1894 Nr. 29 Zweites Blatt. Sonntag den 4. Februar Der ♦Wetter Auzetger rrfcheint täglich, mit Au-nahme des Montags. Die Gießener >emirte«irtbftbaume, freudlos und mager; kein Blüthenschnee überfchüttet im Lenz ihre melancholischen Zweige, keine Frucht lacht in der Herbstsonne von ihnen herab. Dabei stehen ste in beschränkten Raum viel zu dicht, wurden so gepflanzt, um durch ihr Grün die tobten Mauern zu beleben. Aus eben btefem wohlgemeinten Grunbe fristen ba mit Vorliebe elende bünne Hecken ein trübes Dasein; ihre arge Lücken sind mit allen möglichen Pfählen unb Latten verpflickt. Diese unglücklichen „lebenben" Zäune, die in freier fiaae vielleicht prächtig gewachfen wären unb anmuthig gewirkt hätten, scheinen hier nur Schlupfwinkel bes Schmutzes und ungestörte Brutstätten allen möglichen Garten- ungeziefers zu hüben. , ... Die Erfahrung lehrt jeben Besitzer solcher Gärten, baß auch bei sorgfältiger Bestrllung bes noch bleibenben Raumes, auch in guten Jahren, in Folge ber Eingeschloftenheit feine Hoffnungen auf eine» selbst bescheidenen Ertrag unbesriedigt bleiben, unb bleiben mutten. Aber trotzdem kann man eS mitunter sehen, baß in solchem UnglückS- gehege noch eine eingekerkerte kleine Baumschule (!) ben Ertrag erhöhen soll l Was soll von Bäumen erwartet werben, bie vielleicht nach 16 trüben Lenzen enblich als spinbelige Krüppel Ihren Mutterboden zur Versetzung oerlaffen ! ? Also vor Allem: weg mit hochstämmigen Bäumen aus solchen Gärten! Wer von Gemüsebau und von der Blumenzucht in solchem Hausgarten auch nur einige Befriedigmrerleben will, muß bas Wenige an Licht unb Luft feinen Gewächsen zum minbeften ungeschmälert gönnen. Außer ben EinfaffungS- hecken, die ausgerodet unb durch leichten, lichten unb gefälligen Zau» von Holz ober Metall (eoent. starke« Drahtnetz) zu ersetzen wären, müffen auch bk beliebten verwilderten Büsche unb Katzenhecken vv» Stachel- unb Johannisbeeren fallen. Diefe, im Komplex, ber tau* saures Zeug erträgt, nehmen bem Erbreich bas Letzte an Licht und Luft. Diese so außerordenllich bantbaren Beerensträucher foHen beßhalb burchaus nicht ganz verbannt bleiben, aber undeblngt in Ä»5 ständen, reich im Gezweige gelichtet, uub gut gepflegt, stehen. Wo selbst diese Anspruchslvsm bei Pflege nicht mehr reich tragen wollen, da ist es überhaupt bester, auf eine eigentliche Nutzgartenanlage z» Gießen, den 1. Februar 1894. Betr.: Die Jahresübersichten und Rechnungsabschlüsse der Krankenkasten; hier für das Jahr 1893. DaS Grotzherzogtiche Kreisamt Gietzeu au die Großh. Bürgermeistereien, die Verwaltungen der Gemeindekrankenverficherungen, die Vorstände der eingeschriebenen Hülsskasseu und der Betriebs- (Fabrik) Krankenkasse der Main- Weser-Hütte zu Lollar. Unter Hinweis auf die Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 23. December 1892 -r- abgedruckt in Nr. 34 des Großh. Regierungsblattes vom 30. December 1892) und mit Bezug auf die Verfügung vom 28. Januar 1893 — Anzeiger Nr. 28 — erinnern wir daran, daß bis zum 31. März I. I. die nach den 9 und 41 des Krankenversicherungsgesetzes bezw. nach §. 27 des Gesetzes über die eingeschriebenen Hülfskasten zu liefernden Nachweisungen (Jahresübersichten und Rechnungs- abfchlüste) eingereicht sein müssen. Indem wir Ihnen empfehlen, hiernach die Ausarbeitung der fraglichen Nachweisungen baldthunlichst vorzunehmen, machen wir gleichzeitig auf Folgendes aufmerksam: 1. Die Nachweisungen sind in zweifacher Ausfertigung einzufenden und ist hierzu erstmalig das durch BundeSraths- beschluß vom 3. November 1892 vorgeschriebene neue Formular zu benutzen. Letzteres ist in der Schreibmaterialienhandlung von W. Klee dahier erhältlich. 