Nr. 56 Erstes Blatt Donmrstag den 8. März 1894 Amts- und Zlnzeigeblutt füv den Tiveis Gietzen chratisbeitage: Gießener Aamilienbsätier Amtliche^ The»! Weißbinderrneister G. Möhl, W. Seipp, M Berlin, 5. Marz. die die Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für bni folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. in zur deS Vertrag, welcher den Mtltelweg geht und immerhin noch namhafte Schutzzölle auch für die Landwirthschaft aufrecht erhält, angenommen werden. des Großherzoglichen Paares stattfinden werden. Für Cour bei Hof sollen die langen englischen Schleier, sowie Courschleppen eingesührt werden. Dir Gießener AamilieußtLiter werben brm Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt. Ter chi,heuer -«zeiger erscheint täglich, mit Au«nahme de« Montag«. beide zu Gießen, zu Beauftragten im Sinne des § 182 rubricirten Gesetzes und zwar für den Bezirk des Kreises Gießen ernannt hat. Gießen, den 6. März 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Die wirthschaftlicherr Interessen der l Producenten und die Handelsverträge. Mehr als je werden in Deutschland alle Interessenten, mögen es nun Landwirthe oder Industrielle, Kaufleute oder Gewerbetreibende sein, jetzt von der Wirkung der Annahme oder Ablehnung des deutsch. russischen Handelsvertrages beherrscht und sehr schroff stehen sich in dieser brennenden Frage die Melnungen in dem großen Streite der Parteien und Interessenten gegenüber. Um da zu einem gerechten Urtheile Uber die Ausgaben der deutschen Handelspolitik zu kommen, darf man wohl nicht nur aus eine Meinung hören, sondern muß von verschiedenen das Faci! ziehen. Da fällt nun sofort die Thalsache in die Augen, daß die Interessen der einzelnen deutschen Bundesstaaten resp. Provinzen und GebietStheile gegenüber einem Handelsverträge, mag er nun tm Sinne einer Zollermäßigung oder einer Zollerhöhung ab- geschloffen werden, durchaus nicht gleich sind. In den östlichen Theilen Deutschlands, in denen die Landwirthschaft über, wiegend vertreten ist, besteht zum Beispiel eine große Ab- neigung gegen den Handelsvertrag mit Rußland, in den industriellen Gegenden des Deutschen Reiches, zumal im Königreiche Sachsen, Westfalen und Rheinland, ebenso auch in den Industrie, und Kohlengebirten Schlesiens erblickt man indeffen in dem Abschluffe des Handelsvertrages einen Hebel für die Wiederbelebung von Industrie und Handel. Und so find noch weiter die Meinungen verschiedener Berufskreise in den süddeutschen Staaten getheilt. Ganz entschieden für den Abschluß deS deutsch-russischen Handelsvertrages find aber sämmtliche deutsche Seehandelsplätze, weil sich diese davon erne Hebung des ebenfalls in vielen Waarenzweigen schwer darniederliegenden Handels versprechen. Durch die Ablehnung des Handelsvertrages würde daher keineswegs eine Befriedigung in Deutschland hervorgerufen werden, sondern viel eher daS Gegentheil, zumal der Landwirthschaft dadurch auch nicht so großer Bortheil erwachsen würde, als man sich einbildet, denn kann das russische Getreide nicht über die deutsch-russische Grenze zu uns gelangen, so kommt eS doch über Oesterreich, England und Holland auf den Weltmarkt. Nun gibt der deutsch.russische Handelsvertrag ja auch nicht die landwirth- schaftlichen Zölle preis, sondern er ermäßigt sie nur, wogegen auch Rußland seine Jndustriezölle ermäßigt und dadurch den Absatz deutscher Producte in Rußland erleichtert. Davon darf man aber ein größeres Geschäft in Industrie und Handel und damit größeren Verdienst für M llionen von Arbeitern erwarten, was theilweise auch der Landwirthschaft zu Gute kommen muß. Ganz unvereinbar sind aber in einem Handelsverträge die Interessen aller Producenten, deshalb sollte ein Statistik deS Tabaks Vierteljähriger APonnrrnrnlsprcis: 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch btt Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Achulstratze Kr.7. Fernsprecher 51. Deutsche- Reich. Darmstadt, 6. März In Folge der bevorstehenden Vermählung Seiner Königlichen Hoheit deS Groß- Herzogs werden am hiesigen Hose einige Personalverände- rungen eintreten, da die zukünftige Großherzogin selbst, verständlich ihren besonderen Hofstaat erhalten wird. Wie man dem „Franks. Journ." von hier mittheilt, sei Freifrau von Schenk zu SchweinSberg, geb. van der Capellen, als Oberhosmeisterin in Aussicht genommen, während Fräu« lein von Rotsmann, die lange Zeit in England gelebt hat und deren Mutter eine geborene Engländerin ist, die Stelle der Hofdame bei der jungen Großherzogin übernehmen solle. In der Hofgesellschaft werden jetzt schon Vorbereitungen für verschiedene Festlichkeiten getroffen, die nach dem Einzuge Bekanntmachung, betreffend Abhaltung von Faselschauen. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der am 15. l. M. zu Grünberg stattfindende Frühjahrsmarkt zugleich mit einem Viehmarkt verbunden wird; auch soll an genanntem Tage eine öffentliche Faselschau durch die Kör-Commission abgehaltcn werden. Bei der Schau, welche Vormittags 9 Uhr beginnt und nur zum Zwecke der Ankörung stattfindet, werden seilens der Kör-Commission nur sprung- fähige Bullen der Vogelsberger und Berner, spectell Sim- menthaler Raffe, berücksichtigt werden. Die Fasel muffen sicher gefeffelt werden, sonst ist Weg. Weisung zu gewärtigen. Gießen, 6. März 1894. