I Mo#. 3tUat von 11 ,tc 14 und 15^ Uhr: ’sbruar b: > Masken, Tec. p7$ ? 4- Im Tor. yrwllnd, Naen Damen 30 4 für 1 Ml. bei den ch mar, Marktplatz, imb, Neuen Baue )en Gefchäftrlüden atz, unb haa-, 1 M Ratten ramenkartrnbOPsg. Vorstand. ethode Professor e-Leipzig - uni angunierricM ertheilt Meister, ung. t, dch'ch m U lier ibe. mtt, >rm gnjüfeft 'hMw «"> M" , bitte btt ütige W* D-E^ [*’ Nr 29 Drittes Blatt. Sonntag oen 4 Februar 1894 Der ftltwe und DruckeEli: -ch.kftr«»« Fernsprecher 61. Amts- und Anzeigeblutt für den Kreis Gieszen. I Gratisbeilage: Gießener Jamilienblätter. folgenden tag erscheinenden Vrummer ot» vorm. iu uyr. i v _______w_____ö Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Gemäß § 39 der Kreisordnung wird nachstehend daS Protocoll über die am 24. d. Mts. stattgehabte ordentliche Sitzung deS Kreistags des KreiseS Gießen zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen, den 31. Januar 1894. Der Vorsitzende des Kreistags des Kreises Gießen, v. Gagern. Geschehen Gießen, den 24. Januar 1894. Achtundzwanzigste Sitzung des Kreistags des Kreises Gießen. Gegenwärtig: 1. der Vorsitzende Großh. Provinztal-Director Freiherr v. Gagern, 2. Großh. Regierungsrath Dr. Meltor, 3. Großh. Kreisamtmann Dr. Wallau, 4. „ „ Dr. Wüst, 5. Großh. RegterungSaffessor Wolff, 6. die Kreistagsmitglieder: Bürgermeister Balser, Albach, „ Bopp, Bellersheim, „ Geißler, Lollar, Beigeordneter Georgi, Gießen, Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch, Gießen, Oberbürgermeister Gnauth, Gießen, Rentner A. Heß, Gießen, Commerzienralh Hehligenstaedt, Gießen, Fabrikant M. Hornberger, Gießen, Bürgermeister Koch, Villingen, Gemeinde-Einnehmer Maid, Watzenborn, Bürgermeister Meyer, Großen-Buseck, „ Otto, Beuern, O.conom v. Oven, Hungen, Bürgermeister Roth, Muscbenheim, „ Sommerlad, Wieseck, Geheimerarh Prof. Dr. Streng, Gießen, Heinrich Velten III., Großen-Linden, Apotheker Welcker, Allendorf a. Lda., 7. der KretStngenieur Stahl, 8. der Protocollführer, Kreisamtsgehülfe Becker. Nachdem der Vorsitzende die Sitzung eröffnet und die Versammlung begrüßt hatte, gab derselbe zunächst der Freude über die Verlobung Sr. Königl. Hoheit deö Großherzogs Ausdruck und wurde zur Absendung eines Glückwunschtelegramms an das hohe Brautpaar ermächtigt. Hiernach stellte der Vorsitzende den Großh. Kreisamtmann Dr. Wallau, sowie den Großh. Regierungsasseffor WolIf dem Kreistage vor, gedachte sodann des im verflossenen Jahre durch Tod ausgeschiedenen Kreistagsmitglieds Bürgermeister Pracht von Grünberg und ersuchte das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen zu ehren, welchem Ersuchen die Versammlung entsprach. Die Beschlußfähigkeit des Kreistags wurde durch Feststellung der Präsenzliste constatirt. (Die Mitglieder Hütten- besitzer Gg. BuderuS, Lollar, Rechtsanwalt Hirschhorn und Oberforstmeister Thaler, Gießen fehlen entschuldigt.) Auf Vorschlag des Vorsitzenden werden zu Urkundspersonen die Herren Bürgermeister Otto von Beuern und Oeconom v. Oven in Hungen bestimmt und Kreisamts- gehülse Becker zum Protocollführer bestellt und durch den Vorsitzenden mittelst Handschlags verpflichtet. Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. 1. Neuwahl der drei Körcommisfioneu deS KreiseS Gießen für drei Jahre (Art. 6 deS Ges. vom 26. Oktober 1887). Auf Vorschlag des Referenten, Großh. Kreisamtmann Dr. Wal la u werden per Acclamation die seitherigen Mitglieder und zwar: 1. für den Kör bezirk Gießen als Mitglieder a. Heinrich Velten III., Großen-Linden, b. Beigeordneter Schadeck, Lollar - als Stellvertreter a. Johann Weber V., Lang-GönS, b. Rentner Fr. Georgi, Gießen - 2. für den Körbeztrk Hungen-Ltch als Mitglieder a. Bürgermeister Bopp, Bellersheim, b. „ Köhler, Langsdorf, als Stellvertreter a. Bürgermeister Roth, Muschenheim, b. „ G örlach, Eberstadt - 3. für den Körbezirk Grünberg als Mitglieder a. Bürgermeister Faulstich, WeiterShain, b. Administrator Hermann, Winnerod, als Stellvertreter a. Oeconom I. Wolf, Villingen, b. Bürgermeister Stein, Kesselbach einstimmig wiedergewählt. 