di-> zur IIS) iren. L Hu iart. )er Art. gdweften ry. 6 Tricot- W Preis- ihn- irutf aulgffiirta Nr. 232 Zweites Blatt. Donnerstag den 4. October 1894 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, eit Au-nahme deS Montag». Die Gießener Aimitie-otätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Vierteljähriger Durch die Past bezogen 2 Mark 50 Psg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutftraße Kr.7. Fernsprecher 51. Gießener Anzeig er Generat-Mnzeiger. 2lints- und Anzeigeblatt für den Areis Giefzen. Gratisbeilage: Gießener Aamitienblatter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen dinzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtliche* Theil. Gießen, den 3. October 1894. Betr.: Vertilgung des Frostnachtspanners. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen e* Ne Grssch. »öreermeiftetete* M AretM. Unter Hinweis auf den im Abdruck nachstehenden, aus bem Monatsblatt des Oberhessischen Obstbauvereins vom October 1891 entnommenen Artikel beauftragen wir Sie, die Baumbesitzer Ihrer Gemeinden alsbald zur Anlegung von Klebgürteln an den Obstbäumen öffentlich aufzufordern, sowie an den Gemeindebäumen auf Kosten der Gemeinde Klebgürtel baldigst anbringen zu lasten. Ende October d. I. sehen wir x^ren Berichten über den Vollzug unserer Anordnung mit der Aeußerung darüber entgegen, inwieweit die Baumbesitzer Ihrer Aufforderung entsprochen haben. v. Gagern. Die Frostnachtspanner. 6incr der gefährlichsten Feinde unserer Obstbäume, der schickt sich wieder an, seine Brut an unsere Obstbäume zu bringen und dadurch jetzt schon die nächstjährige 6rnte zu beeinträchtigen. Deshalb ist es nothwendig, daß flue Obstzüchter Hand in Hand gehen und verhüten, daß das Weibchen seine Eier an die Knospen der Obstbäume legen tann. Dieses Weibchen, das noch in der Erde als Puppe ruht, kommt nämlich von Anfangs October bis Mitte November aus der Erde. Es ist ein Schmetterling, welcher nur mit Flügelstümmeln versehen ist, also nicht fliegen kann, dafür aber sehr kräftige, lange Beine besitzt, mit deren Hülfe er den Stamm erklimmen und zu den Knospen gelangen kann. Das Männchen dagegen, welches braune Flügel besitzt, kann fliegen und sucht das Weibchen während des Marsches am Stamme entlang auf. Gelangt das Weibchen dann in die Baumkrone, so legt es an die Knospen seine Eier ab, und zwar nicht weniger als etwa 250 Stück. Aus diesen schlüpfen im Frühjahr die kleinen grünen Spannraupen, welche mit der Entwickelung der Blüthen wachsen, sich zwischen einige Blätter und Blüthen einspinnen, um von da aus die Entblätterung der Bäume durchzuführen. Als der bekannte Pfarrer Christ diese Lebensgeschichte kennen gelernt hatte, reihte er an die vielen Verdienste, die er ffch um den Obstbau Oberhestens schon erworben hatte, noch das eine Mittel zur Bekämpfung dieses Feindes. Er hat Zuerst auf Birkenrinde Theer gestrichen und diese Rinde dann um den Stamm gebunden. In der neueren Zeit wurden erst die Klebgürtel in Anwendung gebracht, welche in der richtigen Weise und zur richtigen Zeit angewendet, das Erklettern des Baumes durch das Weibchen unmöglich machen. Im Kreise Gießen war dieses Anlegen der Klebgürtel überall da mit gutem Erfolg begleitet, wo es richtig durchgeführt wurde, und wo die Bäume trotzdem von der Raupe entblättert wurden, waren eben Fehler gemacht worden. Wenn man den Gürtel anlegt, nachdem der Frostspanner oben am Baume ist, oder wenn man den Leim eintrocknen läßt, oder wenn man singet dicke Lücken zwischen Stamm und Ring läßt, dann darf man nicht der Methode, sondern muß seiner eigenen Gleichgültigkeit die Schuld beimefsen. Deshalb wolle man beim Anlegen der Leimringe, denen wir recht große Verbreitung wünschen, folgendes beachten: 1. Die Ringe müssen Anfangs October angelegt werden. 2. Das Papier muß sehr gut geleimt sein. Am besten verwendet man sogenanntes Pergamentpapier. 3. Das Papier muß mindestens 10 cm breit sein. 4-, Der Papierring muß um den ganzen Stamm gelegt und mit einer Kordel unten und einer oben gebunden fein. 5- Zwischen dem Papierring und dem Stamm dürfen feine Lücken fein, da sonst das Weibchen unten durchkriecht. Etwa vorhandene Lücken werden mit Lehm, Werg rc. aus- gestopft. 6. Bevor man den Papierstreifen anlegt, muß an der betreffenden Stelle die Rinde glatt gemacht werden. 7. Der Leim wird mit einem Pinsel auf das Papier, niemals aber auf den Stamm selbst aufgestrichen. 8. Es ist nothwendig, daß man die Ringe alle 10 Tage von neuem anstreicht. Im Uebrigen sei bemerkt, daß die Geschäftsstelle des Oberhessischen Obstbauvereins in Friedberg gerne bereit ist, gutes, geschnittenes Papier und beliebige Mengen Leim zu vermitteln. Vermischtes. * Frankfurt a. M., 1. October. Der Zoologische ©arten hat seit Beginn dieser Woche wieder eine ganz be- sonders große Anzahl Thiere neu ausgestellt, so eine Gazellen- Heerde, bestehend aus drei Männchen und sieben Weibchen, Wüstenigel aus der Sahara, Nilfüchse aus Nordafrika und tunesische Trappen. Geschenkt wurde ein stattlicher weißer Hirsch, sowie Lummen von Helgoland. Diese Thiere sind mit den Fettgänsen (Pinguinen) verwandt und fangen Fische, die sie mit großer Geschicklichkeit unter dem Wasser jagen. Mehrere Charnäleonen, die direct aus einerOase der Sahara eintrafen* wechselten sofort die Farbe von hellgrau in dunkelgrün, was al« eine Aeußerung von Wohlbehagen aufzufassen ist, das ihnen während des neuntägigen Transportes wohl gefehlt hat. Der neue Seehund, ein Geschenk der Badeverwaltung auf Amrum, gedeiht vorzüglich - außer ihm hat das Aquarium wieder Thiere aus dem Mittelländischen Meere und der Nordsee erhalten. Die Gesammtzahl der dem Zoologischen Garten in der letzten Woche zugegangenen Thiere beträgt 62, darunter 19 Säugethiere. * St. Fohaun, 29. September. Bei einem Streit, der heute Morgen auf der Arbeitsstätte zwischen zwei Arbeitern der Burbacher Hütte auöbrach, stach der eine feinen Kameraden mit einem Messer nieder. Der Getroffene war sofort tobt. m, triWc etc. „ertkn r