Nr. 128 Dienstag den 5. Juni 1894 Der Hithtaer Anzeiger erlcheiiit täglich, mit Ausnahme deS Montag-. Die Gießener A« mitten v kälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegu GießenerAnzeiger Kenerat-Anzeiger. vierteljähriger 2 Mark 20 Pfg- mit Brmgerlohn. Durch die PoN bezogen L Mark 50 Pfg. --n— ßiedaction, Expedition und Druckerei: Kchntlkratze Ar.7. Fernsprecher 51. Anrts- und Anzeigeblutt für den Aveis Gieren. Annahme Don Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamilienbkätter. Alle AnnonceN'Bureaux de- In- und Au-lande- nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. 2lmtiid?cr TKeil. Bekanntmachung, betr. Die Zulassung von Loosen auswärtiger Lotterien zum Vertrieb im Großherzogthum; hier Lotterie seitens de» Regensburger Domfreiheitsverein». Mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des Grobherzogs ist dem Domfreiheitsverein zu Regensburg seitens des Gr. Ministeriums des Innern und der Justiz die Erlaubniß ertheilt worden, die Loose einer zum Besten der Freilegung des Doms zu Regensburg inner, halb Jahresfrist zu veranstaltenden Geldlotterie im Gebiet des Grobherzogthums zu vertreiben. Rach dem von der zuständigen Behörde genehmigten VerloosungSplan dürfen 400 000 Loose a 3 Mk. ausgegeben werden und muffen 475000 Mk. zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden. Gießen, den 3. Juni 1894. Grobherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutsche» Reich. Berlin, 2. Juni. Der Kaiser hat sich in den letzten Tagen einer unbedeutenden und durchaus gefahrlosen Operation unterzogen, die übrigen- von dem hohen Herrn selber ungeordnet worden war. ES handelte sich um die Beseitigung einer kleinen Balggeschwulst au- der linken Wange, welcher operative Eingriff von Professor v. Bergmann mit Unterstützung deS kaiserlichen Leibarztes Prof. Dr. Leuthold und Dr. Schlange« glücklich vollzogen wurde. — Die landwirthschastliche Conferenz in Berlin hat zur Stunde ihre Verhandlungen beendigt, sodaß die Arbeiten der genannten Versammlung weit weniger Zeit beansprucht haben, al- ursprünglich in Hinblick aus die wichtigen und schwierigen Aufgaben der Conferenz zu erwarten stand. Feuilleton Dss Ausrkbro Historische Skizze von P. E. von Az eg. (1. Fortsetzung.) ES wäre Thorheit, wenn ich versuchen wollte, Dir auf derartige Aussichten Hoffnung zu machen, Käthe. Du weißt, ich bin blutarm, der Vater hat meine Mutter verlaffen, als ich noch ein Knabe von zwei Jahren war. WaS kann das Kind einer armen Tagelöhnerin vor sich bringens wenn eS auf weiter nichts angewiesen ist, als auf den kärglichen Der- dienst seiner Hände? Die Lehrjahre waren hart genug und seitdem ich Geselle geworden bin, ist eS kaum beffer geworden. WaS kann man bei einem Wochenlohne von einem meißnischen Gulden zurücklegen, wenn man als ordentlicher Mensch unter seinesgleichen einhergehen will? ES ist wahr, der Meister behandelt mich gut und hält mich, al- ob ich sein Kind wäre. Aber die Familie ist stark und er immer kränklich, da ist der Abfall, der an mich kommt, nun gerade gering genug. Jeden Pfennig habe ich gespart und jede Freistunde dazu benutzt, um daß Meisterstück fertigzustellen, eS ist erreicht, ich habe vollendet und Jedermann bewundert die saubere und fünft* liche Arbeit, wenn er mein Spinnrad sieht, der Meister selbst Hal mich über alle Maßen gelobt, als ich so weit gelangt war- aber was kann das alles mir helfen oder unS zweien miteinander, Käthe? Bevor ich die fünfzig Reichsthaler, die da- Meisterwerden kostet, zusammensparen kann, mögen so viel Jahre vergehen, als wir selbst Tage zum Ueberlegen Haden. Darum, Käthe, ist eS daS Beste, was ich Dir rathen kann, vergiß, daß ein Heinrich Zimmerholz auf der Welt ist und heirathe den Meister Schwamminger, da bist Du untergebracht/' _ . ... „Der Rath kommt Dir nicht auS dem Herzen, Heinrich. Du sprichst gerade so, wie wenn ich meinen Vater reden hörte, und alte Männer und junge Burschen denken auf der Welt eigentlich niemals überein. Meine Eltern können uns nicht helfen, so viel steht fest. Auf dem Hause hat der Barer Schulden genug, um mit Angst und Bangen den .jedesmaligen Termin der Zinszahlung heranrücken zu sehen. Und fünfzig ReichSrhaler hat, glaub ich, der Vater noch gar nicht einmal auf dem Flecke beisammen gesehen.' Ich weiß das ebenso gut, wie Du eS sagst, Käthe, und deßhald habe ich auch jede Hoffnung aufgegeben, seit ich aus Deinem eigenen Munde weiß, daß ein Anderer da tft, Dieser frühe Abschluß der Eonferenzverhandlungen konnte freilich auch nur dadurch erreicht werden, daß sich die Conferenz mit einer Generaldebatte mit darauf folgender Special- diScussion über die ihr unterbreiteten Fragen begnügte und demnach von bestimmten Beschlüffen absah. DaS in diesen Beratungen gesammelte Material soll später einer engeren Gruppe von Sachverständigen zur Prüfung übergeben werden - alsdann ist eine nochmalige Conferenz geplant. Auch die Silbercommission, die so lange Wochen in Berlin tagte, allerdings meist dem Veilchen gleich, daS „im Verborgenen blüht", steht am AuSgange ihrer Berathungen, auch in letzterer Versammlung dürste man zu keinen bestimmten Beschlüffen gelangen. — Die Reichstags st ichwahl in dem sächsischen Wahlkreise Plauen i. V.