1894 Erstes Matt. Gießener Anzeig er Kenerat-Mnzeiger. Zlints- und Zlnzeigeblatt für den Urei« Gieren Samstag den 6. Januar Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutftrahe Ar.7. Fernsprecher ÖL Vierteljähriger LöonnemeulspreiS: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aamikieuvtälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Kietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Hratisöeitage: Hießener AamikienöMter Amtlichem Theil s Q CQ haben. v. Gagern. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Namen der Besitzer E "a & Der kreptrten oder getodteten Thiere Bemerkungen über Krankheit, wenn solche durch den Thier- arzt sestgeftellt ist, sowie über die Art der Beseitigung der Ca- daoer. haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirth- schaftSbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, L.chrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder ihn ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, hiermit aufgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar l. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Alle Annoncen-Burcaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Deutscher Berlin, 3. Januar. Die Reibungen und Diffe- Gießen, am 2. Januar 1894. Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen tn die Gr-bhmoglichm Bürgermeistereien M-nd°rs a.d.Lahn, Bellersheim, Bettenhaufen, Birklar, Dorf GM, Eberstadt, GroßeN'Lindeu, Grüningen, Holzheim, Hungen, Inheiden, SleiwLinden, Langd, Lang-Göns, Langsdorf, Leihgestern, Sich, Mufchenheim, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Rabetts. Haufen, Rodheim, Steinheim, Trars-Horloff und Utphe. Sie werden, insoweit Sie noch im Rückstände sind, an baldige Einsendung der in unserem Ausschreiben vom 23. August 1880 — Anzeiger Nr. 201 — vorgeschriebenen Tabelle nach dem unten abgedruckten Muster über die in dem letzten halben Jahre crepirten Thiere erinnert, wobei namentlich in der Spalte „Bemerkungen" die Angabe über die Krankheit des Thieres und die Art der Beseitigung des Eadavers nicht zu Vergessen ist. v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend das Ersatz-Geschäft für 1894. Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr- , Ordnung werden alle im Jahre 1874 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt Ueuefte Nachrichten. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 4. Januar. Wie verlautet, steht es fest, daß dem Reichstage eine Vorlage betreffend die Aufhebung des Identitätsnachweises zugehen wird. — Dem Bundesrath ist ein Gesetzentwurf betreffend die Feststellung des Landes Haushaltsetats von Elsaß-Lothringen für das Ersatzjahr 1894/95 zur Beschlußnahme zugegangen. — Dem Vernehmen nach hat sich das S r a a t s m i n i st e r i u m mit der Einbringung der Novelle zur Strasproceßordnung nunmehr einverstanden erklärt. Die Novelle dürfte demnächst dem Bundesrath zugehen. — Professor Bergmann ist nach Warschau an das Krankenlager des Generals Gurko berufen und bereits dahin abgereist. — Die deutsch-russischen Zollverhandlungen wurden von Neuem ausgenommen. In maßgebenden Kreisen glaubt man, daß dieselben im Laufe des Januar zu einem gedeihlichen Abschluß gebracht werden. Es wird versichert, sämmtliche preußischen Minister,' insbesondere der Ministerpräsident, hielten das Zustandekommen eines besseren handelspolitischen Verhältnisses mir Rußland für erwünscht. Der Ministerpräsident und derFinanzministerhalten einen Zollbeschluß im Interesse dec Industrie für sehr nothwendig. Der Kaiser hat bei dem gestrigen Empfange des Reichskanzlers und des Staatssecretärs v. Marschall, als er sich über die auswärtige Politik Vortrag halten ließ, dabei den deutsch-russischen Handelsvertrag besprochen. Der Kaiser billigte die Haltung beider Staatsmänner. — Nach der Wiederaufnahme der Sitzungen des Reichstags wird wahrscheinlich schon in der ersten Woche die erste Lesung der Wein- und Tabaksteuervorlagen vorgenommen. Für die erste Lesung der Weinsteuer- Vorlage ist der 11. Januar in Aussicht genommen. — In unterrichteten Kreisen wird die Frage erwogen, ob und wie weit es erwünscht wäre, die Einrichtung des gutbewährten Zollbeiraths bei den deutsch-russischen Zollverhandlungen zu einer ständigen zu machen. Berlin, 4. Januar. In einer heute Nachmittag im „Kaiserhof" abgehaltenen von etwa 1200 Personen besuchten Versammlung erklärten die Besitzer griechischer Staatspapiere aller Kategorien die Acte der griechischen Staaksregierung für schwere Verstöße gegen Recht und Billigkeit, gegen Treue und Glauben. Die Versammlung protestirte gegen solche Vergewaltigungen und ernannte ein aus 15 Personen bestehendes Schutzcomite, welches aus je drei Vertretern der 5pCt. 1881/84er griechischen Anleihen, 4pCt. Monopol Goldanlethe von 1887, 5 pCt. Goldanleihe von 1890, 4pCt. Griechische Goldrente von 1889 und den Vertretern der deutschen Emissionshäuser Nationalbank für Deutschland, S. Bleichröder und von Erlanger & Söhne besteht, zur Wahrung ihrer Ansprüche an die griechische Regierung. Dieses Comite wird die Beschlüsse zur Kenntniß der griechischen Regierung bringen. t Breslau, 4. Januar. Sämmtliche anläßlich der Choleraepidemie in Ungarn und Galizien bestimmten Verkehrs - einschränkungen wurden durch die am 2. Januar erfolgte Aufhebung der Bestimmungen der am 1. September 1893 erlassenen Polizeiverordnung Seitens der Oppelner Regierung aufgehoben. Bunzlau, 4. Januar. Hier wurde ein Eisenbahnfahrkartenschwindel von bedeutendem Umfange entdeckt. Die Unterschleife wurden auf der Strecke Kohlfurt—Berlin begangen. Es steht auch hier ein Schaffnerproceß bevor. Köln, 4. Januar. Der Rheinftrom steht sestgeschlossen von Caub bis St. Goar- die Nahe und der Neckar sind vollständia zugefroren. Bei Duisburg bedeckt das Eis die ganze" Breite des Stromes. In Ruhrort befinden sich die meisten Kohlenschiffe in Sicherheit. Köln, 4. Januar. Das Treibeis hat sich in vergangener Nacht bis Boppard gestellt. Auf der ganzen Länge des Rheines treiben sehr starke Eisschollen, so daß die Verbindung zwischen beiden Usern nur mühsam aufrecht erhalten werden kann. Köln, 4. Januar. Die „Köln. Ztg." erfährt, an den Oberkirchenrath sei eine in allen preußischen Provinzen unterzeichnete Eingabe abgegangen, worin die Kirchenbehörde gebeten wird, dem Plane, in Rom für die dort weilenden deutschen Protestanten eine eigene Kirche zu erbauen, durch Anordnung einer einmaligen allgemeinen Kirchencollecte in Preußen zu einem baldigen Gelingen zu verhelfen. F»r diesen Zweck sind bereits 132 000 Mk. freiwillig beigesteuert worden. Zürich, 4. Januar. Der deutsche Reichstagsabgeordnete Bebel sprach gestern in einer von Socialdemokraten und Anarchisten überaus zahlreich besuchten Versammlung. Bebel nannte das anarchistische Programm Blödsinn. renzen zwischen den Spitzen der Reichsregierung und den Aufenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem maßgebenden Persönlichkeiten im preußischen Cabinet sollen '■ " - ~ ' 1 " 1 ' : mit dem Eintritt des neuen Jahres ihre Beilegung erfahren । haben, wie wenigstens