HNtt Huna (Inch) Mittags &et später. i 6u istraue 8, I^ReAn. 'plaWi^ jähtte, m ^Mändiger len A UÄM. chtehM irnifw. *3 K i und BaJL Pfg. bti ben Henen mnb, Neuen-BLue HM r im Was. instand. Hl und des Clatxei- sn Conservatoriumt tags 3 Uhr itionen ich bis zum V issejO^-J? lüft gartens. [etaeekjulßM» Sperrsitz Mark 1.50, 55»» üeti««»6 ” Uschlands flirt a. M- , i# »*** arößereO ÄS s 1894 Freitag den 6. Juli Nr. 155 Amts- und Zlnzeigeblutt für den Areis Gieren. Redaction, (Srpebitiea und Druckerei: KLutstrakc "Nr.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger AßonncmttrtsprtU: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlodu. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aa mitien Slütter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der chießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Kichemr Anzeiger Keneral'-Wnzeiger. 2inrtlichev Shell. Bekamtmachmlg, Betr.: Maßnahmen gegen die Cholera. Der Ausbruch der Cholera in mehreren Deutschland benachbarten Ländern veranlaßt uns, wiederholt auf diejenigen Vorkehrungen hinzuweisen, welche geeignet sind, dem Ausbruch der verheerenden Krankheit entgegen zu arbeiten. Als wirksamstes Vorbeugungsmittel gegen die Seuche ist die peinlichste Reinlichkeit anzusehen. Dieselbe darf sich nicht allein auf die einzelnen Häuser und Hofraithen erstrecken, sondern muß auch auf deren nächste Umgebung ausgedehnt werden. Besondere Aufmerksamkeit in dieser Beziehung ist dem Zustand der Aborte, der Art des Abflusses der flüssigen Abgänge aus den Haushaltungen und aus Gewerbebetrieben, sowie der Ansammlung festerer der Fäulniß unterliegenden Rückstände aus diesen zuzuwenden. Auch beim Betriebe der Landwirthschaft und Viehzucht ist Reinlichkeit nicht minder zu beachten. Die Dunggruben sowie die Abflüsse aus denselben, die Ställe, besonders solche in enggebauten Orten und dichtbewohnten Stadttheilen, müssen öfter auf ihre Reinhaltung geprüft und allenfalls desinftcirt werden. Dasselbe gilt von Aborten, Dung- und Senk-Gruben, wobei auch darauf zu achten ist, daß dieselben im Sommer öfter entleert werden müssen, als in den kühleren Jahreszeiten. Ferner empfiehlt es sich, Gossen, Reule, Schlammfänge und Abzugsgruben durch Ausspülen mit hinreichenden Wassermengen gründlich zu reinigen, damit jede Ansammlung fauliger Rückstände in denselben verhindert wird. In allen öffentlichen Anstalten und Localitäten, welche von Dielen Menschen besucht zu werden pflegen, wie Bahnhöfe, Spitäler, Armenhäuser, Schulen, Gefängnisse, Haftlocale, Gasthäuser, Wirths(haften, Herbergen und Logirhäuser u. dgl. müssen reichliche Wasserspülungen der Aborte und Pissoirs mehrmals im Tage, sowie hie und da gründliche Desinfectionen vorgenommen werden. Eine weitere Schutzmaßregel gegen die Seuche ist die Verwendung nur reinen, keimfreien Wassers zum Trinken, Reinigen und Spülen. Brunnen, Quellen und Wasserleitungen sind sorgfältig rein zu halten, verdächtige Brunnen sofort zu schließen. Eine besonders reinliche Handhabung ist bei der Ausübung derjenigen Gewerbe geboten, welche die Anwohner durch üble Ausdünstungen belästigen, wie Schlachthäuser und Hausschlächtereien, Wildhandlungen, Seifensiedereien, Knochenlager, Häute und Lumpen bei Sammlern und Händlern. Gießen, den 4. Juli 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Gießen, den 4. Juli 1894. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grofth. Bürgermeistereien und Polizeibehörden des Kreises. B etr.: Wie vorher. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie ortsüblich publi- ciren und die Ausführung der darin enthaltenen Empfehlungen sich angelegen sein lassen; insbesondere werden Sie für gründliche Reinigung der Gossen, Reule, Kanäle und Schlammfänge, sowie für Reinhaltung der Brunnen, Quellen und Wasserleitungen Sorge zu tragen haben. v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 10 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Kreisausschuß während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Lauf der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen. Gießen, 3. Juli 1894. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen, v. Gagern. Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Provinzialausschuß mährend der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen sind dieselben ohne Einfluß. Gießen, den 3. Juli 1894. Der Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhessen. v. Gagern. Provinzial-Director.