Nr. 180 Erstes Blatt. Samstag den 4. August 1894 Amts- unb Airzeigeblatt für den Uveis (Sieben Gratisöeikage: Gießener Kamitienötätter. | Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. Neneste Nachrichten. Wolffs telegraphisches Torrefpondmz-Bure«u. Berlin, 2. August. Im Gefolge des Kaisers auf der Reise nach England wird sich von Künstlern u. a. auch der bekannte Landschafts- und Marinemaler Willy Hamacher auS Breslau, z. Zt. Hierselbst wohnhaft, befinden. Derselbe hat seine Studien hauptsächlich unter W. Schirm in Breslau gemacht und unter Leitung des Profefiors Hans Gude in Berlin vollendet. Durch seine Schöpfungen lenkte er bald die Aufmerksamkeit zahlreicher Kunstkenner auf sich, die Ver- anlafiung genommen haben dürften, ihn dem Kaiser zu empfehlen. Berlin, 2. August. Ein Major vom General st ab, der am Dienstag Nachmittag vom Anhalter Bahnhofe nach einem süddeutschen Badeort reisen wollte, hat diese Absicht einstweilen verschieben müsien. Der Major führte einen Handkoffer mit sich, den er im Vertrauen auf die Sicherheit des belebten Bahnhofes außerhalb der Absperrungslinie au dem Bahnsteige niedersetzte, während er sich auf kurze Zeit entfernte. Bet der Rückkehr war der Koffer gestohlen. Der Verlust ist für den Major um so empfindlicher, als der Deutsches Reich. Darmstadt, 2. August. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin trafen, von Coburg kommend, gestern Abend wieder in Jagdschloß Wolss- garten ein. Seine Königliche Hoheit der Großherzog fuhren heute früh 5 Uhr 30 Min. zur Bahnstation Groß- Gerau, um Ihre Großherzogliche Hoheit die Prinzessin Alix, Höchstwelche in Begleitung der Hofdame Fräulein v. Fabrice und Fräulein Schneider von England gekommen war, zu begrüßen und nach Jagdschloß Wolfsgarten ab- zuholen. Gleichzeitig trafen dort Seine Durchlaucht der Prinz und Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Ludwig vonBattenberg in Begleitung von Miß Robson ein und fuhren nach Begrüßung mit Seiner König!. Hoheit dem Großherzog über Darmstadt—Bickenbach nach Schloß Heiligenberg weiter. Darmstadt, 2. August. Wegen des Ablebens Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des E rzh erzo gs Wilhelm von Oesterreich ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer vom 2. bis zum 9. August einschließlich angeordnet worden. Berlin, 2. August. In der inneren Politik regiert die sommerliche Fertenstille und nirgends zeigt sich eine neue und wichtigere Frage. In den meisten Reichsämtern und Ministerien fehlen die Chefs, sie weilen zur Erholung von der anstrengenden politischen Thätigkeit längere Monate am Meeresstrande oder an irgend einem lauschigen Plätzchen im Gebirge. Nur der Reichskanzler Graf Caprivi selber mag sich noch immer keine Ruhepause gönnen, er weilt noch immer am Mittelpunkte der Geschäfte, um erst später, wahrscheinlich im September, eine Cur in Karlsbad zu gebrauchen. Auch der Staatssecretär im Reichsschatzamte, Graf Posa- dowsky, ist noch immer stramm „bet der Stange", er soll sich eifrigst mit der Ausarbeitung neuer Finanz- und Steuervorlagen für die nächste Reichstagssession beschäftigen, wohl in der stillen Hoffnung, daß diesen Entwürfen ein besseres Schicksal beschteden sein werde, als ihren Vorgängern. Von den deutschen Einzelparlamenten tagt zur Zeit nur der Landtag des Herzogthums Gotha- in einer seiner jüngsten Sitzungen lehnte er nochmals die Regierungsforderung, betr Gewährung eines Staatszuschusses für das Hoftheater in Gotha ab. — Das in der Stadt Hannover erscheinende socialdemokratische Blatt veröffentlicht mehrere geheime Erlasse des Regierungspräsidenten Grafen Bismarck in Sachen der socialisttschen und welfischen Agitation. — Die socialdemokratische Partei hat doch vortreffliche Verbindungen! — Nach einem dem Südafrikanischen Handels- contor in Dresden zugegangenen Berichte seines General- Vertreters in Windhock sollen sich nicht allein im Süden, sondern auch im Norden des deutschen Schutzgebiets in Südwestafrika die politischen und damit auch die wirthschaftlichen Verhältnisse von Woche zu Woche bessern. Dem Häuptling Witboi, der unser Gebiet nun schon so lange schwer beunruhigt hat, sind ganz erhebliche Verluste beigebracht worden, sodaß, wie verlautet, seine ehemals zahlreiche Gefolgschaft bis auf 60 Krieger zusammengeschmolzen ist. Inzwischen wird die 250 Mann betragende Verstärkung der Kaiserlichen Schutztruppe in Swakopmund gelandet sein, nach deren Eintreffen im Hauptquartier sehr bald eine völlige Ordnung der Verhältnisse drüben zu erwarten ist. Vierteljähriger Abouncmeatsprels: 2 Mart 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezöget 2 Mark 50 Pfg. Rcdaction, Expedition und Druckerei: Schutstrahe Kr.7. Fernsprecher 51. Localer «nd provinzielle» Sieben, den 3. August 1894. ** Ernennungen. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 28. Juli wurden die Lehramtsaccessisten Karl Vogt zu Gernsheim, Jakob Sieben zu Groß Gerau, Philipp Bitsch zu Darmstadt, Anton Schlamp zu Gießen, Karl Bader daselbst, Heinrich Lucius zu Alsfeld, Hermann Oswald zu Laubach, Ernst Hen sing zu Mainz, Wilhelm Schottler daselbst und Franz Bock zu Dieburg zu LehramtSassefforen ernannt. * * Uuglückssall. Gestern Nachmittag gerieth auf dem Bahnhofe zu Sich der Bremser Hch. Lehr mund von hier beim Ankoppeln zwischen die Puffer und wurde derart verletzt, daß er heute Nacht infolge der erhaltenen Verletzungen in seiner Wohnung gestorben ist. * * Feuer. In einer Scheune am Riegelpfad entstand gestern Nachmittag Feuer, welches aber gleich im Entstehen bemerkt und gelöscht werden konnte. Man vermuthet, daß Kinder, die in der Scheune spielten, den Brand verursachten. * * Warnung. Es ist gelegentlich der Omnibusfahrten die Beobachtung gemacht worden, daß Fahrgäste statt 10 Pf. nur 2 