2. die Zahl der zu Anfang 1893 vorhandenen Mitglieder muß gleich fein derjenigen, welche zu Ende des Jahres 1892 vorhanden war. 3. Der haare Kastebestand am 31. December 1893, wie solcher sich aus dem Rechnungsabschluß (Formular II.) ergiebt, muß im Vermögensausweis unter pos. A. 1 a in der gleichen Höhe erscheinen. 4. Die Rechnungen der Gemciudekrankenversiche- r««gen dürfen infolange nicht mit einem baaren Reste ab- schließen, als noch Vorschüsse an die Gemeindekasse zurückzu- erstatten sind; ein etwaiger Ueberschuß ist in diesem Falle zur Tilgung solchen Vorschusses an die Gemeindekasse abzuführen. Im Uebrigen wird die Beachtung der am Fuße des Formulars für die Nachweisungen abgedruckten Anmerkungen Feuilleton. Lederknödeln. Humoreste von Th. MüIler-Plattensteiner. (Schluß.) Wie im Fluge war sie Über den Schloßhof und an Lungelmann vorüber in die EScadronsküche gehuscht, wohin ihr derselbe eilig folgte. „Ist auch wirklich Niemand außer Ihnen in der Kaserne, Herr Lungelmann?" fragte sie, von der Anstrengung deS Laufens tief athmend, und als dieser entgegnet hatte „Gewiß net," begann sie sich in der Küche etwas umzusehen, wobei fie ein mitleidiges Lächeln über die Einfachheit der Einrichtung nicht zu unterdrücken vermochte, und sagte: „Dann will ich Ihnen rasch die Leberknödeln machen!" Lungelmann fiel eine Centn erlast vom Herzen, — ba war die Rettung wie vom Himmel gefallen. „So," befahl Anna, die schon über dem Abhäuten der Leber war, „nun machen Sie hier im Herde rasch Feuer und' setzen dann diesen Kessel, ja, bas ist schon der rechte, nachdem Sie ihn mit Wasser gefüllt haben, tn diesen Ring, schließlich kommt dann das gereinigte Fleisch und dieses Grünzeug hinein, dann lassen Sie ruhig kochen und unterhalten nur das Feuer." Das Bereiten des Knödelteiches ging der gewiegten Köckin von der Hand, daß es eine Lust war, ihr zuzusehen. Nun gönnte sie sich eine Pause und als fie die aufrichtig bewundernde Blicke Lungelmanns sah, wurde sie roth und meinte: „Nicht wahr, das ist ganz einfach, Herr Lungelmann ?" „Fräulein Anna," entgegnete dieser, der die tiefste Dank- barfeit im Herzen fühlte, mit aufrichtigster Bewunderung, „Ihnen schaut man nur gerne zu." „Gott fei Dank, er spricht," dachte sie, „und für ben Anfang gar nicht so Übel!" und schmiedete ihr Eisen Weiter: „O, Herr Lungelmann, das ist gar nichts; ich will mich nicht loben, aber ich kann schon sagen, ich koche sehr gut . . . sehen Sie, das Kochen ist Dasjenige, was einem Haushalte erst ben richtigen Halt gibt, . . . denken Sie sich einmal, Sie . . . Sie (Anna that verwirrt) würden sich, wenn Sie . . . wenn Sie einmal verheirathet find, an den Tisch setzen und sollten ungenießbares Zeug essen ... Sie würden verstimmt werden, nicht wahr?" Lungelmann machte ein entsprechendes Gesicht und Anna fuhr fort: „Sagen Sie, Herr Lungelmann, haben Sie Ihre . . . Zukünftige überhaupt schon gewählt?" „Ich?" entgegnete er der Wahrheit gemäß, „ich hab kein Schatz — mich möcht ja so Keine!" Anna jubelte innerlich und flüsterte: „SD, ich wüßte Jemand, der . . . dem Sie sehr . . . sehr