259 Erstes Blatt. Sonntag den 4. November 1894 Der chießener Anjeiflcr tvfdjcint täglich, mit Ausnahme deS Montag«. Die Gießener Aamikienstälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigrlegt. Gießener Anzeiger Kenerat-Wnzeiger. Vierteljähriger > ^Sonucmentspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, ErpeditioL und Druckerei: Kchrrlstraße Zlr.7. Fernsprecher 51. Amts- und 2lnzeigeblntt für den TLreis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für bm jolgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. Hratisöeikage: Hieß euer Jamilienblätter. Alle AnnonceN'Bureaux deS In« und Auslandes nehme« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Die Ueberproduetion und der Einfuhrbedarf europäischer Länder an Weizen. Das colofsale Sinken der Weizenpreise, welche zumal auch in Amerika den Weizenbau unrentabel machen, hat doch noch nicht, wie man noch vor einem Vierteljahre annahm, zu einer Verminderung der Weizenproduction geführt, sondern es hat sogar nach den neuesten, zumal von dem ungarischen Ministerium vorgenommenen statistischen Untersuchungen noch eine weitere Vermehrung der Ueberproduetion an Weizen stattgesunden. Nach den Veröffentlichungen deS ungarischen Ackerbau. Ministeriums übersteigt nämlich die Gesammterntemenge der Welt an Weizen im Erntejahr 1894/95 die vorjährige um 69,5 Millionen Hectoliter und beträgt in diesem Jahre 872,8 Millionen Hectoliter. Nach derselben Quelle brauchen in diesem Jahre die Weizeneinsuhrländer unter Berücksichtigung ihrer Ernteschätzung folgende Einfuhrmengen: Großbritannien 60 Millionen Hectoliter, Deutschland 11,5, Oesterreich 11,2, Italien 10,5, Belgien 9, Frankreich 7, Spanien 4,5, Holland und die Schweiz je 4,2 Millionen Hectoliter, die übrigen Länder kleinere Einfuhrmengen. Der gesammte Einfuhr« bedarf stellt sich sonach auf 128,5 Millionen Hectoliter gegen 133,7 Millionen im Vorjahre. Die folgenden Länder sind dagegen darauf angewiesen, einen Theil ihrer Weizenernte auözuführen und zwar Rußland 50, Argentinien 26, die Vereinigten Staaten von Nordamerika 25, Ungarn 16, Oft. Indien 8, Rumänien 7, Canada 5,5, Australien 5, Bulgarien 4,6, Ebile 3,5 Millionen Hectoliter. Im Ganzen wären sonach 156,6 Millionen Hectoliter gegen 133,5 im Vorjahr zum Export verfügbar. ES würden sonach in diesem Winter ungefähr 25 Millionen Hectoliter Weizen noch mehr auf die europäischen Märkte geworfen als im vorigen Jahre und dadurch ein weiterer Rückgang der Weizenpreise hervorgerusen werden. Daraus geht unzweifelhaft hervor, daß sich der Weizenproducent in einer außerordentlich Übelen Lage besindet, die zumal in denjenigen Ländern, welche keine oder nur geringe Schutzzölle besitzen, geradezu ruimrend wirkt. Das Schlimme ist ferner auch bei der ganzen Misere, daß sobald keine wesentliche Besserung eintrcten kann, denn jedes Culturland, und zumal Ungarn, Rußland, Rumänien und Nordamerika sind darauf angewiesen, verhältnißmäßig viel Weizen zu bauen, weil sie den Boden dazu haben und weil der Weizen auf dem Welt. markte immer noch als die begehrteste Kornfrucht gilt. Die deutschen Landwirlhe, welche nicht so sehr wie die Gutsbesitzer in Ungarn, Nordamerika usw. auf den Weizenbau angewiesen find, sollten daher ohne Bedenken ihren Weizenbau vermindern, sobald sie durch eine Berechnung feststellen können, daß sie mit dem Bau von Hafer, Klee oder falls die Verhältniffe es gestatten, durch den Bau von Specialitäten, wie Zuckerrüben und Braugerste, Halbwegs günstigere Resultate als mit dem Weizenbau erzielen. Die Thatsache, daß heutzutage guter Hafer ebenso theuer bezahlt wird als Weizen und außerdem der Hafer oft eine starke Neigung zur Preissteigerung hat, spricht wohl deutlich für unsere Rathschläge. Ucucfk Nachrkhten. Walff» telegrxphffcheS Eorrefpondem-Burvm Troppau, 2. November. Bet der heutigen Abendschicht in Peterwald, Orlau, Poremba und Lazy verweigerten über 5000 Bergarb eiter die Anfahrt wegen Einführung der zehnstündigen Schicht. Petersburg, 2. November. Das „Journal de St. Peters« bourg" schreibt: „Das russische Volk verlor einen gerechten, guten und gnädigen Monarchen, den es mit grenzenloser Liebe, Verehrung und Dankbarkeit umgab. Der Monarch erhob Rußland auf eine hohe Stufe nationaler Entwickelung, des Ansehens und der Macht. Alexanders Regierung ist mit goldenen Lettern in der Geschichte Rußlands verzeichnet. Der Schmerz Rußlands findet einen Widerhall im Auslande, wo Alexander allgemein geachtet als mächtiger Schützer des Weltfriedens." — Der „Ruskt Invalid", das Organ deS Kriegsministeriums, bemerkt: „Das Gedächmiß des Herrschers, der seine ganze Seele dem Wohle des Volkes, dem Glück und Gedeihen bef- Landes geweiht hat, wird ewig fortleben im Herzen des Volkes und des HeereS." — Die „Nowoje Wremja" schreibt, daß die innere Politik des verstorbenen Kaisers auf die Hebung der Autorität der Regierungsgewalt gerichtet gewesen sei und die inneren Reformen auf streng nationaler Grundlage geruht hätten. DaS^Princip derselben sei gewesen: Rußland für die Russen. Die äußere Politik ha^e sich durch Wahrheits« und Friedensliebe ausgezeichnet. - Die (russische) „Handels- und Jndustrie-Zeitung" betont d> Förderung oes öconomischen Aufschwungs. — Heute Nachmittag um 3 Uhr fand anläßlich der Thronbesteigung ein Gottesdienst in der Isaaks-Kathedrale statt, welchem die Hofstaaten, die Generalität und die Oberoffiziere beiwohnten. — AuS Moskau wird gemeldet, daß in de« Hauptstraßen gewaltige