Sonntag den 4. März 1894 Nr. 53 Erstes Blatt. Vierteljähriger und Druckerei: Kenercck-Anzciger. >dmrftr«Hr Ur.7. Fernsprecher 51. Die Kießener ^arntrieaimter nxrbm dem Bnjfiger «Lchrnilich dreimal deigelegt. Der chktzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dr- MontagS. Gießener Anzeiaer W Aints- und 2lnzeigeblutt für den ICrets Giefzen. Annahme von Anzeigen zu ber Nachmittags für den folflrnbrn Lag erscheinen den Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Samitienbkätter. Alle Annoncen-Bureaux beS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffenb Schafräude zu Lich. Nachdem die mit Räude behaftete Schafherde zu Lich vollständig abgefchlachtet ist, wird die am 21. November v. I. verfügte Gemarkungssperre wieder aufgehoben. Gieße», den 2. März 1894. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. __________ Gefunden: 1 Zwicker, 1 Spazierstock, 1 Haveloct, 1 Frauenhut, 1 Reisetasche, 1 Kinderhandschuh, 1 Packet mit Inhalt, 4 leere Säcke, 1 Weckbeutel, 1 Schiebkarre, 1 Stuhl, 1 Chaiseutrittbrett und 1 Hundehalsband. Gießen, den 3. März 1894. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. Fresenius. Deutsche» Reich. Berlin, 2. März. Der Kaiser hat dem Reichskanzler Grafen Caprivi für die hervorragende Vertretung des russischen Handelsvertrag» im Reichstage persönlich seinen Dank ausgedrückt. Zugleich soll der Monarch dem Kanzler mttgetheilt haben, er wolle ihm seine (deS Kaisers) Büste überreichen laffen, als besonderes Zeichen der kaiserlichen Anerkennung. — DaS preußische Abgeordnetenhaus trat am Donnerstag in die Spezialberathung deS CultuSetatS ein. Die DiScussion über die Position „Minister" entwickelte sich gleich von Beginn an zu einer ziemlich lebhaften kirchen- politischen Debatte mit deutlichen Anklängen an die Cultur- kampfperiode, auch die polnischen Beschwerden tauchten in ihrem Verlause wieder aus. Gegen die von den Centrumsrednern erhobene Forderung der Wiederherstellung der katholischen Abtheilung tm CultuSministcrium verhielt sich Cultus- Minister Dr. Bosse durchaus ablehnend. — Der Bundesrarh genehmigte in seiner gewöhnlichen Plenarsitzung vom Donnerstag die Novelle zum Unter* stützungSwohnsitzgesetz und zum Strafgesetzbuch in der vom Reichstag beschlossenen Fassung. Berlin, 2. März. Die gestern von 3000 Studenten und „Alten Herren" besuchte Versammlung im Feenpalast, deren Zweck es war, zu den jüngsten Agitationsversuchen der Socialdemokratie Stellung zu nehmen, hat fast einstimmig solgenden Beschluß gefaßt: „Die Akademiker-Versammlung erklärte gegenüber den neuerding» gemachten Versuchen, die Lehre der Socialdemokratie auch in die Studentenschaft zu tragen, daß sie vom socialen Geist und von Liebe zu ihren wirthschaftlich minder begüterten Brüdern erfüllt ist, daß sie aber nach wie vor den Bestrebungen der vater- land-losen Socialdemokratie einen unerschütterlichen Widerstand entgegensetzt." Ein Telegramm an den Kaiser und den Fürsten BiSmarck wurde abgesandt, in welchem von diesem Beschluß Kenntniß gegeben wurde. Einberufen war die Versammlung von dem Verein deutscher Studenten. Zu den Rednern des Abends gehörte auch der antisemitische Abgeordnete v. Langen. Deutscher Reichstag. 61. Sitzung. Freitag den 2. März 1894. Zur Beratung steht der Militär - Etat, und zwar zunächst der Titel Gehalt des KriegSministers. Abg. Bebel kommt auf den hannoverschen Spielprozeß zurück. Diese Sptelwuth in der Armee ist bekannt und daher rührt auch zum Theil der agrarische Notstand Die ehrengerichtlichen Urthetle über die am hannoverschen Prozeß bethetligten Oifiziere sollen so milde ausgefallen sein, daß sogar der oberste Kriegsherr Bedenken getragen habe, dieselben zu beftältgen. Dagegen ist der Anwalt in dem Pro- ceffe Ahlwardt, der Antisemit und Reserveoffizier Hertwig, von dem Offizier stände ehrengerichtlich ausgeschlossen wo, den, weil er bei jenem Processe die Standesinteressen der Armeeoifiziere nicht gewahrt habe. Wohin soll eine solche Vermischung von bürgerlichen und militärischen Pflichten führen? Sind doch die Reserveosfiztere jetzt sogar gezwungen, Abschied zu nehmen, wenn ihre politischen Anfichten nicht mit denen deS obersten Kriegsherrn überetnstimmen. Das steht doch auch im Widerspruch mit der allgemeinen Wehrpflicht. Einem mir bekannten Mediciner ist sogar das Recht, als Unterarzt zu dienen, abgesprochen worden, well er einmal in meiner Begleitung gesehen und alSSoc'aldemokrat erkannt wurde. ES besteht tin vollständiges Ueberwachungs ustem. Die Polizei theilt dm MUitärbehörden mit, wer von dm Rekruten Socialdemokrat ist. Redner theilt zum Beweise hierfür u. A. einen Erlaß der Amtshauptmannschaft zu Anna- berg an die Gendarmen mit. Dabei ist es vorgekommen, daß Personen sälichlich der Militär Behörde als Socialdemokratm bcnuncirt worden sind. Dieses Spionieisystem erstreckt sich offenbar auf das ganze deutsche Reich. Auch in ber Armee selbst soll diese Heber- wachuna fortbestehm. In dm Listm ist bei jedem Reserviftm der Mann blau angestrichen, wenn der Mann etwa blo8 soctaldemokratischc Versammlungen besucht. Dabei erfüllm die Socialdemokratm in der Armee ihre Pfltchtm durchaus, fie sind mit die besten Soldaten. Wenn man conkquent sein wollte, müßte man fie überhaupt nicht Menen laffen. Man erlebt ja bei unS Wunderbares, jedes Jahr Neue». So ist eine Aeußerung des Kaisers durch die Presse gegangm, eine Rede an R.krutm, in der eS heißt: Ihr habt die Ehre bei meiner Garde zu stehen ... Präsident o. Leoetzow: Herr Abgeordneter, ich kann nicht zu- geben, daß Sie hier die Person Sr. Majestät in die Debatte ziehen. Abg. Bebel: ES hat mir fern gelegm, die Person zu krittfirm, aber meine Bezugnahme aus seine Rede erschien mir erforderlich, um die ganze Situation zu kritifirm. (Ein demgemäß vom Redner wiederholter Versuch, auf jene Rede einzugehen, wird von Neuem durch den Präfidmtm verhindert.) Dann will ich nur noch sagen, daß nur derjenige Soldat werden kann, der Vaterunser beten kann. Dann kann also auch kein Jude Soldat werden. Dann gehe man doch gleich weiter und treffe entsprechende gesetzliche Bestimmungen! Kriegsminister Bronsart v. Schellendorfs bestreitet, daß die Zahl bet Lplcüxcesse in Hannover groß sei. Der hannoversche Prozeß gehört überhaupt nicht zu den Gegenständm, über die das hohe HauS verfassungsgemäß zu berathen und zu beschließen hat. Auch bet der Reitschule in Hannover besteht das Bestrebm, Herz und Nieren bet jungen Offiziere zu stärken. Im Dlooember sprach Bebel u. A. von einer EabinelSordre, die nicht befolgt worden sei. Das ist unmöglich, denn CabinetSordretz werden in der Armee sehr streng befolgt; tm Falle beS Ungehorsams wird der Betreffende sofort entlassen. Wenn überhaupt irgendwo von Verschwendung die Rede fein kann, so mache tch mich derselben schuldig, indem ich die .kostbare Z it des HauseS hi Anspruch nehme, um werthlose Behauptungen Bebels zu widerlegen. (Heiterkeit.) Bebel sprach von militärischem Gigerlthum. Worin besteht die« GigerUhum? Sie sehen voll Neid auf den reinen Rock und die reinen Handschuhe ber Offiziere und au» bloßem Nerv bewerfen Sie die Offiziere in Ihrer Presse. Bedel hat die Kriegstüchtigkeit unserer Armee bezweifelt und sich auf ausländische Fachurthetle berufen. Diese haben für mich wenig Bedeutung, denn ber Wunsch ist da