von verschiedenen Seiten versichert ; wird. Vielleicht hängen mit diesem behaupteten Ausgleich die Audienzen zusammen, welche der Kaiser dem Reichskanzler Grafen Caprivi und dem Staatssecretär im Auswärtigen Amte Freiherrn v. Marschall zusammen am Dienstag, am Mittwoch aber dem preußischen Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg ertheilte. Ob hiermit die jüngste innere Krisis, deren Vorhandensein höchstens von den Olficiösen bestritten wurde, wirklich wieder beseitigt worden ist, werden ja wohl die nächsten Wochen lehren. Uebrigeus sand am Dienstag abermals eine längere Sitzung des preußischen Staatsministeriums I statt, an welcher auch der Reichskanzler theilnahm. — Die Erinnerung an die Affaire Bismarck - \ Arnim wird jetzt wieder aufgewärmt, allerdings in höchst j überflüssiger Weise. Berliner Blätter enthalten eine Zu- < schrift des Grafen Arnim-Schlagenthin, des Sohnes des ehe- i maligen Botschafters Deutschlands in Paris, in welcher dem Fürsten Bismarck vorgeworfen wird, er habe gewußt, daß die in den kürzlich erschienenen Mittheilungen Dr. Hans Blums über angebliche Speculationen des Botschafters Grafen Arnim mit dem Baron Hirsch im Jahre 1873 unerhörte Verdächtigungen seien, trotzdem habe aber der Fürst geschwiegen. Zum Beweise dessen producirt Graf Arnim einen vom 8. December 1893 datirten Brief in der Angelegenheit an den Altreichskanzler, auf welche Zuschrift letzterer jedoch nicht geantwortet hat. Es bleibt abzuwarten, inwiefern der eigen-- thümliche Zwischenfall noch weitere Kreise ziehen wird. — Die Meuterei der eingeborenen Polizeitruppe tn Kamerun ist deutscherseits niedergeschlagen worden, ohne daß der Vorgang weitere bedenkliche Folgen nach sich gezogen hätte. Die in manchen deutschen Blättern aufgetauchte Befürchtung, als ob diese Revolte nur das Vorspiel zu einem allgemeinen Aufruhr in der Kameruncolonie gewesen sein könnte, hat sich demnach als unbegründet erwiesen, immerhin war der ganze Vorgang freilich nicht unbedenklich. Inzwischen ist ein Theil der geflüchteten meuterischen Polizisten, unter ihnen die Rädelsführer selbst, aufgegriffen und dem kaiserlichen Gouvernement zur Bestrafung eingeliefert worden. Möglicherweise wird aber der Zwischenfall doch einen Wechsel im Gouverneursposten von Kamerun nach sich ziehen. Es heißt, der gegenwärtige Gouverneur, Herr v. Zimmerer, der augenblicklich auf Urlaub in Deutschland weilt, werde zurücktreten und würde ihn entweder Lieutenant Morgen oder Frhr. von Stetten ersetzen. Die Nachricht, der zufolge der Kreuzcr „Prinzeß Wilhelm" nach ! Kamerun bestimmt worden wäre oder auch schon dorthin abgegangen sein sollte, hat sich nicht bestätigt. Vielmehr wird । der Dampfer „Admiral" mit 120 Mann Marine-Infanterie ; an Bord von Wilhelmshafen nach Kamerun absegeln. Berlin. 3. Januar. Einrichtung von Land« wirthschaftskammern. Daß dem preußischen Landtage eine Vorlage über Einrichtung von Landwirthschaftskammern zugehen wird, steht jetzt fest. Die ganze Angelegenheit hatte mit sehr großen Schwierigkeiten zu kämpfen, deren Schwer- : punkt in der außerordentlichen Verschiedenheit der Verhält- ! nissechder einzelnen preußischen Provinzen ruhte. Ob und > inwieweit es gelungen ist, diese zu überwinden, läßt sich noch nicht absehen. So viel ist gewiß, daß eine obligatorische Einführung der landwirthschaftlichen Kammern geplant ist. Loosungs-Schein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- Mnb Fabrikherrn zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, am 2. Januar 1894. Der Civilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Gießen. Dr. Melior. Gießen, den 3. Januar 1894. Betr.: Das Reichsgesetz vom 14. Mai 1879 über den Verkehr mit Nahrungsmitteln. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Grotzh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Unter Bezugnahme auf unser Ausschreiben vom 20. Februar 1886 (Änzeigeblatt Nr. 46) sehen wir der Einsendung der vorschriftsmäßigen Auszüge aus der von Ihnen zu führenden Tabelle über die im Jahre 1892 vorgenommenen Untersuchungen von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegen- fiänden bis zum 15. Januar l. I. entgegen. Sie wollen in der Tabelle auch angeben, bei welcher Stelle (z. B. dem chemischen Untersuchungsamte für die Pro- Vinz Oberhessen) die betreffenden Untersuchungen stattgefunden Tabelle über die in der Gemeinde........vom .... 18 . bis .... 18 . . crepirten oder getöbteten Thiere. Wie«. 4. Januar. Die „Polit. Corresp." bezeichnet bas Gerücht, es würden in Galizien Wintermanöver abgehalten, für vollständig unbegründet und bemerkt, zur ; Durchführung solcher Manöver sei bei der österreichischen Armee nichts vorgesehen. Wien, 4. Januar, vr. Ballutscheck, der General- commissar der österreichischen Abtheilung auf der Chicagoer Weltausstellung, welcher gestern hier eintraf, erklärte, daß Deutschland unter allen ausstellcnden Staaten der am meisten hervorragende gewesen sei und daß den Deutschen die Siegespalme zuzuerkennen sei. Der gefährlichen Concurrenz Frankreichs habe Deutschland in jeder Hinsicht die Spitze geboten. Prag, 4. Januar. Der Proceß gegen die Om- lad in ist en beginnt am 15. Januar. Bon Seiten der Behörden sind alle möglichen Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Prag, 4. Januar. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung beantragte Skarda, die jährlich für den deutschen Sprachunterricht ausgegebenen 19000 fl. durch Abschaffung des deutschen Sprachunterrichts zur Erhöhung der Wohnungsgeldbeiträge an czechische Lehrer zu verwenden. Der Stadtverordnete Breznowsky bezeichnete die deutschen Schulen als Germanisirungsyerde, welche mit allen Mitteln zu unterdrücken wären, deshalb müßte den Lehrern dieser Schulen die Theuerungszulage gestrichen werden. Beide Anträge wurden abgelehnt. Triest, 4. Januar. In der Stadt und der weiteren Umgebung wüthet seit gestern eine orkanartige Bora. Alle Theater wurden geschlossen. Auf den Straßen kamen zahllose Unfälle vor. 40 Personen erlitten schwere Arm- und Beinbrüche. Wegen der coloffalen Kälte wurde die Hofjagd in Neuberg abgesagt. Der Kaiser kehrt heute noch mit seinen Gästen nach Wien zurück. Paris, 4. Januar. Wegen Verraths militärischer Geheimnisse wurde gestern Madame Millecamps zu fünf Jahren Gefängniß und 1000 Frcs. Geldbuße verurtheilt. Paris, 4. Januar. Im Departement Doubs wurden drei Anarchisten verhaftet. Bei den Haussuchungen wurden große Mengen Material zur Fabrikation von Dynamitpatronen vorgefunden. Bukarest, 4., Januar. Seit zwei Tagen herrscht hier ein furchtbarer Schneefturm. Der Verkehr mit den Provinzen ist durch die Schneeverwehungen vollständig gestört. Athen, 4. Januar. Das griechische Budget weist eine bedeutende Herabsetzung der Ausgaben für öffentliche Bauten, sowie für Heer und Marine auf. Moskau, 4. Januar. Die Regierung bewilligte 200,000 Rubel jährlich für U e b e r s i e d e l u n g r u s s i s ch efr Bauern nach Sibirien und Mittelasien, 150 Rl. für die Familie, sowie 20,000 Rubel für Errichtung von Klbitken für dieselben. Petersburg, 4. Januar. Daß