Menschenmaffen schweigend versammelt find. Shanghai, 2. November. Meldung deS Bureau Reuter. Chinesischen Blättern zufolge nahmen die Chinesen wiederum Kin - lien - Ch eng - die Japaner verloren 3000 Mann. Yokohama, 2. November. Meldung deS Bureau Reuter. Die Japaner nahmen Port Arthur. Drvefchcn bet Hurexu «Herold". Darmstadt, 2. November. Der hessische Hos hat aus Anlaß des Ablebens deS Czaren eine vierwöchentliche Trauer angeordnet. Berlin, 2. November. Prinz Heinrich, welcher sich als Vertreter des Kaisers zur Beisetzung nach Petersburg begeben wird, reist voraussichtlich auf der Yacht Hohenzollern. — Im Auftrage der Kaiserin statteten die Oberhofmeisterin Gräfin Brockdorff und der Oberhofmeister Freiher v. Mirbach der russischen Botschaft Condolenzbesuche ab. Der Reichskanzler ist ermächtigt, die Blättermeldung, wonach der Reichskanzlerposten anfänglich dem Kriegsminifter Bronsart v. Schellenoorf angeboten worden sei, als jeder Begründung entbehrend zu bezeichnen. Berlin, 2. November. Neuesten Nachrichten zufolge ist der Zusammentritt des Reichstages infolge Reichskanzlerwechsels um ungefähr 3 Wochen verschoben worden. Berlin, 2. November. Die Nachricht von dem Tode des Czaren erhielt Kaiser Wilhelm in Stettin, als er bet dem Osfiziercorps des Grenadierregiments tafelte. Der Kaiser erhob sich von seinem Platze und äußerte: „Soeben kommt die Nachricht von einem weittragenden schweren Er- eiguiß. Majestät Czar ist gestorben. Nicolaus II. hat den Thron seiner Väter bestiegen, wohl eine der schwersten Erbschaften, die ein Fürst antreten kann. Wir gedenken der alten Waffenbrüderschaft, die uns früher und aufs Neue mit dem russiichen Kaiserhaus verbunden hat und verewigen un- sere Gefühle mit dem neuen Czaren in dem Wunsche, daß ihm der Himmel Kraft verleihe zu seinem schweren Amte. Kaiser Nicolaus er lebe! Hurrah!" Berlin, 2. November. Alle offiziellen Gebäude haben heute Halbmast geflaggt, auch auf dem Neuen PalaiS in Potsdam weht die Kaiserstandarte Halbmast. Kaiser Wil- Helm wird heute nach Berlin kommen, um auf der russischen Feuilleton. i Wochcnbriesc ans brr Nrsidrn). (Origtnalbericht für den „Gießener Anzeiger".) Z. Darmstadt, 1. November. Geschenk der Darmstädter Damen au das Grotzherzogliche Paar. — Rennen des Reiterverems. — Vom Hoslheater. Seit einigen Tagen ist dahier in einem Laden der oberen Rheinstraße das Hochzeitsgeschenk ausgestellt, welches die Darmstädter Damen unserem Grobherzoglichen Paare am 25. November d. I., bekanntlich dem gemeinsamen Geburtsfeste Ihrer König!. Hoheiten, überreichen werden. Da die Ausführung derselben in so hervorragender Weise gelungen ist, verlohnt es sich schon, daß ich Ihren freundlichen Lesern einiges darüber berichte. Die ganze Gabe besteht aus vier Stücken, einem Prunkschranke, zwei Armsesieln und einem Prunktisch. Der Schrank ist gefertigt von der hiesigen Firma Gluckert und ausgeführt in deutschem Renaissancestil. Das Material, aus dem derselbe hergestellt ist, besteht aus dem Eichenholz der Pfeiler der Römerbrücke bei Mainz, das in verschiedenen Farben, hell und dunkel verwandt ist. Der ganze Schrank zeigt eingelegte Holzarbeiten aus Birnbaum-, Eichen-, Nuß- und Ulmenholz in Menge, von denen jedes Stück ein kleines Kunstwerk ist. Das mittlere Feld der Thüre wird ausgesüllt von einem großen aus Elfenbein geschnitzten Relief „Die Huldigung" darstellend, die Beschläge find hergestellt aus Schmiedeeisen und ebenso wie die aus Silber gefertigte Widmungstasel dem Stile des Ganzen genau angepaßt. Gekrönt wird der mächtige, zur Aufnahme von Kunstgegenständen bestimmte Schrank durch ein prachtvolles in Holz geschnittenes und gefärbtes Wappen, das zu- fammengesetzt ist aus dem Wappen des Großherzogs und dem Seiner hohen Gemahlin. Die beiden Sessel sind aus hessischem Nußbaumholz angefertigt. Die mit Leder überzogenen gepolsterten Sitze ruhen auf vier reich mit Btld- hauerarbett verzierten Säulen. Die Rücklehnen zeigen bei dem einen das Wappen von Heffen, bei dem andern das von Coburg, beide mit Hermelinmantel und Krone in bunten Farben gehalten und eingepreßt. Die in reicher Anzahl ver- wandten Nägel stellen sich dem Beschauer als vergoldete Löwenköpfe dar. Endlich das vierte Stück ist ein achteckiger Prunktisch mit herrlich ausgeführter eingelegter Platte. Die Einlage läßt das reichverzierte Alliancewappen der Fürstenhäuser Heffen und Coburg sehen, die Umrahmung sowohl, wie der massive Fuß ist in Eichenholz von der Römerbrücke hergestellt. Die drei zuletzt genannten Stücke sind in dem Atelier der Firma Bechtold entstanden. Der Gesammt- eindruck, den das Ganze macht, ist ein überaus imponirender und beweist, daß unsere heimische Industrie hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit keine auswärtige Concurrenz zu fürchten braucht. Voraussichtlich den Schluß der Sportsestlichkeiten in unserer Stadt mag das Herbstrennen des hessischen Reiter Vereins auf seiner bei dem Grobherzoglichen Jagdschloß Krauichstein gelegenen Rennbahn gebildet haben. Ob« wohl die ganze vorhergegangene Woche fast ununterbrochen der Regen vom Himmel geströmt war, so konnte man doch, dank dem vtelgeschmähten Sandboden unserer Umgegend, den Zustand der Bahn als relativ gut bezeichnen. Allerdings der Weg bis dahin konnte selbst dem rasfinirtesten Gigerl sein „allersalonfähigstes" Aeußere aber gründlichst rauben. Doch das genirte die Darmstädter nicht, sie kamen in Hellen Haufen, um dem sportlichen Schauspiel beizuwohnen, selbst aus die Gefahr hin, einmal tüchtig gewaschen zu werden. Indessen der Himmel hatte es anders gewollt, die leibhaftige Sonne schien während des Festes, eine bemerkenswerihe Thatsache in unseren Tagen. Geritten wurden im Ganzen 5 Rennen: 1) Leichtes Jagd Rennen über 3500 Meter, gewonnen von Rittmeister von Treskow vom 24. Drag.