1894 Mittwoch den 5» September Nr 2V7 Zlints- und rlnzeigeblatt für den Ureis Gieren Hratisöeikage: Gießener KamitienKtätter bestraft. Artikel 352. Wer die von der Local-Polizeiverwaltung-behörde wegen Vernichtung ober Reinigung von Kleidungen, Leinenzeug, Bettwerk oder anderen Geräthfchaften, welche von Personen gebraucht worden sind, die an einer ansteckenden Krankheit Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. vierteljähriger Abouncmcntsprew: 2 Mark 20 Pfg. mir Bringcrlohn. x Durch die Post bezogen 2 Mark 60 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Sikukstraße Kr.7. Fernsprecher 51. Der Hteßencr Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AKmiltenStLIter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Alle Annoncen'vureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. einer sehr annehmbaren. Die Sorgfalt, mit welcher die Herstellung der äußeren Welt, der Scene, auf dem verhältnis- mäßig beschränkten Bühnenraum vorgenommen wurde, verdient auch ein Wörtchen des Lobes. Hatte man es sich doch sogar angelegen sein lassen, in den Decorationen spanisches Localcolorit anzudeuten. Der Zuschauerraum des Belle-Alliance Theaters, welcher ca. 1400 Personen saßt, macht einen recht behaglichen Eindruck. Der in kirschrothem Ton gehaltene Hauptvorhang trägt kein Bckd- sein Schmuck besteht in der geschmackvoll n Fiction reicher Verschnürungen mit Goldquasten. Auf dem Zwtschenvorhang befindet sich, wie daS jetzt vielfach für Stadt- und Sommerbühnen üblich geworden scheint, ein Straßen- prospect mit bunten Plakaten und weithin sichtbaren Annoncen. Das kleine Orchester liegt ungefähr in gleicher Höhe mit den ersten Fauteuilreihen. Die vier Parketlogen zeichnen sich durch luftige Draperien und elegante Bogenstellung aus. An die ersten Ranglogen schließt sich eine im Rechteck lausende Galerie. Für die Pausen bietet bei schönem Wetter der mit dem Theatergebäude verbundene Garten mit seinen Spiegeln, Grotten und mannigfachen Beleuchtungskörpern einen sehr angenehmen Aufenthalt. Schon äußerlich sehr vornehm präsenttrt sich das Lessing-Theater (Direction OScar Blumenthal). Es ist ein edler Renaisiancebau nach dem Entwurf von v. d. Hude und Henicke. Der Zuschauerraum faßt 800 Personen. Die mit grünem Pcluche überzogenen Fauteuils, die reiche Brokattapete, mit welcher die Wände auSgeschlagen, der schön geraffte schwere dunkelrothe Sammetvorhang, über welchem als Devise die Worte leuchten: „Kunst und Natur sei Eines nur', — das schimmernde Weiß der Logenbrüftungen — alles ist für ein Elitepublikum berechnet und schließt durch die ganze Einrichtung von vornherein den Bruchtheil des hauptstädtischen Theaterpublikums, welches sich für ein „Billiges" an schönen Sonn- und Feiertagen amüsiren möchte, aus. und der Wohnung des Erkrankten schriftliche Anzeige zu machen. ~. 2) an einer typhusartigen Krankheit, Scharlach, Diphtherie, Croup, Puerperalfieber binnen 24 Stunden gleiche Anzeige Großherzoglichem Kreisgesundheilsamte zu erstatten. § 3. Unterlassung der nach § 1 und 2 vorgeschriebenen Anzeigen werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mark geahndet. Bestrafung der Familien- und Haushaltungsvorstände, der Hauswirthe und deren Vertreter tritt dann nicht ein, wenn jene Anzeige von anderer Seite innerhalb der vorgeschriebenen Frist erstattet worden ist. § 4. In Fällen, in denen die Jsolirung der an den genannten Krankheiten leidenden Personen in ihrer eigenen Wohnung absolut unthunlich ist, und in Folge des im Hause herrschenden allgemeinen Verkehrs, Nachtheile für das öffentliche Wohl zu erwarten sind, kann das Kreisamt auf Antrag des Kreis- gefundheitsamts Sperre der dem öffentlichen Verkehr dienenden Räume des Hauses oder bei den an Cholera erkrankten Personen die Verbringung derselben in die zur Aufnahme solcher Kranken bestimmten Krankenhäuser anordnen. § 5. Die Benutzung öffentlicher für diesen Zweck nicht besonders bestimmter Fuhrwerke zum Transport von Personen, welche an einer der im 1 und 2 genannten Krankheiten erkrankt sind, ist untersagt. § 0. Aus Familien, in welchen Jemand an Cholera, Diphtherie oder Scharlach leidet oder Sterbsälle in Folge dieser Krankheiten vorgekommen sind, ist der Besuch der Schulen und ähnlicher Anstalten sämmtlichen Kindern infolange untersagt, als dies Verbot nicht durch ein ärztliches Zeugniß im einzelnen Falle wieder aufgehoben wird. § 7.. Die Leichen von Personen, welche an einer der in § 1 und 2 genannten Krankheiten verstorben sind, dürfen nicht r in der Wohnung verbleiben, sondern muffen, und zwar die 1 an Cholera gestorbenen Personen binnen 6 Stunden und die | an den übrigen genannten ansteckenden Krankheiten gestorbenen ! Personen längstens binnen 12 Stunden nach erfolgtem Tode j in ein Leichenhaus, wenn ein solches vorhanden ist, verbracht werden. An Orten, wo kein Leichenhaus vorhanden ist, muß für thunlichste Jsolirung und baldmöglichste Beerdigung . Sorge getragen werden. Bei der Beerdigung der an der Cholera gestorbenen In den sechs Jahren ihres Bestehens haben die Räume des Lessing-Theaters den verschiedensten Geistern in der Litteratur Zutritt gewährt. Bon hier hat ver „Fall Clemenceau" seinen Einzug in tue deutsche Theaterwelt gehalten, von Hier ist aber auch Bahn für die großen und gerechten Erfolge Sudermanns geschaffen worden. Mit der „Schmetterlingsschlacht" wird die Direction Blumenthal ihren nächsten bedeutenden Trumpf ausspielen können. Vorläufig beherrscht das Repertoir noch der Stern der „Madame Sans Gene". Seit den Tagen Scribes haben wir keine Komodte gehabt, die das politische Moment so graziös und piquanr mit theatralischem Leben zu verquicken weiß. ES kümmert uns blutwenig, ob die Persönlichkeit der Heldw historisch richtig, ob der Character Napoleons als Privatmensch glaubwürdig aufgefaßt sei - gerade so wenig, als eS unS tangttt, daß Scribe im „Glas Waffer" recht frei mit den ge schicht ltchen Figuren umgesprungen ist. Im Lustspiel gilt ein für alle Mal die Regel: der Anwesende hat Recht, und da der Anwesende in diesem Falle immer der Witz und der Esprit ist — so setzt sich das mit scheinbar nonchalanter und doch so sicherer Technik gebaute Stück in ebenso viel Erfolge um, ^Für di? Katharine Hübscher, Wäscherin und spätere Herzogin von Danzig, ist Fräulein Marie Reisenhofer eine prächtige Vertreterin- baß urwüchsige Temperament, baß fesche Wesen scheint ihr angeboren- jeder Zug der Rolle, wie sie sie auffaßt, wirkt als echt. Auch die übrigen Rollen find mit tüchtigen Kräften bedacht worden, vor allem die Partien von Leföbre und Napoleon, welche von den Herren Vorwerk und Kober gespielt werden. Die häufigen Wiederholungen ermöglichen die denkbar größte Genauigkeit auch in den untergeordnetsten Partien. (Schluß folgt.) Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Feuilleton. HochsommcrM in Berlin. Briese auS der Reichshauptstadt für den „Gießener Anzeiger . (Nachdruck verboten.) I. Berliner Theater. Dr. M. In einer Weltstadt steht das Leben niemals -still. Auch eine eigentliche Theatersaison existirt für Berlin nicht. Wohl bleiben die Königlichen Theater bis Ende August beschlossen und das „Berliner", das „Deutsche" und das „Neue Theater" öffnen ihre Pforten erst im September, aber an theatralischen Genüssen und Ereigniffen findet sich dennoch ckein Mangel. Das Belle-Allianse-Theater (Direction Hein- rich Morwitz), in der Provinz hauptsächlich als ein Institut sür Possen und Schwänke bekannt, bringt in der Sommerzeit recht intereffante Opernvorftellungen und zieht allmälig das Publikum von Kroll an sich. Gegenwärtig gasttrt daselbst die Düse des Gesanges, die berühmte Franceschina Prevosti, in ihren Paraderollen. Ich hatte Gelegenheit, auf der Bühne des Belle-Alliance- TheaterS den „Fidelio" zu hören und zwar mit einer trefflichen Vertreterin der Titelrolle, Frl. Joseph. Reinl, welche mit kommender Wintersaison an baß Königl. Opernhaus engagirt ist. Der Fidelio der Dame hat großes, mächtiges Pathos, daß aber niemals so weit ins Aeußerltche treibt, daß die zarten, rein lyrischen Empfindungen nicht auch daneben 4hr Recht erhielten. Ein gut abgerundetes Ensemble, correct emgreifende -Chöre und ein flottes Orchester, daS seine schwierige Aufgabe achtungSwerth bewältigte, wenn eS auch gerade nicht auf Beethoven eingespielt scheint und deßhalb auch die große -Leonoren-Ouverture, die anderswo häufig im Zwischenact 4)orgeführt wird, bei Seite ließ, machten die Vorstellung zu Personen ist die Begleitung der Leiche durch Nichtangehörtge gar nicht und bei der Beerdigung von an den andern genannten ansteckenden Krankheiten gestorbenen Personen durch Nichtangehörige nur von der Straße aus gestattet. Die Oeffnung des Sarges bei dieser Gelegenheit ist untersagt. § 8. Jeder Arzt, sowie das ärztliche Pflegepersonal ist verpflichtet, sich vor Verlassen der Krankenwohnung zu beöinfictren. Die Krankenzimmer, sowie sämmtliche in denselben befindlichen Gegenstände sind nach Ablauf der Krankheit zu desinficiren. L nT1 , Bei der Desinfection von Personen und Wohnungen sind die desfalls ergangenen und noch ergehenden besonderen Bestimmungen genau zu beachten. § 9. Übertretungen der Vorschriften unter § 4-8 roerben nach Maßgabe der nachstehend abgedruckten Art. 349, 350 und 352 des Polizeistrafgesetzeso bestraft. Die Bekanntmachungen rubr. Betreffs vom 14. October 1891 und 24. August 1892 treten außer Kraft. Gießen, den 18. September 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Art. 349. Wer die von der Polizeiverwaltungsbehörde gegen den drohenden Einbruch ansteckender Krankheiten unter Menschen angeordneten Sperr- und Sicherungsanstalten verletzt, wird, insofern die begangene Uebertretung nicht unter § 327 des deutschen Strafgesetzbuchs fällt, mit einer Geldbuße von 3 bis 20 fl. ober Gefängniß bis zu 8 Tagen bestraft. Artikel 350. Wer die beim wirklichen Ausbruch einer ansteckenden Krankheit unter Menschen von der Polizeiverwaltung zur Abwendung der Gefahren und gegen Verbreitung der Krankheit angeordneten Sperr- und Sicherungsanstalten verletzt, wird, insofern die begangene Uebertretung nicht unter G 327 des deutschen Strafgesetzbuchs fällt, mit einer Geld- strafe von 5 bis 30 fl. ober Haft von 3 bis 14 Tagen Amtlichem Theil. Bekmmtmachmig, bett. Maßnahmen gegen die Cholera. Nachdem der Ausbruch der Cholera in der Gemeinde Bürgeln, Kreis Marburg, amtlich festgestellt worden ist und die Gefahr einer weiteren Verbreitung dieser Seuche nicht ausgeschlossen erscheint, bringen wir die nachstehend ab- gedruckte Polizei-Verordnung hierdurch nochmals zur öffentlichen Kenntniß, indem wir die Beachtung der bann nieben gelegten Vorschriften dringend empfehlen. Gießen, den 3. September 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Melior. Polizeiverordnung, die Anzeigepfiicht und sonstigen Maßnahmen bei ansteckenden Krankheiten betreffend. Unter Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 14. September 1892 zu Nr. M. I. 24792 wird sür den Kreis Gießen nachstehende Polizeiverordnung erlassen: § 1. Die Familien- und Haushaltungsvorstände, wie auch die Hauswirthe und deren Stellvertreter sind verpflichtet : 1) längstens binnen drei Stunden schriftlich oder mündlich der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten, sobald sie von einer Erkrankung an Cholera oder mit choleraartigen Erscheinungen in ihrer Familie oder in ihrem Hause Kenntniß erhalten haben; 2) längstens binnen 24 Stunden gleiche Anzeige zu erstatten, sobald sie von einer Erkrankung an einer typhusartigen Krankheit (Unterleibstyphus, Rück- falltyphus, Flecktyphus), an Scharlach, Diphtherie, Croup, Puerperalfieber (Wochendettfieber) in ihrer Familie ober in ihrem Hause Kenntniß erhalten haben. § 2. Die Aerzte sind verpflichtet, von jeder in ihrer Praxis workommenden Erkrankung: 1) an Cholera unverzüglich, jedenfalls aber binnen 6 Stunden dem Grotzherzoglichen Kreis- gesundsheitsamte unter Angabe des Namens, Alters darniedergelegen, ertheilten Vorschriften nicht befolgt, wird, insofern die begangene Uebertretung nicht unter § 327 des deutschen Strafgesetzbuchs fällt, mit einer Geldstrafe von 3 bis 20 fl. oder Haft bis zu 8 Tagen bestraft; außerdem werden jene Gegenstände confiscirt.