gewöhnlich der Vater des Gedankens. Auch unsere Cavallerie hat er abfällig beurtheitt. Nach meinen Erfahrungen ist dieselbe im Stande, auch trotz ber kleinkalibrigen Gew.hre Tod und Verderben in die Reihen der Feinde au tragen. Bebel erwähnte btn Fall Oppenheimer, In dem, wie in bei Budgetcommtssion festgestellt worden, doch vollkommen nach dem Gesetze vertahren ist. Einen Socialbemokraten können wir nicht zum Vorgesetzten machen, dem Untergebene gehorchen sollen. Mit dem Dr. Hertwig beschäftigte sich zuerst das Ehrengericht der Anwaltschaft, das militärische Ehrengericht dann, als in der Wablbcwegung gewisse graotrenbe Behauptungen gegen Hertwig in ber Pt esse aus tauchten. Auf Me an ihn beöhalb wiederholt ergangenen Anfi agen der Militärbehörde hat Hertwig nicht geantwortet. Wegen dieses be» harrlichen Ungehorsams — ein Militär mutz auf behördliche Anfragen antworten — ist Hertwig mit Festung bestraft worden. — Ob ein Soldat zielbewuhter Socialdemokrat ist, das zu erfahren, habln wir ein Interesse. Ob Einer einmal eine socialdemokratische Versammlung besucht hat, ist uns gleichgiltig. Wir müssen ober wissen, welche Soldaten widerwillig ihre Pflicht thun. Socialdemo- Iiöten ganz vom Militärdienste auszuschliehen, laffen die Gesetze nicht zu. Abg. Rösicke (fractionslos) empfiehlt, dm Volksschullehrern das Recht zur einjährigm Dimstpflicht zu geben. Kriegsminister Bronsart o. Schellendorf: Die Militärverwaltung beschäftigt sich mit dieser Frage schon längst im Sinne des Vorredner« (Beifall.) Ich persönlich bin durchaus dafür. Ich glaube, gerade für den Kriegsfall würden fie ein sehr nützliche«, ein wichtiges Element sein, vermöge ihres Ehrgefühls, ihrer Jntelligmz und DtSciplin. Jedenfalls würdm die Lehrer ein bessere« Element sein, als die. welche widerwillig dienen. Auf Anfrage Rickerts erwidert der Kriegsminister noch: er sei bestrebt, einen einheitlichen Militärstrasprocetz für das ganze Reich zu schaffm. Innerhalb seiner RessoitS seien die erforderlichen Vorbereitungen bereit« abgeschlossen. Beim Antritt seiner Stellung habe er bereits einen fertigen Entwurf vorgefunden, ber aber noch verschiebene Stabten ber Ver- banblung zu burchlaufen habe. Er glaube aber, bah bte im Eivil- proceh geplanten Aenberungen nicht ganz ohne Rückwirkung auf bte Festst-llung des MllitärprocesseS sein mürben. (Beifall.) Abg. Weih (frs. Dp ) bankt bem Minister für sein Entgegenkommen in bet Frage der Dienstpflicht ber Dolksschullehrer unb volimisirt gegen einen früheren Antrag v. Karborffs, wonach bte Lehrer froh feien, wenn fie bte Kaserne roteber verlassen könnten. Abg. Hasse (nl.) glaubt, bah bte etwa von Setten ber Unten richtsv-rwaltung bestehmben Schwierigkeiten unschwer zu überrotnben seien. Von Sachsen wentgstms wisse er, baß bort kein Lehrermangel, sonbern eher ein Uebeiflufc vorhanben sei. Gerade ber Letztere sei boch eigentlich ber geborene Jnstructor auch ber Rekruten. Abg. Manteuffel (c.) aenbet sich gegen Bebel, der wieder einmal die Gelegenheit nicht habe vorübergehm lassen tonnen, die Agrarier und die Nothlage der Landwtrthe io die Debatte zu ziehm. Was bat ber Roggenpreis mit bem Fallen ber Karte unb dem Rollen ber Roulettenkugel zu thun ? Eine Unwahrheit ist c8, bah conferoatioe Abgeorbnete ihren Abschieb als Reserveoffizier etngerei^t hätten. Wenn Bebel verlangt, daß man bte Socialbemokraten doch Hebet überhaupt von ber Dimstpflicht befreien solle, so ist bas burch- aus zurückzuweisen, denn bte Dienstpflicht bessert gerade die Soctal- bemofraten. (Gelächter bet diesen.) Die Sozialdemokraten kehrten sich immer gegen Cbristenthum unb Armee, weil diese betdm Fac- toren bte besten Stützen bes Staates seien. Abg Graf Oriola (nl.) bemängelt, dah verschiedene Kasernen unbenutzt stäuben unb wünscht Vorlegung einer bezüglichen Liste, damit man über die KasernementS-Erfordernisse überhaupt einen Ueberbl ck gewinne. Generallieutenant v. Funx erwidert, schon aus Grundm Der Sparsamkeit lasse die Militärverwaltung Kasirnen nur unbenutzt, insoweit zwingende Gründe dazu ootlägm. Abg. Gras Roon etklätt dem Abgeordnetm Bebel gegenüber, auch sein Name sei in der Presse als einer von dmm genannt, bte ihre Stellung als Reserveoffizier eufgegeben hätten. Er bentc aber Neueste Nachrichten. WolffS telegraphisches Eorrespondmz-Bureau. Berlin, 2. März. Der Kaiser wohnte der heutige» Sitzung deS Laubes OeconorniecollegiurnS bei, baS über die Einwirkung deS Zuckerfteuergesetze- unb über das Kleinbahnwesen verhandelte. Der Kaiser war brei Stunden anwesend und folgte den Verhandlungen mit regster Aufmerksamkeit. Berlin, 2. März. Die Eommisston für den russischen Handelsvertrag besteht aus folgenden Mitgliedern: Manteuffel, Mirbach, Frege, Hammerstein, Salisch, Holtz, Stumm, Kardorff, Hammacher, Möller, Bennigsen, Schulze-Henne, Bachem, Buol, Lieber, Heeremann, Klose, Weidenfeld, Aichbichler, Weber, Rickert, Lenzmann, Ancker, Lotze, Herbert, Schippel, Schule- dazu noch ein Pole. Die „Nationalliberale Corresp." berechnet 14 Anhänger, 11 Gegner des Vertrages und drei Zweifelhafte. Die Berathungen beginnen morgen. Rs«, 2. März. Der Papst empfing heute Mittag an- läßlich der Doppelfeier seines Geburtsfestes und seiner Krönung das Heilige Collegium. Er erwiderte auf die vom Cardinal MonacoLavaletta zum Ausdruck gebrachten Wünsche: „Am Abend unseres Lebens stehend, werden wir und gleich- wohl bis zum letzten Tage der Aufgabe widmen, den wohl- thätigen Einfluß der Kirche allgemein zum Bewußtsein zu bringen. Die Kirche ist besttebt, bei den Nationen die Grund- sätze des Glaubens und der Moral zurückzurusen, im christlichen Familienleben aller Gesellschaftsklassen den Sinn für Billigkeit und Nächstenliebe und bei Allen das Verlangen nach dem von Gott kommenden Frieden zu wecken." Der Papst erfreut sich des besten Wohlseins. Petersburg, 2. März. Der Gesundheitszustand des Herrn v. GierS hat sich derart gebessert, das Bulletins nicht mehr ausgegeben werden. Depeschen de« Bureau „Herold". Berlin, 2. März. Bei der heutigen fortgesetzten Be- rathung deS MarineetatS m der Budgetcommiision deS Reichstags wurden 500,000 Mk. gestrichen für die Jndienst- Haltung von Kriegsschiffen. Beim Titel Staatssecretär verlangte Müller (freis. VolkSp.) Auskunft über den Unfall auf der „Brandenburg". Admiral Hollmann erwiderte, an dem Panzer „Brandenburg" habe eins gefehlt, nämlich die Sicherung, wodurch daS Unglück herbeigeführt worden fei. Man müsse sich wundern, wie die Gesellschaft Vulkan bei den reichen Erfahrungen sich solcher Unterlassungen habe schuldig machen können. gar nicht Daran. Bebel müßte doch wissen, daß 5/e von bem, wet in ber Presse stehe, erlogen sei. Bebel habe außerbem gewisse Red» erwähnt. Aber Rebm militärischer Vorgesetztm gingen Bebel gar nichts an, benn biefe Reben kosteten fein Gelb. Abg. Bebel (Soc.) spricht gegen AuSbehnung be« Privileg« ber einjährigm Dienstpflicht, welche« er überhaupt verurthetle, aus bte Lehrer. Wir wollm gleiche Dimstzett für Alle, unb haben wir diese erst, so werben wir sehr halb bahtn kommen, baß für Alle die Dienstzeit auf 1 Jahr herabgesetzt wirb. Die Nachricht von ber ^Überlegung von Reserveosfizterstellungm fetten« confervattoer Ad- georbneter hat ja etn konservative« Blatt, da« „Volk", gebracht. Wenn wir hier Gelber bewilligen sollen, so haben wir auch ba« Recht, über bte Leitung unb bte Entwickelung ber Armee zn sprechen. Gegen bte Verschwenbung in Offizierskreisen sind Erlasse ergangen, ebenso gegen bte Mißhanblungen in ber Armee. Beides muß also wohl vorkommen. Der Minister sagt, wir erheben bte Anklage gegen Offiziere nur aus „Neid". Ich verwahre mich da- gegen, alS sei tch hier gewissermaßen Vertteter be« Schmutzfinken- thurns. (Große Heiterkeit.) Fernholtm kann bte Armee die Socialbemokraten boch nicht. Allein in meiner Fractton sind 13 Reservisten tm UnteroffijterSrang. Für die Ausbreitung ber Social- bemofratte sorgten schon bte Agrarier. (Abg. Manteuffel: „Ach herrje!) Wir haben keine Veranlassung, ben Agrariern die hohen Roggm- preise wegen ber noblen Passionen ber Herren Söhne zu bewilligen. Ab. o. Karborfs (R.