Nr. 181 ■ Erstes Blatt. Sonntag den 5. August 1894 Der Hteßener Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener A>a milien d kälter werden dem Anzeiger wSchentlich dreimal beigelegt. Meßmer Anzeiger Kemmk-Mizeiger. Liertcljähriger >, ASonncmentsprelsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Rcdaction, Expedition und Druckerei: KcKukstratze Är.7. Fernsprecher 51. Zlints« und Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamilienbkätter. Alle AnnonceN'Bureaux deS In- und Auslände- nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. 2lmiltd?er Tbeil. Bekanntmachung, betreffend: Maßnahmen gegen die Cholera. Die nachstehend abgedruckte Polizeiverordnung bringen wir hierdurch wiederholt zur öffentlichen Kenntniß, indem wir auf die in §§ 3 u. 9 enthaltenen Strafbestimmungen besonders verweisen. Gießen, 3. August 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Polizeiverordrmng, die Anzeigepflicht und sonstigen Maßnahmen bei ansteckenden Krankheiten betreffend. Unter Zustimmung des Kreisausschuffes und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 14. September 1892 zu Nr. M. I. 24792 wird für den Kreis Gießen nachstehende Polizeiverordnung erlassen: § 2. Die Familien- und Haushaltungsvorstände, wie auch die Hauswirthe und deren Stellvertreter sind verpflichtet' 1) längstens binnen drei Stunden schriftlich oder mündlich der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten, sobald sie von einer Erkrankung an Cholera oder mit choleraartigen Erscheinungen in ihrer Familie oder in ihrem Hause Kenntniß erhalten haben; 2) längstens binnen 24 Stunden gleiche Anzeige zu erstatten, sobald sie von einer Erkrankung an einer typhusartigen Krankheit (Unterleibstyphus, Rück- falltyphus, Flecktyphus), an Scharlach, Diphtherie, Croup, Puerperalfieber (Wochenbettsieber) in ihrer Familie oder in ihrem Hause Kenntniß erhalten haben. § 2. Die Aerzte sind verpflichtet, von jeder in ihrer Praxis Dorkommenden Erkrankung: 1) an Cholera unverzüglich, jedenfalls aber binnen 6 Stunden dem Grofiherzoglichen Kreis- gesundsheitsamte unter Angabe des Namens, Alters und der Wohnung des Erkrankten schriftliche Anzeige zu machen. 2) an einer typhusartigen Krankheit, Scharlach, Diphtherie, Croup, Puerperalsieber binnen 24 Stunden gleiche Anzeige Großherzoglichem Kreisgesundheitsamte zu erstatten. 8 3. Unterlassung der nach § 1 und 2 vorgeschriebenen Anzeigen werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mark geahndet. Feuilleton. Indische Fakire. Von Ludwig Jakol. (Nachdruck verboten.) Mir waren schon seit langer Zeit die indischen Jongleure bekannt, welche einzig und allein -durch die Kraft ihres Willens auf den ersten besten Gegenstand die seltsamsten Phänomene des Magnetismus und der Katalepsie hervor- -ringen, und ich verabsäumte daher niemals, wenn sich mir die Gelegenheit dazu bot, diesen eigenartigen Experimenten beizuwohnen. Ich will nun erzählen, was sich unter meinen Augen ereignet hat, ohne die geringste Erklärung zu versuchen oder die leiseste Folgerung zu ziehen- als getreuer Geschichtsschreiber will ich mich darauf beschränken, die That- fachen und Phänomene, so wie sie sich zugetragen haben, zu berichten. Als wir uns alle in einem eleganten, mit Marmor- fliesen belegten und nach orientalischer Art ausgestatteten "Saale versammelt hatten, wurde uns der Kaffee in Kelchgläsern servirt- jeder lehnte sich, wie es ihm bequem war, auf seinen Divan zurück, und Sir Maxwell, unser Wirth, zpb seinem Diener den Befehl, den Zauberer einzuführen. Nach Verlauf weniger Augenblicke trat ein Hindu, fast vollständig nackt, mager und sonnenverbrannt, mit asketischem Gesicht und irrem Blick in den Saal. Um seinen Hals, seine Arme, seine Kniee und seinen Körper ringelten sich Schlangen von verschiedener Größe, die, wenigstens für den Augenblick, kein Lebenszeichen von sich gaben und zu schlafen schienen. Bestrafung der Familien- und Haushaltungsvorstände, der Hauswirthe und deren Vertreter tritt dann nicht ein, wenn jene Anzeige von anderer Seite innerhalb der vorgeschriebenen Frist erstattet worden ist. 8 4. In Fällen, in denen die Jsolirung der an den genannten Krankheiten leidenden Personen in ihrer eigenen Wohnung absolut unthunlich ist, und in Folge des im Hause herrschenden allgemeinen Verkehrs, Nachtheile für das öffentliche Wohl zu erwarten sind, kann das Kreisamt auf Antrag des Kreisgesundheitsamts Sperre der dem öffentlichen Verkehr dienenden Räume des Hauses oder bei den an Cholera erkrankten Personen die Verbringung derselben in die zur Aufnahme solcher Kranken bestimmten Krankenhäuser anordnen. 8 5. Die Benutzung öffentlicher für diesen Zweck nicht besonders bestimmter Fuhrwerke zum Transport von Personen, welche an einer der im § 1 und 2 genannten Krankheiten erkrankt sind, ist untersagt. 8 6. Aus Familien, in welchen Jemand an Cholera, Diphtherie oder Scharlach leidet oder Sterbfälle in Folge dieser Krankheiten vorgekommen sind, ist der Besuch der Schulen und ähnlicher Anstalten sämmtlichen Kindern insolange untersagt, als dies Verbot nicht durch ein ärztliches Zeugniß im einzelnen Falle wieder aufgehoben wird. 8 7. Die Leichen von Personen, welche an einer der in § 1 und 2 genannten Krankheiten verstorben sind, dürfen nicht in der Wohnung verbletben, sondern müssen, und zwar die an Cholera gestorbenen Personen binnen 6 Stunden und die an den übrigen genannten ansteckenden Krankheiten gestorbenen Personen längstens binnen 12 Stunden nach erfolgtem Tode in ein Leichenhaus, wenn ein solches vorhanden ist, verbracht werden. An Orten, wo kein Leichenhaus vorhanden ist, muß für thunlichste Jsolirung und baldmöglichste Beerdigung Sorge getragen werden. Bei der Beerdigung der an der Cholera gestorbenen Personen ist die Begleitung der Leiche durch Nichtangehörige gar nicht und bei der Beerdigung von an den andern genannten ansteckenden Krankheiten gestorbenen Personen durch Nichtangehörige nur von der Straße aus gestattet. Die Oeffnung des Sarges bei dieser Gelegenheit ist untersagt. 