____________________ Bekanntmachung. Betreffend: Die Handhabung der Feierabendstunde. Mit Rücksicht auf die in letzter Zeit sich mehrenden nächtlichen Ruhestörungen, insbesondere in Wirths« und Kneiplocalen und auf die vielfach eingelaufenen berechtigten Beschwerden haben wir uns veranlaßt gesehen, die Schutzmannschaft anzuweisen, in denjenigen WirthSlocalen, Vereinsund Studentenkneipen ohne Ausnahme, in welchen nach 11 Uhr (die gesetzliche Feierabendstunde) noch gesungen, musicirt, gelärmt oder gekegelt wird, alsbald Feierabend zu bieten und jede Nichtbeachtung zur Anzeige zu bringen. In besonderen Fällen kann durch bei uns vorher eingeholte Erlaubniß die Feierabendstunde verlängert werden. Gießen, den 5. Juli 1894. GroßherzoglrcheS Polizeiamt Gießen. ___________________I. V.. Roth.____________________ Deutscher Reich. Berlin, 4. Juli. Kaiser Wilhelm weilt nunmehr mit seiner erlauchten Gemahlin wieder aus norwegischem Boden, um hier, im Anblicke großartiger und stets wechselnder Naturscenerien, wie schon in früheren Jahren sich von den mannigfachen Anforderungen und Anstrengungen seines Herrscheramtes für mehrere Wochen zu erholen. Die Nachricht, daß die Kaiserin die Nordlandsreise ihres hohen Gemahls nur bis Malmö mitmachen werde, erweist sich als unbegründet, voraussichtlich wird die Kaiserin den Kaiser bis nach Trondhjem begleiten. Neueren Meldungen zufolge trifft die Kaiserin an Bord des Schulschiffes „Grille" am 20. Juli aus Norwegen wieder in Kiel ein. — Die Begnadigu ng der wegen Spionage vom Reichsgericht zu Festungshaft verurtheilten französischen Marineoffiziere Degony und Delguey Seitens des Bemerkungen ?«r Frsuenstage. I Die nachfolgenden Bemerkungen über eine Frage, die \ durch manche neue Anregung in letzter Zeit an allgemeinem Interesse gewonnen hat, beruhen auf langjährigen Beobachtungen und vielfachem Gedankenaustausch mit einsichtigen Männern und Frauen. Wenn der Versasser des Aufsatzes von vornherein erklärt, daß er der Möglichkeit einer Lösung auf den 1 bis jetzt eingeschlagenen Wegen für seine Person zweifelnd ; und stellenweise ablehnend gegenübersteht, so wird die Offen- { beit des Bekenntnisses die Lectüre für manche Leserin weniger • angenehm machen. Der Sache aber kann es, wo es sich doch nicht um bloße Unterhaltung handelt, nur förderlich sein, wenn der Standpunkt des Verfassers zum Widerspruch und zu weiterem Nachdenken veranlaßt. In der Ausführung soll möglichste Kürze herrschen. Denn es kommt nicht darauf an, zu überreden, sondern verstanden zu werden. Die Frage nach der Erwerbsfähigkeit der Frauen besserer Stände ist, soweit ich mich erinnere, zunächst für | Berlin — um von einem maßgebenden Centrum auszugehen — zuerst vor einem Menschenalter practisch aufgeworfen worden. ES sind daraus allerlei segensreiche und mit Erfolg arbeitende Einrichtungen hervorgegangen, die nicht einzeln genannt zu werden brauchen, weil sie jedem bekannt sind. Allen diesen Einrichtungen ist gemeinsam, daß sie sich innerhalb der von der Natur oder wenigstens von der herkömmlichen Auffassung gezogenen Grenzen weiblicher Thätigkeit halten, daß sie die nach eben dieser Auffassung der männlichen Arbeiten vorbehaltenen Berufsarten nicht oder doch nicht vorwiegend berühren. Das ist in neuester Zeit anders geworden und wird gleich weiter zu verfolgen sein. Einstweilen erinnern wir uns an die jedem von uns bekannte Thatsache, daß die Bewegung innerhalb der sogenannten niederen Stände, der arbeitenden Klasse, viel älter ist, daß sie längst allerlei Ergebnisse, darunter auch recht unfreundliche, gezeitigt hat, daß hier also ein in mancher Hinsicht abgeschlossenes Gebiet hinter unserer Erfahrung liegt, von wo aus manch lehrreicher Ausblick in die Zukunft der noch un- t gelösten „höheren" Frauenfrage möglich sein wird. In den niederen Ständen ist die Frau naturgemäß häufiger die l Arbeitsgenossin des Mannes, auch in der gleichen Arbeit. Der Antheil der Frauen ist längst Bestandtheil des practischen Lebens und Gegenstand der ordnenden Gesetzgebung geworden. Das Maß dieses Antheils ist erfüllt. Die Gesellschaft, innerhalb deren jetzt am meisten diese Frage erörtert wird, die Socialdemokratie, fordert keine Steigerung dieses Arbeits- antheils mehr. Sie möchte im Gegcntheil den Frauen zwar politische Rechte verschaffen, aber in der Beschränkung der Frauenarbeit geht ihr gerade der sürsorgend eingreifende Staat noch nicht weit genug. Und zwar nicht etwa blos, weil der Mann seine Frau für das Haus und die Besorgung der Kinder nöthiger zu haben glaubt. Vielmehr lassen alle Erörterungen einerseits über Arbeiterschutz und Herabsetzung der Arbeitszeit überhaupt, anderseits über Beschränkung der Frauenarbeit/ wie sie in den letzten Jahren reichlich gepflogen wurden — sie lassen alle einen Punkt als Resultat klar hervortreten: der Mann empfindet seine Frau als Concur- renttn in seiner Arbeit und für beide ist nach seiner Auffassung in dem bisherigen Umsange der Arbeitsleistung kein Platz mehr. Ich brauche wohl nur mit einem Worte auszusprechen , daß dieser Wendepunkt auch einmal in der „höheren" Frauenfrage eintreten wird, und zwar um so eher, je entschiedener