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb i des Großherzogthums. Bekanntmachung. Das Gomite zur Abhaltung des Viehmarkts in Vilbel beabsichtigt mit dem am 22. August l. I. daselbst ftattfindenden Markte eine Verloosung von Vieh- und Gebrauchsgegenständen zu verbinden, um die Mittel zur Prämiirung von Vieh zu gewinnen. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Ver- loosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 4000 Loose zu 1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 6O°/o des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gebrauchsgegenständen zu verwenden sind, und zugleich den Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen und dem Kreise Offenbach gestattet. Gießen, den 6. Juli 1894. Grobherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Betreffend: Die Veranstaltung von Verloosungen innerhalb des Großherzogthums. Bekanntmachung. Der Ortsvorstand zu Nidda beabsichtigt mit dem am 10. September l. I. daselbst ftattfindenden Herbstmarkt eine Verloosung von Vieh, landwirthschaftlichen Geräthschaften und sonstigen Gebrauchsgegenständen zu verbinden, um die Mittel zur Hebung der Viehzucht zu gewinnen. Das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 8000 Loose zu 0,50 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und mindestens 60% des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind, und zugleich den Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen gestattet. Gießen, den 6. Juli 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Die Monopolbestrebungen auf dem Weltmarkt für Petroleum. Seit einiger Zeit bestehen bekanntlich zwei große Vereinigungen von Petroteumproducenten zum Zwecke der völligen Beherrschung des Petroleummarktes, auf welchem also künftig die Preise zu Gunsten der betreffenden Producentengruppen künstlich „gemacht" werden sollen. Die eine dieser Vereinigungen stellt die Standard Oil Company dar, welcher die allermeisten der Petroleumquellen-Besitzer Nordamerikas angehören, während der andere „Petroleumring" durch die vereinigten russischen Petroleumproducenten gebildet wird, mit den Häusern Rothschild-Paris und Nobel-London als Haupt- intereffenten. Die amerikanische Petroleum Compagnie versuchte es in der rücksichtslosen Art der Yankees zunächst, die russischen Concurrenten möglichst vom Petroleummarkte zu verdrängen, welches Unternehmen indessen infolge der festen Stellung der russischen Petroleum-Industrie auf dem Weltmärkte durchaus scheiterte. Nunmehr schlug die Standard Oil Company den entgegengesetzten Weg ein, indem sie Unterhandlungen mit der russischen Concurrenz behufs einer Verschmelzung der beiderseitigen Unternehmungen zu einem einzigen großen „Ringe" etnleitete. Die führenden Petroleumproducenten Rußlands nahmen dies Anerbieten nicht ungünstig auf und heute sollen die Verhandlungen über die Vereinigung der Standard Oil Company mit der geschloffenen Gruppe der russischen Petroleum Industriellen soweit gediehen sein, daß das Zustandekommen des Unternehmens mehr und mehr wahrscheinlich geworden ist. Falls es in der That gelingen sollte, diesen Plan zu verwirklichen, dann wäre allerdings das angestrebte Weltmonopol für den Petroleumhandel fertig. Es braucht wohl kaum des Näheren ausgeführt zu werden, welche einschneidende wirthschaftliche Wirkung eine Allianz zwischen den beiden großen Petroleumringen diesseits und jenseits des Oceans haben würde. Denn diese mit überreichlichen Geldmitteln ausgestattete Vereinigung der Besitzer der wichtigsten Petroleum- districte der Erde hätte es alsdann in der Hand, die Preise für das werthvolle Erdöl auf dem Weltmärkte nach Belieben zu reguliren, was selbstverständlich nur auf Kosten der Consu- menten geschehen würde, während zugleich die bislang noch extstirenden wenigen unabhängigen Petroleumproducenten und Petroleumfirmen die Waffen vor der übermächtigen Concurrenz strecken müßten. Schon jetzt kämpfen die der Standard Oil Company nicht angehörigen amerikanischen Petroleumproducenten einen schweren Kampf mit den ihnen auf dem Weltmärkte gegenüberstehenden beiden großen Vereinigungen. Sollte jedoch wirklich deren Verschmelzung gelingen, dann dürfte es für die „Outsiders", wie im geschäftlichen Jargon Amerikas die einer Ringgruppe nicht angehörenden Unternehmer bezeichnet werden, unmöglich sein, ihre unabhängige Stellung noch weiter zu behaupten und nachher würde es selbstverständlich auch mit der Lebensfähigkeit der wenigen Petroleumhäuser in Deutschland, welche sich noch nicht unter das Joch der Standard Oil Company haben beugen lassen, vorüber sein. Bislang haben sich in Deutschland — und wohl auch in den meisten übrigen Ländern die Petroleumpreise noch immer auf einem im Allgemeinen mäßigen Niveau gehalten. Kommt jedoch die angestrebte Vereinigung der Standard Oil Company mit den russischen Petroleumproducenten noch zu Stande, dann würden die Preise für Petroleum mit einem Male gewaltig in die Höhe schnellen, denn die wenigen unabhängigen Petroleumproducenten könnten dem Weltbedarf in Petroleum nicht im Entferntesten genügen. Es ist darum die höchste Zeit, daß die Regierungen und sonstigen maßgebenden und einflußreichen Factoren sich endlich mit den schweren Gefahren, welche dem volkswirthschaftlichen Leben der einzelnen Länder durch eine Weltmonopolisirung der Petroleumhandels drohen, beschäftigen und Mittel und Wcgc ausfindig machen, durch welche die aufgetauchten MonopolisirungSbcstrebungen