4764 i m jelWMger lgen zu genügen. Ichittzikn eßen. instrasse 8° oeidt, Reckner. ltwuck -Anstalt. id 6 bis Abends 'n 6-12 Ahr. btt Schuljugend Ihr, Nachmittags von d haltbarer iit prompt Neuenweg tW"6' k-jäSS B 0t Nr 154 Erstes Blatt. Donnerstag den 5. Juli 1894 Der Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dc« MontagS. Die Gießener Aamtsienblälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Hlnzeiger. Lierteljähriger AvannementspreiL: 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Aints- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. —. - — Kratisßeitage: Hießener Kamitienötätter. Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Nonefte Nachrichten. Wolffs telegraphisches Corr espondenz-Bureau Wien, 3. Juli. Die Veranstalter der Demonstration gegen Nothnagel wurden behufs Einvernahme zum Rector beschieden. Am schwarzen Brette prangt eine neuerliche Ermahnung an die Studentenschaft, sich der Demonstrationen gegen Nothnagel zu enthalten. DaS Rectorat hat verfügt, daß zur Vorlesung blos inscribirte Hörer Zutritt erhalten. Budapest, 3. Jult. Das Magnatenhaus erledigte die Tagesordnung, darunter die Delegationswahlen und vertagte sich bis zum 25. September. Bei Beginn der Sitzung gedachte Präsident Szlavy mit Worten des Abscheus der Ermordung CarnotS, die nicht nur von der Familie und der französischen Republik, sondern von der ganzen Welt beklagt wird. Der Präsident gab Namens des ungarischen MagnatenhouseS dem Beileid für die Familie des Verblichenen und der Antheilnahme an der Trauer Frankreichs Ausdruck und wünschte die Protocollirung dieser Kundgebung. Paris, 3. Juli. Auch heute fanden in Choish le-Roi Zusammenrottungen französischer Erdarbeiter statt. Die GenSdarmerie schützte die Bauplätze, wo Italiener beschäftigt sind. Viele derselben verlassen die Gegend. Paris, 3. Juli. Die Regierung beabsichtigte, von den Kammern die Bewilligung einer Pension für Madame Ear n or zu verlangen als Zeichen der nationalen Dankbarkeit für die dem Vaterlande von Carnot geleisteten Dienste. Madame Carnot lehnte dieses Anerbieten ab, indem sie dafür dankte. Paris, 3. Juli. Es verlautet, die Regierung werde den Amnestie-Vorschlag verwerfen wegen des gehässigen Characters, der mit der Maßregel für daS Andenken Carnots verknüpft wäre. Konstantinopel, 3. Juli. Der König von Serbien besuchte gestern, nachdem er vorher den ökumenischen Patriarchen empfangen hatte, das Patriarchat, wo er mit allen Ehren ausgenommen wurde. Am Abend fand im Jildiz-Kiosk ein Diner statt, an dem der Großvezier, das diplomatische Corps und der kaiserliche Hofstaat theilnahmen. Heute empfing der König die serbische Colonie. Depeschen deS Bureau »Herold^. Berlin, 3. Juli. In einer gestern vom deutschen Antisemitenbund abgehaltenen Versammlung führte der Abgeordnete Dr. Förster nach der „Nat.-Ztg." über die Ursachen der Ermordung Carnots aus, Carnot habe in Frankreich die Plutokratie herausgebildet, welche als der Anarchismus von oben bezeichnet werden müsse. Carnot sei daher nach einer Richtung nicht unschuldig gestorben, weil er nicht richtig regiert habe. Berlin, 3. Juli. Die Mittheilung, daß die Kaiserin die Nordlandreise bereits in Malmö abbrechen werde und von dort auS zuriickzvkehren gedenke, ist völlig unzutreffend. An der ursprünglichen Bestimmung, daß die Kaiserin ihren Gemahl biS nach Trondhjem begleitet, ist bt6 jetzt nichts geändert und es dürfte voraussichtlich auch bei dieser Bestimmung bleiben. Berlin, 3. Juli. Vom 4. d. Mts. an findet eine Besichtigung des Nord-Ostsee-Canals durch Mitglieder des BundeSraths statt. Auch der Reichskanzler wird an derselben theilnehmen. Die Arbeiten zur Herstellung des Nord-Ostsee Canals sind bereit« so weit vorgeschritten, daß mit Bestimmtheit auf die Eröffnung der neuen Wasserstraße zum Sommer nächsten Jahres gerechnet werden kann. Berlin, 3. Juli. Dem Vernehmen der „M. P. C." zufolge sollen vom 1. October 1894 ab alljährlich 10 ältere Lieutenants der Infanterie, Cavallerie und Artillerie je für die Dauer eines Jahres zur Luftschiffer-Abtheilung commandirt werden. Berlin, 3. Juli. Ein hiesiges Blatt theilt mit, daß Herr v. Kotze, welchen Ausgang auch immer die Untersuchung gegen ihn nehmen werde, nicht mehr in den Hofdienst zurücktreten wird. Die Vernehmungen werden fortgesetzt. Wien, 3. Juli. Die „Pol. Corr." meldet aus Rom, dortige politische Kreise seien der Ansicht, daß diesmal mehr Aussicht auf das Zustandekommen eines internationalen Uebereinkommens gegen den Anarchismus wie früher sei. Dagegen constatirt eine Berliner Zuschrift, daß sich die deutsche Regierung einem solchen Uebereinkommen gegenüber weiter ablehnend verhalt. Nach der Ansicht des Reichskanzlers Caprivi sei eine Verbesserung der Polizei das wirksamste Mittel gegen den Anarchismus. Die französische Polizei stehe nicht auf der Höhe der Situation und habe große Fehler begangen. Budapest, 3. Juli. In der südungarischen Gemeinde L o v r i n wurde in dem Schloß eines Gutsherrn eine Höllenmaschine aufgefunden. Eine diesbezügliche