gut gefallen, . . . können Sie sich nicht denken, wer das sein kann . . . nicht?" Lungelmann, welcher erstaunt vom Herdfeuer aufsah, wo er gerade nachgelegt hatte und den honigsüßen Blick auffing, den Anna ihm zuwarf, begriff allmältg, aber eS kam bas so plötzlich über ihn, daß er nichts anders zu thun vermochte, als vor übermäßigem Erstaunen den Mund so weit aufzumachen, als es eben ging. „Ja, und fie käme auch nicht mit leeren Händen, o nein; Mark zu Mark hat sie gelegt, und nun habe ich dreitausend . . . a—ach — was werden Sie von mir denken — ich habe mich verrathen ... mir wird schwarz vor den Angen . . . so halten Sie mich doch!" Aennchen wäre gefallen, wenn Lungelmann nicht rasch hinzugesprungen wäre und sie aufgefangen hätte. Erft nach einer Weile öffnete sie die Augen wieder, ihre Blicke begegneten sich und — wie es gegangen, wollte später keines von ihnen wissen, — plötzlich knallte ein Riesenschmatz durch die Küche. Lungelmann, der es bis jetzt nur gewagt hatte, mit dem größten Respect zur Bezirksamtsköchin emporzusehen, fühlte sich durch deren Liebe außerordentlich gehoben, überdies hatte er auch Geschmack an ber Sache gefwnben und so knallte bald noch ein zweiter Kuß dem ersten nach, dann aber entwandt sich Anna seinen Armen, ertheilte, da liebende Eltern nicht zur Stelle, sich und Lungelmann selbst den Segen. Das Ziel war erreicht, Anna wandte sich nun wieder dem Knödelteige zu. „Hundertundvier," meinte fie lachend, „da heißt fich S sputen, groß sollen sie auch werden, da muß ich sie schon mit den Händen drehen." Eine Biertelftunde später nahmen sie Abschied. Anna band ihrem Erwählten noch die große weiße Schürze um, welche sie mltgebradjt, steckte ihm die Cotelette zu und schlüpfte nach einem letzten Kusse ebenso rasch wie sie gekommen war zurück ins Bezirksamt — der Gott der Liebe hatte fie beschützt, Niemand hatte fie gesehen. Als die Schwadron eingerückt war, eilte der Menage- Unteroffizier aufs Aeußerste besorgt nach der Küche, athmete aber freudig erleichtert auf, als er alles in solch musterhafter Ordnung vorsand. Auch der Rittmeister, dem die Koch- angelegenheit doch nicht recht Ruhe lassen mochte, kam, nm selbst nachzusehen und versuchte sogar von den Knödeln. Lungelmann erntete das erste Lob aus seinem Munde, die Knödeln waren vorzüglich. „Ja, ja," meinte er zum Premierlieutenant Mander, der du jour hatte und beßhalb in seiner Begleitung war, „seh'n Sie, von so einem alten Praktikus von Wachtmeister kann man hier und ba immer noch waS lernen!" Der Premier aber, welcher mit einem sehr scharfen Combinationsvermögen ausgestattet war, murmelte beim Ber- lassen der Küche in den Bart: „Mich soll Dieser oder Jever holen, wenn da kein Frauenzimmer dahinter steckt, der Kerl hat ’nen Weiberschurz an!"-- Lungelmann diente sein Jahr gut ab — er durste sogar wegen fortgesetzt guter Führung die letzten Manöver in Reih und Glied mitmachen — bann heirathete er seine Ann» unb kaufte eine kleine Wirtschaft, welche er, in dankbarer Erinnerung an das Ereigniß, welches fie beide zusammen- führte, „Zum Leberknödel" nannte. Verzichten und nur einen möglichst dichten schönen Rasen mit frermd- ttchen kleinen Wegen und einem Ruhebänkchen anzulegen, wobei einige Schattensträucher wie Stechpalmen, ein rothblühender W'ißdorn, einige Haselnüsse und wilder Jasmin die angemessene decorattve Rolle vertreten