-OelSnitz hat den Sieg der Socialdemokraten ergeben. Ihr Candidat, Gerisch- Berlin, wurde mit 12 582 Stimmen zum Abgeordneten gewählt, während sein Gegner, der Fabrikant Uebel-Plauen, Candidat der vereinigten Nationalliberalen und Conservativen, nur 10874 Stimmen erhielt. Bei der Hauptwahl hatten 10666 Stimmen der verschiedenen bürgerlichen Parteien 9919 socialdemokratischen Stimmen gegenübergestanden, dennoch siegte in der Stichwahl der Socialdemokrat mir ca. 1700 Stimmen Mehrheit. Es müffen also der socialdemokratischen Partei noch ziemlich erhebliche Reserven zur Verfügung gestanden haben, wenn man nicht annehmen will, daß ein Bruchtheil der Wähler der bei der ersten Wahl unterlegenen Parteien, der Antisemiten und der Freisinnigen, bei der engeren Entscheidung auS Verdruß und Verbitterung sür den socialistischen Candidaten gestimmt hat- vielleicht wäre eS aber bei kräftiger Agitation noch möglich gewesen, auch für den Cartellcandidaten Reservetruppen aus den bürgerlichen Parteien auf die Beine zu bringen. Jedenfalls ist dieser desinitive Ausgang der Plauener Reichstagsersatzwahl ein neuer Beleg für die alte Thatsache, daß gerade durch die Uneinigkeit unter den bürgerlichen Parteien die Wahlgeschäfte der Socialdemokratie die meiste Förderung erfahren, welche — der Dich haben will. Haben sie Dir nicht zugeredet, Du möchtest zugreifen?" „Freilich, Heinrich, freilich, ich kann zwar nichts anderes sagen, als daß eS in aller Liebe nnd Güte geschehen, aber geschehen ist eS doch. Der Vater meint, ein Mädchen von dreiundzwanzig Jahren gehöre mit den Füßen nicht mehr unter der Eltern Tisch, sondern unter den ihres Eheliebsten. Und ich sollte die Gelegenheit, die sich mir jetzt unverhofft böte, mit beiden Händen ergreifen und nicht mit Gewalt in mein späteres Unglück lausen, Meister Schwammiger sei ein braver Mann und daß die beiden Kinder von der ersten Frau da wären, daS brächte mir gerade die beste Gelegenheit, von vornherein zu beweisen, daß ich ihnen eine brave Mutter sein werde. Ein junger Bursche wie Du vergäße ein wenig LiebeSleid rasch, bei ihm hieß eS ja, wie bekannt, ein anderes Städtchen, ein anderes Mädchen. Sei ich erst einmal unter der Haube, dann würdest Du rasch Dein Bündel schnüren, um Dir die Welt anzusehen, um mich, ehe vier Wochen ins Land gegangen wären, zu vergessen. Heinrich, könntest Du da-, ist daS wahr?" „Was könnte eS unS helfen, wenn ich Dir daS Gegen- theil versichern wollte? Nichts weiter, als Dir daS Herz noch schwerer machen, als eS ohnehin schon ist. Sie haben alles versucht, um Dir mit Recht oder Unrecht die Sache so plausibel zu machen als möglich und ich darf mich auch nicht einmal darüber beklagen, denn sie haben meine Person so gut wie ganz aus dem Spiele gelaffen. Deßhalb will ich auch nicht versuchen, auf Deinen Entschluß mit einem Worte einzuwirken, sondern ich will Dir nur meinen Rath wieder* holen: Vergiß mich, Käthe, und heirathe den Schwammiger." „Niemals, Heinrich, niemals," rief das Mädchen unter Thronen, „wenn ich Dich verlaffen soll, dann gehe ich lieber ins Wasser als in die Arme eines anderen Mannes. Dein bin ich und Dein bleibe ich, Heinrich, keine Menschengewalt soll unS trennen!" Und sie umfaßte den Geliebten mit Inbrunst und zog ihn an ihr Herz. — AIS eS am Abend des darauffolgenden Tage- auf dem Rathhause sieben schlug, saß die Familie in dem Hause in der Johannisgaffe, in dessen Thür wir daS Zwiegespräch zwischen den beiden Liebenden mit angehört haben, um den großen, weißgescheuerten Tisch in der Absicht, daS Abendbrod einzunehmen. ES waren acht Köpfe, die gesättigt sein wollten, und doch fehlte ein Familienmitglied immer noch, der älteste Sohn war bereit« feit Jahr und Tag auf der Wanderschaft. Ohne Erfahrung vielleicht auch durch die bevorstehende Reichstag«- Nachwahl in Pinneberg-Elmshorn eine nochmalige Bestätigung erhalten wird. Mit der Wahl Gcrisch« in Plauen-OelSnitz ist die Zahl der socialdemokratischen Abgeordneten im Reichstage auf 45 gestiegen. Berlin, 2. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." bespricht in einem anscheinend osficiösen Leitartikel die Finanzlage deS preußischen Staate« und äußert sich dahin, daß, wenn auch mit Berücksichtigung der Mehreinnahmen au« der Börsensteuer, der Post* und Eisenbahnverwaltungen daß bestehende Deficit auf die Summe von 30 Millionen rebucirt werden könne, eine vollständige Ausgleichung desselben durch dauernde Aufstellung knapp bemessener Ausgabenetats doch nicht zu erzielen möglich fein werde. Bezüglich der Frage einer Besserung der Finanzlage auf das Gebiet der Steuer« übergehend, hält die „Nordd. Allg. Ztg." die Behauptung nicht für zutreffend, daß eine mäßige Steigerung der inbirccten Steuern auf Luxusartikel unb Genußmittel, wie ben Tabak, besonders ungerecht unb brückenb für bie unteren Volksklassen wäre. Preußen habe — als größter Einzelstaat — die Pflicht, in Erwägung ber gerechtfertigten Interessen anberer Einzelstaaten, so nachbrücklich wie möglich auszusprechen, baß eine große Erhöhung ber birecten .Steuern jetzt mit schweren Unzuträglichkeiten verbunben sein würbe. Berlin, 2. Juni. Zum Zwecke ber Wahrung ber beutschen Interessen in Afrika hat bie brutsche RcichSregierung, wie baS „Berl. Tagedl." erfährt, mit bem König von Belgien, als bem Souverän deS CongostaateS, Verhaublungen ein* geleitet, welche ben zwischen dem Congostaat unb England abgeschlossenen Pachtvertrag zum Gegenstand haben. Berlin, 2. Juni. Zu bem von ber „Nordd. Allg. Ztg/ gebrachten Dementi, daß die umlaufenden