Untersuchung hat ergeben, daß unter den Arbeitern am Eisernen Thor sich viele Anarchisten befinden, welche sich mit der Anfertigung von Bomben und Höllenmaschinen befassen und zur Propaganda der That aufreizen. Turin, 3. Juli. Ein reicher Gerbereibesitzer wurde gestern Abend das Opfer eines anarchistischen Dolchattentats. Der Hingemordete soll in einem öffentlichen Local erklärt ( haben, jeder Mann habe die Pflicht, den ersten besten Anar- ! chtsten, der ihm begegne, niederzuschießen. Zwei Stunden später war er den Anarchisten verfallen. Paris, 3. Jult. In der heute durch Dupuy zur 93er- , lesung gebrachten Botschaft führte Casimir Perier । etwa Folgendes aus: „Er sei nicht ein Mann der Partei, ; er gehöre Frankreich und der Republik an. Nachdem durch ein Verbrechen Frankreich der Präsident g:raubt wurde, welcher sieben Jahre der Hüter der Institutionen gewesen, soll uns die Erinnerung an diesen Edlen leiten. Er sei entschlossen, für die republikanische Demokratie die nöthigen ; Sitten zu entwickeln und habe die feste Absicht, nach sieben Jahren die Geschicke Frankreichs in andere Hände zu legen. Frankreich, welches von den Regierungen und Völkern ein- mülhige und rührende Sympathiebeweise empfangen hat, könne sich seiner selbst und im Vertrauen auf Heer und Flotte hocherhobenen Hauptes seine Friedensliebe versichern. Es werde ein großer Herd des intellectuellen Lichtes, der Toleranz und des Fortschritts bleiben. Senat und Kammer werden den Wünschen des Landes entsprechen, indem sie sich der Prüfung aller Maßnahmen widmen, die dem guten Namen Frankreichs dienen, Landwirrhschaft, Industrie und Handel entwickeln und den öffentlichen Credit befestigen. DaS Parlament wird zu beweisen wissen, daß die Republik nicht eine unfruchtbare Rivalität individuellen Ehrgeizes, sondern ein fortwährendes Streben nach dem materiellen und moralischen Besten ist. Sie ist die nationale Ausdehnung fruchtbarer Gedanken und edler Triebe, sie ist ihrem Wesen nach eine Regierung, die, wenn sie von unverdienten Leiden ergriffen wird, es sich zur Ehre rechnet, niemals Diejenigen zu täuschen, denen sie anderes schuldet, als bloße Hoffnungen. Die Regierung ladet Sie ein, diesen Ideen zu dienen. Das Herz Frankreichs hat sie seinem Vertreter eingeflößt, um ihren Triumph vorzubereiten. Vereinigen wir unsere Bemühungen. Die Vergangenheit gibt Lehren, aber Frankreich wendet seine Augen nach der Zukunft. Seine Zeit verstehen, an den Fortschritt zu glauben und ihn zu wollen, das heißt die öffentliche Ordnung und den socialen Frieden sichern." Paris, 3. Juli. Der Marineminister und Admiral Gervais statteten auf der deutschen Botschaft den Dank für die Begnadigung der beiden französischen Offiziere ab. Paris, 3. Juli. Am 14. Juli findet keine Truppenschau statt, auch alle Volksbelustigungen fallen auS. Die Festfonds sollen für mildthätige Zwecke verwendet werden. Paris, 3. Juli. Die Polizei fand bei dem verhafteten Anarchisten Leger eine halbfertige Bombe. Madrid, 3. Juli. Der Marquis de Cuba, der Führer der Pilger, welche sich anläßlich des Papstjubiläums nach Rom begaben, sollte gestern von einem anarchistischen Ar- beiter erdolcht werden. Ein anderer Arbeiter warf sich dazwischen und fing den Stoß mit seinem Leibe auf. Der Marquis blieb unverletzt, der Arbeiter wurde schwer verwundet- der Attentäter befindet sich in Haft. Washington, 3. Juli. In Regierungskreisen beobachtet man die Vorgänge in Chicago nicht ohne Besorgniß. Die Regierung ließ die strikenden Eisenbahnarbeiter wissen, daß sie etwaige Meutereien mit allen ihr zu Gebote Gehenden Mitteln niederhalten und zu diesem Zwecke den Bundestruppen in Chicago Verstärkungen Äsenden werde. Darmstadt, 4. Juli. Der König von Sachsen ist um 11 Uhr 35 Mm. mittelst Extrazuges wieder abgereist. Der Großherzog begleitete den König zur Bahn und verabschiedete sich herzlich. Cocafc* ttirö provinzielle* Gießen, den 4. Juli 1894. *♦ Sitzung Großh. Handelskammer vom 29. Zuui 1894. Anwesend die Herren Koch, Scheel, Gail, Heichelheim, Kraatz und Wo rtmann. Auf der heutigen Tagesordnung stand wiederholt die Ausführung des am 1. October I. I. in Kraft tretenden Reichsgesetzes zum SchutzederWaaren- bezeichnungen. Die Kammer hat es nicht unterlassen, auf die Wichtigkeit dieses Gesetzes durch einen Aufruf in den hiesigen Zeitungen hinzuweisen. Derselbe ist bis jetzt nur theckweise von den Interessenten bethätigt worden. Wir verfehlen daher nicht, an dieser Stelle nochmals darauf hinzuweisen. Das Kaiserliche Patentamt in Berlin ist zur Vor- Prüfung der Waarenbezeichnungen gesetzlich verpflichtet. ES liegt daher nur im Interesse der Anmeldenden, dieselben möglichst bald der Kammer mitzutheilen, damit dem Patentamt seine schwierige Aufgabe erleichtert wird. — Von der Handelskammer Hagen lief eine Petition zur Unterstützung ein, betr. die Abänderung des § 136 der Gewerbeordnung (Dauer der Arbeitsstunden der jugendlichen Arbeiter). Dieselbe wurde einer Commission zur Berathung überwiesen und wird die Kammer nach Berichterstattung