Finanzministerium beschäftigt sich mit Maßregeln zur Hebung des russischen Handels mitChina und mit GrÜndung einerBank in Teheran, ferner mit Einrichtung von landwirth- schafrlichen Creditinstituten mit gegenseitiger Haftbarkeit. Petersburg, 4. Januar. Auf landwirthschaftliche Geräthe aus dem Auslande ist ein Zoll von 70 Kopeken das Pud festgesetzt worden. Lodz, 4. Januar. Hier wurde eine ganze Bande Brandstifter verhaftet. Cecele» und provinzielles. Gieße», 5. Januar 1894. ** Theatervereiu. Der vorliegende Januar bringt den Gießener Theaterfreunden zwei bedeutsame Abende. Der Vorstand, jedenfalls von dem Grundsatz ausgehend „variatio delectat“, hat für diesmal nicht mit unseren alten Frankfurter Freunden abgeschlossen, sondern das Hoftheater in Kassel ist nach schwierigem Werben gewonnen worden und zwar für Freitag den 12. Januar. Am Mittwoch den 31. Januar folgt dann das Hoftheater in Darmstadt. Beide Körperschaften werden sich uns im Lustspiel präsentiren, wir werden also in der Lage sein, Vergleiche anzustellen, die sich noch interessanter gestalten werden, da ja auch kürzlich Frankfurt uns seine besten Lustspielkräfte sandte. „Hie Königlich"/ //Hie Großherzoglich" und „Hie Städtisch" wird der Urtheilsruf lauten. Ganz abgesehen von diesem hochinteressanten Zusammentreffen dürften sich die vorliegenden Theaterabende zu höchst gelungenen gestalten. Die Kasseler Gäste bringen uns als Hauptstück Kleists poesievolles Lustspiel „Der zerbrochene Krug"; das prächtige Werk füllt den Abend nicht ganz, es kommen daher noch zwei kleine Einacter hinzu: „Im Civil" und „Er ist stumm", beide reizende Bluetten, die die Kasseler mit besonderer Verve spielen sollen. Auch für den 31. Januar ist das Programm so gut wie sicher; um aber unliebsame Collisionen mit anderen Spielplänen zu vermelden, wollen wir uns heute darüber noch in Schweigen hüllen. ** Die Gießener Ruder-Gesellschaft hält ihre diesjährige 27. Stiftungsfeier am Sonnabend den 20. Januar in „Steins Saalbau" ab. — Wie uns mitgetheilt wird hat der Vorstand der Gesellschaft beschlossen, sowohl für die Damen als auch für die Herren — Sommercostüme für den betr. Abend vorzuschreiben. Ohne Zweifel werden die Damen in aparten, bequemen Sommertoiletten eine nicht weniger hervorragende Zier des Festes bilden, als in den gewohnten Ball- roiletten und das Fernbleiben der langweiligen schwarzen Fracks der Herren, an deren Stelle hellfarbige, abwechslungsreiche Sommeranzüge, vielleicht sportlichen Characters, treten werden, wird wohl Niemand bedauern. An Stelle des immerhin etwas steifen Ballceremonielles wird in Folge dessen ohne Zweifel gemüthliches Amüsement treten und wenn wir noch mittheilen, daß zur Erhöhung desselben eine ganze Anzahl Ueberraschungen und Sehenswürdigkeiten in Vorbereitung begriffen sind, so glauben wir nicht zu viel zu verrathen, sondern im Gegentbeil der großen Zahl der Interessenten einige willkommene Andeutungen für die eigenen Vorbereitungen zu dem Feste gegeben zu haben. — Der Vorstand der Ruder- Gesellschaft, welcher stets bestrebt ist, seinen Mitgliedern etwas Neues und Außergewöhnliches in den beliebten Winterfesten zu bieten, scheint uns mit der Wahl des diesjährigen Programms wieder einen guten Griff gethan zu haben und wünschen wir dem Feste besten Verlauf. ** Zn viel getrunken? Ein dem Arbeiterstande angehöriger Mann wurde gestern Abend gegen 7 Uhr au der Krofdorfer Straße in bewußtlosem Zustande aufgefunden. Allem Anschein nach batte derselbe etwas viel getrunken und war dann infolge der Kälte erstarrt. In die Klinik verbracht, kehrte das Bewußtsein zurück und wird er bald wieder entlassen werden können.' ** Verhaftet. Ein Arbeiter von hier, welcher von auswärts wegen Betrugs verfolgt wird, wurde verhaftet. ** Aus einer Bekanntmachung des Vereins des Landes- Lehrer-Vereins geht hervor, daß über das in der Kaffe des L.-L.-V. (durch die Unterschlagung des bisherigen Rechners, Taubstummenlehrers B i l l a s ch zu Friedberg) entstandene Defizit erst nach genauer Prüfung der Acten und Belege etwas Sicheres angegeben werden kann. Das Vermögen des Unterstützungsvereins sei vollständig gesichert. Damit die Geschäftssührung keine Unterbrechung erleidet, wurde Herr Lehrer Heck-Zwingenberg mit der provisorischen Rechnungsführung betraut. ** Nachrechueu! In der verflossenen Sylvesternacht um 12 Uhr beim letzten Glockenschlag sind, wie ein Zahlenliebhaber ausgerechnet hat, seit 1893 Jahren verflossen'. 22 716 Monate oder 98 436 Wochen oder 691418 Tage | oder 16 594 032 Stunden oder 1 015 641 920 Minuten. ** Reue Briefmarken! In Frankreich sollen neue Briefmarken erscheinen. Das französische Amtsblatt wird in einigen Tagen ein Concurrenzausschreiben für den Entwurf der neuen Vignette veröffentlichen. Der erste Preis beträgt 3000 Fr., zwei weitere Preise 1500 und 1000 Fr. ** Kinderschuh. Wie häufig liest man nicht in den Gerichtsberichten von unglaublich rohen Eltern, die ihre Kinder oft Jahre hindurch in haarsträubender Weise mißhandeln durften, ehe durch einen Zufall die Behörde davon Kenntniß erhielt und dem unmenschlichen Treiben ein Ziel setzte, indem sie die Scheusale von Eltern der Bestrafung zuführte und ein geeignetes Unterkommen für die kleinen Märtyrer beschaffte? Erschüttert fragte man sich, so oft wieder einmal ein solcher Fall zur öffentlichen Kenntniß gelangt, wie es denn nur menschenmöglich war, daß derartige Rohheiten so lange unentdeckt und ungeahndet bleiben konnten. Die beschämende Antwort auf diese berechtigte Frage, so schreibt die Berliner „Volkszeitung", liegt so nahe, daß die meisten Leute sie ganz und gar übersehen. Unser Aller Schuld ist es gewesen, wenn die bemitleidenswerthen Kleinen nicht früher ihren Peinigern entzogen wurden — unsere Schuld war es, wenn sie in Furcht und Zittern vor roher Gewaltthat ständig ein gar elendes Leben führten. Wir waren eben anderweitig zu sehr beschäftigt. Wir mußten Vereine gründen zur Hebung der Sittlichkeit unter den Sioux-Indianern, oder wir hatten alle Hände voll zu thun mit den gemeinnützigen Bestrebungen, die auf eine „Säuberung" der deutschen Sprache nicht nur von den entbehrlichen, sondern auch von den unentbehrlichen Fremdwörtern abzielen. An die mißhandelten Kleinen zu denken, zum Schutze der Unmündigen uns zu verbünden, dazu gebrach es uns wirklich an Zeit. Wie viel Schönes und Gutes könnte nicht auch geschaffen werden, wenn die Frauen und Jungfrauen der besser situirten Klassen ihre Liebe und Fürsorge den verlaffenen und der Verwahrlosung anheimfallenden Kleinen in ausgedehnterem Maße zuwenden wollten, als dies bis jetzt geschieht! Wie manches arme, von liebloien Menschen hin- und hergestoßene Kind würde nicht glücklich sein, wenn ihm auch nur die Hälfte jener Liebe und Zärtlichkeit entgegengebracht würde, die manche Dame ihrem Schooßhündchen oder ihrem Papagei angedeihen läßt. Man sollte meinen, daß ein derartiger Hinweis genügen würde, um auf breitester Basis ein Vorgehen mit vereinten Kräften zu Zwecken eines wirksamen Kinderschutzes anzuregen, der aber mehr müßte sein, als eine bloße Spielerei, als