sollen. Nebenher mögen noch Epheu, Stnngrün, Haselwurz und vor Allen die Ehristblurne, vielleicht im Verein mit dem Früh- Ungsgedenkemein (Omphalades verna), der gelben Osterblume (Anemone ranunculoides) und dem reizenden himmelblauen Leberblümchen, den Schmuck kleiner Rasenbeete übernehmen. Höchstens auf zeitweise sonnten Plätzchen möge ein Erdbeerrondell mit einigen Stauden erstehen. , Selbst einfache Gemüse können in einem Garten nur fröhlich gedeihen, wenn er zeitweise und längerdauernd volle Sonne hat. Ist er dabet nicht zu eng und das Herz des Befitzers hängt sehr am Obstbau, so pflanze man wenigstens nur wenige freistehende Pyramiden von beschiänktem Wuchs, also Aepsel und Birnen, die auf Zwergunterlage veredelt sind; letzteres wird so häufig übersehen. Zwergschnurbäumchen, also ganz niedere, an Drähten laufende, wagrechte Obstbäumchen, können wohl auch in Frage kommen, aber nur da, wo der Boden nicht zu dumpfig und kalt. Sie werden sonst nie etwas tragen, blos den freien Verkehr bei den Arbeiten stören. Wenn um jedes Quartier in seiner lichtesten Lage eine Rabatte, die etwa mit Steinen, aber nicht mit dem Schneckeneldorado Buchs eingefaßt, für Bäumchen und Beerensträucher geführt ist, so setzt man die Pyramiden etwa je 4 Meter von einander; zwischen jede Pyramide je einen Johannisbcer- und einen Stachelbeerstrauch und zwischen beide vielleicht ein Rosenstämmchen Man wähle aber nicht etwa hochangepriesene Obstkatalogsorten, sondern nur solche, die in ähnlich beschränkten Gärten der Umgegend gut gedeihen. Wo außerhalb der Quartiere und Rabatten noch ein günstiger Platz abfällt, kann wohl auch noch die Zwetsche, kleine Mirabelle, große Reineclaude, eine Ostheimer Weichsel und wohl auch eine frühe Maibeizkirsche in Betracht kommen, aber alles nicht unter 6 Meter Abstand! Luft und Lickt müssen die Bäumchen haben, sonst wuchert nur Ungeziefer und Ruß auf ihren Blättern. Ist dem ganzen Raum durch ttefeS Umgraben, gehörige Boden- vttbesserung, durch Düngen und, wenn nöthig, Erdezufuhr, eine günstige Basis zur Ernährung von Pflanzen gegeben, so werden auf den Beeten auck im Lenz die Radieschen, der Salat, die Zuckererbfen und Bohnen, Spinat und Wirsing lustig sprossen, vorausgesetzt, daß es an Liebe zur Pflege und bei trockenem Boden an einer nie versiegenden Gießkanne fehlt. Die Fruchtbäumchen und Beerensträucher werden blühen und wenn ihre Zeit gekommen mit freundlichem Obst erfreuen. Daneben blühen am lichten Gitter die lieblichen Sommerblumen, darüber neigt sich die Königin Rose, die Vorübergehenden grüßend: „Seht unser Winkelgärtchen an; ist es nicht was geworden ? 1" Jetzt schläft's noch, aber bald wirdS erwachen: der Star kommt in sein Giebelhäuscken drüben an dem Magazin, dann will er unsere fleißigen Frühlingsarbeiten beobachten, lieber die das nächste mal ’ — Heinrich Frhr. v. Schilling. Vermischtes. * Münster, 29. Januar. In vergangener Nacht wurde in der Vorstadt Mauritz ein Jnsamerie-Unterosfizier von zwei Handwerkern erschlagen. Ein Parolebesehl vom heutigen Tage verbietet infolge deffen sämmtlichen Infanteristen den Aufenthalt in jenem Stadtthetl. * Frankenthal, 30. Januar. Der 27jährige Dienstknecht Brede erschoß aus Eifersucht den 18jährigen Arbeiter Schaich. * Großendorf (Provinz Posen), 30. Januar. Dem hie« sigen Wirthschasts-Jnspector wurden Vierlinge geboren, zwei Knaben und zwei