1894 261 Erstes Blatt. Mittwoch den 7. November Der chl,Heuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamitiendtäller werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er General'-Mnzeiger. Vierteljähriger AgonnementspreiAr 2 Mark 20 Psg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Psg. Redactiou. liypfbition. und Druckerei: Kchntstrahe ^Ir.7. Fernsprecher 51. Amts- und Anzeigeblatt für den "Äreis Gieren. chratisßeitage: Gießener Aamitienbtätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bnreaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmilid?er Lbeil. Nr. 41 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 3. d. M., enthält: (Nr. 2200) Verordnung, betreffend den Termin für die Berufung des Reichstags. Vom 2. November 1894. Gießen, den 6. November 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Herr.'Obstbautechniker Metz aus Friedberg wird im Monat November an den bezeichneten Tagen folgende Orte behufs Abhaltung von Vorträgen und practifchen Unterweisungen abhalten. Erstere werden an Wochentagen, Abend« 8 Uhr, an Sonntagen Nachmittags 3 Uhr, ftattfinden. Die Locale werden von den Grobherzoglichen Bürgermeistereien bestimmt. Die practifchen Unterweisungen finden Nachmittags 3 Uhr statt; Zusammenkunft an der Wohnung des Bürgermeisters. Im Interesse der Sache ist zahlreiche Betheiligung erwünscht. Donnerstag, 8. November, Freitag, 9. »» Samstag, IO. rt Sonntag, 11. rr Montag, 12. fr Dienstag, 13. tt Mittwoch, 14. tt Sonntag, 18. rr Montag, 19. rr Dienstag, 20. tt Sonntag, 25. tf in Wiescck, „ Großen-Buseck, „ Oppenrod, „ Burkhardsfelden, „ Albach, „ Steinbach, „ Oarbenteich, „ Nieder-Beffingen, „ Ober-Beffiugen, „ Münster, „ Lauter Gießen, den des Bezirksvereins 5. November 1894. Der Vorsitzende Gießen des Oberhess. Obstbau.Vereins: Dr. Wallau. Ausland. — In der Schwei- hat am Sonntag wieder einmal ein Referendum, eine allgemeine Volksabstimmung, stattge- funden. Es handelte sich um das Verlangen der clericalen Partei, aus den Zolleinahmen der Eidgenossenschaft jährlich sechs Millionen Francs an die Cantone abzugeben, welche Forderung eine Verfassungsänderung bedingt haben würde. Letztere ist indessen bei der Volksabstimmung mit erheblicher Mehrheit, mit 329000 gegen 140000 Stimmen, abgelehnt worden, womit die Mehrheit der Bürger deS Schweizervolks einen gesunden politischen Sinn bekundet hat, denn die Ueber- weisung einer bestimmten jährlichen Summe aus den Zolleinnahmen des Bundes an die einzelnen Cantone würde schließlich zu bedenklichen Consequenzen führen. — In Belgien wurden am Sonntag die zahlreichen Stichwahlen zu den Provinzialräthen vollzogen. Sie haben im Allgemeinen die Ergebnisse der Hauptwahlen vom 28. October bestätigt, so daß in der Mehrzahl der Provinzialvertretungen Belgiens die Clericalen die Oberhand haben. Ferner erscheinen jetzt die Socialisten zum ersten Male in den Provinzialräthen. F. Paris, 4. November. Das Comitö der hiesigen Studentenschaft hat an die Kaiserin von Rußland folgendes Beileidstelegramm gesandt: „Die französischen Studenten adressiren ehrerbietigst an Ihre Majestät die Kaiserin und kaiserliche Familie den Ausdruck ihres unermeßlichen Schmerzes." — An die Studenten der Universität Petersburg ging folgendes Telegramm ab: „Die Pariser Studentenschaft nimmt großen Theil an der schrecklichen Trauer, welche daS russische Volk trifft, und sendet Ausdruck der tiefsten Sympathie und brüderlichen Gruß." — Das Comits hat gleitzeitig die Sendung eines Kranzes beschlossen. Loudon, 4. November. Dem Reuter'schen Bureau wird auS Uokohama gemeldet: Die japanische Armee, die vor Kurzem den Aalufluß überschritten und die Chinesen zurückgedrängt hat, fährt fort, siegreich vorzurücken. Eine zu der Armee deS Marschalls Yamagats gehörige Division unter dem Befehle des Generals Tatsumi hat auf ihrem Bormarsche Honghwangchung eingenommen. Die Chinsen find theilS nach dem Hafen Takaschan, theils nach Rayo und Holenfu geflohen. Während die Depeschen nichts Weiteres Aber daS Gefecht von Honghwangchung melden, berichten sie, daß bei Taikai 300 Chinesen getödtet wurden und die Japaner 55 Kanonen, 1500 Gewehre und viel anderes Kriegsmaterial