8 8. Jeder Arzt, sowie das ärztliche Pflegepersynal ist verpflichtet, sich vor Verlassen der Krankenwohnung zu desinficiren. Die Krankenzimmer, sowie sämmtliche in denselben befindlichen Gegenstände sind nach Ablauf der Krankheit zu desinficiren. Bei der Desinfection von Personen und Wohnungen sind die desfalls ergangenen und noch ergehenden besonderen Bestimmungen genau zu beachten. 8 9. Uebertretungen der Vorschriften unter § 4—8 werden nach Maßgabe der nachstehend abgedruckten Art. 349, 350 und 352 des Polizeistrafgesetzes bestraft. 8 10. Die Bekanntmachungen rubr. Betreff» vom 14. October 1891 und 24. August 1892 treten außer Kraft. Gießen, den 18. September 1892. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Art. 349. Wer die von der Polizeiverwaltungsbehörde gegen den drohenden Einbruch ansteckender Krankheiten unter Menschen angeordneten Sperr- und Sicherungsanstalten verletzt, wird, insofern die begangene Uebertretung nicht unter § 327 des deutschen Strafgesetzbuchs fällt, mit einer Geldbuße von 3 bis 20 fl. oder Gefängniß bis zu 8 Tagen bestraft. Artikel 350. Wer die beim wirklichen Ausbruch einer ansteckenden Krankheit unter Menschen von der Polizeiverwaltung zur Abwendung der Gefahren und gegen Verbreitung der Krankheit angeordneten Sperr- und SicherungSanstaltm verletzt, wird, insofern die begangene Uebertretung nicht unter § 327 des deutschen Strafgesetzbuchs fällt, mit einer Geldstrafe von 5 bis 30 fl. oder Haft von 3 bis 14 Tagen bestraft. Artikel 352. Wer die von der Local-Polizeiverwallungsbehörde wegen Vernichtung oder Reinigung von Kleidungen, Leinenzeug, Bettwerk oder anderen Gerätschaften, welche von Personen gebraucht worden sind, die an einer ansteckenden Krankheit darniederliegen, ertheilten Vorschriften nicht befolgt, wird, insofern die begangene Uebertretung nicht unter § 327 des deutschen Strafgesetzbuchs fällt, mit einer Geldstrafe von 3 bis 20 fl. oder Haft bis zu 8 Tagen bestraft; außerdem werden jene Gegenstände confiscirt. _______________________ Gefunden: 3 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Taschenmesser, 1 Geldstück, 1 Blechbüchse, 1 Zündschnur, 1 Stück Band, 1 seid. Kopftuch, 1 Nähluch, 1 Taschentuch, 1 Schürze, 1 Puppe, 1 Strohhut, 1 Hammer und verschiedene Schlüssel. Zugeflogen: 1 junger Hahn. Gießen, den 4. August 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ____________________I. V.: Roth.___________________ Zur Nebersiedelnng des Dr. Böckel nach Berlin schreibt der „Reichs-Herold": „Endlich ist das Räthsel gelöst, was so viele „gute Freunde" des Dr. Böckel in letzter Zeit in fieberhafte Aufregung versetzt hat. Nachdem er seine beiden Hände auf die Stirn gelegt I und sich leicht verbeugt hatte, sprach der Fakir den ge- I weihten Satz, ohne den kein Hindu einen Europäer anzureden wagt: „Salem, Saeb. Gott sei mit Euch! Ich heiße Chibh- Chondor, Sohn des Chibh-Gutnalh-Mana. “ „Salem Chibh-Chondor, Sohn des Chibh-Gutnalh- Mana“, erwiderte unser Wirth, „möge es Dir vergönnt sein, im Angesicht des Ganges zu sterben." „Was wollt Ihr von mir?" fuhr der Hindu fort. „Dein Ruf ist bis zu unS gedrungen, wir wollen Deine SHinfte sehen." „Ich gehorche den Befehlen Siwas, der mich zu Euch geführt." Nachdem er diese Worte gesprochen, ließ der Hindu sich auf der Diele nieder- in demselben Augenblick begannen die Schlangen, die sich um seinen Körper geringelt hatten, den Kopf zu erheben, wobei sie ein leises, aber durchaus nicht zorniges Zischen von sich gaben. Unbeweglich, die Augen zum Himmel erhoben, sprach der Fakir dreimal ein Gebet. Nachdem er in dieser Weise die Gottheit'angerufen, fing er an, uns seine Künste vorzutragen. Er ergriff eine Art kleiner Flöte, die er an seinen langen Haaren befestigt trug, und begann darauf die Töne deS Tailapaca (Oel- trinkers) nachzuahmen, ein Vogel, der so genannt wird, weil er mit Vorliebe die Cocosnuß aussaugt. Der Hindu gab diese Töne täuschend wieder. Wir fragten uns alle, zu welchem Zweck er dies wohl thun mag, als wir sahen, wie die Schlangen sich nach und nach von seinen Füßen, seinem Halse und seinen Armen loslösten und eine nach der andern auf den Boden niederglitt. Kaum berührte die Schlange die Erde, als sie den Kopf und ungefähr ein Drittel ihres Körpers erhob und sich nach dem Tacte der Musik hin- und herwiegte. Es mochten etwa zehn Schlangen sein, die alle der Familie der Cobra-Capel angehörten, eine der gefährlichsten Schlangenarten Indiens. Plötzlich ließ der Fakir sein Instrument fallen, strick mit den Händen an den Schlangen hin und her, sah sie starr und mit seltsamem Ausdruck an, ohne daß eine Muske. seines Gesichts sich bewegte. Obwohl das Auge des Fakirs nicht auf mich gerichtet war, empfand ich doch bald ein unerklärliches Unbehagen, so daß ich schnell die Blicke abwandte, um dem Zauber zu entgehen. Unter dem gleichen. Eindrücke standen alle Anwesenden. In diesem Augenblick ließ sich ein kleiner Chokra, ein junger Diener, der das Amt hatte, in einem Brasero das Feuer für die Cigarren zu unterhalten, zur Erde sinken und schlief ein. So verflossen fünf Minuten. Wir alle fühlten, daß, wenn er sich direct an uns gewendet hätte, wir ebenfalls in wenigen Secunden eingeschläfert worden wären. Die Wirkung war eine derartige, daß wir die Schlangen gar nicht mehr betrachteten und unS unter dem Eindrücke einer heftigen Sinnestäuschung befanden, als Chibh-Chondor sich erhob. Zweimal überftrich er den Chokra, ohne ihn zu erwecken, und sagte hieraus zu ihm: „Nerupu conda rissaldar“, daS heißt: Gieb dem Obersten Feuer. (Schluß folgt.) Was ihm nicht alles von diesen „lieben Freunden" vngedichtet wurde! Er verläßt Deutschland, macht gemeinsame Dache mit den Deutsch Nationalliberalen Oesterreichs, verzichtet auf sein Mandat