-P.) will ben Volksschullehrern Me einjährige Dienstzeit nötigenfalls burch staatliche Unterstützung ermig» licht wissen. Abg. Werner (Antisemit) stellt fest, Hertwig sei nicht nur wegen Ungehorsams bestraft worben, sonbern e« sei auch noch nachher gegen bmselben bafl Dtsclplinarversahren eröffnet worben wegen seines Verhallen« tm Ahlwarbt-Processe. Abg. v. Manteuffel (conf) stellt Bebel gegenüber in Abrebe, baß baS „Volk" ein konservatives Blatt sei. Die conservative Partei habe mit bem Blatte nichts zu thun. Abg. Tutzauer (Soc.) spricht gegen bk Eoncurrenz, welche bie Mtlitärrnufiker ben Etotirnusikern rnachren. Kriegsminister v. Bronsart: Hertwig habe im Ahlwarbt- Proceß in ber That an bie Zeugen Fragen gestellt, welche nicht in ber Drbnung seien. Abg. Förster (Ant.): Es wäre am besten, wenn baS Institut durch Einjährigen überhaupt nicht bestände. Es müsse jeder sich jedoch der Prüfung dazu befähigt zeigen, zum Officter aufrücken zu können. Es würde das auch zum Ausgleich der Gegensätze zwischm dm volkS- klassen führen. Der Titel Mmtstergehalt, sowie einige wettere werden bewilligt. Wetter derathung morgen 2 Uhr. Berlin, 2. März. Wie verlautet, wird die Ernennung des Grafen Philipp Eulenburg zum Botschafter in Wien demnächst publicirt. Der Genannte ist derzeitig Gesand'er in München und wird Ostern in Berlin verbringen. Wie es heißt, soll Eulenburg vom Kaiser zum Besuche nach Abbazia eingeladen worden sein. Berlin, 2. März. Der Berliner Magistrat hat heule beschlossen, die von der Stadtverordneten Versammlung am 22. Februar festgesetzte Resolution, betreffend den deutsch- russischen Handelsvertrag, dem Reichstage als Petition zu übermitteln. Berlin, 2. März. Als nächste Folge der Katastrophe auf der „Brandenburg" gilt in Marinekreisen eine Verschärfung bei Abnahme und bei der Revisionscontrole, sowie derjenigen Bestimmungen, welche sich auf technisch-maschinellen Marinedienst beziehen. Berlin, 2. März. Trotz des Dementis von offiziöser Seite hält die „Vossische Zeitung" ihre Meldung ausrecht, daß Miquel auf dem Diner des brandenburgischen Landtages zu v. Levetzow gesagt habe, die Conservativen wären Esel, wenn sie für den Handelsvertrag stimmten. Wien, 2. März. Wie verlautet, sind die kürzlich angestellten Fernsprechversuche zwischen Berlin und Wien unbefriedigend ausgefallen. Abbazia, 2. März. Im April wird auch Fürst Ferdinand von Bulgarien nebst Gemahlin hier erwartet. Prag, 2. März. Heute fand Hierselbst die Verhaftung zweier czechischen Studenten statt, welche Plakate mit hochverräterischem Inhalt verbreitet hatten. Man pro phezeit einen neuen Omladinaprozeß, weil, wie es heißt, in allen czechischen Mittelschulen Böhmens die Tendenzen der Omladina verbreitet werden. Venedig, 2. März. Ende März beabsichtigt das deutsche Kais^paar das italienische Königspaar in Venedig zu besuchen. Die städtischen Körperschaften beschloffen, einen großartigen Empfang zu veranstalten. Paris, 2. März. In einer Depesche der „Agence russe", welche das „Journal" veröffentlicht, wird die Meldung des „Gaulois", es habe die Unterzeichnung der Militär- convention zwischen Frankreich und Rußland stattgefunden, bestätigt. Wie versichert wird, hat die Convention lediglich einen defensiven Character. Toulouse, 2. März. Gestern Abend wurde hier ein Anarchist, Namens Dros, verhaftet, wegen Verdachts der Theilnahwe an der Explosion vor der Commandantur zu Marseille. Loudoo, 2. März. Nach der „Pall Mall Gazette" soll Gladstone bestimmt beabsichtigen, der Königin am Samstag seine Entlassung einzureichen. CocaUs und Provinzieller. tzieheu, den 3. März 1894. ** Kunstausstellung. Wir machen auch an dieser Stelle die Leser unseres Blattes aufmerksam auf die derzeitige Gemäldeausstellung des Kunstvereins im Schulhaus in der Schulstraße. (Täglich geöffnet von 11 — 1 Uhr, Eintrittspreis 50 Pfg., an Sonntagen nur 20 Pfg.) — Es sind zur Zeit gegen fünfzig, fast durchgängig gute, meist sehr gute Bilder neu ausgestellt. Wir heben daraus in erster Linie hervor ein Portrait Schopenhauers von Hammel, Frankfurt, und ein solches Ernst v. Wildenbruchs von D. Arnd al Raschid, Freiburg- auch die sonst in unseren Ausstellungen nur selten oorkommende H storienmalerie ist diesmal — gleichfalls durch Hammel — vertreten mit einem „Reichstag in Besan^on". Don den übrigen Bildern heben wir noch besonders hervor unter den Landschaften „Ein griechisches Theater" von Serner, Sagan, „Motiv aus Etrurien" von Röder, Rom, „Holländische Bleiche" von Herrmann, Berlin, und „Motiv aus dem Elsaß" von Weyßer, Karlsruhe- unter den Genrestücken steht obenan ein Werk des f Schaumann „Straßenscene in London"- ihm möchten wir nach Auffassung und Wiedergabe zunächst anreihen „Großmütterchens Kirchgang" von Matthei, Cassel, und „Verwaist" von Agthe, Berlin. — Einige Studien unseres Landsmannes Fritz dürfen nicht unerwähnt bleiben. — Auch die Skulptur ist diesmal vertreten durch eine „Bacchantin" von Sommer, Rom. — Wennschon der Genuß öer Ausstellung unter dem ungenügenden Licht des derzeitigen, provisorischen Ausstellungsraumes erheblich leidet, so können wir doch den ungesäumten Besuch der diesmaligen Serie umsomehr empfehlen, als dte- felbe schon in kommender Woche dem Militärersatzgeschäst wird weichen müssen. Hoffen wir, daß recht bald der Kunstverein sein dauerndes Heim in dem schönen Ausstellungssaal des Neubaues auf dem Brand (an Stelle des alten Hofgerichtsgebäudes) finden möge. * * Aus der Stadtverordnete» Versammlung. Der in der vorgestrigen Sitzung unter Punkt 8 der Tagesordnung genehmigte Voranschlag bezieht sich nicht, wie unser Berichterstatter irrthllmlich meldete, auf die Schottstraße, sondern aufdenTheil der St ein st raße, der zwischen Schottstraße und Marburgerstraße neu auszubauen ist. * * Gießener Freiwillige Feuerwehr. Der zum ersten Hauptmann gewählte Schreinermeister Wigandt hat dieses Amt mit Rücksicht auf seine Verpflichtungen dem Turnverein gegenüber abgelehnt. Hoffentlich bringt die danach nöthige abermalige Wahl eines Hauptmanns dem Corps den ersehnten, zum ferneren Bestand desselben dringend nöthigen Frieden unter sich und mit den Aufsichtsbehörden. • * Wie uns mitgetheilt wird, ist in den letzten Tagen die Schutzmannschaft angewiesen worden, strenge Aufsicht zu halten über'das Umhertreiben von Hunden auf den öffentlichen Anlagen. Die Besitzer von Hunden wollen daher Sorge tragen, daß ihre Bellos, Barrys re. sich nicht allzufrei auf diesen Plätzen bewegen, da sonst zu leicht ein Strafmandat