Pf. in den Einwurfkasten legten. Es ist diese Handlungsweise ein vollendeter Betrug und sollen diese Zeilen dem Publikum zur Warnung dienen. • * * Versuchter Fleischschmuggel. Vorgestern war im hre- sigen Schlachthause ein an Ruhr erkranktes Kalb vom Fletschbeschauer zurllckgewiesen worden. Der betr. Händler verbrachte es alsbald nach Wteseck, wo es anstandslos geschlachtet und vom Fleischbeschauer für gesund erklärt worden war. Das Fleisch dieses Kalbes hätten die Gießener alsbald gebracht bekommen und für gesund verzehrt, wenn nicht die hiesige Polizei rechtzeitig die Sache vereitelt hätte. * ♦ Bei der jüngst stattgefundenen Vorstandswahl der Israelitischen Religiousgemeiude hier, wurden an Stelle des Herrn A. Marcus Herr Bankier I. Grünewald zum ersten Vorsitzenden und an dessen Stelle Herr Kaufmann S. Rosenbaum in den Vorstand gewählt. Wie wir weiter hören, beabsichtigt diese Gemeinde eine eigene Synagoge erbauen zu lassen. * * Ernannt wurden am 21. Juli zu Gefangenwärtern: Jakob Welker am Haftlocal in Alsfeld, Christian Leh- ning am Haftlocal in Büdingen, Peter Pfaff am Haft- Koffer, einer Localcorrespondenz zufolge, außer anderen Gegen- ständen militärischePläne barg, die der Offizier während seines Urlaubs vervollständigen wollte. Obgleich der Major den Verlust sofort der Polizei anzeigte und 100 Mark Be- lohnung für die Herbeischaffung des Koffers aussetzte, blieben Dieb und Koffer unentdeckt. Berlin, 2. August. Wie der „Reichsanzeiger" berichtet, yat einer amtlichen Meldung zufolge die japanische Regierung den Vertretern der Mächte in Tokio mirgetheilt, daß sie sich, obwohl eine formelle Kriegserklärung nicht erfolgt sei, mit China als im Kriegszustände befindlich betrachte. Die chinesische Regierung ihrerseits informirte die auswärtigen Vertreter in Peking, daß, nachdem Japan die Feindseligkeiten eröffnet habe, China sich zur Vertheidigung gezwungen sehe. Nom, 2. August. Die „Agenzia Stefani" bezeichnet die Meldung in Betreff Aufhebung des Belagerungszustandes in Sicilien sür verfrüht. Der „Ri- forma" zufolge sind in Garess io bet Coni während des ExercirenS ein Corporal und ein Soldat durch Flintenschüsse verwundet worden. — In Maconna in Sardinien wurde ein Artilleriepferd durch einen Schuß verwundet. In beiden Fällen ist eine strenge Untersuchung ein« geleitet worden. Toulon, 2. August. In der Werkstätte des Arsenals wurde in der letzten Nacht unter einem Hausen Körben eine brennende Schwefelschnur entdeckt. Der Thäter ist noch nicht ermittelt. Yokohama, 2. August. Der chinesische Gesandte in Tokio verlangte seine Pässe. Er reift am Freitag ab. Depeschen des Bureau „Herold*. Berlin, 2. August. Nach Schluß der gegenwärtig in Berlin tagenden Choleraconferenz reift der Oberpräsident von Westpreußen, v. Goßler, nach Wilhelmshaven, um dem Kaiser Vortrag über den Stand der Cholera in Westpreußen und im Weichselgebiet zu halten. Der Vortrag hängt mit der demnächst zu treffenden Entscheidung des Kaisers über den etwaigen Ausfall der großen Herbstmanöver zusammen. Berlin, 2. August. Der „Reichsanzeiger" weist wiederholt die Behauptung einiger Blätter zurück, daß zu den Schießversuchen der Jnfanterie-Schießschule zu Spandau im Januar bis März d. I. 80 Leichen verwendet worden seien. Der „Reichsanzeiger" erklärt nochmals, daß nur mit Leinwand umhüllte Präparate des anatomischen Instituts zu diesen Versuchen gebraucht wurden. Graz, 2. August. Der gestern hier eröffnete Eisenbahntag ist von zahlreichen Vertretern Deutschlands und Oesterreichs besucht. Das projectirte Festbanket wurde wegen des Todes des Erzherzogs Wilhelm abgesagt. Budapest, 2. August. Hier findet morgen ein M onstre- meeting von Arbeitslosen statt. Budapest, 2. August. Die „Magyar. Allam" bringt einen offenbar gegen den Fürstprimas Vaszary gerichteten außerordentlich heftigen Artikel, in welchem denjenigen Bischöfen, welche sich dem Kampf gegen das Civtlehegesetz' nicht anschließen, angedroht wird, man werde die katholische Kirche von solchen ungetreuen Verwaltern durch eine canonische Untersuchung säubern und den Papst bitten, einen apostolischen Legaten nach Ungarn zu entsenden. Paris, 2. August. Gestern Abend wurde auf den Boulevards Seitens des Publikums überall die Ausgabe des „Jntransig ean t" verlangt, welcher einen Leitartikel über das neue Preßgesetz enthielt, der statt in gewöhnlichen Lettern in Taubstummenschrift gedruckt war. Der Artikel, zu dessen Entzifferung am Schluß des Blattes ein Schlüssel beigegeben war, begann mit den Worten: „Republikaner! Hier ist die Guillotine und im Elysee wird heute Abend getanzt!" Lyon, 2. August. Hier cursirte gestern Abend das Gerücht, mehrere mit Revolvern bewaffnete Anarchisten hätten den Wagen angegriffen, der die Gefangenen aus dem Justizpalais nach dem Gefängniß zurückbringt, in der Annahme, daß sich Caserio im Wagen befinde. Dies war aber nicht der Fall. Bestimmte Angaben fehlen noch. Lyon, 2. August. Eine große Menge Volk und eine doppelte Postenkette umgeben den Justizpalast. Im Verhör hält Caserio feine trotzige Haltung bei und gesteht Alles unumwunden ein. Auf die Frage des Präsidenten, aus welchen Gründen er den Präsidenten Carnot ermordet habe, antwortete Caserio, er werde darüber Einzelheiten in der Erklärung abgeben, die er vor den Geschworenen verlese. Ueber seine Beziehungen zu den Anarchisten verweigerte Caserio jede Antwort. Bezüglich der Rathschläge seiner Alle Annoncen-Burcaux des In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Der Htetzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Aamitienblätler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger. Mutter, die er nicht befolge, sagte er begeistert, es gibt eine größere Familie als Vater und Mutter, nämlich die Familie der Menschheit. Auf die Frage