im Reichstage und kehrt seinem Daterlande den Rücken. Was man wünscht, das glaubt man gern, und so hat denn die judendienerische Presse ihrem unbequemen Gaste alles Mögliche angedichtet, selbst ein Landhaus in Steiermark dabet nicht vergessen. Deßhalb ist es nöthig, daß wir dem Gejubel der Juden und Genoffen einen kleinen Dämpfer aufsetzen. Von allen durch die jüdische Preffe gegangenen Mittheilungen ist nur das Eine richtig, daß Dr. Böckel mit seiner Druckerei nach Berlin übersiedelt. Er hat keineswegs die Absicht, sich seiner parlamentarischen Thätigkeit zu entziehen ; der von ihm gegründete Mitteldeutsche Bauernverein mit allen seinen Institutionen bleibt bestehen, er bleibt nach wie vor wenigstens vorläusig der Leiter desselben. Ob in Marburg, oder in Berlin, das ist zur Sache ganz gleichgültig. Neben dem „Reichs-Herold," der weiter erscheinen wird, ist beabsichtigt demnächst in Berlin eine neue große antisemitische Tageszeitung zu gründen. In einer am Dienstag den 24. v. Mts. abgehaltenen Vorbesprechung hervorragender antisemitischer Führer wurde die Nothwendigkeit der Gründung einer solchen Zeitung anerkannt, indeß dies Project vertagt, bis mit verschiedenen anderen in Berlin zur Zeit noch erscheinenden antisemitischen Zeitungen ein entsprechendes Abkommen getroffen worden sei. Die Hauptsache sei zunächst, wie verschiedene Redner betonten, die wirthschaftlichen Verhältnisse des Dr. Böckel, welche aus verschiedenen Gründen in letzter Zeit einen steten Niedergang erlitten haben, zu heben, so daß er endlich etwas weniger sorgenvoll seiner politischen Thätigkeit in und außerhalb des Reichstages nachkommen könne. Die Hauptfrage des Abends sei also, welche Maßnahmen sofort zu treffen seien, um den „langbewährten und berühmten Parteiführer Dr. Böckel" politisch und wirth- schaftlich der Partei zu erhalten und da sei der beste Weg: Uebernahme der Druckerei des Dr. Böckel und großstädtische Gestaltung derselben durch eine Aktiengesellschaft, besonders, da in Berlin schon lange eine große, rein antisemitische Druckerei fehle. Dort könnten alsdann die gegenwärtig in Berlin und in der Provinz bestehenden Zeitungen antisemi- ttscher Richtung, welche keine eigene Druckerei besitzen, gedruckt werden und dadurch werde schon allein die Rentabilität gesichert, so daß die Aktionäre gar kein Risiko eingingen. Dr. Böckel selbst sprach sich in der Versammlung dahin aus, daß die finanzielle Hülfe, die früher von Berlin aus nach Hessen dirigirt worden sei, in den letzten Wahlkämpfen schon sehr gefehlt habe, und in der letzten Zeit immer spärlicher geworden sei. Das hessische Kleinbauernthum sei aber wenig bemittelt und so sei gegenwärtig die Consequenz eingetreten, dort die unhaltbare Position aufzugeben und in Berlin neu und stark zu sundiren. Die Sachlage in Hessen habe sich gegenwärtig so weit verschlechtert, daß er es satt sei, sich weiter wirthschaftlich so bedrängen zu lassen, und daß er sich zurückziehen werde, wenn die Berliner nicht die Hessische als Deutsche Bewegung übernähmen und er selbst wirthschaftlich so gestellt werde, daß er endlich etwas weniger sorgenvoll seiner politischen Pflicht in und außerhalb des Reichstages nachkommen könne. Die Neugründung, bezw. Uebersührung der Böckel'schen Druckerei wurde sodann einstimmig beschlossen. Die noch am selben Abend zahlreich erfolgten Zeichnungen lassen es zweifellos, daß die Aktiengesellschaft zu Stande kommt. Nerreste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Correspondery-Bureru. Halle, 3. August. Universitätsjubiläum. Vormittags 10 Uhr fand ein Festactus in der Kirche zu Unserer lieben Frauen statt, wohin sich die Festtheilnehmer von der Universität aus in glänzendem Festzuge begaben. Rector Beyschlag hielt die Festrede. Hierauf erfolgte die Verkündung von 36 Ehrenpromotionen. Nach dem Festacte brachte die Studentenschaft dem Rector Beyschlag und dem Oberbürgermeister Staude vor deren Wohnungen lebhafte Kundgebungen dar. Um 2 Uhr Nachmittags begann das Festmahl der Universität' mit den Ehrengästen im Stadlschützenhause. Abends findet allgemeiner Commers statt. Die medicinische Facultät ernannte zu Ehrendoctoren u. A. den Oberregierungsrath Naumann-Berlin, den Curator der Universität Schrader- Halle, den Zoologen Dohrn-Neapel, den Chemiker Ostwald- Leipzig, den Botaniker Pfeffer-Leipzig, den Chemiker Soxleth- München- die philosophische Facultät den Staatsminifter v. Goßler, den Maler Franz v. Lenbach, den Buchhändler Max Niemeyer-Halle, den Mathematiker Meier-Halle, den Rittergutsbesitzer Rippau und Major v. Wißmann. Sämmt- liche Diplome find in deutscher Sprache ausgestellt. Halle, 3. August. Die theologische Facultät ernannte folgende zehn Ehrendoctoren: Cultusminister Dr. Bosse, Pastor Gebhard-Gotha, Consistorialrath Goebel- Halle, Consistortalrath Renner-Wernigerode, Kirchenrath Resch- Zeulenroda, Bibliothekar Theodor Schott-Stuttgart, Missions- mspector Zahn-Bremen, Profeffor Robinson-Cambridge, Senior Baerwinkel-Erfurt, Superintendent Schirlitz Querfurt. Die juristische Facultät ernannte zu Ehrendoctoren: Geh. Ober-Justizrath Küntzel-Berlin, Oberlandesgerichts-Präsident Werner-Noumburg, Regierungspräsident Walther-Anhalt und Wirkl. Geh. Rath Dr. v. Helmholtz-Berlin. Außerdem wurden noch folgende Ausländer zu Ehrendoctoren ernannt: von der juristischen Facultät der Senator Prof. PaSquale Villari in Florenz und Bibliothekar der juristischen Facultät der Universität, Prof. Victor Horsley in London- von der philosophischen Facultät die Custoden der Handschriftensammlung des britischen Museums in London, F. G. Kenyon und Harry Ward, der Archäologe Baron Barraco in Rom, der Secretär der Asiatischen Gesellschaft für Bengalen, Georg Grierson, der Director der Nationalbibliothek in Paris, Leopold Delisle, der Präsident des ethnologischen Instituts von Massachusetts, Amasa Walker, die Gräfin Lovatelli- Cantani