rein. 8 5 Uh, s. Mie, ‘oet. "• deniii. 'Pper. ibineteiL üt Bach, ff. •50) liidinder ’tudireade aaeh i»084 in. 'Sittlich), i Sttlii. beträgt bw »ritze uuserrr [983T Eo M er mW 8 9811 r w AchK. ntt MJ» 100 91 36.20 70J0 oon 1887 34.40 )6L WI-30 104.90 uIMSODÄ» M. if.61904 E red. Bk- !«- MiS 9644 1I2-' 1M? 141.90 i 145.90 118.' - Ä i; 56115j • 1 28." f 41 ° Ä 55 6rti| SIS -J188.78 _J,4.1We A 1^' *2 10 ‘ri'rni;'».* 10 1 10, 35.3t -!stz 8 go, 91.4* [ y ** Nr. 284 Der eN^thrt täglich, ■*1 ÄMina^nt de« «onlags. Die Gieftener J|eetCtt«l(ittM wcten btm Anzeiger UGchuttlich dreimal W|dqt. Zweites Blatt. Dienstag de« 4. December 1894 Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. «rrteljitzrh-l 2 Mark 20 Pjg. M Bringerloh«. Durch die Poft de,WM 2 Mark 50 Wg. Rdoctien, IfprWtai und Druckerei: >4«(«re|< Wett Aerusprecher M. Amts- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen. ______ -e^w=—«wyw—-■ |- " _,_J . । l'inet, u 1^—III m.i.L IJ"WLWi .W— «• >Xd-»->-»-»- _ '■ .2 CJBT1 ^i,6m,r ^ßmrötta. । Feuilleton. Waldlebrn im Winter. Von Ernst Moritz. (Schluß.) Auch Blumen, wirklich blühende Blumen, bedecken den Grund zwischen den mächtigen Stämmen, deren Nadeldach sich selbst im Winter oben zu einem grünen Dome eint. Weit über den Herbst hinaus spenden Zeitlose und Saffran ihre Farben und ebenso treffen wir noch im November die lichten Augen der Winteraster. Sie gedeiht nicht allein in der Pflege des HauSgartenS, in vielen Gegenden unseres Vaterlandes hat sie sich längst aus der engbegrenzten Hut desselben geschlichen, um nunmehr als ein ächte- Naturkind tm Walde ein freieres Dasein zu führen. Ebenso gedeiht die Zauberhasel, ein an Wuchs und Blattform dem gewöhn» lichen Haselstrauch vergleichbares Gewächs, recht wohl an geschützten Stellen - sie zeigt dann verschämt ihre citronen- gelben Blüthen, die sich wie kokett geschürzte, vierzipfelige Seidenschleifen ausnehmen. Den Ehrenplatz unter diesen Blumen verdient jedoch die Christwurz- sie ist die Rose der gesammten Vegetation, wie sie sich tm Winter innerhalb der deutschen WaldeShelden entwickelt. Anfangs weißlich grün, rölhet sich die Christwurz im Verlaufe der Monate, um zu Weihnachten meistens Blüthen zu zeigen. Bis in den März blühen immer neue hervor, so daß sich die Blume Demjenigen, welcher sich ihrer annimmt, auch dankbar zeigt. Die lieblichen Sagen unseres Volkes von den Blüthenaugen, welche zu Weihnachten in die stille heilige Weihnacht hinauS- blicke«, beziehen sich wohl iuSgesammt auf diese Pflanze. Sie wird, wie ein Botaniker deS Mittelalters sagt, „Christwurz genannt | darumb deS Hern Blum | die gantz grhen ist | vff die Christnacht sich uffthut | und blüet. Welches ich auch selb wahrgenommen vnd gesehen | mag für ein Ge- spötte halten wer da will." Aber die Flora deS Waldes bietet noch eine Menge feinerer Formen dar. Wir meinen die mannigfachen Flechten und Moose, wie sie bald die Decke überziehen, bald mit ehrwürdiger Runenschrift die Stämme der Baumriesen bekleiden. Der Naturforscher Schleiden charaeterisirt sie in ihrem Unterschiede folgendermaßen: „Meist grau und dürr, schorfig, flach oder stachelig, wie eisige Schneecrhstalle ineinander gewirrt, fröstelnde Schauer heroorrufend, überzieht die Flechtenform die öden Grenzflächen der Vegetation gegen die unorganische Natur und zu dieser hin gleichsam den Ueber- gang bildend, während in der Form des Mooses dichtgedrängte, zarte, gelblich-grüne Blättchen meist aus Seidenglanz einen polsterartigen Sammetüberzug über Boden und Gesteine bilden. Der Wald mit seiner Sicherheit wider die Störung von Menschenhand ist die Stätte, wo diese Art von Vegetation am besten gedeiht. Wenn der Blüthen- schimmer im Allgemeinen zu schwinden beginnt, naht die Zeit, wo gerade die Flechtenformen ihre schönste Entwickelung finden. Malerisch hängen sie von den Aesten und Zweigen der Bäume herab, oft übel