des Präsidenten, warum er nichts über die Mitschuldigen mittheilen wollte, sagte er: „Die Polizei erfüllt dieses Handwerk." Sodann gibt Caserio eine eingehende Beschreibung des Wagen Carnots, dessen Insassen und die Ausführung des Verbrechens. Auf die weitere Frage des Präsidenten, ob er nicht den Urheber einer Correspondenz kenne, die Frau Carnot zwei Tage nach der Ermordung ihres Gemahls zugegangen und aus einer Photographie Emil Henrys bestand, worauf die Worte standen: „Habe ich ihn nicht gut gerächt?" Caserio antwortete: ich kenne ihn nicht, aber er hat gut gethan. Caserio bestritt energisch die Annahme, er sei irrsinnig und behauptete, et habe nicht wie ein Narr, sondern allein für sein anarchistisches Ideal gehandelt. London, 2. August. Die „Times" meldet lange Emzel- heilen über die Jngrundbohrung des Transportschiffes „Kowshung" durch den japanischen Dampfer „Naniva". Danach hat der japanische Capitän zuerst die Papiere des „Kowshung" geprüft. Der Capitän des „Kowshung bemerkte, daß er unter englischer Flagge segle, daß der Krieg nicht erklärt sei, und ersuchte die Japaner, die englische Flagge zu respectiren. Kurz nachher erfolgte die Jngrundbohrung des „Kowshung". London, 2. August. Der ehemalige Unterstaatssecretar für Indien, Curzon, erklärte, nach seiner Kenntniß der Verhältnisse könne China im Kriege mit Japan nicht gewinnen, sondern werde unausbleiblich eine Niederlage erleiden. Curzon ist der Ansicht, der Krieg werde nicht von langer Dauer sein. Brüssel, 2. August. Ein hiesiges Blatt meldet, die Polizei habe hier etwa sechs deutsche und holländische Juden, welche heimliche Spiethäuser hielten, über die Grenze geschafft. Chicago, 2. August. Der Strikeführer D e b b s erklärte, an keinem ferneren Strike mehr theilnehmen zu wollen. Den Arbeitern verbleibe kein anderes Mittel zur Verbefferung ihrer Lage als der Stimmzettel. local in Butzbach, Georg Lohnes am Haftlocal in Grün- f lich verletzt aus den Trümmern gezogen,' an ihrem Aufkommen berg, Dictorian Fortnagel am Haftlocal in Herbstein, ' wird gezweifelt- andere wurden leicht verletzt. Wilhelm Christian Volz am Haftlocal in Lich, Ludwig Diehlmann am Haftlocal in Nidda, Johann Gertmann Vollbracht am Haftlocal in Ortenberg, Johann Konrad Jost n. am Haftlocal in Ulrichstein, Ernst Heinrich Friedrich Worm am Haftlocal in Vilbel. ** 68 soll auch von den Producenten der Gegend gekauft werden. Betreffend die diesjährigen Manöver wird von den zuständigen Behörden darauf aufmerksam gemacht, daß die Vorstände der zu errichtenden Manöver-Proviantämter angewiesen worden sind, sämmtliche Verpflegungsgegenstände, welche von Producenten angekauft werden können, wie Heu, Stroh, Kartoffeln, Hammel, Ochsen rc. auch von den Producenten der Gegend zu entnehmen. ** Postanweisungen. Seitens einzelner Handelskammern wird ein Gesuch an den Staatssecretär im Reichspostamt vorbereitet, dahingehend, daß für Postanweisungen biß zum Betrage von 10 Mark fortan nur eine Gebühr von 10 P fg. erhoben werden möge. Begründet wird dies Gesuch damit, daß für alle kleineren Geldsendungen an preußische Behörden, die vordem mit Postwerthzeichen beglichen werden konnten, feit dem Inkrafttreten des neuen Aversional- abkommens Postanweisungen benutzt werden müssen, weil die betreffenden Behörden die Annahme von Postmarken nunmehr verweigern. ** Zur Abschaffung der Offiziersschärpe. Die Nachricht, daß die Offtziersschärpe bei den unteren Offiziersklassen abgeschafft und bei den Stabsoffizieren über die Schulter getragen werden soll, wird von Berlin aus als unrichtig bezeichnet,- man denke nicht an eine Abschaffung der im preußischen Heere seit Friedrich Wilhelm I. eingeführten Schärpe. * Berlin, 2. August. Das Schwänzen der Vorlesungen wurde in Berlin gerade vor einem Jahre von den Professoren Gneist und Schmoller mit schärfsten Worten setzte es an den Standorten fort, an die er später versetzt wurde. Seine Dienstbehörde, die seine Beschäftigung mit der Medicin kannte, übte die Rücksicht, ihn immer in Städten zu lassen, wo sich eine Facultät befand. Er wußte die Anforderungen des Truppendienstes gleichzeitig mit denen seines Studiums zu befriedigen und brachte das letztere regelrecht durch die Erwerbung des DoctorgradeS an der Pariser Facultät zum äußeren Abschluß. Ausgeübt hat General Dr. Canonge die Heilkunst natürlich nie. * Was Trinkgelder tragen können. Die Stadt Paris hatte jüngsthin ein großes Grundstück in der Rue de Vaugi- rard anzukaufen und bezahlte dafür den ansehnlichen Betrag von 600,000 Franken. Der glückliche Grundbesitzer ist Niemand anders als der einstige Kammerdiener des verstorbenen Professors Ricord, der sich aus den Trinkgeldern der Patienten seines Herrn so viel bei Seite legen konnte, daß er sowohl dieses Grundstück, wie auch einen ausgedehnten Landsitz und etliche Renten erwarb. * Eine fin de siecle-2)ie6c86anbe. Schon seit geraumer Zeit waren bei der Sicherheitsbehörde in Paris unzählige Klagen über Taschendiebstähle eingelaufen, welche in gewissen Zeitabschnitten auf den Bahnhöfen, in den Kirchen, überhaupt in starken Menschenansammlungen verübt worden waren. Trotz der eifrigen Nachforschungen konnten die gewandten Diebe nicht ertappt werden. Vor einigen Tagen gewahrte ein Geheimpolizist des Lyoner Bahnhofs eine Frau, welche sehr geschickt die Tasche eines Reisenden leerte, indeß drei andere Frauen die „Mauer" machten und ein Mann den Aufpasser spictte. Die ganze Gesellschaft wurde festgenommen und nach dem Posten gebracht. Hier wurden zahlreiche leere Geldtäschchen, eine Menge Schmuck und ein Betrag von mehr als 5000 Francs bei ihnen gefunden. Die Diebesbande verweigerte jede Auskunft, bis Dr. Bertillon in der anthropometrischen Abteilung des Polizeidepots in ihr lauter alte Bekannte entdeckte. Der