Mädchen. Die Mutter und alle vier Kinder sind wohl. * Paris, 30. Januar. Die Frage der Abschaffung des Trinkgelds wird jetzt auch hier erörtert und beschäftigte gestern eine Versammlung von Abgeordneten des französischen Restaurateur-Vereins. Die Kellner verlangen nämlich an Stelle des sowohl für die Gäste, als für sie selbst lästigen Trinkgeldes von den Prinzipalen ein Fixum. Es wurde ein Comitv gewählt, welches die Trinkgeldfrage in einer besonderen Versammlung erörtern soll. * Ein Mißerfolg der Düse. Die große italienische Künstlerin hat auch in Leipzig die üblichen Triumphe gefeiert, der Beifall nur eines einzigen Menschen ist ihr vorenthalten worden. Und dieser Eine ist die Hausmeistersfrau im Leipziger Karolatheater, wo die Düse gastirte. Bei dem dreitägigen Gastspiel hatte diese würdige Frau alle Hände voll zu thun, um den vielfachen Wünschen der Künstlerin gerecht zu werden. Sie muhte unzählige Male Depeschen besorgen und sonstige Gänge laufen, Stunden lang vor der Garderobenthür der Frau Düse, hinter der all die kostbaren und vielfach mit Brillanten besetzten Kleider der Künstlerin, ihr Schmuck u. s. w. ausgebreitet lagen, Wache halten, um einem eventuellen Diebstahle vorzubeugen, sie hatte auch endlich eine große Anzahl ihrer Tischtücher, Servietten u. s. w. opfern müssen, die über die Tische der Garderobe gebreitet wurden, um jeden Schmutzfleck von den kostbaren Roben fern zu halten. Für all' diese Arbeit und Mühe wurden der Frau bei der Abreise der Düse qroßmüthiger Weise — sage und schreibe — ganze 20 deutsche Reichs- Pfennige als Trinkgeld in die Hand gedrückt. Die Frau soll von diesem „Auftreten" der Düse tief ergriffen gewesen sein. * Alle Neune. Aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers hat ein findiger Kopf folgende nummerischen Betrachtungen an- und zusammengestellt: Die Zahl 9 scheint im Leben unseres Kaisers eine bedeutende Rolle zu spielen. Der Monarch ist der neunte König von Preußen, die engere kaiserliche Familie besteht aus neun Mitgliedern, den beiden Majestäten, sechs Prinzen und einer Prinzessin. Der Kaiser selbst ist geboren im neunundfünfzigsten Jahre unseres Säculums, und zwar am 27. Januar, wobei zu beachten ist, daß die Quersumme von 27:2 4~ 7 wieder neun ergiebt. Am 27. Januar achtzehnhundertneunund- sechzig wurde der junge Prinz Lieutenant im 1. Garde-Regi- ment, sodaß mit der diesmaligen Geburtstagsfeier das 25jährige Dienstjubiläum verbunden wurde. Im Jahre acht- zehnhundertn eunundsiebzig hatte Kaiser Wilhelm seine Studien auf der rheinischen Universität beendet und übernahm als Hauptmann die Führung einer Compagnie des 1. Garde-Regiments. Schließlich sei noch bemerkt, daß er am 27. Februar (2+7=9) sich vermählte und endlich am neunten März 1888 als Kronprinz zur unmittelbaren Thronfolge berufen war. So läßt sich mancherlei „zwischen den Zahlen" lesen, und diese „Zahlen beweisen" in der That, daß an die 9 sich manche Bedeutung in dem Leben des Kaisers knüpft. Citeratur unb Kunft — Die Nr. 12 der Monatshefte „Die Wiedergedurt der BSlker" hat folgenden Inhalt: Was mutz für unsere Kinder geschehen? (Forts.). Beispiele von richtiger und Beispiele von irriger Kindererziehung. — Warme Bäder im 1. Lebensjahre der Kinder. — Regeneration. Hat die Regneration in diesem Jabre Fortschritte gemacht? — Eisenacher Berathungen über sociales Elend. — Der Prozeß Hugo