zerzaust vom Winde, welcher über den WaldeSdom dahinfährt. Andere Arten ^erscheinen wie ein gelblich rother Ueberzug, den hier und da bräunliche, graue und weiße Streifen überziehen,- bald topf- und schüffelartig, bald glatt, bald krausig, hier hart und spröde, dort weich wie Leder. Sehen wir näher zu, so entdecken wir, wie ein liebenswürdiger Beobachter der Natur dargethan hat, die zierlichsten Gebilde. Sowohl auf Bäumen wie auch Steinen Hausen sie nachbarlich nebeneinander. Bald schimmern sie filbergrau wie Chawpagnergläschen, bald schwefelgelb wie Staubatome. Der Naturforscher hat sie selbstverständlich schon längst in Arten zerlegt, aber die Sonderung ist so schwierig, daß man ihm auf die- Gebiet nicht zu folgen braucht. Hinrer den Flechten stehen die Moose weder an Schönheit der Form noch gar an Mannigfaltigkeit derselben zurück. Bald treffen wir sie in größeren Schaaren, bald vereinzelt zu kleineren Gruppen- auf Baum und Fels ge- deihen sie nicht minder, wie zuunterst auf dem Boden, aus welchem die Säulen des Walddomes emporwachsen. Und gerade der Winter ist die Jahreszeit, wo diese Vegetation ihre beste Entwickelung findet. Wenn aber die Weihnachtszeit herannaht, gewinnt der Wald im Leben des Deutschen noch eine wichtigere Bedeutung. Dann hallt er wider vom Schlage der Axt und jene frohe Geselligkeit, welche im Gefolge der Arbeit wohnt, durchströmt ihn. Die gesammte Stimmung nimmt sich aus wie ein Vorbote der Wethnachtsfreude, welche der Menschheit bevorsteht, und die Thätigkeit, welcher man obliegt, hängt auch damit eng zusammen. Die schönsten Stämme werden gefällt, um am heiligen Abend als Christbäume zu prangen. Sie müssen schlank gewachsen sein, ohne Fehl, voll in der Krone, gewissermaßen die Jünglinge unter dem Heranwachsenden Geschlecht der späteren Baumriesen, welche den Waldesdom tragen. Beim ersten Anblick erscheint diese gesammte Thätigkeit wie ein Vandalismus - man ist versucht, das junge Mark zu bemitleiden, in welches die Axt mit sicherem Schlage den Todes- keim trägt. Früher mag man auch in dieser Hinsicht genug gefrevelt haben, indem man rücksichtslos manchen Stamm niederlegte, der bester hätte geschont werden wüsten. Aber heute hat ein anderer Sinn Platz gegriffen- der Einzelne lernt verstehen, daß der Waldesdom einem großen mächtigen Gebäude vergleichbar ist, von welchem man nicht nach Belieben ein Stück nach dem andern forttragen könne. Wo jedoch diese Einsicht nicht vorhanden ist, da verschafft ihr der Staat Geltung und Verbreitung, welcher, zumal in jüngster Zeit, mit Kraft und Entschiedenheit seinen starken Arm schützend über den Wald gestreckt hat. UebrigenS braucht man auch gar nicht zu besorgt zu sein und jedeSmal ein Zetergeschrei zu erheben, wenn hier und da ein Stamm gefällt wird. Vor Allem darf die WeihnachtSfreude nicht darunter leiden, daß ein übertriebener Eifer darin einen Frevel sieht, wenn dieses schönste aller Feste gewissermaßen sein Symbol in dem grünen Tannenbaum hat. Der Do« stürzt darum noch nicht zusammen, und wie sich am Baum der Menschheit trotz allen.DrangsalS, welches sie zu bestehen hat, Blüthe an Blüthe reiht, so erst recht in der mannig- fachen, vielgestaltigen Flora, aus welcher der deutsche Wald aufgebaut ist. UM M »Ml litoh’s Hä Gebr. Schmidt J T 16 Heuenweg 16 ♦ ▼ ▼ empfehlen: ▼ ♦ Barometer, Thermometer, Operngläser und Reiseperspective, ♦ ♦ Compasse, Loupen und Lesegläser, Reisszeuge, Mikroscope, V + Laterna-magica, Stereoscope,Dampfmaschinchen, Experimentir- ♦ ▲ kästen, Magnete, Electerisirapparate und Elemente. 9589 + 9650 Biele Neuheiten in Frunkwäsche rz tickte Tischläufer, Buffetdecken, Servir- und Parade - Handtücher sind ein getroffen. Fritz No wach Ausstattungs-Geschäft. A.) 