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Alle Annoncen-Vureaux bf« In- unb AuSlandr« ntbrnrn Anzeigen für brn „Gitßtntr Anzeiger" cntflfflm. Tabaks im deutschen Zollgebiet ergibt, daß in Deutschland, soweit sich vergleichen läßt (d. h. seit 1871), noch nie so wenig Tabak gebaut worden ist, als im Jahre 1892. Im Ganzen waren in diesem Jahre nur 14 730 ha mit Tabak bepflanzt gegen 18 533 ha im Jahre 1891 und 19 280 ha im Durchschnitt der letzten 10 Jahre - und namentlich ist der Anbau von Tabak beträchtlich zurückgegangen in der Pfalz (1891: 6086 ha, 1892: 4055 ha) und im badischen Ober- land (1891: 4793 ha, 1892: 3856 ha). Als Grund für diesen Rückgang ist die geringe Ernte, der unsichere Absatz und der gedrückte Preis des Tabaks in den letztvergangenen Jahren anzunehmen. Die Tabakernte des Jahres 1892 ist zum Theil gut, stellenweise sogar vorzüglich ausgefallen, wird jedoch meist nur als gute Mittelernte bezeichnet. Geerntet wurden im Ganzen 30350 t (zu 1000 kg) trockene (dach' reise) Blätter oder 2,06 t aus 1 ha gegen 1,88 t im Jahre 1891 und 1,96 t im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Auch die Beschaffenheit des 1892 geernteten Tabaks har meist befriedigt; der Absatz war in der Hauptsache leicht und der erzielte Preis saft durchweg besser als der für die 1891er Ernte. Als mittlerer Preis für 100 kg trockener Tabakblätter ist für die Ernte deS Jahres 1892 ein Betrag von 80 Mk. (einschließlich der Steuer) ermittelt gegen 74,5 Mk. für die 1891er Ernte und 76,6 Mk. für den Durchschnitt der letzten 10 Ernten. Im Ganzen ist für die Tabakernte deS JahreS 1892 ein Geldertrag von 13,4 Millionen Mark (ausschließlich der Steuer) oder von 913 Mk. auf 1 ha der mit Tabak bebauten Fläche berechnet, gegen 727 Mk. im Jahre 1891 und 801 Mk. im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Die Einfuhr von Tabak und Tabakfabrikaten stellte im Erntejahre 1. Juli 1892/93 einen Werth von 73 Millionen Mark dar. Die Tabaksteuer hat einschließlich der Abgabe von Surrogaten 1892/93 12,09 Millionen Mark und der Eingangszoll vom ausländischen Tabak 44,57 Millionen Mark ergeben; abzüglich der Ausfuhrvergütungen stellt sich der Ertrag der Abgaben vom Tabak zusammen auf 56,27 Millionen Mark oder 1.11 Mk. auf den Kopf der Bevölkerung. Bekanntmachung, betreffend Ausführung des Unfallversicherungsgesetzes, hier Ernennung von Beauftragten. Es wird zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß die Hessen # Nassauische Baugewerks - Berufsgenossenschaft die Herren Deutschland. Die im neuesten Vierteljahrsheft Statistik deS Deutschen Reichs veröffentlichte Statistik Versucher Reichstag. 64. Sitzun-. Dienstag den 6. März 1894. Das Gesetz betr. den Schutz der Brieftauben wird aus Antrag des Abg. Lenz mann an eine Commission verwiesen. Die Berathung der MitttäretatS wird sodann fortgesetzt. KriegSmtntster Bronsart v. Schellendorss: Wenn eine Bettung heute schreibt, ich hätte gestern meire Aeußerungen vom Sonnabend abgeschwächt, so ist das irrig. Ich habe gestern nichts von dem, was ich am Sonnabend gesagt hatte, abgeschwächt. Ich habe vielmehr gestern nur der Auffassung widersprochen, als sei ich ein Vertreter des Faustrechls. Ich denke auch gar nicht daran, ein Wort vom Sonnabend zu stretchm oder abzuschwächen. Ich habe nur gesagt, daß em solches Vorgehen ungesetzlich war, daß man aber rnUdernde Umstände bewilligen muh, das ,muß" unterstrichen! Eine mir zugegangene Zuschrift deS Tageblatts behauptet übrigens, das Tageblatt habe in dem Prccesse einen Wahrheitsbeweis nicht angebolen. Aber das Gegentheil hiervon steht in dem gerichtlichen Erkenntnisse. ES zeigt das, wie geduldig Papier ist. Es ist kein Wort weiter darüber zu verlieren. Abg Bebel (Soc.): Es ist tomit festgestellt, wie bei ums noch immer das alte System herrscht. Durch die gestrigen Erklärungen des Geh. Rath Seidenspinner ist constatirt, dah der General Kirchhoff nicht erst am Tage deS von ihm verübten Attentats Kenntniß davon erlangt hat, daß er mit der betr. Zeitungsnotiz gemeint war. Zur Berathung steht zunächst da« Capitel „Geldverpstegung der Truppen". Abg Bebel (Soc.) tadelt die Offizier- und Beamtmveretne, durch welche die Prtvataewrrbetreibenden schwer geschädigt würden. Diese Vereine wie auch die Cantinen nehmen trotz Etnsühtung der zweijährigen Dienstzeit noch immer die Dienste alter Mannschaften in Anspruch. Auf diese Weise werden alljährlich Hunderte von Mannschaften dem Dienste entzogen. Die Ueberschüsfe der Cantinen werden ost in ungerechtfertigter Weise verwendet zum Ankauf von Equipagen,Kutschpferden. Auffälligsind auch dteZetlungSmitthetlungen über Beanspruchnahme der Mannschaften zu Treibjagden. Heißt da« Ausbildung für den KrtegSdienst? Ferner werden bet Banken Unteroffiziere und Vicefeldwebel diätarisch gegen geringen Lohn beschäftigt. Bet OsfizterdtnerS werden Mannschaften zum Bedienen gebraucht. AlleS das find Ungehörigkeiten, die abgestellt werden müffen. Krieg-Minister Bronfart v. Schellendorff: Ich bedauere, daß der Abg. Bebel neben so viel Interesse so wenig Verständnis für die Armee besitzt. Militärische Consumveretne kenne ich nicht, Cantinen sind sehr nützliche Einrichtungen. In Forts (detachirten) müssen wir sie haben. Ganz neu