-Regt. 2) Jagd-Rennen für Chargenpferde über 2500 Meter. Sieger Lieutenant Frhr. von Schäffer vom Drag.-Regt.Nr. 23. 3) Schweres Jagd-Rennen über 3000 Meter. Sieger Lieutenant von Negenborn vom 24. Drag.-Regt. 4) Hunter-Jagdrennen über 2500 Meter, den Preis errang Lieutenant Prinz Holstein vom 23. Drag.-Regt. 5) Park-Jagd-Rennen um den „Ehrenpreis Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs'. Distance 3500 Meter. Gewinner wurde Lieutenant von Negeub orn. — Vor dem dritten Rennen war das Groß- herzogliche Paar, sowie Prinz Heinrich von Preußen mit hoher Gemahlin erschienen, vom Volke mit brausenden Hochrufen empfangen und von der Mufik mit der Nationalhymne begrüßt. Die Allerhöchsten Herrschaften verblieben bis zum Schlüsse der Rennen in den Wagen. Nach Beendigung derselben begaben sie sich zur Tribüne, wo Ihre Kgl. Hoheit die Großherzogin den glücklichen Siegern die Preise überreichte. Die Rennen verliefen ohne ernsten Unfall und wurden von den nach vielen Hunderten zählenden Zuschauern mit wachsendem Interesse verfolgt. Wahrhafte Festtage waren es, die unser Theaterpublikum in den letzten Tagen durchlebte. Die drei G ast dar- stellungen der Frau Sigried Arnoldson, von denen ich Ihnen schon geschrieben habe, waren Kunstgenüffe in des Wortes edelster Bedeutung. Frau Arnoldson verfügt über eine nicht zu große, wohl aber sehr sympathische Stimme und was die Hauptsache ist, sie versteht dieselbe zu behandeln. Wie die meisten unserer großen Sängerinnen ist Frau Arnoldson auch eine gottbegnadete Schauspielerin. Ihre größten Erfolge hat sie hier in der einst bei der Premiöre recht kühl aufgenommenen DeliboS'schen Oper „Lakmc" unbedingt errungen, auch als „Mignon" war die Künstlerin großartig, während ihre „Carmen" diese beiden Leistungen nicht erreichte. Für eine „Carmen" hat eben die Natur der Dame nicht bie Jnbividualität der Persönlichkeit verliehen, die dazu nöthig ist. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog ließ Frau Arnoldson nach Schluß ihrer letzten Gastdarstellung m die Hofloge bescheiden, wo Höchstderielbe der Künstlerin seinen Dank für die gebotenen vorzüglichen Leistungen aussprach. Hoffentlich besucht Frau Arnoldson bei ihrem nächsten Tournee ihre Darmstädter Verehrer wiederum. -» Botschaft einen Kondolenzbesuch abzustatten. Der Hof legte heute eine vierwöchentliche Trauer an. Berlin, 2. November. Zum Ableben des Czaren schreibt der „Reichsanzeiger": „Wie schon die Nachrichten über die schwere Krankheit, an der Seine Majestät litt, überall das aufrichtigste Mitgefühl erweckt hatten, so wird auch jetzt weit über dte Grenzen des russischen Reichs hinaus in der ganzen gesitteten Welt der Heimgang dieses im rüstigsten Mannesalter stehenden Herrschers, dessen ganzes Streben auf das Glück seines Volkes gerichtet war und der sich in so hohem Maße als Schirmer des Friedens gezeigt hatte, aufs schmerzlichste beklagt. Insbesondere ist dadurch unser Kaiserliches Haus in tiefe Trauer versetzt worden." Berlin, 2. November. Der „Retchsanz." publicirt die Verleihung des König!. Kronen-Ordens dritter Klasse an den bisherigen Militär-Gouverneur des Kronprinzen und des Prinzen Eitel Friedrich Major von Falkenhayn vom Großen Generalstab. Berlin, 2. November. Nach seinem Condolenzbesuche in der russischen Botschaft empfing der Kaiser im hiesigen schloß den Reichskanzler Fürsten Hohenlohe, den Staatssectretär des Auswärtigen Freiherrn Marschall von Bieberstein und die Chefs des Militär- und Marine Cabinets zum Vortrage. Berlin, 2. November. Wie daS „B. T." erfährt, ist mit dem Ableben des Czaren Alexander HI. die Mi s son des hiesigen russischen Botschafters Grafen Schuwalow erloschen, da nach russischem StaatSrccht derartige Bevollmächtigungen mit dem Tode des Vollmachtgebers endigen. Der Botschafter ist daher Nicht mehr in der Lage, amtliche Schriftstücke zu zeichnen. Die Geschäfte führt vielmehr bis auf Weiteres der erste BotschaftSrath. Köln a. Rh., 2. November. Die „Köln. VolkSztg." glaubt zu wissen, daß demnächst eine neue große Marineforderung in Aussicht stehe. In hohen Marinekreisen fordere man einstimmig neue Panzerkreuzer, denen nach der über die Seeschlacht von Yalu von Seiten des Admirals Werner und des österreichischen Admirals Freiherr von Sterneck geäußerten Meinung die Zukunft gehören soll. In Marine- kreisen gehe man so weit, eine ganze Flotte von Kreuzern zu verlangen. Karlsruhe, 2. November. In Baden Baden, wo der Hof gegenwärtig weilt, fand heute Nachmittag in der russi- ictjen Kapelle ein Trauergottes dienst für den verstorbenen Czaren statt. An demselben nahmen der Großherzog, die Großherzogin, der Prinz und die Prinzessin Wilhelm, Prinz Karl, der gesammte Hofstaat, die Generalität, der preußische Gesandte von Eisendecher sowie viele Persönlichkeiten thcil. Der Hof legt auf vier Wochen Trauer an. Karlsruhe, 2. November. Der bekannte Führer der sozialdemokratischen Partei Badens, Dr. Ruedt, erklärt heute in Maneranschlägen, daß er sich dem Beschluß des Frankfurter Parteitages, beziehungsweise seiner Maßregelung, auf demselben wegen seines Verhaltens in der OrdenSaffaire nidjt fügen