in Rom, der Prosessor der Mathematik Eugenio Beltrami tn Rom und Prof. Walter Skent in Cambridge. BreSlau, 3. August. Der „Morgenzeilung" zufolge ist das Gebäude des Eisenbahnbetriebsamts in Oppeln vollständig niedergebrannt. Eine Beamtenfrau mit zwei Kindern wird vermißt- man befürchtet, daß sie verbrannt seien. ^Depeschen bei Bureau Berlin, 3. August. Die „Nordd. Allgem. Ztg." theilt mit, daß die sich gegenwärtig an der amerikanischen Westküste befindenden Kreuzer „Alexandrine", „Arcona" und „Marie" den Befehl ^erhalten haben, sobald sie seeklar sind, sich zum Schutze der deutschen Interessen auf den ost- asiatischen Kriegsschauplatz zu begeben. MW KW Berlin, 3. August. Die Cholera-Commission hat ihre Aufgabe bereits erledigt. Es wurde anerkannt, daß bet Zeit gegen die Epidemie, welche schon bis an die Weichsel vorgedrungen, eingeschritten werden müsse, und schließlich wurde beschlossen, mit welchen Mitteln ein gefährlicheres Austreten dec Cholera verhindert werden soll. Die Ergebnisse der Conferenz wurden den Bundesregierungen zur Prüfung übermittelt. Paris, 3. August. Der Soldat Leblanc behauptete in der heutigen Schlußverhandlung gegen Caserio, dtejer habe ihm den Plan zu der Ermordung Carnots vorher mit- getheilt. Caserio bestritt dies energisch. Der Bertheidiger suchte nachzuweisen, daß Caserio geliieskrank sei. In seiner Familie fei die Epilepsie erblich und auch Caserio leide daran. Derselbe sei insofern unschuldig, als sein geistesschwacher Zustand und sein hitziges Temperament von Londoner Anarchisten ausgenutzt worden sei. Als der Anwalt die Mutter Casertos erwähnte, weinte dieser. Die Geschworenen beantworteten beide Fragen, ob schuldig des Mordes und ob mit Vorbedacht gehandelt, einstimmig mit „Ja". Das Unheil lautete auf Todesstrafe. Der Präsident erklärte, das Unheil werde auf einem von der Stadtbehörde zu wählenden öffentlichen Platze in Lyon vollstreckt werden. Caserio rief bei der Verlesung aus: „Es lebe die Anarchie! Es lebe die sociale Revolution!" Als ihn die Soldaten abführten, rief er nochmals: „Muth, Kameraden! Es lebe die Anarchie!" Der Anwalt legt Revision wegen der Rede des Präsidenten bei Eröffnung der Verhandlung ein. Loudon, 3. August. Aus Tientsin wird der „Central News" gemeldet, der Vicekönig Li-Hung-Tschang sei in Ungnade gefallen, weil er die Japaner den Chinesen in der Mobilmachung habe zuvorkommen lassen. London, 3. August. Vom Untergang des Dampfers „Khowsing" wird noch gemeldet, daß sich 150 chinesische Soldaten auf einen Felsen retteten, von wo sie das deutsche Kanonenboot „Iltis" ausnahm. Auch Capitän Hauneken wurde vom „Iltis" gerettet und sollte mit demselben gestern in Tientsin eintreffen. Loudon, 3. August. Das Auswärtige Amt erhielt gestern Abend telegraphisch die Bestätigung, daß zwischen den Japanern und Chinesen in Korea ern st hafte Gefechte stattgefunden haben. Lord Kimberley fordert strenge Untersuchung bezüglich des Angriffs auf das englische Schiff „Khowsing" und verlangt, daß der britische Consul dem Kriegsgericht zur Aburtheilung des japanischen Capitäns persönlich beiwohne. Petersburg, 3. August. In hiesigen Hoskreisen circultrt das Gerücht, daß bei der Anwesenheit der Prinzessin von Wales mit Töchtern in Peterhof die Verlobung der Prinzessin Maud mit dem Großfürsten Paul Alexandro- witsch und der Prinzessin Victoria mit dem Großfürsten Michael Nikolajewitsch erfolgen würden. Petersburg, 3. August. Die hiesige Adelsbank erhielt Befehl, dem russischen Geburtsadel in,- den Gouvernements Wilna, Kowno, Minsk, WitebSk, Mohilew, Kiew, Wolhynien und Podolien Darlehen zum Ankauf von Grundstück en, die sich in Händen von Nichtrussen befinden, bis zur Höhe von 75 pCt. des Werthes zu gewähren. Wladiwostok, 3. August. Acht russische Kriegsschiffe haben den hiesigen Hafen mit zahlreichen Soldaten an Bord und versiegelten Befehlen verlassen. Chicago, 3. August. Die Eisenbahnwagenfabrik Pullmann hat gestern die Arbeit wieder aufgenommenes waren indeß nur 250 Arbeiter erschienen. Shaughai, 3. August. Der Dampfer „Uwchang" ist hier eingetroffen. Au Bord befindliche Personen haben erklärt, daß die chinesische Flotte am 31. Juli bei der Mündung des Weiharflusses gesehen worden ist. Mehrere bei dem Untergange des Dampfers „Khowsing" Gerettete, darunter auch einige fremdländische Offiziere, treffen am Samstag hier ein. Tieulsin, 3. August. Alle eingefangenen Deserteure der chinesischen Armee wurden enthauptet. G. Darmstadt, 4. August. Die Uebersührung der Leiche des Prinzen Alexander nach Schloß Heiligenberg hat heute früh 4J/2 Uhr stattgefunden. Cocafcs ttttfc proviitztelles Gießeu, den 4. August 1894. ** Vom Feuerwehrfest. Die Vorbereitungen zum sechszehnten Verbandsfest Hessischer Feuerwehren schreiten rüstig vorwärts und läßt der Festplatz mit seinen Hallen ringsum und dem mächtigen Eingangsthor schon erkennen, daß der Festausschuß bemüht ist, den eingeladenen Gästen, wie nicht weniger den Bewohnern Gießens etwas zu bieten. Wie wir erfahren, soll außer dem großen Musikpavillon links vom Haupteingang noch ein zweites, kleineres Musikpodium vor der großen Wirthschaftshalle an der Aliceschule errichtet werden und vor demselben ein oder zwei Tanzböden. Der ganze Platz wird durch mächtige Bogenlampen, sämmtliche j Wirthschaftshallen :c. durch Glühlichter electrisch beleuchtet werden. Für Unterhaltung wird außer den Uebungen der Feuerwehr durch Musik- und Gesangsvorträge, lebende Bilder, Reigen, Feuerwerk?c. Sorge getragen werden und verspricht das Fest sonach recht hübsch zu werden. Für die damit verbundene Ausstellung von Feuerlöschgeräthen sind von 20 Firmen Anmeldungen ergangen. — An Fe st kart en sollen zur Ausgabe gelangen Dauerkarten für Familien und für einzelne Personen zum Preis von 3 Mk. und 1,50 Mk., während das Eintrittsgeld am Samstag 30 Pfg., am Sonntag und Montag jeweils 50 Pfg. für einmaligen Besuch des