ein leerer Zeitvertreib für müßige Stunden. Ein großes, weitausgedehntes Arbeitsfeld gilt cs mit Mühe und Hingebung zu bebauen. Als unlängst Gerhart Hauptmann, der im Grunde seines Wesens mehr Lyriker ist als Dramatiker, in dem glänzenden Rahmen einer Schauspielhaus - Aufführung uns das unsagbare Elend eines von einem rohen Peiniger unmenschlich behandelten Kindes vor die Sinnen und vor die Seele führte, da perlten befruchtenden Thautropfen gleich demantklare Thränen in schönen Augen. Und in den weichen Polstersesseln des Parquets saßen Männer mit skeptischen Mienen, denen mit einem Male der ätzende Witz versagte und die mit Mühe nur ihre Erregung zu meistern vermochten. Sollten alle diese gefühlvollen Leute sich wirklich nicht aufraffen können zu dem hochherzigen Entschluß, den vielen Leidensgenossen des armen Hannele nach Kräften zu helfen? ** Gedenket der hungernden Vögel. Auch an dieser Stelle wollen wir unsere Leser auf die armen gefiederten Bewohner des Landes aufmerksam machen, welche unter den Unbilden der schnell hereingebrochenen rauhen Witterung zu leiden haben. Möge jeder an seinem Theil dazu beitragen, daß die muntere Vögelschaar, welche uns im Frühling durch ihren fröhlichen Gesang erfreut und die durch ihre unersetzliche Beihülfe bei der Vertilgung schädlicher Insekten für das Gedeihen unserer Obst- und anderer Bäume sorgt, über die bösen Wintertage glücklich hinwegkommt. O Aus dem Ohmthal, 4. Januar. Konnte ma« mit Recht bis zum Jahreswechsel von einem gelinden Winter reden, so kann seit dem Eintritt des neuen Jahres nicht mehr die Rede davon sein. Der Winter tritt auf einmal mit einer ganz ungewöhnlichen Strenge auf- denn 15—16 Grad Kälte nach 6, wie wir sie heute Nacht gehabt, sind eben in jedem Winter nicht zu verzeichnen. Dazu weht eine so eisige Nordluft, daß der Aufenthalt im Freien nicht lange möglich ist. Die Arbeiten im Freien mußten darum eingestellt werden. Die Ohm ist mit einer geschloffenen Eisdecke überzogen, eine Erscheinung, die nur bei strengster Winterkälte einzutreten pflegt. In den Wohnzimmern war es heute nicht möglich, die Fenster eisfrei zu bekommen. Bei einer solch sibirischen Kälte dürfte es sicher am Platze sein, die Schulen auf dem Lande zu schließen, da vielfach hier sich ganz ungenügende Heizvorrichtungen noch vorfinden. Die Kinder leiden dann durch die Kälte viel empfindlicher, wie im Sommer bei 20 Grad Hitze. Das Land bedeckt nur eine ganz leichte Schneehülle, die zudem der starke Nordostwind säst weggefegt. Mit Recht befürchtet man darum, daß die Wintersaat bei dieser Kälte Schaden nehmen könnte. Bienenstände und Keller wolle man gut verwahren, sollen nicht schädliche Folgen sich anders einstellen. Hoffentlich bewährt sich auch diesmal die Wahrheit des Worts bei der plötzlich allz«- strengen Herrschaft des Winters: „Gestrenge Herren regieren nicht lange." Ortender^, 1. Januar. Die Neujahrsnacht hat zwei Familien hier und in der Nachbarschaft in große Trauer versetzt. Der 29jährige Sohn des Apothekers Alefeld hier, der einige Tage an der Influenza erkrankt und wieder aus dem Wege der Besserung war, ist in der Neujahrsnacht verschieden. Ein Herzschlag hatte dem jungen Leben ein Ende bereitet. — Die Familie Holtzmann, Gutspächter auf dem Leustädter Hof, beklagt (wie wir bereits berichteten, Red.) den Verlust ihres 17jährigen SohneS. Derselbe ist von einem auf dem Hofe bediensteten Gärtner, welcher das Neujahr anschießen wollte, aus Unvorsichtigkeit erschossen worden. Der Schuß drang dem jungen Holtzmann in den Unterleib und tödtlich getroffen gab der Bedauernswerthe bald darauf seinen Geist auf. Während am Sterbe- und Todesbette des Unglücklichen die hier wohnhaften Schwager und Schwester, Herr und Frau Vr. msä. H a h n verweilten, wurde in deren Wohnung hier eingebrochen und Geld und Schmucksachen im Werthe von ca. 600 Mk. gestohlen. Den Thätern ist man auf der Spur. Dieburg, 3. Januar. Vorige Woche fand der Sohn des Herrn Pflästerer Otto beim Umgraben des Gartens im „Neuen Viertel" einen Topf mit Münzen. Dieselbe« tragen die Jahreszahl 1570 und bilden einen recht werthvollen Fund. Egelsbach, 3. Januar. Gleich wie den Langener Wirthen wurde den hiesigen sämmtlichen Wirthen bei hoher Strafe aufgegeben, daß dieselben in ihren Wirthschaften erwachsene Mädchen ohne Begleitung ihrer Eltern nicht mehr verkehren lassen dürfen, auch nicht mehr, wie es seither vielfach üblich war, in Begleitung ihrer Liebhaber. A Mainz, 4. Januar. In der letzten Nacht hat die Kälte hier im Freien eine Höhe von nahezu 15 Grad erreicht. Der Rhein geht in seiner ganzen.Breite schwer mit Eis, durch welches sich die kleinen Trajectboote, die den Verkehr zwischen hier und Kastel vermitteln, mühsam durcharbeiten. Ab und zu sieht man auch einen Dampfer, der sich abmüht, noch das eine oder andere Schiff nach den hiesigen oder Gustavsburger Sicherheitshäfen zu bugsiren. Mit Ausnahme des Dampfers „Ludwig, Großherzog von Heffen" — der Firma Stenz u. Bruckwiller gehörig —, welcher heute Mittag in dem Mund des Gustavsburger Hafens aus einer Eislehne auffuhr, Leckage erhielt und sank, verlautet bis jetzt aus hiesiger Gegend nichts, daß der plötzliche Eisgang ernste Schiffs^nsälle hervorgerufen, wie es auch gelungen, die zahlreichen hiesigen Landungsbrücken der verschiedenen Dampfschifffahrts Gesellschaften noch rechtzeitig zu bergen. — Gegen die geplante Reichsfrachtbrief- und Quittungssteuer har sich die hiesige Handelskammer in ihrer letzten Sitzung principiell ausgesprochen. Für den Fall aber, daß an eine Abwendung der Steuer überhaupt nicht zu denken, sprach man sich für eine wesentliche Erweiterung der Werthgrenze sowohl bet der Quittungs- als auch bei der Frachtbriefsteuer aus. Als eine Besteuerung der Quittung wurden 100 Mark, nicht aber 20 Mark als zulässig erachtet. Die hiesige Handelskammer wird bei dem am 12. d. Mts. zusammentretenden deutschen Handelskammertag diesen Standpunkt vertreten. — Während die Katholiken hier bis jetzt keinerlei Kirchensteuer zu entrichten hatten, wird, da die vorhandenen Geldmittel zur Bestreitung der nothwendigen Bedürfnisse der hiesigen katholischen Pfarreien nicht mehr ausreichen, gemäß gestern erfolgtem Stadtverordnetenbeschluß eine Parochial-Umlage von 7500 Mark in das städtische Budget eingestellt und von den Kathollken erhoben. Vermischtes. Ms. Von der Weser, 4. Januar. Liebestragödie. Nicht geringes Aufsehen erregt wegen der großen Jugend der berheiligten Burschen eine Liebestragödie, welche sich in dem Dorfe Vake bei Veckerhagen a. d. Weser dieser Tage zutrug. Der erst 16 Jahre alte Formerlehrling R. war in heißer Liebe zu einer jugendlichen Dorfschönen entbrannt, indessen auch der um ein Jahr ältere Bergmann B. hatte seine Herzensgefühle demselben Mädchen zugewandt und so nährten die beiden jungen Leute, welche früher die besten Freunde waren, eine starke Eifersucht aufeinander. Eines Abends bei einer Mondschein - Serenade unter Liebchens Fenster geriethen die beiden Nebenbuhler aneinander und R., der heißblütige Eisenformer, stieß dabei seinem Gegner sein dolchartiges