Mann, ein Spanier- Namens Antonio Aobars, ist das Oberhaupt der Gesellschaft, der die zwei Schwestern Marie und Augustine Brocard und die mehrmals vorbestrafte Octavie Fustemberg und Pauline Ramonet angehören. Die Verhaftung der Bande böte kein weiteres Interesse, wenn man nicht in Erfahrung gebracht hatte, daß diese eine eigenthümliche Doppel-Extstenz führte. Indeß sie in Paris in der beständigen Angst vor einer Verhaftung lebte, genoß sie in der Provinz, wo sie ihren ständigen Wohnsitz aufgeschlagen hatte, als eine reiche und wohl- thättge Bürgerfamilie die allgemeine Achtung. Ybars bewohnte mit den vier Frauenzimmern einen prachtvollen Landsitz in Chateau-du-Loire, einem kleinen Orte des Sarthe- Departements, überdies zwei Villen und drei kleine Landhäuser an dem romantischen Ufer der Loire, welche Besitzungen durchweg gegen baares Geld gekauft worden waren» Hier hatte die Bande Pferde und Wagen und eine stattliche Dienerschaft, welche das Lob ihrer Dienstgeber in der ganzen Gegend verbreitete. Von Zeit zu Zeit unternahmen sie eine Reise nach Paris. Als der Staatsanwalt von Saint- Calais auf dem Herrschaftssitze eine Haussuchung vornahm> wurde eine ganz gewaltige Menge geschmuggelte Maaren, Tabak, Spitzen, Seidenstoffe u. s. w., Schmuckgegenstände und Werthpapiere zu Tage gefördert. Die Untersuchung wird lange Zeit in Anspruch nehmen, da die Bande weit verzweigt war und ihre Spießgesellen in allen Gegenden des Landes besaß. Die Schloßleute von Chateau-du Loire sitzen nun im Schatten, aber nicht in demjenigen ihrer Landhäuser längs der Loire. gerügt. Schmoller hat auch jetzt wieder beim Schluß seiner volkswirthschaftlichen Vorlesung, die von 11 bis 1 Uhr dauerte, die seltenen Gäste kräftig abgefertigt. Als diese Herren Punkt 12 Uhr mit dem Vorlesungsbuche erschienen, erklärte der Gelehrte: „Ich werde erst um 1 Uhr abtestiren, damit die Faulenzer Gelegenheit haben, auch einmal eine Vorlesung zu hören." * Berlin, 2. August. In der Bülowstraße fand ein Einbruch statt. Einer der Einbrecher schoß auf einen Schutzmann, den er im Rücken verwundete, traf aus Versehen auch den zweiten Einbrecher und erschoß sich dann selbst. Der zweite Einbrecher wurde gefaßt, die Personalien beider sind unbekannt. * Halle a. d. S., 1. August. Der elfjährige Knabe des Formers Probst hier gab sich heute Vormittag den Tod, mdem er sich nahe der elterlichen Wohnung in der Süd- ftadt, unmittelbar vor der Einfahrt in den hiesigen Bahnhof, von einem Zuge der Thüringer Bahnlinie überfahren ließ. Es wurde ihm der Kopf glatt vom Rumpfe getrennt. Der Knabe soll die That infolge Zurechtweisung wegen einer geringfügigen Veruntreunng ausgeführt haben. London, 2. August. Unweit Barmouth in Nord« Wales kenterte gestern Abend ein Vergnügungsboot- zehn Insassen ertranken. * Weltausstellung in Chicago. Die Abrechnungerr der Weltausstellungsverwaltung sind jetzt beinahe abgeschlossen- Aus dem Bericht des Schatzmeisters geht hervor, daß von „Concesfionen" aller Art die Gesammtsumme von 3 887 602 Doll, eingtng. Die höchsten Einnahmen lieferten die Restaurationen^ Hagenbecks Circus 125 000 Dollar- für Candyverkauf gingen 26 781 ein, das Restaurant von Henderson Hayward brachte 61 399, die Kairostraße 158 231, Dahomey-Village 27 787. Das deutsche Dorf zahlte 114 929 und Alt-Wien 96 394* Die elektrischen Boote warfen einen Gewinn für die Aus- stellungskasse von 112 370, das chinesische Dorf 15 287, das türkische Dorf 38 966 Dollar ab. Für Kaugummi beliefen sich die Abgaben auf 19 214, der Maurische Palast mit Restaurant brachte 110 706 und das Ferris Rad 127 795 Dollar. Don einem neuen verheerenden Brande sind letzter Tage die noch vorhandenen Gebäude der „Weißen Stadt", deren Schönheit und Pracht letztes Jahr von Millionen bewundert wurde, heimgesucht worden. Der verderbliche Brand brach gegen Abend in der ehemaligen Endstation der electrischen Hochbahn aus. Ehe die ersten Spritzen zur Stelle waren^ befand sich bereits die benachbarte Maschinenhalle, sowie das bereits halb niedergebrannte Ackergebäude in hellen Flammen- Da ein starker Wind wehte, stand auch bald das Verwaltungsgebäude in Flammen nnd nach Einsturz der gewaltigen Kuppel derselben setzten die Funken und brennenden Trümmer auch die Marine- und Electricitätsgebäude in Brand, die ebenfalls bald in Asche lagen, lieber die Entstehung des Riesenbrandes hat sich bisher nichts ermitteln lassen. Daß eine Brandstiftung vorliegt, ist außer Frage. Der Schaden, den das Feuer anrichtete, fällt allein auf die Gesellschaft, welche die noch stehenden Gebäude seinerzeit von der Südpark- behörde für 78,000 Dollar kaufte. * Alkohol war bisher die einzige Flüssigkeit, welche selbst durch die größte bisher künstlich erzeugbare Kälte nicht zum Gefrieren zu bringen war- erst neulich ist dies dem englischen Professor Dewar, welcher durch seine Versuche mit festem und flüssigem Sauerstoff, gefrorener Luft u. s. w. in England und auswärts so viel Aufsehen erregte, gelungen, diese Aufgabe zu lösen. Dewar brachte, wie das Patent- und technische Bureau von Richard Lüders in Görlitz berichtet, zu dem Zwecke ein kleines, mit absolutem Alkohol gefülltes GlaSkölbchen in ein Metallgefäß, welches von außen mit einem Gemisch von fester Kohlensäure und Aether abgekühlt wurde, während gleichzeitig dadurch auf diese Temperatur abgekühlter Aether in das Gefäß getropft und dieses durch , . 