derselben in der nächsten Sitzung definitiv zu der aufgeworfenen Frage Stellung nehmen —Der Kaufmännische Verein hat über eine Reihe wichtiger, die neu gegründete kaufmännische Fachschule verbunden mit Lehrlingsheim berührende Gegenstände eine Generalversammlung einberufen. Die Kammer, die von Anfang an den gedachten Bestrebungen des Vereins ihr regstes Interesse entgegenbrachte, hat auf Wunsch de« letzteren die fraglichen Gegenstände einer Vorberathung unterzogen und ihren Vertreter, Herrn R. Scheel, beauftragt, daS Resultat derselben in der Generalversammlung des Kaufmännischen Vereins zum Ausdruck zu bringen. — Der Kammer gingen Mittheilungen über zweifelhafte Firmen in England und Spanien zu, ferner Berichte über die Geschäftslage, namentlich über die Creditverhältnisse in Rumänien, über den deutschen Exporthandel in der Schweiz, sowie den Handel und die wirthschaftlichen Verhältnisse Norwegens, um sie den an denselben interessirten Kreisen, insbesondere den Exporteuren, bekannt zu geben. Die Mtt- theilungen find zur Veröffentlichung nicht geeignet, stehen aber in gewohnter Weise den Interessenten auf unserem Bureau Zwecks Kenntnißnahme zur Verfügung. — Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz übersandte der Kammer einen Auszug aus einem Bericht des ViceconsulatS in Rustschuk über die wirthschaftliche und handelspolitische Bedeutung von Donau-Bulgarien. Derselbe liegt ebenfalls auf dem Bureau zur Einsicht offen. — Sodann referirte der Vorsitzende über die am 27. Juni l. I. stattgehabte, von ihm besuchte 25. Sitzung des Bezirks-Eisenbahnrath- in Hannover. Betreffend die wesentlichsten, seit der letzten Sitzung im Bezirke der Königlichen Eisenbahn - Direction in Kraft getretenen Aenderungen und Erleichterungen im Personen- und Güter-Verkchre berichtete der Regierungßvertreter über die Erstellung eines Ausnahmetarifs für Kalstalz und auf diesseitiges Betreiben erfolgte Einstellung eines Abendzuges Frankfurt—Gießen, Ankunft Gießen 930, mit Anschluß in der Richtung Wetzlar und Marburg. Die Vorlage der Königlichen Direction, ob es sich empfehle, den Artikel Speck, sonstige Fletschwaaren, Rohmarg arine und Schmalz in den Ausnahmetarif für den Verkehr mit den Elbe-, Weser- und Emshafen-Stationen vom 1. Januar 1892 aufzunehmen, wurde gegen den Widerspruch der Vertreter der Landwirth- schaft angenommen- es war der Hinweis ausschlaggebend, daß gegenüber der Einfuhr über deutsche Häfen die zehnfache Tonnenzahl über Holland und Belgien z. Z. importirt und durch Annahme der Vorlage ein vermehrter Import der deutschen Rhederei, deutschen Häfen und Bahnlinien zu Gute kommen werde. Eine weitere Vorlage der Direction, „die den Eisen- und Stahlwaaren der Specialtarife I und II im Verkehr nach den Seehäfen für den Jnlandsverbrauch zugestandenen Frachtermäßigungen nicht weiter zu gewähren", wurde fast einstimmig abgelehnt. Referent sprach der Direction den Dank der Kammer aus für die Gewährung der erwähnten Zugverbindung und verband damit eine Interpellation bezüglich der Durchgangszüge 75 und 76, darauf hinweisend, daß die Verhandlungen in der Sitzung vom 5. Januar zu der Erwartung berechtigt hätten, die genannten Züge würden des Platzkarten-Zwanges entledigt, dafür die Züge 73 und 74 als Durchgangszüge eingestellt werden. Nun sei letzteres erfolgt, ohne dafür jene Schnellzüge dem freien Verkehr zurückzugeben. Nachdem auf wiederholte Vorstellung an Se. Excellenz Herrn Minister Thielen, Seitens der Handelskammer Gießen, von höchster Stelle kein Bescheid ertheilt worden sei, erbitte man sich eine Auskunft über den Stand der Angelegenheit von Königlicher Direction. Der Regierungs Vertreter war nicht in der Lage, eine bestimmte Erklärung abzugeben, da eine definitive Entscheidung des Herrn Ministers nicht vorliege. *♦ DaS erste Concert der Rnsfischen Gesellschaft in Steins Garten war außerordentlich gut besucht und hatte, was rotr zu leiten. Auf diese Weise sind eine große Anzahl von Ver" eiuigungen entstanden- eine Anzahl von Krankenkassen in Hesien haben sich als „Freie Vereinigung der Krankenkassen im Großherzogthum Hessen" zusammengeschloffen, deren Zweck (§ 1 der Satzungen) ist, einen Mittelpunkt für den Meinungs« austausch der Kasien, sowie für den persönlichen Verkehr der Vorstandsmitglieder und Angestellten derselben zu bilden und die gemeinsamen Angelegenheiten der Kassen auf den ihnen gesetzlich zugewiesenen und noch ferner zuzuweisenden Gebieten zu fördern, insbesondere die den Krankenkassenverbänden (gemäß § 46 des Krankenversicherungsgesetzes) übertragenen Obliegenheiten vorzuberetten. Dieser Zweck soll erreicht werden durch Abhaltung von Versammlungen (Krankenkasientagen) und durch sonstige gemeinsam zu unternehmende Schritte. Die Führung der Geschäfte geschieht durch den Ausschuß (Sitz in Mainz). Der Schaffung derartiger Vereinigungen wird stets seitens der Behörden großes Wohlwollen entgegengebracht, wie dieselben auch von fachmännischer Seite durchaus sympathisch begrüßt werden und es muß hier besonders daraus