___________________________________ Deutsche- Reich. Darmstadt, 3. September. Die Allerhöchsten Herrschaften und Gefolge besuchten gestern den Gottesdienst in Egelsbach. — Seine Königliche Hoheit der Großherzog begaben sich heute Vormittag zu Wagen von Schloß Wolfsgarten nach dem Griesheimer Schießplätze, stiegen dort zu Pferde und wohnten den Uebungen der Großherzogl. (25.) Cavallerie - Brigade bei. Nach Schluß der Uebung fuhr Allerhöchstderselbe direct nach Wolfsgarten zurück. Berlin, 3. September. In Anwesenheit des Kaiserpaares fand am Sonntag Vormittag 11 Uhr die ergreifende Weihe der Sarkophage Kaiser Wilhelms I. und der Kaiserin Augusta im Mausoleum zu Charlottenburg statt. Die Feier wurde durch Gesang deö DomchoreS mit anschließendem Gemeindegesang eingelettet, worauf die tiefempfundene, von patriotischer Wärme durchglühte Weiherede des General-Superintendenten Dr. Dryander folgte- Gesang und Gebet beendeten den Act. Nach demselben legten die Majestäten Kränze an den Särgen des hochseligen Kaiserpaares nieder. — Das Sedan fest ist auch diesmal in allen Gauen des Reiches durch entsprechende Veranstaltungen würdig begangen worden. Wenn hie und da sich die Sedanfeter in einfacherem Rahmen bewegte, als in den vorangegangenen Jahren, so ist dies lediglich auf die im nächsten Jahre bevorstehende 25. Wiederkehr des Tages von Sedan zurückzuführen, welches Jubiläum dann um so glänzender begangen werden soll. Im Uebrigen bekundete aber die auch jetzt wiederum hervorgetretene allgemeine Theilnahme am Sedanfeste, daß dasselbe nach wie vor tief im Herzen des deutschen Volkes । wurzelt, daß das Bewußtsein von der Bedeutung des höchsten I nationalen Ehrentages Deutschlands auch fernerhin in den weitesten Kreisen unserer Nation lebendig ist. — Der Wirrwarr in den Zeitungsmeldungen über die I Regierungsabfichten in der Frage der Verschärfung des Vereins- und Versammlungsrechtes dauert noch immer an. Während auf der einen Sette daran festgehalten I wird, daß eine durchgreifende Revision der entsprechenden I gesetzlichen Bestimmungen in Preußen so gut wie beschlossene | Sache sei, versichert man auf der anderen Seite, diese ganze Angelegenheit sei bislang im preußischen Sraatsministerium noch gar nicht zur Besprechung gelangt. Ebenso wird den Andeutungen, denen zufolge der Reichskanzler Graf Caprivi mit einer Regelung der Frage von Reichswegen im Allge- meinen einverstanden sei, von anderen Seiten mit der Versicherung entgegengetreten, die Reichsregierung denke wegen der obwaltenden Schwierigkeiten gar nicht an ctne Erörterung biefer Materie. ES muß demnach einstweilen dahingestellt bleiben, wer in diesem Streite der Meinungen eigentlich Nerrefte Nachrichten. Wolff» telegraphische» Correspondmz-Bureau. Berlin, 3. September. Der „Reichsanzeiger" theilt gegenüber den Angriffen der Blätter gegen die Heeresverwaltung wegen der Begünstigung des Maaren- Hauses für Armee und Marine mit, daß eine größere Anzahl von Truppentheilen, um möglichst rasch in den Besitz der neuen Schützenabzeichen zu gelangen, sich an das Waaren- hauS um baldmöglichste Vermittelung der Beschaffung wandte. Das WaarenhauS sah in diesem Falle von der grundsätzlichen Enthaltung von der Lieferung von Dtenstgegenständen für die Armee ab und erklärte sich zur Lieferung der Schützenabzeichen bereit, worauf die Bestellungen erfolgten. Andere Aufforderungen lehnte das WaarenhauS ab. In Zukunft wird das WaarenhauS von dem Grundsätze, keine Lieferungen von Dtenstgegenständen für das Heer zu übernehmen, selbst in Ausnahmefällen nicht abgehen. Uebrigens besitzt das Krtegsmtnisterium auf die Geschäftsgebahrung des Waaren- hauses keinen Einfluß. Budapest, 3. September. Der achte internationale hygienisch-demographische Congreß wurde gestern vom Erzherzog Carl Ludwig im Namen des Kaisers mit einer Ansprache eröffnet. Die Vertreter der verschiedenen Staaten hoben bet ihren Eröffnungsreden unter stürmischem Beifall die Segnungen des internationalen Friedens hervor. Besondere Zustimmung fanden die dahingehenden Ausführ- ungen Erismanns aus Moskau. Im Namen Deutschlands sprach Leyden aus Berlin. Nachmittags folgte die Eröffnung der dazu gehörigen Ausstellung sowie die Gedächtniß- feter für Semmelweis, wobei Hueppe aus Prag der von Semmelweis für die antiseptische Behandlung geführten Kämpfe gedachte. Pest,3. September. Auf dem Congreß für Hygiene und Demographie, dessen Vorsitz die Professoren Reczey und Loew führten, sprachen heute zum Thema „Rettungsund Samariterwesen": Cacheux-Paris, Major-Stnhlweißen- burg, Gerber-Köln und Director Max Schlesinger-Berlin- letzterer über Sozialreform und Rettungswesen mit besonderer Berücksichtigung der Berliner Unfallstationen und der für Berlin zu organisirenden ersten Hilfe bet Unglücksfällen. JHmfietbam, 3. September. Eine vom Colonialmintsterium veröffentlichte osfictelle Depesche bestätigt im Wesentlichen öle Depesche der „Nieuws van den Dag" über die Niederlage auf Lombok. Die Regierung erhielt d e Namen von 45 gefallenen und 22 vermißten Soldaten, otc veröffentlicht werden, nachdem die Familien benachrichtigt worden sind. ö Newyork, 3. September. Der V e r l u st a n M e n s ch e n In den Waldbränden von Minnesota und Wisconsin betragt über 500, der EigenthumSschadcn Millionen. Sechs Städte sind zerstört. Auf dem Felde bei Hinkley wurden | 130 unkenntlich verbrannte Leichen gefunden. Bei Skunk Lake überraschten die Flammen einen Eisenbahnzug. Die Passagiere I ergriff eine Panik- zwölf sprangen heraus und verbrannten- I zahlreiche flüchteten sich ins Waffer und ertranken. Depeschen de» Bureau »Herold*. Berlin, 3. September. Das Kaiserpaar