Meffer mit voller Wucht in die linke. Seite, sodaß der Bergmann mit lautem Aufschrei blutüberströmt zusammenbrach und von der herbeigeeilten Liebsten und anderen en Langem Witthen n bei hoher Straß chaften erwachsene id)t mehr verkehren tlher vielfach üblich : fand der Sohn n des Gmens im iünzen. Dieselben inen recht werlhvollen euen »^tveht ein» Freien nicht s n batnm ■ lan8l «4*fi** "fälle!l«Ä (“t! "ich! migtii " °'ch fitirttt 5. "auf be” ß “"^nügenbe »an, r m ^°»°>er bet , e'nt M; leicht, ° * Mch 'b-°>°hrt fich N b[t »W tl(„ *“* h°' jwei , ® i'«d! Iraner ta aitjdi jiet, nft und wiedn auf Neujahrsnacht ver- lcn Leben ein Ende 'ulspächler auf de« - berichteten, Red.) Derselbe iit vo» welcher das Neujahr hoffen worden. Der den Unterleib unb ■ halb daraus seinen todesbette de« Uw er und Schrvefter, en, wurde in deren d Schwuckfachen im en Thätern ist mm hien Nacht izar die ahezu 15 Grad er- ;enZreite schwer mit tiboote, die den Beiteln, mühsam durch- einen Dampfer, der Schiff nach den hie« jen zu bugsiren. Mit oßherzog von Hessen" gehörig welcher lvsburger Hafen- au, und sank, verlautet ltz der plötzliche Eis- wie es auch gelungen, 'en der verschiedenen htzeitig zu bergen. - und Ouittungssteuer »II i» *? .:srS m 12. d. MS. zu- |!ttae dick» ®twbi l« btt ILtr au6> Strt# iten erhoben^^-. 2ieJetaflW n* « b,t 9" w in *1 w ,. d. «, war rmerlkhr^b e’nt^rannt/ Dorss^" "» A. halte $«e*n „„i io ° i«e< #« Ljt ®i“‘* (jt «ul'* '»l** [(noin “n Md $■/ i« >7 bei l'!"“",, Ski», '• Leuten vom Platze getragen werden mußte. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Der jugendliche Attentäter, welcher entflohen war und sich ins Heu versteckt hatte, wurde vom Gendarmen festgenommen und In das Untersuchungsgefängniß abgeführt. ♦ eint Berficherungs Gesellschast gegen Einbruchs-Diebstahl soll in B e r l i n gebiloet werden. Im ersten Augenblick könnte man geneigt sein, die Sache sür einen Neujahrs- Scherz zu halten, aber die Aufforderung geht von durchaus ernfthasten Männern aus. Unter den Unterzeichnern befinden sich drei Vertreter der Unternehmungen, welche die Einbrecher ganz besonders in ihr Herz geschloffen haben: von Gold- und Juwelengeschäften. In der That ist nicht recht ersichtlich, warum eine Versicherung gegen Einbruch nicht einem Bedürfniß entgegenkommt. Mit wie viel größerer Ruhe wird man in die Sommerfrische gehen können, wenn man einen Ersatz sür das AnSräumen der Wohnung bei der Rückkehr beanspruchen kann? Uebngens ist die Zahl der Einbruchs.Diebstähle in Sudin bei Weitem nicht so groß, wie man vielfach annimmt. Nach polizeilicher Feststellung beträgt die Zahl solcher Diebstähle durchschnittlich 700 und der unwiederbringliche Verlust aus ihnen rund 200000 Mk. Unter Zugrundelegung der erwähnten Zahlen wird in dem Prospect auSgesührt, daß die Gesellschaft 267 000 Mk. jährlich ausbringen muß, um die Verluste, die Verwaltungsunkosten und die Verzinsung des etngezahlten Actiencapitales zu decken. Diese 267 000 Mk. sollen sich zusammensetzen aus den Prämien von 5000 Wohnungen zu 15 000 M. Versicherungssumme, 5000 zu 5000 M., 1000 zu 30000 M., alle diese zu J/8 Procent Prämie, ferner 2000 Geschäfte zu 24000 Mk. zu ’/6 Procenr und 200 Villen zu 50000 Mk. zu 1 * * * *]4 Procent Prämie. Das Unternehmen ist für das preußische Staatsgebiet vom Minister des Innern im Grundsatz genehmigt. Aehnliche Versicherungsgesellschaften bestehen, wie im Prospect mitgeiheilt wird, in Amerika, England und Frankreich, dort sollen sie sich bewährt haben. • Berlin, 2. Januar. Ein krasses Beispiel des Formalismus in unserer heutigen Rechtsprechung bietet folgender, von der „Germania" mitgetheilte Fall: Eine böse Stiefmutter war wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges unter Anklage gestellt worden, weil sie ihre 5jährige Stieftochter mit dem bloßen Gesäß auf einen in der Stube befindlichen erhitzten Kochherd gesetzt hatte. Die Strafkammer, welche diesen Fall abzuurtheilen hatte, versagte dem Kochherde die Quallfication eines gesährlichen Werkzeuges im Sinne des § 223a, „da der frei auf den Füßen stehende Herd ein feststehender Gegenstand gewesen, während zum Kriterium des gefährlichen Werkzeuges gehöre, daß das betreffende Object beweglich und mit ihm auf den Körper eingewirkt worden fei." Die Straikammer erkannte, da ein rechtsgültiger Strafantrag wegen einfacher Körperverletzung nicht vorlag, auf Einstellung des Verfahrens. Die von der Staatsanwaltschaft hiergegen eingelegte Revision hat das Reichsgericht verworfen. Auch das Reichsgericht hält daran fest, daß das im § 223a bezeichnete Werkzeug an sich ein beweglicher Gegenstand fein muß. ♦ Neukirchen (Kreis Ziegenhain), 3. Januar. Ein. Überaus practisches Weihnachtsgeschenk hat der von hier gebürtige Herr Fabrikant Stumpf in Newyork den hiesigen Armen vermacht, indem er denselben einen Waggon Weizenmehl spendete. Sämmtliche arme Leute hiesiger Stadt sind nun auf einige Wochen mit Mehl versorgt. * München, 2. Januar. In die Klinik wurde heute ein junger Grieche eingeliefert, der am Sylvesterabend aus Nebecrnuth zwölf Zwanzigmarkstücke verschluckt hatte. Der Zustand des jungen Mannes ist nicht unbedenklich. ♦ Newyork, 1. Januar. Nathanicl Wheeler, Präsident der Wheeler and Wilson Manufacturing Company, ist gestern gestorben. Wheeler war in Watertown, Sonn., am 7. September 1820 geboren, erhielt Unterricht in einer öffentlichen Schule und war bann bis 1848 Wagenbauer. Im Jahre 1850 machte er die Bekanntschaft Allan B. Wilsons, welcher sich mit der Verbesserung einer Nähmaschine beschäftigte, aber Jemanden brauchte, der dieselbe im Publikum einführte. So tijaten sich beide zusammen und 1852 wurde die Nähmaschine unter der Firma Wheeler and Wilson patentirt. Im Jahre daraus erfolgte die Gründung der Gesellschaft, in deren Fabrik Anfangs nur eine Maschine täglich hergeftellt wurde — jetzt kann dieselbe deren 600 täglich fabriciren. Im Ganzen sollen bis jetzt 1200000 Stück hergestellt worden sein. * Grad' heraus! In der Oststeiermark, so erzählt die „Ostdeutsche Rundschau", waren heftige Niederschläge niedergegangen und die Ueberschwemmung richtete bedeutenden Schaden an, sodaß zu deffen Prüfung sich eines schönen Tages in einem Dorfe genannler Gegend auch der Herr Landeshauptmann, Graf W., einsand. Dieser sandte sofort einen Boten zum Gemeindevorsteher mit dem Befehle, er — der Gemeindevorsteher — habe sich auf der Stelle in das näher bezeichnete Gasthaus zu verfügen, da Se. Excellenz ihn zu sprechen wünsche. Der Gemeindevorsteher — ein Bauer von altem Schrot — warf sich in seinen Sonntagsstaat und ging eilenden Fußes dem Gasthause zu. Dort angekommen, trat der gute Mann sofort auf den Landeshauptmann zu mit den jovialen Worten: „Hob wuhl's Vergnügen, den Herrn Grofen za sprech'n?" — „Nein" — meinte der Angesprochene, das harmlos dreinblickende Bäuerlein mit wüthenden Blicken durchbohrend und jedes Wort scharf betonend — „Sie haben nicht das „Vergnügen", den Herrn Grasen .zu sprechen, sondern Sie haben die „Ehre", vor „Sr. Excellenz dem Herrn Landeshauptmann" zu stehen !" — Allein unser Bauer ließ sich nicht einschüchtern: „Wenns ka Vergnüg'n is, nacha is a kaEhr'!" . . . 