werde, weil dies seine Ueberzeugung und Ehre nicht zalasse». Gleichzeitig erklärt er seinen Austritt aus der Parte», was ihn jedoch nicht abhalten werde, fernerhin für dos Wohl der Arbeiter einzutreten. Karlsruhe, 2. November. Für die große internationale Kunstausstellung, dte für 1896 in Baden- Baden projectirt ist, ist die Karlsruher Künstlergenossenschast gewonnen worden. An 300 Künstler aller Nationen sollen Einladungen ergehen. Der Großherzog steht der Sache sympathisch gegenüber. Paris, 2. November. Die hiesige Presie begleitet die Meldung vom Tode des Kaisers von Rußland mit warmen Nekrologen, in denen den Sympathien für die russische Kaiserfamilie, das russische Volk und die russische Armee Ausdruck gegeben wird. Die Blätter, von denen einzelne mit Trauerrand erschienen, feiern den Czaren als Friedensfürsten und Freund Frankreichs, indem sie die Fortdauer der franco-russischen Beziehungen auch unter dem neuen Kaiser Nicolaus II. für gesichert halten. Nur das Socialisten- blatt „Petite Republigue" äußert, Frankreich sei bisher eine Figur auf dem Schachbrette der russischen Politik gewesen und werde es bleiben. — Auf den Straßen macht sich jetzt weniger Aufregung bemerkbar. Heber einen Trauergottesdienst in der russischen Kirche ist noch nichts bekannt. Petersburg, 2. November. Die gesammte Beamten- schäft und die Truppen werden heute dem neuen Kaiser den Eid leisten. Der heutige Tag gilt in Rußland als Festtag und morgen beginnt erst die Landestrauer. Die Leiche des Czaren wird je acht Tage in Moskau und Peters- bürg ausgestellt werden. Die feierliche Bestattung wird voraussichtlich am 26. ds. Mts. stattfinden. Heber die bevorstehende Vermählung des jungen Czaren mit Prinzessin Alix von Hessen verlautet absolut nichts. Livadia, 2. November. Nach einer Mittheilung von hier liegt die Czarin krank darnieder. Gießen, den 3. November 1894. ** Die Stelle eines Directors der psychiatrischen Klinik hier soll nach einem Vorschläge des Großy. Ministeriums bereits am 1. April 1895 besetzt werden, obwohl die Klinik selbst nicht vor Herbst 1895 eröffnet wird. Begründet wird das Ansinnen Grvßh. Ministeriums mit dem Hinweis auf Tübingen, wo mit bedeutenden Kosten verknüpfte Hmänderungen an den Einrichtungen der Klinik hätten vermieden werden können, wenn schon während des inneren Ausbaues der Sflinif ein ärztlicher Director berufen worden wäre. Zur Besoldung des Directors sind 5000 Mark vorgesehen. ** Eoocert Verein. Das erste Concert findet, wie bekannt, nicht wie erst geplant, am 4., sondern nm I I. November statt. Die Verschiebung wurde durch die Hans Sachs-Feier in Dresden bedingt, bei welcher unser illustre Gast, Frau Wittich,hervorragend thätig ist. Das ausführliche Programm wird in den nächsten Tagen veröffentlicht werden, kurz an- gedeutet enthält dasselbe an Orchesterwerken Beethovens gewaltige Eroica-Symphonie, die Ouvertüre zu Manfred von Schumann und zum Sommernachtstraum von Mendelssohn. Frau Wittich singt zwei größere Arien mit Orchesterbegleitung, sowie eine Reihe von Liedern am Clavier. DaS Ende der Reihe wird aller Wahrscheinlichkeit nach wieder das enthusiasmirte Auditorium und nicht das Programm bestimmen. H. Neues Theater. Nachdem am Donnerstag dte Engländer ihr derbes Scepter auf der Bühne geschwungen hatten, kamen gestern die Franzosen mit einem Scribe'schen Lustspiel zu Wort. Die Wahl der „Feenhände" beweist, daß es sich Herr Reiners angelegen sein läßt, uns auch einmal feinere Kost vorzusetzen. Der größte Vorzug dieses Stückes ist ein geistreicher, fein pointirter Dialog, an dessen guter Durchführung alles liegt. Zugegeben, daß die Wiedergabe eines französischen Lustspieles ein lebhaftes Tempo bedingt, so müssen wir doch vor Heberstürzunz der Worte entschieden warnen. Das gilt besonders für "die Damen, von denen wir nur Fräulein Gerlach und Fräulein Müller anSnehmen. Fräulein Gerlach bewies außerdem in Auffassung und Durchführung ihrer nicht ganz leichten Rolle entschieden Geschmack und traf ausgezeichnet den Ton der vornehmen französischen Dame. Fräulein Egger hat sich eine Sprachweise angewöhnt, die durch ihre abgerissenen Sätze nicht eben natürlich wirkt und den Eindruck ihres guten Gebärdenspiele empfindlich stört. F'änlein Ronneberg müssen wir in Bezug aus ihre Bewegungen immer noch mehr Maßhalten empfehlen,- hiervon abgesehen, sind wir von ihrem Spiel befriedigt. Last not least Frau Reiners war ein frisches, nettes Kind von 16 Jahren. Von den Herren war Herr Geisel nicht an seinem Platze. Ec declamirte vom ersten bis zum letzten Wort. Doch da Herr Geisel nur aushilfsweise seine Rolle übernommen halte, wollen wir nicht weiter mit ihm rechten. Herr Otto bot als Richard von Kcrbriand eine ganz vorzügliche Leistung. Der Hauch von lebemännischer Blasirtheit, der sonst bei ihm an der Durchführung auch der Rollen bemerkbar ist, wo er vielleicht überflüssig erscheint, war gestern vollständig weggewischt, sein Spiel warmempfundene Herzlichkeit von Anfang bis zu Ende. Herr Hacker gab den Tristan mit Feuer und Herr Heyne entledigte sich seiner kleinen Rolle mit ge- wohntem Geschick. Wir sind Herrn Reiners dankbar, daß er uns die Bekanntschaft dieses guten Stückes übermittelt hat. Hoffentlich bringt er uns nun bald eines von den bewährten ^istspielen der älteren deutschen Schule. ** Das Panorama in den Neuenbäuen wird morgen eine ganz neue hochinteressante Serie ausstellen und zwar eine Fahrt mit dem Schnelldampfer „Augusta Victoria" nach