Festplatzes betragen wird. Die in Uniform erscheinenden Mitglieder der hiesigen und der fremden Feuerwehren haben zu allen Festlichkeiten freien Zutritt, außerdem erhalten die Angehörigen der hiesigen Feuerwehrmänner weitgehende Vergünstigungen, wie auch die beim Feste mitwirkenden Mitglieder hiesiger Vereine für ihre Person am Tage ihrer Mitwirkung vom Eintrittsgeld befreit sein werden. Besonders interessant verspricht auch der Festzug zu werden, da, wie verlautet, auch eine historische Gruppe, die Entwickelung des Feuerlöschwesens darstellend, im Zuge vertreten sein wird. Wünschen wir dem Feste zum Gelingen gutes Wetter und einen schönen Verlauf. ** Feuerwehr-Uebungen. Wle wir erfahren, wird beim Feuerwehrfest, im Anschluß an die Fußübung beider hiesiger Feuerwehren, auch cm Brandangriff dargestellr werden und ist dafür das Mer che Haus in der Bahnhofstraße in Aussicht genommen. Ein Probeangriff ist für Sonntag früh 7 Uhr anberaumt worden, da die Stunden nach Feierabend dafür zu ungünstig find und die Mitglieder der Feuerwehren während der Woche Tages über ihrem Beruf nachgchen müssen. ** Vernichtetes Fleisch. Das Fleisch des vor einigen Tagen im hiesigen Schlachthause verworfenen und nach Wieseck verbrachten Kalbes wurde vom Großh. Kreisveterinäramt als ungenießbar erklärt und dem Wasenmeister zum Verscharren übergeben. ** Aus Reichssteuern vereinnahmte die Großh. Hauptstaatskasse im Rechnungsjahre 1892—93 zusammen 412 420 Mk. Hiervon entfielen auf Zölle 32 383 Mk., auf Tabaksteuer 15 876 Mk., auf Salzsteuer 9 664 Mk., auf Zuckersteuer 10969 Mk., auf Branntweinsteuer 171053 Mk., auf Brau- steuer 163 550 Mk., auf Stempelsteuer für Spielkarten 7 659 Mk., auf andere Reichsstempelabgabe 1262 Mk. ** Schuldienst • Nachrichten. Dem Schullehrer Jacob Flath zu Vielbrunn wurde die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Falken - Gesäß , Kreis Erbach , — dem Schullehrer Georg Kochhafen zu Ober Hainbrunn wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Haisterbach, Kr. Erbach, — dem Schullehrer Adam Schäfer zu Londorf wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reichelsheim i. d. W., Kr. Friedberg, — dem Schullehrer Johannes Geib el zu Butzbach wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Unter-Schmitten, Kr. Büdingen, — dem Schullehrer Heinrich Winter zu Butzbach wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Holzmühl, Kr. Lauterbach, — dem Schulamtsaspiranten August Nelius aus Groß-Umstadt wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wendelsheim, Kr. Alzey, — dem Schulamtsaspiranten Georg Müller aus Ockenheim wurde eine Lehrerstelle und der Schulamtsaspirantin Eva Klassen aus Bensheim eine Lehrerinnenstelle an der kathol. Schule zu Bensheim, — dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Kratz aus Wohnbach wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rodheim ;ö. d. H., Kr. Friedberg — dem Schulamtsaspiranten Anton Kaiser aus Spachbrücken wurde eine Lehrerstelle an der Gemeinde- fchule zu Nieder Ramstadt, — dem Schulverwalter Heinrich Daniel Schmidt zu Heuchelheim wurde eine Lehrerstelle daselbst, — dem Schulamtsaspiranten Jacob Sch unk aus Hillesheim wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weisenau, Kr. Mainz, — dem Schullehrer Friedrich Bopp zu Eichelhatn wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rhein-Dürkheim, Kr. Worms, — dem Schullehrer Peter Winter zu Ebersheim wurde eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Marienborn, Kr. Mainz, — dem Schulverwalter Wilhelm Heinrich Klaus zu Bermersheim wurde die Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst übertragen,-. — die Schulverwalter Albert Faulstroh am Gymnasium und an der Realschule zu Worms, Heinrich Will am Realgymnasium und an der Realschule zu Gießen und Johannes Bumann an der Realschule und demProgymnasium zu Alzey wurden zu Lehrern an diesen Anstalten, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, ernannt. ** Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt sind: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gerneindeschule zu Zotzenheim, Kreis Alzey, mit einem jährl. Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Essenheim, Kreis Mainz, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900 bis 1000 Mk. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden. ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Barbiergehilfe Heinrich Alexander aus Nieder - Ohmen, zuletzt in Köln, vom Polizeiamt Gießen wegen Diebstahls und Betrugs- Bahnarbetter Manin Frank aus Fichtelberg in Oberfranken von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Körperverletzung- Taglöhner Heinrich Frank aus Neu-Isenburg von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls- Bäcker Heinrich Kreiker ans Laubach von derselben Behörde wegen Körperverletzung. Bäcker Hermann Müller aus Etzelbach in Sachsen-Altenburg und Metzger Karl Richter aus Klein-Elgeda vom Amtsgericht Fürth i. O. wegen Betrugs- die Taglöhnerin Martha Orth aus HerS- feld vom Amtsanwalt in Gießen wegen Unterschlagung- ein angeblicher Curt v. Schenk aus München vom Polizeiamt Darmstadt wegen Zechprellerei und Unterschlagung- Schiffer Jakob Siegel von Nekar-Steinach vom Amtsgericht Hirschhorn wegen Strafvollzugs- Gärtner Wolfgang Adam Stenger aus Bindlach in Bayern von der Staaidanwalt» schafr m Gießen wegen Diebstahls- die Bahnarbeiter Benjamin Stroppa und Eugen Fattori aus Italien, zuletzt in Birkenau, vom Amtsanwalt in Fürth wegen Körperverletzung- Ludwig Ziegler, auch Ludwig Müller aus Bayern, zuletzt in Birkenau, von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Körperverletzung. ♦♦ Militärisches. Die etatsmäßigen militärischen Schreiber, rote Dtvisions, Brigade-, Regiments- und Baraillonsschreiber, die Sergeanten sind und auch dementsprechende Löhnung beziehen, werden nach soeben ergangener Cabmersordre von jetz't