Löwy. Zeichen der Zeit. — Fragen und Antworten. Der „Hausarzt". — Die neue Reichstagspartei. — Herausgeber: Dr. med. Damm in Wiesbaden. — Verleger: BruerL Co., Berlin. — Preis: Mk. 1.50 pro Vierteljahr. — Jedem Gebildeten aufrichtige Genuzthuung gewährt btr vom allererstenSckriftstellern bedienteUntcrhaltungstheil der „Großen Modenwett-, dieses jetzt an der Sottze ähnlicher Unternehmungen stehenden Modenblattes allergrößten Umsangs, Die Mode-Original- Jllustrationen — der Verlag unterhält in Paris, London, Wien und Berlin eigene Zeichen-Ateliers — haben mit dem abstoßend Landläufigen vollständig gebrochen: Wir finden keine steifen Modepuppen in der „Großen" Modenwelt", keine bunt zusammengewirbelten und daher schwer auffindbaren Handarbeits-Vorlagen. Die Modefiguren scheinen wirkliches Leben zu athmen, geben die Einzelheiten der Mode aufs Genaueste wieder, sind aber des Weiteren fesselnde Genrebilder, an denen jedes kunstsinnige Auge sich erfreuen muß. Die naturgroßen stylgerechten modernen Handarbeiten füllen mit wissenswerthen Originalen eine besondere Beilage. Um sich über den einzig dastehenden vielseitigen Inhalt der „Großen" Modmwelt" — man verlange ausdrücklich die „Große" Modenwelt mit bunter Fächervignette — zu unterrichten, verlange man von den Buchhandlungen unentgeltliche Probenummern. Die „Große" Modenwelt" kostet nur 1 Mark vierteljährlich bei den Buchhandlungen und Post-^ anfialten. Bekanntmachung, betreffend Absperrung der Gasleitung. Wegen vorzunehmender Arbeiten in unserem Werk findet am Sonntag den 4. Februar d. I., von 12V» bis voraussichtlich spätestens gegen 2 Uhr Nachmittags eine Absperrung des Stadtrohrs, bezw. eine Unterbrechung der Gaslieferung statt, wovon wir unsere geehrten Consumenten in Kenntniß setzen. Gießen, den 2. Februar 1894. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. ■____________________Otto Bergen.____________________948 Brennholz«Versteigerung im Feldh eimer Walde. Mittwoch den 7. Februar l. Js. sollen öffentlich versteigert werden: 180 rm Buchen-, 3 rm Kirschbaum- und 15 rm Eichen-Scheitholz; 90 rm Buchen- und 25 rm Eichen-Prügelholz; 55 rm Buchen« und 30 rm Eichen-Stockholz; 14 rm Eichen-Reiserprügelholz; 300 rm Buchen-, 600 rm Eichen- und 200 rm Nadelholz- und Weichholz- Reiserholz. Kaufliebhaber für das Reiserholz und Kirschbaum-Scheitholz wollen dasselbe gefl. vorher ansehen. Zusammenkunft: Vorm. 10 Uhr im District Tannengarten am Steinbruch. Arnsburg, den 26. Januar 1894. 787 Gräftiche Oberförsterei. Holzverfteigerung. Mittwoch den 7. Februar, Vormittags 9*/, Uhr anfangend, soll im hiesigen Gemeindewald, District Bruch und Beckerswald, nachver- zeichnetes Holz versteigert werden: 10 Eichen-Stämme mit 8 fm bis 48 cm Durchmesser und 10 m Länge, 93 Nadel-Stämme mit 45 fm bis 31 cm Durchmesser und 19 rn Länge, 61 Nadel-Derbstangen mit 6,84 fm, 55 Nadel-Reisstangen mit 1,31 fm, 8 rm Buchen-Scheit, 10 „ Buchen-Knüppel, 6 „ Eichen-Knüppel, 117,6 „ Nadel. Knüppel, 400 Buchen-Wellen, 60 Eichen-Wellen, 1260 Nadel-Wellen, _ 12 rm Buchen- und Eichen-Stöcke, 37 „ Nadel-Stöcke. Zusammenkunft im District Bruch beim Wegweiser an der Straße Gießen-Steinbach. Hausen, den 31. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Hausen. Schmandt. 