Newyork. Wtr sehen den Prachtdampfer von innen, Musiksalon, landen in Cuxhaven, kommen nach Newyork, wo die Sehenswürdigkeit besehen werden, dann die Niagarafälle und nach der Stadt Washington. Sodann gibts eine Seereise nach Westindien, Jamaika, Cuba, wir sehen die Stadt Kingston, Plantagen, Neger-Gruppen rc. Eine wettere Empfehlung wird wohl überflüssig fein; auch bei dieser Serie steht ein zahlreicher Besuch in Aussicht. -1. Gabelsberger Slenographen-Vereiu in Gießen. Unter Hinweis auf die diesbezüglichen Anzeigen möchten wir nicht verfehlen, aus die nächsten Freitag, den 9. November, Abends 81/2 Uhr in der Aula der Universität beginnenden Unter? richtScurse für Anfänger des Gabelsberger'schen Stenographen- VereinS nochmals aufmerksam zu machen. Die Unterrichts- methodc genannten Vereins ist eine ganz vorzügliche. Tüchtige, eifrige und begeisterte Jünger der ftenographiscben Kunst ist der Verein bestrebt, heranzubilden und nicht durch Schnell- curse die Zahl Derjenigen zu vergrößern, welche infolge ungenügender Ausbildung von der nutzbringenden' Verwendung der Stenographie nur allzusehr verschiedene Ansichten haben. Der Unterrichts-Cursus wird unter der bewährten Leitung des cand. cam. Herrn Balser abgehalten. Theilncbmer- karten ü8Mk. sind in der Ferber'schen Universitäts-Buchhandlung (C. Koch) — woselbst auch die Lehrmittel erhältlich — zu haben. ** Einbruchsdiebstahl. In verflossener Nacht wurde in das Comptoir • Gebäude des Fabrikanten Ackermann in der Frankfurterstraße von Dieben mittels Leiter durch ein offen- stehendes Fenster des zweiten Stocks eingestiegen und aus einem Kletderschrank, welcher aufgebrochen wurde, 320 Mk., sowie mehrere Anzüge entwendet. Sodann haben die Diebe mittelst derselben Leiter dem Fabrikgebäude einen Besuch ab- gestattet und eine größere Partie Cigarren gestohlen. Ein Theil der gestohlenen Kleider und Cigarren fand sich heute morgen in dem Garten und in einem Nachbarhofe vor, sodaß es den Anschein hat, daß die Diebe den Raub nicht ganz transportiren konnten. Jedenfalls sind es dieselben Diebe, welche auch in letzter Zeit in Darmstadt und Mannheim die Cigarrenfabriken heimsuchten. * * Einstellung des Verfahrens. Das Strafverfahren gegen den Gastwirth Post in Kleinlinden wegen Brandstiftung ist eingestellt und derselbe außer Verfolgung gesetzt. * * Kyfshäuser. Denkmal. Das geschäftssührende Prci< stdium der Kriegerkameradschaft „Hassia" erlaßt einen Aufruf an seine Mitglieder zur Spendung von Beiträgen für daS KyffhäuserDenkmal. Bis jetzt sind 600,000 Mk. für daS Denkmal, das am 10. Mai 1896, dem 25. Jahrestage des Frankfurter Friedens, eingeweiht werden soll, gesammelt; es fehlen aber noch rund 300,000 Mk., wovon auf die „Hafsia" 74,000 Mk. entfallen. * * Uebernahme der Kosten der Volksschule auf den Staat. In der nächsten Sitzung dcö Finanzausschusses der Zweiten Ständekammer, welche am 8. November stattfindet, wird auch ein Antrag der Abgeordneten Mül berg er und Genossen aus Uebernahme der Kosten der Volksschule durch den Staat zur Bcrathung gelangen. * * Bei den jetzt beliebten Haseneffen soll es einem Gesang- Verein, der sich auch dieser angenehmen Beschäftigung htngab, passirt fein, daß ihm in friedlicher Vereinigung Häschen verschiedener Generationen vorgesetzt wurden. Ein besonders hart dabei Gekränkter hat im Galgenhumor folgendes, nicht übles Poöm verbrochen bezw. varitrt: Urahne, Ahne, Mutter und Kind In einet Schüffel beisammen sind, Jedoch des Schicksals fatales Walten Spendete mehr von den beiden Alten. "* Preisausschreiben des Central-Ausschusses zur Förderung der Jugend- und Volksspiele in Deutschland übet die Frage: „Wie sind die öffentlichen Feste des Deutschen Volkes zeitgemäß zu reformiren und zu wahren Volksfesten zu gestalten?" Bedingungen: 1. Die Arbeit soll zwei Druckbogen nicht überschreiten. (Heber ben Umfang solcher Druckbogen s. Jahrbücher des Central- Ausschusses, Voigtländer, Leipzig.) 2. Die Arbeiten müssen gut leserlich sein; undeutlich geschriebene werden nicht berücksichtigt. 3. Jede Arbeit ist mit einem Motto zu versehen. Ein verschlossener Briefumschlag mit demselben Motto ist beizufügen; in demselben muß Name und Adresse des Bearbeiters enthalten sein. 4. Die Arbeiten' sind bis zum 15. März 1895 frei einzusenden an den GeschästssÜhrer des Central-Ausschusses, Director H. Raydt in Hannover, Peter- silienftraße 2d. 5. Das Preisgericht besteht aus den sechs Vorstandsmitgliedern des Central-Ausschusses: Abgeordneter von Schenckendorff-Görlitz, Dr. med. I. A. Schmidt-Bonn, dem Geschäftsführer H. Raydt-Hannover, Professor Dr. Koch- Braunschweig , Gymnasial-Director Dr. Eitner-Görlitz und Turn-Jnspector A. Hermann-Braunschweig. Diese beteiligen sich an der Bewerbung nicht. 