Gerüchte über neuerdings beabsichtigte Conversionen preußischer Rententitel zum Mindesten den Ereignissen weit vorauSeilen, da die Re* gierung der Frage einer neuen Convertirung bisher überhaupt nicht nahe getreten sei, schreibt die „Nationalztg.": „AIS eine Versicherung, daß keine Convertirung erfolgen werde, ihn bestand die Familie also immer noch auS acht Personen, au« Vater unb Mutter, Käthe, bem ältesten Kinbe unb einzigen Mädchen, und fünf Brübern, von benen ber jüngste vier Jahre zählte. Die Mutter stellte eben bie braune bampfenbe Mehlsuppe auf den Tisch unb nachbem ber kleine Han« auf deS Vaters Aufforberung anbächtig gebetet hatte: „Komm, Herr Jefu, fei unser Gast Und segne, was Du descheeret hast," tauchten bie acht Löffel gemeinschaftlich in bie große Suppenschüssel in ber offenbaren Absicht, mit dieser Beschäftigung früher nicht imte zu halten, als bis sie ben Schüffelboden vor Augen haben würben. Aber getabe währenb baS Löffeln die ganze Aufmerksamkeit ber gejammten Familienmitglieder in Anspruch nahm, klopfte eß an bie Stubenthür. Der Meister rief: „Herein!" Die Thür öffnete sich und durch ihren Rahmen trat eine Frau in die Stube, deren Kleidung erkennen ließ, daß sie zu den unteren Volksständen gehöre. Sie hatte einen braun» carrirten, vielfach geflickten, aber immerhin jetzt ganzen und reinlichen baumwollenen Rock an, darüber eine wollene dunkel- graue Jacke und eine grobe blaue Leinenfchürze. Der Kopf war mit einem schwarzwollenen Tuche bedeckt, aber so eingehüllt, baß Kinn unb Stirn hinter betreiben verschwanden unb nur die mittlere Gesichtspartie mit den Augen frei blieb. Die Frau trug ein buntgewürfelte«, mit den Ecken zusammen- gebundene« Tuch in der Hand, baß seinen Inhalt, Strähnen gelblichweißen, mit ber Hanb gesponnenen Wollengarn«, zwischen den Zipfeln durchschimmern ließ. „Guten Abend miteinander und segne Gott die Mahlzeit," sagte bie Frau, ihr Bündel auf den Fußboden nieder» legend. „Habt Dank und nehmt Platz auf der Bank, gute Frau," entgegnete der Meister, „biß ich mit meinem Abendbrod zu Ende gekommen bin, denn ich sehe eß Euch an: Ihr bringt mir Garn unb wollt Wolle haben." „Eß ist so, Meister," erwiderte die Frau, indem sie sich auf der Bank am Ofen niederließ. Damit war baß Gespräch abgebrochen- der Meister machte sich allen Ernste- wieberum an sein Suppenlöffeln, biß die gemeinsame Thätigkeit der Essenden eß durchgesetzt hatte, daß man auf dem Boden der Schüssel angekommen war. (Fortsetzung folgt.) dürfte diese Mittheilung nirgends aufgefaßt werden — eher als eine Bestätigung der erwähnten Gerüchte." BadKisfiugeu, 2. Juni. DerPrinzregent Luitpold ist heute Vormittag 11 Uhr hier eingetroffen und wurde am Bahnhof, wo mehrere Vereine Aufstellung genommen hatten, von den Spitzen der Clvil- und Militärbehörden empfangen. Hierauf besichtigte der Prinzregent die festlich geschmückte Stadt und das Bad. Der Prinzregent Luitpold nahm das Dejeuner bei der Königin-Wittwe Maria von Hannover ein und reifte um 23/4 Uhr wieder ab. Kiel, 2. Juni. In der gestern hier abgehaltenen Versammlung der Werftarbeiter kam die Antwort des Reichsmarineamts auf die Petition wegen der Arbeiter- entlassung zur Verlesung. Die Antwort lautet, es sei keine Arbeit vorhanden, weil der Reichstag keine Gelder bewilligt habe. Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der der Bescheid des Marineamtes mißbilligt und Beschwerde beim Reichskanzleramt erhoben wird. Arrsland. Prag, 2. Juni. Gestern Abend wurde ein Bursche bei dem Versuche, eine schwarzgelbe doppelsprachige Straßen- rafel zu beschmutzen, von zwei Wachleuten ertappt. Der Bursche floh und wurde ergriffen. Eine große Menschenmenge, die sich angesammelt hatte, warf Steine, Flaschen und Gläser nach den Wachleuten und entriß ihnen den Verhafteten. Die Menge wurde durch herbeieilende Polizei auseinander- getriebcn. eine Frau wurde verhaftet. Budapest, 2. Juni. Dem Grafen Khuen-Hödervury ist es bisher nicht gelungen, ein neues Cab in et zu bilden. Graf Stephan Tisza und andere Persönlichkeiten lehnten die Uebernahme eines Portefeuilles ab. — Heute Abend findet ein Fackelzug zu Ehren Wekerles statt. Myslowitz, 2. Juni. Heute find hier drei neue Fälle astatischer Cholera vorgekommen. Ein vierjähriges Kind ist an der Seuche gestorben. Paris, 2. Juni. Die Kammer wählte in ihrer heutigen Sitzung Casimir Peri er mit 229 Stimmen zum Prä- fidenten. Bourgeois erhielt 187, Meline 30 Stimmen. Paris, 2. Juni. Verschiedene Blätter bringen Telegramme aus Rom, wonach in voriger Nacht wieder eine Dynamit-Explosion in der Vorstadt Ponti di Castello statrgefunden hat. Mehrere Haussuchungen, die in den letzten Tagen vorgenommen wurden, verliefen ganz resultatlos. Alle öffentlichen Gebäude befinden sich unter starkem militärischem Schutz. Belgrad, 2. Juni. König Alexander hat heute persönlich dem deutschen Gesandten in Belgrad, v. Waeckergotter, den Großcordon des Takova-Ordens überreicht. Sofia, 2. Juni. Der Minister des Aeußeren hat die diplomatischen Agenten der bulgarischen Regierung im Auslande beauftragt, den amtlichen Stellen und diplomatischen Corps mitzutheilen, daß durch den Ministerwechsel keinerlei Aenderung in der äußeren Politik Bulgariens hervorgerufen werden würde. Sofia, 2. Juni. Der gestrige Abend ist ruhig verlaufen,- kleine Ansammlungen wurden leicht zerstreut. Das Haus Stambulow war mit einem Militärcordon