he Strom, der hier 1 mit Hilfe einfacher n dienstbar gemacht, r den DesinfectionS' cfchiedentüchen Repa- c»s hinterste der dm >!ebengebäude bildet, s, welches den weit- Eis zu genügen hat, »esonderen, mit allen nräumen umfassenden Dunbtmfl dürfte hier in den Menden, seidenen, rings an den en verweilen und ihre )rbnung und Sauber- i Betriebe zum AuS- - Ä: rss-- *«f» ,ir mf MM «'S in |l«! :tW ’ÄiW« n r-t 1 „ wn w ui el"£ iiger® tl"tS ®ni«6n» ” tti* 2k t*»*' fiel«"' Ditid«'8' S t»W l» F. Ät kNfzadr für die Öderen, den vielfachen An- und neben ihnen noch Küche stellen, voll und gleichen mit der Ser- viel unumwunden be- ifles, welches von der von den Samen der- der Krankenbehandlung für eine rationelle Er- ljchkeiten beschließt nach welchem die so viel- alren ihre Erledtgunz MW« ,tt Mh°b-° f'«6' * *™ „ k alm !' Ltt ein W« 8* in bi([* . ii( mit *ut * -'Ä gilürfnlll« 01 Donnerstag den 4. Januar 1894 Nr. 2 Eichener A »zeig er Generat-Wnzeiger. Zimts- und Anzeigeblatt für den Tireis Gietzen Redaction, Expedition und Druckerei: Schulstraße Ar.7. Fernsprecher 51. Vierteljähriger Abonnementspreisr •2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener AamikieuStäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Der Hitßener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Iamitienölätter Alle Annonccn-Burcaux des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen. Amtlichem Theil. Gießen, am 29. December 1893. Betr.: Erlaß einer Polizeiverordnung für den Kreis Gießen, betr. den Verkehr der Radfahrer auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gietzeu an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wie wir Ihnen bereits in unserem Ausschreiben vom 13. d. M. (Anzeiger Nr. 296) mitgetheilt haben, ist von Ihnen über die in Gemäßheit des § 7 der baselbst abgedruckten Polizeiverordnung rubr. Betreffs an die Fahrrad« besitzer ertheilten Nummern ein Register zu führen, in welches zu den betr. Nummern der Name, Stand und Wohnort des Besitzers des Fahrrads einzutragen ist. Die Lieferung der Nummern, deren Farbe bei den Fahrrädern, deren Besitzer in einer der Landgemeinden wohnen, schwarz auf weißer Platte ist, haben wir dem Herrn Wilhelm Hamel, Bleichftraste 7 dahier übertragen und wird derselbe die nach Ihrem Bericht für Ihre Gemeinden erforderlichen Nummern direct an Sie abgehen lassen. Bei der Abgabe der Nummer an die Fahrradbesitzer werden Sie zugleich die Herstellungskosten im Betrag von 1 JL 25 pro Stück von dem Betreffenden erheben und an den Lieferanten W. Hamel portofrei einsenden. Das durch die Sendung entstehende Porto ist auf die Fahrradbesitzer auszuschlagen und von denselben bei der Abgabe der Nummer ebenfalls zu erheben. Bei weiterem Bedarf von Nummern wollen Sie sich unter genauer Angabe der erforderlichen Zahl jedesmal au uns wenden, worauf wir die Lieferung durch den vorgeuauuten Wilh. Hamel bewirken. Die Namen der Fahrradbesitzer mit Angabe der denselben ertheilten Nummern wollen Sie berichtlich anzeigen. Gleichzeitig weisen wir Sie an, jede in Ihrem Register eintretende Aenderung sofort, sowie außerdem halbjährlich, das erstemal am 1. Juli k. I., die inzwischen stattge- sundenen und in Ihrem Register gewahrten Ab- und Zugänge von Fahrradbesitzern mit den zugehörigen Nummern uns mit- zutheilen. •' v. Gagern. Deutsches Reich. Berlin, 2. Januar. Der große Neujahrsempfang am Berliner Hofe hat sich auch diesmal in den herkömmlichen Formen und unter der üblichen Glanzentfaltung vollzogen. Ueber eine etwaige politische Ansprache des Kaisers bei dieser Gelegenheit ist noch nichts bekannt geworden. Dagegen werden aus Paris und aus Pest bemerkenswerthe politische Kundgebungen bei den dortigen officiellen Neujahrsempfängen gemeldet. Präsident Carnot empfing am Nachmittag des Neujahrstages das diplomatische Corps, wobei der Sprecher desselben, der päpstliche Nuntius Monsignore Ferrata, sich vertrauensvoll hinsichtlich des friedlichen Cha- ! racters des neuen Jahres äußerte. In seiner Erwiderung ’ gab Carnot derselben Zuversicht Ausdruck und schloß er mit dem Wunsche, daß das begonnene Jahr die Hoffnungen auf das Gedeihen und auf die Wohlthaien des Friedens wie der internationalen Eintracht befestigen möge. In Pest empfing Ministerpräsident Dr. Wekerle die liberale Partei anläßlich des Jahreswechsels. Die Ansprache des Ministerpräsidenten beschäftigte sich zum Theil mit den inneren Angelegenheiten Ungarns und erklärte Herr Dr. Wekerle hierbei den bestimmten Entschluß seiner Regierung, die von ihr geplanten Reformen auf verschiedenen Gebieten im liberalen Geiste durchzuführen und die Fahne des Liberalismus selbst in einem etwa noth- wendig werdenden Kampfe makellos zu bewahren. Die allgemeine politische Lage characterisirte der leitende Staatsmann Ungarns als gesichert und dementsprechend bezeichnete er die auswärtigen Beziehungen der Monarchie als friedliche. Ausland. — Die Prager Mordafsaire zieht immer sensationellere Enthüllungen über die czechische Geheimbündelei nach sich. Die Aussagen Dolezals, des einen der Mörder Mrvas, sollen für zahlreiche Personen ungemein belastend sein und zugleich einen ortentirenben Einblick in die weitverzweigten Verbindungen der „Omladina" gewähren. Der Prozeß gegen die Mörder Mrvas wird zufammen mit dem Prozeß gegen die Mitglieder der „Omladina" geführt werden, weil die Erhebungen in der ganzen Angelegenheit eine weitverzweigte Verschwörung klargelegt haben sollen. Es sind dem Vernehmen nach noch viele Verhaftungen erforderlich geworden, weßhalb der Omladina-Prozeß verschoben werden muß. — In Frankreich hat am Neujahrstage ein allgemeine» Treiben auf die Anarchisten stattgesunden. In Pari» selbst wie an zahlreichen Orten der Provinz, so in Mont- lucon, Brest, Rouen, St. Quentin, St. Etienne, Lyon, Decazeville u. s. ro. wurden Haussuchungen bei vielen verdächtigen Persönlichkeiten vorgenommen und führten diese Maßnahmen zur Verhaftung von im Ganzen 64 Individuen, ■ sowie in verschiedenen der genannten Städte außerdem zur Beschlagnahme vvn Explosivstoffen und anarchistischen Schriften. Ob durch diese allgemeine Razzia das anarchistische Unwesen jenseits der Vogesen endlich einen empfindlichen Stoß erhalten wird, muß freilich noch sehr abgewartet werden. — Die Freisprechung der Urheber des schaurigen Blutbades von Aigues-Mortes seitens des Angulemer Schwurgerichts hat in ganz Europa peinliches Aussehen, speziell in Italien aber nur zu begreifliche Entrüstung und Erbitterung hervorgerusen. Aus den Prozeßverhandlungen ging wahrlich klar genug hervor, daß gegen die italienischen