1894 Donnerstag den 8. November Amts- und Anzeigeblatt für den Ttreis Gießen. Hralisöeikage: chießener Kamikienökätter. Amtlicher Theil setze« Neueste Nachrichten. Wolff» telegraphisches Sorrespvndem-Burern weiteren Beweise den als feststehend zu erachtenden Rücktritt des I Landwirthjchaftsmmisters v. Heyden an, der ja allerdings keineswegs völlig ein Minister nach dem Herzen der alt- preußischen Conservatioen war, ebenso werden ferner der Empfang der Ostpreußen beim Kaiser und noch andere Vorgänge als Anzeichen einer sich vollziehenden Schwenkung in der Reichs- und preußischen Politik nach rechts hin gedeutet. Trotzdem wäre es offenbar mindestens verfrüht, auS allen diesen Erscheinungen auf einen beschlossenen Systemwechsel schließen zu wollen, mit einem solchen würde es sich z. B. schon nicht vereinbaren, daß StaatSsecretär Freiherr von Marschall, der doch einer der markantesten Vertreter des gescheiterten neuen Curses war, nicht nur auf seinem Posten verbleibt, sondern auch zum preußischen Staatsminister mit Sitz und Stimme im Cabinet ernannt worden ist. Doch sprechen neben dieser bekannten Thatsache auch noch andere Erwägungen dagegen, daß in absehbarer Zeit eine energische Rechtsschwenkung in unserer gesammten inneren Politik zu erwarten stünde. Wie nun eigentlich der Wind unter der Aera Hohenlohe wehen .wird, darüber dürsten schon die kommenden Wochen einen erstmaligen Aufschluß ertheilen. Am fünften December tritt der Reichstag zu seiner neuen Session zusammen, deren ursprünglich auf den 15. November an- beraumr gewesene Eröffnung mit Rücksicht auf die inzwischen eingetrrtenen wichtigen Personalveränderungen die beschlossene fast dreiwöchige Hinausschiebung erfahren hat. Der Beginn der parlamentarischen Wtnterthätigkeit im Reiche wird dem neuen Reichskanzler zweifellos sehr bald Anlaß geben, sich über die Grundlinien seiner Gesammipolitil ju äußern und vielleicht wird schon nach diesen zu erwartenden Erklärungen eine einigermaßen zutreffende Beurtheilung des „neuesten CurseS" möglich sein. Rückblicke und Ausblicke. Noch immer umhüllt ein gewisses geheimntßvolles Dunkel die Vorgänge, aus denen heraus die jüngste Kanzler- und Ministerkrisis so überraschend entstand. Denn wie zahlreich und mannigfach auch die Deutungen und Auslegungen in dieser Beziehung gewesen sind — sie haben doch nicht vermocht, eine nach allen Seiten hin erschöpfende Aufklärung der Ursachen des gleichzeitigen Rücktrittes der Grafen Caprivi und Eulenburgs zu geben. Es ist eben auch hierin wieder einmal nach dem bekannten Goethe'schen Recept gearbeitet worden: Im Auslegen sind frisch und munter, Legt ihr's nicht aus, so legt was unter..... Aber selbst den scharfsinnigsten Combinationen ist es nicht gelungen, die vermittelnden Glieder in der Kette der ver- muthlichen oder selbst wahrscheinlichen Erklärungen für den so Plötzlich staltgesundenen politischen Sceneriewechsel aufzufinden, es bleiben da verschiedene Lücken zurück und ihre Aussüllung muß einfach einer späteren Zeit überlassen bleiben. Mit diesem sich von selber ergebenden Schluß erschöpft sich zunächst auch daö Interesse an dem Couliffenspiel, welches dem abermaligen Wechsel in den höchsten Aemtern des Reiches und Preußens vorangegangen war, jetzt tritt die Frage nach der weiteren Entwickelung der neugeschaffenen Lage zwingend in ihre Rechte. Vielfach glaubt man aus einer Reihe von Einzelheiten schließen zu müffen, daß nicht nur ein Wechsel der Personen, sondern auch ein solcher des Sypems in der Richtung einer schärferen Betonung des conservativen Gedankens m der Regierung stattgefunden habe. Zum Belege deffen weist man auf die Berufung eines Mannes von der bekannten politischen Richtung und Vergangenheit des bisherigen Unterstaatssccretärs v. Köller an die Spitze deS preußischen Ministinumö des Innern hin, man führt zum Livadia befördert. Petersburg, 6. November. Aus dem von dem „RegierungS- boten" veröffentlichten Ceremonial für die Ueberführung der Leiche ist noch hervorzuheben: Von Livadia nach Jalta wird der Sarg getragen und beim Eingang der Kathedrale in Livadia von dem Erzbischof von Taurien empfangen, eingesegnet und aufgebahrt. Zweimal am Tage werden Gottesdienste abgehalten; zu bestimmten Stunden wird das Volk