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Fabrikzwecken diene» könnte, würde zur Verwerthung kommen. Die Kauf- in Leinen, Filz, Stramin bedingungen liegen auf pnserem 9214 2c. rc. Versteigerung. Ans freiwilliges Austehen wird wegen Uebergabe der Oeconomie nächsten Dienstag den 4. Deeember l. Js., Nachmittags 12'/- Uhr, in der Hofraithe Lahnstraße Nr. 5, neben dem Biehmarkt, sämmtlicheS lebende und tobte Inventar, ein großer Vorrath Heu und Stroh, sowie verschiedenes Mobiliar, als Betten, Schränke u. s. m. öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert. Unter Anderem kommen zum Ausgebot: 4 junge zugseste Pferde, 2 belgische braune, 1 Schimmel und 1 Fuchs, mehrere Kühe, verschiedene Ernte- u. Kastenwagen, 1 Milch- und 1 Handwagen, zu verschiedenen Zwecken verwendbar, Pstüge, Eggen, Geschirre, 1 Reitzeug uud sonstige Oeconomiegeräthe. nh «tri»» fee Druckerei l)r. «hr. Pietsch) to Gießet 5000 Gewinne i. W. v. 150,000 Mk. Hauptgewinn Werth 50,000 Mk. L»»!e für 1 Bit, "Affi (Porto und Gewinnlisten 30 Psg.) empfiehlt und o.rsendet ThJLützenrathJELpt^^ cember, Bormittags 9 Uhr, —?•/ ---- wird auf dem Bürgermeisteramt in Schwämme, Fensterleder, Wetzlar die Jagd des bei Wetzlar Waschseile u. Klammern, belegenen Büblingshänscr Hof- . Welx 9ind-nsilasi guts und des anstoßenden Waldes ^Mvenplay. des evangelischen Bürger- Hospitals öffentlich verpachtet werden. Grober, starker Hund zu verkaufen 9636 Nüher-S Wallthorsiratze 2. ! Dienstag den 15. lamm 1895, §VrÜMückstäschcheN Nachmittags 3 Uhr, , unb ’ 7 7 9561 soll aus dem hiesigen Ortsgericht die dem «dolf Vogt in Gießen gehörige Hof- ZVidtltlßf U)Clt Flr 1 Nr. 783 — 381 qm in der Sonnen-1 aus Leder, öffentlich meistbietend versteigert werden. Ofen- und Tischschaufeln Gießen, 3. December 1894. nebst Zubehör in reichhaltigster Auswahl. , A. Welz, Lindenplair Wetzlar, den 14. December 1894. _ .. __ n„ , Der Bürgermeister: Ecke der Neuen Baue und ________Moritz.__9815 Sonnenstrasse. Die der hiesigen Saline zugehörige Grösste Auswahl Kaiseröl empfiehlt 9640 Wiih. Haas, Bleichstraße 21. Steinheim zur Hauptverhandlung geladen. Auch bei unentschuldigtem Ausbleiben wird zur Hauptverhand« lung geschritten werden. Stemheim i. Wests., den 27. November 1894. 9782 Kloppenburg, Gerichtsschreiber des Königlichen Amts- gerichtS. Iagiwerpachtung. KksknnndKslrstkWllltren Am Montag den IO. De- eigene Anfertigung, in größter Aus- ~ ~ ---- wähl, 9560 UiiWn Zonnavend und solgkn-cn Montag. Dirusiag und Mittwoch Haupt- und Schluss-Ziehung der W eimar-Lotterie. Freitag den 7. December, Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Peter Amme» «yefrau, Dorothea geb. Kltngelhöfer, in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 60 bis 71 Nr. 1>,» — 603 qm Hofraitbe, die Liebigshöhe, Flur 50 bis 71 Nr. l«Vioo — 14057 qm Acker daselbst. Flur 60 bis 71 Nr. l«/ioo - 24436 qm Acker daselbst, Flur 50 bis 71 Nr. 80'N/«o - qm Lalle daselbst Nfentlto meistbieiend versteigert werden. Gießen, 26 November 1894. Großh. OrtSgericht Gießen. __I A.: Vogt._______9682 Versteigerung. Dienstag den 4. und Mitt- woch den 5. December, Nach- mittags 2 Uhr, wird, wegzugshalber, Südanlage Nr. 7, parterre, Folgendes versteigert: 1 Commode, 1 Stehpult, Tische, Stühle, Bettstellen mit Matrazzen, 1 Nachttisch, 1 Kleiderschrank, 1 Waschtisch, Küchenmöbel, 1 Regulator, 1 Handwagen, dreitheiliger, fast neuer Bettschirm, Weißzeug, Bilder, Spiegel, Bücherbänkel, 1 Gummibaum, 175 cm Höhe, M. f. w. Die Gegenstände können täglich von 2—4 Uhr eingesehen werden und auch Abtretungen aus der Hand ftattfinden. 9655 Roloff, Kerichtl. Taxator. ,.- , -- . . in allen Preislagen, roh und gebrannt; objecte besichtigt werden. Angebote letzteren von 1.50 an, in wohl mit der Aufschrift „Altes Metall" schmeckenden, feinen und kräfiigen Sorten sind längstens bis zu der am empfiehlt 9664 18. December d. I., Bor- Emil Fischbach, Zuschlagsfrist 4 Wochen. __^nsl Fischbach, I Bad-Nauheim, am 29. Nov. 1894. 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