vereitelt oder doch in ihren Wirkungen wenigstens abgeschwächt werden können. Deutsches Reich. Berlin, 7. Juli. Die Nordlandsreise des Kaiserpa areö verläuft bis jetzt programmgemäß und im Allgemeinen von schöner Witterung begünstigt. Am Donnerstag Abend trafen die hohen Reisenden nach herrlicher Fahrt durch den malerischen Hardanger Fjord bet dem Städtchen Odde ein, welches ungemein pittoresk am Ende des östlichen Seiten- armes des Harbanger Fjords gelegen ist. Hier gingen die Majestäten am Freitag, Morgens um 7 Uhr, ans Land und unternahmen eine Parthie nach dem Buar Brae, woselbst sie 2% Stunden bet prächtigem Wetter zubrachten. — Der „Vorwärts", das socialistische Centralorgan, ist schon wieder einmal in der für ihn angenehmen Lage, ein geheimes amtliches Acten stück der Oeffentlichkeit produciren zu können. Dasselbe betrifft einen landräthlichen Erlaß an die Bürgermeister, Guts- und Gemeinde-Vorsteher über die Untersuchung der Rekruten auf ihre Zugehörigkeit zur Socialdemokratie und Anarchismus. Es bleibt jedenfalls merkwürdig, daß das führende Blatt der deutschen Socialdemokratie offenbar so ausgezeichnete Verbindungen in amtlichen Bnreaux u. s. w. besitzt. — Einer der hervorragendsten und angesehensten deutschen Parlamentarier und Politiker begeht an diesem Dienstag seinen 70. Geburtstag, Herr v. Bennigflen, der Führer der nationalliberalen Partei. Die Antheilnahme an dem Ehrentage Herrn v. Bennigsens erstreckt sich gewiß über den Kreis seiner Parteigenossen weit hinaus. Gehört doch Rudolf v. Bennigsen mit zu den Vorkämpfern für die deutsche Einheit und hat er doch, nachdem dies hohe Ziel durch Blut und Eisen errungen worden war, hingebend an dem Ausbau des neuen deutschen Reiches erfolgreich mitgewirkt und mitgearbeitet. Diese nationalen Verdienste Rudolf v. Bennigsens und die ihn beseelende reine patriotische Gesinnung sind ebenso unbestreitbar, wie seine persönliche Makellosigkeit und die Ehrenhaftigkeit in seinem ganzen Thun und Handeln, die ihm die Hochachtung auch seiner politischen Gegner längst sichern. Alle deutschen Patrioten, gleichviel, welcher Parteirlchtung sie sonst angehören, werden darum am 10. Juli dem verdienstvollen Politiker und Staatsmanne v. Bennigsen im Geiste ihre herzlichen Glückwünsche darbringen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt in einem anscheinend officiösen Leitartikel, mit den Erörterungen über die Verschärfung der Maßnahmen gegen die Anarchisten sei auch die Discussion über den Kampf gegen die Socialdemokratie wieder in Fluß gekommen. Die Behauptung eines Centrumsblattes, daß die Wiedereinführung von Ausnahmegesetzen nach Art des Socialtstengesetzes nach deren Aufhebung unmöglich sei, weist die „Nordd. Allg. Ztg." als unzutreffend zurück, da das Socialistengesetz nicht von der Regierung ausgehoben wurde, sondern nur außer Hebung kam, weil der Reichstag 1890 eine Vorlage der verbündeten Regierungen, die eine Erneuerung und theilweise Aenderung des Gesetzes vorschlug, ablehnte. Auf Grund dieses Thatbestandes seien alle Vorwürfe über das Ausbleiben schärferer gesetzgeberischer Maßregeln gegen die Socialdemokratie gegenstandslos. Das Mittel, mit welchem dieselbe sicher zurückgeworfen werden könne, sei der Zusammenschluß aller Ordnungsparteien, aber das Mittel werde von einem Thetl dieser Parteien zurückgewiesen. Die „Nordd. Allg. Ztg." schließt, die Nachricht von der Bereitwilligkeit dieses Zusammenschlusses werde sie mit Freude begrüßen, da dann der Boden für die Entwickelung einer überlegten Action gegeben sei. Berlin, 7. Juli. Die nächste Sitzung des Bundesraths findet nicht, wie angegeben worden, heute, sondern wahrscheinlich am Montag statt. In derselben dürfte über den Reichstagsbeschluß wegen Au sh ebung des Jesuitengesetzes entschieden werden. Es kann nunmehr als sicher angesehen werden, daß dieser — wahrscheinlich einstimmig — abgelchnt, dagegen der bayerische Antrag wegen Zulaffung der Redemptoristen fast einstimmig angenommen wird. Berlin, 7. Juli. Die Nachricht, der russische Großfürst-Thronfolger werde zu den deutschen Kaiser-Manövern erwartet, ist, der „Poft" zufolge, nicht zutreffend. Gleichzeitig mit den deutschen finden die russischen Manöver statt, denen der Großfürst-Thronfolger beizuwohnen von vornherein gewillt gewesen ist. — Man nimmt an, daß der Premierlieutenant von Fran^ios mit dem am 10. Juli fälligen Wörmanndampfer in Hamburg eintreffen wird. Die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen gehen dahin, daß er seine Untergebenen unwürdig behandelt und gegen die Europäer in Deutsch-Südwest- asrika ein Benehmen an den Tag gelegt haben soll, durch das diese sich verletzt fühlen. — Die beiden letzten größeren Säle, die den Socialdemokraten noch zur Verfügung standen, „Feenpalast" und Joels Festsäle, sind nunmehr auch gegen dieselben ge- sperrt worden. Ausland. Budapest, 7. Juli. Die Polizei verhaftete aus Ersuchen der Petersburger Geheimpolizei einen gewissen Konstantin Dronkowsky, welcher die thierärztliche Academie besuchte. Er soll ein gefährlicher Nih ilist und bereits aus Frankreich und der Schweiz ausgewiesen sein. Die beschlagnahmten Briefschaften sind äußerst compromittirend. Dronkowsky wird des Landes verwiesen. Karwin, 7. Juli. Heute Morgen 9 Uhr fand in der Kanzlet des Johannschachtes infolge des Ausströmens von Grubengasen eine heftige Explosion statt. Der Platzmeister Samek und zwei Aussichtsorgane wurden schwer verletzt. Rom, 7. Juli. Das gesammte