Arbeiter in । Aigues Mortes damals in der That die empörendsten Schänd- . lichkeiten begangen, daß die verwundeten und fliehenden ; Italiener meist in geradezu barbarischer Weise von ihren wüthenden Gegnern niedergemacht worden find. Und doch i sanden es die Geschworenen von Angouleme für gut, ihr „Nicht schuldig V gegen die Abschlächter der unglücklichen ; Italiener auszusprechen, und der Gerichtshof beeilte sich, dieses j der Gerechtigkeit ins Gesicht schlagende Verdict der Jury durch die Freisprechung sämmtlicher Angeklagten zu bestätigen. Dieser Ausgang des Prozesses von Angouleme eröffnet einen bedenklichen Ausblick auf die wachsende chauvinistische Strömung ' in Frankreich, die in Fällen, in denen die nationalen Leidenschaften in Frage kommen, selbst die einfachsten Forderungen , von Recht und Billigkeit mehr und mehr zu ersticken droht. I In Italien selbst beginnt sich bereits der Unmuth und Zorn i des Volkes über den Wahrspruch von Agou'eme zu regen. ! In Genua bewarfen in der Sylvesternacht einige Betrunkene ; das Schild an dem Hause des französischen Consuls mit • Steinen; zwei der Attentäter konnten verhaftet werden. Ein ' höherer Beamter der Genueser Polizei sprach dem sranzö- ! fischen Consul bereits sein Bedauern über den Vorfall aus. Athen, 31. December. Die gegen Hamburg angeordnete Quarantäne ist aufgehoben worden. Feuilleton. i __________________ > Ein Rundgang durch die neuen Kliniken )u Gießen. Von Dr. med. H. Leyden. (Fortsetzung.) ! Bon den einzelnen Räumlichkeiten muß vor allem das tut ersten Stockwerke gelegene große prächtige Laboratorium unser ganzes Interesse in Anspruch nehmen. Den weitgehendsten Anforderungen der Neuzeit entsprechend, ist es ' nicht nur mit den nötigen Apparaten, sowie Chemikalien für alle einschlägigen klinisch - chemischen Untersuchungen armtrt, • sondern auch für mikroskopische Beobachtungen und die sonstigen speziellen Versuchsanstellungen berechnet. An dasselbe schließen sich nach beiden Seiten hin die Zimmer für die physikalischen Instrumente, für bakteriologische Forschungen rc., sowie ein gesondertes Untersuchungszimmer für den Director an. Auf der nämlichen Etage befinden sich nach der Straße zu links die Directorialzimmer, rechts die geeigneten Räume für die höchst comfortabel ausgestattete Poliklinik, ein eigenes Electrisirzimmer und ein laryn- goskopischen Zwecken dienendes Zimmer, auf deren Ausstattung einzugehen jedoch zu weit auf das medicinische Gebiet sich begeben hieße. In entsprechender Weise gestaltet sich auch die Bauanlage im zweiten Stockwerk, wo besonders das helle, amphi- iheatralisch aufgebaute Auditorium, direct über dem Labo- • ratorium gelegen, nebst feinen dazu gehörigen Nebenräumlich, fetten für die Vorbereitungen zu den klinischen Vorlesungen ' Hervorzuheben ist, sowie die reichhaltige, mit einer Menge * von Fachzeitschriften ausgestattete Bibliothek. Und nun das Punctum saliens: Was hat der Patient ’ von dieser Klinik als Krankenhaus zu erwarten? Gewiß begibt sich wohl ausnahmslos ein jeder Kranke mit einer I unwillkürlichen Bangigkeit in ein Krankenhaus, wie dieses ja auch in vielen Fällen leicht erklärlich ist, wenn man betrachtet, • wie wenig in den älteren und zum Theil auch in den neueren Kliniken darauf Rücksicht genommen ■ ist, dem Patienten wenigstens diejenigen Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten zu schaffen, welche er in seiner Häuslichkeit nur ungern entbehrt. Wie anders muß es den Patienten hier berühren, wo er auf Schritt und Tritt wahrnimmt, daß bei den ganzen Einrichtungen neben der vollen Würdigung heutiger Krankenhaushygiene auch darauf Bedacht genommen ist, einen angenehmen und beruhigenden Eindruck hervorzurufen. Breite, durch eine Flucht von Fenstern erhellte, hohe Corridore, deren Fußböden, wie fast in sämmtlichen Räumen der Kliniken, aus mosaikartig gehaltenem Terrazzo her^estellt und mit Läufern bedeckt sind, führen ihn zu den Krankensälen. Mit bewunderungswürdiger Fürsorge ist hier auf Alles Rücksicht genommen. Helle, lichte, nicht zu große Säle, für höchstens 8—10 Betten berechnet, wodurch namentlich die Krankenwartung eine bessere und die Controle der Reinlich- feit eine leichtere wird, nicht minder aber den gewiß gerechtfertigten Antipathien des Publikums, besonders der etwas besseren Gesellschaftsklassen, mit vielen Kranken zusammenzuliegen, Rechnung getragen ist. Daneben findet die Einrichtung der Säle an sich die gleiche Berücksichtigung: Breite, bequeme Betten (ein noch immer zu wenig gewürdigter Punkt der Spitäler), solider eiserner Nachttisch mit Glasplatte - in der Mitte des Saales ein großer, sauber gedeckter Tisch zu verschiedentlichem Gebrauch, daneben ein kleinerer, alle die nötigen Utensilien zum Schreiben und Untersuchen bergender Tisch für den Arzt, endlich eine Reihe von Stühlen nebst Lehnstühlen für die Reconvalescenten, ein eleganter Marmorwaschtisch mit Warm- und Kaltwasserleitung, Bettschirme, verstellbare Betttische zum Lesen, Essen rc. Alles Mobiliar, wie der Saal selbst aus Materialien hergestellt, welche eine häufige Reinigung und DeSinfection ermögliche/,. Aus den nämlichen Intentionen sind eine eigene Kranken- und Personalkleidung, sowie überall verschließbare Schachte zwecks sofortiger Entfernung der gebrauchten Wäsche vorgesehen. Mit jeder Abtheilung in engster Verbindung stehend das Badezimmer rc., die Wärmküche, sowie der Aufenthaltsraum für die Schwester, refp. das Wachpersonal. Jeder dieser Räume ebenfalls durch directes Tageslicht genügend erhellt. Nicht allein jedoch in den Sälen ist das Luft- und Licht- bedürfniß der Patienten voll gewürdigt worden, sondern auch außerhalb derselben. So ist mit jedem Saale eine geräumige, mit Schutzvorrichtungen gegen Sonne und Wetter ausgerüstete Veranda verbunden, ferner dienen hierfür die weiten Gartenanlagen mit Ruheplätzen, sowie ein traulich eingerichteter Reconvalescentensaal für die in Genesung befindlichen Patienten vorgesehen ist. So mancher Einrichtung von Interesse wäre ja vielleicht noch zu gedenken, falls uns dieses nicht zu weit ins Einzelne führen würde, daher mögen denn nur noch die zwei Jsolir- baracfen für Jnfectionskrankheiten hier Erwähnung finden, die eine für Diphtherie- und Scharlachpatienten, mit allem (Somfort für die einschlägige Behandlung ausgestattet, die andere für Cholera. Ein bescheidenes, originell decorirtes Casino bietet den Aerzten der Anstalt nach des Tages Last und Mühen in zwangloser Geselligkeit die verdiente Erholung. Bei der fast gleichen Bau- und Einrichtungsart der inneren mit der