2' August. In vorvergangener Nacht wurde in dem benachbarten Weidenau ein frecher, räuberischer £? ! berübt Vier Männer mit geschwärzten Gesichtern suegen gegen Mitternacht mittelst einer Leiter durch XiÄen 3. $Cnfter in die Wohnung des ehemaligen Gerichtsschöffen Zimmermann, knebelten den an Gicht leidenden Mann, ebenso einen im selben Hause wohnenden Uhrmacher und nahmen 500 Mk. Baargeld, sowie zahlreiche Werth- gegenstande nut. Don den Thätern fehlt jede Spur. * Köln, 2. August. Gegen 9 Uhr Vormittags stürzte in dem benachbarten Ehrenfeld an einem Neubau das Gerüst zusammen, wobei mehrere Arbeiter aus der Löbe der zweiten Etage hinabfielen. Zwei Arbeiter wurden tödt- 1’ Chicago, 2. August. Eine Feuersbrunst zerstörte 40 Morgen Bauholzhö.fe an der Blue Island Avenue, Lincolnstreet und Ashland Avenue. Der Schaden wird auf über anderthalb Millionen Dollar geschätzt. Eine Person wurde getödtet und mehrere sind verletzt worden. * Auf dem deutschen Turnfest in Breslau war ein Hauptanziehungspunkt, wie wir doch noch berichten müssen, das Turnen der Damenabtheilung des Alten Breslauer Turnvereins. Am Dienstag kurz vor 7 Uhr Abends, als die Sonne einem zarten Teint nicht mehr zu gefährlich werden konnte, traten 50 junge Damen auf den Plan. Das Publikum war kaum zu bändigen, so ungestüm drängte es an den Ausstellungsplatz heran und fröhliche Gut Heil-Rufe schollen den jugendlichen Turnschwestern entgegen. Auch diesen war für die Tracht eine gewisse turnerische Einfachheit und Gleichmäßigkeit vorgeschrieben - schwarzer Rock und weiße Blouse bildeten die kleidsame Uniform. Leiter der Hebungen war der Turnlehrer Baumann. Zunächst wurden Marschübungen und Hantelübungen vorgenommen und dann von einem Thetl der Damen ein Reigen'aufgeführt- weiterhin thellte sich die Schaar in drei Gruppen, die im Rundlauf, in Hangübungen verschiedener Art am Reck und im Schwebe- I 9Qn9/ verbunden mit Stab- und Hantelübungen, ihre Leist- I un9en zeigten. Dieselben waren, wie man selbst unter | Beiseitelassung jeder Galanterie anerkennen muß, durchweg trefflich- es wurde mit großer Exactheit geturnt, und besonders beim Hanteln und beim Reigen trat viel jugendfrische Grazie und Gewandtheit zu Tage. Jedenfalls dürfte dieses öffentliche Auftreten der jungen Damen wesentlich dazu beigetragen I haben, die bisher noch vielfach herrschenden Vorurtheile gegen das Damenturnen zu beseitigen- trotz der Mannigfaltigkeit ! der Hebungen war nirgends auch nur das geringste Vor- । kommniß wahrzunehmen, das zu irgend welcher Einwendung ! moralischer ob er, ästhetischer Art hätte Anlaß geben können. * Ein enthülltes Hotelgeheimmß. Don einer Dame aus Norddeutschland haben die „Dresdener Nachrichten" folgende lehrreiche Zuschrift erhalten: „Zu Nutz und Frommen aller der unerfahrenen erwartungsvollen Reisenden, die das erste Mal nach Italien gehen, möchte ich ein nicht gerade sehr amüsantes, aber lehrreiches Erlebniß erzählen. Wir befanden uns, mehrere Damen und meine Wenigkeit, mehrere Male in Italien und logirten stets in den besten Hotels. Bei unserer Ankunft fiel es mir auf, daß die Hotelangeftellten, sowie sie unser Gepäck gewahrten, sich flau und übel gelaunt zeigten, dasselbe auf das Zimmer zu expediren, trotz meines Bittens blieb dasselbe einfach bis zuletzt liegen unter mir unverständlichen Bemerkungen. Befremdlich war außerdem, daß unsere Koffer außer den bekannten Hoteladressen noch mit so und so vielen „Kreide-Kreuzen" versehen waren. Wir ärgerten uns, wie häßlich beschmiert Alles aussah — ahnten aber nicht, welch schlechtes Signalement wir vor Aller Augen mit diesen Kreide-Kreuzen mit uns führten. Ein geschwätziges Zimmermädchen auf Capri löste mir endlich mit Hohnlächeln das geheime Räthsel. „Sie brauchen fich doch nicht zu wundern", meinte sie, „wenn Sie nirgends gut und schnell bedient werden- wenn Jemand mit soviel Kreuzen ins Haus kommt, da weiß Jeder von uns Bescheid, was er zu thun unb zu lassen hat. Ein solches Kreuz ist die stumme Empfehlung des letzten Hausdieners für den nächsten, wenn auch unbekannten Collegen, dem das Gepäck wieder in die Hände kommt. Die Zahl und Größe der Kreuze bedeutet die Unzufriedenheit mit dem Trtnkgelde und die geheime Aufforderung für die, denen bas Gepäck gehört, „bemühe dich nicht sehr rc., sie zahlen schlecht." Später hörte ich noch öfter von diesem Hotel-Geheimniß. Wer nicht ein Gleiches erleben will, dem ist zu rathen, nicht mit Trinkgeldern zu kargen überhaupt ein Erforderniß ersten Ranges für eine italienische Reise — und andererseits wenigstens die jeweiligen Kreuze, die sich mitunter sogar auf dem Kofferboden befinden, schleunigst wieder zu entfernen. — Noch besser scheint es, bei der Abreise auf sein Gepäck zu achten und bei der Wahrnehmung solcher Schmierereien sich sofort an die Hotelverwaltung zu wenden, die in jedem anständigen Hause Remedur schaffen wird. Freilich darf man nicht bis zehn Minuten vor Abgang des Zuges im Bett liegen bleiben." Der Platzcommandant von Marseille, General Canonge, an * *Ver Ztg." geschrieben wirb, Doctor der Medicin. Als er Hauptmann der Infanterie war und in Toulon stand, begann er sein Studium der Heilkunde und Friedberg, 1. August. Am 29. Juli fand in unserer reich beflaggten Stadt unter Betheiligung zahlreicher Vereine von Nah und Fern der dritte Verbandstag der evangelisch en Arbeitervereine des Mittelrheinkreis es statt. Aus ein an Se. König!. Hoheit den Groß- berzog gerichtetes Huldigungstelegramm traf am Montag folgende Rückantwort ein: „Ich spreche Ihnen Allen meinen herzlichen Dank aus für die Versicherung Ihrer Treue unb Ergebenheit und, wo es in meiner Macht steht, werde ich Ihnen Schutz und Unterstützung gewähren. Ernst Ludwig." 