erbeuteten. Petersburg, 3. November. Ein kaiserliches Manifest besagt: Heute am 21. (a. St.) October hat die heilige Salbung Unserer Braut nach orthodoxem RituS zu Unserer und ganz Rußlands Beruhigung stattgefunden, wobei Unsere Braut den Namen Alexandra Feodorowna mit dem Titel Großfürstin und Kaiserliche Hoheit erhielt. Yokohama, 4. November. Meldung deS Reuter'schen Bureaus. Nach hier eingelaufenen Nachrichten hat nördlich von Port Arthur ein großes Gefecht stattgesunden. Aus den kurzen dies meldenden Depeschen, die über wichtige Punkte schweigen, geht hervor, daß die japanische, von Marschall Oyama befehligte Expedition sich spaltete. Eine Ab- theilung landete an der östlichen Küste der schmalen Halb- insel nördlich von Talienwan, die andere erhielt den Befehl, In der Nähe von Ktngschow zu landen und sich später mit der ersteren Abtheilung zu vereinigen. Dieses Unternehmen gelang vollständig. Die japanischen Transportschiffe, die keinem chinesischen Kriegsschiffe begegneten, erreichten Kayenko und landeten daselbst Truppen, Pferde, Kanonen und anderes Kriegsmaterial. Nachdem die japanischen Truppen Kingschow, welches von Mauern umgeben und, wie eS scheint, von starken chinesischen Truppenmassen besetzt war, erreicht hatten, wurden zuerst die umgebenden Verschanzungen und bald darauf die Stadt selbst nach geringem Widerstande von den Japanern eingenommen. Unterdessen bombardirte die japanische Kriegsflotte, welche die Transportschiffe begleitet und die Landungsoperationen überwacht hatte, viele Stunden lang Talienwan und Kakuyono. Unter dem Schutze des ArtillerieseuerS wurde sodann Talienwan angegriffen und eingenommen. Die Depeschen fügen hinzu, daß der Verlust ein schwerer gewesen sei und daß ein weiteres ernstes Seegefecht gestern statt- gefunden habe, über das aber nähere Angaben fehlen. Zu Ehren der japanischen Siege sind für morgen große öffentliche Demonstrationen geplant. Gestern war der Geburtstag des Mikado. Ne rieste Nachrichten. Welffk telegraphisches Correlpondenz-Brrreru Troppau, 5. November. Auf dem Hauptschachte von Orlau, auf der Sophtenzeche in Poremba, auf dem Eugenien- sch te in Peterswald ist heute anläßlich der beginnenden Zei. irundenschicht die Belegschaft n i ch t an g e f a h r e n. Aus dem Bettinaschachte in Dombrau, dem neuen Schachte von Lary erfolgte die Anfahrt nur widerwillig. Auf dem Albrechtsschachte in Peterswald beginnt die erste Zehnstundenschicht Nachmittags, früh war noch Achtstundenschicht. Die Anfahrt verlief normal, es herrscht überall Ruhe. Budapest, 5. November. Die in der Budapester Garnison ausgetretenen Erkrankungen an Trach oma (egyptische Augenentzündung) haben riesige Dimensionen angenommen. Von den eingerückten Rekruten sind 600 erkrankt, mehrere sind vollständig erblindet. Shanghai, 5. November. Reuter-Meldung. Die chinesische Armee unter General Sung, welche Kinliencheng geräumt hat, besetzte den Bergübergang auf der Landstraße nach Peking. Der General hat Befehl, denselben unter allen Umständen zu vertheidigen. Eine Colonne japanischer Truppen ist auf dem Marsche nordwärts begriffen, um die Armee Sungs im Rücken anzugreifen. — AuS Tientsin verlautet abermals, daß japanische Truppen am Golfe von Ljaotong vierzig Meilen nördlich von Shang- haikwan gelandet sind, wo sich eine starke chinesische Truppenmacht befindet. Die Ausländer dürften binnen vierzehn Tagen aufgefordert werden, Peking zu verlassen. — In Nanking ist ein Decret des Kaisers eingetroffen, welches den dortigen Vicekönig Liungkiang auffordert, sich sofort nach Tientsin zu begeben und als dienftthuender Dicekönig von Petschili die Amtssiegel von Lihung-Tschang zu übernehmen. ___________ Depeschen bei Bureau »Herold*. Berlin, 5. November. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Reihe Ordensverleihungen, darunter diejenige an den hessischen Staatsminister Finger, welcher den Rothen Adlerorden I. Klasse erhielt. Ebenso veröffentlicht der „Reichsanzeiger" die Ernennung des Fürsten Hohenlohe-Langenburg zum Statthalter der Reichslande. Berlin, 5. November. Heute wohnte der Kaiser, der gesammte Hof und die Generalität dem Trauergottesdienste in der russischen Botschaftscapelle bei. Auf Befehl des Kaisers war eine Compagnie des Kaiser-Alexander-Garde- Grenadier-Regiments nebst Fahne vor dem Botschaftspalais so aufgestellt, wie 1889 anläßlich der Anwesenheit des Czaren Alexander. Nach dem Gottesdienst trat der Kaiser nebst dem Botschafter Schuwaloff und feiner ganzen Begleitung auf die ' Straße und ließ die Compagnie vorbeidefiliren. DaS zahlreich anwesende Publikum brach in Hurrahrufe aus. Berlin, 5. November. Nach einer Meldung der „Voff. Ztg." beabsichtigt der Staatsminister v. Bötticher zu dcmissioniren. Derselbe wurde heute Vormittag vom Reichskanzler empfangen. Berlin, 5. November. Der Bischof von Fulda, Dr. Komp, ist in Berlin eingetroffen, um sich nach seiner Ernennung zum Bischof dem Kaiser vorzustellen. Berlin, 5. November. DaS „Berl. Tagebl." schreibt: „Der Name deS NeichSbaumeisters Baurath Wallot ist von der Liste der für die erste Medaille vom AuSstellungscomitü vorgeschlagenen Künstler vom Kaiser gestrichen worden. Wie wir vernehmen, ist der Versuch gemacht worden, eine Aenderung dieser Allerhöchsten Entscheidung herbcizuführen, aber vergeblich. Gleichzeitig erfahren wir, daß Frau Vilma Parlaghy eine Ausstellung ihrer Werke im Akademiegebäude in Aussicht genommen hatte, daß ihr jedoch der Saal zu diesem Zweck versagt worden ist. Nunmehr wird in der Königlichen Nationalgallerie diese Ausstellung ihren Platz finden und zwar auf Befehl deS Kaisers. Hildesheim, 5. November. In einer hiesigen Versammlung des katholischen Volksvereins sagte Dr. Lieber: „Ich halte mich für verpflichtet, dem abgegangenen zweiten Kanzler einen ehrenden Nachruf zu widmen. Ich habe manchen harten Strauß mit diesem Manne auSzusechten gehabt, aber es gereicht mir zur Befriedigung, es heute offen auS- zusprechen: Ich ehre ihn und alle Katholiken ehren ihn als einen ehrlichen, ritterlichen und gerechten Mann." Dresden, 5. November. Die Socialdemokratie hat den Boykott'Beschluß gegen die Brauerei Waldschlößchen aufgehoben — eine Folge des Nachgebens der Brauerei im Boykott. Infolge dessen hat die Garnison-Verwaltung den Mtlirärpersonen den Besuch der Brauerei, sowie den Bezug ihrer Biere verboten. Wien, 5. November. Durch den Abgeordneten Lewa- kowski kam es in der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses zu einem peinlichen Zwischenfall. Präsident Chlumetzky hatte dem verstorbenen Kaiser von Rußland einen warmen Nachruf gehalten, worauf LewakowSki sich erhob und sagte: „Ich protestire gegen diese Kundgebung deS Hauses NamenS der von dem verstorbenen Czaren so schwer bedrückten polnischen Nation. Infolge dieser Erklärung trat der Polenclub sofort zu einer Berathung zusammen und ließ dann durch seinen Obmann, Ritter von Zaleüki, ausdrücken, daß der Club die Worte LewakowSkiS bebaute. Letzterer habe unberechtigter Weise das Wort ergriffen und in erregter Stimmung ohne Rücksicht auf die öffentlichen Interessen und das nationale Wohl gesprochen. Brüssel, 5. November. Der „Patriote" meldet, daß infolge deS Ergebnisses der Antwerpener Ausstellung von einer Weltausstellung 1 896 in Brüssel Abstand genommen worden ist. Im nächsten Jahre soll indessen eine nationale Ausstellung der schönen Künste und des Kunstgewerbes in Brüssel stattfinden. Antwerpen, 5. November. In voriger Nacht fanden zwischen den Liberalen und Katholiken blutige Excesse statt. Die Liberalen zogen in dichten Gruppen vor die katholischen VereinSlocale, welche sie total demolirten. Die Katholiken gaben fortgesetzt Revolverschllsse auf die wüthenden Angreifer ab. Die Polizei unterließ eS gänzlich, einzuschreiten; mehrere Polizisten machten sich nur durch die Rufe: „Hinweg mit dem Klerisei!" bemerkbar. Die liberalen Mitglieder der Bürgergarde schlossen sich in Uniform, mit allerhand Waffen versehen, dem Zuge der Liberalen an. Die Entrüstung der Blätter über die scandalösen Vorgänge und die Aufregung im Publikum ist groß. Pari«, 5. November. Die ausgeschriebene Subscrtption des „Figaro" zwecks Beschaffung deö Heilserums zur unentgeltlichen Vertheilung an Aerzte hat bereits die Summe von 500000 Franken erreicht. London, 5. November. Auf Befehl der Königin wurde anläßlich des Todes deS Czaren für die