zugelasjen. Die Reihenfolge des Letchenzuges von Livadia nach der Dampferstarion Jalta ist folgende: Hinter dem Sarge schreitet der Kaiser, hierauf der Minister Graf Woronzow Daschkow, das militärische Hauptquartier, alsdann der Prinz von Wales, der russische Thronfolger, der Kron- prinz von Griechenland, die Großfürsten Michael Alexei, Alexander Michailowitsch, hierauf im Wagen die Kaiserin- Wittwe, öie kaiserliche Braut, die Großfürstinnen Olga und Xenia, weiter' die Königin von Griechenland, die Herzogin von Coburg und die Prinzessin von Wales, alsdann das Gefolge und die militärische Escorte. Längs des ganzen Weges sind Spaliere aufgestellt. Wenn der Leichenzug die Kirche verläßt, läuten alle Glocken und werden Kanonensalven gelöst. An der Dampfer- Annahm« von Anzeigen z» der Nachmittag- für den lotgendcn Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Vierteljähriger ABomtmrntsprtU: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstrahe ^r.7. Fernsprecher 51. Nr. 262 Erstes Blatt tretet der rheinisch-westfälischen Industrie, sowie Regierung-- beamte. Leipzig. 6. November. Wie das „Leipziger Tageblatt' meldet, ist in der Anklagesache gegen die der Spionage verdächtige Frau Jsmert aus Metz die Untersuchung nunmehr abgeschlossen. Die Acten sind dem Reichsgericht zugestellt worden- dieses wird schon in den nächsten Tagen entscheiden, ob die Anklage auf Hochverrath erhoben werden soll. , „ Loudon. 6. November. Nach einer Mittheilung der ,,'rimes" auS Tientsin verlautet dort, daß 70000 Manu sibirische Truppen in Wladiwostok zusammengezogen seien. Ä r v , Petersburg. 6. November. In der Peter-Pauls Kathedrale, wo die russischen Kaiser begraben liegen, sind seit gestern Vorbereitungen für die feierliche Beerdigung Alexanders III. getroffen. In der Mitte der Kathedrale ist ein riesiger, mit der goldenen Kaiserkrone geschmückter Katafalk errichtet. Zwischen der Thür und dem Katafalk ist eine Gallerte von Pflanzen und Blumen gezogen. Der Sarg wird zu Füßen der Särge der Eltern Alexanders seine Stätte finden. Der Leichnam wird in Moskau drei Tage ausgestellt, ebenso in Petersburg in der Peter-PaulS-Kirche. Morgen werden über Moskau die kaiserlichen Insignien nach Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" e„tgeg«n. Berlin, 6. November. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge waren die neuerlichen über die Tabaksteuervorlage ver'retteten Mittheilungen, die davon ausgingen, daß die Vorlage bereits fertig redigirt sei, unzutreffend. Die Schluß- rebaction des Entwurfs sel noch nicht vollzogen. Essen a. d. Ruhr. 6. November. Der „Rhein.-Westf. Ztg " zufolge fand heute hier eine zahlreich^besuchte VerD«r Gießener Anzeiger rrjchkint täglich, nut Ausnahme deS Montags. Die Gießener ItamiktenbtLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Giehener Anzeiger Kmerat-Anzeiger. Gießen, den 6. November 1894. Betr.: Die Aufstellung dec Voranschläge der evangelischen Kirchenfonds für 1895/96. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen au die evang. Kirchenvorständc des Kreises. Soweit Sie mit der Berichterstattung auf unsere Verfügung vom 20. August d. IS. - Anzeiger Nr. 195 - noch im Mckstande sind, werden Sie hieran mit Frist von 5 Tagen erinnert. v. Gagern. vaterländischen Geschichte bewandert, aber einen ausgesprochen ästhetischen Maßstab verträgt das Werk nicht. Der Lündner'sche „Friedrich der Große" erreicht bei Weitem nicht den „Gustav Adolf" Devrients. Herr Alexander Hessler, der sich schon ander» schiedeneu Orten um die Einstudirung des Herrig'schen Luther- spielS verdient gemacht hat, leitet auch das Lündner'sche Volksstück mit der an ihm bekannten und belobten Rührigkeit. Eine treffliche Neuerung hat im Concertleben Frankfurts Platz gegriffen. Die Museumsgesellschaft hat sich zur Einführung von Orch ester-Co nc ert e n am Nachmittag entschlossen. Das Abonnement fiel glänzend aus, und das erste Concert vor 14 Tagen, welches als Hauptanziehungspunkte auf dem Programm Beethovens fünfte Sinfonie in C-moll und Violinvorträge des Herrn Profeffor Hugo Heermann verkündete, gestaltete sich zu einem künstlerischen Triumph für alle Betheiligten, ganz besonders für den schneidigen Dirigenten, Herrn Capellmeister Gustav Kopel, welcher die