8. W. Aus der südlichen Wetterau, 2. August. Wie einer hinein fallen Eqpii, wenn er baS Geschäft nicht versteht, oder ungünstige Verhältniffe antrifft, das hat dieser Tage ein Landwirth in Frankfurt erfahren. Für eine fette Kuh waren 400 Mk. geboten, aber nicht angenommen worden. Der Bauer ging nach Frankfurt, fand leider wenig Nachfrage, denn die Käufer aus Frankreich waren ausgeblieben und vieles Vieh war auf dem Markte erschienen, so daß der Kluge schließlich mit 350 Mk. froh war, nach Hause zu gelangen. Im Obsthandel kommen derartige Rückschläge häufig vor- es sind uns eine ganze Reihe von mißglückten Speculationen bekannt. Die Ce nt ralgenossenschaf t für Obstverwerthung zu Frankfurt a. M., welche ihre Dienste unentgeltlich leistet, klagt darüber, daß von der nützlichen Einrichtung zu wenig Gebrauch gemacht wird und i erfüllt darum, dies in der Presse bekannt zu machen. ! Wer sich einmal dorthin wandte, einerlei ob als Käufer ober Verkäufer, hat erfahren, welch treffliche Einrichtung bieses | Institut ist. Wir rathen den Obstprobucenten bringenb, sich | mif dieser Stelle in Verbindung zu setzen, denn das ist besser als bei aller Schlauheit von rasfinirten Obsthändlern, die I die Schliche, Kniffe und Pfiiffe kennen und mit allen bösen Hunden gehetzt sind, sich abknüpfen zu lassen. Es könnte den Leuten gehen, wie dem Kuhverkäufer, der bei dem Verluste von 50 Mark auch noch die Transport- und Reisekosten gratis hatte. △ Mainz, 2. August. Außer den Unregelmäßigkeiten, I njehije sich zwei Mainzer Schützen, um Preise zu erlangen I zu Schulden kommen gelassen haben, hat das elfte deutsche I Bundesschießen noch einen weiteren Mißklang hinterlassen, I oeffen Gegenstand zur Zeit hier lebhaft discutirt wird. Bei I der Abrechnung der verschiedenen Ausschüsse bat sich nämlich I ergeben, daß einzelne Geschäftsleute, besonders Bauhandwerker, I bei Lieferungen und Arbeiten für das Bundesschießen I exorbitant hohe Rechnungen gestellt haben unb zwar derart, I ba§ sich der Centralausschuß in seiner letzten Sitzung heran» I laßt gesehen hat, die Uebervortheilung unb Prellerei öffentlich I jur Sprache zu bringen. Durch biese öffentliche Rüge des I Centralausschusses find die Ungeheuerlichkeiten bei verschiedenen I Rechnungsstellungen der Allgemeinheit erst recht bekannt ge- I worben unb haben einen wahren Sturm der Entrüstung I gegen bie betreffenben Lieferanten und Geschäftsleute hervor- I y\U\en; Allgemein wird verlangt, daß der Finanzausschuß I oie|e fabelhaften Forderungen nicht honoriren und die Rechnungs- I Neuer auf den Klageweg verweisen soll, damit solche vor | $t örtlich gekennzeichnet werden. Dieses Verlangen I wirb oon den reellen Geschäftsleuten sehr unterstützt und I jWQr umsomehr, als sich bei früheren Veranlassungen derartige I Uebervortheilungen auch schon häufig gezeigt haben. eine auf — 200 Grad geschätzte Kälte, und dabei gefror der Alkohol zu einer crystallhellen festen Masse, welche die Eigen- thümlichkeit zeigte, daß sie beim Aufthauen nicht plötzlich flüssig wurde, sondern erst eine zähe, glycerinähnliche Maffe bildete, die wie Oel aus dem Kolben ausfloß. Bei der Vorlesung, in welcher Profeffor Dewar diese Versuche anstellte, wurde die Luft in der Nähe des Experimentators so abgekühlt, daß die Luft beständig mit Schnee erfüllt schien, indem der Wasserdampf der Luft sich als solcher niederschlug. Universität» - Nachrichten. Marburg, 2. August. Am 31. Juli starb auf seinem Gute Neuenhain der älteste Professor an der hiesigen Universität, Prosessor Dr. Glaser. Berl in, 2. August. Der „Reichsanzeiget" meldet: Der Kaiser verlieb anläßlich des UniversitätSjubtläums in Halste den rotben Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub dem Professor der Medicin Theodor Weber und dem Professor der philosophischen Aacultät Julius Kühn, die große goldene Medaille für Wissenschaft dem Professor der philosophischen Facultat Rudolf Haym. Citeratar und Kunft — Die gewaltige Begabung Emile Zolas offenbart sich besonders in der Bewältigung großer Massen, jer konnte daher für diese Sette seines Talentes keinen günstigeren Stoff finden als Lourdes mit seinem Wallfahrtsgetriebe, das den Schauplatz seines neuen gleichnamigen Romans bildet. „Lourdes" ist kein Roman im gewöhnlichen Sinne des Worten, es ist eine Reihe von Schilderungen und Gemälden, die unter sich durch die Geschichte ibe§ Helden und der Heldin verbunden sind. Aber wie packt und fesselt das Werk dennoch — mehr als es eine noch so geschickt ersonnene, spannende Handlung erreichen könnte — welch ein farbiges, anschauliches Bild der ganzen geistigen Bewegung, die sich an den Namen Lourdes knüpft, entrollt es vor dem geblendeten, fast verblüfften Leser. Soweit „Lourdes" jetzt in ,tlu6 fremden Zungen" (Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt) vorliegt, gehört es zu den großartigsten Schöpfungen Zolas, zu den erhabensten und originellsten Schöpfungen der modernen Weltliteratur überhaupt. — In einem wohlthuenden und künstlerisch interessanten Gegensatz zu diesem großen Freskencyklus stehen die beiden anderen Romane, die augenblicklich tn der genannten Halbmonatsschrift laufen. „Eine Sommergeschichte" von der berühmten, leider so früh verstorbenen schwedischen Schriftstellerin A. Eh. Leffler (Herzogin von Eajanello) gibt ein in den hellsten Farben gehaltenes Lrebestdyll zwischen einer stark geistigen Malerin echt modernen Genre« und einem kernigen, vollsafligen norwegischen Dolksmann, „Niobe" von JonaS Lie, ein Familiendrama, in welchem die Anschauungen der modernen Jugend und der absterbenden alten Welt erschütternd aufeinanderftoßen und zu einem tragischen Ende drängen. — Das große Unternehmen einer kritischen Gesammtausgabe von »Schillers Briefen" (herausgegeben von Fritz Jonas, co. 95 Lieferungen b 25 Pf. oder 8 Bände L Mk. 3.