die im Sinne dieser Frage sich organisirende Frauenarbeit sich auf bisheriges männliches Domanialgebiet wagt. Die folgenden Betrachtungen werden sogar zeigen, daß diese Wendung für einzelne Arbeitsgebiete bereits sich borbereitet. Analogieschlüsse sind nicht für alle Einzelheiten zwingend, aber sie geben uns einen Standpunkt zur vorläufigen Auffassung des Ganzen. Deßwegen durfte ich diesen Ausblick lehrreich nennen. Nun wenden wir uns zu den einzelnen Thatsachen, mit denen sich unsere Frage zu beschäftigen hat. Doch zuerst muß ich den Leser bitten, noch einige Augenblicke in den Vorhallen zu verweilen und sich das zu vergegenwärtigen, was sich in den letzten dreißig Jahren auf den Arbeitsgebieten vollzogen hat, die, mehr weiblicher Art entsprechend, darum auch die Unterschiede höherer und geringerer Geistesbildung nicht so scharf hervortreten lassen. Ich erinnere an einzelne Zweige des Handels und des Gewerbes, an Buchhalterinnen, Rechnerinnen und Ladnerinnen, innerhalb des staatlichen Betriebes an Post und Telegraphie. Das ist natürlich örtlich sehr verschieden. In der Schweiz war man beispielsweise hier schon vor Jahrzehnten zu einer Entwickelung gekommen, die bei uns noch jetzt nicht erreicht ist. Der alle diese Einzelerscheinungen bewegende Gedanke war nicht, den Frauen eine besondere Arbeit zu schaffen, dte der Mann nicht auch hätte leisten können. Vor allem lag nicht etwa die Vorstellung einer höheren ober auch nur einer spezifischen Intelligenz der Frauen zu Grunde. Höchstens berief man sich auf Charactereigenschasten und größere äußere Applikation; das mag sich jeder meiner Leser im Einzelnen selbst ausführen. Namentlich war maßgebend die starke Triebfeder in unserem, von der Concurrenz erfüllten Geschäftsleben, das Streben nach möglichst geringen Productionskosten, also die Billigkeit der Frauenarbeit. Dieser Gesichtspunkt nun, ins Praciische übersetzt, hat, wenn wir ihn nur für einen einzigen Ort und auf einem einzigen Gebiete verfolgen wollen, ein Ergebniß von verblüffender Deutlichkell ins Leben gerufen. In Berlin war vor dreißig Jahren weibliche Bedienung in Läden, abgesehen vom Hauspersonal und einzelnen Geschäftszweigen, eine Seltenheit. Jeder weiß, daß jetzt, was damals Ausnahm- toar, die Regel bildet. Die Kehrseite davon ist die Misere der stellenlosen Commis und das aussichtslose Lehrlingssystem. Hat nun aber, was Tausende von Männern, die sich im tiefsten Elend befinden, genommen wurde, die Frauen glücklich gemacht und ihnen zu einer ihren Ansprüchen entsprechenden Lebenslage verholsen? Oder sehen auch sie bereits ihre Wünsche nicht erfüllt und das Leben nicht geneigt, noch geeignet, weiteres zu gewähren, so daß hier die Frauenfrage von einer befriedigenden Antwort noch ebenso weit entfernt ist wie vor dreißig Jahren? Die Antwort darauf mag sich jeder nach seinen Erfahrungen selbst geben. Auf alle Fälle wird er zugestehen, daß dieses ganze Gebiet zu einem frucht- reichen Ertrag für Frauen besserer Stände nicht weit genug bemessen ist. (Fortsetzung folgt.) Kaisers bildet noch immer das intereffanteste Moment des Tages. Welch' ein lebhaftes und freudiges Echo der unerwartete Gnadenact des deutschen Herrschers in Frankreich hervorgerufen hat, davon zeugen schier zahllose Meldungen, sie laffen sämmtlich erkennen, daß diese Handlung des deutschen Kaisers, namentlich da sie am nationalen Trauertage der Beisetzung Carnots erfolgte, einen ganz gewaltigen Eindruck auf alle Kreise der französischen Nation gemacht hat. Es ist daher nur begreiflich, wenn vielfach die Meinung auftaucht, die großmüthige That Kaiser Wilhelms werde sich zum Ausgangspunkte eines neuen, freundschaftlicheren Verhältnisses zwischen Deutschland und Frankreich gestalten, und die Brücke zur Wiederherstellung besserer Beziehungen zwischen der deutschen und der französischen Nation bilden helfen. Gewiß wäre dies eine herrliche Folge des kaiserlichen Gnadenactes, aber der Sinn unserer westlichen Nachbarn ist recht wandelbar, und wenn heute die Begnadigung der beiden genannten Offiziere überall in Frankreich freundlichere Empfindungen gegenüber Deutschland hervorgerufen hat, so schließt dies nicht aus, daß vielleicht schon morgen durch irgendein zufälliges Ereigniß der alte Haß, den die Franzosen seit 1870/71 gegen ihre Besieger im Herzen getragen und auch oft laut genug bekundet haben, wiederum hervorbricht. Inzwischen sind die Herren Degony und Delguey von Glatz in Paris eingetroffen, wo sie am Bahnhofe von ihren Familien empfangen und von einer großen Volksmenge sympathisch begrüßt wurden. Wiederholt haben die Herren ihrer Genug- thuung über die aufmerksame Behandlung, deren sie sich während ihr 192tägigen Strafhaft auf der Festung Glatz zu erfreuen hatten, Ausdruck verliehen. Wie aus Glatz gemeldet wird, bewarf