Frauenklinik bleibt uns für letztere nur Weniges zur Vervollständigung ihres Bildes zu erwähnen übrig. Dieselbe ist, ihrem mehr oder minder Specialkrankenhaus- Character entsprechend, zwar nicht so umfangreich wie die innere, aber gleichwohl an Betten-, wie an Krankenzahl den größten Frauenkliniken ebenbürtig. Auch in ihr sind, abgesehen von den mit der nämlichen Sorgfalt eingerichteten Krankensälen, welche jedoch mit Bezug auf die vornehmlich chirurgischen Krankheitsfälle auf eine noch geringere Bettenzahl, von höchstens acht, bemessen sind, die Anforderungen der Lehr- und wissenschaftlichen Zwecke voll berücksichtigt worden. Hierfür dient ein geräumiges, Helles Auditorium, zu verschiedentlichen Unterrschtszwecken verwendet, ein den Ansprüchen der Specialwissenschaft vollauf genügendes Laboratorium, eine umfangreiche Präparatensammlung, sowie eine große Bibliothek nebst reichhaltiger Jnftrumentensammlung. Desgleichen sind in ihr die nötigen Zimmer für die poliklinische Behandlung von Patienten, die Directorialzimmer, das Casino der Anstaltsärzte, große Schlaf- und Aufenthalts- säle für das zahlreiche Wartepersonal, loroie eine besondere Waschküche und deren Zuräume enthalten. (Schluß folgt.) Neueste Nerchvichten. WolffS telegraphisches Correspondenz - Bureau. Berlin, 2. Januar. Nach einem Telegramm aus Kamerun wurden bis zum 31. December zwölf und bis heute weiter zehn Rebellen, darunter die Rädelsführer, durch, eingeborene Schwarze aufgegriffen und an das Gou> vernement abgeliefert. Palermo, 2. Januar. Ein vom General Morra er« lassenes Manifest besagt, die Augen der ganzen Welt seien auf ©Icilien gerichtet, von dem großenteils die wirthschaft- liche Wohlfahrt des Vaterlandes abhänge. Allein ohne die vollste Achtung des Gesetzes sei keinerlei Freiheit in der bürgerlichen Gesellschaft möglich. Die Regierung beschäftige sich liebevoll mit der öffentlichen Sicherheit und Wohlfahrt und hoffe auf die Mitwirkung aller Patrioten zur Wiederherstellung der Ruhe und zur Lösung der soeialen Probleme. Das Manifest schließt mit den Worten: „Wir haben zusammen mit der ruhmreichen Dynastie Italien geschaffen, an den Sietlianern liegt es, das Land auf seinen unerschütterlichen Grundlagen zu sichern." Parlermo, 2. Januar. Weiteren Mittheilungen zufolge kamen in Pietraperzia sehr ernste Tumulte vor. Mehrere öffentliche und private Gebäude wurden angezündet. Das Militär mußte einschreiten. In Mazzara stürmte die Menge das Katasteramt und die Steuereinnehmerei, verbrannte die Acten und zündete die Häuser an- auch in das Gefängniß suchte die Menge einzudringen. In Belmonte fanden Kundgebungen gegen die Communalabgaben statt, in Eampobello wurden das Municipium und das Steuergebäude in Brand gesteckt. In Terrasini Palma, Montechiaro und Camporeale kamen Zusammenrottungen vor, die jedoch ohne Zwischenfall aufgelöst wurden. Depeschen des Bureau „Herold". Berlio, 2. Januar. Bei der gestrigen Defilircour auf den Neujahrempfängen im Königlichen Schloß wurde der ^Reichskanzler vom Kaiser durch eine längere Unterhaltung ausgezeichnet. Berlin, 2. Januar. Dem Reichstage wie dem Bundesrathe wird sofort eine Vorlage wegen Verlängerung der provisorischen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Spanien bis zum 31. Januar zugehen. Auch die Angelegenheit betreffend die Einführung der Berufung in Strafsachen wird demnächst den Bundesrath beschäftigen. Berlin, 2. Januar. Der Go uv erneur von Ka me run, Zimmerer, har infolge der Vorgänge in Kamerun seinen Urlaub unterbrochen und ist aus seiner Heimath in Bayern hier eingelroffen. — Die Auswechselung .der Ratificationen zum Handelsvertrag e zwischen Deutschland und Rumänien hat heute durch den Staatssecretär v. Marschall und den rumänischen Gesandten Ghika stattgefunden. — Das Handelsprovisorium zwischen Deutschland und Spanien ist am 30. December 1893 in Madrid unterzeichnet worden. München, 2. Januar. Bei dem gestern unter Anwesenheit der höchsten Herrschaften stattgefundenen Hofconcert wurde der Freiherr Truchseß, der ehemalige Gesandte in Petersburg, plötzlich vom Herzschlage getroffen und verstarb, als man ihn aus dem Saal bringen wollte. Unter der Gesellschaft herrschte große Aufregung - das Concert wurde sofort aufgehoben. Wie», 2. Januar. Wie die „Pol. Corr." aus Petersburg meldet, soll der Gesundheitszustand des General-Gou- I verneurs Gurkow ein derart besorgnißerregender sein, daß bereits lebhafte Erörterungen über den Nachfolger stattfinden. Besonders werden der Generalgouverneur von Turkestan, Rosenberg, und der Gouverneur von Odessa, General Roop, als solche bezeichnet. Prag, 2. Januar. Gegen die Omladinisten werden die Untersuchungen noch immer im größten Maßstabe fortgesetzt und immer neue Verhaftungen vorgenommen. Es wurde constatirt, daß die Mörder Mrvas durch den kürzlich verhafteten Cziczek, dem Geschäftsführer des Jungczechenclubs, Geld erhalten haben, nachdem der Mord ausgeführt worden war. Der Abgeordnete Engel besuchte gestern Cziczek im Gefängniß. Budapest, 2. Januar. Einem Concessions-Gesuche behufs Eröffnung einer Dynamttfabrik wurde mit der Begründung nicht entsprochen, daß die Fabrikation von Sprengstoffen in den Kreis der Monopole ausgenommen sei. Alle europäischen Regierungen sollen dieserhalb Verhandlungen pflegen. Rom, 2. Januar. In der Neujahrsnacht wurde das Schild des französischen Consulats mit Steinen beworfen. Zwei Individuen sind verhaftet. Der Quästor besuchte den französischen Consul und drückte sein Bedauern über das Vorkommniß aus. Palermo, 2. Januar. Die Unruhen dauern fort. Namentlich werden viele Ausschreitungen gegen Steuerbehörden ausgesührt. In Castelvetrano setzten die Tumultanten den Bürgermeister ab und übergaben den erledigten Posten dem Präsidenten des Arbeiterbundes. Venedig, 2. Januar. Aus Mittel- und Süditalien werden große Schneefälle gemeldet, welche bedeutende Verkehrsstörungen zur Folge haben. Bei Capitanata, Puglien und Solmona sind die Eisenbahnlinien vollständig durch Schneeverwehungen gestört. Bei Canzano liegt der Schnee zwei Meter hoch. Die Abruzzen sind infolge der Schneestürme nicht zu passiren. Turin, 2. Januar. Hierselbst wird eine große Volksdemonstration gegen das Verdict des Schwurgerichts in Angouleme geplant. Paris, 2. Januar. Sowohl in Paris als in allen Provinzen wird mit größer Energie gegen die Anarchisten eingeschritten. Ueberall werden Verhaftungen und Haussuchungen vorgenommen, deren Ergebniß bisher sehr belastendes Material für den Anarchismus gewesen ist. Infolge dieser Vorgänge hat sich der Anarchisten große