— ; gebunden in Halbfranz & Mk. 4.80, Deutsche Verlags - Anstalt in Stuttgart) ist nunmehr bis zum Abschlüsse deS vierten Bandes und somit etwa zur Hälfte seines UmfangeS gediehen. Nach beiden Richtungen hin kann fein Werth kaum hoch genug angeschlagen werden. Schiller ist Inniger als irgend ein anderer unserer großen Dichter mit dem Fühlen und Denken unseres Volkes verbunden, und keiner gewährt uns so wie er in den an seine Angehörigen, seine Freunde und Bekannten gerichteten Mitthetlungen einen Einblick in sein eigenes Inneres. Eine aufrichtige, lautere, im edelsten Menschenthum wurzelnde Natur, die in ihrer Hingabe an alles Gute und Schöne verehrungswürdia sein würde, auch wenn sie nicht mit der Persönlichkeit des großen Dichters verknüpft wäre, wirkt mit ihrem ganzen Zauber auf uns ein, wenn wir die Reihenfolge der Briefe durchfliegen, und je mehr wir uns in ihren Inhalt vertiefen, desto anziehender und feffelnder gestaltet das sich uns darbietmde Bild. — r$et letzte Hieb". Eine Studentengeschichte von Hans Hopfen. Verlag der I. G. Cotta'schen Buchhandlung Nachf., Stuttgart, Preis 2 Mk. 50 Pf. — Das Leitmotiv dieser in zweiter Auflage erschienenen Studentengeschichten ist: Schilderung des frisch- freien Studentenlebens. Eine Fülle ernster und heiterer Episoden aus dem Burschenleben bildet den Rahmen einer tragisch abschließenden Herzensgeschtchte, deren Held wohl geeignet ist, sich die volle Sympathie des Lesers zu erwerben. Diel Erzählung in ihrer trefflichen Abrundung, «ihrer scharfen lebenswahren Zeichnung ist ein Prachtstück des bestbekannten Verfassers und sei Allen, insbesondere der accademtschen Jugend, bestens empiohlen. — DaS neue RathhauS in Hamburg ist ein stolzer Bau, zu dem selbst die reiche Hansestadt an der Elbe kein Seitenstück hat. Die bekannte illustrirte Familienzeitschrift »Zur Guten Stunde" (Berlin W., Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Preis des Dterzehntagsheftes 40 Pfg.) bringt eine doppelseitige Abbildung des Bauwerkes, das feine architectontsche Schönheit veranschaulicht und überall Interesse finden wird, wo irgendwie Beziehungen zu Hamburg bestehen, und das ist wohl in der ganzen Welt. Die Redaction hatte einen Zeichner nach dem „nordischen Venedig" gesandt, der seiner Aufgabe vorzüglich gewachsen war und so das beste Bild des Rathhausbaues geliefert hat, das bisher bekannt geworden ist. Der eigenartige Cbaracter Hamburgs spricht auch noch aus weiteren Bildern, die Gustav Kopal in einem anziehenden Artikel erläutert. Sehiff-nachrichten. Hamburg, 1. August. Hamburg-Amerikanische Packetfahrt- Actien-Gesellschaft. Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg - Amerika-Linie. Dampfer „Stubbenhuk" ist am 31. Juli, 6 Uhr Morgens, von Hamburg via Antwerpen in Montreal angekommen. Postdampfer „Rugia" hat am 31. Juli, 8 Uhr Abends, von Havre die Reise nach Newyork fortgesetzt. ;Post- dampfer „Rhaetia", von Newyork nach Hamburg zurückkehrend, passtrte am 31. Juli, 12 Uhr Nachts, Lizard. Postdampfer „Holsatia" ist am ' 31. Juli von St. Thomas via Havre nach Hamburg abgegangen. Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 3. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 16, Luft 16°. Rübsamen'schr Badeanstalt. kirchliche Anzeige« der Stadt Giehen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Sonntag den 5. August. 11. Sonntag nach Trinitatis. An der Stadttirche. Vormittags 7®/4 Uhr: Frühgottesdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Markusgemeinde. Pfarrverwalter Dr. Grein. Vormittags 9Vi Uhr: Professor Stamm. Beichte und heil. Abendmahl für die MarkuSgemeinde. Anmeldungen hierzu werden Tags zuvor in der Wohnung des Pfarrers erbeten. 2« der Ioha««eSkirche. Vormittags 9'/rUhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der Lukasgemeinbe: Pfarrer Ding e ldey. Katholische Gemeinde. Sonntag den 5. August. 12. Sonntag nach Pfingsten. Samstag: NachmtttagS um 41;2 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag: Vormittags von 6*/, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; „ um 6i/a Uhr erste hl. Messe; „ um 7Vs Uhr AuStbeilung der hl. Communion; Vormittags um 8 Uhr zweite hl. Meffe; „ um 9‘/a Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Gottesdienst in der Synagofl?. Samstag, den 4. August. Vorabend 7«- Uhr, Morgens 8»° Uhr, Nachmittags 4«> Uhr Sabbathausgang 8" Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Freitag Abend 7” Uhr, SamStag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 855 Uhr. — Schwächliche, Nervöse, Blutarme, Bleichsüchtige, Wöchnerinnen, stillende Frauen mögen Küppers Kraftbter trinken, das durch ein neues, gesetzlich geschütztes Verfahren von der Bergischen-Brauerei-Gesellschaft lediglich aus Hopsen und Malz hergestellt, auf kleinem Raum einen großen Procentsatz von leicht verdaulichen Nährstoffen enthält, in Folge geringen Gehaltes an Alkohol jede unliebsame Aufregung des Nervensystems verhütet und als ein Stärkungsmittel ersten Ranges überall wirkt, wo es gilt, gesunkene Kräfte zu heben, vorhandene Kraft zu wecken oder neue Kraft zu geben. Erhältlich in allen besseren Droguerien, Delicatessen- und Colonialwaaren-Handlungen. — En gros zu beziehen durch die bergische Brauerei - Gesilldraft vorm. G. Küpper, Elberfeld. 4183 BekaWAtmachrmg Betreffend: Grummetgrasernte. Nachdem der Wiesenvorstand auf Grund des Art. 20 der Wiesenpolizei-Ordnung Bestimmung dahin getroffen hat, daß die Aberntung solcher Wiesen der hiesigen Gemarkung, auf welche der Wiesenbesitzer unmittelbar (d. h. ohne den Grundbesitz anderer zu betreten) nicht gelangen kann, erst vom 15. August ab vorgenommen werden darf, bringen wir dies zur Kenntniß der betreffenden Wiesenbesitzer. Gießen, den 2. August 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 6417] Gnauth. Bekanntmachung. In unserem Gesellschaftsregister, Nro. 17 Seite 116, Actiengesellschaft ,Buderus'sche Eisenwerke zur Main- Weserhütte bei Lollar" wurde heute folgender Eintrag vollzogen: Die eingetragene Zweigniederlassung Hirzenhainerhütte zu Hirzenhain bei Ortenberg wird hiermit gelöscht 2c. ic. Gießen, am 1. August 1894. Großherzogliches Amtsgericht Gießen. _________Gebhardt. 