Personal der päpstlichen Druckerei ist plötzlich entlassen worden, weil die Correcturbogen der letzten päpstlichen Encyklika acht Tage vor dem osfiziellen Erscheinen in den Besitz der französischen „Presse" gerathen sind. Mit der Untersuchung der Angelegenheit, der auch ein hoher Würdenträger im Vatican zum Opser fallen dürfte, wurde Kardinal Mocenni betraut. Rom, 7. Juli. In Turin wurden wegen Spionageverdachts zwei Franzos en.verhaftet, von denen der eine Offizier sein soll. Rom, 7. Juli. Die italienische Kammer wird voraussichtlich Ende dieser Woche, nachdem sie das Aus- nphmegesetz gegen die Anarchisten angenommen, in die Ferien treten. Paris, 7. Juli. Das Bestehen einer int er Nation alen Verbindung der Anarchisten kann als sicher gelten. Gestern in Marseille gelegentlich zahlreicher Haussuchungen bei Anarchisten beschlagnahmte Papiere beuten darauf hin. — Die auf vielen Setten gehegte Erwartung, Frankreich werde in Folge der Ermordung Carnots die Anregung zu internattonalen Vereinbarungen gegen die Anarchisten geben, scheint in Erfüllung zu gehen. Wenigstens wird aus Brüssel gemeldet, der dortige Gesandte Frankreichs, Bourrv, habe dem belgischen auswärtigen Amte eine Note seiner Regierung überreicht, welche die belgische Regierung zur Betheiligung an einer in Paris abzuhaltenden internationalen Conferenz zur Bekämpfung des Anarchismus einlade. Darüber, ob auch in anderen europäischen Hauptstädten von der französischen Regierung ein gleicher Schritt unternomen worden ist, verlautet allerdings noch nichts. Inzwischen gehen die Verhaftungen von muthmaßlichen oder angeblichen Mitschuldigen Caserios weiter. U. A. wurde Hülle Localer unS provinzielle». Gießen, den 9. Juli 1894. Julius Wilbrand f* gerichtliche Medicin übertragen. Seinem Entwickelungsgange entsprechend erstreckt sich seine literarische Thätigkeit über verschiedene Gebiete der Medicin. Von kleineren Aussätzen und Abhandlungen abgesehen, sind unter seinen Schriften hervorzuheben : „Bemerkungen über die arzneilichen Wirkungen des Creosots"- „Anatomie und Physiologie der Centralgebilde des Nervensystems"; „Leitfaden bei gerichtlichen Leichenuntersuchungen" und ein „Lehrbuch der gerichtlichen Psychologie für Aerzte und Juristen", ein Product langjähriger, insbesondere auch philosophischer Vorstudien. Soweit letztere in Betracht kamen, schloß er sich an Kant an. Am Tage seines fünfzigjährigen ProfesforenjubiläumS theilte er den glückwünschenden Collegen mit, daß er nun in den Ruhestand treten wolle, doch führte er bis zum Antritt deS Nachfolgers bereitwillig die Geschäfte weiter. Begünstigt durch ein bis ins Greisenalter treues Gedächtniß, war er der lebendige Träger der geschäftlichen Traditionen der medicinischen ruugen. Von Solisten waren thätig: Frl. Johanna Nathans (Sopran) aus Frankfurt a. M., welche Frl. Leisingers Platz eingenommen hatte, und die sich auch heute als die Kraft bewährte, als welche wir sie schon seit länger schätzen. Ihr Heller, weicher Sopran, ihre gebildete Vortragsweise dringt mühelos in alle Schönheiten ihres Parts ein. Als eine feste Stühe erwies sich auch der Bassist, Herr Johannes Messchaert, Professor am Conservatorium zu Amsterdam, der gleich sehr kraftvoll einsetzte und dann später in den Wechselgesängen mit Eva eine Zartheit und Innigkeit, die dabei sogar nichts Weichliches hatte, an den Tag legte, daß sein Vortrag unmittelbar zum Herzen ging. Große Befriedigung gewährte uns auch der warme, einschmeichelnde und dabei doch feste Tenor des Herrn Btrrenkoven, besten volle Meisterschaft übrigens als Wagnersänger zu Tage treten dürfte. Wir glauben dies schließen zu dürfen nach der Wiedergabe des Walter Stol- zing'schen Preisliedes „Morgendlich leuchtet" in der heutigen Generalprobe zum zweiten Concert. An die Generalprobe am Samstag schloß sich bei geselliger Vereinigung ein Concertabend, den der Mozart-Verein und die Capelle Hilge ausfüllten. Der Sonntag Vormittag wurde durch die Hauptprobe zum zweiten Concert in Anspruch genommen, wobei wir schon die treffliche Altistin, Frl. Charlotte Huhn (Köln) kennen lernten, die sich sowohl in dem Altsolo der Berlioz schen Sinfonie wie im Liedervortrag als Vortragskünstlerin ersten Ranges gab. Das Concert am Nachmittag, welches Beethovens „Weihe des Hauses" einleitete, erfüllte durch seinen starken Besuch alle die Erwartungen, welche man hier auf diese Veranstaltungen gesetzt hat. , Se. Königl. Hoheit der Großherzog und Se. Kömgl. Hoheit Prinz Wilhelm von Hessen wohnten nebst Gefolge in der Herrfchaftsloge vom Beginn bis zum Schluß bet. Capellmeister de Haan wurde durch einen Lorbeerkranz geehrt. Aer diesem Verdachte der Secretär der italienischen Handels- immer in Genf, Malargoli, in Anemasse bei Genf Seitens der französischen Polizei verhaftet. Der Vorgang erregt bet der angesehenen Stellung Malagolis ungemeines Aufsehen in Gens und Umgebung. Loudon, 7. Juli. Die Folgen des Aus st and es der schottischen Grubenarbeiter beginnen sich fühlbar zu machen. Schon seit mehreren Tagen ist eine Anzahl Züge eingestellt worden. Warschau, 7. Juli. In den Gouvernements Warschau und Kiew wütheten in den letzten Tagen heftige Stürme, welche große Verheerungen anrichteten. Die directe Telegraphen- verbtndung zwischen Warschau und Petersburg wurde infolge- deffen unterbrochen. — Während König Alexander von Serbien Constanti- nopel wieder verlassen hat, weilt der Khedive Abbas Pascha von Egypten noch immer als Gast des Sultans in