britische Armee die Anlegung derselben Trauer, wie bei dem Tode deS Kaisers Friedrich angeordnet. London, 5. November. Heute Nacht Platzte eine Bombe in Ttlney Street, ohne erheblichen Schaden anzurichten. Es wird angenommen, daß der Attentäter daS in derselben Straße befindliche Haus des Richters HawkinS, der wiederholt in Anarchistenprocessen den Vorsitz führte, in die Luft sprengen wollte. Petersburg, 5. November. Die circulirenden Gerüchte vom Rücktritte des Ministers Giers sind unbegründet. Auf seine Condolenzdepesche erhielt GierS vom Czaren Nikolaus eine schmeichelhafte Antwort mit dem Auftrage, auch ihm, dem Czaren Nikolaus, seine ausgezeichneten Dienste zu leisten. Petersburg, 5. November. Professor Leyden ist der St. Annenorden 1. Klasse verliehen worden. Petersburg, 5. November. Laut einer hiesigen Blätter» Meldung hat der Krtegsminister an sämmtliche Corpscomman- danten einen Erlaß gegen die Beschimpfung und Mißhandlungen der Mannschaften gerichtet. Petersburg, 5. November. Die deutsche Colonie veranstaltet heute in derPetrikirche einen Trauergottesdienst, an welchem der deutsche Botschafter und daS gesammte Botschaftspersonal theilnehmen werden. Petersburg, 5. November. Die Section der Leiche des Czaren bestätigte die Diagnose Leydens, Sacharjins und deren Collegen, die bescheinigt hatten, daß die unmittelbare Todesursache eine Herzlähmung infolge der Wirkungen der Nierenkrankheit und der Entzündung der linken Lunge sei. Der Leichenzug wird ungefähr am 8. November von Livadia abgehen und in den Städten Sewastopol, Simferopol, Charkow, Tula, Orel und Moskau halten. Petersburg, 5. November. Auf der Wladikawskabahn entgleiste ein Personenzug. Mehrere Beamte wurden getödtet. Biele Passagiere trugen mehr oder minder schwere Verletzungen davon. Sofia, 5. November. Freudige Uebervaschung verursacht die Thatsache, daß Czar Nikolaus die Beileids- dcpesche des Fürsten dankend und mit Ausdrücken des größten Wohlwollens erwidert hat. Niemand zweifelt nunmehr daran, daß eine vollständige Aussöhnung Rußlands und Bulgariens und die Anerkennung des Fürsten innerhalb der kürzesten Frist erfolgen werde. H- Darmstadt, 6. November. Der Großherzog reist am 14. November zur Beisetzung des Kaisers Alexander nach Petersburg. Die Beisetzung findet am 16. November statt. Coeofc* rrirö LrovLirzielles Gießen, den 6. November 1894. ** Empfang. Die in Darmstadt ansässige Schriftstellerin Fräulein Dr. Ella Mensch hatte neulich die Ehre, in längerer Audienz von Sr. Königl. Hoheit dem G r o ß h e r z o g empfangen zu werden, der sich mit der Dame aufs gnädigste unterhielt und auch geruht hat, die Widmung des neuesten Werkes derselben („Der neue Curs in Kunst, Litteratur, Theater" Verlag Levy und Müller, Stuttgart) anzunehmen. ** Ehrung, lieber eine seltene Ehrung berichtet die „Freiburger Zeitung" in ihrer Nr. 250. Da der Gefeierte früher unserer Universität angehörte und noch heute durch vielfache Beziehungen mit Gießen eng verbunden ist, so geben wir einen Auszug aus dem Berichte hier wieder. Das Blatt schreibt: Unsere Alma Mater Alberto Ludoviciana feierte vorgestern ein großes Fest. Herr Geheimerath Professor Heg ar feierte sein 30jähriges Profesioren-Jubiläum, und die Studentenschaft benutzte diese Gelegenheit, um dem allbeliebten Lehrer, der als Gynäkologe einer Art Weltruhm genießt und ein leuchtender Stern am Gelehrtenhimmel unserer Universität ist, ihre Verehrung und Dankbarkeit zu bekunden. Eine engere Feier veranstalteten die zahlreichen Hörer des Herrn Jubilars schon Vormittags 8 Uhr in dem Hörsaal der Gynäkologischen Klinik. Der große weite Saal war mit Hörern dicht gefüllt. Als Herr Geheimerath den Saal betrat, wurde er nach studentischer Art mit lautem, lanflanhaltendem Trampeln begrüßt. Dann trat Herr cand. med. Sellhetm vor und überbrachte dem Herrn Jubilar in warmen Worten die Glückwünsche der versammelten Hörer und wies auf die hohen Verdienste des Herrn Jubilars um die Gründung und Leitung der Gynäkologischen Klinik hin. Daraus hielt Herr Geheimerath eine kurze, aber bedeutsame Ansprache. In der Ehrung, die ihm soeben zu Theil geworden sei, sehe er einen Beweis dafür, daß die Art und Weise, wie