Besorgniß bemächtigt und uiele derselben flüchten nach allen Gegenden. Paris, 2. Januar. Das „XIX. Stecle" veröffentlicht i die Namen der Geschworenen, welche das Urtheil über ■ Vai Ilant fällen werden. Unter den Geschworenen befindet sich auch Baron Rothschild. Man glaubt, daß eine große j Zahl der Geschworenen aus Furcht vor der Sache der Anarchisten sich ihrem Mandat entziehen werden. London, 2. Januar. Der „Standard" berichtet von einer Vergrößerung der russischen freiwilligen Flotte um drei kriegstüchtige Kreuzer und zwei Reservekreuzer. Loudon, 2. Januar. Wie aus Copland gemeldet wird, soll der englische General-Gouverneur von Südafrika, Johnston, seine Demission eingereicht haben. Mainz, 3. Januar. Der Rhein geht seit letzter Nacht schwer mit Eis. Die Schiffe können kaum in die Sicherheitshäfen gelangen. Brüffel, 3. Januar. Nach einem „Gazette"-Telegramm fand in Tamines bei Namur eine Dynamitexplosion statt; dieselbe verursachte im Hause eines Bergarbeiters großen Schaden. — Mehrere Dynamitpatronen wurden vor der Reparaturwerkstätte der Eisenbahn in Charleroi gefunden. Die Untersuchung ist eingeleitet. Madrid, 3. Januar." Der Proceß gegen die Anarchisten ist gestern Abend elf Uhr beendet worden. Die angeklagten drei Anarchisten wurden zu je sieben Jahren Zwangsarbeit, zum Verlust der Bürgerrechte und in die Kosten verurtheilt. Coeofcs unö provinzielles. Gießen, 3. Januar 1894. ** Concert Verein. Nach langer Pause haben wir die Freude, das berühmte Münchener Quartett mit dem Concert- meister Professor Benno Walter an der Spitze, am kommenden Sonntage im Concertsaal begrüßen zu können. Di^ Münchener Quartettvereinigung ist, wie bekannt, eine der vornehmsten und künstlerisch bedeutendsten und dürste nicht viele gleichwerthe Rivalen haben. Es ist zu bedauern, daß das Streichquartett, welches unbedingt als die vornehmste musikalische Gattung gelten muß, so wenig in breitere Kreise eindringt und bisher nur im Stande war, eine kleine, wenn auch dafür kunstsinnige Gemeinde heranzuziehen und zu fesseln. Hoffen wir, daß für diesmal hierin eine Ausnahme eintritt, so bedeutende Künstler, wie das Münchener Quartett sind im Stande, auch minder musikalisch Begabten bisher unbekannte Genüsse zu offenbaren. *' Aus dem Zustizdienst. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz vom 29. December v. I. wurden bis auf Weiteres beauftragt: 1) der Großh. Amtsrichter Seeger in Gießen mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Richters bei dem Großh. Landgericht der Provinz Oberhessen, 2) der Großh. Gerichtsassessor Jonas in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei Großh. Amtsgericht Gießen und 3) der Großh. Gerichtsassessor Sonne in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Htlfsgerichtsschreibers bei dem Großh. Landgericht der Provinz Starkenburg. ** Vou hessische» Behörde» werde» steckbrieflich verfolgt: Dienstknecht Hieronymus Ehm aus Sulzbach, zuletzt in Altenburg, vom Amtsgericht Alsfeld wegen Betrugs; Former Heinrich Oskar Julius Felke aus Breslau vom Amtsgericht Friedberg wegen Strafvollzugs- Johs. Reidel II. Ehefrau, Minna geb. Hisgen aus Lich, von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls- Leinweber Johannes Kemmler aus Queck, Kreis Lauterbach, vom Amtsgericht Grünberg wegen Diebstahls- Gärtner Johann Ku sack aus Alzey vom Amtsgericht Osthofen wegen Strafvollzugs- Ctgarrenmacher Jakob M i s ch l e r aus Lorsch vom Amtsgericht I in Darmstadt wegen Strafvollzugs- Geschäftsreisender Paul Seitz aus Lobau von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Betrugs - Küfer Johann Wilhelm aus Ladenburg, angeblich zur Zeit in Diedenbergen bei Wiesbaden, vom Amtsanwalt I in Darmstadt wegen Strafvollzugs - Müllerbursche Gustav Wirth aus Ulrichstein, zuletzt in Höchst i. O., vom Amtsgericht Ortenberg wegen Betrugs. ** Zur Platzmiethe in einigen Schnellzügen der Main- Weser-Bahn wird der „Franks. Ztg." geschrieben: Die Verwaltung der Main-Weser-Bahn hatte gegen einen Passagier, der den Schnellzug Nr. 75 benutzt und die Entrichtung der Platzmiethe von zwei Mark verweigert hatte, gerichtliche Klage erhoben, wurde aber in der ersten Instanz abgewiesen. Der in Anspruch genommene Fahrgast hatte sich auf sein Retourbillet bezogen, auf dem vermerkt war, daß es für alle Züge gültig sei. Man ist auf die Entscheidung der höheren Instanz gespannt. •* Anläßlich der Verhandlungen über die Steuerfreiheit der Standesherren in den gesetzgebenden Körpern mehrerer deutschen Bundesstaaten, namentlich in Preußen und Bayern, ist häufig die Meinung ausgesprochen worden, daß auch im Großherzogthum Hessen die Standesherren, deren sich in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen eine größere Anzahl befinden, noch steuerfrei seien oder sich doch in dieser Richtung noch wesentlicher Begünstigungen und Privilegien zu erfreuen hätten. Dem ist indessen nicht so. Schon bet der ersten Regelung der Verhältnisse der Standesherren in unserem engeren Vaterlande durch das Edict vom 17. Februar 1820 wurde die vorher bestehende Steuerfreiheit derselben wesentlich beschränkt. Das Gesetz vom 7. August 1848 bestimmte dann in seinem Art. 8, daß alle Vorrechte der Standesherren hinsichtlich der Entrichtung von directen oder indirecten Abgaben aufgehoben und dieselben vom 1. Juli 1848 ab für sich und ihre Familien den allgemeinen Steuergesetzen unterworfen seien. Als letzteres Gesetz demnächst . einer Revision unterworfen und durch das Gesetz vom 18. Juli 1858 ergänzt worden war, fand in diesem Cardinalpunkt eine Aenderung nicht statt. Das letztere Gesetz wiederholte vielmehr in seinem Art. 36 ausdrücklich, daß alle Vorrechte der Standesherren hinsichtlich der Entrichtung von directen und indirecten Abgaben ausgehoben bleiben. Eine Ausnahme fand nur statt durch die Befreiung der Standesherren für sich und ihre Familien vom Chausseegeld innerhalb ihrer Standesherrschaften und von der Verpflichtung, bei Ausübung der Jagd einen Jagdwaffenpaß zu lösen, letzteres aber nur für ihre eigene Person. Da inzwischen das Chausseegeld längst allgemein aufgehoben ist, bleibt also für die hessischen Standesherren nur das einzige Privileg, keinen Jagdwaffenpaß lösen zu müffen, eine Sache ohne jede finanzielle Bedeutung. Das Großherzogthum Hessen ist also auch in dieser Frage der gleichmäßigen Behandlung aller Staatsbürger vor dem Gesetz und der Abschaffung aller Privilegien, wie in so vielen anderen Dingen, anderen und größeren deutschen Staaten längst vorangegangen. D. T. T Lich, 2. Januar. In die hiesige Pfennig-Sparkasse wurde int