Stambul. Es heißt sogar, Abbas Pascha würde noch ein paar Wochen in Stambul zubringen, die türkische Hauptstadt scheint demnach eine merkwürdige Anziehungskraft auf den jugendlichen Herrscher des Pharaonenlandes auszuüben. Chicago, 7. Juli. Während der Nacht durchzogen Banden von Strikenden die Stadt und deren Umgebung und steckten die Güterschuppen, die Bahnhöfe und anderes Eigenthum in Brand. Mehrere Hundert Waggons und eine große Menge Maaren sind verbrannt. Die Verluste einer einzigen Eisenbahngesellschaft werden auf 1 200 000 Doll, geschätzt. Die Polizei ist ohnmächtig,- die Miliztruppen kommen eilig an. Gestern fanden mehrere Zusammenstöße statt, bei denen sechs Ausständige gelobtet wurden. Der Strike dehnt sich auf die Oststaaten aus- man befürchtet, er werde sich schließlich vom Stillen bis zum Atlantischen Ocean erstrecken. Heute werden in Folge des Mangels an Kohlen 75 Procent der Fabriken Chicagos schließen und dann 100 000 Menschen ohne Arbeit sein. Die Frage des allgemeinen Ausstandes wird Sonntag entschieden werden. Alle Arbettervereine und die „Ritter der Arbeit" werden sich wahrscheinlich der Bewegung anschließen. In Detroit sind alle Eisenbahnbeamte ausständig. In Spokane zerstörten die Strikenden die Bahnlinie - die Stadt ist sehr erregt. Buenos-Ayres, 7. Juli. Aus La Paz wird gemeldet, daß der frühere Präsident der Republik Bolivia Arez getödlct und seine Leiche verstümmelt wurde. lieber das deutsche Sparkassenwesen bringt die Fachzeitschrift „Die Sparkaffe" eine Übersicht, welche sich für Sachsen, Hessen, Lippe-Schaumburg und Elsaß- Lothringen aus 1891, für alle übrigen Staaten auf 1892 Danach zählt Deutschland 6878 Sparkassen mit Einrechnung der Filialen und Annahmestellen. Auf 10 428094 Sparkassenbücher waren 5 507 269 500 Mark eingetragen- das macht auf den Kopf der Bevölkerung 111 Mark oder auf ein Sparkassenbuch durchschnittlich 528 Mark. Ein Buch entfiel auf 4,7 Einwohner, oder azff 100 Einwohner kamen 21 3 Bücher. Das sind sehr befriedigende Zahlen, wenn man sie mit ausländischen Ergebnissen vergleicht, auch mit denen der Postsparkassen. Wie viel aber noch erreicht werden kann auch ohne größere Reformen, z. B. noch vor Einführung der wöchentlichen Abholung von Sparbeträgen, die jetzt an vielen Stellen erwogen wird, zeigt ein Vergleich der deutschen Staaten untereinander. Musterländer für Sparkaffenwesen sind Sachsen, Reuß j. L., Lippe und Bremen - diese stehen wenigstens in der Zahl der Sparkassenbücher obenan. 100 Einwohner haben in Sachsen 47,6 Bücher, in Reuß j. L. 55,5, in Lippe 52,6, in Bremen gar 71,4 Sparbücher, 100 Preußen dagegen haben nur 20, 100 Bayern gar nur 11 Sparbücher. Ordnet man die Staaten nach der Sparsumme, die auf den Kopf der Bevölkerung entfällt, fo steht Reuß j. L. mit 453 Mark obenan, ihm folgen Bremen mit 409 Mark, Schaumburg- Lippe mit 299, Waldeck mit 283, Lippe-Bückeburg und Reuß ä. L. mit 188, Hamburg mit 177 und Sachsen mit 172 Mark. Preußen hat nur 119 Mark, Bayern nur 36 Mark. , . _ r, Eine Sparkaffen-Statistik ist allerdings feine Sparstatistik - man kann ohne Benutzung dieser Kassen auf mancherlei Weise sparen und nicht alles Geld, was in den Kassen ruht, kann als erspart gelten. Dennoch besteht zweifellos ein inniger Zusammenhang zwischen den Sparkassen und dem Sparen und es ist deshalb zu wünschen, daß die Spareinlagen in Deutschland immer mehr zunehmen. Fußstapfen seines Vaters. Geboren am 5. November 1811 zu Gießen, besuchte er daselbst Gymnasium und Universität. Am 21. December 1833 promovirte er zum Doctor der Medicin. Es war hm ver- gönnt, die 50 jährige Jubelfeier dieses Tages in erfreulicher körperlicher und geistiger Frische zu begehen und sogar noch die sechzigste Wiederkehr dieses Tages zu erleben. Den Winter 1834/35 verbrachte er in Wien mit Studien in den dortigen großartigen Spitälern. 1837 wurde er als außerordentlicher Professor der Medicin und Prosector angestellt. Als solcher war er zunächst verschaffen uns keinen vorübergehenden Augenblickseffect, sondern $ Gehülfe seines Vaters. Einige Jahre später wurde ihm bie einen lang andauernben sicheren Schatz beglückender Erinne- | neugeschaffene ordentliche Professur für Staatsarzneikunde und Am verstoffenen Freitag Nachmittag wurde die sterbliche eines Mannes zur letzten Ruhe geleitet, welcher es verdiente, daß ihm an dieser Stelle noch kurz gedacht wird. Es war der Geheime Medicinalrath Professor I)r. med. Julius Wilbraud, Ritter I. Cl. des Großh. Hess. Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, welchen man zu Grabe geleitete. Als Sohn des Geh. Med.-Raths und Professors Dr. Johann Bernhard Wilbrand, welcher, ein geborener Münsterlander, mi Jahre I80S al- Professor der Anatomie, Physiologie und der beschreibenden Naturwissenschaften nach Gießen berufen und dort am 9. Mai 1846 starb, trat der nunmehr Verstorbene in die Facultät und der Chronik der Universität. Obwohl Katholik durch Geburt und Erziehung und ernsten religiösen Sinnes, setzte er, gleich seinem Vater, allem hierarchischen und ultramontanen Wesen jederzeit mannhaften Widerstand entgegen. Demgemäß protestirte er 1870 nicht bloß mit den meisten katholischen Professoren der Universität öffentlich gegen das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes, sondern schloß sich mit seinem Freunde Professor Lutterbeck sogleich der kirchlichen Gemeinschaft der deutschen Altkatholiken an. Als Deputirter der Gießener Gesinnungsgenossen gehörte er mit zu den Wählern des Bischofs Reinkens. Er ist nun zur ewigen Ruhe eingegangen, dorthin, wo es keinen Hader und Streit mehr gibt. Wir aber haben einen braven Mann verloren. Möge ihm die Erde leicht fein! — Bei der Beerdigung des Herrn Profeffors Wilbrand am Freitag Nachmittag fungirte der altkatholische Geistliche Pfarrer Stein wachs aus Offenbach. Nach der kirchlichen Einsegnung legte der Rector magnificus Herr Professor Pasch einen Kranz Namens der Landesuniversität und der Stellvertreter des Decans der medicinischen Facultät, Professor Vo s s i u s, einen solchen Namens der medicinischen Facultätmit entsprechender Widmung am Grabe nieder. ** £>effentlief)e Anerkennung einer edlen That. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben der Elisabeths Nau zu Gießen in Anerkennung des von derselben bei der Rettung ihrer Schwester Anna Nau vom Tode des Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muthvollen Verhaltens eine Geldprämie zu verleihen geruht. - Weiter wurde der Anna Nau für ihr muthvollcs Verhalten am 4. Juni und beim Versuche der Rettung des Carl Ohr vom Tode des Ertrinkens die Allerhöchste Anerkennung zu Theil. ’* Justizdienst-Nachrichten. 1) Der Oberamtsrichter Wilhelm Süssert in Wimpfen wurde zum Oberamtsrichter bet dem Amtsgericht Lich, 2) der Amtsrichter Wilhelm Sander in Offenbach zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wimpfen, 3) der Amtsrichter Carl Tasche in Butzbach zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Seligenstadt, 4) der Gerichtsassessor Carl Wiener aus Gießen zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Butzbach ernannt. — Den Amtsrichtern bei dem Amtsgericht Mainz Dr. Wilhelm Keppliriger, beim Amtsgericht Groß Gerau Ludwig Ludwig, beim Amtsgericht Darmstadt II Dr. Hermann Lahr, beim Amtsgericht Reinheim Hugo v. Grolman, beim Amtsgericht Offenbach Hugo Tasche, beim Amtsgericht Darmstadt Dr. Wilhelm Berchel- mann und Dr. Gustav Güngerich und beim Amtsgericht Alzey Friedrich Dahlmann wurde der Character als „Amts- aerichtsrath" ertheilt. *» Turnerisches. Bei schönem Wetter und der leb- hastesten Betheiligung fand gestern im Finsterloh bei Wetzlar die diesjährige Turnsahrt des Gaues Hessen statt. Dichter Laubwald bot Schutz gegen die Sonne und so konnte sich, nachdem der Zug der Turner auf dem idyllisch gelegenen Festplatze eingetroffen, ein frisches, fröhliches Leben entwickeln. Auch von Turnern und Turnfreunden Gießens war das Fest zahlreich besucht. Die Betheiligung am Wettturnen war eine außerordentliche, besonders mußten die Resultate im Volksturnen erfreuen, wurde doch die früher erreichte Punktzahl wesentlich überschritten, und so darf wohl ein Fortschritt in dem volkstümlichen Turnen constatirt werden. Als Hebungen waren Freiweit- und Freihochsprung, Stemmen und Tauklimmen nach Zeit bestimmt. Die höchstmöglichste Punktzahl 40 wurde von zwei Gießener Turnern erreicht und zwar erhielten Carl Fischer vom Turnverein Gießen und Carl Gießen vom Männer-Turnverein den 1. Preis, weiter den 5. Preis mit 37 Punkten Adolph Schäfer, M.-T.-B., und Emil Marx, T -V, den 8. Pr. mit 35i/2 P- Wilh. Ziegler, T.-V., den 9.' Pr. mit 35 P. Wilh. Krämer, M.-T.-V., den 10. Pr. mit 341/o P. Wilh. Henes und Herrn. Haubach, beide vom T-V. den 1L Pr. mit 34 P. Hermann Kröcker, T. V-, den 12 Pr. mit 33'/» P. Otto Bergen, M.-T.-V., den 15. Pr. mit 32 P. Carl Weidig, T.-V., den 16. Pr. mit 3P/2 P. F rd Nennstiel, M.-T.-V., den 20. Pr. mit 29«/, P. Wilh. Brühl, T.-V , den 22. Pr. mit 28«/2 P. Wilh. Montanus, M.-T.-V. Betheiligt hatten sich bis zum Schluß 113 Turner. ®Ut ö-^Der Gesangverein „Gemütlichkeit" feierte vergangenen Samstag sein 9jährtges Stiftungsfest in Steins Saal. Die Feier verlief in der schönsten Weise. Jede Nummer des ,ehr reichhaltigen Programms wurde tadellos avsgeführt und den anwesenden Gästen wird wohl dieses Fest in schöner Erinne- runa bleiben. Es ist dem Verein zu wünschen, daß er seine Festlichkeiten immer so schön feiern und feinen Wahlspruch: % Freud und Leid zum Lied bereit" hochhalten möge. " *♦ Marine-Verein Gießen. „Nach des Tages Last und m>üh’n, — Soll Humor und Frohsinn blüh'n". Darum hatte sich auch am Samstag den 7. d. ^./ Abends, wieder eine zahlreiche Zuhörerschaft eingesunden für die vom Marine- i Verein zum Besten der Gesellschaft zur Rettung Neueste 2lad?rid^tett. WokffS telegraphische? Correspondenz-Bureau. Paris, 8. Juli. Der heute Abend zusammentretende Ministerrath wird über einen Gesetzentwurf Beschluß fassen, wonach alle durch Aufreizung zu Mord, Plünderung, Brandstiftung, Bombenattentaten und Anschlägen gegen die Staatssicherheit begangenen Verbrechen, sowie die Verherrlichung dieser Verbrechen nicht mehr den Geschworenengerichten, sondern der Zuchtpolizei zugewiesen und die bezüglichen Strafen erhöht werden. Der Gesetzentwurf soll morgen in der Kammer eingebracht werben. Chicago, 8. Juli. Als gestern Nachmittag ein Zug unter dem Schutze bet Polizei die Halle verließ, griff die Volksmenge denselben an und begann die Wagen zu zerstören. | Die Polizei ließ die irregulären Truppen rufen, welche auf die Menge Feuer gaben und mehrere Personen, darunter vier tödtlich, verwundeten. Der Menge gelang es schließlich, die Truppen zurückzutreiben- die Truppen kehrten nach der Stadt zurück und die Menge setzte die Zerstörung des Zuges fort. Neue Verstärkungen von Polizei und Truppen haben sich nach dem Thatorte begeben. Zwölftes Mittelrheinifches Musikfest in Darmstadt. Originalbericht