Farbenpracht Wagner'scher Musik ebenso scharf und lichtvoll herauszuarbeiten weiß wie die Gedankentiefe einer Beethoven'schen Sinfonie. , ... Im zweiten Concert wagte man fich an die sinfonische Dichtung „Mazeppa" von Liszt und genügte damit einer Ehrenpflicht. Im Allgemeinen gilt es für undankbar und wenig lohnend, sich mit Liszt'scher Musik zu befassen und doch bergen viele seiner sinfonischen Dichtungen Perlen, bte nur des geschickten Tauchers harren! Ueber die HanS Sachs-Feier und die Aufführung der Sudermann'schen „Schmetterlingsschlacht" berichte ich Ihnen im nächsten Brief. Es war ein origineller Gedanke, in der niedlichen Operette, die der Gesangskunst keine riesigen Anforderungen stellt, Kräfte ersten Ranges auftreten zu lassen. - Wir glauben kaum, daß der Character des Werks selbst dadurch irgendwie gehoben oder zur größeren Geltung gebracht würde, aber wen sollte es nicht interessiren, ganz abgesehen von der Pracht der Toiletten, von welchen die Berichterstatter schon vorher eifrigst Notiz nahmen, zu erfahren, wie Frau Ende- Andrießen, die Vertreterin hüniscker Frauengestalten, sich in der Partie der hausbackenen resoluten Frau Rosalinde benehmen würde, oder wie Frau Jäger, die „Elsa" und „Margarethe" bei; Frankfurter bas kecke Stubenmäbchen Abele anzufaffen gedächte. Der Erfolg hat die aufgewendeten Muhen und Kosten vollständig gerechtfertigt- das Haus war bis auf wenige Plätze im ersten Rang fast ausverkauft. Ein Murmeln des Staunens und Beifalls durchlief die Reihen, als die glänzendste Nummer des Programms: das üppige Nachtfest beim Fürsten OrlofSky in Scene ging. Die feenhafte Beleuchtung, das Gewoge der schimmernden Toiletten, die graziösen Tänze der Balletvamen und die Kunstleistungen der Concertsänger vereinigten sich zu einem Ensemble, deffen stilvolle Pracht nicht so leicht Überboten werden dürfte. Die Damen Luger und Epstein figurirten als hochwillkommene Gäste. Ihre Liedereinlagen, sowie die Darbietungen des Heldentenors Herrn von Bandrowski erwarben sich reichen Dank. , Von dem Prunk und Glanz, der letzthin im Opernhause die Sinne gefangen nahm, wenden wir unS zu einer Stätte, wo die Einfachheit und der Mangel an Ausstattung zum Princip erhoben ist, zu dem Volksfestspiel Friedrich der Große von Max Lündner, das in den Bahnen HerrigS weiterschreitet. Der Autor hat tüchtige patriotische Gesinnungen und ist, wie sich das von selbst versteht, in der Feuilleton. I Frankfurter Theaterdrirs. (Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".) Käthchen von Heilbronn. Fledermaus. Friedrich der Große (Dolksschauspiel). Sonntag-Rachwittagsconcerte. (Nachdruck verboten.) Dr. M. Eine Reihe aparter und vornehmer Genüffe ist in den letzten Wochen an dem zahlungsfähigen und kunstbegeisterten Frankfurter Publikum vorübergezogen. Die Wiederbelebung des Kleist'ichen Ritterschauspiels Käthchen von Heilbronn" hat große Zustimmung in allen den Kreisen erweckt, welche der Meinung sind, daß dem Dichter der „Penthesilea" und des „Robert Guiscard" von rechtswegen ein breitem Raum auf unserem Theater gebühre. Wo soll der durch und durch deutsche Kleist eine Heimstätte finden, wenn nicht auf deutschen Bühnen?! Man gab das „Käthchen von Heilbronn" in der Siegen'jchen Bearbeitung, die vor Allem das Gute hat, daß sie von der unser moralisches Gefühl stark verletzenden Wendung, die Käthchen schließlich zur Kaiserstochter macht, absieht, und außerdem der Ränke ipinnenden „Kunigunde" ihre Nixennatur wahrt. Frl. L an dort spielte das Käthchen und fand für die holdselige Naivetät des entzückenden'Geschöpfs innige, warme Herzenstöne und eine glaubwürdige Verkörperung. Ein kraftvolles und zugleich ideales Ritterthum trug der „Wetter von Strahl" des Herrn Barthel zur Schau. Die Aufführung der „Fledermaus" anläßlich des Strauß-Jubiläums verkündete nichts Geringeres als daß Frankfurt a. M. Großstadt zu werden beginnt, denn nur noch Tbeater vom Range der Wiener und der Münchener Oper können sich eine ähnliche Ausstattung und Besetzung leisten. bilden das Panzerschiff „Die 12 Apostel" und die Dampfer der freiwilligen Flotte von Orel. Sobald sich der Dampfer der Rhede von Sebastopol nähert, wird vom Ufer salutirt. Bei der Landung wird der Sarg von einer Ehrenwache, der gesammten