begibt sich I heute Abend zu den Kaisermanövern des 1. und 17. Armeecorps zunächst nach Königsberg, woselbst die Ankunft morgen Vormittag nach 10 Uhr erfolgt. Berlin, 3. September, lieber die Schteßv ersuche, welche von militärischer Seite mit dem Dowepanzer vor- I genommen wurden, veröffentlicht der „Retchsanzeiger" authentische Mittheilungen, woraus ersichtlich ist, daß die I wiederholte amtliche Prüfung des Dowepanzers ein völlig I negatives Ergebniß hatte, wovon Dowe amtlich Kenntniß I erhielt. Vor der ersten Prüfung erklärte der Kunstschütze I Martin, der Panzer sei seine Erfindung, er habe Dowe nur I als Reclame vorgeschoben. Berlin, 3. September. Die „Voff. Ztg." meldet, die I Angelegenheit Kotze sei in ein neues Stadium getreten, die fernere Untersuchung sei dem Generalauditeur des dritten Armeecorps überwiesen worden. Neue Verdachtsgründe im Falle Kotze sollen der Sache eine ungünstige Wendung gegeben haben. Berlin, 3. September. Wie die „Staatsbürgerzeitung" erfährt, hat die gestrige etnstündige Conferenz des Kaisers mit dem Ministerpräsidenten Grafen Eulenburg einen streng vertraulichen Character getragen, i soll die Frage der Verschärfung des Vereins-, Versamm- lungS- und Preßgesetzes zur Bekämpfung der anarchistischen und revolutionären Umtriebe besprochen worden sein. Auch die Frage der Wiedervereinigung des Retchskanzlerpostens mit dem des preußischen Ministerpräsidenten wurde eingehend erörtert. Der Kaiser soll einen Standpunkt etnnehmen, welcher einen mehrfachen Personenwechsel in hohen Aemtern zur Folge haben dürfte. Berlin, 3. September. Die socialistische Agitatorin Agnes Wabnitz ist gestern Nachmittag um 4 Uhr unter überaus starker Betheiligung von Genoffen und Genossinnen beerdigt worden. Der Friedhof war abgesperrt- nur zwei bis drei Kranzträger erhielten Zutritt. Heber 600 Kränze, fast alle mit breiten rothen Schleifen, wurden am Grabe niedergelegt.' Die Zahl der an der Trauerfeier Theil- nehmenden belief sich auf viele Tausende. Die Ruhe wurde musterhaft aufrecht erhalten. Vier Arbeitergesangvereine leiteten die Trauerfeier ein, worauf der Reichstagsabgeordnete Vogtherr in längerer Rede der Verdienste der Verstorbenen um die socialdemokratische Partei gedachte. Frankfurt a. M., 3. September. Zwei Arbeiter, Namens Müller und Garsch, die seit einiger Zeit in der Wertheim- schen Fabrik dahier beschäftigt waren, wurden wegen anarchistischer Umtriebe verhaftet. Müller war einer der Führer im Strike bei Fahrradfabrikant Kleyer. tzerbeSthal, 3. September. In voriger Nacht ging hier ein furchtbares Gewitter nieder, .welches bedeutenden Schaden anrichtete. Die Telephonleitungen und einzelne Telegraphenlinien sind gestört. Zahlreiche Verkehrswege sind abgeschnitten. Wien, 3. September. Anläßlich des dreißigsten To des- tages Lassalles veranstaltete die hiesige socialdemokratische Parteileitung int Parke Dreher eine Lassalle-Feier, wozu über 10 000 Arbeiter erschienen. Die Feier verlief ohne Zwischenfall. In der Festrede würdigte Dr. Ellenbogen die Verdienste Lassalles. Unter den Liedervorträgen wurde die Absingung der Lassallehymne polizeilich verboten. Paris, 3. September. „Gaulois" publicirt ein Interview mit dem Staatsanwalt Haas in Metz, weicher erklärte, daß die Behörden den bei der Frau JSmut vorgefundenen mili« tär.i scheu Schriftstücken außerordentliche Wichtigkeit beimessen. Paris, 3. September. Wie „Matin" aus Rom meldet, haben sich die Beziehungen zwischen dem Vatican und dem Quirinal bedeutend gebessert. Crispi soll dem König den Beschluß vorgelegt haben, den Bischöfen von Mailand und Bologna die Exequatur zu verleihen. Livorno, 3. September. Hier wurden elf Anarchisten verhaftet unter dem Verdachte, kürzlich ein Bombenattentat in einer Badeanstalt borbereitet zu haben. Loudon, 3. September. Der chinesische Kaiser befahl vier großen chinesischen Banken, sofort 16 Mill. Paels zu liefern. Gegenwärtig sind 30OOOJapaner in Korea concentrirt und marschiren nach Norden. London, 3. September. Einer „Times"-Meldung aus Shanghai zufolge haben die Japaner von einem Angriff auf Port Arthur Abstand genommen, da die landeinwärts belegenen Forts zu stark befestigt waren. — Den „Central News" wird aus Tokio gemeldet, daß in Chemulpo 6000 Mann und 300 Pferde der japanischen Verstärkungen gelandet sind. Die Tokioter Militärbehörden glauben, daß es gestern zu einer entscheidenden Schlacht gekommen sei. Moskau, 3. September. In Kaluga entdeckte die Polizei eine geheime nihilistische Druckerei. In verschiedenen Städten wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Warschau, 3. September. Aus Nischni-Nowgorod wird gemeldet: Infolge der immer mehr um sich greifenden Cholera verlassen zahlreiche Kaufleute, die zur Messe nach hier kamen, die Stadt. Der Gouverneur Baranow hat eine Proclamation an die Einwohnerschaft erlassen, worin er beruhigende Mittheilungen macht und das Publikum zur Jnne- haltung der Vorsichtsmaßregeln auffordert.___________________ Cocafc* And Gießen, den 4. September 1894. ** Dr. Carl Textor von hier ist an Stelle des aus- geschiedenen Dr. Jökel als zweiter Assistenzarzt im städtischen Krankenhaus zu Darmstadt eingetreten. Um die erledigte Stelle lagen noch 18 weitere Bewerbungen vor. ** Zur Tabaksteuer. Nach der „Südd. Tabakzeitung"' wird das Tabakverbrauchs-Abgabengesetz folgende Punkte enthalten: Wegfall der Feldcontrolle, kleine Belastung der Pfeifentabake und mäßige Zollerhöhung, dafür höhere Werthbelastung aller anderen Tabakfabrikate, die in den Verbrauch übergehen. ** Der Verkehr der Universitäten. Man schreibt der „Franks. Ztg.": Die Universitäten Deutschlands und des Auslandes tauschen alljährlich im September die während des letzten Studienjahres unter ihrer Autorität erschienenen Schriften untereinander aus. Dieser SchristenauStausch ist für die Wiffenschaft von großer Bedeutung, weil dadurch die Bibliotheken aller Hochschulen in den Besitz einer Reihe werth- voller Publikationen