für den „Gießener Anzeiger". Dr. M. Darmstadt, 8. Juli 1894. Erster Tag. Nach den Begrüßungsacten, die am Mittwoch und am Samstag in der Fefthalle stattfanden und in welche sich die Herren Prof. Dr. Klinglhoeffer, der an Stelle des durch einen Todesfall in der Familie an der Fortführung des Präsidiums verhinderten Herrn Otto Wolfskehl den Vorsitz führt, und Herr Oberbürgermeister Morne weg theilten, ersterer hieß die Gäste im Namen des Festausschusses, letzterer im Namen der Stadt willkommen, nahm das eigentliche Tonfest seinen Anfang mit der Generalprobe zur „Schöpfung" Samstag 4 Uhr Nachmittags, die ca. 3 Stunden inet. Pause währte, und zu der sich bereits ein zahlreiches Publikum ein- gefunben hatte. Nachdem die Enttäuschung, daß bie mit so großer Freude erwartete Elisabeth L e i s i n g e r aus Berlin krankheitshalber abgeschrieben, einigermaßen verwunden war, gab man sich willig dem Genuß des ewig jungen Werkes hin. In 3 Jahren kann Haydns „Schöpfung" ihren hundertsten Geburtstag feiern. Wo sind die Opern, welche es mit der Lebenskraft dieses Tonwerkes aufnehmen können?! Unter der sicheren, ruhigen Leitung des Hofcapellmeisters de Haan, dessen ganze Art der festen harmonischen Ton- sprache Joseph Haydns gefühlsverwandt ist, entfalteten die riesigen Chöre eine imposante Kraft und Größe, deren Wirkung auf das Gemüth sich dem Strebesystem, der Höhen- richmng gothischer Dome vergleichen läßt. Haydn ist ein objekiver Geist - in dem objectiven Leben seiner Chöre ruht das Geheimniß der Wirkung, die von der „Schöpfung" und den „Jahreszeiten" ausgeht, und um die plastische Herausstellung dieses Lebens bemühte sich Herr de Haan mit seinen besten Kräften. Chorsätze wie jener gewaltige Schlußchor: „Singt dem Herrn alle Stimmen!" oder jener Lobgesang: „Von deiner Güt', o Herr und Gott", den die Solisten einleiten und der bann von der Masse aufgenommen und weitergearbeitet wird, Bekanntmachung. Die Stelle des Schuldieners da- 19 Flur ^Flur 25 Nr. 42 — 3488 qm qm [5701 qm qm Gnauth. 5696 qm 18 Nr. 16,7 — 2900 qm 5710 I- A-: Bogt. da Gnauth. 5718 Flur Gn au th. 5717 qm qm Acker Acker Acker Acker Acker Acker 18 18 18 18 18 18 18 Flur: Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Flur Acker Acker Acker Acker Acker Flur Flur Flur Flur Acker Acker Acker Acker Acker vor da- auf dabei bei bltu Thai. Deine der Elisabeths n derselben bei her Lode des Ertrinkens rhal/enS eine Geld- wurde der Anna 4, Juni und beim ;obe des Ertrinken- da« da- da- da» da- da- da- auf vor da- da- da- da- 18 18 lö 25 25 Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Thierarzt A. Liebe von Borna-Leipzig zum Schlachthausthierarztund ersten Fleisch- beschauer der Stadt Gießen ernannt, verpflichtet und in seinen Dienst eingewiesen worden ist. Gießen, den 7. Juli 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Flur 23 Nr. 158 — 5088 qm Acker da selbst, Flur 24 Nr. 68 — 3350 qm Acker auf dem Barresgraben, Flur 24 Nr. 105 — 2819 qm Acker am halben Zehnten, Bekanntmachung. Das Waffer im Stadtbach ist wegen Vornahme von Arbeiten an demselben von Dienstag, den 10. bis Samstag, den 14. d. M., jedesmal von Morgens 4 bis Abends 8 Uhr abgestellt. Gießen, den 9. Juli 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 23 Nr. 149 — 6825 qm Acker auf dem Aulweg. binter dem Weiher, daselbst, Nr. 1,5 — 294 qm Grabgarten daselbst, Nr. I^ko — 206 qm Acker da- Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. an der höheren und erweiterten Mädchenschule, mit welcher ein, mit dem Dienstalter des Angestellten leigender, baarer Gehalt von 600 bis 1100 Mk. nebst freier Wohnung und Heizung, sowie Pensionsberechtigung und Wittwenversorgung nach Maßgabe der für die widerruflich angestellten Civilstaaisdiener geltenden Bestimmungen verbunden ist, soll neu besetzt werden. Bewerber um diese Stelle haben ihre Gesuche bis spätestens 20. d. Mts. bei der unterzeichneten Behörde einzureichen und dem selben einen Lebenslauf, Zeugnisse über seitherige Beschäftigung, Führung und Gesundheit, sowie Angabe über ihre Familienoerhältnisse und den beanspruchten Anfangsgehalt beizufügen. Gießen, 7. Juli 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. selbst, Nr. 12 — 1662 selbst, Nr. 13 - 2494 selbst, dem Weiher, Nr. 43 - 2261 selbst, Nr. 44 — 2863 selbst, seiest, Nr. 14 — 3825 qm Acker selbst, Nr. 21 — 3400 qm Acker öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 9. Juli 1894. Großh Ortsgericht Gießen. DklkiiufllltkrGkrilthektl. Alte Geräthe, altes Eisen, Kupfer, Zink ic. werden Donnerstag, den 12. Juli, Vormittags 10 Uhr, auf dem Hofe der Zeughaus-Kaserne meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. 5698 Garnison-Verwaltung. Flur 25 Nr. 48 — 3050 qm dem Weiher, leibst, 18 Nr. 10 — 1663 selbst, 18 Nr. 11 - 1663 Vermiete*» * Ms. Aus Kurhefseu, 8. Juli. 'Ein schweres Bauunglück ereignete sich gestern in dem Dorfe Lauenförde bei Karlshasen an der Weser. Ein großer neugebauter Keller sollte ausgemauert werden, plötzlich stürzte das Mauerwerk ein und begrub die sämmtlichen Arbeiter und Maurer. Dabei erlitt der Maurermeister Münter, sowie auch ein Geselle, Namens Merten, solch schwere Verletzungen, daß sie leider nur beide als Leichen unter den Trümmern hervorgezogen Flur 31 Nr. 90 - 2900 qm der alten Sandkaute, Flur 31 Nr. 91 — 9125 qm Wiese der Sandkaule ehrten Lesern kann sogleich sagen, was das zu bedeuten hat? — Nun, ganz einfach, „die Uhr", oder richtiger „daS Uehrchen." — Etymologie: Quelle heu re est-il? — das sich die Glarner in ihrer Art mundgerecht Flur 24 Nr. 106 - 2825 qm Acker selbst, Versteigerung. Freitag de« 13. Anli, Rach» mittag- 4 Uhr, versteigere im Pfandlocal, Seltersweg 11, gegen Baarzahlung 4 Kühe. Gießen, 9. Juli 1894. 