ist mir, daß auS den Ueberschüssen Kutschpserve gekauft werden. Zu Treibjagden kommen die Leute freiwillig. Die Jägerbatatllone haben daS Ehrenrecht, bei Jagden Sr. Majestät als Treiber mttzuwirken. Die Leute lernen auch dabet. Eine Tretberltnie hat große Aehnltchkett mit einer aufgelösten Schützenlinie. Erst recht lernen fie bei Feldjagden auf Hafen. Was die Nebenverdienste der Soldaten anbelangt — weshalb soll man sie nicht die Gelegenheiten dazu wahrnehmen lassm in ihren freien Stunden? Bei OsfizterdtnerS haben niemals Civtltsten aufgewartet. Abg. v. Kar darf f (Rp.) bemerkt kurz, die Truppm seien froh, wenn sie bet Treibjagden Mitwirken dürsten. Abg. Bebel (Soc.): Sind die Treibjagden wirklich so nützlich, so sollte man fie doch in da» Exerzier-Reglement ausnehmen. Bisher Sehörten die Treibjagden jedenfalls nicht zur dienstlichen Ausbildung er Truppen. Der Minister meinte, über Verwendung ihrer freien Zett würden den Soldaten keine Vorschriften gemacht. ES wäre gut, wenn es so wäre. KriegSmtntster Bronsart o. Schellendorsf erwidert, er habe bte Thetlnahme an Treibjagden nicht alS nothwendig, sondern nur als nützlich bezeichnet. Sächs. Militär-Bevollmächtigter Major Vitzthum v. Ernst aedt stellt fest, in Sachsen gebe e« allerdings militärische Consum- d er eint; nicht richtig sei e« aber, daß die Mannschaften beiHaststrase zur Dttnstleistung in diesen Confumoeretnen commandtrt mürben. Bei bem Titel „Zu Gefechtübungen ic." bemängelt Abg. Broekmann (Ctr.), daß die Entschädigungsgelder für Eirquarttrungen während Der Manöver zu niedrig seien. Referent v. Podbielski: In der Commtsston habe Ueber- einstimmung darüber geherrfcht, ob Abhilfe erforderlich sei, auch der vreußtsche KriegSmtntster habe Entgegenkommen gezeigt. Der erhöhten Kosten halber, welche eine anderweite Regelung — etwa durch Magazinoerpflegung — mit sich bringen müsse, sollen aber zunächst erst Versuche bei Armeecorps angestellt werden. ES folgt Capitel „Naturalverpflegung", wo die Commtsston bet Titel Dictualten-Derpflegung von 30 Millionen Mark den Betrag von 1 700 000 Mk. gestrichen hat. Eine Anzahl Abstriche hat die Commtsston auch bet den Forderungen für Neubauten und Reparatur bauten bet Magaztngebäuden vorgenommen. Abg. Hammacher (natl.): An dteser Stelle werde durch übergroßes Sparen nur eine Vertheuerung und Erhöhung der Ausgaben des Reiches herbeigefühit. Bei der Unterhaltung der Substanz leinefl Vermögens darf kein guter Familienvater sparen. Eine unterlassene Reparatur zieht hinterher viel größere Ausgaben nach fich. Man möge daher die hier geforderten Summen ohne Abstrich bewilligen. Abg. Lingen« (Ctr.) unb v. Stumm (Rp.) äußern fich in gleichem Sinne. ,, t , Abg. Richter (fr. Vp): Die Abstriche betragen überhaupt nur 8pCt. bet geforderten Summen, unb sie beträfen außerdem überhaupt nicht Reparaturen, sondern kleinere Neubauten und Re- tabltssementSbauten. .. . , Gegen Naltonalliberale, Rcichspartetler und einen Theil d«s Centrums werden die Abstriche nach den Beschlüssen der Commisston genehmigt. Auf eine Anfrage des Abg. Hammacher erklärt Kriegsmtnister Bronsart v. Schellendorsf: Es fei der Wunsch Sr. Majestät, die Belastung bet Mannschaften mit Gepäck, Munition rc. herabzusetzen. Es seien Seiner Majestät auch Vorschläge gemacht worben, welche auf eine Entlastung um 13—14 Pfb. abjtelen. Es müßten aber im Lause deS Sommers noch Versuche gemacht werben. Er habe jeboch die Hoffnung, baß btese Versuche von Erfolg sein würden. (Beifall.) Bet Capitel „Garnison-Verwaltungs- und Serviswesen" hat die Commission '/, Million abgesetzt, wiederum an dem Titel „bauliche Unterhaltungen, kleinere Neu- und Retablissementsbauten". Auch hier beantragt Abg. Hammacher die Bewilligung der vollen Summe. Nachdem Generallieutenant v. Funk, Abg. v. Stumm diesen Antrag empfohlen, dagegen Abg. Richter ihn wiederum bekämp't, wird der Antrag Hammacher abgelehnt. Bet dem Captlel „MUitär-Medictnalwesen" führt Abg. Lingen S (Ctr.) aus, daß im bürgerlichen Leben die Selbstmorde am ftltenfnn unter den Ka'holikm vorkämen; bei dem Militär weide eS wohl tbenso sein, wie die Statistik ergeben würde. Beim Capitel „Reisekosten, Tagegelder rc." beantragt die Corr- Mission eine Resolution, welche für die Reisekosten und Tagegrldrr eine reich-gesetzliche Regelung verlangt, namentlich auch nach der Richtung, daß bei den Reisekosten möglichst nur die wirklichen Auslagen vergütet werden. ,, , _ , , M Geh. Rath Plahn erklärt, der erste Theil der Resolution, welcher die reichSgefetzliche Regelung an sich verlange, schaffe ganz neues Recht und sei deshalb für die Regierung unannehmbar. Dm Meßmer Anzeiger Kenerat-Mnzeiger. Zweiten Tbeil, betr. die Vergütung nur der wirklichen Auslagen, werde die Regierung in Erwägung nehmen. Beim Capitel „Technische Institute" antwortete auf eine Frage des Abg. Schall Generalmajor v. Go hier: lieber die Heranziehung der technischen Institute zur Communalbesteuerung kann er eine bestimmte Erklärung nicht abgeben. Die Entscheidung über diese Frage hinge von den höchsten Reichsbehörden und von den Urthetlm der Gerichte ab. Bet einem weiteren Capitel wird die von der Commission beantragte Resolution betr. Unterstützung Hinterbliebener von Militärs (unb Personen des Beurlaubtenstandes), welche infolge