gelangen, die buchhändlerisch entweder gar nicht oder doch nur unter großem Kostenaufwand zu erwerben sind. Angeregt wurde dieser Schriftenaustausch im Jahre 1818 durch ein Einladungsschreiben der Universität Marburg, die auch viele Jahrzehnte hindurch der Vorort für den Tauschverkehr geblieben ist. Erst als sich die Verkehrs- einrichtungen verbesserten, übernahm die Versendung jede Universität selbst und läßt sie jetzt meist durch ihre Bibliotheken besorgen. Die Zahl der ursprünglich an dem Tauschverkehr theilnehmenden Universitäten betrug 14, während sie sich jetzt bereits auf 54 beläuft. Im Laufe der Zeit haben sich außerdem eine Reihe großer Bibliotheken und gelehrter Körperschaften dem Tauschverein angeschloffen, so die Hof- und Staatsbibliothek in München, die Landesbibliothek in Kassel, die Akademie der Wissenschaften in Petersburg, das germanische Museum in Nürnberg, das Bureau of Education in Washington, die Smithsonian Institution u. s. w. Gegenwärtig umfaßt der Tauschverein, nachdem neuerdings ihm auch die Universität Tokio beigetreten ist, 105 Universitäten, Akademien und gelehrte Gesellschaften. Welche Bedeutung dieser Schriftenaustausch auch für die Vermehrung des Bücherbestandes der Bibliotheken hat, geht daraus hervor, daß z. B. im letzten Jahre gegen 5000 Schriften den einzelnen Bibliotheken einverleibt werden konnten. ** KindeSmord? Unter dieser Spitzmarke wird den „N. H. D." von hier geschrieben: „Ende Juli 1894 sind in dem „Wildgrubenteich" im Brunnenthal bei Grünberg eine Anzahl Frauenkleidungsstücke, verschiedenes Bettzeug, mehrere Wäschestücke und sonstige Zeugtheile gefunden worden, auf welchen, da sie zum Theil stark mit Blut befleckt sind, wahrscheinlich eine Geburt stattgefunden hat. Unter diesen Gegenständen befinden sich namentlich: Ein Rock aus Druckzeug, ein blauer Unterrock aus sog. Fäselzeug, ein weißer Strumpf mit Brandspuren, ein roihbraunes, gestreiftes Stück Zeug, ein blaues gestricktes Stück Zeug, ein blaues Taschentuch, ein Taschentuch von weißem Leinen, an den Enden roth gestreift, mit einem erhabenen, mit weißem Faden gestickten (lateinisch) H. gezeichnet, ein Stück eines Herrenhemden-Einsatzes, gezeichnet K. 0., in rothem Faden gestickt. Die Sachen waren zum Theil in einen Fruchtsack der Firma Steppler u. Cie. (Ferd. Burk) in Gießen verpackt. In der Tasche des Rockes aus Druckzeug befanden sich Spuren von Mehl ober Kleie. Die Gegenstände, soweit sie nicht in Lappen bestehen, befinden sich ämmtlich in gutem Zustande, so daß die stattgefundene Besitzaufgabe auf eine der ärmeren Bevölkerungsklasse der dortigen Gegend angehörige Person kaum zurückschließen läßt. Da nach den obwaltenden Umständen ein Verbrechen wahr- cheinlich ist, so bittet die Staatsanwaltschaft hier um Nach- orschungen und Nachricht, namentlich in der Richtung, wem die Gegenstände gehören, und ob nicht ein auswärts begangener Kindesmord in Betracht kommt. ** SauilätSverein. Gestern Abend hielt der SanitätS- verein feine halbjährige Generalversammlung bei Böhm, Neustadt, ab. Den Verhandlungen entnehmen wir, daß der Verein im verflossenen Halbjahre sich um 24 Mitglieder vermehrt hat; derselbe zählt z. Z. 435 Mitglieder. Nach dem Kaffenbericht stellen sich die Einnahmen auf 1542.95 Mk., die Ausgaben auf 1413.80 Mk., der Gesammt- taffenbeftanb auf 360.15 Mk. In die Rechnungs-Prüfungs- commission wurden die Mitglieder Ehlert, Rabenau, Werner und Pabst (Letzterer als Ersatzmann) gewählt. Bezüglich des zehnjährigen Stiftungsfestes wird beschlossen, dasselbe an einem Sonntag im Februar n. I. durch Concert und Tanz in einem noch näher zu bestimmenden Locale zu feiern. •• Sedanfeier, Der Kriegerverein beging gestern die Sedanfeier in herkömmlicher, würdiger Weise. Um 9 Uhr Morgens versammelten sich die Kameraden im VereinSlocal zum gemeinsamen Kirchgang in die Johanneskirche. Pfarrer Naumann jr. predigte über das Tage-Evangelium: Gleich- niß vom reichen Manne. In treffender, schöner Weise verknüpfte er das Evangelium mit dem Sedantage. Wie dem reichen Manne sei es auch dem deutschen Volke ergangen. Auch diesem sei 1870/71 reiche Ernte zugefallen. Auch ihm sei es gegangen wie dem reichen Mann, wie dieser sage auch es: ich will es! Gott habe das deutsche Volk reich gesegnet, aber am Ende des 19. Jahrhunderts würde Gott abgesetzt. Von den höchsten bis zu den untersten Schichten sei Unglaube eingerissen und der Dank gegen Gott für die reiche Ernte sei vergessen. Das deutsche Volk sei, wie früher schon, in Parteien und Parteichen zerfallen - jede predige das Heil und sei unzufrieden. Auf diese Weise sei Deutschland, was nicht zu leugnen sei, zurückgegangen. Dem deutschen Volke erginge es, wie dem reichen Manne. Auch ihm ertöne von oben die Stimme: „Du Narr! diese Nacht noch wird deine Seele von dir gefordert werden." Das deutsche Volk möge dem die Ehre geben, der eß so wunderbar gesegnet habe. Er wolle kein Kloster und auch keine Frömmelei. Man solle sich freuen mit den Fröhlichen - aber man solle auch wieder Gott bekennen in der Familie und im Lande. Die Ausführungen waren so treffend und packend, daß nur eine Stimme herrschte, daß dies die schönste Sedanrebe in der Kirche gewesen sei, welche bis jetzt in Gießen gehalten worben sei. Nachmittags 3 Uhr sand die Bekränzung der Denkmäler auf dem Friedhöfe statt. Bei dieser Gelegenheit hielt der Vorsitzende, Herr Postsecretär a. D. Meyer, folgende Ansprache: Noch ein Jahr fehle, und ein Vierteljahrhundert sei vorübergerauscht seit den großen Ereignissen, deren Gedenktag heute gefeiert werde. Die Kämpfer der deutschen Etnigungskriege seien alt und grau geworden- von den kräftigen, blühenden Männergestalten, welche in die Gräber gesenkt worden seien, nachdem sie ihr Leben für daS Vaterland gelasien hätten, seien kaum noch Neste da. Heute werde von gewisien Seiten das Verlangen kund, das Sedan- fest abzuschaffen. Damit sei er nicht einverstanden. Die Lebenden verlangten einen Ehrensold, und