das Publikum die beiden französischen Offiziere mit Blumen, eine Ovation, die jedenfalls eine scharfe Rüge verdient. Denn wenn auch die Herren Degony und Delguey persönlich von durchaus ehrenwerrhem Character sein mögen, so ändert dies doch durchaus nichts daran, daß sie Deutschland durch ihren Sptonageversuch nach besten Kräften haben schaden wollen, — Feinden des Vaterlandes aber streut man keine Blumen! — Ein bemerkensw erther Gedenktag in der socialpolitischen Gesetzgebung Deutschlands ist mit diesem Freitag herangekommen. Denn am 6. Juli ds. Js. erfüllt sich ein Jahrzehnt, daß das erste Unfallversicherungsgesetz erlassen wurde, welchem dann in längeren oder kürzeren Zeiträumen die übrigen Unsallver- ficherungsgesetze nachfolgten. Wie segensreich die staatliche Unfallversicherung schon in diesem ersten Jahrzehnt ihres Bestehens gewirkt hat, geht u. A. daraus hervor, daß die im Jahre 1893 gezahlten Entschädigungssummen an die Arbeiterschaft sich im Ganzen auf 38,1 Millionen Mark beliefen, gegen 1,9 Millionen Mark im Jahre 1886, und daß im Jahre 1893 nicht weniger als 278 777 Personen Entschädigungen ausgezahlt erhielten. — Der Berliner „Bierkrieg" hat jetzt zu ernsten Differenzen in der socialdemokratischen Boycott-Commtssion geführt. Ein Theil der Commission, mit dem bisherigen Vorsitzenden, Reichstagsabgeordneten Auer, an der Spitze, will den Boycott mit allen Mitteln fortsetzen, ein anderer Theil der Commission, hinter welchem die Autorität Bebels steht, will dagegen einen „ehrenvollen Frieden" mit den Brauereien schließen. Zunächst hat die Sache zur Niederlegung des Vorsitzes in der Commission Seitens des Herrn Auer geführt. Neueste Nachpichteir. Wolffs telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 4. Juli. Unter Führung des Staatssecretärs v. Bötticher begab sich eine große Anzahl von Bundesrathsmitgliedern zur Besichtigung der Anlagen des Nordostseecanals nach Kiel. Berlin, 4. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zum Schutz der Waarenbezeichnungen vom 12. Mai 1894 und des Gesetzes betreffend den Schutz der Gebrauchsmuster vom 1. Juni 1891. Karwin, 4. Juli. Heute wurde der Tiefbauschacht wieder geöffnet und nach dreistündiger Ventilation ließ man unter gleicher Vorsicht wie bet der ersten Befahrung eine Parthie Arbeiter einfahren, die die am Montag begonnenen Absperrungsarbeiten fortsetzten. Einige verbrochene Stellen wurden freigemacht, bis zu den Leichen konnte man jedoch nicht Vordringen, was man erst in den nächsten Tagen vom Franziskaschacht aus versuchen wird. Wegen der maffen- haft angesammelten Schlagwetter mußte die äußerste Vorsicht beobachtet und die Arbeiten bald abgebrochen werden. Kopenhagen, 4. Juli. Der Jufttzminifter erließ heute eine Verfügung, wonach Provenienzen, einschließlich Reisegüter, aus dem russischen Gouvernement Petersburg einer ärztlichen Beobachtung vor der Landung, sowie einer Des- insection unterworfen werden. Die Einfuhr von Lumpen aus Petersburg ist verboten. Stavanger, 4. Juli. Das Deutsche Kaiserpaar traf gestern Abend um 10 Uhr au Bord der „Hohenzollern" hier ein. Die Stadt war glänzend erleuchtet und in den Straßen befand sich eine dichtgedrängte Volksmenge. Mehrere Dampfer mit zahlreichen Passagieren waren der „Hohenzollern" entgegengefahren. Der Hafen war von Booten an- gesüllt und festlich geschmückt. Bet der Ankunft des Katser- paares spielten die auf Bord der Dampfschiffe befindlichen Musikcorps die „Wacht am Rhein". Rom, 4. Julr. Aus Mailand wird gemeldet: Auf Ersuchen der französischen Polizei ordnete die Gerichtsbehörde eine Haussuchung bei der Familie Caseriös in Motta- Visconti an. Die Mutter übergab der Behörde alle Papiere ihres Sohnes mit seiner Photographie und das letzte Schreiben vom Februar, worin er Geld verlangt. Die Mutter schickte ihm damals 80 Lire mit wohlgemeinten Rathschlägen. Die beschlagnahmten Papiere wurden den französischen Behörden übersendet. Rom, 4. Juli. Der Kammer ist eine Vorlage zugegangen, wonach die Maßregel eines zwangsweisen Aufenthalts eventuell gegen Angeklagte gestattet werden soll, die eines Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Sicherheit oder des Mißbrauches von Explosivstoffen beschuldigt, aber wegen mangelnder Beweise fretgelaffen worden sind. Dieser Gesetzentwurf, sowie der gestern eingebrachte in Betreff der Anstiftung und Vertheidigung der Verbrechen durch die Presse ist in der Commission günstig ausgenommen und ein bezüglicher Bericht wird heute der Kammer vorgelegt werden. Paris, 4. Juli. Ein Comits von Damen erläßt einen Aufruf zur Zeichnung von Beiträgen behufs Gründung eines philanthropischen Unternehmens zum Gedächtnisse Carnots. Lyo«, 4. Juli. Das Verhör Caserios wurde gestern beendet. Caserio, welcher die Enthüllungen des Soldaten Leblanc über seine Mitschuldigen noch nicht kennt, beharrte bet seiner Erklärung, er habe allein gehandelt und werde seine Beweggründe nur vor den Geschworenen eingestehen. Nizza, 4. Juli. Hier sind fünf italienische Anarchisten verhaftet worden. Bukarest, 4. Juli. Der im Bau begriffene Ausstellungs-Pavillon in dem öffentlichen Ctsmegiugarten ist etngestürzt. 