von Beschädigungen bet Friedensübungen gestorben find, angenommen. Kriegsminister Bronsart d. Schellendorfs führt im Anschluß hieran den ziffermäßigen Nachweis, daß die Zahl der bei Friedensübungen zu Schaden bezw. zu Tode gekommenen Reservisten und Landwehrleute eine nur sehr geringe fei, wenigstens im letzten Jahre. Der Rest des Etats wird debattelos gemäß den Beschlüssen der Commisston erledigt. Die gestern in der Commisston zurückoerwtesene Pofition deS Extraordtnartums, Dtenstgebäude in Metz, wird heute abgelehnt. Morgen: Vorlage betr. Aufhebung des JdentitätsnachweifeS. Neueste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Paris, 6. März. Heute Bormittag wurden Haussuchungen bei dreizehn Anarchisten vorgenommen, zehn find verhaftet worden. — Die Kammer vertagt sich voraussichtlich bis zum 15. März. — In Vienne (Departement I'öre) fand verflossene Nacht eine Bombenexplosion vor erner Fabrik statt- es wurde lediglich ein Schaden an Material angerichtet; das Attentat wird entlassenen Arbeitern zugeschrieben. Nom, 6. März. Der Papst empfing heute den deutschen Botschafter in Wien, Prinzen Reuß. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 6. März. Die Reichstags-Commission hat heute den Artikel 20 des russischen Handelsvertrages mit 14 gegen 10 Stimmen angenommen. Der Antrag Manteuffel auf Festsetzung des Vertrages auf ein Jahr wurde abgelehnt, Artikel 21 angenommen. Morgen Fortsetzung und voraussichtlich Schluß. 6- März. Der beim Abschluß des Tarifs zum russiichen Handelsvertrag betheiligt gewesene Staatsrath Tuniriasew ist heute von Petersburg wieder in dienst- llcher Angelegenheit hier eingetroffen und wird bis zu Ende dieser Woche in Berlin verbleiben. Berlin, 6. März. Der Landeseisenbahnrath ist heule Vormittag unter dem Vorsitz des Wirkt. Geheimraths Brefeld zur Berathung über die Aufhebung der Staffeltarife zusammengetreten. Hoewell und Stumm traten lebhaft für Aufhebung der Tarife ein. Commerzienrath Websky und Puttkammer befürworten die Beibehaltung. Schließlich hat sich der Landesetsenbahnrath mit 20 gegen 14 Stimmen für Aushebung der Staffeltarife ausgesprochen. Berlin, 6. März. Im PreußischenAbgeordneten- hause wurde heute die Berathung des Cultusetats fort« ■ m "fr sp^ch sür Wtederzulaffung der Orden, die ein Bollwerk gegen die Socialdemokratie feien. Der Minister "klärte als Antwort, daß man die Zulassung der Orden von raU^C$Un8 ^ues Bedürfnisses abhängig mache. Nachdem noch die polnische Sprachenscage zur Debatte gekommen war, wurde das Gehalt des Ministers bewilligt. Berlin, 6. März. Der Abgeordnete Ahlwardt ist heute Mittag aus dem Gesängniß in Plötzensee entlasten worden. Der von den Antisemiten geplante großartige Empfang ist mfolge b;§ schlechten Wetters unterblieben. Nur etwa hundert Personen holten Ahlwardt ab. ... ®er^n' 0- März. Der focialdemokratische Parteivorstand erlaßt im „Vorwärts" einen Aufruf, in dem schon jetzt em- pfohlen wird, die Feier des A rbeiter-Weltf etertages am 1. Mar vorzubereiten. Es soll aber nur dort das Fest egangen werden, wo dieses ohne Schädigung der Arbetter- tnttresten möglich ist. m 6* März. Wie die „Polit. Correspondenz" auS ^tersburg meldet, soll der Czar nicht die Absicht haben, eine Reise ins Ausland zu unternehmen- er wird sich nach Schluß des Carnevals nach Gatschina und von dort nach der Krim begeben. qr . 61 März. Die „Polit. Corresp." meldet auS Petersburg, daß sich die in den russischen Werkstätten und Saonken angestellten deutschen Arbeiter demnächst einer wiederholten, letzten Prüfung in der russischen Sprache Anrerziehen müssen. Diejenigen, welche die Prüfung nicht , Ansprüchen genügend bestehen können, müssen sofort Ruß- land verlassen. . 0. März. In hiesigen amtlichen Kreisen ist von des Deutschen Kaiserpaares in Venedig nichts bekannt. ö 6. März. Gestern Abend wurden hier sechs Anarchisten verhaftet. Petersburg, 6. März. In den Perfonentarifen «Löcn Eisenbahnen sollen demnächst erhebliche Snmmiin Otl?n ^treten. Für diesen Zweck ist bereits eine Commsssion eingesetzt worden. Odessa, 6. März. In Petersburg hat sich zwecks Hebung des Handels zwischen Rußland und . mit einem Hcta* capUat von 20 Millionen Rubel constituirt. totales ttnd provinzielles. Hießen, den 7. März 1894. * * Sitzung des Schwurgerichts der Proviaz Oberhesseu am 6. Marz 1894. Zur Verhandlung kommt die Strafsache gegen Heinrich Fischbach von Meiches wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg. Die Anklage vertritt der Großh. Staatsanwalt Clement, vertheidigt wurde der Angeklagte von Herrn Rechtsanwalt Justizrath Dr. Reatz ote Geschworene wurden ausgeloost die Herren Philipp Sondermann III., Johann Ernst Wenzel, Otto Schmidt, Karl Jäger, Friedrich Höres, Heinrich Boreen II., Friedrich Riedesel zu Eisenbach, Wilhelm Klein, Johannes Hormann, Franz Wilhelm Feller, Karl Hoffmann und Heinrich Loth. Der Schäfer Heinrich Fischbach von Meiches ist angeklagt, am 20. November v. I. zu Meiches den Schuhmacher Heinrich Wolf III. von da vorsätzlich mittelst eines Messers körperlich mißhandelt und an der Gesundheit dermaßen beschädigt zu haben, daß durch diese Körperverletzung der Tod des Verletzten verursacht worden ist. Die heutige Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt: Der Schuhmacher