verflossenen Jahre von 434 Einlegern die Summe von 10 382,70 Mark und zwar 738,30 Mark mehr als im Jahre 1892, eingelegt. Die Erhebungen werden in diesem Jahre zur gewöhnlichen Zeit von den Herren Kaminfegermeister Schwenk, Ziegler Schmidt und Küfer A. Jung besorgt. Die Obereinnehmerstelle versieht Herr Schreiner H. Schmidt. Stangenrod, 28. December. Schon seit langer Zeit ist es der sehnlichste Wunsch unserer Einwohnerschaft, daß unser Ort mit dem kaum eine halbe Stunde entfernten Städtchen Grün berg durch eine Kreisstra ße verbunden werde. — Den Bemühungen des Herrn Provinzialdirecrors Frhrn. v. Gag ern ist es wohl in erster Linie zu verdanken, daß nunmehr der Bau einer Kreisstraße zwischen den beiden genannten Orten beschlossen worden ist. Sicherem Vernehmen nach soll schon im nächsten Frühjahre mit den Erdarbeiten begonnen werden, sodaß die Straße längstens in zwei Jahren dem Verkehr übergeben werden kann. Man beabsichtigt, dieselbe in die Staatsstraße Grünberg—Londorf geeignet einmünden zu lassen, damit durch dieselbe auch der Verkehr zwischen unserem Orte und der Rabenau erleichtert wird. Ortenberg, 28. December. Unserem langjährigen Bürgermeister, Herrn Roth, der schon über 40 Jahre die Stelle eines Rechners der Ludwig- und Mathilden-Stistung des hiesigen Bezirks begleitet, wurde von der Verwaltung der Sparkasse als Anerkennung seiner vorzüglichen Leitung der Kaffe eine hübsche Weihnachtsfreud e zu Theil. Am ersten Feiertage erschien nämlich der Präsident der Stiftung, Herr Oberförster Hoffmann, mit noch mehreren Ausschuß- Mitgliedern und überreichte Herrn Roth mit einer herzliche» Ansprache eine kostbare goldene Uhr mit Kette. Darmstadt, 2. Januar. Seine Königl. Hoheit der Groß- Herzog hat Herrn Bürgermeister Morneweg am gestrigen Neujahrstage zum Oberbürgermeister der Haupt- untr Residenzstadt Darmstadt ernannt. nn. Darmstadt, 1.Januar. Ein bedauerlicher Unglücksfall hat sich gestern beim Neujahrsschießen dahier ereignet. In einer Wirtschaft in der Karlstraße schoß ein 20jähriger Schlossergeselle einem anderen Collegen mit einer sogen. Flobertpistole, welche er mit einer scharfen Patrone geladen hatte, eine Kugel in den Kopf, sodaß der Getroffene zusammenstürzte und schwer verletzt in das städtische Hospital ausgenommen werden mußte. Der Thäter wurde sofort verhaftet und in das Polizeigefängniß verbracht. A»8 Rheinhesie», 31. December. In den katholischen Kirchen wurde heute ein Ausschreiben des Herrn Bischofs Paul Leopold von Mainz verlesen, worin bestimmt wird,, daß die katholische Schuljugend schon mit dem 12. Lebensjahre, statt wie bisher mit dem 14. Lebensjahre, gelegentlich \ der Entlassung aus der Schule zum Empfange der ersten heil. Communion angehalten werden soll. Es haben somit alle Kinder, die das 11. Lebensjahr zurückgelegt haben, den demnächst beginnenden Confirmandenunterricht zu besuchen, so daß dieses Jahr drei Jahrgänge auf einmal confmnirt werden. Mit dieser in den meisten Diöcesen schon früher practisch eingeführten Maßregel wird bezweckt, daß die Kirche,, bezw. die Schule Gelegenheit hat, noch zwei Jahre lang nach der stattgehabten Abendmahlsfeier auf das religiöse Leben der Confirmanden einzuwirken. D. Ztg. A Mainz, 2. Januar. Die von unserer städtischen Verwaltung beschlossenen Nothstandsarbeiten wurden heute in Angriff genommen. Daß die Zahl der Arbeitslosen hier durchaus nicht so groß ist, als von socialdemokratischer Seite behauptet wurde, ergibt sich aus der Thatsache, daß sich nur gegen 200 Personen zur Arbeit gemeldet und von den zur Arbeit Angenommenen circa die Hälfte an der Arbeitsstelle gar nicht erschienen sind. Leitender Grundsatz der städtischen Verwaltung bei Annahme Arbeitsloser ist, zuerst die Verheiratheten, sodann Diejenigen, welche andere Personen zu ernähren haben und dann erst Ledige zu berücksichtigen. — In Folge des starken Treibeises aus dem Neckar, dem Main und der Nahe haben die Köln-Düsseldorfer und Niederländer Dampfboote ihre Fahrten eingestellt, da bei dem außerordentlich niedrigen Wasserstande es sehr gefährlich erscheint, durch das Eis zu fahren. Auch die Schleppzüge warten in der Nähe von Sicherheitshäfen günstigere Witterung ab, während die Kettendampfer ihre Fahrten ganz eingestellt haben. Im Main wurden bereits am Samstag die Wehre im Canal niedergelegt und seit Sonntag wegen des zunehmenden Treibeises die ganze Schifffahrt mit Ausnahme der Localboote, die den Verkehr zwischen Kostheim und hier vermitteln, geschlossen. Vermischtes. * Nordhausen, 27. December. Vor der hiesigen Strafkammer wurde dieser Tage eine moderne Rinaldinigeschichte verhandelt. Ein Liebespaar erbaute sich in einem nahe bei Gonna (Kreis Sangerhausen) gelegenen Walde eine Hütte, die thunlichst gemülhlich eingerichtet wurde. Dort verbrachte das Paar den Monat August d. I. in Gemeinschaft mit einem Freunde, dessen Name bis jetzt unbekannt geblieben ist. Bon Luft und Liebe allein konnten aber die drei nicht leben und deshalb wurden dann öfter Streifzüge nach Gonna gemacht, auf denen Alles, was den Einsiedlern als für tur Heim praktisch und verwendbar erschien, mitgenommen wurde. Ernes Tages veranstalteten nun die Einwohner von Gonna eine regelrechte Treibjagd auf die Waldmenschen- während der Freund des Liebespaares durch die Kette der Treiber entkam, wurden der 26jährige Arbeiter Rudolf Solf aus Hergisdorf und eine 25jäyrige hübsche Arbeiterin, die wie Riualdinis Geliebte den Vornamen Rosa führt, gefangen und dem Gericht überliefert. Weil Bandendiebstahl vorlag, erklärte sich das Amtsgericht Sangerhausen für unzuständig und so wurde vor der hiesigen Strafkammer verhandelt. Der Gerichtstisch faßte nicht die Menge gestohlener Kleidungs- und Wäschestücke, deren 'Eigeuthümer nicht mehr hatten ermittelt werden können. Das Gericht verurtheilte Solf zu einem Jahr und einem Monat Gefängniß, zwei Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizei-Aufsicht- die Gefährtin des Sols erhielt sieben Monate Gefängniß und zwei Jahre Ehrverlust. * Berlin, 2. Januar. Still wie in der Politik hat sich der Jahreswechsel in mitternächtlicher Stunde hier auf den Straßen vollzogen. Die Localchronisten berichten, daß die als „Berliner Humor" ausgegebenen Rohheiten der Neujahrsnacht, an denen der Pöbel verschiedener Stände sich betheiligte, stark im Schwinden begriffen sind. Die energischen Maßregeln der Polizei und die scharfen Urtheile, die in den letzten Jahren das Schöffengericht über die Tumultuanten der Neujahrsnacht verhängt hat, haben den traditionellen Sylvesterunfug sehr stark eingeschränkt. Nur 