ab, wenn sie neun Jahre Dienstzeit hinter sich haben, den Rang eines Feldwebels erhalten. Der Bezug der feldwebelmäßigen Löhnung ist damit jedoch nicht verbunden. Auf Kammer-Sergeanten findet die neue Bestimmung keine Anwendung. < ** Der Getreidemarkt. Die Getreidepreise werden jetzt ziemlich bedeutend von dem ungünstigen Wetterwechsel und dem schlechten Ausfall der Maisernte in Amerika beeinflußt. Die mangelhafte Maisernte in den Vereinigten Staaten bewirkte, daß dort die Weizenpreise wesentlich stiegen. Dies hatte zur Folge, daß auch in Deutschland die Preise für Weizen, Roggen und Hafer sich etwas bewerten. Weizen kostete 130 dls 140 Mk. pro 20 Eentner, Roggen 112 bis 118 Mk., Gerste 100 bis 165 Mk. und Hafer 128 bis 160 Mk. nach OuaUtät. Offenheim, 2. August. Gestern Morgen wurde einem 17jährigen jungen Manne aus Köddingen, der dahier bei der Dreschmaschine beschäftigt war, der rechte Arm abgerissen, auch erhielt derselbe mehrere andere schwere Verletzungen. Der Unglückliche wurde sogleich in das Hospital nach Friedberg gebracht. Wiffelsheim, 1. August. Gestern Morgen wurde die Leiche einer alten Frau in der Wetter gefunden. Ob die Frau verunglückt ist oder ob Selbstmord vorliegt, wird wohl unaufgeklärt bleiben. Spuren von Gewalt fanden sich an der Lerche nicht. Die Frau war schon längere Zett leidend. P. Darmstadt, 3. August. Infolge Entgegenkommens der deutschen Bahnen durch Gewährung freier Rückfracht für die Ausstellungsgüter und das hohe Interesse, welches die am 5.—12. August d. I. im Städtischen Saalbau dahier statt- findende Ausstellung in allen Kreisen gefunden, ist dieselbe tu einer Weise beschickt, wie wohl niemals andere und ähnliche Ausstellungen in dem Theile Deutschlands zuvor. Man kann getrost sagen, alle, auch die entlegensten der in's Hotel- und Wirthschaftswesen einschlagenden Gewerbe, sind reich vertreten. Dank der unermüdlichen Thätigkeit der veranstaltenden Kreise, läßt die wohlerwogene Ordnung des Ganzen auch das Kleinste zur vollen Geltung kommen. Bei Besichtigung der Ausstellung wird zweifellos bei Vielen der Wunsch rege werden, aus dem Gesehenen das eigne Hauswesen in dieser oder jener Richtung zu vervollkommenen. Aber auch der Gesammterfolg der Ausstellung wird nicht gering zu veranschlagen sein. Selbst der Nichtfachmann wird mit einem Gefühle der Achtung vor dem dermaligen Stande der einschlägigen Gewerbe die Ausstellung verlassen, und sicher wird sie noch lange in allen Kreisen in gutem Gedächrnisie bleiben. Die schwierigste Aufgabe wird ohne Zweifel den Herren Preisrichtern anheimfalleu, die aus dem Vielen des Guten, was in der Ausstellung geboten wird, das Practischste und Beste auszuwählen haben. Für die Zusammensetzung des Preisrichtercollegiums aus unabhängigen, sachkundigen und urtheilSsicheren Männern ist Vorsorge getroffen. Bei dem Reichthum des Gebotenen, bei der sorgfältigen Auswahl der Aussteller und der umsichtigen Wahl der Preisrichter wird sich die Ausstellung sonach zu einer in jeder Beziehung mustergiltigen gestalten und dürfte, besonders wo auch täglich große Concerte stattfinden, der Besuch ein außerordentlich zahlreicher werden. Rauheim (bei Groß-Gerau), 1. August. Die hiesigen Bäckermeister wetteifern miteinander, dem Publikum die größten Wecke bieten zu können und haben hierdurch die Wecke bereits eine Gestalt angenommen, die sich die Gunst der Käufer im Fluge erobert. Fürfeld, 1. August. Hier versuchte ein elfjähriger^Junge sich zu erhängen, konnte aber noch rechtzeitig loSgeknüpft werden. Als man ihn nach einer gehörigen Tracht Prügel fragte, warum er sich denn hätte aufhängen wollen, erwiderte daS vielversprechende Bürschchen: „Ich wollte nur einmal sehen, ob meine Eltern auch nachher weinen würden." Vom Main, 1. August. Das neue Kornstroh wird um Mk. 1,50 bis Mk. 1,70 pro Centner abgesetzt. Für zwei Centner Korn werden höchstens 12 Mk. erzielt Gleichwohl behauptet das Brod seinen hohen Preis. Dermifötefo * Frankfurt a. M., 3. August. Im Zoologischen Garten ist Sonntag Vormittag von 6—12 Uhr der Eintrittspreis auf 20 Pfg. ermäßigt. Die Dinka-Neger-Schau- stellung ist von 8 Uhr an geöffnet und es finden um 9, 10 und 11 Uhr Vorstellungen statt. Auch für den Nachmittag ist die Zahl der Vorstellungen vermehrt, dieselben find auf 31/2, 5, 6 und 7 Uhr festgesetzt. Uebrigens bieten die Neger auch außer der Vorstellungszeit in ihrem so zu sagen häuslichen Treiben beim Kochen, Waschen, Korbflechten u. s. w. ein interessantes Bild. Sonntag Nachmittag und Abend ist Doppel-Concert. Ms. Kassel, 3. August. Kaiser Wilhelm in Kassel unb Wilhelmshöhe. Daß S e. Majestät derKais er nach seiner Rückkehr von der Nordlandsreise und vor seinem Besuche Englands seiner hier aus Schloß WilhelmShöhe weilenden Familie einen kurzen Besuch abstalten werde, konnte ich Ihnen bereits am 24. Juli melden. In den vsficiellen und officiösen Berichten über die ReffediSpositionen des Kaisers wurde dieser Besuch jedoch nicht erwähnt und so wurde — von unterrichteter Seile allerdings — vielfach behauptet, dieser familiären Character tragende Abstecher werde nicht statt finden. Noch gestern wurde in den Zeitungen behauptet, der Kaiser komme nicht hierher, und erst Nachmittags wurde es zuverlässig bekannt, daß der Monarch heute Früh kommen werde. Es ist dieses jedoch, da die Nachricht zurückgehalten wurde, nur sehr vereinzelt bekannt geworden, weshalb es erklärlich erscheint, daß heute zu der frühen Morgenstunde auf Bahnhof Wilhelmshöhe kein solcher Andrang von Menschen herrschte, wie es sonst überall geschieht, wo der Kaiser erscheint. Immerhin versammelte sich noch in den letzten Minuten ein zahlreiches Publikum dort und h elt die Wege vor dem abgesperrten Bahnhof dicht besetzt. Bei prächtigem, sonnenvoüen Kaiserwetter lief um 8 Uhr der Kaiserzug ein, welcher von Ihrer Majestät der Kaiserin, den vier ältesten Prinzen und Gefolge auf dem