hingewiesen werden, von welch großen Vortheilen eine derartige Centralistrung begleitet ist. Nicht allein, daß der Verkehr mit den berufenen, vorgesetzten Behörden eine wesentliche Erleichterung und Vereinfachung erfährt, daß von den gemeinsam gegebenen Anregungen viel eher Erfolg erwartet werden darf — auch der Geschäftsgang der Kaffen in sich und unter sich wird erheblich practischer und einfacher gestaltet und endlich werden die pecuniären Lasten der Kaffen, die zum Theil sehr groß sind, wesentlich vermindert werden können. Gerade in dieser Beziehung sei hier erwähnt, daß die genannte „Freie Vereinigung" auf Beschluß der am 27. Mat d. I. in Friedberg abgehaltenen Generalversammlung den Erlaß einer Anzahl Vorschläge an die mit den Krankenkassen in Verbindung stehenden Organe (Aerzte, Apotheken und Krankenhausdirectionen) beschlossen hat, deren Handhabung eine bedeutende Vereinfachung des Geschäftsverkehrs sowohl als auch eine erhebliche Verminderung der finanziellen Lasten bedeutet- ferner wurden durch Eingaben an das Großh. Ministerium die Erhöhung der Hebgebühr für die Jnvaüdi- täts- und Altersversicherung oder eventuell Ersatz der Verwaltungskosten seitens der Gemeinden, die Verpflichtung der Bürgermeistereien oder Polizeibehörden zur Mittheilung von allen Betriebsunfällen an die Krankenkassen, sowie die Mit- theilung eines Verzeichnisses der sämmtlichen Berufsgenoffen- schastsmitglieder an die Krankenkassen und durch eine Eingabe ! an den Bundesrath die Abänderung, bezw. Aufhebung der I Bestimmung bezüglich der Beschaffenheit und Bezeichnung der | Arzneigläser und Standgefäße in den Apotheken angestrcbt« I Angesichts dieser Umstände kann deßhalb nur gewünscht werden, daß der „Freien Vereinigung der Krankenkassen im Groß- herzoglhum Hessen" im Interesse der gemeinsamen Angelegen- I heilen die noch zurückgebliebenen Kassen beitreten und dadurch den Zielen der Vereinigung ihre Unterstützung zu Theil werden lassen. Die einzelnen Kassen haben im Falle des Beitritts nur einen jährlichen Beitrag von 5 Mk. zu leisten. Aus den Beiträgen werden die Ausgaben für Druckarbeiten, Portis u. s. w. bestritten - die Geschäftsführung geschieht unentgeltlich. ** Könne« Backwaaren al8 Gebrauchsmuster geschützt nach Mitternacht die Polizeiorgane angewiesen sind, in denjenigen Wirthschaften und auch Kneiplocalen ohne Ausnahme, in welchen durch wüstes Schreien und Lärmen die Nachbarschaft belästigt wird, unweigerlich Feierabend zu bieten. ** Prüfungen im Fiuanzfach. Gesuche um Zulassung zu der Montag, den 5. November d. I., beginnenden allgemeinen Prüfung in dem Finanzfach und in den technischen Fachern sind, mit den vorgeschriebenen Bescheinigungen über bestandenen Acceß und Vollendung des practischen Cursus, sowie mit der in der Bekanntmachung vom 28. November 1839 (Regl.-Bl. Nr. 36 von 1839) unter a bis h geforderten Anlage versehen, unter Beobachtung der Stempelvorschriften innerhalb 4 Wochen bei der Großh. Prüfungs-Commission für das Finanz- und technische Fach einzureichen. ** Oefsentliche Anerkennung einer edlen Thal. Seme Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Taglöhner und Musiker Simon Mahl von Ilbenstadt in Anerkennung des von demselben bei der Rettung des 9 Jahre alten Sohnes des Johann Gottfried Mahl von da vom Tode des Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muthvollen Verhaltens eine Geldprämie zu verleihen geruht. ** Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Zwei mit evangelischen Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Griesheim, Kreis Darmstadt, mit einem jährlichen Gehalte von je 1000—1600 Mk. Dem einen der zu ernennenden Lehrer können die Functionen des Oberlehrers an genannter Schule, sowie diejenigen des Cantors gegen besondere Vergütung übertragen werden. Eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Hirschhorn, Kr. Heppenheim, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 900—1000 Mk. ** Schönschreiben-Unterricht. Herr Kalligraph O. Gottlieb beabsichtigt, in Gießen seinen Unterricht im Schönschreiben wieder zu eröffnen. Die Jahre, an welchen Herr Gottlieb hier unterrichtet, haben viele Erfolge für seine Methode bekannt gemacht und werden hoffentlich noch manchen jungen und älteren Mann veranlassen, an dem jetzt nächsten Cursus theilzunehmen. Denn von allen Gewerben und Handwerken I ist das papierene so recht das am meisten gesuchte in unserer | Zeit. Wir können die Benutzung des Schönschreibcursus des j Herrn Gottlieb allen, die denselben gebrauchen können, wohl j empfehlen. (S. Ins.) ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: | Bierbrauer Franz Otto Fischer aus Treuen in Sachsen j vom Amtsgericht Friedberg - Taglöhner Friedrich Walther I aus Hannover vom Amtsgericht Offenbach- Händler Peter I Gerhard aus Framersheim vom Amtsgericht Alzey - I Geschirrhändler Ludwig Weingärtner aus Framersheim | von derselben Behörde- Schlossergeselle Theodor Hitze ler I aus Geistringen vom Amtsgericht Offenbach- Schuhmacher I Peter Scharf aus Saarlouis von derselben Behörde - Bäcker I Adolf Meixner aus Darmstadt vom Amtsgericht Offenbach, I diese alle wegen Vollzugs von Freiheitsstrafen- Margaretha Rausbacher aus Queichheim in der Pfalz, zuletzt in | Worms, und Hundehändler Johann Seidenfuß HI. aus | Hamm, beide von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen Diebstahls- Buchbinder Adolf Conrad Wächter aus Darmstadt von derselben Behörde wegen Körperverletzung- Wilhelm Wundram aus Hildesheim wegen Diebstahls- Friedrich | Bachmann auS Jxheim wegen Unterschlagung- Bierbrauer I Georg Ändert aus Waldau wegen Beleidigung, und Dienst- | magd Margaretha Maeser aus Gelnhaar wegen Diebstahls, alle vier vom Amtsanwalt in Friedberg. ** Gepäckbeförderung auf der Eisenbahn. Daß eine Gepäckbeförderung ohne gleichzeitige Lösung von Fahrkarten auf den deutschen Eisenbahnen zulässig ist, ist noch nicht hinreichend bekannt. Güter aller Art, die sich zur Beförderung in den Packwagen der Personenzüge eignen, können ohne Vorzeigung von Fahrkarten auf Gepäckscheine aufgegeben werden. Der Frachtberechnung wird die gewöhnliche Gepäck- fracht für mindestens dreißig Kilogramm zu Grunde gelegt. Als Mindestbetrag werden bei der Beförderung in Personen- 0,50 und in Schnellzügen 1 Mk. erhoben. Der Gepäckschein wird dem Absender eingehändigt oder auf Verlangen der Ladung beigegeben, wenn die letztere mit der vollen Adresse des Empfängers versehen ist. Am Bestimmungsorte wird die Sendung gegen Rückgabe des Gepäckscheins bezw. dem zur Abnahme sich meldenden Adressaten oder dessen Beauftragten gegen Quittung ausgeliefert. Seitens der Bahnverwaltung wird das Gut nicht der Behausung des Empfängers zuge- sührt. Unter den gleichen Bedingungen können auch Schoßhunde und sonstige kleine Thiere in Käfigen befördert werden. *» Bezüglich des Ablaufs der Giltigkeit zusammenstell- barer Fahrscheinhefte hat die preußische Bahnverwaltung den Bestimmungen über die Ausgabe von Fahrscheinheften jetzt hinzugefügt, daß, da die Giltigkeit dieser Heste unbedingt um Mitternacht des letzten Giltigkeitstages erlischt, der Reisende eine neue Fahrkarte auf der vorgelegenen Station nachzulösen hat, wenn der zur Fahrt benutzte Zug sich zu diesem Zeitpunkte auf der Fahrt zwischen zwei Stationen selbst unmöglich, da der Impresario, Herr Stein, bereits am Freitag dieser Woche verpflichtet ist, in Wiesbaden seine Concerte zu beginnen. ** Sechszehntes Verbandsfest hessischer freiwilligen Feuerwehren. Seither war es vor der Oeffentlichkcit still mit den Vorbereitungen zu unserem Feuerwehrsestam 18. bis 20. August. Darum wurde aber doch in den Einzel-Ausschüssen fleißig gearbeitet, und jeder betrieb eifrig auf den ihm gewiesenen Wegen die Zurüstungen für das Fest. Für nächsten Freitag, den 6. d. Mts., ist nun wieder eine Sitzung des Haupt- Ausschusses zusammenberufen worden, in der von allem bis jetzt Geschehenen Mittheilung gemacht und das weitere Vorgehen verabredet werden soll. Alsdann werden wir auch den Einwohnern Gießens alle nöthigen und erwünschten Mit- theilungen machen, damit die herannahenden Festtage den ganzen Festort wohlgerüstet finden. ** Aus Textors Terrasse sand gestern Abend bei gutem Besuche das erste Bier-Concert statt, welches Dank der vorzüglichen Ausführung seitens der hiesigen Militärcapelle großen Beifalls sich erfreute. ** Radfahrer-Club „Hasfia", Gießen. Arn Sonntag den 1. Juli fand unter den Mitgliedern des Clubs ein kleines Straßen - Wettfahren statt. Es wurde die ^Strecke Johannisberg—Lollar und wieder zurück Johannisberg (8 km), wo gleichzeitig das Ziel sich befand, von den Fahrern in nachstehender Zeit zurückgelegt: 1. C. B ö h n ck e, stud. jur., 18 Min. 43 (See.; 2. L. Franke, 18 Min. 50 See.; 3. G. Volz, 19 Min.; 4. C. Herber, 19 Min. 50 See. Dieselben erhielten, da sie sich als beste Fahrer auszeichneten, jeder einen Preis. 5. C. Loos, 21 Min. 30 See.; 6. O. Fangmann, 22 Min. Letztere, welche erst kurze Zeit sich dem Radfahrer-Sport gewidmet, sind, nach den angegebenen Zeitpunkten sehr lobenöwerth gefahren. Von 9 Gemeldeten starteten 6. Das Rennen begann um 41/2 Uhr und wurde das auf dem Johannisberg anwesende Publikum mit einem Concert der hiesigen Stadtcapelle beehrt. Späterhin fand ein gemüthliches Zusammensein in Steins Garten statt. Dasselbe war von Bekannten des Clubs und Freunden des . Ikadfahrsporls nebst Damen rege besucht. ** Kriegerkameradschast Hasfia. Da Oberstlieutenant z. D. Caspary wegen Erkrankung als Nachfolger des Oberst z. D. Gerlach zum ersten Präsidenten der „H a s s i a" bis jetzt nicht ernannt werden konnte, so versieht der zweite Präsident Major ä la suite von Heyl die Präsidial- flefääfte. c . ** Der Oberhesfische TouristenVereiu zu Marburg wird am nächsten Sonntag eine Tour von Fronhausen über die Schmelz, das Salzbödethal, den Krofdorfer Forst, Crumbach nach dem Dünsberg unternehmen. Falls die Zeit es gestattet, wird der Verein der Burg Hohensolms einen Besuch abstatten. Die Rückreise geht durch das Bieberthal nach Gleiberg und Abends nach Gießen. Die Marburger Herren haben