15 Verhaftungen sind an der Schwelle des neuen Jahres von der Polizei vorgenommen worden, das ist so wenig, daß es nicht mehr die Rede werth ist. * Speyer, 1. Januar. Postconducteur Groß wurde nach der „Kl. Pr." als des Diebstahls der in Schifferstadt gestohlenen 11,000 Mk. enthaltenen Cassette verdächtig ver» haftet. Die Caffette ist erbrochen und entleert auf dem Bahndamm gesunden worden. * Köln, 2 Januar. Auf einem großen Weiher in Deutz vergnügten sich gestern eine große Anzahl Kinder mit Schlittschuhlaufen, als plötzlich die dünne Eisdecke brach und mehrere Knaben ins Wasser stürzten. Zwei derselben find ertrunken, die übrigen wurden gerettet. * Ohligs, 2. Januar. In einem in der Nähe gelegenen Wäldchen brachte sich gestern ein Reisender einen Schuß in den Kopf bei und war sofort tobt. Man fand bei ihm 69 Mk.. * Heidelberg, 2. Januar. Der Neckar ist zugefroren. * Chemnitz, 2. Januar. Gestern Nacht wurde ein Lustmord an der fünfjährigen Tochter des Restaurateurs Kabitzki verübt. Der Thäter, der vorher ein Attentat auf die ältere Tochter versucht hatte, ist flüchtig. * Die Welt geht nicht unter! Der bekannte Erfinder der kritischen Tage, Professor Falb, scheint es satt zu haben, gewöhnliche elementare Katastrophen, wie: Erdbeben, schlagende Wetter, Temperaturstürze re. vorherzusagen und verlegt sich auf die Prophezeiung weltzerstörender Katastrophen. Ein „revolutionärer" Komet, der im Jahre 1866 entdeckt wurde, und „an keine bestimmte Bahn gebunden sei", soll einem öffentlichen Vortrage gemäß, den Falb unlängst in Leipzig gehalten hat, am 13. November 1899 mit der Erde zusammenstoßen und ihre Vernichtung herbeiführen. Sollte aber dem Kometen dieses Zerstörungswerk nicht gelingen, so stehe für die Nacht des genannten Tages ein außergewöhnlicher Stern« schnuppenfall bevor, der wie wirbelnder Schnee die Lüfte erfüllen werde. Welche Bewandtniß hat es nun mit dem Kometen von 1866, der als Revolutionär des Universums an keine bestimmte Bahn und Regel gebunden sein soll? Im Jahre 1866 wurden zwei Kometen entdeckt, der eine von Tempel, >et andere von Thiele. Die Astronomen bezeichnen den erst- entdeckten mit 1866 I, den anderen mit 1866 II. Der hier in Rede stehende Komet ist der Tempel'sche. Am 10. Februar 1866 kam er der Erde auf 297/10 Millionen Kilometer nahe und konnte sehr gut beobachtet werden. Es tft ein ganz unbedeutender Komet, eine lose Nebelmasse mit mäßiger Verdichtung, ohne Schweif und schwach leuchtend im Kern. Und diese Nebelmaffe, die in der Erdnähe drei Mal kleiner als die Mondscheibe erschien, sollte vermögend sein, die Erde im Anprall zu vernichten? Die Astronomen haben berechnet, daß, wenn jemals ein gleichzeitiges Zusammentreffen von Erde und Komet am Durchschnittspunkte der Bahnen statt- finden sollte, dies erst nach einigen Millionen Jahren geschehen könnte, aber auch dann ist keine Gefahr für die Erde vor« Händen. Eine solche zu behaupten, wäre ebenso unsinnig, wie die Annahme, ein schwacher Kahn könne auf offenem Meere ein großes Panzerschiff anfahren und es zertrümmern. Was den außerordentlichen Sternschnuppenfall anbetrifft, der vom „Ausbleiben der Katastrophe" abhängig gemacht wird, so muß man gestehen, daß Falb hier eine natürliche That fache an den Haaren herbeizieht, um sein Phantasiebild zu illustrieren, obschon sie in gar keiner Beziehung zu demselben steht. Mit diesem Sternschnuppenfall hat es folgendes Be- wandtniß: Vor ungefähr dreißig Jahren hat der berühmte italienische Astronom Schiaparelli und später Professor Dr. E. Weiß durch Rechnung den Zusammenhang der periodischen Kometen mit den Meteorenströmen ermittelt. Als der Komet 1866 entdeckt worden war, wurde auf das Ecla- tontefte bewiesen, daß derselbe in der Bahn eines Meteoren- stromes „Leoniden", „Novemberschwarm" genannt, daherziehe. Der Strom zeigte dieselben Bahnelemente, wie der Komet, und auch dieselbe Umlaufszeit. Nach je 33 Jahren und 2 Monaten stößt die meteorenreichste Stelle des Stromes mit der Erde zusammen und da giebt es jedesmal ein herrliches Sternschnuppenschauspiel. In der Nacht vom 12. auf den 13. November 1833 hat es ein solches von großer Pracht gegeben. Arago giebt an, daß die Zahl der Meteore in jener Nacht 240000 gewesen sei. Ebenso glänzend war der Sternschnuppenregen vom 13. November 1799, über welchen Alexander v. Humboldt, der in Cumana das Schauspiel beobachtet hatte, Wunder berichtet. Dasselbe Phänomen, aber verbunden mit einem Erdbeben, ereignete sich im Jahre 1766. Verfolgt man rückwärts die Zeit, so gelangt man, wie die Chronik beweist, bis 583 nach Christus. Da hat jedesmal von 33 zu 33 Jahren der Strom der „Leoniden" seinen großen Meteorenreichthum vor der Erde entfaltet. Es ist daher nichts Neues, wenn Falb für den 13. November 1899 einen großartigen Sternfchnuppenregen „vorhersagt". Das ist etwas Natürliches und versteht sich von selbst, wenn man einen Einblick in die Geschichte dieser Phänomene macht. * Die Cholera erloschen. Der „Deutsche Reichsanz." theilt mit, daß vom 8. bis 22. December insgesammt noch sechs Cholerafälle gemeldet wurden. Seither sind neue Verdachtsmomente nicht bekannt geworden, so daß die Annahme berechtigt erscheint, daß die Cholera im ganzen Reichsgebiet erloschen ist. Der „Reichsanz." giebt einen Rückblick auf das Auftreten der Cholera in den Jahren 1892 und 1893, er weist darauf hin, daß das Reich, dank den Seitens der maßgebenden Behörden zielbewußt ergriffenen und zweckentsprechend durchgeführten Maßnahmen, vor dem Ausbruch einer neuen Epidemie im letzten Sommer verschont geblieben, obwohl die Etnschieppungsgesahr infolge des Auftretens der Krankheit in mehreren östlichen und westlichen Nachbarstaaten größer war, als im Vorjahre. Sollte, was nicht ausgeschlossen sei, die Cholera auch im nächsten Jahre wieder erscheinen, so werde man diesem Ereigniß mit dem Bewußtsein entgegensetzen können, in diesen Maßnahmen wirksame Waffen im Kampfe gegen die Seuche zu besitzen. * Das Vereinsleben in Nürnberg. Ein Mitarbeiter der „Münch. N. Nachr." hat aus dem Nürnberger Adreßbuch für 1894 herausgerechnet, daß Nürnberg zur Zeit nicht weniger als 1085 Vereine zählt, darunter 25 Radfahrervereine und 30 Pfeifen- und Rauchclubs. Unter den Vereinen findet man solche mit gar sonderbaren Namen, so z. B. „A-B-C-Club", „Hongkong", „Eiszapfen", „Nachtlichter", „Die Rothen", „Saufclub", „Saufteufel", Schlapperratzen", „Nasenverein", „Unschuld", „Orden der Glatzköpfe", „Gelbe Rüben" usw. * Glatz, 29. December. Die am 20. December mit dem Berliner Zuge in einem separaten Coupee um 7 Uhr Abends