28 Arbeiter wurden verschüttet,- 18 derselben sind verwundet, davon vier schwer. Petersburg, 4. Juli. Wie verlautet, wird der „Regierungs-Anzeiger" morgen bekannt geben, daß die Cholera in Petersburg ausgebrochen ist. Chicago, 4.Juli. Der Anführer der Ausständigen, Debs, erklärte, am Samstag werde eine alle Betheiligten befriedigende Regelung des Streites erzielt werden. Am Donnerstag fände nämlich eine Zusammenkunft von Vertretern der Strikenden und der Gesellschaften statt. Depeschm der Bureau .Herold". Berlin, 4. Juli. Die „Kreuzztg." vernimmt, die Meld- ungen über eine durchgreifende Umgestaltung der Kriegsakademie seien nicht richtig, die daran geknüpften weiteren Betrachtungen deshalb belanglos. München, 4. Juli. In dem Proceß wegen der Lenbach'schen Bilder wurde Wagner wegen fortgesetzten Diebstahls zu iy2 Jahren Gefängniß, wegen Hehlerei Zankl zu 2i/3, Deininger zu l*/8 und Bubenicek zu V/4 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Bei den drei Letzteren werden vier Monate Untersuchungshaft in Anrechnung gebracht. Wien, 4. Juli. Fast sämmtliche Blätter bezeichnen die Botschaft Casimir Periers als vornehmes, inhaltreiches Programm, welches geeignet sei, bei allen Freunden des Völkerfriedens und des Völkerfortschritts sympathische Aufnahme zu finden. Mit der Botschaft könne Frankreich wie ganz Europa einverstanden sein. Wien, 4. Juli. Professor Nothnagel nahm heute seine Vorlesungen ohne jede Störung auf. Einlaß fanden nur inscribirte Hörer, antisemitische blieben fern. Budapest, 4. Juli. Bei Mid in der Nähe von Nhtre- gyhaza kippte bei großem Sturm auf der Theiß eine Fähre um. Es befanden sich etwa 200 Personen auf derselben, die sämmtlich ins Wasser fielen. Die große Mehrzahl derselben soll ertrunken sein, doch ist Genaues noch nicht festgestellt. Budapest, 4. Juli. Die Verhandlungen gegen die Socialtsten in Vasarhely finden im August statt- es sind 250 Personen angeklagt, von denen sich 12 in Haft befinden. Rom, 4. Juli. Hier wurden insgesammt 145 Anarchisten eingekerkert. Zum Schutze Crispts ^wurde ein neuer ausgedehnter Sicherheitsdienst eingerichtet. Aus Genua wird die Verhaftung von zwei gefährlichen Anarchisten gemeldet, die als Genossen Caserios gelten. Paris, 4. Juli. Der „Soleil" schreibt in einer Besprechung der Botschaft des Präsidenten, Casimir Perier habe dem Lande selbst mttgetheilt, daß er nicht glücklich war an dem Tage, wo er sein Oberhaupt wurde. Sicher aber sei, daß er keiner auf ihm lastenden Verantwortlichkeit aus dem Wege gehen werde. Der „Figaro" legt besonders dem Umstand Werthschätzung bet, daß der Präsident nicht verspricht, alle schwierigen Probleme zu lösen, an denen noch zahlreiche Generationen zu arbeiten hätten. Die „Petite Republique" schreibt, da das Elysve künftig persönliche Politik habe, müsse den Abgeordneten auch das Recht zuerkannt werden, diese persönliche Politik zu discutiren. Der „Radical" schreibt, wenn Casimir Perier so fortfahre, werde er, nicht die Minister, verantwortlich sein. Die „Libre Parole" nennt die Botschaft „weder gut noch schlecht", sie sei die Umänderung des Ausspruches: „Die orleanistische Monarchie ist die beste der Republiken" in: „Die orleanistische Republik ist die beste der Monarchien." Paris, 4. Juli. „Figaro" bestätigt heute die Meldung, daß auf persönliches Ansuchen des Bürgermeisters von Lyon Casimir Perier diesem versprochen habe, im September Lyon zu besuchen. Paris, 4. Juli. Dem Präsidenten Perier gehen fortgesetzt Drohbriefe zu. Einer derselben enthält die Worte: „Ehe 14 Tage verstrichen sind, sind Sie getödtet!" Loudon, 4. Juli. Die „Times" meldet aus Rom: Der Papst habe in Rücksicht auf seinen ungünstigen Gesunb- heitszustand einem Cardinal ein versiegeltes Document überreicht, das seine letztenWillenskundgebungen enthalte. Das Document soll erst nach dem Tode des Papstes geöffnet werden. Belgrad, 4. Juli. König Alexander, welcher heute von Konstantinopel abreiste, wird Freitag Abend in Nisch eintreffen, wo ihn sämmtliche Minister erwarten. — König Milan hat an den Sultan ein herzliches Dankschreiben ' gerichtet für den warmen Empfang, der seinem Sohne zu Theil wurde. — Ueber die Abreise Milans ins Ausland verlautet noch nichts Bestimmtes. Konstantinopel, 4. Juli. General von Hobe preußischer Offizier in türkischen Diensten, ist auf Ansuchen des deutschen Kaisers vom Sultan entlassen worden. Hobe hatte sich in Briefen an die Pforte und den Kaiser über den Fürsten Radolin