er den Unterricht in der Gynäkologie ertheilt habe, Anerkennung und Würdigung gefunden hat. Sein Grundsatz sei immer gewesen, daß die Gynäkologie nicht als eine Spezialität, als etwas von der übrigen Medizin Abgesondertes betrachtet werden müsse, was zum Nachtheil der Gynäkologie und der übrigen Medizin vielfach geschehen sei. Langanhaltender Beifall gab sich nach Beendigung der be- herzigenswerthen Ausführungen kund. — Den Glanzpunkt der ganzen Feier im eigentlichsten Sinn des Wortes bildete jedoch der Fackelzug. Unter den Klängen flotter Märsche setzte sich derselbe in Bewegung. Als die Spitze des Zuges an der Wohnung des Herrn Jubilars in der Friedrichstraße angekommen war, verließen die Spitzenreiter und die Char- girten mit den Fahnen ihre Plätze im Zug und stellten sich im Halbkreis vor der Wohnung des Herrn Jubilars auf. Es war ein farbenprächtiges, malerisches Bild, das verdient hätte, von ^Künstlerhand festgehalten zu werden. Als die Chargirten sich aufgestellt hatten, begaben sich die drei Depu- tirten in die festlich beleuchtete Wohnung des Herrn Geheimrath, welcher inmitten einer auserlesenen Gesellschaft von Damen und Herren die Vertreter der Studentenschaft empfing. Zuerst begrüßten die Herren Deputirten einzeln Namens ihrer Ausschüsse den Herrn Jubilar, dann hielt Herr «and. med. Liesau die offizielle BegrüßungS- und Beglückwünschungsrede. Zum Schluß trat er an das Fenster, sprach einige begeisterte Worte an die unten versammelten Commili- tonen und brachte ein Hoch auf Herrn Geheimrath Prof. Hegar aus. Laut halten die Hochrufe der Untenstehenden wieder und alsbald begann die Musik eine Strophe des Gaudeamus zu spielen. Als die letzten Klänge des LiedeS, daS einen feierlichen Eindruck machte, verhallt waren, trat Herr Geheimerath ans Fenster und hielt eine tiefempfundene Ansprache. Nach Beendigung der Rede trat Herr Geheimerath wieder vom Fenster zurück und unterhielt sich noch eine Zeit lang aufs freundlichste mit den Herren Vertretern der Studentenschaft und entließ sie schließlich mit dem wieder- holten Ausdruck des Dankeß für die dargedrachte Ovation. Der Zug selbst entfaltete allen studentischen Pomp und war so prächtig, als man in Freiburg je gesehen hat. * * Neues Theater. Es wird uns die Mittheilung, daß wegen Krankheitsfall heute Dienstag statt des angesetzten Lustspiels „Cornelius Voß" (welches auf Freitag den 9. ds. verlegt wurde) dafür das so beifällig aufgenommene Lustspiel „Der Herr Senator" letztmals zur Aufführung gelangt. * * Feuer. In verflossener Nacht gegen 11^ Uhr brach in der im Neustädterfeld belegenen Feldscheune des Oeconomen Schwan Feuer aus und zerstörte dieselbe in ganz kurzer Zeit vollständig. Die alsbald an der Brandstelle erschienenen Feuerwehren brauchten nicht einzugreifen, da die Scheune isolirt im Felde stand und sonstige Gebäude sich in der Nähe nicht befanden. Der Eigenthümer hatte nur einen Theil des Inhalts versichert und erleidet einen nicht unerheblichen Schaden. Brandstiftung liegt vor und wird hoffentlich der Thäter seiner verdienten Strafe nicht entgehen. * * Betrug. Gestern wurde ein früherer Beamter wegen Betrugs gefänglich eingezogen. Derselbe hat sich längere Zeit Hier aufgehalten und sich unter falschen Vorspiegelungen bei Wirthen und auch bei Privaten Geld und Logis zu verschaffen gewußt. * * Oktroi-Statistisches. Im Rechnungsjahre 1893/94 vereinnahmte die Stadt Darmstadt an Octroi (nach Abzug der Rückvergütungen 2c.) 519709,93 M., Offenbach 265204,91 M., Gießen 96425,16 M.. Alsfeld 4224,50 M., Friedberg 9045,82 M., Lauterbach 2169,09 M., Mainz 556 525,44 M., Wormö 163119,88 M. * * JuvaliditätS- und Altersversicherungsanstalt betreffend. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Aller- gnädigst geruht, am 3. November den Regierungsaffesfor Ernst Böckmann aus Zwingenberg zum zweiten Beamten bei der Jnvaliditäts- und Altersversicherungsanstalt „Groß- herzogthum Hessen" unter Verleihung des Titels „Amtmann" zu ernennen. * * Sparkaffeustalistik. Ende des Jahres 1892 betrugen bie Guthaben einschließlich der gutgeschriebenen Zinsen in sämmtlichen Sparkaffen des Großherzogthums Hessen 134,779,768.01 Mk., wovon auf die Provinz Starkenburg 65,827,564.11 Mk., auf Oberhessen (welches die meisten Sparkassen hat) 23,170,858.76 Mk., auf Rheinhessen 45,781,345.14 Mk. entfallen. Die Zahl der Einleger betrug in Starkenburg 97,719, in Oberhessen 43,817, in Rheinhessen 49,099; es kommen auf 1000 Einwohner Einleger bczw. Sparkassenbücher: in Starkenburg 228.94, Oberhessen 164,04, Rheinhessen 156,84. Auf einen Einleger kommt an Einlage in Starkenburg 154,22 Mk., in Oberhcssen 86,75 Mk., in Rheinhessen 145,71 Mk. Die Gießener Spar- und Leihkasse hatte am Anfang des Jahres 1892 einen Bestand von 8286 Einlagen, es gingen zu im Laufe des Jahres 1434, ab 1915, so daß am Ende des Jahres 7805 Einlagen vorhanden waren. An Einlagenzudenvorhandenen 4,182,352.33M. gingen zu 1,062,637.81 Mk., ab 623,429.77 Mk., so daß für 1892 ein Bestand von 4,621,560.32 Mk. vorhanden war. Der Kaffebestand betrug 45,214.61 Mk., die ausgeliehenen oder verzinslich angelegten Kapitalien 4,863,632.36 Mk., der Reservefond 390,819.93 Mark. Vermischtes. * Marburg, 3. November. Gestern wurde der neu erbaute Ostflügel der Frauenklinik und Hebammen- Lehranftalt in Gegenwart von Professoren und Docenten der medicinischen Facultät, der Spitzen der Behörden und eines zahlreichen geladenen Publikums eingeweiht. An den Einweihungsact schloß sich ein Festmahl an. Dem Director der Anstalt, Herrn Prof. Dr. Ahlfeld, wurde aus Anlaß der Einweihung der Titel Geheimer Medicinalrath verliehen. * Schwelm, 2. November. Der auf der „Weuste" bei Schwelm wohnende Landwirth H. warf gestern nach dem Ausladen von Dünger die schwere Gabel achtlos in die Ecke. Dabei trafen die Spitzen der Gabel das achtjährige Kind des Bauern, das dort ohne Wissen des Bauern unter Stroh Verstecken spielte, in den Kopf. Nach kurzer Zeit war das Kind tobt. * Braunschweig, 2. November. Ländliche Halsabschneider auf der Anklagebank. Ein großer Wucherproceß spielte sich am Mittwoch und Donnerstag vor der ersten Strafkammer ab. Unter der Anklage des gewohnheits« und gewerbsmäßigen Wuchers standen der Landwirth Friedrich Pi Po, 59 Jahre alt, und fein 28jähr. Sohn Karl, in Lengede wohnhaft. Beide haben durch Geldgeschäfte in den Dörfern um Braunschweig, Peine und Hildesheim bie kleinen Bauern und Gewerbetreibcnben förmlich ausgesogen - ihrem Raffinement bankten sie lange bie ungehin- berte Ausübung ihrer halsabschneiberischen Praktiken, die, was den alten Pipo betrifft, mindestens bis ins Jahr 1872 zurück nachweisbar sind. Aus der Beweisaufnahme geht hervor, daß Pipo sen. fein Geld an alle möglichen Geld» bedürftigen auf dem Lande in Summen von 75 bis 6000 Mk. auSlieh und daß er sich dafür Schuldscheine ausstellen ließ, durch die sich der Schuldner verpflichtete, das Darlehen in drei Monaten gegen 5 bis 6 Procent Zinsen zurückzuzahlen, außerdem aber im Falle nicht pünktlicher Rückzahlung Strafzinsen bis 131/3 Procent zu leisten; diese Schuldscheine hatten die Schuldner auszustellen, nachdem ihnen Pipo Provision „nach Uebereinfunft", Wege», Schreib- und Stcmpelgedühren schon bei Auszahlung des Darlehens in Abzug gebracht hatte- daß P. einen 40 Pfennig-Stempel mit 10 Mark in Anrechnung brachte, war nichts Seltenes. So war es denn nicht zu verwundern, daß in Wirklichkeit die Zinsen 38, ja 50 Procent und darüber betrugen. Ein Brinksitzer z. B. hatte im Jahre 1872 von Pipo sen. 600 Mk. geliehen und das Capital bis 1885 regelmäßig verzinst. Vier Jahre später mußte der Mann einen Schuldschein über 1200 Mk. ausstellen, und als er nun bas ursprüngliche Darlehen mit 600 Mk. zurückzahlte, mußte er zu seinem Entsetzen hören, baß er noch immer 1200 Mk. zu zahlen unb diese ent= sprechend weiter zu verzinsen habe. In raffinirter Weise wußte bie Familie Pipo zu verhinbern, baß so ein unglück- licber Schulbner sein Darlehen pünktlich zurückzahlte, um bie gefürchteten Strafzinsen zu vermeiden. Erschien er zu dem Zwecke in Lengebe, so war^berjenige Pipo, der daS „Geschäft" gemacht, zufällig nicht anwesend unb ber Schulbner würbe mit Jammt dem Gelbe heimgeschickt in ber stillen Hoffnung, daß der Mann es verausgaben und in den Klauen der Wucherer sitzen bleiben werde. Im Uebrigen ergibt die Beweisaufnahme, wie auch das Plaidoyer des