umgeben, der aber später zurückgezogen wurde. Heute früh wurde eine Proklamation des Fürsten verkündet. Für Auslands-Depeschen wurde die Censur em,geführt. Madrid, 2. Juni. Der Abgeordnete Aquilla brachte gestern einen Gesetzentwurf, betreffend Abschaffung der Stiergefcchte, ein. Die Vorlage hat wenig Aussicht auf Annahme. Warschau, 2. Juni. Die russische Regierung beabsichtigt, mittelst besonderer Fonds den russischen Adel zu veranlassen, nach dem Vorbilde der preußischen Colonisation in Posen Güterankäufe in den Weichselgouvernements zu machen. Unter der polnischen Bevölkerung erregt diese Absicht tiefe Verstimmung. Neueste Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau. Paris, 3. Juni. Die So eia list en verzichteten infolge der Rathschläge der socialistischen Deputirtcn darauf, sich heute nach dem Kirchhofe Peie Lachaise zu begeben, um Kränze auf die Gräber der im Jahre 1871 Erschossenen zu legen. Sie versuchten, rothe Kränze tragend, sich im Zuge nach dem Faubourg du Temple zu begeben, um dort eine Versammlung abzuhalten. Die Polizei verhinderte die Bildung eines Zuges und ließ nur die Träger von Kränzen passiren. Bis 5 Uhr war es zu keinem Zwischenfalle gekommen. Petersburg, 3. Juni. Vom 13. bis 19. Mai sind in Warschau 19 Erkrankungen an Cholera und 13 Todesfälle vorgekommen. Vom 20. bis 26. Mai erkrankten, bezw. starben in den Gouvernements Warschau 13, bezw. 9, Kowno 6, bezw. 2, Petrikau 1, bezw. 1, Radom 12, bezw. 7 Personen. In dem Gouvernement Plozk erkrankten vom 13. bis 19. Mai 27 und starben 18 Personen, in Podolien sind vom 16. bis 23. Mai 2 Erkrankungen vorgekommen. Berlin, 4. Juni. Das Befinden des Kaisers ist nach Ausspruch der Aerzte befriedigend. Der Heilungsprozeß verläuft normal. Der Verband wurde durch Bergmann und Leuthold gewechselt, wobei die Wunde sich gut verklebt zeigte. In etwa drei Tagen ist völlige Heilung sicher zu erwarten, daher wird außer heute im „Reichsanzeiger" kein Bulletin weiter ausgegeben. Localer und provinzieller. Gießen, den 4. Juni 1894. ** Omnibus - Gesellschaft. Verflossenen Samstag Abend constituirte sich in der in der Restauration Feidel stattgehabten Versammlung die „Gießener OmnibusGesellschaft, Eingetr. Genoffenschaft mit beschränkter Haftpflicht". Nachdem das Statut durchberathen, sowie von den Grundideen der Geschäftsführung Kenntniß gegeben wurde, schritt man zur Wahl des Vorstandes und Aufsichtsrathes. Gewählt wurden als Vorstand die Herren Ed. Hanau und Jean Kirch (ein drittes Vorstandsmitglied wird von Seiten des Stadtvorstandes bestellt), als Mitglieder des Aufsichtsraths sind gewählt die Herren L. Flett, Rechtsanwalt Grünewald, Oeconom Kitz, Bankier Heichelheim und Schmiedemeister Becker. — Mit den weiteren Vorarbeiten soll nunmehr energisch vorgegangen werden, sodaß die Inbetriebsetzung in nicht allzuferner Zeit stattfinden könnte. Aus dem vorläufigen Betriebsplan dürste zu erwähnen sein, daß vom Depot an der Marburgerstraße alle 20 Minuten ein Wagen seinen Weg durch die Stadt bis zum Bahnhof nehmen wird und zwar von Morgens 620 an bis Abends 920. — Haltestellen werden ziemlich zahlreich eingerichtet und kann nur an solchen das Einsteigen erfolgen. Der Fahrpreis für die Person beträgt einheitlich 10 Pfg. ’* Ein Riesen Koruhalm, in der stattlichen Länge von 2 Mtr. 40 Ctm., welcher in der Gemarkung Wieseck gewachsen ist, wurde uns heute übersandt. ** Unfall. Vorigen Samstag fiel von einem Neubau in der Ostanlage ein Dachdecker von hier. Derselbe schlug zuerst auf eine Gerüststange, welche brach und dann auf aufgeschütteten Grund. Außer einigen Arm- und Kopfwunden trug derselbe schwere innere Verletzungen davon. ** Schlägereien. In einer Wirthschaft am Krofdorferweg geriethen gestern Abend zwei Arbeiter in Streit, wobei einer dem anderen mit einem Bierglase mehrere Wunden am Kopfe beibrachte, so daß dieselben von einem Heilgehülfen verbunden werden mußten. — In der verflossenen Nacht geriethen in der Neustadt zwei Arbeiter in Streit, wobei es ebenfalls blutige Köpfe absetzte- außerdem kam eine Rauferei in der Marburgerstraße und eine solche auf dem Oswaldsgarten vor. In allen Fällen wurden Anzeigen erhoben. 4- Lich, 3. Juni. Bei der gestern hier stattgefundenen Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Beigeordnete Herr Christian Heller II. zum Bürgermeister mit 207 Stimmen gewählt. Die beiden anderen Candidaten erhielten 99 bezw. 88 Stimmen. + Büdingen, 2. Juni. Heute Nachmittag ist hier während eines Gewitters eine aus dem Felde heimkehrende Frau infolge eines starken Donnerschlags sehr heftig erschrocken, so daß sie auf der Straße zusammensank und gleich darauf verschied- ein Herzschlag hatte ihrem Leben ein Ende gemacht. -1. Södel i. d. W., 3. Juni. Die Kirschenernte hat auch bei uns begonnen und liefert sehr befriedigende Erträge. Die umliegenden Orte produeiren ebenfalls Kirschen, welche durch das jetzt eingetretene Wetter und den vorausgegangenen warmen Regen rasch der Reife entgegen gehen. Im Kleinverkaufe wird das Pfund zu 20 Pfennigen abgegeben. Mainz, 1. Juni. Von einem traurigen Schicksal wurde ein junger Mann und dessen in Amerika wohnende Familie heimgesucht. Vor Jahren wanderte eine Familie aus Braunschweig nach Amerika aus, wo die Familie großartigen Fabrikbetrieb besitzt und, wie man zu sagen pflegt, zu den grundreichen Leuten gehört. Der Sohn der Familie Hugo