5716 Mulch, Pfandmeister. selbst, 18 Sir. Id,? — 6242 qm Acker Flur 23 Nr. 157 — 1950 qm Acker daselbst, Schiffbrüchiger in RSHrleS Bi-rhall- v-r-mftalt-t- hum°riftische Solle. 68 bot d°SJuftrumeuwl.Ouartett Helios" wirklich nur Gutes und wurden besonders die Soll für Flöte wie Cello sehr flott vorgetragen. Herr I. Kremer (der fidele Jopp) sang seine besten Piöcen und war noch be- müht, durch verschiedene zwerchfellerschütternde Einlagen die heitere Stimmung immer mehr zu heben. ES wurde den fünf Herren auch reichster Beifall gezollt. Dem Marine- Verein gebührt Anerkennung und ist zu wünschen, daß der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wieder eine namhafte Zuwendung konnte gemacht werden. Wer gespielt, gesungen, Daß das Werk gelungen, Wer auch trug sein Scherflein bei: Jedem Dank erstattet sei. Revision gewerblicher Anlagen. In den letzten Tagen sand durch die Schutzmannschaft eine ordentliche Revision der Fabriken und sonstigen gewerblichen Anlagen, in welchen jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt werden, statt. ES gilt hierbei zu constatiren, daß die in der Arbeiterschutzgesetzgebung vom 1. Juni 1891 festgesetzten Bestimmungen befolgt werden. ♦♦ Diebstahl. Ein Arbeiter auS Wetzlar begab sich am vorigen Samstag in die Schlafstelle seines Collegen dahier und entwendete demselben seine sämmtlichen besseren Kleidungsstücke, um damit zu verschwinden. Der Hausfrau, bei welcher er sich den Schlüssel zur Stube erbat, gab er an, die Kleider leien sein Eigenthum und nur bei dem Bestohlenen in Verwahrung, er wolle sich dieselben abholen. Brandstiftung. In der Nacht vom Samstag aus Sonntag wurde in einem Hinterhaufe am Seltersweg ein Brand angelegt. Der bis jetzt noch unbekannte Verbrecher hatte einen Raum, in welchem Holz und Kohlen :c. lagern, erbrochen und das Holz in Brand gesteckt. Das Feuer wurde noch rechtzeitig entdeckt und konnte gelöscht werden, ohne daß daS Gebäude selbst Schaden erlitt. ♦* Unfall. Heute Vormittag wurde ein mit Erdarbeiten an einer Baustelle am Seltersweg beschäftigter Arbeiter durch nachrutschende Erdmasfen theilweise verschüttet und erlitt an beiden Beinen derart Verletzungen, daß er in die Klinik verbracht werden mußte. ** Baumfrevel. Der am vorigen Samstag wegen Verdachts des Baumfrevels verhaftete Taglöhner Heinrich Nuhn hat vollständig eingestanden, die an der Leihgesterner- straße befindlichen 37 Obstbäumchen abgebrochen zu haben. Nuhn ist ein oft bestrafter, roher und zu Gewaltthätigkeiten geneigter Mensch und will die That im.Zustand der Trunkenheit begangen haben. Kl. Wieseck, 9. Juli. Bei dem gestrigen Gauwett- turnen in Wetzlar erhielten die Turner vom Turnverein Wtesrck Friedrich Christ mit 36 Punkten den 7. und Konrad Becker mit 26 72 Punkten den 26. Preis. Nächsten Sonntag findet das 32 jährige Stiftungsfest verbunden mit Preis- und Schauturnen obigen Vereins statt. G. Mein-Linden, 9. Juli. Bei dem gestern in Wetzlar stattgefundenen Preisturnen errangen die nachbenannten Mitglieder des Turnvereins folgende Preise: PH. Weigel den 9. mit 35 Punkten, Carl Weigel den 21. mit 29 Punkten, A. Brandenburger den 24. mit 27 Punkten. Gut Heil! K. AlSfeld, 8. Juli. Das heute dahier abgehaltene Radsahrerfest wurde von zahlreichen fremden Fahrern Erweiterung des Wafferwerks der Stadt Gießen. Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung der Dampfkeffel-Ein- mauerung und des Dampfschornsteins für die Erweiterung des Wasserwerks der Stadt Gießen sind zu vergeben. Die allgemeinen und die besonderen Bedingungen sowie der Verdingungsanschlag sind gegen Entrichtung von 2 Mark von der unterzeichneten Bürgermeisterei erhältlich. Die Zeichnungen können auf dem Bureau für die Erweiterung des Wafferwerks eingefehen und nähere Erläuterungen an Werktagen von 9 bis 11 Uhr Vormittags eingeholt werden. Angebote sind unter Verwendung des vorschriftsmäßigen Verdingungsanschlags bis zum 18. Juli l. I., Vormittags 11 Uhr, an die unterzeichnete Bürgermeisterei einzusenden. Gießen, den 9. Juli 1894. 5702 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Flur 25 Nr 117 - 1850 qm Acker an der Warthe rechts am Aulweg, Flur 25 Nr. 149 — 1081 qm der Radhohl, Flur 25 9Zr. 159 — 2694 qm felöft, Flur 25 Nr. 45 — 2863 qm selbst, Flur 25 Nr. 51 — 3212 qm selbst, da üb'jlut üuschcidUch und daher Bor-, Vaseline-, Glycerine-, Carbol-, Zmk- r. Salben voczuzlehen. Erhältlich k Mk. 1.