2 ErgänzuugSwahl eine« Mitgliedes der verstärkten Ersah- Commission an Stelle de« verstorbenen Bürgermeisters Pracht von Grünberg. Zum Mitglied der verstärkten Ersatzcommission wird der seitherige Ersatzmann, Bürgermeister Faul st ich von Wetters- Hain und an Stelle des letzteren Bürgermeister Leun von Großen-Linden als Ersatzmitglied durch Acclamation gewählt. 3. ErgänzungSwahlen für die MusterungS- und Aushebung«- commiffionen zur Beschaffung der MobtlmachungSPferde. Durch Acclamation werden gewählt: 1. als Taxator im Aushebungsbezirk Gießen, an Stelle deS verstorbenen Stallmeisters Balser, Gießen: Gutsbesitzer Wilh. Peters, Gießen- 2. als Taxator in demselben Aushebungsbezirk an Stelle des zum militärischen AuShebungScommissär designirten Gutsbesitzer Schlenke, Hardthof: Friedrich Helfrich zu Gießen- 3. als geschäftSleitendeö Mitglied der MusterungS- commission für den Bezirk Wieseck an Stelle deS Gutsbesitzer Schlenke, Hardthof: Rudolf Güngerich, Hof Heibertshausen. 4. Vorlage der KreiSkafferechuung für 1892/98; hierzu Bericht deS KreiSauSfchuffeS über die Verwaltung und den Stand der KreiSverbaudSaugelegeuheiten, sowie Anträge auf Genehmigung Feuilleton. Wochenbriefe aus der Residenz. Darmstadt, 2. Februar 1894. Kaisers Geburtstag. — Vom Caroeval. — AuS dem Kunst- lebeu. — Allerlei. lieber die Feier von Kaisers Geburtstag versprach ich Ihren Lesern im heutigen Briefe ausführlich zu berichten. Der Tag ist hier in schöner und würdiger Weise begangen morden. Die Stadt trug am vergangenen Samstag noch das prächtige Festgewand, das sie aus Anlaß des Besuches der hohen Braut unseres Großherzogs angelegt hatte, die Schulen und viele Vereine veranstalteten patriotische Festacte und die verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften hielten Fest- und Dankgottesdienste. Für die gesammte Garnison sand Mittags auf dem Paradeplatz vor dem alten Residenzschlosse große Parade statt, dann wurden die Mannschaften in den Casernen festlich bewirthet und am Abend folgten für die Angehörigen der verschiedenen Regimenter gesellige Veranstaltungen verschiedener Art. Das osficiclle Festessen der Bürgerschaft begann um 2 Uhr im Hotel „Zum Darmstädter Hof" und verlief in schönster Weise. Ganz besonderes Interesse erweckte die schon im letzten Briefe erwähnte Feier des Kriegervereins im städtischen Saalbau. In großer, ja man kann wohl sagen in übergroßer Zahl, hatten die Mitglieder und Freunde dieser Vereinigung der Aufforderung zur Theilnahme an der schönen Festlichkeit Folge geleistet - die Räume des städtischen Saalbaues erwiesen sich fast zu klein, um die Menge der Besucher zu fassen. Ein künstlerischer Theil leitete die Festlichkeit ein, bewährte Künstler unserer Hosbühne hatten in liebenswürdiger Weise ihre Unterstützung zugesagt, und so gelang es, ein wirklich vornehm - künstlerisches Programm aufzustellen. Natürlich fehlten hier, wie bei den anderen Veranstaltungen zur Feier des vaterländischen Festes, nicht patriotische Ansprachen und Huldigungen für den Kaiser, den Großherzog, das deutsche Reich, den Fürsten Bismarck u. s. w. Fast in jeder Ansprache, in jedem Toast wurde vor Allem des frohen Ereignisses der Aussöhnung zwischen Kaiser Wilhelm und dem eisernen Kanzler gedacht. Die Darmstädter sind von jeher getreue Bewunderer des Fürsten Bismarck gewesen und mit Stolz nennen sie ihn ihren Ehrenbürger. So verstand es sich von selbst, daß