Edling, der in Deutschland geboren war, wollte seine deutsche Nationalität nicht aufgeben und so kam dieser vor zwei Jahren nach Deutschland, um seiner Militärpflicht Genüge zu leisten, damit er jederzeit wieder ungehindert nach Deutschland zurückkehren könne. Der junge Mann, von seinen Eltern verschwenderisch mit Geldmitteln versorgt, trat in Braunschweig bei einem Husaren-Regirnent in Dienst und konnte sich und seinen unbemittelteren Kameraden vermöge der nie versiechenden Quelle seines Geldes das Soldatenleben so angenehm als möglich machen. Doch der Besitz des vielen Geldes ließ ihn tollkühne Streiche aussühren, die mit der militärischen Disciplin im Widerspruch standen und eines Tages wurde er vom Kriegsgericht zu einer längeren Festungsstrafe verurtheilt und nach Verbüßung derselben der Arbeiter- abtheilung zugetheilt, die gegenwärtig auf dem Fort Bühler bei Erbenheim interniert ist. Dem jungen Manne schmeckte nun dies Leben nicht und eines Tages suchte er von dem Fort zu entfliehen. Der Ausreißer war aber mit den Verhältnissen des Forts nicht vertraut, er stürzte bei seiner Flucht eine Böschung hinab und zog sich eine schwere Verletzung zu- zwei Tage später wurde er vollständig entkräftet aufgefunden und zur weiteren Behandlung in das Militärlazareth verbracht. Die Familie des Verunglücken wurde von der Militärbehörde sofort von dem Vorfälle in KenNtniß gesetzt. Für den Schwerverletzten gab es keine Rettung mehr und am Montag starb er in dem Militärlazareth. Die in Amerika wohnenden Eltern, von dem Todesfall verständigt, ordneten die Ueber- führung der Leiche ihres als Arbeitssoldat in dem Mainzer Militärlazareth verstorbenen Sohnes nach Amerika an, die Leiche wurde in einem für solche Reisen nothwendigen Verschlußsarg aufgebahrt und wird sich ein hiesiger Geschäftsmann als nothwendiger Begleiter mit der Leiche nach Amerika begeben. Gestern Nachmittag konnte man einen Trauerwagen-Zug wahrnehmen- eine größere Anzahl Arbeitssoldaten, jeder derselben einen prächtigen Kranz tragend, waren unter der Eskorte eines Unteroffiziers nach dem Friedhof gegangen, um ihrem verstorbenen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Sobald die Formalitäten beendet, wird der Transport des Verstorbenen stattfinden. △ Mainz, 3. Juni. Für den Mainzer Weinhandel tritt mit dem 1. August eine große Erleichterung ein, nämlich die Befreiung von dem städtischen Octroi für die hier ein- gelagerten aber später wieder nach auswärts zur Versendung kommenden Weine. Seither mußte auch für den hier ein- geführten, aber nicht in Mainz consumirten Wein das städtische Octroi entrichtet werden, was gegenüber der Coneurrenz ber Nachbarstädte, die kein Octroi auf Wein erheben, für den hiesigen Weinhandel eine sehr drückende Last war. Da der Einnahmeausfall durch diese SDctroibefreiung ein ziemlich beträchtlicher, so bedurfte es einer sehr langjährigen rührigen Agitation, bis sich die städtische Verwaltung zu dieser Neuerung entschließen wollte. — In einem Hirtenbrief bittet der hiesige Bischof vr. Haffner um Beiträge, um die von Bischof- Ketteler in Groß-Zimmern gegründete Schule für verlassene Kinder den großen Bedürfnissen entsprechend erweitern zu können. △ Vom Rhein, 3. Juni. Der allen Rheinreisenden wohlbekannte „alte Fleck", der langjährige vorzügliche Restaurateur des Salonbootes „Wilhelm Kaiser und Königs ist bei der gestrigen Bergfahrt in einem Alter von 74 Jahren gestorben. Da die Schnellschiffe nur an einzelnen Stationen anlegen, so wurde die Leiche mit nach Mainz genommen, von wo sie bei der nächsten Thalfahrt zur Beerdigung nach Köln verbracht wurde. Zwei Söhne des „alten Fleck" sind ebenfalls Dampfschiffsrestaurateure, wovon der eine schon feit Jahren did Restauration auf dem obengenannten Salonschiff in bekannter trefflicher Weise leitet.________________________ Vermischtes. * Berlin, 2. Juni. Ans Nahrungssorgen haben heute Nacht der Malermeister Seegert und seine Frau erst ihre 4 Kinder und dann sich selbst vergiftet resp. erdrosselt. Die „Köln. Ztg." erfährt über den Fall folgendes Nähere: In der großen Hamburgerstraße 7 wohnte im zweiten Stockwerk des Hauses der 48jährige Malermeister Karl Seeger mit seiner um zwei Jahre jüngeren Frau Elisabeth, geborene Karbe. Sie haben vier Kinder: den 16jährigen Hermann, den 12jährigen Bruno, den 10jährigen Martin, die 7jährige ■ Charlotte. Seeger, eine im Hamburgerstraßen-Viertel hoch» ■ geachtete Persönlichkeit — so war derselbe Vorstandsmitglied । des Handwerkeroereins in der Sophienstraße — hatte Arbeiten auf Bauten übernommen und er nährte sich, wenngleich ohne ! Vermögen, doch ziemlich aoständig, bis er in letzter Zeit mehrfach mit seinen Hypotheken auf schwindelhafte Neubauten, die in Concurs gingen, ausfiel. So trat das Elend an die Familie heran und in den letzten Wochen mußte S. mit seinen Angehörigen selbst das Nöthigste entbehren. Gewissenhaft bemühte er sich, seine Gläubiger zu befriedigen, aber obwohl die Familie sich aufs Aeußerste einschränkte, gerieth S. immer mehr in Schulden, derentwegen er jetzt verklagt war. Das Unheil war bereits vollstreckbar, das Mobiliar gepfändet. Hierzu kam, daß S. am heutigen Löhnungstage seine 26 Arbeiter — früher hatte er deren bis 60 —, die auf drei Bauten beschäftigt sind, nicht mehr befriedigen konnte. Gestern hatten Seeger und dessen Frau nochmals den Versuch gemacht, von ihren