in sehr gehässigen Ausdrücken darüber beschwert, daß dieser ihm als erstem Adjutanten des Sultan« nicht die gehörige Rücksicht gezollt habe. Trotz der Fürbitte des Fürsten Radolin hat der Kaiser die Zurückziehung des an den Sultan gerichteten Ersuchens abgelehnt. Koustautinopel, 4. Juli. König Alexander reist heute Nachmittag nach Belgrad zurück. Washington, 4. Juli. Mehrere Infanterie-, Cavallerie» und Artillerie-Regimenter, eine kleine Armee darstellend, erhielten den Befehl, von Fort Sheridan nach Chicago abzumarschiren, um die Aus ständig en an der Belästigung der Eisenbahnzüge zu hindern. Der Eisenbahnverkehr mußte vollständig eingestellt werden- der Ausstand wächst. Cocalt* und prwittslcttes» Gießen, den 5. Juli 1894. ** Feuerwehrübuug. Gestern Abend fand auf Oswalds Garten die erste Uebung des aus beiden hiesigen freiwilligen Feuerwehren zusammengesetzten „Bataillons" unter dem Commando des Herrn Branddirector Schmandt, welcher in seiner neuen Dienst-Uniform erschienen war, statt. Die verschiedenen Exercitien verliefen im Ganzen gut, nur schien der Raum für eine derartige Massen-Uebung etwas zu klein zu sein. Nach Beendigung der Uebung marschirten beide Feuerwehren, mit ihren Tambour-Corps an der Spitze, nach dem Garten des Restaurants Busch am Seltersweg, um sich dort nach den unvermeidlichen Anstrengungen zu erholen. ** Täuschung. Gestern Nachmittag wurde vom Thürmer ein Waldbrand gemeldet. Die alsbald abgeschickten Beamten mit Arbeitern vermochten im Walde kein Feuer zu entdecken und kehrten zurück. Die Sache klärte sich bald auf. Der Friedhofsaufseher hatte auf dem Hinteren Theile des Friedhofs alte Kränze und Gesträuch verbrennen lassen, ohne die- dem Polizeiamt erst mitgetheilt zu haben. ** Glasmalerei. Anknüpfend an die unter dieser Spitzmarke gebrachte Notiz in unserer Nr. 149 vom 29. Juni, können wir jetzt ergänzend mittheilen, daß das von Fr. Endner in Darmstadt gemalte Treppenfenster nun an seinem Bestimmungsort im „Hotel Victoria" dahier angebracht ist. Die in der Notiz erwähnten altdeutschen Figuren befinden sich in den beiden Hauptfeldern, links der Landsknecht, rechts das Edelfräulein, in den beiden Oberfenstern links das hessische Wappen und rechts das Gießener Stadtwappen. Die Ausführung ist tadellos, das Ganze bildet eine Zierde des inneren Aufgangs. * * Verunglückter Radfahrer. Am vergangenen Montag stürzte ein Radfahrer mit seinem Rad eine Böschung in der Nähe der „Schönen Aussicht" herunter, ohne jedoch besonderen Schaden zu nehmen. Nur das Rad soll etwas gelitten haben. * * Technische Hochschule Darmstadt. Der Professor Dr. Lepsius wurde für dir Zeit vom 1. September 1894 bis zum 31. August 1895 — auf Vorschlag des Lehrerraths — zum Director der Technischen Hochschule ernannt. * * Eruauut wurde: am 23. Juni l. I. Johannes Klein aus Ockstadt zum Werkführer des Electricitätswerks bet der Badeanstalt zu Bad-Nauheim. * * Lahnthal-Säugerbund. Am vorigen Sonntag Vormittag fand in Steins Garten" dahier eine erste Vorprobe der Gesammtchöre für das diesjährige Bundesfeft deS Lahnthal-Sängerbun^es, das am 14. und 15. Juli in unserer Nachbarstadt Butzbach abgehalten wird, unter zahlreicher Betheiligung Seitens der Sänger und unter gütiger Mitwirkung der Capelle des hiesigen Regiments statt. Von Vereinen waren erschienen: 1. Männergesangveretn Wetzlar, 2. Orpheus-Butzbach, 3. Gesangverein Grünberg, 4. Gesangverein Lich, 5. Bauer'scher Gesangverein und 6. Harmonie-Gießen. Es gelangten bet dieser Probe zum Vorrrag: 1. Frau Musika von Wetnwurm, 2. Hymne von Herzog Ernst S.-C.-G., 3. Das deutsche Lied von Schneider, 4. Brüder weihet, von Abt, und 5. Bundeslted von W. Schmidt- Wetzlar. Nr. 1, 2 und 3 werden vom Orchester begleitet, Nr. 4 und 5 sind Chöre a capella. Nr. 1 ist eine im großen Style angelegte Composition, reich an orchestralen und vocalen Klangfarben. Ueber Nr. 2, 3 und 4 etwas zu sagen, ist unnöthig, da dieselben jeder einigermaßen Gesanges- kundige kennen dürfte. Nr. 5 dagegen ist vollständig neu und gelangt zum ersten Male zur Aufführung. Wie es um den musikalischen Werth desselben bestellt ist, schreibt Herr Th. Kewitsch in der Hannoverschen Musikerzeitung folgendermaßen: „So kernig wie der Text, so kräftig packend ist auch die Musik in diesem Liede, das für den Vortrag Seiten- eines großen Chores bestimmt ist. Der Inhalt ist deutschpatriotisch, daher für jeden deutschen Gesangverein zur Aufführung bei größeren Festlichkeiten geeignet. Zugegriffen!" Im „Chorgesang" Leipzig ist darüber folgende Kritik enthalten: „Ein prächtiger Chor, der sowohl infolge seine- patriotischen Textes, wie seiner äußerst glücklichen musikalischen Interpretation weiteste Verbreitung verdient." Die Probe verlief im Allgemeinen zur Zufriedenheit des Festdirigenten, Herrn I. Gröninger, und