die frohe Botschaft vom Einzuge des greisen Fürsten in Berlin auch in der Residenz des Hessenlandes mit Jubel ausgenommen wurde. Beim Festessen im „Darmstädter Hof" gab Seine Excellenz Herr Staatsminister Finger, bei dem Festesten im Saalbau Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Osann der Freude der ganzen Bevölkerung über das denkwürdige geschichtliche Eceigniß Ausdruck. Indessen ist mit dieser Woche die fröhliche Carnevalszeit schon stark zur Neige gegangen und so beeilten sich denn die Residenzler, noch kurz vor Thoresschluß eine Menge carne- valistischer Vergnügungen abzuhalten. Neben den zahlreichen Vereins- und Privatbällen sei vor Allem der großen Herren- und Damensitzung der Darmstädter Caimvalsgesellschaft — der letzten für 1894 — gedacht, die am vergangenen Sonntag ganze Schaaren faschingslustiger Narren und Närrinnen aus Darmstadt und aus den Nachbarstädten im Saalbau zusammengesührt hatte. Die Freunde und Getreuen des närrischen Prinzen Carneval hatten sich wieder in solcher Menge eingefunden, daß es schwer hielt, überhaupt ein Plätzchen im Saale oder auf der Gallerie zu erobern und wieder einmal wurde verschiedentlich ausgesprochen, daß die Räume deö Saalbaues süc die Abhaltung größerer Festlichkeiten nun doch nicht mehr ausreichten und daß eine baldige Vergrößerung dringend geboten sei. Die Sitzung selbst ist in fidelster Weise verlaufen. Ein lustiges Carnevalslied folgte dem andern und die gehaltenen Borträge unserer bc- währtesten Carnevalsredner, zu denen sich diesmal zwei berühmte „Meenzer" gesellt hatten, fanden wohlverdiente und reiche Anerkennung. Daß zum Schlüsse auch wieder getanzt wurde, versteht sich von selbst. Am SamStag schließt die Carnevalsgesellschaft mit einem großen Maskenball ihr Vergnügungsprogramm für dieses Jahr. Auch die „Narrhalla erscheint vor Schluß noch einmal auf dem Plan, sie will am Montag die Fastnachtsposte „E geplagder Familienvadda" von Georg Büchner aufführen und dann mit einem großen Maskenball am Faschings DienStag den Kehraus machen. Im nächsten Jahre gedenkt auch sie wieder mit einem größeren Programm hervorzutreten. Das Kun st leben der vergangenen Woche brachte viel Interessantes. Im Hoftheater ging am Sonntag zur Nachfeier von MozartS Geburtstag deö Meisters unsterbliches Werk „Die Zauberflöte" in Scene, das hier mit großartiger Pracht ausgestattet ist. Für die Zeit nach Faschingsschluß ist eine große Cyclusaufführung sämmtlicher Schiller'scher Dramen angekündigt, während die Oper mehrere große Wagner- aufführungen in neuer Einübung bringen soll. Daß die Mitglieder des Schauspieles unserer Hosbühne einen Gastspielausflug nach Gießen unternommen, haben wir aus den hiesigen Tagesblättern entnommmen, über den Verlauf dieses Gastspiels hat der „Gießener Anzeiger" wohl inzwischen schon berichtet. Ein sehr interessantes Gone er t bot in vergangener Woche der hiesige Richard Wagner-Zwrigverein, der mit allen seinen Veranstaltungen bis jetzt stets den größten Beifall gefunden hat. Das Programm brachte eine große Anzahl Lieder des bekannten Compontsten Hugo Wolf, emeS Schülers des Bayreuther Meisters. Der Componift selbst wirkte im Concerte mit, indem er die Sänger auf dem Clavier begleitete. Die Lieder wurden von Herrn R. Senff, dem bewährten Dirigenten des MozartvereinS, der eine schöne Baritonstimme besitzt, 'und Frl. Zerny vom Mainzer Stadttheater vorgetragen. Der zweite Theil des Programms brachte noch Lieder von Richard Wagner und Claviervorträge der Pianistin Frl. Schjelderup, die sich neulich im Concert des Herrn Ernst Otto Nodnagel aus Berlin vortheilbaft bei dem Darmstädter Publikum etngeführt hatte und auch diesmal wieder großen Beifall fand. Aus den gesellschaftlichen Veranstaltungen