Staatsanwalts, daß die Pipos die Belastungszeugen in einer Weise „bearbeitet" haben, bie ihnen noch eine Anklage wegen Zeugenbeeinflussung einbringen wirb. Mit Rücksicht auf die lange Zeit, in ber sie ihr Unwesen getrieben unb auf bas unermeßliche Unglück, bas sie über große Gebiete Braunschweigs unb Hannovers gebracht, beantragt ber Staatsanwalt gegen Pipo sen- 5 Jahre Gefängniß, 5 Jahre Ehrverlust und 10,000 Mk. Geldstrafe, gegen Pipo jun. 2 Jahre Gefäng- niß, 2 Jahre Ehrverlust und, da dieser Gehilfe seines Vaters doch vermögenslos sei, nur 150 Mk. Geldstrafe. Nach längerer Berathung verkündete ber Gerichtshof bas Unheil bahin, baß wegen gewerbs- unb gewohnheitsmäßigen Wuchers Pipo sen. zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängniß (unter Anrechnung von 3 Monaten auf erlittene Untersuchungshaft), 3000 Mk. Geldstrafe event. ferneren 300 Tagen Gefängniß und 3 Jahren Ehrverlust, Pipo jun. zu 9 Monaten Gefängniß, 1000 Mk. Geldstrafe event. ferneren 100 Tagen Gefängniß unb 2 Jahren Ehrverlust verurteilt seien. Gegen Beide würbe die sofortige Haft verfügt, Pipo jun. auf Gerichtsbeschluß aber anheimgestellt, nach Leistung einer Caution in Höhe von 100,000 Mk. sich vorläufig in Freiheit setzen zu lasten. * Metz, 30. October. Ein Vorkommniß in der hiesigen höheren Töchterschule bildet das allgemeine Stadtgespräch. Die Tochter eines Obersten sollte in der Schule während der Pause die von ihr zu Boden geworfenen Papierschnitzel aufsammeln und weigerte sich dessen, und zwar auch dann noch, als die Lehrerin den Director herbeirief. Eine ältere Schwester der Ungehorsamen erklärte dem letzteren, der Vater habe ihnen verboten, derartiges selbst zu thun, dasjset Sache ber Dienstboten. Da bie beiben Mäbchen bei ihrer Weigerung blieben, würben sie vorläufig nach Hause geschickt. Die Folge biescs Vorkommnisses ist nun, baß eine Liste bei sämmtlichen Offizieren in Umlauf ist, um eine neue private höhere Töchterschule zu grünben. Die Betheiligung ist sehr groß, und wenn sich die Regierung nicht ins Mittel legt, werden wir hier zu Ostern so eine Art weiblicher Cadetten- anftalt bekommen. * Die Besitzerin der ReichStagSbaukaeipe hat sich jetzt zur Ruhe gesetzt, nachdem bas bekannte kleine Gasthaus, welches innerhalb des Bauzaunes an ber Ecke gegenüber ber Hinbersin? straße stand, mit dem Zaune niedergeristen worben ist. Auf eine Weiterführung bes Geschäftes, das zu den lohnendsten seiner Art gehörte, in einem provisorischen Raume bis zur vollständigen Fertigstellung des neuen Reichstagsgebäudes hat bie Frau verzichten können. Als seiner Zeit ber Grundstein für bas letztere gelegt würbe, kam ber Ehemann ber Frau um die Erlaubnis zur Errichtung einer Restauration für die bei dem Bau beschäftigten Arbeiter ein. Dieselbe wurde ihm ertheilt, unb zwar ohne jebe Pacht, hingegen mit ber Bedingung, baß er auf eigene Kosten geeignete Räumlichkeiten Herstellen laste. Daraufhin ließ ber Restaurateur bas einstöckige, ziemlich geräumige Gebäude errichten, besten Kosten sich auf etwa 8000 Mark beliefen. Natürlich war bei ber großen Zahl ber ftänbig auf dem Riesenbau beschäftigten Arbeiter — etwa 300 im Durchschnitt — daS Geschäft ein äußerst gewinnbringendes. Unb so führte benn, als vor längerer Zeit der Besitzer besselben starb, seine Wittwe nebst den hinterlassenen Kinbern bie Baukneipe weiter fort, bis jetzt mit bem Fallen beß Bauzaunes auch bie« ein Enbe erreichte. Von bem burch den Reichstagsbau Erworbenen kann die Familie nun angenehm leben. * Die Socialbemokratie wird durch daS uaverautwortliche Verfahren mancher Arbeitgeber förmlich groß gezüchtet, wie neueste Berichte zeigen. In B e r 1 i n lassen viele Mäntelschneiber ihre Arbeiten durch Lehrmädchen ausführen, um dadurch den Arbeitslohn zu sparen. Die „Lehrzeit" währt acht Tage bis vier Wochen- während dieser Zeit, für welche vielfach noch ein Lehrgeld von 10 bis 25 Mk. zu entrichten ist, lernen die Mädchen nichts, wüsten vielmehr ihre schon mitgebrachten Fähigkeiten bloß zu Gunsten des Fabrikanten ver- werthen. Der gleiche Betrug wird verübt im Cravattenfach, der Wäschebranche, der Perl-, Consection- und Plattstickerei, sowie überhaupt bei allen