Geistlichkeit, der Kriegsmarine, den bürgerlichen Honoratioren, den Deputirten des Adels und der Stadtverwaltung und den Schülern der Lehranstalten empfangen. Der Kaiser, die Mitglieder der kaiserlichen Familie und der Hofminister Graf Woronzow heben den Sarg auf und setzen ihn auf einen dazu vorbereiteten Platz auf der Dampferstation. Hierauf wird Gottesdienst abgehalten und der Sarg unter Artilleriefalut in den Trauerwaggon gebracht. Während des ganzen Aufenthalts in Sebastopol läuten die Glocken. Die Fahrt des Trauerzuges geht über Simferopol, Charkow, Kursk, Orel, Tula, Moskau und von dort über Twer nach Petersburg. In Moskau wird der Sarg mit besonderem Ceremoniell nach der Archangekks Kathedrale gebracht und von dort zur Nlkolaibahn überführt. Das Ceremonial für die Leichenfeier in Moskau und Petersburg, sowie der für die Beisetzung festgesetzte Tag ist noch nicht veröffentlicht. Yokohama, 6. November. Reuter-Meldung. Eine Ab- theilung der ersten japanischen Armee traf in dem Hafen oberhalb der Talienwan-Bai, wo die zweite japanische Armee gelandet ist, ein. Somit ist die Verbindung zwischen beiden Armeen hergestellt. Chefoo, 6. November. Reuter-Meldung. Einige japanische Torpedoboote versuchten gestern sich Port Arthur zu nähern, um die Befestigungen zu recognosctren. Die im Hafen befindliche chinesische Flotte zwang jedoch die Torpedoboote, fernzubleiben. Die Japaner dürften die Cernirung von Port Arthur vor Ende der Woche beginnen. Dep eichen bei Bure«» »Herold*. Darmstadt, 6. November. Prinz Heinrich wird am Freitag nach Petersburg fahren. Berlin, 6. November. Nach den bisherigen Dispositionen begibt sich der Botschafter Graf Schuwaloff zu den Betsetzungsfeierlichketten nach Petersburg. — Im Laufe des heutigen Nachmittags fand in der Botschastscapelle die feierliche EideSabnahme der russischen Colonte für den Czaren statt. Berlin, 6. November. Die „Nationalzeitung" meldet, daß der Präsident der Reichsbank, Koch, zum Justizmintster ausersehen ist. Derselbe soll zur Annahme des Postens bereit sein. Berlin, 6. November. Die römische „Agencia Stefani" läßt sich aus Peking melden, daß C h i n a den F r t e d e n s - schluß unter folgenden Bedingungen herbeisehne: Unab- hängigkeit Koreas, Festsetzung einer Krlegsentschädigung von den Mächten. Berlin, 6. November. Die gerichtliche Beschlagnahme des dem Bankdirector Sternberg gehörenden Vermögens ist aufgehoben worden, weil er sich selbst der Staatsanwaltschaft gestellt hat. Berlin, 6. November. Fürst Bismarck wird am Abend des 10. d. M. in Friedrichsruh erwartet. Berlin, 6. November. ®er' Botschafter der Nord- amerikanischen Republik am hiesigen Hofe hat der deutschen Regierung die officielle Einladung zur Betheiligung an der großen internationalen Welt-Ausstellung zu Atlanta (Georgien) im Jahre 1895 überreicht. Stuttgart, 6. November. Im königlichen Hoftheater galt der gestrige Abend dem vortrefflichen Schuhmacher und Poeten Hans Sachs. Den Mittelpunkt der würdigen Feier bildete die Aufführung zweier Fastnachtsspiele aus der eigenen Feder des Gefeierten: „Das heiß Eysen" und „Der Bauer im Fegfeuer". Die Wiedergabe war eine vorzügliche. Im Uebrtgen wurde der Abend ausgefüllt durch die Darstellung von lebenden Bildern, sowie durch declamatorische und musikalische Darbietungen (Goethe, Bach, Wagner). Es besteht die lobenSwerthe Absicht, am Donnerstag die Hans Sachs-Feier zu wiederholen. Wien, 6. November. Bei den gestrigen Tumulten in Dalle bei Roviguo bombardirte die erregte Volksmenge die Gensdarmeriekaserne mit Steinen. Drei Personen wurden durch Steinwürfe schwer verletzt. Aus Pola wurde Gensdarmerie-Verstärkung requirirt. In Pirano wurden die Trauerdecorationen an den Häusern behördlich entfernt- die Geschäfte bleiben aber geschloffen und die Einwohner gehen in Trauerkleidern. In Rovtgno herrschen ähnliche Verhältnisse. Mahrssch Ostrau, 6. November. Der Strtke der Bergarbeiter hat wiederum größere Ausdehnung gewonnen. Die Zahl der Ausständigen beträgt jetzt über fünftausend. Budapest, 6. November. Jn HuSzt fand ein blutiger Zusammenstoß der Gensdarmerte mit der fanatischen Menge anläßlich des Begräbniffes eines Choleratodten statt. Die Gensdarmen, von der Menge angegriffen, mußten Feuer geben. Vier