1894 Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren Hratisbeikage: Gießener Kamilienötatter Gesangverein. Feuilleton d, b-" Abend des Neujahrstages brachte dann außer den genannten Vergnügungen noch eine Galavorstellung im Großherzoglichen Hoftheater. Man hatte dazu Delibes Oper „Lakme" gewählt, die erst neulich während der Anwesenheit des Herzogs von Eoburg als Festvorstellung gegeben worden war. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog, ebenso Prinz Wilhelm und Prinzessin Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Sonntag den 7. Januar lenbafl e Leib. zu stärken, kommt doch vor allen Dingen in Betracht, daß England, wenn auch nicht offen, so doch still auf Seiten der Dreibundsmächte steht nnd stehen muß, weil ein übermächtiges Rußland oder Frankreich die Weltmachtsstellung Englands ruintren würde. Deshalb geben die von England erstrebten Flottenverstärkungen auch keinen besonderen Anlaß zu Kriegsbefürchtungen, sondern sie sind vielmehr, wenn sie das Parlament noch bewilligt, ein neues Unterpfand für den Weltfrieden. __________________________ Loeater unb Frsviirzteller. Hießen, 6. Januar 1894 ** Behgfs gemeinsamer Besprechung betr. Ausübung der offenen Armenpflege in Gießen versammelen sich die Armenpfleger, Bezirksvorsteher, die Mitglieder der Armendeputation und der Stadtverordneten-Versammlung am Montag den 8. Januar, Abends 8 Uhr, in den oberen Räumen der Restauration Feidel (Sonnenstraße). — Nack der summarischen Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der städtischen Armenkasse für 1892/93 belaufen sich die Aufwendungen für die Zwecke der Armenpflege auf 65 629.59 Mk. Darunter wurden verausgabt an Geldunterstützungen re. 25 241.21 Mk., Anschaffung von Schulbedürfniffen 764.16 Mk., ärztliche Behandlung und Arzneien 13931.89 Mk., Begräbnißkosten 743.78 Mk., Kosten des Bürgerhospitals 6862.52 Mk., Kosten für Verpflegung armer Geisteskranker 656.91 Mk., aus Stiftungen 2015.90 Mk., Unterbringung armer Kinder in Familien 6222.72 Mk., Fürsorge für verwahrloste Kinder 3072.76 Mk., Lehrgelder 310 Mk., Unterhaltung der Gebäude 1348.81 Mk. — Die Einnahmen betrugen 66 698.15 Mk.; sie setzen sich zusammen u. A. aus Capitalzinsen mit 10951.32 Mk., Zuschuß aus der Stadtkasse mit 33 133.22 Mk., Ersatz von Verpflegungsgeldern 16981.56 Mk. usw. ** Der Getreidemarkt. Große Ruhe bei schwacher Preishaltung bildete das Signum des Getreidemarktes auch in der ersten Woche des neuen Jahres, wie dieses Characteristicum des einheimischen Getreidegeschästes schon in den letzten Wochen des alten Jahres hervorgetreten war. Die Kauflust für Weizen wie für Roggen erwies sich an den allerersten Plätzen als belanglos, so daß beide Artikel fast überall noch weiter etnbüßren. Auch in Hafer war der Markt vorwiegend matt und mußte auch dieser Artikel beinahe an allen Plätzen nachgeben. Von auswärts lauteten die Meldungen ebenfalls nicht sonderlich belebend, auch das Inkrafttreten des deutschrumänischen Handelsvertrages mit seinen Ermäßigungen für Alix erschienen zu der Vorstellung, vom Publikum mit jubelndem Hoch auf das ganze Großherzogltche HauS empfangen. Dann wurde noch vor Beginn der Ouvertüre zur Oper der erste Vers der Nationalhymne gesungen, den die Anwesenden stehend