man wolle den Ehrensold, denen, die Alles, das Leben geopfert hätten, den Ehrensold, daß man ihr Andenken am Sedantage feiere. Der Sedantag sei der Ehrentag deö deutschen Volkes, nicht der Schlachtentag, sondern der Tag, an dem die Deutschen, nach langer Zeit, sich einmal wieder ihrer Kraft bewußt geworden seien. Am Sedantag solle man an den Gräbern der Gefallenen der deutschen Jugend zurufen, daß es nicht immer fo gewesen sei, daß eS schwere und heiße Kämpfe, viele blutige Opfer gekostet habe, das deutsche Einigungswerk. Wer sich der großen Zeit erinnere, dem wäre es unvergeßlich, wie mit den Siegesnachrichten auch die Trauerbotschaften über die großen Verluste eingetroffen seien. Jede Wunde auf dem Schlachtselde habe Wunden in der Heimath geschlagen. Die Verlustlisten von 1870/71 redeten eine gewaltige Sprache. Sie riefen dem deutschen Volke zu: „Seid einig! einig! einig!" denn in der Einigkeit läge die Kraft und Stärke. Und wenn Deutschland stark sei, dann sei eS gefürchtet, und dadurch würden am ersten solche blutigen Opfer vermieden werden. Die Söhne Deutschlands sollten fcsthalten an dem, was ihre Väter im heißen Kampfe errungen hätten. Sie sollten pflegen das, was sie von den Vätern ererbt hätten. Sie sollten allen Parteihader schwinden lassen. Für das Vaterland, nicht für die Partei hätten die Gefallenen das Leben gelaffen. Und so wie friedlich die Söhne Deutschlands und die Söhne des Feindes hier nebeneinander ruhten, so möchten auch die Lebenden friedlich nebeneinander wohnen, daß Friede sei in der Familie, Friede in der Stadt, Friede im Lande, und aber auch Friede unter den Völkern.— Nach dieser Feier am Maffengrabe marschirte der Verein mit einer Musikcapelle an der Spitze durch die Stadt nach dem Lenz'schen Felsenkeller, woselbst im Garten die Gröninger^sche Capelle concertirte. Die einzelnen Piecen wurden mit großer Exacthcit vorgetragen und machten der Capelle alle Ehre. Reichlicher Applaus lohnte dieselbe. Abends, nachdem man sich in den Saal zurückgezogen, hielt Herr Meyer abermals eine Ansprache, erwähnte dabei namentlich, daß der Sedantag nicht die Feier des SchlachteutageS, sondern das Freudenfest Deutschlands sei, welches nach langer Zeit das Gefühl seiner Kraft wiedergewonnen habe, und welches endlich sein langes Sehnen nach Einheit, nach Kaiser und Reich erfüllt gesehen habe. Warum man das Sedanfest abschaffen wolle? Aus Rücksicht gegen Frankreich? Frankreich feiere selbst sein nationales Fest, lege Trauerkränze an die Säulen Elsaß-Lothrinoens in Parts und halte Brandreden. Er habe sich gefreut, als er gesehen habe, wie begeistert Amerika am 4. Juli sein Unabhängigkeitsfest feiere, ohne Rücksicht auf England, warum sollten nun gerade die Deutschen nicht ihr Fest feiern? Ein solches Verlangen zu stellen, sei auch nur in Deutschland möglich. Nein! wir wollen unser Sedanfest feiern. Wir wollen uns freuen am Baterlande, an Kaiser und Reich. Und möge einer einer Partei angehören, welcher er wolle, so habe er doch das Gefühl, Kaiser und Reich, Reich und Kaiser seien unzertrennlich. Dann brachte er ein Hoch aus auf den $tai|er und den Landesfürsten. Ein Tanzkränzchen beschloß die schöne Feier und hielt die Mitglieder in ächrer Kameradschaftlichkeit bis NachtS 2 Uhr beisammen. ** Die BrigadeUebungeu der 49. Infanterie-Brigade bei Dudenhofen sind beendigt. Die Truppen rücken morgen früh nach dem vorderen Odenwalde ab. **nn. Versicherungswesen. Gelegentlich der Steuerdebatten in der Zweiten Kammer der Hessischen Stände wurde von dcm Abgeordneten Metz-Darmstadt die Anfrage an die Großh. Regierung gestellt, ob sie Kenntniß davon habe, daß eine große Zahl der im Großherzogthum con- cessionirlen Feuer Versicherungs-Gesellschaften, um sich der auf sie entfallenden Gewerbesteuer zu entziehen, den Sitz ihrer General-Agentur nicht nach Heffen, sondern außer Landes, in die benachbarten Städte Frankfurt a. M., Wiesbaden usw. gelegt habe. StaatSminifter Finger bestritt, damals diese Thatsache, sagte aber eingehende Erhebungen in dieser Angelegenheit zu. Nachdem nunmehr diese Erhebungen beendigt sind, hat eS sich herauSgestellt, daß gerade die größeren Gesellschaften ihre Generalagenturen außerhalb Hessen- eingerichtet haben. Diesen ist nunmehr von Großh. Regierung aufgegeben worden, bet Meldung deS Concessions- Verlustes bis längstens zum 1. Januar 1895 wieder eine thatsächliche Generalagentur inner- halb deS GroßherzogthumS etnzurtchten. Dieses Vorgehen der Großh. Regierung hat in Versicherungskreisen die lebhafteste Befriedigung hervorgerufen. Recht zahlreich sollen nach einer Mittheilung des „D. Tagebl." die Bewerbungen um vacante Schulstellen in Landgemeinden mit guter Bahnverbindung oder in der Nähe der Städte sein. So soll die Zahl der Bewerber um die Stellen in Dornheim (Kr. Groß-Gerau) 34, um die von Griesheim bei Darmstadt 20 und um die von Castel bet Mainz sogar 70 betragen. Für manchen Bewerber nach letzterer Gemeinde mag auch noch besonders in Betracht gekommen sein, daß sich dort der Höchstgehalt auf 2200 Mk. beziffert. *• Erledigte Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armeecorps. Braunfels, Amtsgericht, Canzleigehilfe, monatlich 30—90 Mk. Gießen, Postamt, Briefträger, 900 Mk. Gehalt und 144 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. Hof- heim, Bürgermeisteramt, zwei Nachtwächter, je 150 Mk. jährlich. — Im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division: Großh. Direclton der oberhess. Eisenbahnen, Bahnwärter, 664 Mk. Gehalt. Quartieren. * London. 