6. Die beste Arbeit wird mit einem Preise von 300 (dreihundert) Mark, die beiden dann folgenden mit je 100 Mark prämtirt. Diese drei Arbeiten werden Eigenthum des Central-Ausschusses, der sich Vorbehalt, dieielben in ihm geeignet erscheinender Weise zu veröffentlichen. Die nicht prämiirten Arbeiten werden zurückgeschickt. ** Aenderungeu der Verkehrsordnung für die Eisenbahue«- Auf den preußischen Staatseisenbahnen sind mit dem 1. November d. I. folgende von der Landesaufsichts- Behörde genehmigten besondern Bestimmungen zu § 13 der Verkehrsordnung für die Eisenbahnen Deutschlands in Kraft getreten. Einzelne Abteilungen in Wagen des Coupeesystems können nach dem Ermessen der Eisenbahn-Verwaltung schon gegen Lösung von mindestens 4 Fahrkarten in I. Klasse, 6 Fahrkarten in II. Klosse und 8 Fahrkarten in III. Klasse an Reisende überlassen werden. Die Befugniß hierzu steht dem Stationsoorstande zu. Auf Zwischenstationen können Wagenabtheilungen nur dann überlassen werden, wenn unbesetzte in dem ankommenden Zuge vorhanden sind. Solche Wagenabtheile sind mit einem Zettel „Bestellt" zu bekleben. Ein Recht, die Freihaltung von Plätzen in diesen Abtheilungen für die Dauer der ganzen Reise zu fordern, wird hiermit nicht eingeräumt; vielmehr bleibt es der Eisenbahn Verwaltung Vorbehalten, im Bedarfsfälle zeitweise oder dauernd die nicht bezahlten Plätze der betreffenden Wagenabtheilung mit andern Reisenden zu besetzen. * * Stiftungen und Vermächtuiffe. Im letzten Quartale erhielten wieder eine größere Anzahl Stiftungen und Vermächtnisse die landesherrliche Bestätigung. Für kirchliche und religiöse Zwecke wurden 317 943 Mark gestiftet; davon erhielt die katholische Kirche 221580 Mark, die evangelische Kirche 91535 Mark und die israelitische Religionsgemeinde 4828 Mark. Für das Armenwesen und zu Studienzwecken wurden im Ganzen 5893 Mark gestiftet. * * Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Freiensteinau, Kr. Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kleiu-Krotzcnburg, Kr. Offenbach, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000—1500 Mk. Dem Kreisrath zu Offenbach, sowie dem katholischen Pfarrer und dem Ortsoorstand zu Klein-Krotzenburg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu König, Kr. Erbach, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1500 Mk. Dem Herrn Grasen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pfisfligheim, Kr. WormS, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. * * Kirchliche Dienstnachrichten. Am 6. October wurde dem Pfarrer Dr. Wald zu Ober-Wöllstadt die katholische Pfarrstelle zu Ockstadt, Decanat Friedberg, übertragen. * * Thierschutz. Am nächsten Mittwoch, den 7. d. M., findet in Vilbel die diesjährige (20.) Generalversammlung des Thierschutzvereins für das Großherzogthum Hessen statt. * * Gegen den Mißbrauch geistiger Getränke. Nächsten Dienstag ben 6. l. M. findet Nachmittags 4 Hhr im Gasthofe „Zur Rosenau" in Frankfurt a. M. die Generalversammlung des „Hessischen Landesvereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" statt. Gegenstände der Tagesordnung sind : Ablegung des Rechenschaftsberichts, Berathunb und Beschlußfassung über den Fortbestand und die fernere Thätigkeit des Landesvereins und eventuell Vorstandswahl. * * Der Gelreidemarkl. Der Getreidemarkt stand in der verflossenen Berichtsivoche ersichtlich vorwiegend unter dem Einflüsse ungünstiger ausländischer Notirungen, speciell solcher vom amerikanischen Markte. Weizen wie Roggen waren ■ daher an den meisten Plätzen zunächst sehr gedrückt im Preise, doch verursachten später Realisationen und weiter die eingetretene regnerische Witterung in beiden Artikeln wieder eine mäßige Preissteigerung, doch bewegten sich die Hmsätze in recht engen Gcenzen. Dagegen zeigte Hafer im Allgemeinen eine feste Haltung, welche wohl als eine Rückwirkung der im Maisgeschäft hervorgetretenen festen Tendenz zu betrachten ist. Ander Berliner Productenbörse notirten, Alles pro 1000 Kilogramm gerechnet: Weizen von 114—183 Mk., Roggen von 106—112 Mk., Hafer von 106—142 Mk., Gerste von 92—180 Mk. Brodprcise vom 4. November bis 18. November 1894. Der hiesigen Bäcker. 1 Äa. (2 Pfd.) Tafelbrod .... bei Carl Wallenfels II. ... 2 jtg. (4 PfdO Tafelbrod . bei Carl Wallenfels II 1 »0. (2 Pfd.) Wcißbrod .... 2 «0. (4 Pfd.) Wcißbrod .... 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod . 2 »fl. (4 Pfd.) „ .... 3 Kg. (6 Pfd.) , - - Der auswärtigen Bäcker. 24 Pfg. 25 , 48 „ 50 „ 22 , 44 „ 20 , 40 , 60 , 1 Rfl. (2 Pfd.) Weihbrod bet Aug. Deibel von Wicseck 22 Pfg. 2 Ka. (4 $ib.) Weihbrod bet @g. Ant. Heuser u. Dern und Schmitt von Gr.-Ltnden 36 „ »U4- Deibel von Wteseck 44 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod b. Gg. A. Heuser und Dern u. Schmitt v. Gr.-Linden 34 „ Job. Kd. Belte v.Klrch-Gön«, 36 , F.Schön o. Ruttershausen u. W. Weitzel v. Lang-Göns 38 . Aug. Detbel von Wteseck, G. Jacoby v. Alten-Buscck u. W. Steinmüller v. L.-GönS, 40 „ 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod b. Balth. Christ Ww. o. Wteseck 60 „ Der Brodvertäufer. 1 Kg. (2 Pfd.) Weihbrod 22 Pfg 2 Kg. (4 Pfd.) Weihbrod 44 , 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod 20 „ 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod 40 w 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod 60 . Gießen, den 3. November 1894. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Ver?ehr, £anö> «nd volkswirthschaft. »testen, 3. Novbr. Marktbericht. Au» dem heutig n Wochenmarkt kostete: Butter or. Pfd. .*-.95-1,00, Hühnere e pr. Stück A, 2 Stück 14—16 A. «äse vr. 6t. 4-8 4, X-äfematte pt. St- 3 A, Erbsen pr Liter 17 A, Linsen pr. Liter 28 A, Tauben pr. Paar X 0,50-1,00, Hühner pr. Stück * 0,85-1,00, Hahnen pr. St. .* 0,65 1,00,Enten pr-Sd .*1,30—1,8(1 Gänsepr-Pfd. 54—65, pr. Pfd- 76 - 80 A. Kuh- u Rindfl. pr.Md- —70 A, Schweim - fleisch pr. Pfd. 66 76 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 68-70 A. Hammel- gisch pr. Pfd. 60—70 A. Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00-6,50 M, etZkr.ru t or Stück--A, Zwiebeln pr. Zentner 3,00- 3,50 -M, MUS or. Ater 16 20 Enteneier 2 ®t - A, Gänseeier — A. Zwetschen pr- Ctr JV. 3,00—4.00. Gieße«, 3. November. Der am 30. und 31. v. MtS. dahier abgehaltene Bi eh markt war trotzdem, daß an demselben Tage der bekannte Ortenberger „Kalte Markt" abgehalten wurde, ziemlich stark befahren. Aufgetrtebcn waren 963 Stück Rindvieh und 1584 Stück Schweine. Trotzdem, dah sich schon am vorhergehenden Tage ein lebhafter Handel entwickelte und viele Käufe abgefchlossen wurden, machte sich eine wesentliche Veränderung bei den Preisen an den Marktlagen nicht bemerkbar. Auf dem am zweiten Tage mit ab- gebaltenen Krämer- und Zwiebelmarkt wurde ein bedeutendes Quantum Zwiebeln ongeiahren und kostete der Gentner 2 JL 80 A bis 3 JL 50 A- — Nächster Markt Dienstag den 20. und Mittwoch den 21. November (zweiter Zwiebelmarkt), am letzteren Tage auch Krämermaikt. OMf -en Stan-e»arnts*egisterrr der Stadt Gießt«. Aufgebot«. October: 29. Johann Hermann Pfeffer, Schlosser dahier, mit Elisabethe Junk hterselbst. 29. Otto Ernst Hoffmann. Fretherrltch Riedcseli cher Oberförster zu Engelrod, mit Elisabethe Theone GrooS bierselbst. 31. Ernst Ferdinand Heß, Vicefeldwebel dabter, mit Hermine Müller zu Wetzlar. November: 1. Johann Dieter Schneider, Gefangenenausseh. i dahier, mit Elisabeth Reeg zu Wallbach. 1. Konrad Schlierbach, Buchhalter dahier, mit Katharina Susanna Anna Lina Elisabeth Häuser dahier. Geboreue. October: 21. Dem Bremser bei den Oberhessischen Eisenbahnen Emil Valentin Gernand ein Sobn. 24 Dem Müller Heinrich Hammel eine Tochter, Margarethe Elisabeth. 24. Dem Gastwirth Wilhelm Leyerer ein Sohn, Johanne« Wilhelm. 24. Dem Schutzmann Martin Erb ein Sobn. 26. Dem BahnhofS-Restaurateur Jean Kirch ein Sohn. 26. Dem Kaufmann Philipp Herrmann eine Tochter. 26. Dem Musiklchrcr Peter Volk eine Tochter. 26. Dem Conditor Ludwig Döll ein Sohn, Ludwig Robert. 26. Dem Schreinermeister Georg Adam Hainer ein Sohn. 27. Dem Loco- motivheizer Eduard Siebert ein Sohn, Friedrich Karl Eduard. 27. Dem Hilfs-GerichtSdtener Franz Andres ein Sohn, Wilhelm Franz August. 30. Dem Maurer Georg Cappeller eine Tochter, Anna Elisabeth. 30. Dem Fabrikarbeiter Karl Balser ein Sohn. «estorden«. October: 27. Leonhard Karl Anton Lehr, 1 Jabr alt, Sohn von Schuhmacher Karl Anton Lehr dabier. 27. Marie Grau, 67 Jahre alt, dahier. 28. Franziska Bärrn, 57 Jahre alt, Näherin dahier. 28. Anna Winter, 25 Jahre alt Köchin von Monzernheim. 29. Heinrich Schepp II, 41 Jahre alt, Zimmermann von Linden- strutb. 29. Auguste Weinberg, 3 Monate alt, dahier, Tochter von Kaufmarn Jacob Weinberg. 30. Heinrich Rinn, 33 Jahre alt, Stationsdiätar dahier. 31. Clara Klingelhöfer. geb. Schleuning, 51 <^abre alt, Ehefrau von Weißbinder Gerhard Klingelhöfer dabier. 31. Karl Norenberg, 39 Jahre alt, Koch von Weilburg. 31. Otto Thaler, 22 Jabre alt, Student dahier. November: 1. Georg Port, 51 Jahre alt, Pflasterer von Steinbach, Kreis Gießen. A»»r«,g ans den «irchenbiichern der Siadt Gretzen. Evangelische Gemeinde. Getraut«. MarkuSgemetnde. Den 2. November. Wllhelm Schmitz, Barbier zu Gießen, und Katharine Weller zu Gießen. Getauft«. MatthäuSgemeinde. Den 28. Ociobrr. Dem Kuftchrr Heinrich Völpel eine Tochter, Margarethe, geboren den 22. September. Denselben. Dem Bahnarbeiter Wilhelm Mootz ein Sohn, Heinrich, geboren den 12. October. MarkuSgemetnde. Den 28. October. Dem Kaufmann Karl Orbtg ein vohn, Karl Emil Ferdinand Hermann Friedrich, geboren den 17. Septbr. JohanneSgemetnde. Den 28. October. Dem Kaufmann Adolf Geisse ZwtllingS- ktnder, Luise und Gustav, geboren den 14. September. Denselben. Dem Schretnermeister Carl Tränkner ein Sohn, Arthur Carl Willy, geboren den 16. October. g... . Denselben. Dcm Photographen Gustav Mook ein Sohn, »lverl Carl, geboren den 6. September. , , Den 29. Ocloder. Dcm Hetzer Heinrich Luft ein Sohn, Wilhelm Georg Ludwig, geboren den 24. SepUmdcr. sMtlttärgemetnde. Den 29. October. Dem Stabsarzt vr. Arnold Krieger eine Tochter, Johanna Helene Marie, geboren den 22. August. MatthäuSgemeinde. Den 30. October. Franziska Bärrn, Nähterin, Tochter deS verstorbenen Polizetosficianten Philipp Bärrn, 57 Jahre alt, gestorben bCn ^November. Heinrich Adam Rinn, StattonS-Diätar, Sohn des verstorbenen Station« Einnehmers August Philipp Rinn, 33 Jahre alt, gestorben den 30. October. MarkuSgemetnde. Den 28. Oclober. Karl Schupp Sohn deS TaglohnerS Peter Schupp, alt 14 Jahre, starb den 25. October. Lukasgemetndc. Den 30. October. Marie Grau, ledig, alt 64 Jahre, starb den 27. October. JohanneSgemetnde. Den 2. November. Clara Klingelhöfer, geb. Schleuning, Ehefrau des Weißbinders Gerhard Klingelhöfer, alt bizJahre, starb den 31. October. Sctyiff$nad>rid>ten» Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Car Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 1. November. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Lahn, Capitan H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. October von Bremen und am 24. October von Southampton abgegangen war, i't heute 4 Uür Morgen« wohlbehalten in Newyork angekommen. Fonlard-Seide 95 Pf. bis 5.85 p. Mk. - japanesische, chinesische rc. in den neuesten Dessin« u. Farben, sowie schwarze, wctße und farbige chenneberg»Seide von GO Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. — glatt, gestreift, karrtrt, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, Dessins rc.). Porto und steuerfrei Ine Haus. Muster umgehend, 8081 Seiden - Fabrik 6, Henneberg (k u.k hoa.), Zürich. EtetigsteigenderAbsatz seit 1880 findet d'r berühmt- Hslländ. Xabafb tB.Beckertn ettftna. $>. 