erwirkt ist. * * In der gestern Vormittag auf Lonhs Bterkeller abgehaltenen Geueralverfammluug des landwirthschaftlichen Bezirks- Vereins Gießen erstattete der Vorsitzende, Herr Regierungsrath Jost, Bericht über den Besuch der Ackerdauschulen zu Alsfeld, ! Büdingen und Friedberg und den der Obstbauschule zu Fried ! berg von Schülern aus dem Kresse Gießen. Es waren an Subventionen vorgesehen für Schüler der Ackerbauschule 100 Mark. Unter den fünf Schülern aus dem Kreise Gießen befinden sich vier, deren Verhältniffe es gestatten, daß sie auf eine Subvention verzichten konnten, währenddem fünften wegen weniger günstiger Verhältnisse eine Subvention von 50 Mk. gewährt wurde. — An Subventionen für Besucher der Obstbauschule zu Friedberg waren 800 Mk. vorgesehen- die Versammlung beschloß, den 11 Bewerbern je 70 Mark zu bewilligen. — Der Vorsitzende hielt hierauf einen Vortrag über Cre di t und die Strafbarkeit des Mißbrauchs desselben. Die sprachliche und sachliche Bedeutung des Wortes „Credit" erläuternd, ging Redner auf das Creditgeben des Näheren ein. Wer Credit beanspruche, müsse zahlen wollen, zahlen können und zahlen müssen - in letzterer Beziehung sei von Einfluß die Rechtspflege des Staates, je größer dessen Rechtssicherheit, desto solider der Güteraustausch, die Erwerbsver- hältnssse- die Zahlungswilligkeit sei eine gute persönliche Eigenschaft, während das Zahlenkönnen nicht persönliche Eigenschaft sei, sondern in den Vermögensverhältnissen liege. Gegenstand des Credits können Geld und Maaren sein- für kleine Händler und Handwerker sei der Waarencredit oft nachtheiltg, weil sie öfter theurer kaufen müßten oder geringere Maaren erhielten. Geldcredit sei weniger nachtheilig, weil sich Jeder damit die Vortheile des Baareinkaufs sichern könne. Aus diesem Grunde empfehle sich die Errichtung von Credit- instituten nach Ra ffeisen'schem System. Größeren Handlungshäusern und Betrieben sei dagegen der Waarencredit nicht nachiheilig, weil sie die Kreditfristen einhalten könnten. Als zahlungswillig könne man jeden Geschäftsmann bezeichnen, der im Allgemeinen als zuverlässig bekannt sei und bei allen Geschäften rechtschaffen verfahre. Zahlungsfähig sei Jeder, der tüchtig, fleißig, sparsam, häuslich ist, dem thätigen Manne komme das Vertrauen von selbst. — Die Strafbarkeit des Mlßbrauchs von Credit ist außer in der Gewerbeordnung und im Stafgejetzbuch gewahrt in besonderen Gesetzen, die, sich gegenseitig ergänzend, in den Jahren 1867, 1880 und 1893 in Kraft getreten. Es wird in denselben unterschieden zwischen Geld- und Waarenwucher, charactertsirt der Bieywucher, die Viehftellurig, Viehleihe usw., für deren jede der Herr Vortragende einige Beispiele in leicht faßlicher Form anführte. Auch hob Herr Jost den Unterschied hervor, den die Strafgesetzgebung zieht in Fällen der Ausnutzung der Nothlage, des Leichtsinns und der Unerfahrenheit des S^uldners, und wies schließlich darauf hin, daß auf Grund der Gewerbeordnung Solchen, die sich des Vergehens des Wuchers in irgend welcher Form schuldig gemacht, die Berechtigung zur Ausübung von Handelsgeschäften untersagt werden kann. Herr Jost gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß mehr Anzeigen wegen Wuchers erhoben würden, wenn die Kennlniß der denselben betreffenden Gesetzesbestimmungen in weitere Kreise, namentlich ländliche, gedrungen sei. — Herr Provinzialdirector Freiherr v. Gagern sprach Herrn Regierungsrath Jost den Dank der Versammlung aus sür den lehrreichen Vortrag. Es wurde auf Antrag des Herrn Helfrich beschlossen, den Vortrag in Druck erscheinen und an die Mitglieder verteilen zu lassen. — In die Behandlung des folgenden Themas: Be- und Entwässerung der Wiesen, hatten sich die Herren Landwirthschafrslehrer'Leithiger-Aisfeld und Culturingenieur Wißma nn-Gießen getheilt. Ersterer empfahl den Land- ! wirlhen intensivere und sorgfältigere Behandlung und Bewässerungen der Wiesen, da die ohne Rücksicht auf die Annahme oder Ablehnung des russischen Handelsvertrags immer mehr sinkenden Gerreidepreise mehr und mehr auf den^ Anbau von Futterpflanzen hinwiesen. Er führte eine Reihe von Bewässerungsmethoden vor und zeigte durch Zlffernmaterial, daß Ausgaben für den Wiesenbau immer reichlich Zinsen trügen. In Bezug auf Wiesenbehandlung stellte er das Siegerland, die Gegend der Eder und Fulda als mustergiltig hin und gab werthvolle Fingerzeige, wie die Landwirte in unserer Gegend es anzufangen hätten, ihre Wiesen zweckmäßig zu bewässern. Er bezeichnete es als wichtig, daß die Bewässerung so angelegt werden müßte, daß durch sie den Wiesen neben Wasser auch werthvolle Dungstoffe, die unsere Wasserläufe enthielten, zugeführr würden. Der Landmann solle keine Gelegenheit zur Verbesserung seiner Wiesen vorübergehen lassen. Die Erfahrungen des letztenSommers hätten bewiesen, daß man sich in Bezug auf Futterbau unabhängig machen müsse von der Witterung. — Herr Culturingenieur Wißmann beleuchtete neben den verschiedenen Methoden der Bewässerung auch die der Entwässerung. Es sei nicht nur nöthig, daß man Wasser auf die Wiesen bringe, sondern wichtig sei es, daß man es zur richtigen Zeit darauf bringe, aber auch zur richtigen Zeit wieder entferne. In letzterer Beziehung bleibe noch viel zu thun übrig, wenn die Wiesen nicht versumpft oder vermoost werden sollen. Herr Wißmann erläuterte eingehend den Peters'schen Wiesenbau. Hier würde das Wasser durch Stauung in einem Hauptrohr mittelst der in denselben angebrachten Schieber nach den Seitenröhren getrieben, also eine Bewässerung von unten ermöglicht- auf dieselbe Weise geschehe auch die Entwässerung, bei welcher durch infolge des durch Stauung erzeugten Druckes die Reinigung der Röhren von Schlamm u. s. w. sich vollziehe. Am wichtigsten sei allerdings bei allen Bewässerungsmethoden daS zur Verfügung stehende Wasserquanlum. In dieser Hinsicht werde aber eine zweckdienliche Bewässerung unmöglich gemacht durch die bestehenden, im Interesse der Müller erlassenen wasser- recytlichen Bestimmungen. Es müßte angestrebt werden, daß bei großer Trockenung die Müller die Betriebe einzustellen hätten, natürlich gegen Entschädigung, damit das Wasser aus Bächen u. s. w. zur Bewässerung der Wiesen nutzbar gemacht werden könne- auch eine Tieferlegung der MÜhlwehre 1 sei ins Auge zu fassen. Mit Errichtung von Wassergenossenschäften, denen tüchtige und thätige Wiesenwärter zur Seite stehen müßten, müsse überall vorgegongen werden. Auch das Material aus den meteorologischen Stationen, die in Oberhessen allerdings erst errichtet werden müßten, sei werthvoll für den Culturtechmker, weil er damit in der Lage sei, die Vorkehrungen auf dem Gebiete der Wiesenbewässerung unter Be- rücksichngung des zu erwartenden Wetters treffen zu können. — Der Vorsitzende stattete den Herrei Referenten den Dank der Versammlung ab. Eine Discussion fand der vorgerückten Zeit wegen nicht statt. Bemerkt sei noch, daß als Vertreter der Großh. Centralstelle Herr Reg.