anhörten. Die Vorstellung selbst verlief günstig, die scenische Prachtentfaltung war wiederum blendend und sand verdiente Bewunderung. Haben wir somit der Feier des Nevjahrstages selbst gedacht, so sei auch nicht vergessen, eine Art von Vorfeier zu erwähnen, nämlich des großen Sylvester-Balles im Casino, der glänzend verlaufen sein soll. Die Carnevalszeit ist diesmal nur kurz bemessen und die Zahl der größeren Bälle zc. wird daher wohl nicht allzu groß werden. Mit begreiflichem Interesse sieht man in den betheiligten Kreisen dem schon im letzten Briefe erwähnten großen Hosballe entgegen; ich hoffe Ihren Lesern seiner Zeit über den Verlauf dieses Festes näher berichten zu können. Die Carnevalssitzungen nehmen, wie schon gemeldet, bereits jetzt ihren Anfang. Unsere bewährten Carnevalsredner werden diesmal allerdings ein schönes Stück Arbeit zu bewältigen haben, wenn sie locale Angelegenheiten zum Gegenstand ihrer beliebten satirischen Vorträge machen wollen- der Stoff ist für dieses Jahr nicht allzu reichlich, das vielgenannte und vielbesungene Straßenbahnproject wird wohl hauptsächlich herhalten muffen. Jndeß wird der Humor unserer Narr- hallesen auch mit dem dürftigen Material zu rechnen wissen und uns doch manch lustig Stücklein bringen, im nächsten Briefe mehr davon. Im Kunstleben beginnt sichs nach den stillen Wochen vor dem Weihnachtsfeste wieder lebhaft zu regen. Das dritte große Hosmusik-Concert ist bereits angekündigt, außerdem sollen demnächst Richard Wagners „Meistersinger" neu ein- studirt in Scene gehen, außerdem Messagers Oper „Zwei Könige", die vor 2 Jahren unter des Componisten persönlicher Leitung einen stürmischen Erfolg errang. Im Schau- spiel sind uns nach Angabe der Tagesblätter eine ganze Reihe von Novitäten in Aussicht gestellt, die alle ihre Zugkraft nicht verfehlen werden. Auch mehrere Privat Concerte und Vierteljähriger <Ä6onn\ö mästen unb Sabegäsie siub r andssLhigkeit bet ßanbltule - t bet Monat Z«vi gldä welche OoftdLume, Satte: m hart mitnehmm. Die F» wirb mit 7-9 M. bezahit li erregen in der ganzen Pio» ©tmü^tin lafid, mlnbtir. Tin mit btm 7. %uni setzen hl fiartoifdprds [tilgt rasch - den Nachts Futter zu werbe Kälber. Das Nmbviei» ft man verlaust es zuLüzie^ ernaVttx bann. Die jue wart Engerlinge nagen c Mailäter bie Aältn btt Sin iier sehen aus wie im ßr o etlvas war wirklich noch MP folgt) btt Nachrichten. or Otto Heubner auljjj lerlln als diachfolzer httiB! » ReichrS«rich^ „ St in Ravolbshnjen s ° loche wcht °llM « der iu. jAtai lol SÄS sS$S n^aÄ|nbetung beb «0 »"*• , „ «ine SammW Sfft’ä's !ÄV«® asivWirNnLdmt^ s-^°^vtr!chieben?N uch üvtt ^nifche § --«-Kd Atreir *;Ugrnpitun0 ubtrk;= m vollen -tz-N ch-S-SH ^KsL'K'^ f,#t bet p Holzversteigerung. Dienstag, den 9. Januar t. I. werden aus dem District Zellenrod 44a versteigert: 96 Kiefernstämme von 17—41 cm Durchm., 3—15 m Länge mit 37,54 fm, 2 Fichtenstämme von 25—32 cm Durchm., 8—14 m Länge mit 1,52 fm, 2 Lärchenstämme von 25—26 cm Durchm., 7 m Länge mit 0,71 fm. Eichen: 10 rm Scheiter, 2 rm Knüppel, 150 Wellen, 9 rm Stöcke. Nadel: 323,4 rm Scheiter, 262,3 rm Knüppel (hiervon 120 rm in Schichten von 3 m Länge), 3530 Wellen, 99 rm Stöcke. Weichholz: 110 Wellen. 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