Bauern wurden getödtet, zwanzig schwer verwundet. Lie Gährung unter dem Volke ist so groß, daß Militär requirirt werden mußte. Budapest, 6. November. Eine Trauerkundgebung für den verstorbenen Czaren findet morgen im Abgeordneten- Hause statt. Die ablehnende Haltung der äußersten Linken wird einfach ignorirt. Rom, 6. November. Das katholische Blatt „Voce della Derita" meldet, daß der Czar Nicolaus dem Papste durch ein herzliches Telegramm seine Thronbesteigung an- gezeigt habe. Der Papst habe mit einem überaus herzlichen Glückwunschtelegramm geantwortet. Brüffel, 6. November. Heute wurden in allen Provinzen die Provinzialräthe eröffnet. Hier haben zwanzig Mitglieder den Eid in vlämtscher Sprache geleistet. Die soctaltfttschen Mitglieder Ramus und Leroy haben bei der Eidesleistung bezüglich der KönigStreue und des Gehorsams zur Verfassung und den Gesetzen Vorbehalte gemacht, weil auch, wie sie behaupten, das belgische Volk bisher noch nicht bet der Ausarbeitung der Gesetze zugelaffen worden sei. Die Rechte nahm diese Erklärung mit dem Rufe auf: „Es lebe der König!" Die Soctaltsten erwiderten: „Es lebe das Volk!" Paris, 6. November. Einer telegraphischen Meldung aus Petersburg zufolge wird Herr v. Giers im auswärtigen Amte durch Lobanow, den Botschafter in Wien, ersetzt werden. Für den Posten des Kriegsministers soll Obrontschew ausersehen sein, der mit einer Französin ber* heirathet ist. Paris, 6. November. Oberstlieutenant Vtllemet, der Attache des Generalstabs des 11. Armeecorps in Nantes, wurde, als er sich auf der Fahrt in dem zwischen Bordeaux und Nantes verkehrenden Expreßzuge befand, von einem Mitreisenden mit einem Rasirmeffer ermordet. Paris, 6. November. Die Blätter fordern immer energischer die Eroberung von Madagascar. Marseille, 6. November. "Dem Seepräfecten ging der Befehl zu, sofort alle Vorbereitungen für die Einschiffung einer Expedition nach Madagascar zu treffen. Loudon, 6. November. Nach einer osfictellen Meldung des „Daily NewS" hat der hiesige chinesische Gesandte der englischen und französischen Regierung mitgetheilt, daß China die Einmischung der europäischen Großmächte erbitte. Petersburg, 6. November. Der Uebertritt der Prinzessin Alix zur orthodoxen Kirche hat in allen Orten Rußlands den allerbesten Eindruck gemacht. Unter der niederen Bevölkerung namentlich ist die Braut des Czaren dadurch populär geworden. Moskau, 6. November. Die Stadtverordneten bewilligten 50,000 Rubel zur Ausschmückung der Stadt beim Leichenbegängnisse. Am Sarge des Verewigten wird ein feierlicher Gottesdienst abgehalten werden. Belgrad, 6. November. Der Ministerpräsident Christic befahl allen Präfecten, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln das Räuberunwesen zu unterdrücken. Belgrad, 6. November. Die auswärtigen Correspond ent en sollen unter Polizeiaufsicht gestellt werden. Ferner ist ihnen die Ausweisung angekündigt worden, falls sie sensationelle, unwahre oder Milan beleidigende Depeschen verbreiten. Cocalt« nttö proohtjtclXe*. Gießen, den 7. November 1894. H. Neues Theater. An Stelle des angekündigten Stückes „Cornelius Boß" mußte gestern Abend wegen eines Krankheitsfalles „Der Herr Senator" wiederholt werden. Die Besetzung war nur in den Rollen des Dr. Gehring, des Mittelbach, der Stefanie und des Hausarztes dieselbe geblieben. Herr Reiners spielte den Senator, Fräulein Gerl ach deffen Frau, Fräulein Egger die Agatbe und eine neuengagirte Pame, deren Namen der Zettel nicht nannte, die Sophie Pätzold. Auch die beiden Dienerrollen waren anderweitig besetzt. Durch die ganze Aufführung ging gestern ein vornehmerer Ton, als es bet den früheren der Fall war. Dies hatte darin seinen Grund, daß Herr Reiners, dem die Partie des Senators übrigens keineswegs liegt, seine Rolle viel ruhiger auffaßte, als sein Vorgänger. Fräulein Egger konnte als Agathe befriedigen, während Fräulein Ger lach mit ihrer Darstellung der Frau Senator entschieden Erfolg hatte. Die Darstellerin der Sophie Pätzold hat uns in Erscheinung und Spiel ganz gut gefallen. Frau Reiners hat gegen ihr erstes Auftreten als Stefanie gewonnen. Wir waren gestern Abend hocherfreut über ihr lebensvolles Spiel - aus Damenmund hörten wir hierfür den diesmal treffenden Ausdruck „goldig". Daß sich