können wir somit den Besuch des Sängerfestes in Butzbach einem kunstsinnigen Publikum bestens empfehlen. * Jubiläum des Lügeutisch. Wir erhielten nachstehende Zuschrift, für deren Glaubwürdigkeit bei dem ominösen Namen „Lügentisch" wir vorerst nicht die ganze Verantwortung übernehmen wollen. Wir glaubten aber immerhin, da die fragt Tischgesellschaft bei diversen Sammlungen sich sehr wohlthätig erwiesen, von einer Aufnahmeverweigerung dieser Zeilen absehen zu sollen: Der „Lügentisch", der im Jahre 1844 in der Wirthschaft des damaligen Brauereibesitzers H. Lotz am t unter dieser Spitz« 149 vo» 29. Juni, ! das oon Fr. Endner an an seinem De- ahier angebracht ist. i Figuren befinden Landsknecht, rechts fenstern links das jener Stabtwappen. ie bildet tim flitrbt r-b- m Kaiser f,k??be S " Erlitte b«ag rch Mtfak, « b«Se!ä|til '^°d-r!-hr » MG 6“ 5- M 1894. auf Oswalds Mia sretwillim öon6" unter dem chmandt, weicher u war, statt. Die en flut, nur schien lNfl etwas zu klein I marschirten beide an der Spitze, nach veltersweg, um sich iflen zu erholen, vurde vorn Thilmer bgeschiikten Beamten Feuer zu entdecken ch bald auf. Der Theile des Fried- m bassen, ohne dies rgangenen Montag ie Böschung in der ohne jedoch besva» > soll itoal gelitten dt. Der Professor 1. September 1894 rschlag des Lehrer« Hochschule ernannt X, Johannes Klein ^MswerkS bei der rtgtn &>«* $0*' eine ch- W* Bundesfest des n 14. und 15. Znli galten * unter Ujn ,u”i ® K 2Jiännergef“n9B'tri [mjwttin 0t“«1® , @tW<* E ?,j bi»r $* Ä »«**5 E M " z l «®18 \ 3rmasen ©eianfl'8' - ü* "’ mu (8 U« (treibt H-N 5t >st/ solqender' ist-“» riftig V“ @1iten8 I« " > i 3«6alt,„ .,r»"!' i0net- k,«tiiit t"1; W^.L ieintf «wB *ÄW4'« jfflM'" Sie Pt°i« ?5jsrs .achstehel'^ erhielten. ,$etanM0 . lNNfl q^re ujj Muster umgehend franco. Neuenweg 7 3703 Äugelblau, Borax, Seifenpulver, Bleich-Soda, Leigseise, Fettlaugenmehl, 4256 Marktplatz 21 empfiehlt billigst 5002 Robert Stuhl, Neustadt 23. M. Michel. vermiethen. Fa. Kirschen groß, aus Bahnhof Gladenbach Qualität. 5464 Fr. Noll, Hosbäcker, Renting. 5593, 12 Mäusburg 12 Bderhesfische Eisenbahnen. auf qm groß 5599 Großherzogliche Direction. Die Stationen Gladenbach und Weiden- Hierher zu richten. 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I. tritt der Nachtrag HI zum Tarif für vorbezeichneten Personen- ' verkehr in Kraft. Cheviots und Velours ä Mk. 1.95 Pfg. per Meter versenden jede beliebige Meterzahl an Jedermann Erstes Deutsches Tuchversandtgeschäft Oettinger & Co. Frankfurt a. M., Fabrik-Depot zum 15 dss Mts dahier einzureichen. Gießen, den 4. Juli 1894. Herrenhemden «ach Matz werden unter Garantie des guten Passens in kürzester Zeit geliefert. Reiche Auswahl in Stoffen «nd Einsätzen. Geschw. Heerzj Montag Früheoncert und großes Festesten im Schützenhaus. Nachmittags Wiedereröffnung der Volksbelustigungen rc. wie am Sonntag. Erzhausen, 2. Juli. Ein 13 Jahre alter Waisenknabe war am verflosteneu Samstag mit seiner Schwägerin auf dem Felde beschäftigt und von dieser beauftragt, nach Hause zu geben, Baumstützen zurecht zu machen, den Hof zu kehren rc. Diese Arbeiten führte er auch pünktlich aus- einige Zeit darnach sahen ihn die Nachbarsktnder am Hause hängen. Man vermutet, da absichtlicher Selbstmord nicht anzunehmen ist, daß der Junge das Hängen nur einmal pro- biren wollte, bei diesem Experiment aber das Bewußtsein zu rasch verlor und ihn der Tod so ereilt hat. Kimbach, 30. Juni. Ein junger Mann von hier, der auf Reclamation vom Militär befreit wurde, nun aber nach Amerika wollte, hat sich nach der „Darmst. Ztg." dieser Tage erschossen, weil er eingestellt werden sollte. Mainz, 3. Juli. Der Consum in der Fe ft halle beim Schützenfest war folgender: 12 159 Pfund Ochsenfletsch, 8184 Pfund Kalbfleisch, 2101 Pfund Schinken, 4000 Stück Frankfurter Würstchen, 220 Stück Rehkeulen und Rehrücken, 2623 Pfund Salm und Seezungen, 1970 Stück Hahnen, 213 Stück Gänse, 8300 Stück Eier, 752 Pfund Butter, 666 Laib Brod und 30 750 Stück Brödchen. München staatlich geprüft und begutachtet bewährt eich nunmehr Platz Nro. einer hiesigen Badeanstalt fielen dreißig Sinder, die sich darauf befanden, in den Rhein. Mehreren Erwachsenen gelang es, wenn auch mit großer Lebensgefahr, alle Kinder aus dem Master zu retten. Da die Brücke sehr defect war und das Unglück lediglich der Nachlässigkeit der Badeverwaltung zuzuschreiben ist, richtet sich die Erbitterung des Publikums gegen letztere. • Konstanz, 30. Juni. In der Schweizer Güterhalle wurden Abends mit Arsenik vergiftete Salatköpfe ausgelegt, um die Ratten zu vergiften- am anderen Morgen waren die Salatköpfe weg, aber nicht von Ratten gefressen, sondern von Dieben gestohlen. Die Schelle der Polizei- diener und d>e Dampfpresse der Localzeitung arbeiteten nach der „Neck. Ztg." um die