inbuftrieartig hergestellten Arbeiten dieser Art. Es muß gerabezu vor Anzeigen gewarnt werben, die bei kurzer Lehrzeit einen späteren hohen Wochenverdienst in Aussicht stellen. Aehnliches wird aus Mülheim a. Rh. berichtet, wo in einer Maschinenfabrik sämmtliche ältere Arbeiter mit wenigen Ausnahmen entlassen unb bie Maschinen mit Lehrlingen besetzt werden. Sobald die jungen Leute nun in ein Alter kommen, wo sie den ihnen zukommenden Verdienst erwerben wollen, sind sie gezwungen, die Arbeit zu verlassen, ' unb befinden sich als einseitig ausgebildete Menschen in schlechterer Verfassung, als ein ungelernter Arbeiter im gleichen Alter. * Um eines Apfels willen sind in Mont arg is bei Orleans zwei Mordthaten vollsührt worden. Dort wurde an einem Morgen der Sohn des Pächters Jrnbert, an einem ; Baume hängend, mit einer Schlinge um den Hals, tobt auf» gefunben. Der Baum gehört zu dem Terrain des Obst- züchters Bibiges, ber ehedem aus Algier nach Orleans verzogen war, und der seit langer Zeit baß Kinb beschuldigte, ihm seine Aepfel zu stehlen. Da ber kleine Jmbert noch als Leiche ein Apfelstück im Munbe hatte, so wurde angenommen, baß kein anderer als Bibiges in seinem Zorne den Mord vollsührt habe. ES wurde daher zu seiner Verhaftung geschritten, doch wurde er wegen ungenügender Beweise wieder in Freiheit gesetzt. Hierüber ergrimmte der Vater deS ermordeten Kindes, und er beschloß, seinen Nachbar deS gleichen Todes sterben zu lasten. Er lauerte an einem Abende BibigeS auf, versetzte ihm erst einen Stoß vor die Brust, dann erwürgte er ihn. Jmbert befindet sich zur Stunde im Ge- sängniß, wo er der Vergeltung sür seine That entgegenfieht. ♦ „Madame Albert, Schneiderin für Hunde", so steht aus dem Thürschild eines neuen Ateliers, das dieser Tage in Paris eröffnet worden ist. Für die Hunde der „Hauptstadt der Welt" hat eine Schneiderin ein Modemagazin und ein Atelier eingerichtet, in welchem die Freunde der Menschen mit allen Ehren und mit der größten Höflichkeit empfangen werden. Ein sehr hübsch möblirter Salon steht den vierbeinigen Kunden zur Verfügung- hier finden sie auch ein Buffet, das mit dem Hundczwieback und mit vielen anderen Hundeleckereien reichlich versehen ist. Die Besitzer oder die zärtlichen Besitzerinnen der Hunde können in dem Atelier der Madame Albert für ihre Lieblinge alles bekommen, was sie nur wünschen. Ja, es werden ihnen auf Verlangen sogar ein Hunde-Modejournal und Pröbchen von Stoffen für Hundekleider in- Haus geschickt. — Das ist doch offenkundige Gehirnerweichung! ♦ Von einem Kochkünstler ersten Ranges stammt die Erklärung: „Ich möchte nicht Küchenchef sein, wenn LiebigS Fleischextract nicht wäre". An diesen Ausspruch erinnert man sich bei Durchsicht eines vornehmen Kochbuches, daS wirklich die allerfeinsten Gerichte zu bereiten lehrt: „Neues illustrirtes Kochbuch" von H. Kurth und Henry Petit, Küchenchefs fürstlicher und gräflicher Häuser Schlesiens und Polens (Verlag von Jos. Max & Co. in BreSlau). In diesem mit farbigen Bildern und Holzschnitten reich ausgestatteten Buche werden, wenn es sich um Fleischspeisen, Saucen, RagoutS :c. handelt, fort und fort bestimmte Zuthaten von LiebigS Fleisch- extract vorgeschrieben. Diese unschätzbare Erfindung deS großen Chemikers nützt nicht nur dem kleinen Haushalte, wie allbekannt - es ist, das beweist jenes Buch aufs Neue, auch den feinsten Köchen unentbehrlich. * Sehr wahrscheinlich. Lehrer: „In welcher seiner Schlachten wurde Gustav Adolf getödtet?" — Schüler (nach längerem Nachdenken): „Ich glaube, in seiner letzten!" Die zuverlässigste Versicherung, daß c8 für die Toilette keine beffere ©elfe gibt, als die berühmte Doering» Seife mit der Sule, wird dem .Käufer dadurch geboten, daß Doerings Seife mit der Eule alljährlich auf 2 verschiedenen Unterwchungsstatwnen von gerichtlich beeidigten Chemikern chemisch untersucht und stets als eine Seife befunden wird, die an Reinheit. Milde. Fettrelohthum nirgends Ihres Gleichen hat. Mit dieser Seife, die nur 40 Pfg. kostet und auf Wunsch auch unparfümtrt zu haben ist, erzielt man eine wunderbar zarte und schöne Haut. Engros-Verkauf: Benner &. 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