nichts dagegen, wenn sich Touristen ans der Umgebung anschließen. * * Jugendliche Diebinnen. Am 2. ds. Mts. wurden in der Euler'schen Badeanstalt einer Dame zwei goldene Ringe im Werthe von 60 Mark entwendet. Zwei 11jährige Mädchen hatten den Diebstahl ausgeführt, jedoch die Ringe, nachdem sie sich entdeckt fühlten, wieder in die Stube geworfen, sodaß die Dame ihr Etgenthum zurückerhielt. * * Zum Waldbrand. Der Verursacher des am 2. d. M. stattgehabten Waldbrandes wurde in der Person eines hiesigen jungen Mannes ermittelt. Derselbe wird sich wegen fahrlässiger Brandstiftung zu verantworten haben. * * Unfall. Ein Straßenkehrer, welcher gestern „blau" machte, hatte sein 6jähriges Töchterchen mit ins Wirthshaus genommen und demselben so viel geistige Getränke gegeben, daß das Kind betrunken wurde und einen Abhang in der Nähe der Schönen Aussicht herunterfiel. Das Kind mußte in die Klinik verbracht werden. ♦* Feierabendstuude. Es wird uns die Mittheilung, daß infolge der in letzter Zeit überhand nehmenden Ruhestörungen werde«? (Mitgetheilt vom Patentanwalt Otto Sack, Leipzig.) Die Ueberschriftsrage ist jüngst durch gerichtlichen Entscheid zur Klarstellung gebracht worden und zwar hat sich hierbei ergeben, daß die Antwort auf die gestellte Frage sowohl „Nein" als auch „Ja" lauten kann. Die Verhält- nisse, welche hierbei in Betracht kommen, sind für alle Ge- werbetreibende von großem Interesse, und sei aus diesem Grunde der allgemeine Sachverhalt in möglichster Kürze quseinandergesetzt. Jemand hatte eine Gebäcksorte, die er für neu hielt, zum Gebrauchsmuster angemeldet und den gewünschten Schutz wie üblich ohne Weiteres erlangt. Ein Concurrent stellte Löschungsklage an, indem tr behauptete, Gebäckwaaren gehören überhaupt nicht unter Gebrauchsmusterschutz, weil diese sämmtlich dem gleichen Zweck, verzehrt zu werden, dienen. Der Gebrauchsmusterschutz-Inhaber hatte in feinem Schutzgesuch hervorgehoben, daß er den Schwerpunkt feiner Neuerung in die eigenartige Mischung der Stoffe lege und daß hierdurch das Gebäck schmackhafter sei und schöner aussehe. Die aus diesem Thatbestand sich ergebenden Entscheidungsgründe lassen sich in Folgendes zusammenfassen. Der Löschungsklage mußte Folge gegeben und das angefochtene Gebrauchsmusterschutzrecht vernichtet werden, weil thatsächlich und zwar lediglich auf Grund des Inhaltes der Gebrauchsmusterschutzbeschreibung die Grundbedingungen der Gebrauchsmusterschutzfähigkeit nicht erkannt werden konnten, denn die kennzeichnenden Merkmale der Neuerung roare” n“r als Stoffmifchungen zum Zweck der Erhöhung des Wohlgeschmackes und des schöneren Aussehens aufzusasfen und ! wurden als solche auch vom Urheber der Neuerung detmtt. Stoffmischungen bilden weder eine Anwendung ober Gestaltung, sondern sind Endergebnisse von Verfahren, und letztere sind vom Gebrauchsmusterschutz ausgeschlossen. Es ergibt sich hieraus, daß Backwaaren als solche, d. h. als Genutz- mittel, nicht gebrauchsmusterschutzsähig sind. Hierbei ist aber die Gebrauchsmusterfchutzsähigkeit nicht völlig ausgeschloffen, sondern es taffen sich sehr wohl Fälle denken, m denen Backwaaren etne Einrichtung aufweisen, wodurch emem Gebrauchszweck gedient wird. Man kann z. B. Gebäckstücke, bte an sich leicht zerbrechlich sind, durch Anordnung eines aus festem, I vielleicht ebenfalls eßbarem Stoff bestehenden Jnnengerippes derartig versteifen, daß die Zerbrechlichkeit aufhört und bessere Versandtfähigkeit erzielt wird. Es würde durch eine solche Einrichtung ganz entschieden eine Eigenschaft an den Backwaaren geschaffen, wodurch ein neuer Gebrauchszweck (bessere Versandtfähigkeit) erreicht und somit auch die Grundbedingung zur Gebrauchsmusterschutzfähigkeit gegeben wird. Benn Gebrauchsmusterschutz kommt es nicht auf den Gegenstand als solchen an, sondern lediglich auf dessen Eigenschaften und ob letztere durch die Beschreibung in richtiger Weise in den Vordergrund gestellt sind oder nicht. gleich conftatiren wollen, einen durchschlagenden Erfolg. Nach ; einigen Concertpiöcen des Orchesters betraten 9 Personen $ in kleinrnsfischem Bauerncostüm (3 Herren und 6 Damen) das Podium. Wir hörten in bunter abwechselnder Reihe russische National- und Volkslieder, die sowohl vom musikalischen > wie vom unterhaltenden Standpunkte aus hochintereffant waren. Die sehr hübschen jungen Russinnen in ihren höchst ansprechenden Nationaltrachten verfügen durchweg über frische und klangvolle Stimmen, und waren die einzelnen a capella- Gesänge sowie die Solid ganz vorzüglich ausgesührt. In Frau Iwanowa lernten wir eine vortrefflich geichulte Sopranistin kennen, die speciell in altrussischen Volksliedern und auch heiteren Gesängen eine ebenso sympathische Gesangsweise wie bei ihren Tänzen, äußerste Gewandtheit und graziöse Bewegungen entwickelt. Nicht minder ansprechend sind die Leistungen des Directors Iw an off als Pianisten. Derselbe verfügt über eine vollendete Technik und einen vollen schönen Anschlag, in Folge dessen die einzelnen Vorträge durch sein Accompagnement