3. September. In der Morecambebay schlug heute Vormittag ein Vergnügungssegelboot mit 27 Personen um - nur sseben wurden gerettet. * Pontrefina, 3. September. RegierungSrath Wilke, Director im Betriebsamt zu Hamburg, ist gestern abgestürzt- er ist tobt. __________________________ Verkehr, und volkrwirthschaft. Stotze«, 4. Sept. Marktbe.rtcht- Aut Bern heutig n Wochemnarki kostete: Butter pr. Pfd. X 1.00-1,20, Hühnereier 1 Stück 6-7 4, 2 Stück - 4- Käse vr. 6t. 4—8 A, Lchematie pr. 6t 8 4, Erbsen nr. Liter 17 4, Linsen pr. Liter 28 4, taut«» pr. Paar X 0,60—0,70, Hühner pr- Stück X 0.86—1,00, Habn« Pi. 61-4 0,50-0,70, Enten pr-St X 1,50 bis 1,70, CWyÄW pr. Pfd. 74—78 4- Kuh- u. Rindfleisch pr. JJfb. —70-4, Schweinefleisch pr. Pfd. 66-76 4, Kalbfleisch pr. Pfd-68-70^ 4, Hammelfleisch pr. Pfd. 58—68 4, Kartoffeln or. lOOKilo 6,00—7,00 X, Wcibkraui pr- Stück--4, Zwiebeln pr. 6«rtner 9,00—10,00 X, Milch pr. Liter 16 20 4, Enteneier 2 St- 11 4. Gänseeier 10 4 StaatSminifter Finger bestritt j scheint ausgeschlossen. Fest gestellt ist, daß in der Ulanenschwadron Niemand krank, Niemand in einer choleraverdächtigen Gegend auf Urlaub gewesen ist, Niemand au- einer solchen Gegend Sachen erhalten hat. Ebenso fehlt jeder Anhaltspunkt für sonstige Einschleppung. Weder im Flußwasser noch in den allerdings ungesunden Brunnen wurden bisher Bazillen nachgewiesen. Der erkrankte Ulan war nur schlapp geworden. Bis heute Abend 9 Uhr ist kein neuer Todesfall, keine Neuerkrankung vorgekommen. ES wird nicht befürchtet, daß die Cholera über Bürgeln sich weiter verbreitet. Die Erkrankten beffnden sich verhältnißmäßig gut. Die Ulanen bleiben - vorläufig zwecks Beobachtung in den Utphe, 2. September. Von drei kurz hintereinander folgenden Unfällen wurde das Dienstpersonal des Müllers K. auf der Ulpher Mühle betroffen. Im Januar wurde der Dienstknecht, der mit dem Aufthauen deö Eises im Mühlbassin beschäftigt war, mit gebrochenem Genick und Gliedmaßen im großen Wasserrad aufgefunden. Kurz darauf erlitt die Dienstmrgd beim Melken des Rindviehs schwere innerliche Verletzungen durch einen Schlag von einer Kuh. Sie wurde hierdurch erwerbsunfähig und bezieht bereits Invalidenrente. Vorige Woche wurden dem Mahlburschen beim Transportieren einer Maschine drei Finger an der rechten Hand zerquetscht und mußten amputiert werden. D. Ztg. § Hirzenhain, 2. September. Der Erfinder des hölzernen Fahrrades, Sebastian Volz aus Bermuthshain, wird morgen hier in die Modell - Werkftätte des Buderuö'schen Eisenwerks als Lehrling eintreten. Möge es ihm vergönnt sein, sich durch Fleiß und Geschicklichkeit für später eine angenehme und sichere Lebens - Existenz zu erwerben. Volz hat seither an einer neuen Erfindung gearbeitet, die er jedoch noch geheim hält. Dermifd?tes» ♦ Marburg, 3. September. Stand der Cholera in Bürgeln: Bis jetzt sind drei Personen gestorben, neun erkrankt und zwar ausschließlich Bewohner des Dorfes. Die weitere Behandlung der Erkrankten erfolgt in Baracken, welche von Cassel bezogen wurden. Die Manöver wurden einstweilen suspendirt. Die Truppen der 21. Division kehrten heute Morgen in ihre Garnisonsorte zurück. Ein Ulan ist in Anzefahr (Station der Main-Weser Bahn) erkrankt, jedoch ist es durchaus zweifelhaft, ob hier Cholera vorliegt. Das Lahnwasser ist vorläufig bazillcnfrei und wird fortgesetzt untersucht. — Im Dorfe Bürgeln sind bis heute Nachmittag keine Neuerkrankungeu und Todesfälle vorgekommen. Von maßgebender ärztlicher Seite wird versichert, die Seuche werde auf Bürgeln beschränkt bleiben. * Marburg, 3. September. Professor Fränkel erklärt: Der Ursprung der plötzlich auftretenden Cholera in Bürgeln ist ebenso räthselhaft, wie das Auftreten derselben seinerzeit in Dietleben und schließlich auch in Hamburg. Die Cholera ist im Wesentlichen auf zwei Familien beschränkt. Ein alter Mann, Großvater, ist zuerst an der Cholera gestorben- woher er sie bekommen, ist unbekannt. Von ihm wurden dann offenbar Familienmitglieder angefteckt. Die betreffenden Leute leben in den denkbar schlimmsten Verhältnissen, die aller Hygiene Hohn sprechen, in Schmutz und Elend. Sie waren völlig mittellos, Leibwäsche und das Nöthigste fehlen. Daß die Seuche von Soldaten eingeschleppt worden, wittevungransfichten am 4. September Morgen« 8 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlage). Barometerstand. L Thermometer: min. 4- 8° R., max. + 110 R, Hygrometer: Neigung f. nasses Wetter. Lahn-Temperatur zwilchen 11 12Porm.: 4-131/,0 R. (Sufi; +11°R.) Anmerkung: Die punktirte Linie bei der Barometerfcala gibt den Stand de- vorhergehenden Tage- an. £2. 4- 3 a ö3 Ehevlot und Vuxkin für einen ganzen Anzug zu Mk. 5.75 Kammgarn n. Melton für eine« ganzen «nzug Mk. 9.75 je 3,30 m für den Anzug berechnet, versendet dtrect an Jedermann Oettinger &Co-, Frankfurt a. M., Fabrik-Depot. 6395 Matter umgehend tranco. Ntchtpassendetz wird zurückgenommen. Küppers "OTjI Kraftbier ärztlich rmpsohlkn, stärkt Den Magen, belebt , den Appelil, bebt den Stoffwechsel, fötbeil die Ernährung des SrötpcrS und bildet I bofjet für (Mefunbc, Verdauun,^schwache, \ Nervös«, Manen- und Darinleidende, f. fi- chronische »traute der verschtedeuslen An, - 11 Wöchnerinnen, Uinder u.NeeoiwalkScenten, cJ V tin beliebtes, bewäbrle» i Haus- und Genussmittel J Besonderer Wolffneschmack. ^elchleste ver- I daulichkelt. CMxöiiic'Jläfjrtroft. 15o/0($tttact, nur t'„°/o Alkolwl. Ctrbältlld) In allen besseren Dränen-, DeUeatessen- u. llolon al- waareu-Haudlunaen. SngroS i» beziehen b. d. Berg. Brauereigesellschaft, Elberfeld. Wichtig für Hausfrauen! Bernhard Curt Pechstein, Wollwaaren-Fabrik Mühlhanse« i. Th., fertigt aus Wolle, alten gestrickte«, gewebten «nd anderen reinwollenen Sachen und «bfüllen haltbare und gedieaene Stoffe für Damen, Herren «nd Kinder, sowie Portieren, Schlafdecken und so weiter in den modernsten Muster« bei billigster PreiSstellung und schnellster Bedienung. 4548 Annahme und Musterlager in Vietze« bei: Lo«iS Rothenberger Wtw., Neuenweg 22. Bekanntmachung. Die Frühbirnen von den Bäumen am Krofdorfer-, Wiesecker-, Anneröder- und Steinbacherweg, sowie am Lutherberg und auf dem Lärchenwäldchen sollenDonnerstag den 6.d.Mts., von Nachmittags 4 Uhr an, an Ort und Stelle versteigert werden. Zusammenkunft um 4 Uhr auf der Lahnbrücke. Gießen, den 3. Sept. 