Heinrich Wolf III. von MeicheS hatte in dem Haufe feines Schwagers, des Schäfers Heinrich Fischbach, feinen Ein- und Ausgang und wohnte feit dem Jahre 1886 ununterbrochen bei demselben. Er arbeitete als Schuhmacher an einem Fenster der Fischbach- schen Wohnstube neben der Thüre- auch machte er sich sonst in der Haushaltung noch nützlich. Er war bei allen Familienmitgliedern wohl gelitten, nur seinem Schwager Fischbach war es nicht recht, daß er bei ihm wohnte, weil er sich einbildete, er müsse ihn ernähren. Schon seit längerer Zeit kam es öfter zwischen den Beiden zu Streitigkeiten und auch einmal zu Thätlichkeiten; die Streitenden wurden damals von dem Sohne des Heinrich Fischbach getrennt. Am Abend vor der That — am 19. November 1893 — befand sich Fischbach mit noch mehreren Gästen in der Eifert'schen Wirtschaft, wobei die Rede auf Schuhmacherarbeiten kam. Er erzählte, sein Sohn Karl habe in Ulfa sich ein Paar Stiesel machen lassen. Da dies auffiel, so wurde er gefragt, warum sein Schwager dieselben nicht gemacht habe. Darauf fing er an über denselben zu schimpfen, äußerte insbesondere, „der muß mir zum Hause hinaus, er habe sich die Rodhacke zurecht gestellt, wenn seine Frau nicht gekommen wäre, dann hätte er ihn todtgeschlagen." Am andern Morgen beim Kaffeetrinken entstand zwischen Fischbach und feinem Schwager ein Wortwechsel. Im Verlaufe desselben warf Ersterer mit einem Schuh nach seinem Schwager, traf aber nicht diesen, sondern sein Enkelchen. Er holte sich feinen Schuh wieder, zog ihn an und verließ die Stube. Da er angeblich feine Kappe vergessen hatte, wollte er wieder in die Stube zurück. Sein Sohn Heinrich kam ihm aber in der offenen Stubenthüre entgegen und hielt ihn zurück. Wolf ergriff die Kappe seines Schwagers und warf sie in den Hausgang. Alsdann schlug er ihm mit einem Schuh auf den Kopf, fo daß dieser stark blutete. Fischbach griff nun mit der rechten Hand seitwärts nach der Schusterbank seines Schwagers, faßte einen daliegenden, ziemlich langen, sehr spitzen und scharfen Kneip, stach neben seinem Sohne her seinem Schwager damit in die linke Seite und entfernte sich sodann. Der Stich, der mit großer Gewalt ausgeführt war, drang bis in die linke Niere und verletzte dieselbe. Wolf spürte plötzlich, daß es ihm warm am linken Bein herunterlief, wurde bald darauf ohn> mächtig und zu Bette gebracht. Am 15. December v. I. trat der Tod des Verletzten ein- derselbe war nach dem Ergebnisse der Section und dem Gutachten der Sachverständigen eine Folge der Verletzung, denn die Sachverständigen äußerten sich gutächtlich dahin, daß der Tod des Schuhmachers Wolf in Folge einer eiterigen Nierenentzündung und einer umschriebenen Bauchfellentzündung in Verbindung mit längerer Zeit andauernden Blutungen erfolgt sei, verursacht durch eine Nierenverletzung, welche durch einen Stich in den Unterleib des Verstorbenen herbeigeführt worden. Der Angeklagte gab zu, daß er seinen Schwager „angeronnen habe", ihm eine versetzt habe, er habe es aber nicht vorsätzlich, sondern aus Nothwchr gethan. — Die Geschworenen (Obmann: Freiherr Friedrich Riedesel zu Eisenbach) konnten sich von der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen und verneinten demgemäß die an sie gerichteten Schuldfragen, worauf die Freisprechung des Angeklagten erfolgte. * * Die Deutschen im nördlichen Südamerika. Auf Veranlassung des Colonialvereins hielt gestern Abend in der Universitäts-Aula Herr Professor Dr. Sievers einen Vortrag über obenbezeichnetes Thema. Das Interesse an unseren Landsleuten im Auslande, bemerkte Herr Professor Sievers einleitend, sei lebhafter geworden durch unsere coloniale Bewegung, die deutsche Kriegsmarine, den Handel, die Wissenschaft und das Capital. Von den Auswandernden, über welche Herr Professor Sievers nähere Zahlenangaben machte, ginge der größte Thetl nach Nord - Amerika, Viele nach Brasilien, während die Auswanderung nach dem nördlichen Theil Süd- Amerikas bisher noch verhältnißmäßig schwach gewesen sei. Die Staaten, über welche Herr Professor Sievers in Bezug auf deutsche Ansiedler sprach, sind Venezuela und Columbia. Nach Skizzirung der ältesten Geschichte dieser Staaten betonte der Vortragende, daß besonders durch Alexander v. Humbold das Verhältniß Deutschlands zu Südamerika befestigt worden fei. Sein Name habe dort überall einen guten Klang. — Größere Einwanderungen Deutscher nach Süd-Amerika erfolgten erst in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts, der Einfluß der deutschen Eingewanderten auf die Eingeborenen äußerte sich sehr vortheilhast, besonders haben sie den Handel in die Höhe gebracht- die Ausfuhr Venezuelas bezifferte sich im Jahre 1889 auf 101 Mill. Frs., die Einfuhr auf 84 Mill. Frs. Auch Ein- und Ausfuhr Columbias wiesen annähernd hohe Ziffern auf. Neben den Kaufleuten waren die Ansiedler der 30er Jahre Ackerbauer - Handwerker und Industrielle dagegen weniger. Man findet Schuhmacher, Wagenbauer, Eifenarbeiter, Zündholzarbeiter, Hutmacher. Die Handwerker hätten es meistens zu etwas gebracht, dann aber Ländereien angekauft, um Großgrundbesitzer zu werden, womit sie indeß bald abwirthschafteteu. DaS Klima Venezuelas und Columbias ist im Allgemeinen dem Anbau günstig- doch haben die Deutschen die gebirgigen Gegenden der