wesentlich unterstützt wurden. Zwei Knaben entwickelten eine geradezu virtuose Fertigkeit in den betonnten russischen Nationaltänzen; a. A. wurde die „Kamarinskaja", ein Kosackentanz, mit fast unglaublicher Virtuosität ausgeführt. Als nach beendetem Programme die russischen Gäste immer wieder von Neuern applaudirt wurden, und als sie da capo in leidlich guter Aussprache die „Wacht am Rhein" in deutscher Sprache sangen, erreichte der Beifall und Jubel des Publikums seinen Höhepunkt, und so dürfen wir getrost behaupten, daß der gestrige Erfolg als ein in jeder Beziehung vollendeter zu bezeichnen ist. Die ganze Art und Weise des russischen Nationalliedes, die allen slavischen Völkern originelle eigene Vortragsweise, der plötzliche Uebergang vom Getragenen und Melancholischen zur ausgelassensten und hinreißendsten Lebhaftigkeit ist so eigenartig und von so sympathischer Wirkung, daß es hochempfehlenswerth ist, dem heute stattfindenden letzten hiesigen Concert der Russen einen Besuch abzustatten. Es sei noch ausdrücklich bemerkt, daß ein weiteres Gastspiel hierbefindet. _ , ** -hl. Freie Vereinigung der Krankenkaffeu im Groß- herzogthum Hessen. Die infolge der socialpolitischen Gesetz- I gebung entstandenen Versicherungs- (Kranken', Unfall-, Jnvaliditäts- und Alters-) Gesetze haben eine Reihe theils größerer, theils kleinerer Verbände und Kassen entstehen lassen, deren Ziele und Interessen sich mehr oder weniger berühren und nebeneinander laufen. Schon bald nach dem Jtirrast- treten dieser Gesetze erkannte man die Nothwendigkeit des Zusammenschlusses gleichartiger Kassen zu besonderen Verbänden : einerseits um unter den Betheiligten einen regen Meinungsaustausch bezüglich der eigenen Angelegenheiten zu unterhalten, andererseits um durch gemeinsames Vorgehen bei den berufenen Organen den Wünschen, Abänderungs-Vorschlägen 2C. der Verbände auf gesetzlichem Gebiete erhöhte Beachtung zu verschaffen und deren Annahme in die Wege bon Vtt- » *M« S, ' i" bilde, uijj A b‘» «ta ^rbände« (fle, ül;ertrQfleil[n ^cht werden *00«) und , W\\t. Die ^lchu^Tjtz jungen M * entgegen. •«Seite dnrch. : hier besonders ^rtheilen eine allein, daß der eine wesent- nf daß von den ^sotg erwartet :r Kassen in fich ind einsam ge- akien der Kchv, ^mindert werden ler erwähnt, daß Beschluß der am Tmeralversawm- an die mit den °ne Merzte, Apo- i hat, deren hernd- Geschästsverkebrs !g der finanziellen en an ba5 Großh. Ür die Jnvalidi« , lLrsntz btr Der- ber : Mittheilung von a, sowie die Mit- !H Berustzenossln' )uri (int Eingabe i. Aufhebung der ) Bezeichnung btt ithrlen angchrcbt. gewünscht werden, nkassen im Groß- nsamen Angelegen- treten und dadurch g zu M werden ille des Beitritts leisten. AuS den liaxbttttn, Porti» chieht unentgeM. Mtnuster geschützt ,lt Otto Sack, durch gerichtlichen und zwar hat sich « Jt*■ w $ii Spalt' N st alt ®" nl fit au« hilft« mogMfitt * @ebM|««/ b11 “ i,-°ti»-' mi * eI(8 irfangi- ®l" » « W*' ,t läthawts®^'1 »imi, ««>'p t“ Mn h-»- ® r* mihi«6® ®”“ 6(8 ’ 's. vas an; %Jpr ) des -er int ®cr flren nur rteuelE Vohl- ^°2u ülstn unb $ oE betont* r»"°7^si- twendu"S . ^tztrre l«f*”'gS H8l? ®ltt«B’ * Ä* iS*'• tid) ‘Sfc di- °" «*S? * W? ch d'L s-7s 'CL Gegefs^ d ob :«<•" Heute Vormittag entschlief sanft im 83. Lebensjahre unser lieber Vater Geh. Medicinalrath Prof. l»r. F. J. Julius Wilbraud Dr. med. Hermann Wilbraud. Hamburg. Giessen, 4. Juli 1894. 5581 Dr. Julius Wilbrand, Professor, Bielefeld. Wilhelm Wilbrand, Geh. Oberforstrath, Darmstadt. können. x .. OberLais bei Nidda, 28. Juni. Die Heuernte, die in hiesiger Gegend allgemein im Gang ist und sowohl nach Menge als Güte ein vorzügliches Product liefert, har bei der 4- Lich, 3. Juli. Dem hiesigen Gastwirlh Heiland wurden aus seiner GeschäftSkasse ungefähr 400 Mark entwendet. Eine Verhaftung fand auS dieser Veranlassung be- nächsten Jahre dahier abzuhalten. D. Dorheim, 2. Juli. Um 11 Uhr ^Vormittags ertönte gestern plötzlich der Schreckensruf: Feuer! in unserem beitragen. 8. Utphe, 28. Juni. Bei der in Hungen stattge- sundenen Bezirksversammlung des Krieger» Vereinsbezirk Hungen wurde unter Anderem beschlossen, das Besirksfest unseres Bezirks, welches alle zwei Jahre gefeiert wird, im Die Beerdigung findet Freitag den 6. d. Mts., Nachmittags 3 Sterbehause, Marburgerstrasse 9, aus statt. 2 Uhr, vom Temperatur der Lahn und der Lust nach Reaumur gemessen am 4Q3ult, zwischen 11 und 12 Uh - Wasser 18, Luft 16°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Verkehr, Land- rrnd Volkswirthschast. WMMZZMZ t I ^Pf/0gegm^55dbti 60 Pig.^HLmmelW^^^^^ zweiter Qual. 50b«s54Pfg., Schweine erster Qual. 57 bis 58 Pfg. 7 1 zweiter Qual. 55 bis 56 Psp. das Pfund. 