Herr Otto, Herr Hacker und Herr Heyne wiederum vorzüglich bewährt haben, brauchen wir nicht erst zu versichern. * * Panorama. Diese Woche bietet das Panorama „Eine Fahrt mit dem Schnelldampfer „Auguste Victoria" nach New Aork. Dieser großartig ausgestattete Dampfer, welcher von Hamburg in 6—7 Tagen die Fluthen des Oceans nach New-York durchschneidet, ist ein wahrer Prachtbau. Wir sehen die Commandobrücke, die verschiedenen Salons und Kajüten. Auch eine Landung des Dampfers in Cuxhaven sehen wir im Bilde. Dann bringt uns der Dampfer glücklich im Hafen von New York an, wir besichtigen die Riesenstadt, namentlich die Verkehrsader „den Broadway". Von New-York aus machen wir verschiedene Abstecher nach den Hudson-Landschaften, wo wir auch die großartigen Brücken bewundern können. Am großartigsten sind die Niagarafälle, welche sich uns im Sommer und im Eise präsentiren. Wir kommen nach Washington, wo uns namentlich das weiße Haus des Präsidenten auffällt. Jetzt gehtö zur See nach Westindten, Jamaika und Cuba. Wir sehen die Stadt Kingston, den Hafen mit großen Dampfern und Viermastern, Straßen, Cacteen, Palmen, Pflanzungen, Negergruppen, Vollen, Flußlandschaften, Gebirgsparthieen rc. Diese Serie ist wirklich einzig schön und der Besuch besonders zu empfehlen. * * Der Laudesausschuß der uatioualliberaleu Partei im Großherzogthum Hessen wird noch vor dem Beginn der Verhandlungen im Reichstag und Landtag zur Berathung über eine Reihe höchst wichtiger Angelegenheiten und zwar am 11. November in der Restauration „Zur Stadt Pfungstadt" in Darmstadt zusammentreten. Abgesehen von der neuesten Entwickelung der politischen Lage, die zur eingehenden Besprechung veranlaßt, werden nachfolgende Gegenstände zur Berathung kommen: 1) Die Verhandlungen und Beschlüsse des jüngsten nationalliberalen DelegirtentageS in Frankfurt a. M.- 2) der Gesetzentwurf über die Einkommensteuer im Großherzogthum Hessen- 3) die Organisation der höchsten Staatsbehörden im Großherzogthum Hessen- 4) Antrag der Herren Abgg. Pennrich und Genossen, die Einführung einer Klassenlotierie in Hessen betr. lieber die Punkte 1 und 3 wird der Vorsitzende Bericht erstatten. Die Herren Otto Wolfskehl und Oberbürgermeister Küchler von Worms werden über Punkt 2, die Herren Landtagsabgeordneten Dr. Schröder: und Vogt über Punkt 4 zu berichten ersucht werden. * * Postpersoual Nachrichten. Es sind versetzt: Der Post- secretär Briegleb von Offenbach (Main) nach Mainz, die Postassistenten Geißler von Alzey nach Lauterbach (Hessen) und Kumpf von Forst (Lausitz) nach Alzey. * * Schlafwagen dritter Klaffe find auf deutschen Bahnen noch nicht geführt. In Rußland, dem man gewöhnlich nur den langsamsten Fortschritt zugesteht, ist das Bedürsniß für solche Wagen anerkannt worden. Auf der Strecke Moskau—Jaroslaw hat man jetzt sechs Schlafwagen dritter Klasse in Schnellzüge eingestellt, und binnen wenigen Tagen wird die Zahl dieser Schlafwagen noch um 4 vermehrt werden. Hoffentlich wird man in Deutschland diesem an- erkennenswerthen Vorgehen folgen, da es unter den Fahrgästen dritter Klaffe doch auch Menschen giebt, die auf langer Bahnfahrt ermüden und das Bedürsniß nach einer Ruhestatt fühlen. Butzbach, 6. November. Das vom 14. bis 16. Juli hier abgehaltene 20. Lahjnthalsängerfeft hat nach der nunmehr vorliegenden Abrechnung einen Ueberschuß von 546 Mk. 75 Pf. ergeben. K. Nidda, 3. November. Gute Jagdverhältnisfe. Am Heutigen hielt die Niddaer Jagdgesellschaft die erste Herbstjagd in dem ca. 325 Morgen großen Großh. District Hain ab, wobei innerhalb 3 Stunden 2 Böcke, 7 Stück weibliches Rehwild und 10 Hasen zur Strecke gebracht wurden. Daß die Rehe in diesem kleinen Wäldchen hier zahlreich Vorkommen, zeigt obiges Resultat und die noch vielen unbeschossenen Rehe, welche theils zurückgingen, oder in die ebenfalls ausgezeichnet mit Rehwild besetzten Nachbarwaldungen vorübergehend auswechselten. A Aus dem Ohmthal, 6. November. Wenn das lieber- maß von Niederschlägen in diesem Herbste einen Vottheil gehabt hat, so ist es der gewesen, daß die fast alle Herbst fühlbare Mäuseplage so gut wie verschwunden ist. Die Mäuseröhren im Boden wurden vollständig vom Wasser durchfließt und bildeten Wasserrinnen. Da das Wasser auch selbst auf sonst