'mpsehl mi Jhna!" — Sprach's, drehte sich auf dem Absatz um und fort war er, die verdutzt drein- blickende Excellenz allein lassend. * Prinzesfiu Vseuburg-Pullman. Aus Newyork wird gemeldet: Fräulein Florence Pullman, deren Vater Besitzer der weltbekannten Luxuswaggonsabrik, ein fechzigfacher Dollar- Millionär ist, dürste schon Anfangs dieses Jahres als Prinzessin Isenburg in Europa erscheinen, da sie, mit dem Erbprinzen Leopold von Nsenburg-Birstein verlobt, demnächst vor den Traualtar treten wird. Schiffsirachrichten. Hamburg-Amerikanische Packetfabrt Actien-Gesellschaft. Postdampser „Albingia", von St. Thomas nach Hamburg zurückkehrend, ist am 1. Januar, 12 Ubr Nachts, iu Havre angekommen. Postdampfer „Rmfia" ist am 2. Januar, 7 Uhr Abends, von Hamburg via Havre in Newyork angekommen. Postdampfer „Rhaetia", von Newyork nach Hamburg zurückkehrend, ist am 3. Januar, 5 Uhr Morgens, Lizard passirt. Postdampser „Wieland", von Hamburg nach Newyork vestimmt, hat am 2. Januar, 7 Uhr Abends, von Havre die Reise fortgesetzt. P stdampfer „Bavaria", von Westindien kommend, hat am 2. Januar, 8 Uhr Abends, von Havre die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Postdampfer „Saxonia", von Hamburg nach Westindien bestimmt, hat am 2. Januar, 7 Uhr Abends, von Havre die Reise nach St. Thomas fortgesetzt. Der Postdampfer „Westernland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 2. Januar wohlbehalten in New- york angekommen. _________ Verkehr, CattO» rrrrd Volkswirthschaft. - Die neue« amerikanischen Schnelldampfer. Bekanntlich ist es der Ehrgeiz der amerikanischen Schiffbauer, die Schnelldampfer europäischen Baues zu übertrtffen und gegenwärtig sind zwei solche Schiffe der Red Star Linie für den Postdienst zwischen New-?)ork und Antwerpen im Bau, welche im nächsten Frühjahr vom Stapel laufen und Ende kommenden Jahres in Dienst gestellt werden sollen. Außerdem ist es in Aussicht genommen, die Erfahrungen, die bei Entwurf, Bau und Betrieb dieser Schiffe gewonnen werden, zu benutzen für zwei weitere Dampfer, die dann, wie sich Herr Eramp, der Inhaber der großen amerikanischen Schiffswerft ausdrückt, keinen Verglich zu scheuen und keine Concurrenz zu fürchten hätten. Während er sich der Voraussagen über die zu erwartenden Resultate der im Bau begriffenen Schiffe enthält, flieht Herr Cramp in einem vor der „Society of Naval Architects and Marine in America" gehaltenen Vortrag über dieselben einige Einzelheiten, welche darauf schließen lassen, daß keine Anstrengung gescheut wird, um diese Fahrzeuge den jetzigen Greyhounds ebenbürtig an die Seite zu stellen. — Die beiden Dampfer werden in Größe etwa zwischen den neuesten Eunardern und „New York", „Paris" und „Majestic" sein. Ihre Länge in der Wasserlinie beträgt 536 englische Foß, (554 Fuß überall), ihre äußerste Breite 63 Fuß, Tiefe (moulbeb depth) 42 Fuß. Es ist bernerkenswerth, daß die Amerikaner das breite Modell der „Paris" dem scharfen von Harland u. Wolff vor- ziehen, denn das Verhältniß zwischen Länge und Breite ist 8.5 zu 1, bei „Paris" 8,37, „Eampania" 9,23, „Teutonic" 9,82. Der Brutto- Raumgehalt wirb 11,000 tonnen, also etwas mehr als bei „Teutonic" und „Paris" betragen. Die neuen Sch'ffe sollen 320 Passagiere öfter, 300 zweiter Klaffe und 900 Zorschendecker führen. Ihre Doppelschrauben werden durch vierfach .xpandirende Maschinen von zusammen 20 000 inbtehten Pferdekrästen getrieben. Der Dampfdruck robb 200 Pfund per □" betragen. Man hoff' daher, daß die neuen amerikanischen Sch ffe, wenn nicht die „Campania" und „ßueania* übertreffen, so doch ihnen nicht viel nachstehen werden. Engineering. kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag den 7. Januar, 1 nach Epiphanias: Landes-Missionsfest I« der Ltadikirche. Vormittags 9*/t Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Ubr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dingeldey. Nachmittags 5 Uhr: Pfarroerwalter Dr. Grein. Beichte und heiliges Abendmahl im AbendgotteS- dienst für die Markus gemeinde- Anmeldungen hierru beim Plärrer der MarkuSgemeinde am besten SamStag den 6. Januar, Vormittags zwischen 11 und 1 Uhr in der Pfarrwohnung ober vor dem Gottesdienst von 4V, Uhr an in der Sacristei Kinderkirche Nachmittags 272 Uhr: Pfarrer Schlosser. Die Kinderkirche für die Matthäus > und Markusgemeinde wird vorerst zusammen gehalten und zwar abwechselnd von den beiden Geistlichen- In den Gottesdiensten: Collecte für die Heidenmission. Bibelstunde im Turnsaale der Stadlknabenschule Donnerstag den 11. Januar, Abends 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Sonntag den 7. Januar, 1. nach Epiphanias: Landes-Missionsfest. 3« der Joharme-kirche. Vormittags 9Vi Ubr: Pfarrer Dr. Naumann Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der JohanneS- gemeinde. Die Kinder der Johannesgemeinde werden iur Xheib nähme eingeladen und die Eltern werden gebeten, ihre Kinder in den Kindergottesdienst schicken zu wollen. Die in der Johanne^ gemeinde wohnenden Helfer un» Helferinnen, die bereit sind, im Kindergottesdienst per Johannesgemeinde mitzuwirken, werden freundlichst zu einer Besprechung und ersten Vorbereitung eingeladen auf morgen Samstag, Nachmittags 3 Uhr, im Confirmandensaal der Johannes- kirche Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey. n 3 Beichte Üunb heiliges Abendmahl sür die Lukas- gemeinde- Anmeldungen hierm am Tage vorher zwischen 11 und 1 Uhr in der Wohnung des Pfarrers. Collecte für die Heidenmission. Bibelftunde am Montag den 8. Januar, Abends 8 Uhr, im Confirmandensaale der JohanneSkirche: Markus Cap. 9, von Vers 3v an: weites Herz und enges Gewißen. Pfarrer Dr. Naumann. n „ Missionsstunde am Mittwoch den 10. Januar, un Con-> strmandensaale, Abends 8 Uhr. Pfarrer Dingeldey Am Sonntag den 14. Januar findet im Abendgottes dienst Beichte und heiliges Abendmahl sür dieJohanneS- 0 An demselben Sonntag wird Vormittags 11 Uhr Kinder- tirche der Lukasgemeinde abgehalten. Katholische Gemeinde. Sonntag den 7. Januar: Fest der Erscheinung des Herrn. SamStag: Nachmittags von 3 Uhr bis Abends um 9 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6 Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; um 6'/, Uhr erste hl. Messe; gemeinschaftliche hl. Com- munion; um 7«/r Uhr Austheilung der hl. Communion; um 8 Uhr zweite hl- Messe; um 9-3 Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittags um 51 lt Uhr Christenlehre; darauf Festandacht. Gottesdienst tu der Synagoge. Samstag den 6. Januar: Vorabend 4o-> Uhr, Morgens 9« Uhr, Nachmittags 3°° Uhr, Sabbathausgang 580 Uhr Modernste und solideste Herrenstoffe in deutschen, französischen und englischen Oualitä^n, nadelfertig os. 140 cm breit von 1.75 viS 12.4» pr. Meter versenden in einzelnen Metern birrct an Private Erstes D^ut^ches 7uchversandtgeschäft Oettinger & Co., Frankfurt a. M., Fabrik-Depot. Musttr berettwilftast franco ins Haus.160 Bekanntmachung, betreffend die Mathildenstistung für Oberheffen. Nach dem Voranschlag der Mathildenstiftung