8. Trais-Horloff, 2. Juli. Unser kleiner, früher so rote sie ruhiger Ort ist durch die in unmittelbarer Nähe desselben Wagen, errichtete BrikettSfabrik „Grube Friedrich" lebhaft und verkehrsreicher geworden und werden die geplante Abnahme- stelle für Zuckerrüben Seitens der Actienzuckerfabrik Büdingen bei Stockheim und dieserhalb erstrebte Güterstation auf hiesiger Haltestelle, sowie die geplante Nutzbarmachung des der hiesigen Gemeinde gehörenden Mineralwafferbrunnens durch eine Actiengesellschast noch mehr zur Hebung des Verkehrs dahier reit- statt. „ , t Lich, 3. Juli. Heute Nachmittag verbreitete stch tn unserem Städtchen die Schreckensnachricht, daß in der Wetter zwischen hier und Kolnhausen zwei Jungen beim Baden ertrunken feien, welche Nachricht sich leider nur allzubald bestätigen sollte. Die Verunglückten sind der zehnjährige Pflegesohn de« MetzgermeisterS Petri und der einzige Sohn des Schuhmachers Rollhaus, acht Jahre alt. -"“*** war der Schmerz der anwesenden Angehörigen, als die Leichen geländet wurden. Ein junger Mensch von h'er, in einem Rettungshause erzogen und 19 Jahre alt, wurde soeben verhaftet, weil er in dem dringenden Verdachte steht, den einen ertrunkenen Knaben ^die Twf^gestoßm zu haben^ 1 ^m^e^^llerwärt-w^en der Befürchtung des Eintretens im Verdacht stand, den einen der beiden Jungen in die tiDreiCn uei” U i qt)ri a\r e i S, I Geräuschs bis hinter die Kinder und riß dann beide mit Tiefe gestoßen zu haben, hat diese That bereits Menschenleben gek s . g 81 bockbeladenen I einem Ruck ins Zimmer zurück, wobei sie aber gleichzeitig dn„eunbtn. Andere anwesend gewesenen sieben Knaben der rüstig mir Hand nnleg, sie bandem hachbeladenen züsarnmenb-ach. Jetzt ist die geängstigte Frau naben auch ganz bestimmte Angaben, dieses Verbrechen mitan- Wagen -rab -Mi^«°>I^lsba^d -ine Leich . den überstandenen Schrecken und die Ausregung schwer aeseben zu haben. Der Schmerz der armen Angehürigen, | 2" „T’Z" ZiL« %.>«, erkrankt. ,c A h,r Blain,, 2. Juli. Der Bahnm-tster Schwarz der i ch gemeinster Hessischen Ludwigsbahn, der erst in den l=6t=n Tagen -m- «evoiiernng 2üjährige Thätigkeit im Bahndienft g-!e>-rt>-tte, gecci^th die Familie heul- Vormittag beim R-Nglr-N von Eisenbahnwagen aus 3 Bahnhos Gustaosburg zwischen die Puster und wurde erdru . ' Main,. 30. Juni. Der Eapitän des Dampsers „G° mania" der Rheindampsschistsahrts.Gesellschaft stürzt- sich h-u Moraen in den Rheiu und ertrank. Worms, 30. Juni. Zur Erbauung billiger WohnunSen sür den Ar b-ite rstan d hat sich in Worms em-G-s-lftchs gegründet, dl- zu 4 p6t. berzinsbare A-tl-n a 200 Mk. aus- zng-b-u beabsichtigt. An der Spitz- des Unternehmens steht I s rssa?».*? t2 i XÄSSTJÄ■«“—!'S* iiw4U*»«*** ,vs-Ä.’aas*a 1 sxtt » äs 1 welchem ihr um zwei Jahre älterer Bruder bereits P atz genommen hatte und sich mit den im Hose stehenden Ktndern anderer M'teinwohner aufs beste unterhielt. Durch keinen Laut verrieth die Mutter ihre Anwesenheit, da sie nur lo einem sicheren Unglück Vorbeugen konnte, schlich sich ohne günstiger Witterung vorgegangc« wnu, — Menschenleben gekostet. Ein siebe nzig jährig er Greis eingestanden. Andere anwesend g-w-I-n-n ,,-o-n nnaoen > der rüstig mit Hand anlegte, fiel °°N dem hochbe adenen | einem gaben auch ganz bestimmte Angaben, dieses Verbrechen mitan- Wagen °'°b und^ war ^alsba^ein- V-iche. °°Ä"di?Bntrüstung gm^m Stad7 wu" 7 hierdurch'nur Mittag so unglücklich oon einem mit Heu beladenen Wagen, ‘Sä- 7 S1 s-säs »S überführt. Die aus dem Landesmchthaus Marienschloß der Kmder der fürstlichen Familie, welche sich dort vergnüg , Zellenstrafanstalt überwiesenen Gefangenen werden durch einen zum Fall zu^Wn Hauptausflug des £“ä“äv-‘ä’;s 1 **- - •* früher Morgenstunde die Gäste, Männlein und Wetblein, heraufgerückt auf die frohen Bergeshöhen. In langer Reihe standen im Walde bald Chaise an Chaise, Wagen an Wagen gerückt. Bald füllte sich Clubhaus und Festhalle so dicht, daß man nicht mehr von Durchgehen, sondern „Durchschieben sprechen konnte. Die vorgesehenen Eintrittskarten waren rasch tiergriffen und mußte Ersatz durch schnell hergestellte Eintrittsbillets geschaffen werden. Bei den Klängen der Musikcapelle Köhler und bei einer gediegenen Festw'rths haft entwickelte sich bald ein recht animirtes, fröhliches Treiben, das draußen auf Bergeshöhe und im Walde sich fortpflanzte. Die Aussichtsgerüste des nahen Taufsteins wurden viel bestiegen, leider aber verhinderte eine zu dunstige Atmosphäre die sonst reizende Fernsicht. §• Vom höheren Vogelsberg, 30.Ium. Die Heuernte halber die 4915 ausgesührt von der 5677 Fliegenschränke 2931 vermiethen- Friedrich Leo 1O □oooooooooooo 0 S ch mitt. 5573 0 ist nicht mehr. Eine tücki- ihn 0 [55541 g 0 0 5403] Grünbergerstr. 47. OOOÖOOOOOOO zu haben. [6565] Ebel 120.2(1 3 pSt. — Frankfurter Baak-Di»co?tt 3 pttt » e 1 dfor,te «. Ducaten 4.19 0 o 0 0 Die jammervollen Hinterbliebenen Marko Caesar 0 0 87.50 382.00 214.50 165.50 116 50 114.70 8240 0 0 0 0 I84.9L1 134.50 138 2 J 92.011 107.87 284.12 78.46 Btirf 16.22 98.20 78.16 23.20 35.20 Gel» 16.18 sehe Krankheit riss aus unseren Pfoten. Anfang V28 Uhr 5576 Lomd. Buschtheradcr Elbthal-Bohn-Äct. Gotthard-Bahn-Act. Schweizer Nordost.-L'.^S-Jci. Mainzer r.-B.-Ncä Marienburger «.-B^Aet. 5508J Eine WerksiLtte ist per 15. Juli zu vermiethen. Bahnhofstraße 15- 150.001 Ber. 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