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 7212] I. B.: Grüneberg, ______________Beigeordneter. Obstversteigerung. Dienstag den 11. September d. I., von Vormittags 10 Uhr an, soll das der hiesigen Gemeinde gehörige Obst: Aepfel, Birnen und Zwetschen, versteigert werden. Eberstadt, am 3. September 1894. Großh. Bürgermeisterei Eberstadt. 7245 Görlach. Mittwoch, 5. Sept. 1. I., Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: Möbel aller Arten, darunter 3 neue SopbaS, Spiegel, Bilder, 1 Pianino, 1 Sommerwagen, 3 schwere Wagen, 1 Pferd, 1 Schleudermaschine, 2 Aus- stanzmafchinchen, 1 Gatzlampe, 9 Stuck- rosetten u. v. a. veitzler, 7218)________Großh. Gerichtsvollzieher. MdI. Schlachthaus. Freibank. [7262 Heute und morgen: Ochfensieisch, nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg. 8chmemeffeisch, nicht ladenrein, per Pfd. 48 Pfg. Zwetschenkuchen täglich frisch zu haben bei 7117 August Guhr, Steinstrafte 33. Frankfurter 7063 Möbelmagazin 87. Seltereweg 87. empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Kaste«- und PolstermSbel«. Billigste Berechnung. A. OßmaNN, Tapezier. Oscar Hopfners Institut 38. Ostanlage 38. empfiehlt zur gefl. Benutzung eine gesichte I Mosel-Cognac I au? der Destillerie von A. L. Elfen in Trier a. d. Mosel, Weindrstillat obre den 1 geringsten Sprttzusah. In Brüssel mit 1 der silbernen Medaille gekrönt, empftchlt die */i Flasche zu Mk. 3.— und die !'/- Flasche zu Mk. 1.60. [6498 j PH. Bauer II., Bahnboistr., Gießen. „Floska“, I das beste Futter für Gold- I fische, ä Dose 15 Pfg. empfohlen A. & G. Wallenfels, 21 Markt 21. [1933 ■ Personenwaage 70531 «eueste« System».________ Gr. Schellfische re. per Pfd. 20 Pfg., ipfündige dito 1« Pfg. frische Zufuhren in EiSpockung, garan- tirt frische Waare, [eebsl im Redstock. Bei Abnahme von 10 Pfd billiger. Amerikanische Wagen in verschiedenen Arten empfiehlt L. Faber, Wolken g. 11. GrStzte Schonung der Pferde. Beste Referenzen. 3149 GW 1868. Retter s 1893. jfl = Haarwasser = München staatlich geprüft und begutachtet bewährt eich nunmehr «ae ■eit 26 Jahren QQ| ali< unübertroffen zum täglichen Gebrauch Matt Oel der Pomade gMgon IlnirHRHtall und Nehupiw-nblldu.g. 7. h. ä 40 Pfg. u. Mk. 1.10 bei [271 J. H. Fuhr, Sonnenntr. 25. Nusskohlen la., bis jetzt unübertroffen in Qualität, liefere in Fuhren von 25 Ctr. an zu billigsten Tagespreisen. 6749 H. F. Nassauer. Echter Iriedrichsdorfer Zmielmck stets frisch zu haben bei Fritz Schreiner, 6576] Lindenplatz 4. 7246) 7143 Ederstratze 2, billig abzugeben. 7263 Jacob Stern Simon, Friedberg, Hessen. erhaltene Kiuderkleider 7100] Ein wenig gebr. Zweispänner, Pferdegeschirr, balbplatttert, billig zu verkaufen bet Adam Hetz, Sattler, Marktstratze 14. Frühkartoffeln, neue, versendet zu 2.20 per 100 Pfb» mit Sack unter Nachnabme- 7248 A. I. Kleeblatt, Seligenstadt, Hessen- Wagenladungen billiger- Zwiebel?, Magdeburger, Zittauer, I. Saat, waare (keine dicke Steckzwiebel), nur haltbare Waare, 50 Kilo mit Sack abFriedberg Drei Mart Achtzig Pfennig versendet gegen Nachnahme Zwiebeln versendet zu 3.80 per 100 Pfd. mit ©ucf unter Nachnahme 7247 «. I, Kleeblatt, Seligenstadt, Hessen. Strebel-Tinte, 1 J. Rickersche Buchhandlung, Giessen Eine Siemenslampe ß Nr- 4, billig abzugeben. Kreuzplatz 13. 2 Laden-Erkerfenster mit Rollläden, 260 cm lang, 115 cm breit und eineLadenthür billig zu verkaufen. Das Grummetgras von zwei Wiesen am Rtegelpfad ist zu verkaufen- Näheres bei 7254 Chr. Rosenberg, SelterSweg. Die Grummeternte von zwei Morgen im Heegstrauch und drei Morgen in der Stephansmark zu verkaufen. 7228 Näheres im Hessischen Hof, l.St. Starke CrdbeerpflanM, beste Erfurter Sorten, 100 Stück Mk. 1.50, abzugeben Steinstraße 33, ________Ludwigstratze 22, Part. 7114> schöne Dogge zu verkaufen- Riegelman«. Mermiethungen. 7257] Eine kleine Wohnung zu ver- mtethen-__________________Neustadt 47. 7241] Familtenlogis zu oermiethen- __Frankfurterstraße 23. 7258] Ein schönes Logis in neuem Hause, 4 Zimmer, mitten inder Stadt, mit abgeschl. Corridor und allem Zubehör, wird, wenn auf mehrere Jahre, ausnahmsweise billig vermiethet. Gest. Off. unter A. Q. 10 an die Exped- d- Bl. erbeten. 7260] Frdl. kl. Maniarde zu oerm. H. Bourgeois, Neuen Bäue 16. 72c2] Logis zu vermüthen- __Kornblumengasse 6 (Neustadt). 7233 Mansarden-Logis, 4 (d.;6 Zimmer mit Zubehör zu oermiethen. _________________Seltersweg 65. 7234] Der erste Stock meines Hauses — Bahnhofstr. 45 — ist bis 1. November oder L December zu oermiethen ,______________Dr. Kübel. 7237] Logis, 3 Zimmer und Küche, zu oermiethen. ____________________Wallthorstraße 62. 5042] Süd-Anlage 7, 3. Stock, acht Zimmer zu oermtrth. Otto Balzer. 5744] Ostaulage, Wieseustratze 1 schöne Wohnung, 7 Zimmer nebst Zubehö r und Bleichplatz per 1 October, eventuell auch früher, zu oermiethen. Näh. K.Klees, Süd »Anlage 18._______ 4387] Ostanlage Nr. 40 Bel-Etage zu oermiethen.___________«. Keller. 7198] Eine freundliche Wohnung steht billigst zu oerm.________Kirchplatz 0. 7161] In meinem Neubau, Löberstr. 9, ist der 2. Stock von 5 Zimmern und allen Bequemlichkeiten per fofort zu oermiethen Wilh. Weigel, Schreinermcister. 7153] Kl. LogiS im 1. Stock zu oer- miethen. Näheres Neuenwea 32. 7118] Ein LogiS zu oermiethen. ___«Zaudgaste 7. 7109] Hammstratze 12 freundliches Mansardenlogis, 3 Zimmer mit Zubehör, 'a 1. October ab zu oermiethen. Näheres ______Lahnftratze 11. ?078] Schöne Wohnung, 3—5 Zimmer A.t Cab. u. allem Zubehör, zu vermleth Nah. Bleichstraße 5. , 6682] Eine Familienwohuung, drei Zimmer, Küche nebst Zubehör im mitt« «ren Stock, zu oerm. Grünbergerstr. 6 6500] Ein kleines Familieu-LogiS im 1. St. ist an ruhige Leute per sofort zu oermiethen. L. Sütz, Marktftr, 9. 62b5] Kleines LogiS zu oermiethen. ______F"d. Felstng, Neuenweg 31. 5485] Eine Familtenwohnung im ersten Stock, bestehend aus 4 Zimmern mit allem Zubehör, per 1. Oct, zu oerm- Afterweg 6. Gießener Freiwillige Feuerwehr. KJ" Hebung 5. September SME* sällt aus. 7219 Das Commando. Girßeiltt 8ki|(lt