auf dem hiesigen Bahnhof in Begleitung eines zugleich als Dolmetsch dienenden höheren Sicherheitsbeamten angelangten, vom Reichsgericht in Leipzig verurtheilten französischen Offiziere Degony und Delguey wurden unter militärischer Bedeckung noch am selben Abend nach der hiesigen Hauptfestung gebracht, wo ihre Zimmer auf Anordnung des Stadt- und Festungs-Commandanten, Generals Buchholz, aufs Peinlichste sauber hergerichtet waren. Der General hatte selbst vorher inspicirt, ob seine Bestimmungen auch befolgt worden. Die Zimmer sind von einander getrennt; ihre Fenster führen nach dem Festungshofe und nicht ins Freie. Sie sind einfach, aber sauber möblirt: Tisch, Stühle, Schrank und Bett befinden sich darin, die Dielen sind gestrichen. Die Hausordnung, welche streng befolgt werden muß, ist in jedem Zimmer angebracht. Sofort nach ihrer Ankunft wurden die beiden Offiziere von Seiten des Commandanten mit den Vorschriften über die zu befolgenden Verhaltungsmaßregeln bekannt gemacht. Die Jnterntrten dürfen sich die Zett nur mit der Lectüre von Romanen vertreiben. Ihre Bedienung besorgt nur ein Soldat der hiesigen Garnison, welcher die Zimmer zu reinigen, die Betten zu machen, Kleider und Stiefel zu putzen und die Mahlzeiten, welche eine auf der Festung wohnende Feldwebelsfrau besorgt, zu holen hat. Auf Anordnung des Commandanten muß das Essen reichlich und gut sein, damit die französischen Offiziere nicht über Noth zu klagen haben. Sie erhalten früh und zu Vesper Kaffee nebst Sahne und Semmel, Abends kalten Aufschnitt mit Thee, Mittags Suppe, Braten, manchmal zwei Gänge, (Fisch in Wein), Compot :c. Der Preis der täglichen Beköstigung ist auf 1,50 Mk. festgesetzt, wovon die Gefangenen die Hälfte aus ihrer Tasche entrichten. Die ihnen gewährten, auf dem Festungshofe zuzubringenden zwei Freistunden — am Vor- und Nachmittage — werden pünktlich innegebalten und von. einem Militärposten bewacht- in ihnen wird mit der Feldwebelsfrau der Speisezettel festgesetzt. Fast täglich erkundigt sich General Buchholz bei den Offizieren nach ihren Wünschen, ob sie mit der Kost zufrieden sind u. s. w., worauf sie erwidern, daß sie keinerlei Klage haben und auch mit der Behandlung sehr zufrieden sind. Das Benehmen ist ein ihrem Stande durchaus angemeffenes. * Immer milde. Karlchen (freudestrahlend aus der Schule heimkommend): „Weißt Du, Mama, ich bin über meinen Nebenmann gekommen!" —Mama: „Weshalb denn, mein Kind?" — Karlchen: „Ja, Mama, weil er solch ein Schafskopf ist."—Mama: „Aber Kind, so etwas kann man doch milder ausdrücken! Wie wirst Du also besser sagen?" — Karlchen: „Ich bin über meinen Nebenmann gekommen, weil er, milde ausgedrückt, ein Schafskopf tft!" Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießm 52. Woche. Vom 24. December bis 30. December 1893. Einwohnerzahl: angenommen zu 21100 (incl. 1600 Mann Militär). Sterbltchkeitsztffer: 29,57 o/wbezw. 12,33 nachAusschl. der Ortsfremd-n. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: l.£ im lebenSjahr: vom 2.—15. Iah : Diphtheritis Tuberculose anderer 3 (3) — — 3 (3) Organe Eroupose Lungenent- 1 1 — — zündung 2 (1) 2 (1) — — Gehirnschlagfluß 1 1 — — Herzschwäche Angeborene Lebens- 2(2) 2 (2) — — schwäche Sonstige benannte 1 (1) — 1 (1) — Krankheiten 2 2 — — Summa: 12 (7) 8 (3) 1 (1) 3 (3) Anm. Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Schiffsnachr^ehten. (Mitgelheilt durch den Agenten des Norddeutschen Lloydes, Herrn Carl Loos in Gießen.) Bremen, 2. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Dampfer America, Capitän Kuhlmann, vom Norddeutschen Loyd in Bremen, welcher am 14. December von Bremen abgegangen war, i t am 30. December, 2 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Newyork angefommen. Bremen, 2. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Postdampfer Darmstadt, Capt. G. Thumann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 16. December von Bremen abgegangen mar, ist am 31. December, 10 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen. wrchlieheAnzeigen -er errang. Gemein-e. Donnerstag den 4. Januar, Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Turnsaale der Stadtknabenfchule. Pfarroerwalter Dr. Grein. (Das Gleichniß vom Senfkorn und vom Sauerteig). Matth. 13, 31-33). 65300 ist die Nummer des Deutschen Reichs-Patentes, nach welchem Kathreiners Kneipp-Malzkaffee hergestellt wird; derselbe ist eben etwas ganz anderes als gebrannte Gerste oder geröstetes Malz. [1 Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur Kenntniß, daß der Plan über die von der Stadtverordneten-Versammlung beschlossene und von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigte Feststellung einer Baufluchtlinie von der Ludwigsstraße ab längs der Oberhessischen Eisenbahnen bis zur verlängerten Bleichstraße auf dem Stadtbauamt zur Einsicht offen liegt. Gießen, den 20. December 1893. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _____I. V.: Georgi.____________________64 Bekanntmachung. In Gemäßheit Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung vom 15. Juni 1879, wonach zur dauernden Erinnerung an die goldene Hochzeit des Deutschen Kaiserpaares, Seiner Majestät des Kaiser Wilhelm I. und Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta, von der Stadt Gießen eine Stiftung zu Gunsten bedürftiger Ehepaare, welche hier ihr goldenes Ehejubiläum erleben, errichtet worden ist, fordern wir alle Diejenigen, welche im laufenden Jahre ein solches Fest zu begehen haben und Anspruch auf Zuwendung der zu 150 Mk. bemessenen Stiftungsgabe erheben wollen, auf, sich bei uns zu melden. Gießen, den 2. Januar 1894. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi. 65 Submission. Die Füllung des Eiskellers unserer Kliniken soll auf dem Wege der Submission vergeben werden. Offerten, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum $. Januar d. I., Vormittags 12 Uhr, auf dem Verwaltungsbureau abzugeben. Die Bedingungen liegen auf letzterem offen. Der Zuschlag erfolgt zwei Tage nach Eröffnung der Offerten. Gießen, den 2. Januar 1894. Großh. Verwaltungs'Direction der chirurg. - ophthalm. Univ.-Klinik. Bose. Vossius. 98 Jeikgeöotenes. Arische Schellfische u.» Prima holl. BollhLringe, [94 , sst. marin. HLringe billigst bei F. Otto, Kaplansgaffe 21. Bekanntmachung. Die Benutzung des Schweinemarkt- i Platzes zur Förderung des in der! s Lahn gewonnenen Eises soll für diesen i WinterFreitag 5.Januar18S4, Nachmittags 3 Uhr, an Ort und Stelle öffentlich verpachtet werden. Gießen, den 3. Januar 1894. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ________I. V.: Georgi.