-Rath Nover der Versammlung beiwohnte. * •* Oster» (1894) fällt sehr früh, nämlich auf den 25. März. Es ist dies eines der frühesten Daten, auf welche das Hauptfest der christlichen Kirche überhaupt fallen kann. Nach der als Norm geltenden Feststellung des nicäischen Concils im Jahre 325 ist das Auferstehungsfeft an demjenigen Sonntage zu feiern, der auf den ersten Vollmond nach der Frühlingsnachtgleiche (21. März) folgt, außer»' wo der Vollmond (oder das jüdische Passah) selbst auf diesen Sonntag gefeiert werden. Demgemäß kann Ostern nicht früher als auf den 22. März und nicht später als auf den 25. April fallen. Am frühesten, also auf den 22. März, fiel Ostern in den Jahren 1598, 1693, 1761, 1818, aber erst nach 291 Jahren von heute ab, wird dieser Fall ein- tretin. Das späteste Osterfest fiel in die Jahre 1666, 1734 und 1886 und wird zum erftenmale wieder eintreffen im Jahre 1943. Der Ostervollmond, nach welchem der Ostersonntag sich bestimmt, wird nicht astronomisch, sondern cyklisch nach einem von dem gelehrten Lilms angegebenen und von Gregor XIII. vorgeschriebenen Verfahren berechnet. Die Abweichungen zwischen dem astronomisch bestimmten (wahren) und dem cyklisch berechneten Vollmond können bis auf fast zwei Tage steigen. Dadurch kam es, daß die Protestanten, die den Ostervollmond früher astronomisch bestimmten, im Jahre 1744 Ostern am 29. März feierten, die Katholiken dagegen am 5. April. * * Mit 1. März begann die Hegezeit für männliches Rehwild und dauert bis 30. April. Gleichzeitig nimmt die Hegezeit für Wildenten ihren Anfang. Diese endet am 30. Juni. * * Von hessische» Behörden werden steckbrieflich verfolgt Dienstknecht Joh. Brusius aus Wolfshausen vom Amtsanwalt in Gießen wegen Betrugs und Diebstahls- Victor Emanuel Calvetti aus Lodere in Italien, zuletzt in Lörzenbach, vom Amtsanwalt in Fürth wegen Diebstahl- Taglöhner Karl Rühl aus Laubach vom Amtsanwalt in Alsfeld wegen Betrugs und Sachbeschädigung- Bergmann Joh. Jakob Schlemmer aus Unterschieda vom Amtsanwalt in Fürth wegen Diebstahls- Martin Schuster aus Heppenheim a. d. B. von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen falscher Anschuldigung- Taglöhner Heinrich Wagner aus Gedern vom Amtsgericht Ortenberg wegen Beleidigung- Bierbrauer Robert Brunner aus Thumringen, Dienstmagd Dorothea Mahr aus Traisa, Barbier Hugo Robert Oswald aus Wiesbaden vom. Amtsgericht Mainz wegen Strafvollzugs. * * Rach der Gewerbeordnungsnovelle vom 1. Juli 1891 tritt am 1. April d. Js. definitiv die Bestimmung in Krafr,. daß schulpflichtige Kinder (bis zum 13. Lebensjahre) in Fabriken und Werkstätten, in welchen durch elementare Kraft bewegte Triebwerke zur Anwendung gelangen, nicht mehr beschäftigt werden dürfen. Bekanntlich wurde bei Erlaß der Novelle für diesen Punkt derselben eine Uebergangszeit bis zum 31. März 1894 festgesetzt. Diese Uebergangszeit läuft, also am bevorstehenden 31. März d. I. ab. - a- Mufcheoheim, 2. März. Seine Durchlaucht der Prinz Albrecht zu Solms-Braunfels hat in seiner Eigenschaft als Vormund des minderjährigen Fürsten zu Solms-Braunfels den Fürstl. Hofgutspachter CarlHoffmannin Hof-Güll zum Fürstlichen Oberamtmann ernannt. — Herr Hoffmann, welcher als tüchtiger Oeconom bekannt ist, hat sich besonders als Züchter hervorragendes Verdienst erworben. Die von ihm ins Leben gerufene Schweinezüchterei ist eine der ersten Deutschlands, auch hat derselbe mit seiner Pferdezucht bereits recht gute Erfolge erzielt, so daß in l tzter Zeit auch der Preußische Staat jährlich Hengste von ihm bezogen hat. § Aus dem Ohmthal, 1. März. Aus der Wetterau sowohl, als auch von Frankfurt meldet man ein Herab geh en der Brodpreife. In unserer Gegend kostet eben der vierpsündige Laib Brod 38 Pfennig. Hier gilt derselbe hingegen nach wie vor 40 Pfennig. Eine solche Preislage ist durch den außerordentlich niederen Preisstand des Getreides nicht mehr gerechtfertigt. Betrachtet man nun gar die Brödchen, so scheinen dieselben ungeachtet des" sehr billigen Weizenpreises immer winziger zu werden. Als der Weizen das Doppelte seines jetzigen Preises galt, waren dieselben eher größer als kleiner. Es ist gewiß keine unbillige Forderung, wenn verlangt wird, daß Ver- und Einkauf im rechten Verhältniß stehen sollen. § Hercheuhain, 28. Februar. Ein hiesiger Holzhauer wurde beim Holzfällen im Walde derart durch Abrollen eines Buchen-Stammes getroffen, daß er einen Beinbruch erlitt- Q Alsfeld, 1. März. Der soeben ausgegebene Jahresbericht der hiesigen Realschule weift ein aus 14 Mitgliedern (einschließlich des Directors) bestehendes Lehrerpersonal und eine Schülerzahl von 186 auf. Von Letzteren besuchten die Realschule 135, die Vorschule 51 Schüler. Der Confession nach theilt sich diese Schülerzahl in 152 evangelische, 3 katholische und 31 israelitische. Das Schuljahr begann am 10.s April 1893 und schließt mit dem 9. d. Mts. Im Lehrkörper der Anstalt traten während des Jahres verschiedene Veränderungen ein. Der Gesundheitszustand der Schüler war im Laufe des Winters nicht immer günstig. In den Lehrplan wurde neu ausgenommen aus hygieinischen Gründen- »erd,« W*ke 'N, di, d»z (''„MM K" ers L 8 Unf» Br. 'ÖV6n^ 1 ionb bnLb'n?Qnt 116 ÜB# * Ln,K &■?’"£ S'S*“ kvlv> fe h "°ta 4 „ l|,?t!t «l« auf b,„ Qf R en 22‘ Mr L1?1' 1818, °brr dieser Fall ein« Wre 1666, 1734 ?ltb“ eintuffcn im ld) Achtln der öfter. 10Bli^/ sondern rhklüch ^gegebenen und ton ^ren berechnet. Die $ bestimmten (ma^en ’ können bis auf fast daß die Protestanten, 'mifch bestimmtet!, im ieelen, die Katholiken etzkzüi str mMchrr Arichzm^ nimmt die “ifr Diese endet an w fteürieflich verfolgt hauien vom Amtsanwalt iahls^ Victor Emanuel ht in Lörzenbach, von N(; Taglöhner Karl in Alsfeld wegen Le- rnn Joh. Jakob Schlem- i in Fürth wegen Dieb' heim a. d. B. von der »egen falscher Anschuß- uS Gedern vom LmiS g; Bierbrauer Koben b Dorothea Mahr miß 1 au8 Wiesbaden nvrn. vfi, vellr vom 1. Juli 1891 ie Bestimmung in M, m 13. Lebensjahre) in n durch elementare Kratt 5 gelangen, nicht mehr ich wurde bei Erlaß ter eine Uebergangszeit bis ese Uebergangszeit läuft I- °b. ^e Durchlaucht der Pck- seiner Eigenschaft al» n iu Eolws-Brauufel- fmanninHof'MM - Herr Hoffmann, welcher bat ftd) 41 oorbin. Di. «»*!"’ t eine dn .*« W1 egt” 6"'- rft-s: ’S**? b‘. ssr* e x f LS e>°°" B"" ! weift " h^perior- . Don ^LöonpiJ lSchüler-/'v°nS°^ «i- »»■< r günstig- /,4 Uhr Feuer aus, daS innerhalb 3*/t Stunden 3 Wohnhäuser, 5 Scheuern und 5 Ställe einäscherte. SämnttlicheS Dich wurde gerettet. A Mainz. 2. März. Zu Ehren des neugewählten Bürge. meisterS fand gestern Abend hier eine Fackelserenade statt, die wohl daS Großartigste war, waS in Mainz in dieser Beziehung in vielen Jahren geleistet worden. In einem Zuge von mehreren Tausend Fackel- und LampionSträgern, dessen Vorbeimarsch eine halbe Stunde in Anspruch nahm, betheiligten sich an der Ovation sämmtliche Ma'nzer Vereine und gewerbliche Verbände, alle mit weithin sichtbaren transparenten Abzeichen und geschmackvoll decortrten Emblemen: die Schifferzunft mit einem prachtvollen illuminirten Kahn, der Ruderoerein mit einem großen Schiff, das Kutschergewerbe mit einem prachtvollen, in Lampions strah'enden Viererzug, die Fuhrleute hoch zu Roß, die verschiedenen Innungen mit idren Abzeichen, die Radfahrer mit allen Arten Velocipeden, dazwischen in vollem Wichs der Fechtclub, der Turnverein, die Feuerwehr sowie die verschiedenen Musik und Gesangvereine, sämmtltch mit ihren Fahnen. Dieses unendliche Lichtermeer bot ein prächtiges Bild, das durch die zahlreichen im Zuge befindlichen Musikcapellen sowie die Menschenmassen, die sich in den Straßen drängten, pulsirendeS Leben erhielt. Die Häuser der Straßen, welche der Zug passirte, waren zum größten Theile tllumurirt, wogegen der Platz, auf welchem sich die Wohnung des BUrgermetsters befindet, nach einem einheitlichen Plan wahrhaft feenhaft beleuchtet war. An dem Hause des Bürgermeisters prangte in Flammen ein großes städtisches Wappen. Der Stadtverordnete Herdt begrüßte, als der Zug die bürgermeifterliche Wohnung erreichte, mit warmen Worten das neue Stadtoberhaupt, welche, wie auch die DankeS» worle des Bürgermeisters, den lautesten Widerhall in den dicht gedrängten Muffen fanden. A Mainz. 