milderen Temperatur wegen vorgezogen. Die am 1. Februar d. I. zwischen den beiden Hauptstädten Valenzia und Caracas erbaute 180 Kilometer lauge Eisenbahn ist ausschließlich mit deutschem Capital und unter Verwendung deutschen Materials erbaut worden, j’ie durchzieht das beste Land und wird besonders bedeutungsvoll für die Ausfuhr der Landesproducte: Kaffee, Cacao, Chinarinde u. f. w. Auch für Bildung ist durch Anstellung eines 1 deutschen Lehrers und eines evangelischen Geistlichen gesorgt- weiter würde durch deutsche reisende Kaufleute, Gelehrte u. s. w. das Ansehen der deutschen Nation gefördert, besonders aber erhöht dadurch, daß sich die Deutschen an den von Zeit zu Zeit zum Ausbruche kommenden Revolutionen nicht be- thetligten. Herr Professor Sievers bezeichnet es danach als unverständlich, daß in dem zwischen Deutschland unb Venezuela abgeschlossenen Hanbelsvertrage die Deutschen im Falle einer Revolution als Coloniale behandelt würden- diese Bestimmung führe dazu, daß die Deutschen ihre Nationalität wechselten. Herr Professor Sievers gab am Schluffe feines mit Beifall aufgenommenen Vortrags der Hoffnung Ausdruck, daß die Deutschen auch in Zukunft ihre hohe Stellung unb ihr Ansehen in Süd-Amerika bewahren würden. — Eine gtcfce Anzahl Photographien (zum Theil von Herrn Professor Sievers selbst gefertigt), Aquarelle, Landkarten gewährtem landschaftlich Einblick in die von unseren Landsleuten besiedelten Länder. y. Kriegerverein. Der Verein hielt gestern Abend im Vereinslocale eine Generalversammlung ab mit der Tagesordnung: 1) Jahresbericht, 2) Dorstandswahl, 3) Verschiedenes. Der Jahresbericht ergab, daß dem Verein nunmehr 216 Mitglieder angehören. An Unterstützung schuldlos in Noth gerathener Kameraden, sowie Begräbnißkosten, Weihnachtsbescheerung und sonstige Ausgaben gelangten im letzten Vereinsjahr zur Auszahlung 1114,22 Mk. und verbleibt nach Abzug sämmtlicher Unkosten ein Vereinsbaarvermögen von 1651,04 Mk. Aus diesen Zahlen bereits ersieht man, wie wohlthätig der Kriegerverein gleichzeitig für seine Mitglieder eintritt. Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: Erster Vorsitzender Herr Postsecretär a. D. Mayer, zweiter Vorsitzender Herr Grüneberg, (Herr Ochs hatte eine Wiederwahl abgelehnt), Kassirer Herr Dort. Ferner wurden in den Vorstand gewählt die Herren: Schad, Möbus, Keller, Merkel, Bommersheim, Klein, Pistor, Ochs, Bäcker Klingelhöser. Weißbinder Schäfer und Schmied Heß. * * Vom Wetterhäuschen in der Sudanlage. Den fortgesetzten Bemühungen unserer Polizei ist es endlich gelungen,- den Thäter, welcher am 18. November und am 30. December vorigen Jahres das Wetterhäuschen in der Südanlage beschädigt und bestohlen hat, zu ermitteln. Es ist ein 21jähriger Mechaniker, welcher früher die Beaufsichtigung des Häuschens zu besorgen hatte. Der dringend Verdächtige ist in Haft genommen und wird hoffentlich einer exemplarischen Strafe nicht entgehen. — Ein weiterer Bericht meldet Über die Verhaftung : Vorgestern wurde ein junger Mechaniker aus Kessel, bach verhaftet, welcher dringend verdächtig ist, das Wetterhäuschen in der Südanlage erbrochen und die darin befindlichen Instrumente entwendet bezw. beschädigt zu haben. Es ist derselbe junge Mann, der das Wetterhäuschen, als es noch Eigenthum des Verschönerungsvereins war, bediente. Trotzdem man denselben schon länger im Verdacht hatte, bestärkte sich letzterer noch dadurch, daß am vorigen Sonntag Abend zwischen 9 und 10 Uhr in Zeitungspapier eingewickelt verschiedene Theile der entwendeten Gegenstände nebst einem beschriebenen Zettel, worin sich der Dieb rühmte, die anderen Apparate auch noch holen zu wollen, auf der Einfriedigungsmauer des Polizeiamts vorgefunden wurden. Die Schriftvergleiche und sonstige Anhaltspunkte ergaben, daß der Beschuldigte der. Thäter gewesen, obschon er bis jetzt noch leugnet. * * Diebstahl. In der Frauenklinik kam gestern wieber einmal ein Gelddiebstahl vor. Die Diebin wurde ermittelt unb zur Haft gebracht. * * Unredlicher Geselle. Ein hiesiger Metzgermeister vermißte gestern Morgen ein Stück Fleisch- baSselbe fanb sich bet einer Nachforschung Seitens ber Polizei im Koffer eines Metzgerburschen wieder vor. * * Verhaftet. Wegen Herstellung eines ArbeitszeugniffeS und Nachahmung eines Amtssiegels wurde ein Handwerks- burfche verhaftet, außerdem noch drei wegen Bettelns und einer wegen Trunkenheit. * * Nicht wenig überrascht wurde heute Morgen ein Wirth in der Bahnhofstraße beim Betreten seines Kellers. Er fand in demselben drei junge Schweine munter grunzend vor. Dieselben hatten ihren Weg in denselben durch den Lichtschacht gefunden. • * Parlamentarisches. Die Zweite Kammer der Stände hält Dienstag, 13. März, Vormittags 9*/z Uhr, ihre dritte Sitzung ab. Auf der Tagesordnung stehen Neue Einläufe. Berichtsanzeigen. Wahl der beiden Präsidenten für die übrige Dauer der Landtagsperiodc. Berathung über die stattgehabten Wahlen von Landtagsabgeorbneten. Beantwortung event. Besprechung ber Anfrage ber Abgeordneten Schröder unb Genossen über ben Reichsweinsteuer- gefetzentwurf. Berathtmg über bie Anträge a) ber Abgeordneten Ulrich und Genossen, das Gesetz, die Tabaksabrikat- und Weinsteuer betreffend, b) der Abgeordneten Pennrich unb Genossen, die Reichswein- unb Tabakfabrikatsteuer