— tt. in Tuben zu 50 Pfg. In den 8lpotb 'ie Erde leicht sein! rosessorS Milbrand atholische Geistliche M der kirchlichen err Prosessor Pasch ät und der Stell- saeultät, Professor nfchen Facuitätmil selbst, Flur 18 Nr. 22Vio — 2337 qm Acker daselbst, Flur 18 Str. 23,5 — 2082 qm Acker da- s-lbst, Flur 18 9tr- 24,3‘/ioo — 1712 qm Acker daselbst, 25 Nr. 102,5 — 1781 qm Acker auf der Warth, Flor 25 Nr. 50 — 3212 qm selbst, daselbst, Nr. 7,G,io — 2049 qm Acker daselbst, Nr. 7,8/io — 425 qm Hofraum i daselbst, Nr. 8,2 — 2731 qm Acker da-1 Apotheker A. Flügae's fäyiprlien-ßräme ",v'_ - D-uc^cbes”Reichspatent No. 63 692. Von 1200 dculschcn Prosit t, oorüft u. empfohlen. (Man lese die Broschüre mit den Gulamicn. r a.i- -on Flügge & Co. Frankfurt a. M. gratis }U btjlthtn ift.) Neueste u. wirkungsvollste gemacht haben. * In der felsigen Gegend des Broken Buck-Gebirges, erwa 20 Meilen von Johnson City in Tennessee, trug jüngst, wie geschrieben wird, ein großer Adler ein Negerkind davon. Eine Anzahl farbiger Frauen wuschen Zeug in einem Gebirgsbach , als plötzlich ein gewaltiger Adler herabschoß und ein Kind mit fammt dem Stuhl, auf dem es festgebunden war, .. . . in seinen Klauen davontrug. Die schwere Beute hinderte werden konnten. Dagegen gelang es mit großer Anstrengung, ben Adler aber, steil genug zwischen den Bäumen, welche die andern zu retten. — Ein zweiter schwerer Unglückssall ben 2ßQjjerlaUf in geringer Entfernung umsäumten, empor mit ähnlichen Umständen trug sich in der Nähe des Städtchens f(lcgen. er streifte in seinem schwerfälligen Auffluge die Spangen berg zu. In einer Lehmgrube war der Bauer Baumgipfel und der Stuhl blieb hängen. Nach einigen ver- Jakob und seine zwei Jungen mit Lehmholen beschäftigt, geblichen Fluganstrengungen ließ der Adler seine Beute fahren, als sich plötzlich bedeutende überhängende Erdmasfen loslösten bQg Rinb jn dem Stuhl hängen und war gerettet, und alle drei Personen verschütteten. Der 10 Jahre alte Sohn QUf eine große Wunde in der Schulter, wo der Adler wurde getödtet, der Vater erlitt einen Beinbruch und innere eg mit seinen Fängen gepackt hatte, war es auch unverletzt. Verletzungen, während der zweite Sohn mit geringen Ver- I ... ■ —m —■» besucht. Das anfänglich ungünstige Wetter bewerte sich im sich ob und zu - wie durch eine Hinterpforte - ein neuer Laufe des Vormittags. Die Stadt ift reich mit Fahnen, sowie auch an den Thoren mit Ehrenpforten geschmückt. Beim Rennen erhielten: den 1. Preis Schippmann-Mar- bürg (40 Miu. 45 2/s See.)- den 2. Hamel-Grünberg (40 Min. 47 4/s See.)- den 3. Bätze k Biedenkopf (41 Min. 50 (See.); den 4. Steuernagel-AlSfeld (45Min. 5 See.). Verkehr, £anö- unb voUswirthschaft »rünberg, 7. Juli. Frachtpreise. Weizen X 14 28, Korn X 13,94, Gerste 00.00, Hafer ac 16,20, Erbsen at 00,00, Linsen 00,00, Wicken at 00,00, Lein JC 00,00, Kartoffeln X 5 26, Samen at 20,00. Temperatur der Lahn und der Luft noch Reaumur gemessen am 9.*Iuli, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 18, Luft 18'/,°. n , Rübsamen'sche Badeanstalt. wundungen davonkam. * Koblenz, 7. Juli. Gestern Abend ertranken beim Baden in der Mosel zwei Soldaten des 68. Regiments. Beide waren Elsässer und dienten im letzten Jahre. * Vom Rhein, 5. Juli. Die abgelaufene Woche iftjür den Kirsch enhandel recht flau verlaufen. Die Preise sanken aus 3—5 Pf. Die Züchter erwarten nur noch von den Knappkirschen einen Erlös, der ihre Arbeit in etwas lohnen wird. Es gibt in einzelnen Lagen noch eine so große Masse von Kirschen, daß man sie von den Bäumen abstreift, um das Beicküdiaen der Bäume durch Unberufene, namentlich , die Handwerksburschen, zu verhindern. In der Gemarkung Ca. 6000 Stück Seidenstoffe — ab eigene- M Wrt,« Gül- hängen allein noch 20000 Ctr. Kirschen 3^ W,™,u. QUf % 7. In«. R-ch einer bei der hiesigen Unü versität eingegangenen Nachricht wird Friedrich HennebeFflS Seiden-Fabrik (k. u. k. Hofl.), Zürich. Leopold den Kaiser bei der Jubelfeier der Albertina " -------------------------- vertreten. — Nach den veröffentlichen Urtheilen bekannter Sachverständigen * Mek 7 ^uli. Der Fesselballon, mit dem die werden die von der Deutsch-Italienischen Wein-Import- Lustschlfferabtheilung gegenwärtig hier übt ist heute früh G-s-Uschas. Daube, beim Uebersetzen des Telegraphen durchgegangen. Der Ballon metne ö”n feinen ähnlichen Maiken in gleicher Preislage hinsichtlich war mit einem Unteroffizier bemannt und soll bereits tm Qualität und Wohlgeschmack erreicht. Man koste von den Tisch- Walde bei Busendorf unversehrt niedergegangen fein. weinen einmal Marca Italia ober Vino da Pasto Nr. I, welche mit den * PE 5. Juli, Em Unfall, der sich L°r°n M°^ während des Letchenzugs an dem Guter des ^uuerien- Schomber, Eberh. Dort. [4826 aartens zutrug, hat gestern ein zweites Menschenleben ge- fordert. Der junge Mann, der sich an dem Gitter aufspiefite und seinen Wunden bald darauf erlag, hatte im Fallen eine schwere Bronce-Vase mitgerissen und diese zerschmetterte einem auf der Straße stehenden 19 jährigen Mädchen, Frl, Louise Dorlet, die Beine. Frl. Dorlet wurde nach dem Hospital der Charite gebracht und starb daselbst gestern früh, nachdem man ihr beide Beine abgenommen hatte. * Kellöretli. Während wir mit wachsendem Erfolg den deutschen Wortschatz von fremden Elementen säubern, stiehlt )beramt5rtctjter Wil- OberamtsMer bet Wilhelm Sander Mgertcht Wimpfen, i/ßbach M Amls- , 4) der ®trW lmt6ud)tex btt bm misrlchirrn bei dem > beim Amts- , beim Amtsgericht « Amtsgericht Nin- rid/t Offenbar W I Wilhelm Derchä'- beim । ^axactet als „AmtS' | Bettet und der leb' | M-rl-h b-i W-tzl« »t6 Silit” l“1*' äonne uti» f° h"nle «wiw«*»“®; i»[58t6tliÄ I war das M j Resultate im W reifte WM1 AlsUebMen «-nundTaulliwme-' <.< 40 wurde - 1 Gi-tzt- * k.n 5 N ”’1 1 >« ‘ Ml- M'k, ß., und gr den ■ btiit W® 8.4.-8v 731i|, P. t.'«ont«””8' eH" 5"S®ie in de« W gilts t sollen in dem Pfandlocal zu Gießen, Seltersweg 11, gegen Baarzahlung versteigert werden: Klciderschränke, Commode, Buffet, Nähmaschine, Wagen, Uhr, Handwagen, Spiegelsch^ank, Tische, Stühle, Sopha und eine Kuh. 57(8 Kemmer, Pfandmeister. Samenstroh verkauft Oeconom Kennel. 5704 Conrad Dietz Bank- und Commissions-Geschäft E. I. 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