trockenen Lagen in Pfützen stand, so mußten eben die Mäuse meistens zu Grunde gehen. Auch die Maulwurfsgänge in den Thalwiesen standen beständig unter Wasser, so daß ihre Bewohner herausgetrieben wurden. Die sonst im Herbste in den Wiesen bemerkbaren massenhaften Maulwurfshügel sind deshalb stark decimirt, so daß die Maulwurfsjäger wenig zu thun haben. — Nach dem letzten wolkenbruch- artigen Regen ist das Wetter erheblich besser geworden, sogar auffallend mild und oft auch schön zu dieser Jahreszeit. Dem Landmann wird dadurch die Beendigung der Herbstausstellung ermöglicht. Nun hat man endlich die letzten Kartoffeln aus der Erde gebracht. Auch Weizen ist noch vielfach gesäet worden, im Durchschnitt aber doch nicht die Hälfte der früher üblichen Aussaat. Diese beschränkte Weizenaussaat geschah aber nicht bloß des verspäteten Zeitpunktes wegen — denn Weizen läßt sich eben noch recht gut säen —, sondern aus dem Grunde, weil der Preis des Weizens so herabgegangen ist, daß für den Landwirth in der Weizensaat am allerwenigsten von allen Fruchtgattungen steckt. Die Kornsaat hat nicht in dem erwünschten Umfange ausgeführt werden können- es dürste deshalb sich wohl empfehlen, tm Frühlinge Sommerroggen auszusäen, mit dem man in anderen Gegenden die befriedigendsten Resultate erzielt hat. Vermischtes. * Breslau, 6. November. Der „Bresl. Generalanz." meldet: In der sechsten Abendstunde wurde hier in dem Hause Poststraße 9 ein Mord verübt. Man fand die unverehelichte Elsa Groß in ihrem Blute schwimmend vor. Die Polizei war sofort zu Stelle. Von dem Thäter fehlt bis jetzt noch jede Spur. * Eine hübsche Idee ist nach einer Mittheilung deS Patentbureaus von O. Wolff in Dresd en dem geistvollen Köpfchen einer Bostoner Dame entsprungen. In ihrer zahlreichen Familie machte jedes Mitglied individuelle Rechte auf eine bestimmte Tasse, einen eigenen Teller usw. geltend. Die Dame wußte sich zu helfen, indem sie auf jedem Stück des Porzellanservice ein photographisches Bildniß des EigenthümerS anbrtngen liefe. Die Dienstboten konnten nun mit Leichtigkeit jedem seine eigene Tasse usw. präsentiren, und der Streit war ein für alle Male geschlichtet. Es ist vorgeschlagen worden, die hübsche Idee noch weiter und zwar in der Weise auszubeuten, daß man lieben Gästen beim fröhlichen Mahl statt durch eine Tischkarte durch das ihr Bildnife tragende Geschirr ihren Platz anweist, — eine Aufmerksamkeit, die gewiß dankbar begrüßt werden würde. * Eine echte Amatigeige ist der „Dudweiler Ztg." zufolge in einem Trödlerladen in Dudwei ler, im Kreise Saarbrücken, entdeckt worden. Der 22jährige Sohn eines dortigen Graveurs hatte vor etwa fünf Jahren dem Inhaber des Trödlerladens für 100 Mk. eine alte Geige abgekauft. Vor Kurzem übergab er das Instrument einem Geigenmacher zur Ausbesserung und dieser erkannte in demselben sofort ein Kunstwerk des Cremonesers Nicola Amati aus dem 16. Jahrhundert. Die Geige wurde nun für 6000 Mark von einem Kammermusiker erworben, der den Weiterverkauf trotz eines Gebotes von 10000 Mk. ablehnte. * Ein „Wunderkind", eine kleine vierjährige Böhmin, Namens Schö bl, würbe in der letzten Sitzung der Medtcini- scheu Gesellschaft in Leipzig vorgeführt und erregte allgemeines Staunen. Die Kleine ist sehr niedlich und hat ein hübsches Gesichtchen, wenigstens auf der einen Seite. Die andere Hälfte ist indessen völlig anders- sie ist graubraun und mit langen weißen Haaren besetzt. Die Ursache dieser Mifebildung, die bereits seit der Geburt des Kindes vorhanden ist, mußte als „nicht erforschbar" bezeichnet werden. * Die Zahl der Geistlichen, die im deutschen Reiche berufen find, für das Seeienheii des Volkes zu sorgen, beträgt nach den statistischen Feststellungen des letzten Jahres nicht weniger als 30 250, wovon 15050 der evangelischen uad 15 200 der katholischen Confession angehörcn. ES amliren evangelische Geistliche: in Bayern und Württemberg 2000, in Pommern und Brandenburg (mit Berlin) 2000, in Westfalen, der Rheinprovinz und Hessen 1800, in der Provinz Sachsen 1700, in Hannover und Schleswig- Holstein 15U0, in Braunschweig und den sächstschen Fürsten- thümern 1400, im Königreich Sachsen 1200, in Baden, Elsaß-Lothringen und dem Grogherzogthum Hessen 1800, in Posen und Schlesien 1050, in