2. März, lieber da« Vermögen deS social- demokratischen Stadtverordneten Cigarrenhändler Dörr, ist heute von dem hiesigen Amtsgericht der ConcurS erkannt worden. Hierdurch erlischt das Stadtverordnetenmandat deS Genannten. Dörr hat seiner Zeit dadurch viel von sich reden gemacht, daß er der städtischen Stiftungscommission öffentlich den Vorwurf machte, die Stiftungsgelder vielfach an Unwürdige vertheilt zu haben. Die Verbindlichkeiten des Dörr sollen ziemlich beträchtlich sein. — Der Rhein steigt noch fortwährend ziemlich stark- seit dem letzten niedersten Stand ist er etwa ein Meter gestiegen. Dcrmifdytcs. * Berlin, 2. März. Zu dem gestrigen Doppelmord in Großlichterfelde wird gemeldet, daß der Gärtner Helbig gestanden hat, nach vorhergegangenem Streit den Procuristen Detlof und den Gärtner Kurtz mit Messerstichen lracnrt zu haben. Die beiden Verwundeten sind sodann an Verblutung gestorben. Verkehr, CanO* rrrrd Volk-rvirthsehaft. 3. März Marktbericht Aut dem heutiger. Wochenmvrkt kostete: Butter pr ®fb. X 0,95—1,05, Hühnereier 1 Stück 6— A. 2 Stück 11— A. Käse pr St- 5—8 A. Äfllematte pr. St. 3 A. Erbsen pr. Liier 18 A, vtnfen pr. Liter 30 A, Lauder pr Paar X 0.70—1,00, Hübner pr. Stück X 1,00—1 20, Hahner PT. X 1,20 1,50, EMen pr. 6t X 1,70 bi« 2,03, Ochsenfleisch pr. Cfb 6’2—08 A. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 50—56 A, Schweine, fleisch pr. Pfd. 60—70 A. Kalbfleisch pr. Pfd 50—56 A, Hammelfleisch pr. Pfd. 40—60 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00—5,00 X, »eißkraui pr Stück 4 10 A, Rwiehelr pr. Gentner 10,00—10,50 X, WK(6 n*. Wer 16 20 X, Enteneier 8 A. Gänseeier 12 A- Smijms cm» den Atande»«n»r»restßt»rn Mt SLavt {Heften. «ufgedote. Februar: 27. Wilhelm Pietl, Kaufmann dahier, mit Karoline Wilhelmine Tauerndetm hterseldst. 27. E nst Richard Wtegelmann, Kaufmann dahier, mit Anna Karoline Julie Jobannette Weidig hleneldst. 27. Josef August Langer, Schreiner dahier, mit Elise Jäckel hlerselbst. 27. Georg Wilhelm Boling, Locomottvheizer dahier, mit Elisabeth Manck hterfeibst Gheschtteßrnttzerr« Februar: 28. Phil. Pirr IV., Metzger zu Großen-Linden, mit Johanna Margarethe Franziska Kahl hterseldst. 28. Friedrich Groß, Sattler dahier, mit Marie Luise Susanne Friederike Sp es Hierselbst. Beboretu. Februar: 17. Dem ©tabltaff -Gehülsen Adam Kaus eine Tochter, Marie Ettsabeth 19 Dem Taglöhner Heinrich MalkemuS e*ii Sohn. 22. Dem Schreiner Georg Pfeil eine Tochter. 24 Dem practifchen Arzt Dr. August Hanau ein Sohn. 25. Dem Königi. Stations-Assistent Johann Georg Gttgttng eine Tochter, Karoline Auguste. 25 Dem Lackirer Jacob Ritsert ein Sohn, Eduard Karl. März: 1. Dem Apotheker Frttz Spieß ein Sohn. •eftorbetw. Februar. 23. Georg gö «er, 20 Jahre alt, Hausburfche dahier. 24. Jacob v-cker, 3 Jadre alt, Hohn pon Landwirth Emil Heinrich Becker zu Rödgen. 24 Philipp K öck 24 Jahre alt, Ztegeleiarbester von Heuchelheim. 24. Therese Roß 6 Monate all, Tochter von Taglöhner Heinrich Roß dahier. 24. Jacob Walldot, 24 Jahre ast, Knecht von Bellersheim. 24 Jodann Klein, 52 Jahre alt, Selber von Freudenberg. 25. Marte Hoßfach. 3 Jahre alt, Tochter 'von Landwirth Ludwig Hohbach zu Lützellinden 26. Karl Basthaser August Theodor Plank, 51 Jadre alt, Böcker meister dahier. 26. Katherine Wolf, geb. B.cker, 46 Jahre alt, Ehefrau von Schutz mann Johann Heinrich Wolf dahier. 26. Friedrich Alt, 54 Jahre alt, Taglöhner dahier. 27. Margarethe Ordig, ged Bickhardt, 44 Jahre alt, Ehefrau deS Gaiiwirtbs und Stadtverordneten Karl Ordig dab'er. 28. Karl Euler, 43 Jahre alt, Weißdinder und Lackirer dahier. 28. Jobs. .Helm, 71« t Jahre alt, Landwirth von Klein- Rechtenbach. März: 2 Ottilie Fourier, 2 Jahre alt, Tochter von Wirth Jacob Fourier dahier. Auszug aus -en Kirchenbüchern Vcr Stadt «Sieben. Evangelische Gemeinde, eetraate. MarkuSgemetnde. Den 25. Februar. Maurer Johannes Greb zu Gießen, und Margarethe Frank, Tochter deS HüitenarbesterS Eberhard Frank zu Lollar. , LukaSgemeinde. Den 25. Februar. Heinrich Weller, Fabrikarbeiter zu Gießen, und Elisabeth Hosmann, Tochter des verstorbenen Wagner» Johannes Hofmann von BerSrod. . Ten 28. Februar. Philipp Pirr, Metzger zu Großen-Linden, ein Wittwer, und Franziska Kahl, Tochter des Kohlenhändlers Jakob Kahl zu Gießen. JohanneSgeme inde. Den 1. März. Friedrich Groß, Sattler zu Gießen, und Marte Lutfe Susanne Friederike SpteS, Tochter deS Fuhrenunternehmers Christoph Spies zu Gießen. •rtanftt. LukaSgemeinde. , _ , Den 25. Februar. Dem Kalkwerkbesitzer Karl HaaS eine rochier, Marie Sophie Emstie, geboren den 11. December. JohanneSgemeinde. Den 25. Februar. Dem Fabrikarbeiter Philipp Peter eine Tochter, Antonie Henriette, geboren den 2. Januar. Denselben. Dem Hilssbremser Georg Schäfer ein Sohn, Carl Martin Peter, geboren den 3 Januar. veerdigtt. MattbäuSgemeinde. Den 28. Februar. Katharine Wolf, geb. Becker, Ehefrau des Schutzmanns Httmich Wolf, alt 46 Jahre, gestorben den 26 Febr. Denfelben. Friedrich Alt, Taglöhner, alt 54 Jahre, gestorben den 26. Februar. Den 2. März. Karl Euler, Weißbinder, alt 42 Jahre, gestorben den 28. Februar. Lukaßaemeinde. _ Den 27. Februar. Karl Plank, Bäckermeister, alt 51 Jahre, starb den 26. Februar. Dcn Empfang -er Neuheiten m Regenmänteln, Capes, Jaquettes ?c. in reicher und geschmackvoller Auswahl zeigen ergebcnst an Airchenplah 9 Meyerhoff & Goslar lirdjtnpi^ 9. Bekanntmachung, betreffend das Beschneide der Hecken. Das Palizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- unb Feldbesitzer die ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- oder Luftwegen einfriedigenden Hecken in jedem Frühjahr bis zum 1. März auf 1,25 m Höhe und 0,50 m Breite zurückzuschneiden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Art. 31 des Feldstrafgesetzes mit Geldstrafe von 1 bis 10 Mark bestraft werden. Gießen, 27. Februar 1894. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 1907 Gnauth. Bekanntmachung. Anmeldungen zum Bemg der Schott'schen Stistungssinsen haben bis zum 17. d. M. auf dem Armenamt — Bürgcrmeistereigebäude, Zimmer Rr. 3 — zu erfolgen. . Gießen, den 2. März 1894. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Gnauth. ___________ 1 Wurst-Füllmaschine (20 Pfd.), Pollen, Spalter, Meffer, Fleischhaken 2C., zwei Bierpressionen, Stech- u. Messinghahnen, 1 Partie Nordanlage, am Orwaldsgarten,j «krofdorferweg, in der Westanlage/ Südanlage, im Bürgermeistereihof, in der Ostanlage und auf dem Brandplatz sollen Zinn- und Bleirohre, 1 Viehkrippe, Porzellan u. s. w. schule. Gießen, den 2. März 1894. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 1908 1882 G. Rieke, Secretära.D. Bekanntmachung. | “TÄ hS“** Da» Abfallholz, sowie eine Anzahl werden im Gasthof zum Dom Pappel-, Rister- und Lindenstämme zu Wehlar für Metzger und ans den städtischen Anlagen in der Wirthe: eine Patent - Excelstor JI-Fleisch- Dienstag den 6. März 1894, Bormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle meistbietend ver< Üeigert werden. Zusammenkunft in öffentlich meistbietend gegen Baar- der Nordanlage an der Stadlknaben- Zahlung verkauft. Sämmtliche Gegenstände befinden sich noch in sehr gutem, brauchbaren Zustande. Wetzlar, den 2. März 1894. schneidmaschine v. Nahmer, Holzversteigerung in den Waldungen der Stadt Lich Es werden versteigert in der Forst wartei Hinterwald, Distr. Eichwald und Mönchköpfe: Donnerstag den 8. März, Bormittags 10 Uhr: I 101 Buchen-Stämme von 36—53 cm mittL Durchmesser und bis 9 m Länge — 82 fm. Zusammenkunft und Anfang im Eichwald an der Kreisstraße nach Hattenrod. Freitag den 9. März, Bormittags 10 Uhr: 137 rm Hainbuchen - Rundscheiter, zu Nutzholz tauglich, 358 rm Buchen-, 33 rm Eichen-, 12 rm Linden-Scheiter 204 rm Buchen-, 46 rm Eichen-, 17 rm Linden-Knüpp-l, 362 rm Buchen-, 123 rm Eichen-, 38 rm Weichholz-Stöcke, 8559 Wellen Buchen-, 1843 Wellen Eichen-, 400 Wellen Weich- holz-Reisig. Zusammenkunft auf der Konzebühl- schneise im District Mönchköpfe. Anfang daselbst bei Nr. 710. Lich, am 2. März 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Walz. 1885 1912] Ew Haufen Strohmtfl > nd Dickwarz zu verkaufen. Schottstraße 11. Kornstroh Neuenwegs*' 1927j Geige zu verkaufen K. Hüttenberger, SelterSweg 67. Holz-Versteigerung im Ruttershausener Gemeindewald. Donnerstag den 8. und Freitag den 9. März d. I., Vormittags 10 Uhr anfangend, kommen in den Districten Mausberg und Wehrholz zur Versteigerung: 145 rm Buchen«, 71 rm Eichen- Scheit, 60 rm Buchen-Eichen- und Nadel- Knüppel, 7430 Wellen Buchen-, Eichen - und Nadel-Reiser, 88 rm Buchen-, Eichen- und Nadel- Stöcke, 2 Eichen-Stämme auf dem Mausberg, zu Werk- und Nutzholz geeignet, mit 4,39 fm, 2 rm Eichen-Nutzscheit, 21 Eichen-Stämme mit 10,39 fm, 25 Nadel- ,, „ 7,61 ,, 287 „ Derbstangen „ 18,69 „ 740 „ Reisstangen „ 15,92 „ Am ersten Tage kommt sämmtliches Stamm- und Stangenholz, sowie das Brennholz auf dem Mausberg zur Versteigerung und wird mit dem Stammholz in dem District Wehrholz der Anfang gemacht. Ruttershausen, den 2. März 1894. Gr. Bürgermeisterei Ruttershausen. Klinkel. 1893 Holzversteigerung. Freitag den 9. d. Mts. wird in hiesigem Gemeindewald versteigert : 29 Eichen-Stämme, 25—54 cm Durchm., 4 — 7 m Länge, 4 Kiefern-Stämme, 20—42 cm Durchm., 5—8 m Länge, 57 Eichen-Derbstangen (Wagnerholz), 500 Fichten Reisslängen, 60 rm Eichen-Scheit, 6 rm Eichen-Nutzholz, 231 rm Eichen-Knüppel (hierunter sind 28 rm 2l/2 m lang), 4800 Eichen-Wellen, 156 rm Eichen-Stöcke. Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr auf der Jägerschneise am Franzenwald. Großen-Linden, am 2. Mär; 1894. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. __________Leun._______1884 Bekanntmachung. In dem ehemals BourgeoiS'schen Hause an der Ktrchstraße sind vom 1- April 1894 ab die Räume des Erdgtfchoffes und ein Tdeil des ersten Obergeschosses, he» । stehend auS 5 Zimmern und dem neu heraerichteien Laden, zu vermiethen j Näheres über Bedinaungen und Preis ist bet der Bürgermeisterei, Zimmer 15, 'zu erfragen | Gießen, *28. Februar 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 1903 1891] Schöner großer »arte« am - ------------------ Nabrungtzderg, beste La re, preiswerth zu per f auf en. Wo? sagt die Exped- d. Bl X 'trfhtn 535] Wer zarte Haut liebt, Mitess., Finnen c8. (AIUJIV, rc. mitErk. b's. will, benutzeGermanns echte camptet, billig ab,ugebm. Sandma^delklete-Seife. Echt b. A. «. G. Näheres in der Exped d [1790 Wallenfels, Marktplatz 21. 191t J. Pfeffer Markt 6. Ev. Kirchengesangverein. Hifloonnor Geistliche Musikaufführung Uluuuullul Zitherclub 1925 unter gütiger Mitwirkung der Concert- WohlthSttgkeits- Bereiu. I. Atzbach von Hierauf: Gesellige Bereinigung. 3 W. Petr. Chr. Fink. Donnerstag, 8. März, Opferbüchsen erbeten. 1627 ii. s. w. versteigert. [1923 gesucht. Marburaerstraße 29. Ltch entfernt. Näheres bei [1871 -. Zimmer VII., Lich ßrthott wit Wohnung. 11874 «VUVVII Lindenplatz 5, II. Vermischte Anzeigen. einer Fabrik oder sonstigem J. 8 Bach. Palestrina. Woche lOrigi 5. Adagio religiöse für Violine mit Orgelbegl. . 6. Fürwahr er trug unsre Krankheit . . . . 1 7. Präludium in C-moll, für Orgel .... 8. Panis angelicus fürChor 9. Andante religiöse und 1171] Ein schönes Zimmer, mödl. ob. unmöblirt, sofort zu verm. Neustadt 41. 1859] Verlängerter Asterweg 45 ist der mittl. Stock, 5 Zimmer, Balkon, Wasserltg und sonst. Zudebör, zu vermiethen. Näheres Ederftraße 6. 1545] Eine der ültesten und größten Feuervei sicher ungS-Gesellschaften sucht tüchtige Vertreter gegen höchste 1894 Der Vorstand. Ein zuverl. verh. Mann (Pens. Beamter) sucht irgend einen Vertrauensposten in Nachmittags 2 Uhr, werden im I. Helfenbeinffchen Hause, Ederstraße 7, die zum Nachlaß des Lehrers Aubel gehörigen Mobilien, als: Tische, Stühle, Schränke, Spiegel, Betten, Haus- und Küchengeräthe Eintritt unentgeldlioh. Die Plätze auf dem Chor und in den beiden vorderen Quadraten sind für die in activen Mitglieder rese rvirt. Die Karten für 1893 gelten noch. Programme zu 20 Pfg. bei Herrn E. Challier und an den Kirchenthüren. Freiwillige Beiträge werden in die NB W Wrgm Stiibli . behälter gel° Vetriebsjahr Mchungen l 216080 Cbi nicht minder i feder quellenbi bö8 Thaumffe gebietS, ohne zuflllß des Lerbrauchsgru, für öfientliche undWaiittwn Berich 2160 in den Hochb für ein Cubi Anzahl der öffentlichen S jenigen in de brunnen in d anschlüsse 69 Wasser verso anschlusses b Jahr 155,5*? 131 Stück, IM 1892 sn closetö und i in fßtrbinbun behälter- steh, ein Basffn au Die Qualität UntersuchungS llntersuchunge des Wassers Messungen im laufenden Un 1892/93 eine Das Wafferroi Bereinigung de 1887 wurde i gedehnt. Die einschließlich bi MOT Sämmtliche Arbeiten werden nur von bestem W' Material gesertigt und billigst berechnet. [1926 Allegretto für Orgel F.Mendelssohn. 10. Arie aus' der Mathäus- Passion für Sopran mit Orgelbegleitung . . J. S Bach. 11. Adagio religiöse für Violine mit Orgelbegl. . J. Both. 12. a) Geistlicher Dialog für Chor und Alt-Solo mit Orgelbegleitung . A. Becker, b) 0 Lamm Gottes fünfstimmig für Chor . J. Eccard. lassen Versicherung) guten Verdienst verschaffen. Solche, die im Versicherurigsfache schon i Erfolge aufzuweisen vermöaen, erlangen i feste Anstellung mit Gestalt und Provifion. Bestehendes Geschäft kann überwiesen werden. Westanlage 7 schöne Wobnung von 5 Zimmern mit größerem Gartenantbetl p:r 1. Mai, auf Wunsch früher, preiswerth zu vermiethen. Näheres durch WAH. Reiber, Bahn- chofftraße 63. 1924 Sängerin Fräulein Dorothea Sohnidt aus Hamburg (Sopran) und hiesiger geschätzter Kräfte. Sonntag den 4. März 1894, Abende 8 Uhr In der Stadtkirche zu Glessen. PROGRAMM. 1. Sonate für die Orgel zu 4 Händen und Doppel- Pedal (I. Satz) . . v. G. Merkel. 2. Adoramus für Chor . G. A. Perti. 3. Elegie für Orgel . . J. G. Herzog. 4. Arie aus der Matthäus- Passion für Sopran mit Orgelbegleitung . . J. S. Bach. Todes Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß am 2. ds. Mts., 4 Uhr Morgens, im 80. Lebensjahr, Herr Georg Melior, Forstwart ZU Großen-Buseck nach kurzem Krankenlager sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebene«. Großen-Buseck und Gießen, 3. März 1894. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag i/-2 Uhr in Grotzeu-Buseck statt. 1886 «riiidkrgkrstr.lv Glkßkll GrLllbkrgkrstr.lv empfiehlt sich zur Ausertigung und Lieferung von Bausteinen jeglicher Art, sowie in Grabdenkmältt» u. Monumenten in Marmor, Granit, Syenit, rothem und grauem Sandstein. Bildhauerarbeit in Marmor und Sandstein. Erhabene und vertiefte Schriften. Wamortischpliittku und WaschtischauffStze, sowie aller in dieses Fach einschlagenden Marmorarbeiten. Lirfkniig »oll fdjmarjcn und torifirn ßlasplafftii mit erhabener und vertiefter Schrift. ____F. Hoffmann. Die Fischerei in einem ca. 3 Kilometer langen fisch, reichen Theil der Wetter ist auf mehrere Jahre zu verpachten Das Fischereigebiet ist höchstens eine Stunde von Station Da »I «jjlonw Dir «tbactün: 66eela - Druck und Berlatz BrtzU'fchW Sruckern ^r. ®br. Putsch) in (Biegen; “ Tie heutige Kammer umfafit IO Getto»-! Heute Sonntag den 4. März, Abends 8 Uhr: Großes Zither-Concert _ im Caf^ Leib. W Entree für Herren 30 Pf., Damen 20 Pf. (Gallerie 10 Pf.) "WB NB. Das Concert wird nur mit Streich, Schlagüther und Xylophon ausgeführt. Mittwoch den 14. März 1894 Vieh- und Krämermarkt zu 1872 Allendorf an der Lumda. Nozartver del @ro| . Der im le SÄ heute ’ßoU8htbtt in M »on » ^°fer gesch^ Äy, lei, des d Aschen Geiste- ^Mozartderii, durch d S* Diese , t» k*?* AS* 1,60 «hq* . Aus dem tn lvorde Gefl. Offerten unter W. T. 616 an an G. L. Daube & Eo., Frankfurt a. M., erbeten. _______________ Ein Dienstmädchen sosort gesucht. Bahnhofstr. 45, III [1892] Alice-Schule. Die Ausstellung der Schüleriunen-Arbeiten findet Sonntag und Montag den 11. und 12. März von 11 bis |5 Uhr statt. — Sämmtliche Curse, die Kochschule sowie ein Cursus zur j Ausbildung von Lehrerinnen mit einbegriffen, beginnen am 2. April. I Anmeldungen. Für die Kochsckule bei Frl. Renner, Alice- ! Schule; für die anderen Fächer bei Frl. Moeser, Gartenstraße 30. ! „ Um Jrrthümern vorzubeugin, theilen wir hierdurch mit, daß die ge- : äderte Eintheilung im Unterricht durchaus keinen Einfluß auf die einzelnen I Eurse hat, dieselben können nach wie vor auch einzeln besucht werden. 1906 __________________Der Borftaud. Kirchenrath Engels-Stiftung. Die Zinsen der Engels-Stiftung sollen am 24. d. M. an zehn arme und würdige Familien zu Gießen vertheilt werden. Die Familien, die sich um diese Stiftung bewerben wollen, mögen sich bis zum 10. d. M. bei dem Pfarrer, zu dessen Gemeinde sie gehören, anmelden. . Gießen, den 3. März 1894. Der evangelische Gesawmt-Kirchenvorstand. Dr. Naumann.[1905 Wermiethungerr. 1903] Ein Logis zu vermiethen- ___________Grünbergerstraße 38, part. 1902] Eine Stube und ein Stall zu vermiethen Kleine Mühlgasse 7. 1897] Stübchen mit Belt zu vermiethen. ___ ___ _____ Asterweg 1- 1917] Eine kleine Wohnung von zwei Zimmern mit Zubehör an eine einzelne Person zu vermiethen. _____Wetzsteinstroße 38. 1918] Ein Logis zu vermiethen bei Frau DebuS, Liebtastraße 29. 1922] Eine Wobnung, zwei Zimmer mit Cabinet, Küche mit Wasserltg und sonst. Zubehör, zum 1. Mai sehr billig an nur ruhige Miether zu vermiethen. Zu erfragen in der Exped d. Bl. 1919] Der zweite Stock, bis 1. April 'Lez'ehbai, zu vermiethen. Liebtgstraße 6b. ’flröfc. Geschäft unter sehr be- scheid. Ansprüchen. Ersord. Cant, kann gestellt werden. Offerten erbitte unt. 8. W. 18981 Ein Schüler findet unter gün- iigen Bedingungen freundliche Aufnahme. Offerten unter A. Z. 20 nimmt die Exped. d. Bl. entgegen.___________________ 19011 Eine Frau nimmt Arbeit an im Stricken, Nähen und Klicken. Näheres Neustadt 27, 3 Stock._______ 1904] Ein reinliches Mädchen von 15—16 Jahren, am liebsten vom Lande, Zum Frühjahr bringe Coeosfaserstricke, Raffiabast, Blumenftäbe, Rindenscharrer, in empfehlende Erinnerung. F. E. Winter 1920 nur Wallthorstraße 16. Bekanntmachung. Samstag den 10. d. Mts., Abends 8 Uhr, findet die Ordentliche General - Versammlung des Confumvereins Alten-Buseck. e. G. m. u. im Saale der Louis Rabenau Wittwe statt, wozu die Mitglieder hiermit eingeladen werden. Tages-Ordnung: 1. 1893er Rechnungsabhör. 2. Bertheilung der Dividenden. 3. Reoisionsbericht. 4. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Gleichzeitig wird bemerkt, daß die Rechnung pro 1893 in der Wohnung des Directors zur Einsicht der Mitglieder offen liegt. Alten-Buseck, 2. März 1894. _________________________F- d. Vorstand: K. Rau, Director. Der Anfang meines Kleider-Cursus )eginnt Montag den 2. April. — Damen, welche nur Zeichnen unt Zuschneiden erlernen wollen, ertheile Nachmittags von 2—4 Uhr Unter- richt. Auch Damen, welche sich selbst ein Kleid anfertigen wollen, könne» nach Maß ein Taillenmuster von mir gezeichnet bekommen. [1613 Anmeldungen nehme ich jederzeit in meiner Wohnung Sonnenstratze 12 entgegen. Achtungsvoll E K E S S D»“en Conteeüsi ___ *"* ” *■ 9 Sonnenstr. 12. A. Welz, FindeoMtz-MMHorstr. N- iS WWWäst ZMn Eingang sämmtlicher Neuheiten -WLeWqchmmwollsten Kleiderstoffen, sowie in Jaquets, Regen- und Kinder C&P°S nnd Umhängen in reichster Auswahl zeigt ergebenst an ~r Markt 6 n o rm——----- Teppichkehrmaschinen verschiedener Systeme. Dienstag den 6. März bei Loth, Schanzenftraße. F. G. FT-® Montag Abend r Becker, "Strohhüte für Damen und Herren werden nach neuesten Fa?ons rasch und billigst fa^onnirt bei A. Fangmann Wwe., 1890]___Bahnhofstraße 29. 1881] Personen mit größerem Be- konntenkreis können sich durch Vermittlung von Versicherungen (Lebens-, Aussteuer-, Sterbe- „ welche hies. böb. Lehr- ,««,» »mmcr gegen yocyne anwatten besuchen wollen. finden gute Provifion. Off. sub F. E. 593 an die ^nem Realgymnasiallehrer Exped. d. Bl. ob. an Aaasenstetn u. baller. Näheres bei ber Exped. d. Bl. Bögler, A.-G., Frankfurt a. M. 1877] Ein Familienlogis zu vermiethen. _________________Kleine Löwengasse 5. 1863] Grünbergerstr. Str. 48, 2. Stock, 5 Zimmer nebst Zubehör, an ruhige Leute pr 1. April zu vermiethen._____________ 1865] Ein Familienlogis per 1. April zu vermiethen. Neustadt 33, 1. St. 1911] Sehr schönes Stübchen mit Bett, auch mit Kost, zu verm. Mäusburg 9. 1883] Schöne Stube zu vermiethen. __Dammstraße 4. 1888] Ein gut möblirtes Zimmer zu vermiethen.______ Grabenstraße 8, I. 1^69] Schön möbl. Zim. zu verm. bei Weißbinder Ruhl, Schottstraße, 2. St. an die Exped. d. Bl. [1608 Feuerversicherung. 1914] Ein tüchtiges Dienfimüdche« mit guten Zeugnissen für 1 April g,sucht. ____________________Bahnhofstraße 54. Ein befähigter junger Mann mit schöner Handschrift wird in einem hie- figen Verlagsgeschäft als ! Lehrling ausgenommen. Schriftliche Meldungen unter I— E. an die Exped. b. Bl.____________________1876 Für Schneider. 1915] Tüchtige Arbeiter für Hosen und Westen gesucht van __________Georg Leib & Sohu. 1921] Ein Spenglerlehrling gesucht. Christian Arnold, Spenglermeister, Selters weg 50. 1913] «in «laserlehrling gesucht. ________________Ludw. Schmitt 1773] Ein braver Junge vom Lande in die Lehre gesucht von _______H Mühlich, Wagnermeister. 1^89] Gesucht Tapeziergehülfe und Lehrling. Aug. Otzmann, Schulstr. 4. 1916] (4 in Schneiderlehrling gesucht. Wilh. BehrenS, Schneidermeister, Wetzsteivstraße 38.