ausstehenden bedeutenden Forderungen etwas einzuziehen, doch scheinen die Bemühungen beider vergeblich gewesen zu fein. Es scheint, daß der Malermeister das Elend nicht mehr hat ertragen können und daß die ©einigen nach dem Vorschläge des Vaters freiwillig mit demselben in den Tod gegangen sind. Heute Morgen um 6 Uhr bot die Wohnstube der Familie ein entsetzliches Bild dar- Auf dem Sopha saß der 16jährige Hermann tobt mit durchschnittenen Pulsadern, neben ihm, den Sohn umschlungen haltend, Frau Seeger als Leiche. Zu den Füßen der Mutter die 7jährige Charlotte. In einem Bett waren Bruno und Martin brüderlich vereint in den Tod gegangen, während der Vater sich an einem Thürpfosten aufgehängt hatte. In einem Weinglase befanden sich Spuren eines weißen Pulvers. Man fand auch einen Brief an die Arbeiter, welcher ungefähr folgendermaßen lautet: „Ich bitte um Verzeihung für das, was ich heute gethan, ober ich konnte nicht mehr weiter kommen, ohne zu betrügen, wie ich betrogen worden bin. Karl Seeger." * Bevorzugung. A.: Können Sie mir zwanzig Mark leihen? B.: Ich leihe grundsätzlich kein Geld mehr aus- ich habe zu böse Erfahrungen gemacht! A.: Dann lassen Sie mich der Letzte sein, der etwas von Ihnen bekommt. B.: De? Letzte, der etwas von mir bekommt? Nein, dazu sind wir denn doch zu lange befreundet — Sie sollen der Erste sein, der nichts bekommt! Verkehr, Land- und Volksrvirthichaft. «rünberg, 2. Juni. Fruchtpreise. Welzen JL. 14 24,. Korn 14,10, Gerste JL 00.00, Hafer JL 15,26, Eibsen JL 00,00, Linsen 00,00, Wicken 00,00, Lew JL 00.00, Kartoffeln JL 3.20, Samen 00,00. — Pommersche Hypothekeit-Actien-Lank. Wie aus dem Jnseratenihetle unterer heungen Zeitung ersichtlich, melden die am 1. Juli er. fälligen Pfandbrief-Coupons bereits vom 15. Juni er. ah eilig löst. __________ rpttlpla« ötr vereinigten AiMksurter LtaMheattt Opernhau». Dienstag den 5. Juni: Mignon. Mittwoch den 6. Juni: Hänsel und Gretel. Puppenfee. Donnerstag den 7. Juni: 9torma. Freitag den 8. Juni geschlossen. Samstag den 9. Juni: Die Medici. Sonntag den 10. Juni: Die Jüdin. Schauspielhaus. Dienstag den 5. Juni: Madame Sans-Göne. Mittwoch den 6. Juni: Grille. Donnerstag den 7. Juni: Madame Sans-Gone. Freitag den 8. Juni: A santa Lucia. Hierauf: A basso porto. Samstag den 9. Juni: Der Misanthrop. Vorher: Jugendliebe. Sonntag den 10 Juni: Niobe. Hierauf: Cbarleys Tante. Montag den 11. Juni: Lachende Erben. Ca. 6000 Stück Seidenstoffe - ab eigene« Fabrik — schwarze, weitze u. sarbige o. 75 Pf. bis Mk. 18.66 pr. Meter — glatt, gestreift, karriert, gemufftrt, Damaste rc. (circa 240 oersch. Qual, und 2000 versch Farben, Dessins re) W Porto- und steuerfrei inS HauSN Catalog und Muster umgehend- [122 G, Hennebergs Seiden-Fabrik (k. u k. hoa.), Zürich. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 4. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 14Va, Lust 19». Rubsamen'fche Badeanstalt. Norddeutscher Lloyd Bremen. Beste Äcijcgtlegentieit. 9iod Newvork rrSchrnilich dreimal, davon zweimal mit »«hnrllvampsrrn. Noch Baltimore mit Postdamvsern wöchentlich einmal. Lceansahrt mit «chneUdampsern 6—7 Tage, ^g mit Postdampsern . 9-10 Tage. Gnauth. 4650 4651 Gnauth. Schober. 4708 Kmgriisvkrstrigrrung. Freitag den 8. Juni d. I., Nachmittags 3 Uhr, wird bei der Sommersmühle das diesjährige Heugras von der großen Herrnwiese in der Gemarkung Harbach, sowie von der Mühlwiese in der Gemarkung Qucckborn versteigert. Giünberg, den 2. Juni 1894. Großh. Obersörsterei Grünberg. Verdingung. Die Maurer-, Dachdecker-, Schreiner-,Lchlofser-,(tzlaser-, Spengler , und Weißbinder- arbeiten zur Wiederherstellung des äußeren Verputzes und Anstrichs an den Gebäuden der Handwcrkcr- schule jollen Montag, den 11. Juni, Bormittags 11 Uhr auf dem Stadtbauamte verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Be- dingungen liegen daselbst offen; auch sind Formulare für Angebote, die zur obengenannten Stunde beim Stadt- bauamte einzureichen sind, dort er- ältlich. Gießen, den 31. Mai 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Bekanntmachung. Die Agabe von leinenen rc. Lumpen, altem Eisen und alten Geräthen soll Freitag den 8. Juni d. I., Mittags 12 Uhr, auf dem Submlssionrwege vergeben werden. Offerten, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum genannten Termine einzureichen. Bedingungen liegen auf dem Verwaltungsbureau Nachmittags von 3 bis 5 Uhr offen. Die Zuschlagsfrist beträgt 10 Tage. Gießen, den 25. Mai 1894. Großh. Verwaltungs-Direciion der chirurg.-ophthalm. Universitäts klinik. 4567 Bose. Vossius. Submission. Fürdiechirurgisch-ophthalmologische Universitäts-Klinik sollen die bis Ende März 1895 nöthigen Weißzeug- und Kleidungsstücke, Roßhaarmatratzen und Schlappen auf dem Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die Bedingungen liegen an den Wochentagen, Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, auf dem Verwaltungsbureau offen. Offerten, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 16. Juni d. I., Mittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. Gießen, den 28. Mai 1894. Großh. Verwaltungsdirection der chirurg.-ophthalm. Universitätsklinik. 4466 B o f e. Vossius.__ Verdingung. Dachdecker, Schreiner-, Weißbinder- und Tapezier- arbeiten zur Herstellung von Sälen 2c. in der Stadtwädchen- schule sollen Samstag den 9. Juni d. I., Bormittags 11 Uhr auf dem Stadtbauamtc verdungen melden. Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen daselbst zur Em- sicht offen. Formulare für Angebote, die bis zu genanntem Termine auf dem Stadtbauamte einzureichen sind, sind dort erhältlich. Gießen, 31. Mai 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. n »«d zroilchei' j'.Ä'*"“ Morgen Kd«, heute 1 letne Flau erst ihre Uct resp. erhielt, 111 folgendes Ahn )nte im zweiten Stock, "meister Karl Seeger >au Elisabeth, geborene jährigen Hermann, Martin, die 7jährige ittftraßen Mertel hot- llbe Vofftandsmirglied Q6e — hatte Arbeiten ' fich, wenngleich ohne is er in letzter Zeit uindelhaste Neubauien, ßt das Elend an dir :n mufcu S. mit seinen behren. Arwissenhoil sriedigen, aber obm:\ ntte, gerieth S. im t verklagt war. M i Mobiliar ftßrht. i Lohnungstage seine i bis 60 die aus ehr besriedigen konnte, u nochmals den versuch deutenden Kvrdnungen Bemühungen beider ver- daß der Malermeiier können und daß die es ftriwillig mit dem- ate Morgen um KW «MW w iQT' iixmauu tobt mit durch- Den Sohn umschlungen u den Fiißen der Mum lett waren Bruno und ob gegangen, während ausgehängt haue. Z n eines writzen Pulvns. -beiter, welcher uifflW im Verzeihung inr '-:'- Wie nichts wenn betrogen --orten bin. sie mir zwanzig Mark fein Geld mehr «£r . । A... Dann ö0n Wen bekommt. Mn, * m 14 °4, ,W, M*1” •* Maus dem «ftiben die/° >5- ** “■ MiNw°>h den 6- ^ni; J. Die Judin- «j. gjlitw4 A * "Wltl r »? ,ra ,litf bittet bttT-"8 *>437 ’S'9' ‘»'iüglite äIter von 74 Jahre- .'M-" -E ” Di* isf® w fab tli" «Iw M)»n u°t «'"“"men Die Lieferung und Anfuhr von 353 cbm lagerhaften, w tt-rurg?llständigen Bruchsteinen zum Umbau dcs Bahnhofs Eießrn .sind zu vergeben. Geeignete Bewerber wollen ihre Angebote pro cbm entweder frei Bahnwagcn Station Gießen, oder frei Bauplatz (am Mitt lweg, in der Nähe der Margarethen-Hütte auf d^r ivestl chen Seite der Bahn) bis spätestens Kreitag Nachmittag de« 8. Juni p. ^S., schriftlich beider unterzeichneten Behörde einreichen- 4704 Königliche Eisenbahn • Bau - Inspektion Marburg. Vermischte Anzeigen. 4707 4709 Der Bürgermeister. *A. Buxbanm, Marburg a L. 4.36 H. Wagner II, Rödgen. 4316 4641 Mulch, Pfandmeister. Wermietpungen. 4718] Ein Familtenlrgi« im Hinterh. auf 4723 Berstadt. 1215 »ugeldlau. Borax, in habe 23 Asterweg 23 4724 Lacke, Pinsel rc. billigst. 1658 Prospekte durch den Vertreter: Adolf Vieler, Gießcn, westrnlsge 45. .Nähere Auskunft durch! I. M. Schttlhof, Glesien, Isidor' Schulhof,.'Friedberg, JuliuS Karl, Grünberg und Wilhelm Acker, Dienstag Llbend bei Welsing, "Neucnweg. Das Jagdrecht im Bez. II der Gem. Hörnsheim, d. i. Wald und Feld bis südlich an die Rheins. Straße soll Freitag den 8. d. Mts., Nachm. 5 Uhr, in meiner Amtsstube Hierselbst öffentlich vergeben werden. Gr.-Rechtenbach, 2. Juni 1894. Sämmtliche zur Wäscherei gebrälch, lichen Artikel, cIS: la. trockene Sernseife, In. weile Schmierseife, la. Reis- und Wei,en,Stärke, Der Großh. LandgerichtS-Secretär. Löwer. Aeitgeöotenes. 3tbtn llieustag und freitng frische Waffeln Geschäfts-Uebernahme. Tas seither von Frau Wwe. Mahla, Asterweg 21, betriebene BettfedernreiniguugSgcschaft mit dem heutigen Tage käuflich übernommen und werde dasselbe in Scheithot; empfiehlt billigst unveränderter Weise fortführen. Halte mich einem geehrten Publikum unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung bestens empfohlen. J. Arnold Wwe., 7)»r VfltVtl brS Hrn. Buchhänd- c^UUlll i„g ArebS ist per 1. October anderweit zu vermiethen 4354 I. H. Ztzuhr Sonnenstraße 2k. Cale-ConditorEi Hehler. Gefrorenes vorzüglicher Qualität in verschiedenen .Sorten stets vorräthig. Echt pilfrnttnnb ttliiiichcntt Kia. Berliner Weißbier. Garte«. mi Garte». kin Zichtthnts-^cirad mit Pneumatik-Reifen ^Pel-Victoria-Blitz neuestes Modell, ist wegen ForlzugeS zu veik ufen. Reusiadt t. 4688 billigsten Preisen empfehlen A. & G. Wallenfels „Floska“, das beste Futter für Goldfische, ä Dose 15 Pfg. empfehlen A. & S. Wallenfels, 21 Markt 21. [1933 Seifenpulvcr, B «ich Loda, — ü --------5-5,---------- titefeifr, r,.ttlavg.n«-hl, > n 69] Wohnung von 6 Zimmern und ann tonnt O.flcn OuaHiäten, b-i, all-m Zui-bSr ^<°rl ,U ->"ml-th-n. - - [ _______ur. naupt, Anerweg 2s. | 2156] Seltersweg 87 Wohn, im oberen 'i Stock ron 5 Z. nebst Zub alsb. zu oerm Alters und Kinder-Versorgung, Erhöhung des Einkommens.| gewähren Leibrenten- und Capitol-Versicherungen der seit 18 8 unter besonderer Stoaisau sicht auf Geg nseitigkeit bestehenden, bei 85 Millionen Mait Vermögen größte Sicherheit bietenden, mit öffentlicher Sparte sse verbundenen preußischen Renten-Vcrkcherunßs-Anüalt in ßtrlin. Oeffentliche Vergebung. Das Nir 1894/95 im Justizgebäude zu Gießen erforderliche Heizung«- materttU, als Tannenscheirholz, Buchenprügel, Stückkohlen, Antracit- und Nußkohlen I. Qualität soll im Submissionsweg vergeben werden. Versiegelte Angebote sind kostenfrei bis zum Eröffnungstermin Donnerstag, 21. Juni 1S1M, Bormittags 11 Uhr, auf der Gerichtsschreiberei Großh. Landgericht« Gießen (Justiigebäude, Zimmer Nr. 33) niederzulegen. Die Vergebung erfolgt unter den in Aulage A zu dem Ministerial- erlaß vom 16. Juni 1893, betr. das Verdingungswesen, enthaltenen allgemeinen und den dahier aufgestellten besonderen Bedingungen, welche auf der Gerichtsschreiberei zur Einsicht offen liegen bezw. erhältlich sind. An- vieler, welche diese Bedingungen nicht