Wette, um die Spitzbuben vor Selbstmord zu behüten. * Graz, 4. Juli. Heute früh wurden die Leichen des Majors Ritter Popovic und seiner Frau, mit Stricken aneinander gebunden, am Murbrückenpfetler angeschwemmt gefunden. Zerrüttete Bermögensverhältniste trieben die alten Leute in den Tod. Zeltersweg seine Gründung erfahren, feiert in diesem Monat das schöne Fest seines 50jährigen Bestehens. Während dieser Reihe von Jahren war der „Lügentisch" seinem Geburtslocal ununterbrochen treu geblieben und hatten nur die Eigenthümer desselben gewechselt, es waren dies die Herren Lotz, Klostermann, Friedel und Friedel & Asprion. Um dieses Fest mit dem treuen Zusammenhalten der zumeist auS sog. Kern- Bürgern bestehenden Mitglieder deS Lügentisches auch würdig zu begehen, veranstaltet der letztere am 29. und 30. Juli auf dem geräumigen Platze des Schützenhauses ein großes Volks- und Sommerfest, welches den Principien des LügentischeS gemäß großartig gefeiert werden soll. Es ist wohl hinreichend bekannt, daß der „Lügentisch" mit namhaften Beträgen noch niemals gekargt und so sür verschiedene Rennen und Schützenfeste erste und andere Preise gestiftet, als wie auch zu wohlthätigen Zwecken namhafte Beträge aufgebracht hat. Ebenso soll auch hier die Decoration des gesammten FestplatzeS, welche in bewährten Händen liegt, sowie auch die verschiedenen Volksbelustigungen jeder nur erdenklichen Art großartig ausfallen. Für die Festmusik ist bereits die gesummte Capelle des 116. Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" gewonnen Der Jubilar verfügt bereits über eine recht ansehnliche Summe zum Fest von Zeichnern aller Herren Länder. Für das Fest selber ist folgendes Programm bestimmt: SamStag den 28. Juli Empfang der auswärtigen Gäste, Sonntag Morgen Anruf zum Fest. Von 11 bis 1 Uhr Frühconcert in Steins Garten. Nachmittags 3 Uhr großes Concert auf dem Festplatze mit den vorgesehenen Volksbelustigungen. Abends Tanzbelustigung auf zwei Tanzböden im Freien, sowie italienische Nackt inscenirt mit 1000 Lampions und großem Riesen-Brillant-Feuerwerk auf dem Trieb. Aeikgeöotenes. Sämmtliche zur Wäscherei gebräuchlichen Artikel, als : la. trockene Kernseife, la. weiße Schmierseife, la. ReiS- «nd Weizen-Stärke, * Cobleuz, 4. Juli. Das Schwurgericht verurtheilte heute den Taglöhner Wö lwersch eidt, der am 13. Februar seine Ehefrau im Walde bei Mayen ermordet hatte, zum Tode. ♦ Bonn, 4. Juli. Infolge Einsturz der Brücke Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 5. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 18, Luft 19°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Bekanntmachung. Znr Lagerung von Gütern, welche mit der Bahn ar kommen bezw. versandt werden, sollen folgende Lagerplätze ver- Sanitas-Socken gesetzt, geschützt!). R. G. M. Nr. 23530 in Wolle, unempfänglich für Schweißgeruch. Krimpfen und Filzen nicht nach der Wäsche, in verschiedenen Stärken, 5297) Ein Posten Crin d’Afrique billigst bei Th. Brück, Gießen. 3 = 80 4 = 80 5 = 80 6 = 80 7 = 80 in anerkannt besten Qualitäten, bei billigsten Preisen emvfehlen A. & G. Wallenfels, Neubau des Pfarrhauses zu Ehringshausen. Arbeits-Vergebung. Die für vorgenannten Neubau erforderlich werdenden Arbeiten und Lieferungen, al»: 1) Erd» und Maurerarbeiten - 2) Steinhauerarbeiten; 3) Zimmerarbeiten; Holzverkaus. Mittwoch den 11. d. Mts., Bormittags 10 Uhr, kommen im Kahlertschen Gasthause zu Krofdorf nachstehende Eicheu- fchälhölzer aus Distr. 2 (Forst) zum Ausgebote: 32 rm Derbholz, 1094 rin Reiserholz. Krofdorf, den 4. Juli 1894. 5583] Der König!. Oberförster. Hausen, sowie Haltestelle Lohra werden Iber die Lage der Plätze und die Pacht- ledingungen nähere Auskunft erthellen in der Hirschapotheke, in der Belikanapotheke u. in der Engel« UniverfitätSapothekr, sowie in den Drogerien von Benner n. Krumm, von Emil Fischbach, von Otto Schaaf und von A. u. G. 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Die verschloffenen und mit entsprechender Aufschrift versehenen Angebote sind bis spätestens Montag den 9. Jnli l. I., Mittags 12 Uhr, an den unterzeichneten Kirchenvorstand einzureichen; woselbst auch in Gegenwatt etwa erschienener Jntereffenten die Eröffnung erfolgt. Zuschlagfrist : 8 Tage. Ehringshausen, den 28. Juni 1894. 5476 Der Kirchenvorstarrd. Unübertroffen! ah Schönheitsmittel n. zur Hautpflege, zur Bedeckung von Wunden u. In der Kinderstube Lanolin TC°‘X’’ Lanolin der lanolinfabrlk, Martinikenfelde bei Berlin. 76] In meinem Neubau, Steinstraße 11a, nächst der Nordanlage, ist der zweite Stock mit 5 Zimmern und allen Bequemlichkeiten per sofort zu vermiethen. A«dr. Euler, Steinftraße 7, IL 5091] Bleichstratze 24 Wohnung im ersten Stock, 6 Zimmer, Badezimmer, 3 Mansarden, per 1. oder 15. 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