betreffend, c) des Abgeordneten Haas (Offenbach), die neuen Reichssteuern betreffend. Beantwortung ev. Besprechung über die Anfrage ber Abgeorbneten Lautz unb Gen., den lanb- wirthschaftlichen Nothstand betr. Berathung über 1) die Vorlage Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, den Gesetzentwurf, die Städteordnung für das Großherzoglhum Hessen betreffend- 2) das Gesuch des Gendarmen i. P. Johann Jakob Henkel zu Darmstadt um Erhöhung seiner Pension. Beantwortung eventuell Besprechung über 1) die Anfrage des Abgeordneten Freiherrn Dael v. Köth-Wanscheid, die Erbauung der Bahn Fürth—Heppenheim a. d. B. betreffend - 2) des Abgeordneten Lichtenstein, die Erbauung ber Nebenbahnen Nieber-Olm—Ingelheim—Frei-Weinheim unb Nieder-Olm—-Partenheim—Sprendlingen betreffend. — Berathung über: Die Vorlage Großherzoglichen Ministeriums ber Finanzen, auf Verwilligung eines Darlehens vow 115 181,69 Mark zur Erbauung einer Eisenbahn von Friedberg nach Hanau Seitens ber babei beteiligten Gemeinben, 2) die Vorlage Grobherzoglichen Ministeriums ber Finanzen, ' Meute jeforet; 10n gefStbert' .Zehrte > an btn^°nbtr8 i",olu|4 53ti' b'R>int!b'' !“*> Ä'*> *; bitltS c,n« Mfe seines nÄtlttIL lV«Al von fterr Ä& «UteiK , d«u,«.L. a,i l.®,lrilb,lii!üi''r *Ät E? *** ’-‘ 'M! <>9ab fol,(nb„ *' $en Ochs haiik f!n, r®< $""« wurbtr «Ja», Wbul, M" SnbQnhgt, Den M- Eich ylungtr, « unb am 30. Du* in bei Siibanlage br- ein- EsisteinLljähchi lffichchung deSHSMu verdächtige ist in Hast gt< r exemplarischen Strafe 'icht meldet über die Seiler Mechaniker ans Reffe erdächtig ist, das Bette. :n und die darin öestat beschädigt zu haben, S etterhänschen, als eS no: ! war, bediente. TrotzdiN lacht hatte, bestärkte fit i Sonntag Mtnb jttriffyn tingmitftll verschiedene tebst einem beschriebenen , b\t anbtxtn Karate WiiebiWgSmauer des Die Schristvergieichk und ast der Beschuldigte t t noch leugnet, klinik kam gestern roiecn Diebin wurde emitteit esiger Metzgermeister r?r elfi; dasselbe sand fich be Polizei im W ng eines ArbeitSzeugnisttt i wurde ein Handwerks rei mjm «-»« * Md- M W leim« 9,1,1", itwdnt.d. Lloyd-Act. Wiener B«rkver>Bct Oeft. Credit-Sct. Jtal. MMelmeerbah» Act Gels«. Bergw^Sct. Wellen Eichen-, Birken- Weichholz-Reifig. Dorf im „Australischen Hof". Eichen: 37 rm Derbholz, 17 Stockholz, 92 rm Reiser. Buchen: 6 rm Derbholz, 20 Stockholz, 152 rm Reiser. Nadel: 52 rm Derbholz, 2 Stockh., 445 rm Reiser. 196.80 140.00 140.0! 110.00 107 50 299.62 78/ 0 149.301 Der. KöntgS-Laurrh^SKi. Tendeuz: schwächer. i» 9.59 Brief 9.60 । Holzversteigerung. Samstag den 10. März sollen in dem Langsdorfer Gemeindewald versteigert werden: Bekanntmachung. An der Beterinäranftalt dahier sollen vergeben werden: Bnderus’sche Eisenwerke, Main-Weser'Hütte bei Lollar. Birken-Derbstangen —0,85 fm, Fichten-Derb- und Reisstangen = 1,88 fm, 2008] Ein Junge, welcher die Backerei erlernen will, kann jetzt oder später in die Lehre treten bei Carl Steinberger, Bäckermeister. Er schmeckt delicat und bekommt vorzüglich. ------ Man kennt für gleichen Preis keinen besseren. ----- Beim Einkäufe verlangt stets diesen. Bekanntmachung. Das Abfallholz, sowie eine Anzahl Pappel-, Rister- und Lindenstämme aus den städtischen Anlagen in der Nordanlage, am Oswaldsgarten, Krofdorferweg, in der Westanlage, Südanlage, im Bürgermeistereihof, in der Ostanlage und auf dem Brandplatz sollen Samstag bett 10. März 1894 Nachmittags 1 Uhr an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft in der Nordanlage an der Stadtknabenschule. Gießen, den 6, März 1894. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. la. 2. Hypothek von Mk. 6000 innerhalb der Fenerkaffe zu vergebe«. Offerten unter A. K 100 an Mütze wird gebeten, dieselbe gegen Be lohnung Bleichstraße 20 abzugeben. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Ferner sollen an den Meistbietenden Mittwoch beit 14. März a. c. Vormittags 11 Uhr versteigert werden. a) 2 Blasebälge (Spitzbälge), der eine rst noch sehr gut brauch- bar; beide Bälge mit Röhren und Zugstangen, b) 2 Ambose, davon einer noch gut verwendbar, c) 2 Schraubstöcke, d) 2 eiserne Formen für die Esse (Esseneisen), e) I Bohrmaschine, gut erhalten f) 2 Schwungräber für Ventilatoren, g) Altes Eisen. Sämmtliche Gegenstände können vorher besichtigt werden. Gießen, den 6. März 1894. Die Directionder Gr.Veterinäranstalt. Prof. Dr, Pflug. Lomb. E^B^-Act. Buschtherader r Elbthal-Behn-Act. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost.-B^Ni^ Mainzer E^Bu-Aet. Marienburger Frankfurter Börse vom 7. März 1894. Gchllchesms« l Uhr 16 Mm. 87.50 4o/e Ung. Gold-Rente 101.55 50/0 A|t«i. Rente 87.50 3<>/o Portugiesen 101.75 4o/0 Griech. Monopol-?!,:!. Bekanntmachung. Zwei Rettet unter dem Schulbause in der Schlllerstroße sind vom 1. Mai d. I. ab anderweit zu vermiethen. Näheres über Bedingungen und Preis ist bei der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15, zu erfahren Gießen, 6. März 1894. Großh Bürgermeisterei Gießen. Gnauth.2004 Für Schneider. 