einsehen, bezw. nicht verlangt haben, sind von der Submission ausgeschlosien. Dec Zuschlag bleibt 14 Tage Vorbehalten. Marburgs, Familtrnverhältn'ffe wegen mit W 000 4519 1 Neubau, fünf Zimmer, Badezimmer nebst Lfferten unter N. 8497 an Rudolf Zubehör und Tartenantheil, ver 1. JuU MOsie, Aronkfurt a. M., erbeten. zu vermiethen. Näheres Liebigstraße 3 Zur Erleichterung meiner diesjährigen Inventur verkaufe alle RkKc in Mlliinfnctnr- und jUtiljiuiiarni, sowie fertiger Wäsche von jetzt ab bis einschließlich 30. Juni 1894 zu ganz bedeutend ermätzigtrn Pre sen. HL Kann, Virchenplah, Special Reste-Geschäft 1716 Flüssige Broncen Mit den in ollen Farben hergestellten flüssigen Broncen kann man alle nur denkbaren Gegenstände schön und dauerhaft bronciren In Gießen nur allein zu haben in Fl. i 25 und 60 H bei 12164 2l. O. Wallenfels. Buchen- und Tannen^ Versteigerung Dienstag den 5. Jnni d. I , Borm. VjlO Uhr beginnend, versteigere ich Neustadt 55, im Bieker'schcn Saal, dahier, im Auftrage des I. Spanier dahier wegen gänzlicher Aufgabe seines Geschäfts: Hüllen, Kapotten, Tücher,Strümpfe, Corsetten, Schürzen, Unterröcke, Unterhosen, Wolle, Kragen, Cra- vatten, Westrn, Hosenträger, Strohhüte, Tüll- und Tischdecken, Faltenhemden, Kinderhosen und Hemden (weiße u. farbige), Kinderkleidchcn, Bettdecken und sonst Verschiedenes. Die Bcrstcigerung stndet bestimmt statt und wird solche event. am nächsten Tage fortgesetzt. 4684 Born, Gerichtsvollzieher. Berfteigerung. Mittwock» den 0. Ju«i, Nachmittags 2 Uhr. vei steigere im Pfandlocal gegen Baai Zahlung: 1 Sopha, 1 Regulateur, 1 Standuhr, 1 Psetlerschiänkch.n, 1 GlaSschiank, 1 Kleide, schrank und 1 Theke; um 3 Uhr, in ter Hammstraße: circa 200 eichene Eisenbabn'chwellen- Zusammenkunft am Neustädter LäroihauS- Gießen, den 1. Juni 1894. 47141 dl* möblirtes Zimmer, sofort beziehbar, zu vermtetben. ___ Gründergerftrotze 20. .4589] »öblirte» Zimmer zu oer- miethen. Arr«i Rr. 11. 14ÄIMbblirte Zimmer tu vermiethen mit und obne Pension. Asterweg 2 77) Ter untere Stock der VillaPletsoh am NabrurgSberg ist mit oder ohne Man« , färbe (5—7 Z.) nebst GartengelSnde tc-, per sofort zu vermiethen. | Näheres im Nebenbause bet Herrn Hotz. Schreiner Hetz, Kpplansgaffe 25. 3982] Bleichflratze 24 Wohnung . a. an die Erpedttton d- Bl. 46^9 4715] In der Nähe der neuen lkaserne werden zwei mSbltrte Zimmer auf tt Wochen gesucht. — Offerten unter F. 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Mit der höheren Bewerthung der Zprocentigen Titel mehrten sich denn auch die Befürchtungen über eine bevorstehende Conversion der 4procentigen preußischen Consols und Retchsanlethen, welche deren Cours wesentlich ermäßigten. Eine officielle Kundgebung darüber ist bis jetzt ausgeblieben, jedoch sprechen zu viel innere Gründe gegen ein solches Vorgehen, so daß man die Wahrheit jener Gerüchte wohl bezweifeln darf. Immerhin gaben sie Veranlassung zu belangreichen Tauschoperattonen, welchen auch eine Berechtigung nicht abzusprechen ist, da der heutige Coursstand der Dreiprocenttgen noch eine Gewinnchance enthält, welche ein Aequtvalent für den geringeren Ztnsgenuß zu bieten verspricht. Im italienischen Parlament steht augenblicklich die Berathung der Ftnanz- reform auf der Tagesordnung. Wenn man das Schicksal der Regierungsoorschläge einzig und allein nach den für obtr gegen dieselben etngetretenen Rednern beurtheilen wollte, so müßte man eine Niederlage des Ftnanzministers voraussagen und doch glaubt ein Thetl der italienischen Presse wegen der Zersplitterung unter der Opposition an die Verwirklichung der Somctno'schen Projecte. Die Börse sieht den Verhandlungen mit gemischten Gefühlen zu. Auf der einen Seite würde ihr mit der Verwerfung der höheren Rentenbesteuerung ein Dienst geleistet werden, andererseits fürchtet sie aber die Ungewißheit, welche dadurch hinsichtlich der zukünftigen Gestaltung der italienischen Ftnanzverhältnisse entstehen würde, und sie nimmt deßhalb eine abwartende Haltung ein. Von den übrigen fremden Renten sind österreichische und ungarische in Ueberetnsttmmung mit der Haltung der hetmathltchen Börsen eine Kleinigkeit abgeschwächt. Für Spanier sandte Paris niedrigere Notirungen, weil die Bemühungen der Regierung, einen Abnehmer für die aus Grund der Verpfändung des Tabak- monopolS zu schaffenden neuen Anleihe zu finden, bisher resultatlos verlaufen sind. Dagegen herrscht für türkische Werthe an der Seine immer noch feste Grundtendenz vor. Einem empfindlichen Rückgänge waren Mexikaner ausgesetzt auf die Nachricht, daß der Finanzmtnister wegen eines Vorschusses in Newyork, Berlin und London vergebens an mehreren Thüren angepocht habe. Später entstand hieraus, da sich das dringende Geldbedürfniß des Staatsschatzes nicht ableugnen läßt, die Befürchtung, der nächste Coupon der Tebucutepec-Anleihe würde nicht bezahlt werden; an unterrichteter Stelle behauptet man jedoch, hiervon Nichts zu wissen. Am Rentenmarkl war der Verkehr still. Nur in österreichischen Credii» actten fanden zeitweilig im Austausch mit Wien regere Umsätze statt. Nachdem der Cours am Montag auf erhöhtem Niveau eingesetzt halte, verstaute die Haltung, so daß der Gewinn wieder verloren ging und außerdem noch etwa 1»/, Gulden ein- gebüßt wurden. Bet Dresdener Bankactten wollte man wissen, daß eine Veränderung in der Direction bevorstehe, und motivirte damit den Rückgang von 2