6401 Merhesfische Eisenbahnen. Anstrich von Dachpappdücher«. Der Anstrich von co. 3000 qm. Dach» Pappdächer tm hiesigen Bahnhof soll im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Die Bedingungen sind auf dem Bureau des Unterzeichneten, Frankfurterstraße 24, bis zum Eröffnungstermin Mittwoch de« 8. August, Bormit« tagS 10 Uhr zur Einsicht offen gelegt. 6410) Roth Großh. Eisenbahnbaumeister. Ieikgeöotenes. Iirtlntf! Säet weissen Senfsaamen! Ihr könnt damit große Massen vorzügliches Herbftfutter erzielen. Aecht und billig zu haben bei 6377 I. M. Schulhof, Marktstr. Carl Bieler, Kreuzplatz. Hch. Volzel, Wieseck.______ Pflaumen SU verkaufen, Neustadt 71. [6397 6411] Heute SamStag trifft auf dem Brandplatz eine frische Sendung 6411 SW* GURKEN -QG zu billigem Preis ein. Frau Kerber. Pa. Einmachgurken schöne frische Waare in allen Größen empfiehlt •'*£?'■ (6414 Frau Hammel, große Mühlgasse 6. An Markttagen auf dem Kanzleiberg. _______Salatgurren billigst._______ Neues Sauerkraut unb Neue Gurken empfiehlt 6350 _________Wilh. Haas, Bleichstr. 21. Butter zum Einkochen von 10 Pfd. ab ä 85 Pf. per Pfd. bei [6393] e. Jughardt. Neue Essig-Gurken Neues Sauerkraut Neue Häringe Nene Marinirte Häringe Neue Kartoffeln Neue Zwiebeln Neues Grünkorn empfiehlt 6316 Heinrich Arnold II Marktstr.28. direct en von 387] .50 .30 „ V; empfiehlt Meisekörbe Auswahl empfiehlt LouiS Lony, Bahnhofstr. .7. ML Schlachthaus. Freibank. [6422 Heute und morgen: Schweinefleisch, nicht ladenrein, per Pfd. 45 Pfg. Von morgen ab: Faselocbsenfleisdi, nicht ladenrein, pr. Pfd. 35 Pfg. Versuchen Sie gefl. vielfach preisgekrönten-^- ßchusferJ \ JAVA- I AKATFEf/ von M. Schuster in Bonn Dumpf - Caftk - Krennem ■■MSB gegr. 1857 mb zu 85, 90, 95 u. 100 Pfg. d. r/z Pfund. Verkaufsstelle: Gießen Hch. Wallach, Markt. 8. He Sr «nuten -«st« K* Pfund X 1.70 M Utzt on Qualität ■eflkrtroffen. W M 101 Evnf, Büre 15 1« S"fel ' ?e,N i« yn« i 2»'st"11 2f Sn 22. Sra9 rz Mi, rau Maria Kretzschmar, geb. Krämer F Giessen, den 3. August 1894. 6408 Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause Marktplatz 22 aus statt’ im Alter von 34 Jahren nach langem schweren Leiden zu sich zu rufen. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen: August Kretzschmar und Kinder, Karoline Krämer. Todes - Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere innigstgeliebte, unvergessliche Gattin, Mutter, Schwester und Tochter Lottes Anzeige. Gestern stacht verschied plötzlich durch Unglücksfall unser lieber unvergeßlicher Matte, Vater, Schwiegervater, Schwager, Onkel und M roswater Herr Heinrich Lehrmund, Bremser der Oberhess. (Eisenbahnen, im Alter von 54 Jahren, was hierdurch tiefbetrübt mittheilen Die ttestranerndett Hinterbliebenen. Mich en, den 3. August 1894. Die Beerdigung findet Samstag den 4. August, Abends 6 Uhr, vom Sterbehause Mvdengassc 5 aus statt. 640» 191.6 141.10 185.10 92.70 122.26 297.25 82.(10 Theater -Verein Samstag, 4 August, Abends Sf/2 Uhr, Statutenänderung. sanft dorn Herrn ontHchlafon ist. 16407 Der Vorstand. 6404 | Georg Balser Buchen Parguet-Boden zur Verdoppelung auf alte ausgetretene Fußböden. ji" Monatvdieiist ges. Näb^ Wr» md 0*« $lim|iirt in Jsplinlt 6°/o Ital. Rente do. W/. oder Mädchen (6418 92.1 »o/o Portugtesm 102.76 4d/0 Ärtech. 3Ronopol*Äid. Uamd. L^B.-Nct. Buschtheroder Llbthal-Bahn-Nct. (8o(tb«vbil8 defm. b- dm Kurarzt 0r Rudershansen. Prosp. grat b d. Besitzer chetset. 2763 99.10 79 80 24.20 36 20 9162 396 00 222 0 171.C0 12400 116.60 84.60 5944| (Qicftcjier Ttndenten- Tages . Ordnung: Jndemnitätsgefuch , Nechnungsablage, Ausfchußwahl, Verzeichnisse vor 1N37 und - Statutenänderung. 6413 Lndwigsprograrnine vor 1S57 I gesucht. Näheres in dem Verlage. I Briefmarken |l Darmstädter Bauk-Let Drtttanr Bank-Act. Nordd. tilevb-WcL Wie»er öanüxr^Äd OtfL 6td)IU«cL 3t Fahrkarten >/, Stunde vorher zu bestellen. «««; Goarsderrch- m E. WassmcMeben, VandgefchSfl. Krauikfurt« Bürs« ^ont 3. August 1894. GchMIc«»ri-. I Uhr 16 iwtn 91.70 4»/o Ung. Gold-Sieat« 10260 6373] Tüchtige Mädchen erhalten gute Stellen für sogleich und später gegen hohen Lohn nach hier und auSwärlS Frau Schmidt, Vermietherin, Neuft. 59. (^mpfehluug. 5275] «estützt auf langjährig- stet» zur Zufriedenheit audgeführte Be- sorgnngen bet Beerdigungen u.s.w. empfiehlt sich der Unterzeichnete im Ansagen oder ald Marschall bei Beerdigungen besten». Friedrich Berg, Diener, «aplaneigaste 11. Klar («rbicflcnftcr «Hoben für ^outeivniiid, C„fös, T»r»> hallen, Aadenlvcalc rc. Neserenzcn über ansgesiihrte Arbeiten jederzeit zu Diensten. ^oriuiflillnnc Übc^n MUllbJclllü verlegende Parguelböden emschliestlich Deien oder 'wichsen, gratis. 6164 WA SietchKnlei-e 8*/iö/o d0. 9°/u Preuh. 64061 Schön J vm vm Ar mSditrte» tiiDameA, mit PreiSai'gabe per sofort gesucht unter W. K3« an die E).pcd- dö. Bl- 4000 Mt. fragen Grünbergerstratze 8». (6416 Q4UIÜ auszuleihen auf f>VVv 1. Hypothek. Au er- scagen Grünbergerstraste 3». |64ir» <■<4191 Ein zuverlässiger Arbeiter, der mit Pferden umzugehen versteht, sofort gesucht. Mo? sagt die Exved. d«. Bl. . !'| Pferdeknecht und Schweizer gesucht. Vhrtsttan chaubach. 3901 t,i braueti jüngere« Mädchen mit guten Zeugnissen zum baldigen Eintritt für Zimmer- und HauSa»beit gesucht. Braubach & Mfcher, Butzbach. 6879) Ein brave« Mädchen, rneldu-« da« Kochen versteht, sofort gesucht. Kaplandgaste W. 6388] Junge« Mädchen für Mittags gesucht- Ludwigöplatz 8, III. Die beste Seife für Wüsche jeder Art ist 5277 Schrauth’s ’5 Salmiak-Terpentin- Q neutrale Kernseife. Verhütet Einlaufen der Gewebe, erspart Rasenbleiche etc. — laut Gebrauchsanweisung per Pfund 45 Pfennige. Nur ächt, wenn mit obiger Schutzmarke versehen. Zu haben in allen besseren Colonialwaarenhandlungen und in den durch Placate kenntlichen Verkaufsstellen.