922 Holzversteigerung. Donnerstag den 8. Februar d. I. werden im hiesigen Gemeindewald versteigert: 14 Eichen- und Nadelstämme von 20—48 cm Durchm. und 6 bis 10 m Länge, 38 Eichen-Derbstangen (Wagnerholz), 59 rm Eichen-Knüppel (hierunter 18 rm vvn 2i/z m Länge), 132 rm Nadel-Knüppel (hierunter sind 78 rm 3 m und 16 rm 2 m lang), 650 Eichen-Wellen, 2450 Nadel-Wellen, 39 rm Eichen- und Nadel-Stöcke. Die Zusammenkunft ist Vormittags 9 Uhr auf der Thalschneise am Pflanzgarten. Großen-Linden, 29. Januar 1894. Gr. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 863 , b77j Ein großer kupferner Wasch« •Wb 1,5 m Durchmesser, ungefähr 70 Ko schwer, wegen Platzmangel billig zu verkaufen, eoent gegen kleineren neuen zu vertauschen. Bäckermeister Heuser, Großen-Linden. Holz-Versteigerung. Dienstag den 6. Februar l. I., Vormittags um IO Uhr beginnend, sollen folgende Holzsortimente in hiesigen Gemeindewaldungen versteigert werden: 30 rm Buchen-Scheit, 89 „ BucheN'Knüppel, 15 „ Buchen-Stöcke, 2250 Buchen-Wellen, 12 rm Eichen-Scheit, 31 „ Eichen-Knüppel, 8 „ Eichen-Stöcke, 360 „ . Eichen-Wellen, 2 „ Nadel-Scheit, 52 „ Nadel-Knüppel, 22 „ Nadel-Stöcke, 3230 „ Nadel-Wellen, 41 Eichen-Stämme mit 12,80 fm, 39 Eichen-Stangen mit 1,85 fm, 166 Nadel-Stämme mit 29,91 fm, 488 Nadel-Derbstangen m. 32,71 fm, 251 Nadel-Reisstangen mit 5,28 fm. Der Anfang ist zur bestimmten Stunde auf der Anlage, oberhalb des Orts. Gegen Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli l. I. gestattet. Rödgen, am 31. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Rödgen. Jnderthal. 944 Freitag den 9. Februar, Nachmittags 2»/, Uhr sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die den Äael Jughardt zweiter und Christian Jagharvt vierter vonGießen gemeinschaftlich gehörigen Immobilien: Flur 3 Nr. 163 — 2125 qm Acker 1 am Fluthgraben am Fabririschen Acker, Flur 3 Nr. 164 -1062 qm Acker daselbst, Flur 3 Nr. 165 — 2125 qm Acker daselbst, Flur 3 Nr. 166 —1062 qm Acker daselbst, Flur 4 Nr. 97 — 4231 qm Acker, stößt auf den Wismarer Weg, Flur 4 Nr. 98 — 4219 qm Acker daselbst, Flur 23 Nr. 95 — 1869 qm Acker |am Schlangenzahl auf den Aulweg, Flur 38 Nr. 55,5 — 605 qm Hofraithe im Wallpforter Feld, rechts der Chaussee auf die herrschaftlichen Wiesen, Flur 38 Nr. 56.5 - 4083 qm Wiese daselbst, Flur 45 Nr 146 — 350 qm Acker am Galgenweg öffentlich freiwillig versteigert werden. Gießen, 1. Februar 1894. Großh. Ortsgericht Gießen. I. A.: Vogt 923 Montag den 5. /ebruar 1894 Vormittags 11 Uhr in der Hofraithe von I. Sieck zu Gießen (Hammstraße) versteigere ich auf Anstehen des Herrn Moses Schierling in Mardorf gemäß Art. 373 H. - G- - B. öffentlich gegen Baar: 1 trächtiges Rind. Versteigerung vorauss. bestimmt. Engel, 963 Gerichtsvollzieher. Aeitgeöolenes. Geldschränke Ausstellung: f ■ Fr.Hewel' I L Bildhauerei. A o J er r sc: Sv 5 w o O * * s ■*» 'M :c8 Ä V 3D w oi 93 ’S 'S •«M Ä S aus Panzerplatten empfiehlt die [784 Geldfchrankfabrik von H. F. Peltz, Düsseldorf, Casernenstr. 5 und Wallstr. 35. Preise und Zeichnungen zu Diensten. 9ö3] Wirstug verkauft Friedrich Lost, Neustadt 10. Rüböl Schweineschmalz Coeosnutzbutter Naturfüßrahm- Margarinebutter Blüthenmehl empfehlen in feinsten Qualitäten billigst A. & 6. Wallenfels, 959J____________21 Marktplatz 21. Srar Vorzügliches Geschenkbuch für stuade« und Jünglinge. Das Bilderbuch XS Von Justin«- Lerner. Sehr elegant (mit reiche Golddruckgebunden 2 Mk. (294 Veiten Text». 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