Bahnsteige bereits erwartet wurde. In der ihm besonders kleidsamen Admirals- Uniform mit weißer Mütze entstieg der Kaiser elastischen Schrittes dem Salonwagen und eilte freudig bewegt der Kaiserin und Kindern zu, sic aufs herzlichste umarmend und küssend. Namentlich die Prinzen jubelten laut auf über das Kommen des Papas und umringten ihn von allen Seiten. Ebenso begrüßte der Kaiser den anwesenden hohen Schwager, Se. Hoheit den Erbprinzen von Meiningen, aus das herzlichste. Osficieller Empfang fand nicht statt. Darauf fuhren die Majestäten im offenen Wagen durch die mit Fahnen festlich geschmückte Wilhelmshöher Allee zum Schlosse, auf dem ganzen Wege von zahlreichem Publikum mir lebhaften Ovationen begrüßt. Der Kaiser sah ungemein frisch und gesund, förmlich wettecgebräunt aus. In den nächsten vier Wagen folgten die Prinzen und das Gefolge. Nachdem der Kaiser im Schlöffe die jüngeren Prinzen und Prinzessin begrüßt, wurde in der sog. Hortenzienlaube vor dem Schlosse das Frühstück eingenommen. Nach einem Spaziergang durch den Park fuhr der Kaiser nach 11 Uhr, nur von dem Flügeladjutanten begleitet, nach Kassel und besuchte den Erbprinzen v. Meiningen, bep commandirenden General 0. Wittich und den Botschafter Graf Schweinitz. Die beiden ersteren Herren nahmen darauf um 1 Uhr am Dejeuner im Wilhelmshöher Schlosse Theil. Nachmittags ging der Kaiser im Park spazieren und sah dem Lawn-Tennis- Spiel der Prinzen zu, Abends 7 Uhr wurde das Diner im engsten Familienkreise eingenommen. Eine zahlreiche Menschenmenge war auf Wilhelmshöhe, um den Kaiser zu sehen, doch nur Wenigen war dies vergönnt. * Hamburg, 3. August. In der S p r e n g ö l f a b r i k zu Krümmel bei Geesthacht wurde heute Morgen durch eine Explosion ein Arbeiter getödtet- mehrere Arbeiter wurden verletzt. * Leipzig, ä. August. Nach Beendigung des Fischerstechens, wobei 15,000 Menschen zugegen waren, ging auf der Schönfelder Allee beim Passiren des Festzuges das Pferd eines Milchwagens durch und rannte in die dichtgedrängte Menschenmenge. Ein Knabe ist tobt, ein 17jähriges Mädchen schwer, 5 andere Kinder leicht verletzt. * Budapest, 3. August. Die große Ortschaft Golop im Zempliner Comitat ist bis auf 15 Häuser niedergebrannt. Das dadurch entstandene Elend ist groß. * Mailand, 3. August. Ein Cyklon wüthete über der Stadt und beschädigte die Ausstellung. Zwei Arbeiter wurden getödtet, vier schwer verwundet. Der Materialschaden ist beträchtlich. * Der Handlungsgehilfe Waldmann in Mühlhausen aus Ktrschmühle und die Putzmacherin Maria Seifart aus Apolda, die sich beide in Stellung befanden, verließen am Montag gegen 11 Uhr ein Gasthaus, um sich nach Hause zu begeben. Auf dem Heimwege irrten sie aber bei der Dunkelheit vom Wege ab und geriethen in das Quellenbecken, wo sie elendiglich im Schlamme er st i ck t e n, ehe ihr Begleiter, ein Uhrmacher, ihnen Hilfe bringen konnte. Erst nach sechsstündiger Arbeit gelang es, die Leichen aufzufinden. * Ein Washingtoner Blatt enthält ein Inserat folgenden Inhalts: „Ein Indianerhäuptling will seine einzige Tochter, eine wilde Blume von 18 Jahren, mit schwarzen Augen und regelmäßigen Zügen, an einen Landwirth verheirathen bei einer Mitgift von 300,000 Dollar, zahlbar in Pferden, unter der Bedingung, daß der Erwählte sich im Stamme seiner Frau niederläßt und ihn die Landwirthschaft lehrt." * Ein Feind unserer Kleider, die Motte, dieser gefährliche Kleinschmetterling, erscheint jetzt bei der warmen Witterung häufiger im Zimmer. Die Kleider- oder Pelzmotte flattert mit Vorliebe bei einbrechender Dunkelheit umher, um wollene Tuchstoffe ober Pelzsachen in den Kleiberschränken zur Eierablage aufzusuchen. Man wird daher täglich Abends sorgfältig Acht geben und vor Allem die unbewohnten Zimmer mit den unbenützten Möbeln untersuchen müssen. Keines der zahlreichen Mittel, deren sicherer Erfolg angepriesen wird, hat sich als zuverlässig erwiesen. Bis jetzt ist noch immer der beste Schutz gegen Mottenfraß, der von der in einer dütenartigen Hülle sich einspinnenden gelblichen Raupe mit schwarzbraunem Kopfe herrührt, das häufige Ausklopfen der bedrohten Kleidungsstücke, Eier und junge Räupchen werden auf diese Weise, besonders durch nachfolgendes emsiges Bürsten, rechtzeitig entfernt. Starke Gerüche, wie sie Kampher, Naphtalin, Blätter des Wallnußbaumes re. ausströmen, sind nur vorbeugender Natur- die Schmetterlinge lieben sie nicht, ohne sie jedoch immer ganz zu meiden. Technische Fortschritte. — Ersatz für Guttapercha. Dieses theuere Material, welches für die unterirdischen electrischen Leitungen unentbehrlich ist, soll jetzt durch zwei andere Materialien ersetzt werben. Ein Engländer, Dr. Taylor in London, hat ein Mittel erfunden, welches dieselben unschätzbaren Eigenschaften wie die Guttapercha besitzen soll; ernennt daS Jsolirmittel Purcelitte; es soll vierzig Mal billiger als Guttapercha sein. — Ein zweites Mittel ist in Amerika erfanden, nämlich Papiermasse. Auch diese, besonders zuberettet, soll ein ausgezeichnetes Jsolirmaterial fürkelectrische Leitungen abgeben. — Wenn sich die Mittel bewähren, was abzuwarien bleibt, so würde die Eleclrictlät (Licht, Telephonie u. s. ro.) viel billiger werden. Schiffsnachrrehten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 2. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Spree, Cavitär- W. Willigerod, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 24. Juli von Bremen und am 25. Juli von Southampton abgegangen war, ist gestern, 4 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. Verkehr, Land- und Volkswirtschaft. Sirtzr«» 4. August. Marktbericht- Aut »cm heutigen Wochenm artt kostere r Butter or. Pfd. *. 0,95—1,10, Hühnereier 1 Stück 0 A, 2 Stück 11-12 fcftic pr. St. 5-8 -X. ttäsematle pr. St. 3 Erbsen pr. Liter 17 H, Linsen pr. Liter 28 J», Tauben pr. Paar A 0,70—1,00, Hühner pr. Stück A 0,90—1,10, Hahnen pr. St a 0,50—1,10, Enten pr. St- A 1,50 bis 2 0 , Ochsevfletsch Pt. Pfd- 74-78 Kuh- u. Rindfleisch pr. Psd.