dieser Woche sei dann noch das Ballfest erwähnt, das Herr Staatsminister Finger für letzten Mittwoch angesagt hatte. Nach Fastnacht wird wohl auf die Hochfluth von Vergnügungen und Festlichkeiten wieder eine stillere Zeit folgen zum Leid wesen der tanzlustigen Jugend, aber zur Freude der vielgeplagten Ballmütter. Wie Fastnacht bei uns verlaufen und welche Neber- raschungen es bringen wird, soll unser nächster Brief den Lesern deS „Gießener Anzeiger" berichten. der vorgekommeneu Credituberschreituugeu und auf Declaration des vorjährigen Beschlufies wegen Uebernahme der Kosten der außerordentlichen Armenpflege. Der Vorsitzende verliest den ausführlichen Bericht des Kreisausschusses über die Verwaltung und den Stand der Kreisverbandsangelegenheiten in 1892/93. Oberbürgermeister Gnauth stellt den Antrag, die vorgeschlagene Declaration des früheren Beschlusses wegen Uebernahme der Kosten für ortsarme Geisteskranke auch auf diejenigen Fälle auszudehnen, in welchen die Gemeinden zur einstwEigen Unterbringung solcher Geisteskranken in Privat- bezw. Spitalpflege genöthigt seien. Ebenso wünscht derselbe eine systematische Revision hinsichtlich der in ständiger Privatpflege befindlichen landarmen Personen. Der Vorsitzende bemerkt, daß der Kreisausschuß sich mit der Frage der Uebernahme von Kosten für vorläufig in Privatpflege untergebrachte Geisteskranke noch nicht beschäftigt habe. Für diese Kategorie von Geisteskranken werde eine discretionäre Befugniß dem Kreisausschusse zu ertheilen sein, welcher in jedem einzelnen Falle nach Lage der Verhältnisse zu entscheiden habe. Es könne sich nur um solche Geisteskranke handeln, bezüglich deren Aufnahmegenehmigung der Großh. Provinzial-Direciion Starkenburg vorliege. Oberbürgermeister Gnauth weist noch daraufhin, daß in der Zett, in welcher mit einer auswärtigen Anstalt über die Aufnahme eines Geisteskranken verhandelt werde, mitunter beträchtliche Ausgaben für die Gemeinden entstünden. Der im Verwaltungsbericht gestellte Antrag des Kreisausschusses wird danach mit dem Zusatzantrage des Mitglieds Gnauth zur Abstimmung gebracht und angenommen. Zu der vom Oberbürgermeister Gnauth angeregten Frage einer Prüfung hinsichtlich der in ständiger Privaipflege befindlichen Landarmen bemerkt der Vorsitzende, daß eine derartige allgemeine Revision an Ort und Stelle nicht stattgefunden habe, daß aber vor einiger Zeit über die Fortdauer der Bedürftigkeit sämmtltcher in ständiger Privatpflege befindlicher Personen eine Revision der Acten vorgenommen worden sei. Oberbürgermeister Gnauth will einen Antrag bricht stellen, wünscht aber, daß der Kreisausschuß der fraglichen Angelegenheit näher trete. - Nachdem sich noch die Herren: Regierungsrath Dr. Melior und die Mitglieder Dr. Gutfleisch, Heß und Bopp an der Discussion betheiligt hatten, sagt der Vorsitzende zu, daß in der nächsten Sitzung des Kreisausschusses über diese Frage si professo verhandelt werden solle. Die Rechnung der Kreiskaffe wird darauf gutgeheißen und die stattgefundenen Creditüberschreitungen unter den Rubriken 23, 23 a, 26, 27 und 33 zu Lasten der nachgewiesenen Deckungsmittel genehmigt. 5. Antrag der Gemeinde Großeu-Livden auf Nachlaß von Kreis- Umlagen in Folge der Reductiou ihres kommunal Einkommen, steuercapitals. Der Vorsitzende bringt die Eingabe der Bürgermeisterei Großen-Linden zur Kenntniß des Kreistags, ebenso einen von Großh. Bürgermeisterei Gießen nachträglich erstatteten Bericht, worin event. um gleiche Berücksichtigung der Stadt Gießen nachgesucht wird. Nach stattgehabter Discussion, an der sich die Kreistags- Mitglieder Gnauth, Velten, Meyer, Maid, sowie der Vorsitzende betheiligten, wird der Antrag der Gemeinde Großen- Linden abgelehnt. 