Ost- und Westpreußen 650 und in den freien Hansestädten 650. Die Geistlichkeit der katholischen Kirche vertheilt sich in Deutschland wie folgt: Bayern 5000, Westfalen und Rheinland 3750, Hessen, Elsaß- Lothringen 2000, Königreich Sachsen, Württemberg, Baden 1550, Posen und Schlesien 1550, sächsische Fürstentümer, Schleswig - Holstein, Hansestädte, Oldenburg 550, Ost- und Weftpreußen 550, Brandenburg, Pommern und Sachsen 200. * Lebensalter bet preußischen Staatsmiuister. Fürst Hohenlohe zählt 75, v. Schelling 70, Miquel 65, Thielen 62, Bosse 62, v. Boetricher 61, Bronsart v. Schellendorf 61, v. Köller 53, v. Marschall 52, v. Berlepsch 51 Jahre. • Auf der jetzt stattgefundenen großen Ausstellung für Kochkunst und Volksernährung in Frankfurt a. M. wurden in der Diätischen Gruppe „Bolero Fleisch.Pepton", sowie da8 fluffige und feste „Bolero Fleisch-Extract" von der Firma Türk & Papst mit der goldenen Medaille prämiirt. Es ist dies die höchste Auszeichnung, welche für Fleisch- Präparate ertheilt wurden. Allgemeine Anerkennung fand Boleros flüssiges Fleisch-Extract, welches zur Anfertigung und Verbesserung einer wirklich pikant schmeckenden und billigen Fleischbrühe dient. Auch wurde der Nährwerth und die practische Verpackungsart des Bolero Pepton besonders lobend hervorgehoben. ♦ Ein Trinker-Testament. In Os weg o bei New-York schrieb ein Trunkenbold folgende Zeilen nieder, ehe er sich da« Leben nahm: Ich hinterlasse der Gesellschaft einen schlechten Ruf, ein böseS Beispiel und ein Gedächtniß, das bald vergessen sein wird. Meinen Eltern hinterlasse ich so viel Kummer, als sie in ihrer Schwachheit noch gerade tragen können. Meinen Brüdern hinterlasse ich so viel Scham und Aerger, al- ich möglicherweise über sie bringen konnte. Meiner Frau hinterlasse ich ein gebrochenes Herz und ein Leben der Schande. Jedem meiner Kinder vermache ich Armuth, Unwissenheit, Kränklichkeit, einen schlechten Character und das Bewußtsein, daß ihr Vater ein Säusergrab füllt. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen. 44. Woche. Dom 28. October bis 3. November 1894. Einwohnerzahl: cnpcnommat zu 22100 (incl. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSziffer: 35,29»/») bezw. 23,53 nach AuSfchl. der Ortsfremd«. Kinder ES starb« an: Zusamm«: Erwachsene: im vom l.LebmSjahr: 2.-15. Jahr: Lungmschwindsucht 4 (2) 4 (2) — — Tuberkulose anderer Organe 2 1 1 — Akute Erkrankungen der AihmungS- Organe 2 (1) 1 (1) 1 — Gebirnschlagfluß Erkrankung« des 1 1 — Herz«s 1 1 — — Darmcatarrh und Brechdurchfall 1 — 1 — Lebensschwöche 1 — 1 — ^teubildungen 1 (1) 1 (1) — — Sonstige benannte Krankheit« 1 (1) 1 (1) — — Selbstmord 1 1 — — Summa: 15 (5) 11 (5) 4 — Anm. Die in Klamme« gesetzt« Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gieß« gebrachte Kranke komm«. Frankfurter Stadttheater. Zwischen der berühmten italienischen Tragödin Frau Eleonore Düse und der Intendanz des Frankfurter Schauspielhauses ist soeben eine Vereinbarung getroffen worden, wonach die Künstlerin Mitte November an etwa drei Abenden auftritt. Die erste Gastvorstellung, in einer der glänzendsten Rollen der ausländisch« Künstlerin, die Eamelien - Dame von Dumas, findet Donnerstag d« 15. statt. Platzbestellungen werden von heute ab an der Kasse deS Schauspielhauses entgegengcnommen. Kirchliche Anzeigen her evang. Gemeind«. Donnerstag den 8 November, Abends 8 Uhr. im Turnsaal der neuen Sladtknabcnschule Bidelstuude. (Das Gleichnih vom verlorenen Schaf und verlorenen Groschen, Luc. 15, 1—10.) Pfarr- vermalter Dr. Grein. 2Mir prima YSkimo f. einenWinterstberzieder zu M 12 45 3,30 Mtr. schwerer Lodenstoff für einen Anzug ui M. 8 75 nadelfertig ca. 140 cm brett, versenden birecr franco Oettinger &■ Co., Frankfurt a. ML., Fabrlk-Dfcpöt. 6395 Muster umgehend 16.23 16.19 I Franz. Banknoten 20.36 20.31 Oesterr. dto. 4.19 4.16 | Americ. 314.87 Brief •«» 81 10 163.95 -.-4.15»/, Omnibus Verbindung dem Bahnhof 7 Nhr Morgens. Fahrpreis 10 Pfennig. 10 Uhr Abend-. Lin« A Srltersweg—Kreuz-Markt-Wallthor—Marburgerstraße. Linie B Bahnhofstraße—Markt—Reuen Bäue—Grünbergerstraße. ffredactiour Ä. Schepd». — Druck und Bertag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Hhr. Pietsch) in Steße». Are heutige 'Dummer umsaht 6 Seiten.