10 Pfd. fco. acht Mark. 7830 Bekanntmachung. Christoph Paulus von Alleu- dors a. Lda. und seine Ehefrau haben vereinbart, daß die unter ihnen bestehende Errungenschaftsgemeinschaft aufgehoben sei und daß sie hinfort in Gütertrennung leben wollen. Gießen, den 31. October 1894. Großh. Amtsgericht Gießen. Dorn sei ff. 9036 Versteigerung. Im Auftrag des Viehhändlers Carl vorn In Gießen versteigere ich in Gemäßheit hande'sgesetzlicher Bestimmungen Rodhetmerstraße Nr. 11 (Pulvermühle) Montag den 5. Novbr. d. I., Vormittag« 8«/, Uhr, eine« Hammel gegen Baarzahlung. 9073 Born, Gerichtsvollzieher. Großherzoglich Kberhessische Eisenbahnen. Die Ausführung der Erd' und Maurerarbeiten, sowie der Steinbauerarbeiten für das dahier zu errichtende neue Werk- stätten-Hauptgebäude soll vergeben werden. Dem Ausschreiben liegen die im Wege de« Buchhandel« zu beziehenden »Beding ungen für die Bewerbung um Arbeitrn und Lieferungen", sowie die „Allgemeinen Vertragsbestimmungen für die Ausführ, ung von StaatSbauten" im Großberzog- thumHeffen vom Jahr 1892/93 zu Grunde. Die ferner maßgebenden Allgemeinen und speciellen Bedingungen, sowie die Unterlagen für die Angebote, enthaltend den Umfang der einzelnen Arbeiten und für die Ausfüllung der Einheitspreise vorbereitet, desgleichen die Zeichnungen, liegen in dem Baubureau am Rtegelpsad dahier (bei dem Wärterhaus Nr. 1 der Linie Gießen-Gelnbausen) zur Einsichtnahme auf; erstere können auch durch unser Sekretariat gegen franktrte Einsendung von 60 A pro Exemslar bezogen werden. Angebote, versiegelt und mit bezüglicher Aufschrift versehen, sind bis zum 28. November d. I. bei uns einzureichen Gießen, 2. November 1894. 9072 Grobherzogliche Direktion. Loose. I Gtldlotttrienv.Lchn idemhl rc. rc. ä LooS 3 Mk., */4 Antheil 1 Mk. Darmstädter und Weimar a Loo« 1 Mk. - 11 Loose IO Mk. empfiehlt Heinrich Wallach. 9060 billig angefcrtigt. Haarketten 8677 rc. rc. fertigt billigst an Max Rüger, Wallthorstr. 6. 8577 bei H. Tichy, SelterSweg 43. Mermischte Anzeigen. Steins Saalbau Samstag den 10. Novbr.: Dlllmn- u. Kjndkrkltidkr von den einfachsten bis zu den feinsten, werden im Hause schnell wieder zu räumen, verkaufen wir -diese Corsetts zur Hälfte des reellen Peifes. Geschwister Aron, Zpeliai-Corsktt-Geschiist, 25 Seltersweg 25. 9075 Nürnberger Spiclmnnren! Puppen und Christbaumschmuck, «urzwaaren und GebrairchSartikel, Neuheiten in 10, und 50 Pfg -Artikeln. Preisliste nur für Wiederverkauf! 9037] [Friedr. Ganzenmüller In Nürnberg. 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Lony. im Festsaale des Cafe Leib. 9041 Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag 2 Uhr statt. 9029 Mitglieder können Freunde und Bekannte gegen ein Eintrittsgeld 1 M. einführen. Der Vorstand. von 9017 Der Vorstand. 9074 Gregori & Sohn 7.— M be- Lodenmäntel Plippk«: Gestelle «. Köpfe Möbel etc. etc. Geteuk- puppen. Puppenwagen. mit Theater und Tan? in Steins Saalbau. SW Anfang 8 Uhr. *XBG L ii tr Absnnements-Concerte Cafe Leib — Festsaal. 9053] Handlanger gesucht. H. Carle, Dachdecker. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Klingelhöfer. Eintrittskarten an der Kasse ä 1 Mk.; im Vorverkauf bei den Herren Friseur Lehrmuud, Seltersiveg, Wahl, Neustadt, und den Mitgliedern Arnold und Bogt, Restaurateure, a 80 Pfg. — Gallerie- karten L 20 Pfg. an der Kasse. Der Borstand. pfehlon 8582 Exped b. Bl. niedenulegen. [9004 , . „ Ä i 9048] Gut empfohlene Mädchen LOUIS Treif & Cie. öon auswärts suchen Stellung. Frau Seybtcke, Bahnhofstraße 43. 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Dieselben werden mit Streichmusik ausgeführt, wozu ein musik- und kunst- liebendeö Publikum ergebenst eingeladen wird. Der Abonnements-Preis für 6 Concerte beträgt: Familienbillets bis zu 4 Personen . Gekleidete Puppen in grosser Auswahl. Ein Posten zurückgesetzter Puppen -— zur Hälfte des Preises. - 9019 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden, insbesondere dem Herrn Pfarrer Dr. Naumann für seine trostreichen Worte am Grabe der Verewigten sagen wir unseren innigsten Dank. Concordia. Keute Sonntag den 4. Iovemöer: Abend-Unterhaltung Am 9. November, Abends 81/z Uhr, beginnt in der Aula der Universität ein Anfangs - Unterrichts - Cursus in der Gabelsberger'fchen Stenographie unter Leitung des Herrn cand. cam. Balser. Theilnehmer-Karten sind zu 8 Mark in der Ferber'schen UniversttätS- Buchhandlung (C. Koch), die auch die Lehrmittel vorräthig hat, zu haben. Donnerstag, 8. November, Beginn des Fortbildungs- und Debattenschrists-Unterrichts im Vereinszimmer (Cafe Ebel). 6.- 2.20 „ 0.50 „ 9i'26] Zuverlässiges Lankmüdche« und j gesucht. Goethestraße 40, pari. Lodenionnen ®n lunger Kaufmann, LUUuUJUpp<3ll ber seine Lehrzeit in einem Fabrikgeschäft in allen Woo'ftffiÄfftS Maria im Alter von 20 Jahren heute Morgen 4 Uhr nach kurzem schweren Leiden dem Herrn entschlafen ist. 9040 Rödgen, den 3. November 1894. Wilhelm Windecker, Pfarrer. Luise Windecker, geb. Molly. Martha Windecker. 9051J Solid., reinl. Mädchen für HanSarb. gesucht. Ltndenplatz 5 H. 902b] Ein tüchtiges Dienstmädchen nach auswärts gesucht. Bleichstr. 14 I Statt jeder besonderen Anzeige theilen wir Verwandten und Freunden mit, dass unsere geliebte Tochter und Schwester „ r „ // // b // Personenbrlletö Kassenpreis §ie Mciichan-mng °°» $**» unterhält ein großes Lager 9016 in- und ausländischer Weine. 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