______97 »f. SdiWiltas. 1 Freibank. [110 Heute und morgen: Rindfleisch, nicht ladenrein, per Pfd. 42 Psg. 8ij 500 M»., wer d. «ttmannS 3ahN'M««dwafferlnicht schneew. Zähne, jemals Zahnschmerz bekommt. Aecht bei Wilk. Schomber. 84) MLuse. «nd Rattenptllen, giftfreie, Erfolg sicher, ä Sch- 5U Allein acht bei H. A. Sack, Neuenweg 58. Garrdersheirner Sanitätskäse. [34] Ke-rannte« ßasiee per Pfund Jt 1.70 bi» fehl an Qualität unübertroffen. Wer einmal probirt, bleibt stet» Abnehmer. Borräthig in Carl Schwaah'- Delicaieffenhdlg. Bekanntmachung» Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Wasserleitungen. Unter Hinweis auf die „Bestimmungen über Anlage der Hauswasserleitungen zu Gießen" macken wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren deS WasserS in den HauSwaffcrleitungen bei eintretender Kälte vorzubeugen, es er- fordei lick ist, die Hauswasserleitungen des Abends für die Dauer der Nackt zu entleeren. Ties gesckieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermesser befindliche Hauptabsperrhabn geschlossen und dann das seitlich dessetben befindliche Entleerungs- häbnchen, nachdem ein passendes Gefäß untergestellt, geöffnet wird und dies fo lange geöffnet gehalten wird, btS das in der Hausleitung stehende Waffer vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder gefchlossen robb. Um eilte vollständige Entleerung zu erwirken, ist es gebeten, während derselben das in dem obersten Stockwerk deS Hauses befindliche Zapfventil der Hausleitung offen zu halten, damit die Lust Zutritt in die Leitung erhalte. — Ein größerer Thetl des Wassers kann auch schon durch das Zapfventil der untersten Küche entleert werden, wodurch die Entleerung im K.ller vereinsackt wird — Nach stairgehabter Entleerung sind die beiden Zapsventile, welche dem Eintritt der Luft und der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen deS HauptabsperrhahnS erfolgt durch Aufsetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vierkantigen Hahnzapfen und Drehung in der Richtung von links noch rechts — im Sinne eines Uhrzeigers — bis Widerstand erfolgt. — Das Oeffnen deS HauptabsperrhahneS geschieht durch Drehung in entgegengefetziem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der Hauptabfperrhahn wieder vollständig geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, Hofräumen, Gärten u. s. w. sind während des Winters mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Welse zu entleeren und ertheilt hierüber im Besonderen am besten derjenige Installateur Auskunft, welcher die betr. L düngen gefertigt hat. Bei anhaltender außerordenllichrr Kälte empfiehlt cs sich, die Wasserentnahme auch während des TageS auf kürzere festgesetzte Zeit zu be« schränken und wählend der übrigen Tageszeit dle HauSwasserleUungen gleichfalls in oben angegebener Weife abjufleflen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Kuchen unbenutzte» Wohnungen geführt sind, kann man durch Unterhalten eines kleinen Heerdfeuers vorbeugen. Auch empfiehlt es sick, in kalten Closet- ober sonstigen ungeheizten Räumen, durch welche die Wasserleltung führt, sofern daselbst die Leitung nicht schon durch eine Umhüllung gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch ein Oeschen ober geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf genügender Höhe zu erhalten. Die Waffermcffer nebst dem nächstanschließenden Theil der Rohrleitung sind während des Winters mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die detr. Kellersenster geschlossen zu halten. — Die Herstellung aller Waffermcffer, die in Folge ungenügenden Schutzes gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt auf Rechnung der Hausbesitzer. Durch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem Wafferabnehmer die Lieferung des Waffers möglichst gewährleistet, dem Hausbesitzer aber werden Beschädigungen an Leitung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln allen Betheiligten zur ganz besonderen Beachtung. Noch besonders machen wir darauf auftnetfiam, daß es nicht in das Bereich unserer geschäftlichen Obliegenheiten gehört, R'paraturen und Austbauen von Haus- wafferleitungen — soweit dieselben vom Waffermcffer ab innerhalb des Hauses liegen — volzunehmen. Derartige Herstellungen werden am schnellsten von denjenigen Installations-Geschäften besorgt, welche die betreffenden Hauswaffer- leitnngen s. Z. auSgefübrt haben. Gießen, den 14. November 1893. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gietzen. Otto Sergen. 9501 aare verschenkt aber Niemand billiger als jede Concurrenz verkauft das Special- Reste -Geschäft von IM. Kann, Kirchenplatz 8. BESTE von Tuchen, Buckskins, Ueberzieherstoffen, Damenkleiderstoffen, Beltzeugen, Barchenten, Damasten, Kattunen, Hemden-Flanellen, Chiffons, Piques, Leinen, Vorhängen, Parthien in Tischtüchern, Besonders günstige Gelegenheit für Brautleute. andtüchern, Taschentüchern, Bettcoltern, Biederbetttüchern u. s. w. Umtausch gegattet. 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[82 Am Concerttage findet von 3*/t Uhr Nachmittags an der Billetverkauf nur am Eingänge des Concertsaales statt. 96] Am Neujahrstage größeres Geldst. gef. w. Abzuh. Freitag, 5. ds. Mts. Frankfurterstraße Nr. 75. Montag den 8. Januar 1894 soll in dem neuen Local in der Stadtmädchenschule (Weftanlage) ein neuer Cursus für acht Wochen eröffnet werden. Beginn des Unterrichts Vormittags 84/2 Uhr. Das Schulgeld beträgt monatlich eine Mark. Dafür nehmen die Schülerinnen unentgeltlich an den Mahlzeiten Theil. Anmeldungen werden bis spätestens Freitag den 5. Januar angenommen: 1. bei Fräulein Pauline Stammler, Neueubäuen 22. 2. im Schwesternhaus, Lonystraße 2. 3. bei der Lehrerin, Fräulein Decker, Sonnenstraße 6. 86 Der Vorstand: Schlosser. .Wir empfehlen hiermit unser reich aus- gestattetes Lager von Gasbelenchtungs - Gegen-Weu aller Art, als Kronleuchter (in den gangbarsten Metallausführungen, Glas u. s. w.), Ampeln, Lyren, Wandarmen u. s. w. in verschiedenen Stilformen und bewährter Ausführung, ächte Siemens- und Wenham- Lampen, die neuesten Auer'schen Gas- Glühlichte (Haupt-Niederlage der Deutschen Gasglühlicht-Actieugefellfchaft in Berlin), sowie Gas-Koch- und -KchapMaie in den zweckmäßigsten Constructionen für häusliche und gewerbliche Zwecke. Die Lampen u. Apparate können in unseren Ausstellungsräumen in Betrieb gezeigt werden. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.100 Die tiestrauernde Gattin nebst Kindern. 88] Danksagung. 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