--70 H, Schweinefleisch pr. Md. 60—70 4, Kalbfleisch pr. Md. 60—66 \ Taumel» fleisch pr. Pfd. 58—68 4, Kartoffeln pr. 100 Jftio 5,00—10,00 A, Weißkraut pr. Stück--4. .Hroiehfh- pr. Centner 9,00—10,00 A, /wilck or. Lff^ 16 - 20 A, Enteneier 2 St- 11 4. Gänseeter 10 4 Kirschen pr. Pfd- 8—12 4- Auszug aus den Stan-esanrtsregiftern der Stadt (Sieben. «nfgedor«. Juli: 30. Dr. Heinrich Ludwig Marx, Großh. Amtsrichter zu Offenbach, mit Ida Justine Christiane Anna Pbtlippine Winckler bierselbst. 31. Waldemar WladtslauS Glybowtecki, Küchenchef zu Bockenhetm, mit Luise Johanna Magdalene Ruff daselbst. August: 1. Joh. Gg. Hermann Wilhelm Schulz, Hauptmann a. D. dahier, mit Sophie Anna Marie Thekla Conradine Heß zu Crumstadt. 3. Dr. Karl Josef Laver Elbs, Universitäts-Professor dahier, mit Wilhelmine Julie Caroline von Rotteck zu Freiburg i. B. 3. Heinrich Schulz, Gerber dabier, mit Katharine Jungermann dahier. 3. Joh. Fried. Gottlieb Möbus, Bureauvorsteher dahier, mit Anna Maria Katharina Kösterus zu Darmstadt. Etzeschließungrn. August: 1. Ludwig Adolf Haudach, Schlossermeister dahier, mit Marte Luise Rühl hterselbst. Juli: 25. Dem Fuhrmann Albert Dreier Zwillinge, zwei Töchter, Emilie und Wilhelmine. 26. Dem Buchbinder Christian Hermann Wagner ein Sobn. 27. Dem Bierbrauer Karl Zimmer eine Tochter, Marie Ottilie. 27. Dem Maschinenarbeiter Ludwig Schäfer ein Sohn, Ludwig. 29. Dem Kaufmann Jacob Weinberg eine Tochter, Auguste. 29. Dem Taglöhner Johann Peter Rosenbecker eine Tochter. 29. Dem Kasernenmärter Wilhelm Schuck ein Sobn, Johann Wilhelm Albert. 30. Dem Kmscher Karl Samuel Rösinger ein Sohn, Karl August. August: 1. Dem Architect Johannes Boguslav Sickert ein Sohn. 2. Dem Schneider Georg Hildebrandt ein Sohn. Gewordene. Juli: 27. Minna Margarethe Anna Elisabeth Emma Philipptne Kohlermann, 1 Jahr alt, Tochter von Küfermeister Wilhelm Kobler- mann dahier. 31. Ernst Wilhelm Schramm, 2 Monate alt, Sohn von Zahlmeister Carl Albert Schramm dabier. August : 2. Marte Karoline Kretzschmar, geb. Krämer, 34 Jahre alt, Ehefrau von Kürschner Friedrich August Kretzschmar dahier. 2. Wilhelm Nicolai, 68 Jahre alt, Taglöbner von Butzbach. M Seidenstoffe - direkt aus der Fabrik von von Elten & Keussen, Grafeld, in jedem Maab zu beziehen. Schwarze, farbige u. weihe Seidenstoffe, Dämmte, Plüsche und Brlvets. Man verlange Muster mit Angabe des Gewünschten. Auszug aus -en Kirchenbüchern der Stadt (Sieben. Evangelische Gemeinde. Getraute. Markusgemetnde. Den 1. August. Ludwig Adolf Haubach, L-chlossermeister zu Gießen, und Marte Luise (Rühl, Tochter des verstorbenen Bäckermeisters Daniel Rühl zu Gießen. Getaufte.. MatthäuSgemeinde. Den 29. Juli. Eine uneheliche Tochter, Elisabeth, geboren den 9. Juli. ^Denselben. Dem Oeconom Christian Diebe eine Tochter, Katharine Marte Alma Erna, geboren den 7. Juli. Denselben. Dem Ofensetzer Albert Heß eine ^Tochter, Frieda Elisabeth Anna Marie, geboren den 24. Mai. 2 Denselben. Dem Bauunternehmer August'Helfenbein ein Sohn, Wilhelm, geboren den 17. Juni. Den 31. Juli. Dem Restaurateur Ludwig Feidel ein^Sohn, Albert Adam Georg, geboren den 6. Junt.j MarkuSgemeinde. Ten 29. Juki. Dem Schuhmacher Heinrich Schombrr eine Tochter, Marie Auguste Elisabeth, geboren den 8. Juni. Denselben. Dem Schreinermeister Friedrich Bonarius ein Sohn, Friedrich, geboren den 30. Juni. Denselben. Dem Schreinermetster Martin Lämmer eine Tochter, Helene Johannetle Susanne, geboren den 7. Juni. Denselben. Dem Fuhrmann Martin Helfrich ein Sohn, Ernst Friedrich, geboren den 16. Mat. Den 2. August. Dem Installateur Wilhelm Wehn ein!Sohn, Heinrich Adolph, geboren den 8. Mai. Lukasgemetnde. Den 29. Juli. Dem Wirth Heinrich Jochem eine Tochter, Katharina Elise Helene, geboren den 3. Jult.;^, Denselben. Dem Heizer Christian Marr eine Tochter, Anna, geboren den 3. Juli. JohanneSgemetnde. Den 29. Juli. Dem Taglöhner Johannes Gilbert eine Tochter, Margarethe Eltsabethe, geboren den 1. 3ult. Denselben. Dem Tapezier Wilhelm Schuldt ein Sohn, Wilhelm Carl Ludwig, geboren den 20. Mai. Milttärgemeinde. Den 29. Juli. Dem Vicefeldwebel Peter Jacob ein Sohn, Otto Wilhelm Christian, geboren den 1. Juli. Beerdigte. Johannesgemeinde. Ten 28. Juli. Gustav Vogt, Privatmann, alt 73 Jahre, starb "denselben. Emil Sommerlab, Wirth, alt 40 Jahre, starb den 26. Juli. Temperatur der Lahn und der Lnft nach Reaumur gemessen am 4. August, -wischen 11 und 12 Uhr: Wasser 15«Luft 16°. Rübsarnen'sche Badeanstalt. Giessener Zitherclub (Wohlthätigkeitsverein). a gXF* Sonntag den 5. August 1i||||| fnlincnmtilie "?5 lOjälitigtn Slifliinggftflt . auf der „Schönen Aussicht" unter gütiger Mitwirkung mehrerer Gesangvereine von hier. Anfang 3 Uhr. — Die Musik wird ausgeführt von dem Grofih. Hess. Feld-Artill.-Regt. Nr. 25 (Darmstadt) in Unisorm. — Abends große Illumination des Restaurationsgebäudes. (Der Festplatz selbst wird mit großen LapiPions illumiuirt.) — Kintritt a I»erson 30 ^fg. Wier im Olas 3/10 ^liter 10 H>fg. Mitglieder haben gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte freien Zutritt, ebenso Kinder in Begleitung Erwachsener. Programme mit Prolog und Tanzordnung an der Kasse ä 15 Pfg. 6258 Der Vorstand. »Jährliche Production 200000 Hectolite iindlfiift lüiriirtliti!!! » /o Ung. (Sold-RrnU 50/0 Ital. Rente 80/c Portugiesen 40/q Griech. Monopol-stnl. 191.00 Lomb. tL-B^-Rct. 91.75 D^rmstSdr« VeaÄ-Lct. 14 .30 Buschtherader 396.10 DreSdeser ^mxt*8lcL 145.00 Elbthal-Bohn-Sü. 221.75 Nor>d. Lloyv-Aet. 94.00 Gotth«rd-B»Sru-Äc1. 170.80 Wims BMokner.'fllLi 112L7 Schweizer Nordoft.'iv^Älc^ 123 8 J Oest. «Lredtt-Act. 296.75 Mainzn S^B.-Act. 1164 81.80 Mortenbura^ L .« R4.2O Rrdactton: A. Scheyd«. — fjxud. und Verleg der Brüvl'ichei^ Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) tn Gieße». Die hsattge No««er IO GettBM»