für Oberhessen sind für das Jahr 1894 etwa 1150 JL vorhanden, welche zu wohlthätigen Zwecken verwendet und womit in erster Linie die in der Provinz bestehenden Klein- kinderfchulen bedacht werden sollen. Es werden hiernach die Vorstände solcher Schulen, für welche eine Subvention gewünscht wird, aufgefordert, ihre desfallsigen Gesuche, mit welchen eine möglichst ausführliche Mittheilung über Ausdehnung, Mittel und Bedürfnisse der betreffenden Anstalt zu verbinden ist, bis zum 10. Februar l. I an den unterzeichneten Vorstand der Stiftung gelangen zu lassen. Gießen, den 3. Januar 1894. Der Vorstand der Mathildenstiftung für Oberhessen. __________________v. Gagern, Provinzial Director. _________________ Bekanntmachung Unter Bezugnahme aus § 10 der Bedingungen für den Bezug von Wasser aus der städtischen Wasserleitung werden hiermit die betreffenden Hausbesitzer dringend ersucht, dafür. Sorge tragen zu «ollen, daß die Wassermesser für unsere mit deren Untersuchung und Aufnahme betrauten Beamten jederzeit leicht und ohne Zeitverlust zugänglich sind. — Unsere Leute sind nicht verpflichtet, sich den Zutritt erst durch Wegschaffung von Kohlen, Holz u. bergt möglich zu machen. — Unsere Monteure sind ^gegenwärtig mit der Aufnahme der Wassermesser beschäftigt. Gießen, 4. Januar 1894. Städtisches GaS- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. 182 Brennholz- Versteigerung in den Waldunzen der Stobt fidj. Freitag den 12. Januar l. I., Vormittags 9 Uhr beginnend, werden im District Rotherbusch versteigert : 513,5 rm Buchen-Scheiter, 213 „ Buchen- und Weichholz- Knüppel, 10388 Wellen Buchen-, Eichen- und Weichholz-Reisig, 401,7 rm Buchen, und Weichholz- Stöcke. Zusammenkunft im Rotherbufch, auf der Pflanzgartenschneise. Lich, am 4. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Lich. Walz. 158 Aeikgeöotenes. Hasen frisch geschossen, per Stück 3 Mark. 178] Noch neuer Damen-MaSteuauzug zu verk. ob. zu verl. Ludwigsstraße 14. Der Vorstand. Zuschlagsftist: 4 Wochen. Butzbach, den 4. Januar 1894. 1 184] Ein schön mobl. Zimmer, auch mit Cabinet, wenn möglich in der Nähe des Gerichtsgebäudes, wird alSbald zu miethen gesucht. — Ges. Offerten unter : R P 4 an bie Expebition b Bl Großherzogliche Baubehörde für die Zellenstrafanstalt Butzbach. Daudt. 168 Alice-Schule. Der Bügel- und Wasch-Cursus beginnt Montag den 8. Januar 1894 und können noch einige Schülecmnen an dem Unterricht theilnehmen. Gießen, den 2. Januar 1894. 56] Angebote aus Lieferung von Frische Bratbückinge Straßen- und Hoflaterne«. U forme großen Corrtdorlampen Carl SchwaabS (Loos I), sowie Laternenftän- 187 Delikatessen - Handlung. dern und Wandarmeu (Loos II) - u« ^Montag den 22. l. M., Mermischte Anzeigen. erbete^^Die^Submift^nsunt^rlagen m.17^ A werden gegen Entrichtung von 30 Pfg. sucht. Gef Offerten unter B K 24 an an die Interessenten versandt. — die Expedition d. Bl. _______ I ist bei deinConcert im Einhorn Donners- Mason tag Abend ein schwarzer DamemPelz- Inilnaeiuwliene Hajen Mantel. Bitte denselben Südanlage 9, empfiehlt H. Motz, Mäusburg 17. [175: ITreppe, umzutauschem^-- 181 ------156 189] Gefucht wird em gebrauchter Reisiuttcrnwill feuerfester «asienschrauk. Offerten mit von Mk 3_ an nur waggonweise. I Preisangabe bitten unter Chiffre tn G. & 0. Lüders, Dampfreismühle, Hamburg, i der Expedition d. Bl. abgeben zu wollen. Bekanntmachung In das Handelsregister unterzeichneten Gerichts wurde eingetragene 1. Karl Krebs in Gießen betreibt daselbst seit 1. October 1893, eine Antiquariats- und Sortiments-Buchhandlung unter der Firma seines Namens. 2. Wilhelm Spörhase zu Gießen betreibt daselbst seit 1886 ein Geschäft zur Anfertigung wissenschaftlicher Apparate — mechanische Werkstätte — unter der Firma: „W. Spörhase, vormals C. Staudinger u. Cie.". 3. Jacob Rinn XV. Wittwe in Heuchelheim betreibt daselbst seit 1. Mai 1889 Handel mit Holz und Kohlen unter der Firma: „I. Rinn XV/ und hat ihrem Sohne Ludwig Rinn daselbst Procura ertheilt. 4. August Helfenbein in Gießen betreibt daselbst seit 20. September 1893 ein Colonialwaaren- und Flaschenbiergeschäft unter der Firma seines Namens. 5. Philipp Herrmann in Gießen betreibt daselbst seit 1. October 1893 ein Colonialwaaren- und Delicateffengefchäft unter der Firma seines Namens. 6. Gustav Ruppel in Gießen betreibt daselbst seit 19. December 1893 Handel mit Stein-, Braunkohlen und Holz unter der Firma seines Namens. 7. Scheel u. Comp. in Gießen — Tuch- und Militäreffecten- Geschäft — als Commanditgesellschaft. Offener Theilhaber ist Herr Albert Sckeel in Gießen. 8. Firma: I. Ricker'sche Buchhandlung in Gießen. Die den Herren Ferdinand Weigel und Oswin Schneider ertheilte Collectiv-Procura ist zurückgezogen worden. 9. Adolf Zinßer in Gießen hat seinem Sohne Gustav Zinßer Procura ertheilt. 10. Firma: Friedel u. Asprion in Gießen. Wilhelm Friedel ist lt. Vertrag vom 11. Februar 1893 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgetreten und führt der seitherige Mitinhaber Eugen Asprion das Geschäft auf eigene Rechnung unter der seitherigen Firma weiter. 11. August Balser in Gießen ist verstorben und führt seine Wittwe das vcn ihm betriebene Agenturgeschäft unter der Firma „August Balser Wittwe" weiter. 12. Louis Rothenberger in Gießen ist verstorben und führt seine Wittwe das Geschäft unter der seitherigen Firma weiter. 13. Der Mitinhaber der Firma Goldenberg u. Marcus in Gießen, S. Goldenberg, ist verstorben und wird das Geschäft von den anderen Theilhabern, Marcus und Strauß, unter lieber- nähme der Activen und Passiven, unter der seitherigen Firma weiter geführt. 14. Die Firma S. Goldenberg in Gießen wurde gelöscht, 15. Die Firma Albert Kaufmann in Gießen desgleichen, 16. Die Firma Gabriel Rosenthal daselbst desgleichen, 17. Die Firma Thonwerk im Schiffenberger Wald von Georg Koch in Gießen desgleichen. Gießen, den 3. Januar 1894. Grobherzogliches Amtsgericht. _____________Gebhardt.____167 Bekanntmachung. Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Wasserleitungen. Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der Hau?Wasserleitungen zu Gießen" machen wir darauf aufmei ksam, daß, um dem Einfrieren des Wassers in den Hauswasserleitungen bei eintretender Kälte vorzubeugen, es erforderlich ist, die Hauswosserleitungen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren. Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermesser befindliche Hauptabsperrhahn geschlossen und dann das seitlich desselben befindliche Entleerungs- häbnchen, nachdem ein passendes Gefäß untergestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis das in der Hausleitung stehende Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das in dem obersten Stockwerk des Hauses befindliche Zapfventil der Hausleitung offen zu ballen, damit die Luft Zutritt in die Leitung erhalle. — Ein größerer Theil des Wassers kann auch schon durch das Zapsoenlil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird — Nach stattgehabter Entleerung sind die beiden Zapfventile, welche dem Eintritt der Luft und der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Das Schrieben des Hauptabsperrhahns erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzopfen und Drehung in der Richtung von links noch rechts — im Sinne eines Uhrzeigers — bis Widerstand erfolgt. — Das Leffnen deS Hauptabsperrhahnes geschieht durch Drehung in entgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Beh'-fs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabsperrhahn wieder vollständig geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hofräumen, Gärten u. s. w. sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die betr. Leitungen gefertigt hat. Btt anhaltender autzerordentlicher Kälte empfiehlt es sich, die Wasserentnahme auch während des Tages auf kürzere festgesetzte Zeit zu beschränken und während der übrigen Tageszeit die Hauswasserlettungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzpstellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen unbenutzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Unterhalten eines kleinen Heerdfeuers vorbeugen. Auch empfiehlt es sich, in kalten Closet- ober sonstigen ungeheizten Räumen, durch welche die Wasserleitung führt, sofern daselbst die Leitung nicht schon durch eine Umhüllung gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch ein Oefchen ober geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten. Die Wassermesser nebst dem nächstanschließenden Theil der Rohr« keitung sind während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschlossen zu halten. — Die Herstellung aller Wassermesser, die in Folge ungenügenden Schutzes gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der Hausbesitzer. Dmch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Wasferabnehmer die Lieferung des Wassers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen a« Leituiktz und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln allen Betheiligten zur ganz besonderen Beachtung. Noch besonders machen wir darauf aufmerksam, daß es nicht in das Bereich unserer geschäftlichen Obliegenheiten gehört, N-paraturen und Auftbouen von Hauswasserleitungen — soweit dieselben vom Wassermesser ab innerhalb des Hauses liegen — vorzunehmen. Derartige Herstellungen werden am schnellsten von denjenigen Installations-Geschäften besorgt, welche die betreffenden Hauswasser- ltttungen s. Z. ausgeführt haben. Gießen, den 14. November 1893. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. -Ho Bergen. 9501 Nachruf. Herr Salomon Mayer, welcher am 3. Januar er. in Frankfurt a. M. gestorben ist, war über fünfzig Jahre in unserer Gemeinde als Lehrer und Cantor thätig. Wir beklagen in dem Dahingeschiedenen einen treuen Freund, dessen segensreiches Wirken ihm bei allen Gemeindeangehörigen ein dauerndes Andenken sichern wird. Giessen, den 4. Januar 1894. Der Vorstand der Israel. Religions-Gemeinde Giessen. 171 8. Heichelheim. Neues Theater, Giessen.; Freitag den 5. Januar: "" Hochdrastische Neuheit ' Charleys Tante. Schwank in 3 Acten von Brandon Thomas. Nächste Vorstellung: Sonntag den *7. Januar: IB Auf Wunsch NN ____Die Haubenlerche.____ 16-»| Gin Papagei ist zug'ssogen. Abzuholen im Etr.quartirungshaus am Oswalds Garten.___________________ 1851 Verloren ein Couvert mit Briesen und Militärpaß vom Bahnhof bis zur Westanlage. Bitte abzugeben gegen Be- lohnung Neustadt 59, 3 Stock-__ 179] Wechte« von Rohr- und Stroh- fiühlen wird billig und gut besorgt. Neustadt Nr- 11, 3. Stock. 186] 18—20,000 Mark auf prima Object als erste Hypothek gesucht Offert unter M W an die Expedition erbeten. Gelegenheit zum 4händig spielen sucht feiner Herr. Nur Damen oder Herren, die techn. weit vergeschr-, werden gebeten Offerten unter Nr 191 an die Exped b Bl. zu fenben. 169 174] Tüchtiger Vertreter von einer Groß-Brauerei Dortmunds gesucht. Angebote beförb. Rud. Mosse, Cäl«, unter J. 8565.__ 183] Zuverlässiger Pferdeknecht aff sofort gesucht. Johannes Kreiling H. Wittwe, Wieseck______________ Tüchtige Schuhmacher *K auf Werkstatt sofort gesucht. 188«arl Berg. Heörannleu Haffee per Pfund JC 1.70 bte fetzt an Qualität unübertroffen, wer einmal probier, bleibt stet« Abnehmer Borräthig in Carl Schwaab's Deltcaleffenhdlg Tüchtige Knechte - Stallschweizer, Kleinknechte, Dienst« iunge« rc. (brauchbare beutschredenbe Leute vom Lanbe) vermittelt in Jahreslohn überallhin schnell unb billiger als anbere Agenten Riebenstahl, Ver- miethungscomptoir, Berlin. Gr Ham- burgerstr. 16. Näheres auf gefl. Anfrage. Mrmiell-ungen. 92] Seltersweg 81: Logis von 5 Z mit Zub. an rhg Leute z o.___________ 157] Ein kleines FamilienlogiS sofort zu vermiethen-_______Kaplansgasse 19. 154] Ein Logis mit. 6 geräum. Zimmern nebst Wasserleitung unb allem Zubehör per 1. April zu vermiethen. Näheres Bahnhofstraße 58, Hl. 155] Ein großer Laden mit Wohnung, auf Verlangen auch mit Lagerraum, zu vermiethen. Näheres ,,, ________________Bahnhofstraße 58, III. 180] Ein LogiS zu vermiethen bei Schreiner Heß, Kaplansgasse 25.__ 170] Schönes möbl. Zimmer vor dem Corridor zu verm. Nordanlage 31 II. 172 Gießen, den 5. Januar 1894. Todes-Anzeige. Theilnehmenden Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, daß unser innigstgeliebtes Kind Franz im Alter von 3V4 Jahren nach kurzem aber schweren Kranksein heute Nackt 12 Uhr sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten Ludwig Melchior und Fran. Giessen, 5. Januar 1894. Hierdurch beehre ich mich, ergebenst mitzutheilen, dass ich mein seit 1822 bestehendes Sortimentsgeschäft unter der Firma: Ferher’sche Iniv.-Buchhandlnng (W. Ferber) heute an Herrn Carl Koch aus Freiburg i. B. käuflich abgegeben habe. Ich bitte, das mir bisher geschenkte Vertrauen auf meinen Herrn Nachfolger zu übertragen, der dasselbe in jeder Beziehung rechtfertigen wird. Hochachtungsvoll Wilh. Ferber. Auf Vorstehendes bezugnehmend erlaube mir einem geehrten hiesigen Publikum die ergebene Mittheilung zu machen, dass ich heute die Buchhandlung des Herrn Ferber käuflich übernommen habe und solche unter der Firma: Ferber'sche Universitäts-Buchhandlung (C. Koch) weiter, führen werde. Mit der Versicherung, dass es stets mein eifrigstes Bestreben sein wird, den Wünschen des hochgeehrten Publikums entgegenzukommen, verbinde ich die ergebene Bitte, mir Ihr geschätztes Wohlwollen zuzuwenden und dauernd zu erhalten. 190 Hochachtungsvoll C. Koch, Ferber’sche Universitätsbuchhandlung. Aachener und Münchener Jeuer-Derstcherungs- Geseüschaft. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß wir, nachdem unser langjähriger Vertreter in Lich, Herr Secretär Gros, verstorben ist, unsere Agentur daselbst dem Spenglermftr. Herrn Heinrich Walz in Lich übertragen haben. Darmstadt, im Januar 1894. Die General - Ageutmr: Karl Hornmann. Bezugnehmend auf obige Bekanntmachung empfehle ich mich zur Vermittelung von Verstcherung gegen Feuersgefahr und erkläre mich zu jeder einschlägigen Auskunft gerne bereit. Lich, im Januar 1894. . . 173 Heinrich Walz. «cfcection; U. Schepd». - Druck «nb IBertea bet Brüh-'fcbe.-. Druckers Nr. Chr. Pietsch) in Gießen. Die heutige Yummer umfaßt 6 Setten.