6. Beschluß über die nach Art. 2 des Gesetzes vom 24. Mai 1893, die Kosten der Landarmeupflege betr., aus der Staatskafle au den Kreis Gießen für ie nächste Finanzperiode zu zahlenden Pauschsummen. Nach Mittheilung des Referenten Großh. Reoierungs- rath Dr. Melior beziffert sich die aus dem Aufwande in den Jahren 1890/91, 1891/92 und 1892/93 ermittelte Durchschnitts-Jahresausgabe auf 10 084.27 Mk.,- auf Grund dieser Berechnung spricht sich der Kreistag dahin aus, daß die für die nächsten 3 Jahre zu gewährende Pauschsumme auf jährlich 5042 Mk. festzusetzen ist. f. Festsetzung des Kreiskaffe-Vorauschlags für 1894/95. Der Entwurf des Voranschlags war den Mitgliedern des Kreistags bereits mit der Einladung zu dieser Versammlung mitgetheilt worden. Derselbe wird rubrikenweise, mit der Ausgabe beginnend, durchgegangen und die Abweichungen gegen die Ansätze des Vorjahres erläutert. Bet Rubrik 26, pos. f. bringt der Vorsitzende die Eingabe des Rettungshauses Hühnlein mit dem Bemerken zur Kenntniß, daß der Kreisausschuß einen regelmäßigen Beitrag des Kreises an Stelle der Collecte nicht vorgeschlagen habe. Bei der darauf vorgenommenen Abstimmung wird daß Gesuch gleichfalls abgelehnt. Bei Rubrik 2 8 „Neubau von Kreisstraßen" stellt Bürgermeister Sommerlad den Antrag, der Kreistag möge schon jetzt über die Frage der Weiterführung der Krets- straße WieseckTrohe nach Großen-Buseck sich schlüssig machen. Der Vorsitzende bemerkt, daß das Project Trohe- Großen - Buseck in den Plan des Kreisstraßennetzes ausgenommen, zu dessen Ausführung aber noch keine Vorbereitungen getroffen seien. Da der Antrag die gesetzlich nöthige Unterstützung nicht findet, gelangt derselbe nicht zur Verhandlung. Bei Rubrik 3 3 „Feuerlöschwesen" bemerkt Oberbürgermeister Gnauth, daß er der Beschaffung der Feuerwehrzeitung für die Gemeinden auf Kosten des Kreises nicht zustimmen könne und daher primär die Streichung des dafür angesetzten Betrags von 320 Mk. event. die Befreiung der Stadt Gießen von der Beitragsleiftung beantrage. Der Vorsitzende bemerkt, daß die größeren und wohlhabenderen Gemeinden des Kreises, im Ganzen 26, selbst auf die Feuerwehrzeitung abonnirt hätten, während die meisten der weiteren Gemeinden diese Ausgabe scheuten. Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch bezweifelt, nachdem er mit verschiedenen Bürgermeistern Rücksprache genommen, daß die Beschaffung der Zeitung auf Kreiskosten von Nutzen sei, da dieselbe in den meisten Fällen nicht gelesen würde. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß die Zeitung in erster Linie für die Commandanten der Feuerwehren bestimmt sei. Oberbürgermeister Gnauth ist der Meinung, daß die Feuerwehrzeitung auch von den Commandanten wenig gelesen werde. Bei der hierauf erfolgenden Abstimmung wird der Antrag des Kreisausschusses abgelehnt. Nachdem der Voranschlag bis zum Schluffe durchgegangen und dazu nur noch bemerkt worden war, daß dem Reservefonds die bei Rubrik 33 für die Feuerwehrzeitung abge- strichenen 320 Mk. zugehen, wird der Voranschlag in Einnahme und Ausgabe auf den Gesammtbetrag von 277 730.45 Mk. festgesetzt. Nachdem hiermit die Tagesordnung erledigt war und w itere Anträge nicht gestellt wurden, schließt der Vorsitzende die Versammlung. Der Vorsitzende: Die Urkundspersonen.' v. Gag ern. Otto, Bürgermeister. v. Oven. Der Protokollführer: Becker. — Influenza - Epidemien erweisen sich vorzugsweise Kays ächte Sodener Mineral-Pastilleu als ein ausgezeichnetes Linderungsmittel. Aufgelöst in tützer Milch wird durch sie die Heftigkeit der caiarrhaltschen Affeciionen abgeschwächt, die Schleimabsonderung sehr begünstigt und oem Leidenden dadurch wohlthätige Erleichterung gewährt. 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