1915] Tüchtige Arbeiter für Hosen und Westen gesucht von Georg Leib & «oh». Regenschirme in großer Auswahl empfiehlt billigst H. A. Sack Neuenweg 58. NB. Reparaturen werden bei btlliafter Berechnung schnellstens ausgesührt. [2)12 1921] Ein Spenglerlehrling gesucht. __ Christian Arnold, Spenglermeister, für lkautadakspinnen gesucht. [907 Seltersweg 50.Georg Philipp GaU. Anfang beim Pflanzgarten Hattenröder Vicinalweg. Lich, am 6. März 1894. Grobherzogliche Bürgermeisterei Lich. Walz. 2006 2019] Franksurterstratze 30 (Rheinischer Hof). NB. Feinste Wurstwaaren rc. halte stets auf Lager. Teppichkehrmaschinen verschiedener Systeme. Oscar Höpfner’s Institut für Orthopädie, schwedische Heilgymnastik und Massage-Kuren nach ärztlicher Verordnung. Damen-Behandlung. Auch Behandlung im Hause des Patienten. Unbemittelte frei. [362 Anmeldezeit von 9—11 Uhr Vorm.: Giessen „Hotel zum Rappen*, 1. Etage, Zimmer Nr. 27. Sommer-Saison: Bad-Naaheim „Villa Hopfner“. <8 elds 0 r.te «. Brief Geld 16.25 1622 Ducaten Metzgerei-Eröffnung. Den geehrten Bewohnern der Frankfurterstraße und Umgegend ergebene.Mittheilung, daß ich mit dem heutigen Tage eine Mud- nnd Schweinemetzgerei eröffnet habe. Um geneigten Zuspruch bittet achtungsvollst Anton Durian mit all'M Zubehör billig zu verkaufen- Näheres in der Erped d Bl- Dienstag bett 13. März Vormittags IO Uhr: 22 * '* Tüchtiger Kutscher auf sofort gesucht. [2022 Earl -uh«, Hof-Lohnkutscher. Akademische Borträge. Donnerstag den 8. März, Abends 8 Uhr, in der Universttatsanla: Geheimer Hofrath Prof. Hess: Aus dem Thierleben des Waldes. Eintrittskarten sind in der Ferber' schen Buchhandlung, Studentenkarten auch beim Universitäts-Hausmeister zu haben. [1836 vermischte Anzeigen. Geschäfts-Empfehlung. Unterzeichneter empfiehlt sich als Weißbinder, Lackirer u. Tapezier bestens. Wilh. Klappert, 1) Die daselbst in der Zeil vom ALeichholz: 1 rm Stockh., 6 1. April 1894 bis Ende März Reiser. Druck und Verlag tos BrShl'schW Vrockerei (Fr. «hr. Pietsch) in Gießet Pie heutige Prrnrmer umfaßt 6 Seiten. CsMSbericht 8o« E. Wasserschieben, Bankgeschäft fl. 20 4 । 20.35 16.651 16.65 Bekanntmachung. Der Entwurf des Voranschlags der Stadt Gießen für das Etatsjahr 1894/95 liegt in Gemäßheit des Art. 83 der Städteordnuug im Bürgermeisterei-Gebäude, Zimmer Nr. 15, acht Tage lang zur Einsicht der Betheiligten offen. Gießen, 7. März 1894. Holzversteigerung in den Waldunzen der Stadt Lich. In der Forstwartei Vorderwald, Districte P l a t t e n w a l d und Kleinhäuserberg, werden versteigert: 1895 erwachsenden Pferbe- Groß-Rechtenbach, 5. März 1894. häute an den Meistbietenden; 1963 Das Bürgermeister-Amt. Groß-Rechtenbach, 5. März 1894. 1962 Das Bürgermeister-Amt. 20 Franken-St. 20 do. in cream rc. rc. empfiehlt [2003 Adler-Drogerie von Otto Schaaf. Mittwoch große Sendung großer Weißfische billigst empfiehlt Eduard Fuckert, Nr. 17 Neuen Bäue Nr. 17. [1965 Mtt chrem Angebote bis zum 26. d. Erträge, V-rkaussb-dinguugen, Karle Mts. an den Unlerze.chneten zu der Schläge können hier roenben- eingesehen werden. 2) die Abfuhr von Asche und: Mulm, die Reirngung der ernte diesseitiger Gemeindewal- ^^E^kubett und der Oefen Zungen sind verschlossen und mit ent- 7 I fP^enber Aufschrift versehen hierh.n 1895 1894 6 12007 bis einschließlich den 18. b. Mts. »rfitrhö hi» ga einzureichen. ..... Wermietyungen. 2015] Bahnhofstraße 51t 3 Zimmer nebst Zubehör pr. Juni. August Roll. 'Schöne große Wohnung von 7, ev. 9 Zimmern mit Balkon, Badeeinrichtung re., sowie auch «artenantheil, ab 20. April d. I. zu vermiethen. [2011 Nordanlage 33. 3°/g Reichsanleihe 8‘/»°/o do. 3% Preutz. ConsolS 3Ve% do. Jeikgeöotenes. Sie husten nicht mehr beim Gebrauche der ächten (7591 Oscar Tiehe's Imebkl-Konbsns. Beutel ä 20, 25, 40 oder 50 Pfg. ächt zu haben in Giessen bei Herrn Ang. Noll II., Hch. Wallach. [2o 16 Eine Theaterbühne billig Näheres Rittergasse 17. 2001] Sck. Umhang, sow schwarze Krühjahr-jacke bill. Ludwigsstr. 22, l. 20021 Ein Break, noch in bestem Zustande, zu verkaufen. Näheres bei Friedrich Kühne senior. • Langsdorf, den 6. März 1894. 1999] Köhler, Bürgermeister. Jagd-Verpachtung. Mittwoch ben 14. März, Vormittags 11 Uhr wird im „Deutschen Hause" zu Alsselb die Jagd in dem gemeinschast- lichen Homberg, Jagdbez. No. HI der Oberförsterei Alsfeld mit424,63 ha Wald und 26,24 ha Wiesen und Feld auf 12 Jahre nochmals öffentlich verpachtet. Pachtliebhaber, deren Qualification nicht notorisch vorliegt, wollen sich innerhalb 14 Tagen bei der unter- zeichneten Behörde darüber ausweisen. Alsfeld, den 25. Februar 1894. Großh. Oberförsterei Alsfeld. besorgt prompt. Poppelldorf, Hamm- etrasee 27. Sprechst. 12—2, ev erb. Postk. __[1961]_________________ Ein Mann, welcher aus einem Apfelbaum das Dürrholz herausmachen will, kann sich melden bei Der jwdj •i i jüontoQ6- li ‘ «)it MW’ T' utib die 2 3m M 1817 Pni°nu>. 1. D-cevbu Mm te M Steile* in du 1 ä 15200 W »ra M RrtlSfrtmbf, i WA g-bra»i t tistrnmg W 17,91«/«. rot J und 1261 roi v von 58100 bdi t’iubfrelfd 23, im Durchitntll 1891 (21,00°/oo) Unter bin jähre, 461 von ujDcon 505 üb sind die fümmll Die Zahl der: jihrigen Durch] isi dagegen, but werden, eine k aegm 19.50°/oo jährigen Durchs teil unb befonb Jahre eine oeße ireten bcr Snflu Bon den 5ietb|äHe im m bal yodlt mit i MtzlerMm im Jahre IM (206). Eine , Atonale ist im nur dreimal ui tivgeirelein Im D«ember 1893 oember 16ange( ieichmle sich du Mist sich Haden?" c A 9Qi Herrn Otto v°n Ravenfte k* fftyfyn i W auf §nn! «tmltfelt. H A *“« r< W «h 85i $ln ®t «